USA – Tag 6 – Wanderung zum Druid Arch

Auf Wandertour zum riesigen Druid Arch

Der Druid Arch im Needles District des Canyonlands Nationalpark ist ein lohnender Hike

Heute Morgen komme ich erst um halb sieben aus dem Bett. Eigentlich ist es schon fast ein wenig spät, schließlich habe ich mir die lange Wanderung zum Druid Arch vorgenommen. Trotz Verspätung geht es schnurstracks in den Needles District des Canyonlands Nationalpark. Vom Parkplatz am Elephant Hill geht es recht ungemütlich los. Der Hike führt Anfangs recht steil nach oben, wird im Laufe der Tour aber immer flacher. Dieser Teil des Hikes ist noch recht gut besucht – immer wieder treffe ich auf Wanderer. Das ändert sich aber, je weiter ich vordringe. Der Trail führt mich schließlich in den Elephant Canyon. Verlaufen kann man sich hier eigentlich nicht, trotzdem tauchen immer wieder Steinmännchen als Orientierungshilfe auf. Man ist gut beraten, an den Stellen, an denen ein Steinmännchen steht, dem Weg zu folgen. Sonst kann es passieren, dass man in einer Sackgasse landet und weit zurücklaufen muss.

Florian Westermann

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Needles-District des Canyonlands Nationalparks Auf dem Weg zum Druid Arch Auf dem Weg zum Druid Arch

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Das Wetter ist herrlich und ich genieße die Wanderung in vollen Zügen. Die Wanderung ist teilweise sehr anstrengend, es geht nämlich immer wieder durch tiefen Sand. Mit einigen Fotostopps benötigte ich für die knapp acht Kilometer lange Wanderung zum Druid Arch gut zweieinhalb Stunden. Bis zum Ziel ist der gesamte Trail völlig problemlos zu gehen. Nur das letzte Stück zum Aussichtspunkt hat es in sich. Es geht über Geröll und zwischen riesigen Felsblöcken steil nach oben und zum Teil muss ich die Hände zu Hilfe nehmen. An einer Stelle muss auch eine Leiter überwunden werden. Wer Höhenangst hat oder nicht ganz trittsicher ist, könnte hier ein Problem bekommen. Nach ein wenig Kletterei ist es aber geschafft – der Blick auf den Druid Arch ist die Strapazen definitiv wert!

Druid Arch Druid Arch

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Ich suche mir ein schattiges Plätzchen unter einem kleinen Bäumchen und genieße die Aussicht und absolute Stille. Ich verweile hier zwei Stunden und schreibe die ersten Postkarten in die ferne Heimat. Nach und nach trudeln sogar ein paar andere Wanderer ein. Am Ende sind wir ein recht lustiges Trüppchen, nur das kalte Bier und der Grill fehlen noch. Inzwischen sind die meisten Wanderer wieder umgekehrt. Ich mache mich auch auf den Rückweg. Zurück im Wash laufe ich aber noch ein Stück weiter nach Südwesten. Nach ein paar Minuten erreicht man den westlichen Viewpoint. Von hier hat man noch einmal einen tollen Blick auf den Druid Arch von unten.

Da es noch früh ist, beschließe ich, einen Schlenker durch den Chesler Park auf dem Rückweg einzubauen. Das Verbindungsstück zwischen dem Hike zum Druid Arch und dem Chesler Park ist wirklich kräfteraubend. Es geht noch einmal steil bergauf auf eine Hochebene. Langsam neigt sich mein Wasservorrat – ich habe immerhin 5 Liter dabei – in der brütenden Hitze dem Ende. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich wirklich auf dem richtigen Weg bin. Mit einem ziemlich mulmigen Gefühl im Bauch sehe ich schließlich mein Ziel in der Ferne. Hoffe ich zumindest, denn ich habe seit Stunden keinen Menschen mehr getroffen. Ich erreiche schließlich eine Ebene und bin heilfroh: es ist der Chesler Park. Feuerrote Felsen und verdorrte, aber grüne Wiesen, wohin das Auge reicht. Schmale sandige Wege führen durch dieses einzigartige Stück Natur. Um diese Uhrzeit – es ist schon später Nachmittag – ist hier draußen weit und breit kein Mensch mehr zu sehen. Ich genieße die absolute Einsamkeit und fühle mich in die Zeiten der großen Entdecker zurückversetzt. Am Parkplatz – mein Wasser habe ich komplett aufgebraucht – zeigt das GPS eine Wegstrecke von 18 Kilometern an.

Chesler Park The Needles The Needles Chesler Park Chesler Park

Nach der fantastischen Wanderung zum Druid Arch mache ich noch am Needles Overlook Halt. Dieser Aussichtpunkt ist leicht mit dem Auto zu erreichen und lohnt den Umweg in jedem Fall.

Needles Overlook

Nach dieser kraftraubenden Wanderung hätte ich mir eigentlich eine Pizza verdient. Allerdings komme ich erst spät in der Nacht in Monticello an. Die Bordsteine werden hier spätestens um neun Uhr hochgeklappt. Mein Abendessen besorge ich mir notgedrungen an der Tankstelle. Gut schmeckt es nicht, aber immerhin macht es satt.

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