USA – Tag 9 – Die Cracked Eggs in den Bisti Badlands

Die Cracked Eggs in New Mexico

Eine Wanderung in den Bisti Badlands ist wie eine Wanderung auf einem fremden Planeten – ein Highlight sind die Cracked Eggs

Am Morgen kann ich im Mesa-Verde-Nationalpark noch nicht viel machen. Die Straßen zu den Sehenswürdigkeiten sind bis zum Sonnenaufgang gesperrt – genau wie die wenigen frei zugänglichen Wanderwege in dem Nationalpark. Über den Zaun klettern lohnt sich nicht. Wer ertappt wird, zahlt bis zu 500 Dollar Strafe oder landet gleich bis zu sechs Monate im Knast. Ich stehe zwar schon früh auf der Matte, mangels passender Motive fällt das Morgenshooting heute aber aus. 

Ich packe meine sieben Sachen und mache mich auf den Weg nach New Mexico. Zielstrebig steuere ich die Bisti Badlands nahe der Kleinstadt Farmington an. Hinter Farmington verläuft der Highway 50 Kilometer wie an der Schnur gezogen fast immer geradeaus. Auf der einzigen längeren Kurve der Strecke haut es mich fast von der Fahrbahn. Eine wirklich fiese Bodenwelle an einer tückischen Stelle wird mir fast zum Verhängnis. Zahlreichen Bremsspuren auf dem brodelnden Asphalt zeigen, dass hier offenbar regelmäßig Autos von der Piste abfliegen (im Sommer 2013 war die Stelle entschärft).  

An einer Schotterstraße biege ich ab in Richtung Bisti Badlands. Auf dem Parkplatz stehen schon einige Autos, darunter auch ein paar Camper. Ob hier jeder auf der Suche nach dem geheimen King of Wings ist? Ich schnalle meine Wanderschuhe an und begebe mich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Felsen. Den Standort kennen bislang nur wenige Menschen – angeblich wissen nicht einmal die Ranger, wo sich der King of Wings befindet. Angesichts der immensen Größe des Gebiets wird mir schnell klar, dass ich den King of Wings nicht so schnell finden werde. Trotzdem lohnt sich die Erkundung für meinen Ausflug am Abend. An jeder Ecke warten wahnwitzige Steinformationen darauf, entdeckt zu werden. Bei Tageslicht kann man ohne größere Probleme weiter in das Gebiet vordringen, am Horizont gibt es immer ein paar Anhaltspunkte zur Orientierung. Ein GPS-Gerät ist dennoch sehr zu empfehlen. In der Nacht wäre man hier als ortsunkundiger aber hoffnungslos verloren.

Egal wohin ich schaue, überall erwarten mich kuriose, durch Wind und Wasser gebildete Sandsteinskulpturen. Es lohnt sich, das Gebiet auch abseits des großen ausgetrockneten Flußbettes zu erkunden.

Bisti Badlands

Werbung

Bisti Badlands2 Bisti Badlands3 Cracked Eggs Bisti Badlands5 Bisti Badlands4

Werbung
Anzeige
[asa2 tpl=”Book”]3829726465[/asa2]

Die Cracked Eggs

Am Abend mache ich mich erneut auf in das Gebiet der Bisti Badlands. Mein Ziel sind die sogenannten Cracked Eggs (GPS: N 36 16.042, W 108 13.425). Mit den Koordinaten im GPS finde ich die Cracked Eggs ohne Probleme, aber selbst ohne GPS ist der Weg dorthin recht leicht zu finden. Im Grunde folgt man mehr oder weniger immer an dem ausgetrockneten Flußbett. Auf dem Weg zu den Cracked Eggs lerne ich David Pfau kennen – einen ehemaligen Fotografen von National Geographic. David entscheidet aber spontan, den Abend woanders zu verbringen und kehrt um, bevor er überhaupt bei den Cracked Eggs ankommt. Dafür warten schon zwei andere Fotografen – Bill Edwards und Scott Mathews. Wir fachsimpeln eine Weile und warten darauf, dass die Sonne untergeht. 

Cracked Eggs Cracked Eggs3 Cracked Eggs2 Cracked Eggs4 Cracked Eggs5

Kurz vor Sonnenuntergang leuchten die Cracked Eggs in den schönsten Farben und unsere Kamerasensoren laufen heiß. Wir shooten noch weit bis in die Nacht hinein. Den Rückweg zurück zum Parkplatz durch die inzwischen unheimlich anmutenden Felsgestalten treten wir – bewaffnet mit unseren Taschenlampen – gemeinsam an. Ich kann jedem wirklich nur empfehlen, wenn er in der Gegend von Farmington ist, einen Abstecher in die Bisti Badlands zu machen und unbedingt auch die Cracked Eggs zu besuchen. Die Landschaft ist wirklich einmalig!

2 replies
  1. Silke
    Silke says:

    Eine wirklich tolle Gegend! Und anscheinend trifft man immer Fotografen. Wir haben 2013 auch einen getroffen, der mit einer Kundin einen Foto-Workshop vor Ort gemacht hat.

    Reply

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *