USA – Tag 8 – Gestrandet

Noch in der Dunkelheit stehen wir am Yavapai Point – ganz alleine sind wir hier allerdings nicht. In zahlreichen Reiseführern hat sich inzwischen rumgesprochen, dass der Sonnenaufgang über dem Grand Canyon an diesem Overlook besonders spektakulär ist. Wir haben das Glück, dass riesige Schönwetterwolken das ganze Schauspiel richtig dramatisch erscheinen lassen.

Yavapai Point Grand Canyon

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Nach einem Umweg über Tuba City – der Highway 89 ist wegen eines Erdrutsches schon seit Monaten auf einem Teilstück gesperrt – erreichen wir am Vormittag den Lower Antelope Canyon. Anders als früher hat sich inzwischen die Praxis durchgesetzt, dass einen Fotopass nur noch bekommt, wer eine Spiegelreflex-Kamera mit zugehörigem Stativ sein eigen nennt. Hinzu kommt, dass der Fotopass nur noch mit einem saftigen Aufpreis zu bekommen ist. Alles diskutieren hilft nichts – wir müssen die Tour schließlich getrennt antreten. Selbst mit dem Pass bleibt der Spaß-Faktor inzwischen leider auf der Strecke. Der Lower Antelope Canyon ist zwar nicht so überfüllt wie der Upper Antelope Canyon, dennoch geht es auch hier hoch her. Nach zwei Stunden muss auch ich aus dem Canyon – andernfalls droht eine saftige Nachzahlung.

Lower Antelope Canyon

In allen Slotcanyons gilt höchste Vorsicht! Flashfloods können hier zur tödlichen Gefahr werden. Checkt bitte immer die Wetterlage, bevor ihr in einen Slotcanyon steigt. Auch Unwetter in großer Entfernung können zum Verhängnis werden. Was eine Flashflood anrichten kann, haben wir selbst in der Wave erlebt. Hier gibt es das Video

Nur einen Steinwurf entfernt, südlich von Page, liegt der Horseshoe Bend. Vom Parkplatz aus am Highway 89 geht es über Stock und Stein rund einen Kilometer zu der beeindruckenden Schleife des Colorado River. Es ist etwas Vorsicht geboten, denn es gibt keinerlei Absperrungen und die Felswände stürzen rund 300 Meter in die Tiefe. In der Vergangenheit hat es hier schon öfters tragische Unglücke gegeben. Dennoch bin ich froh, dass die Verantwortlichen dieses einzigartige Stück Natur nicht mit riesigen Absperrgittern verschandeln.

Horseshoe Bend

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Die Nacht wollen wir direkt am Alstrom Point über dem Lake Powell verbringen. Von Big Water aus durchqueren wir einen Wash und folgen einer breiten Schotterpiste rund 13 Meilen, bevor es rechts auf die Recreation Road #230 geht und der wir weitere fünf Meilen folgen. Jetzt zweigt rechts die Recreation Road #264 ab. Von nun an wird die Straße deutlich schmaler und wüster. Bis jetzt ist das aber noch kein Problem. Die wirkliche Herausforderung erwartet uns erst vier Meilen später an der berühmt berüchtigten Steinstufe. Ich habe diese Stelle beziehungsweise die Umfahrung im vergangenen Jahr schon einmal mit einem AWD-Antrieb gemeistert. Allerdings waren dazu unzählige Versuche nötig und ich hätte beinahe aufgegeben. 

Heute überwinden wir die Schlüsselstelle nicht. Auch unsere Versuche, die Stufe mit Steinen zu entschärfen, scheitern. Zudem schlagen aus den riesigen Schönwetterwolken am Himmel unentwegt Blitze in der Umgebung ein. Unter diesen Bedingungen erscheint es zu riskant, uns weiter im Freien aufzuhalten. Wir warten eine geschlagene Stunde im Auto darauf, dass sich die Wolken verziehen. Aber es ist beinahe windstill und so beschließen wir, um den Sonnenuntergang nicht gänzlich zu verpassen, umzukehren und uns bei der Moon Butte umzusehen. Inzwischen haben sich auch die Wolken fast komplett aufgelöst. Die untergehende Sonne taucht die Landschaft in ein magisches Licht, wie man es nur selten zu Gesicht bekommt.

Moon Butte Moon Butte 2

Die Nacht verbringen wir unter sternenklarem Himmel ganz in der Nähe des Alstrom Point. Die letzten knapp zwei Meilen zum Alstrom Point werden wir morgen früh zu Fuß gehen.

Weitere Bilder, Termine zu Ausstellungen und Foto-Workshops gibt es wie immer auf meiner Foto-Website Westermann Photography

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