Wandern in den Bergen – Tipps für die richtige Ausrüstung

Wandern in den Bergen – das musst du wissen

So wanderst du sicher in den Bergen

Draußen scheint die Sonne, die Vögel zwitschern und eigentlich wolltest du doch endlich auch ein wenig Sport machen? Dann nichts wie raus und bei einer Wanderung in den Bergen die Natur erleben und genießen. Es muss ja nicht gleich der → Mount Everest sein. Beginn am besten mit einer kleinen Bergtour und steigere dich von Mal zu Mal. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt und du auch immer sicher zurückkommst, haben wir für dich ein paar essentielle Ausrüstungstipps, die du beim Bergwandern unbedingt beachten sollest. Wir sehen auf unseren Wanderungen immer wieder Menschen, die völlig falsch ausgerüstet unterwegs sind. Besonders im Urlaub und auf Reisen packt viele Menschen die Wanderlust. Mit der richtigen Ausrüstung bist du viel sicherer und komfortabler unterwegs. Übrigens: Hier findest du unseren Ratgeber → “Bergwissen für Anfänger” für sicheres Wandern. Hier haben wir außerdem ein paar Tipps fürs → Wandern im Winter.

Wer mit dem Wandern anfängt, macht meist die gleichen Fehler bei der Ausrüstung. Das ist uns einst nicht anders gegangen wie Millionen anderen Wanderfreudigen. Übrigens: 2018 habe ich nach vielen leichten und schweren Bergtouren beim Deutschen Alpenverein die Prüfung zum → Wanderleiter bestanden.

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Joggingschuhe vs. Wanderschuhe

Wer nur alle paar Jahre Mal in den Bergen unterwegs ist, hat oft keine → Wanderschuhe und greift dann zu den erstbesten Sportschuhen zum Wandern. Auf einer einfachen Familienwanderung wie etwa rund um den Eibsee im schönen Bayern ist das (bei guten Bedingungen im Sommer) auch kein Problem. Sobald die Wege aber etwas schroffer werden, Höhenmeter in den Bergen und vielleicht auch noch Nässe und Kälte dazukommen, sind Wanderschuhe unerlässlich! Wanderschuhe bieten einen viel besseren Gripp auf allen Wegen und schützen Fuß und Fußgelenk vor Verletzungen. Auf steilen Bergwegen sparen Wanderschuhe trotz des höheren Gewichts dank der steiferen Sohle außerdem viel Kraft. Und mit Wanderschuhen musst du dir keine Gedanken um Schlamm und Pfützen machen – die Füße bleiben trocken.

Wanderschuhe

Ohne gute Wanderschuhe in die Berge? Das sollte man tunlichst lassen!

Für leichte Wanderungen in den Bergen gibt es → Leichtwanderschuhe*, die immer beliebter werden. Ich persönlich trage aber lieber festere und schwerere Schuhe – auch auf leichten Touren. Das ist aber Geschmackssacke. Wanderschuhe sind aber die absolute Voraussetzung für eine entspannte und sichere Tour. Das gilt insbesondere für die Berge. Und: → Wanderschuhe müssen kein Vermögen kosten*. In der Regel muss man 150 bis 300 Euro investieren. Im Schlussverkauf gibt es aber oft sehr gute Angebote für um die 100 bis 200 Euro. Auch beim Discounter gibt es hin und wieder Wanderschuhe für weit unter 100 Euro. Die Schuhe können sicher nicht mit den Markenprodukten mithalten, sind aber allemal besser als Joggingschuhe oder Sneaker.

Socken vs. Wandersocken

Zu jeden Wanderschuh gehören auch gute Wandersocken. Wandersocken schützen die Haut vor schmerzhaften Abschürfungen im Schuh und → Blasen. Besorg dir auf alle Fälle → Wandersocken aus Merinowolle*. Die sind zwar nicht ganz billig (Markensocken ab 20 Euro aufwärts), aber jeden Cent wert.

PAC-Merino-Socken

Die Merino-Socken von PAC haben auf unserer Trekking-Tour durch Nepals imposante Bergwelt gute Arbeit geleistet

Wanderstöcke

Wanderstöcke* sind eine große Hilfe beim Wandern in den Bergen. Beim Aufstieg spart man enorm Kraft in den Beinen und tut gleichzeitig etwas für den Oberkörper. Bei Abstieg sind Wanderstöcke eine große Hilfe, um die Knie zu entlasten. Gerade Anfänger werden die Stöcke zu schätzen wissen. Insbesondere dann, wenn der Weg steil und rutschig ist. Beim Abstieg sollte man die Hände aber niemals durch die Schlaufen am Griff stecken! Das birgt bei einem Sturz enormes Verletzungspotenzial. Wir nutzen nur selten Wanderstöcke – für Anfänger oder auf langen und schweren Touren mit Rucksack sind Wanderstöcke aber sehr zu empfehlen. Wer oft Wanderstöcke nutzt, sollte übrigens hin und wieder ohne gehen, um das Gleichgewicht zu schulen.

Designersonnenbrille vs. Sportsonnenbrille

Teure Designerbrillen haben auf langen Wanderungen oder auf schweren Bergtouren nichts zu suchen. Modische Brillen mögen toll aussehen, sind aber für den gemütlichen Stadtbummel konzipiert. → Sportsonnenbrillen* schützen die Augen dank ihrer Form sehr viel besser vor Wind, Staub und UV-Strahlung und sitzen wie angegossen, fallen also nicht gleich in die Tiefe, wenn man Mal einen Abgrund hinabblickt. Wichtig ist immer ein guter Sitz. Es nützt wenig, wenn die Brille nach einer Stunde drückt und Kopfschmerzen verursacht. Bei der Auswahl solltest du dir also Zeit lassen. Gute Sportbrillen können sehr teuer sein, es gibt aber auch günstige Modelle um die 20 bis 30 Euro, die ihren Zweck erfüllen. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, das teure Brillen sehr viel länger halten (wenn man die Brille denn nicht verliert).

Wanderer mit Sonnenbrille

Biggi ist modern unterwegs mit ihrer Sonnenbrille. Ich setze im Hochgebirge mit der Julbo Vermont auf den Retro-Style. Beide Brillen sind Kategorie 4 – auf weit über 3000 Metern ein Muss.

Jeans vs. Outdoor-Hose

Immer wieder sehe ich Wanderer mit Jeans in den Bergen. Das mag chic aussehen – ein Fan davon bin ich nicht. Jeans sind schwer, schränken die Bewegungsfreiheit beim Wandern ein (auf vielen Bergtouren muss man auch Mal ein wenig Klettern und die Hände zu Hilfe nehmen), halten kaum warm und schützen auch nicht vor Wind. Zudem brauchen Jeans ewig, um trocken zu werden, kommt man doch einmal in den Regen. Eine gute → Outdoor-Hose* ist leicht, schränkt die Bewegungsfreiheit nicht ein, hält Wind und Kälte ab und trocknet schnell. Gute Outdoor-Hosen kosten etwa ab 80 Euro im Fachhandel. Die Discounter haben hin und wieder günstigere Modelle im Angebot.

Baumwoll-Shirt vs. Woll-Shirt

Auch wenn es der Name suggeriert: Baumwolle hat nichts mit richtiger Wolle zu tun. Ähnlich wie Jeans haben Baumwoll-Shirts nur Nachteile. Sie schützen nicht vor Kälte oder Hitze, sie trocknen langsam und sie stinken schnell nach Schweiß. Mit einem guten → Shirt aus Merinowolle* hast du all diese Nachteile nicht. Wenn du einmal mit einem Shirt aus Merinowolle unterwegs warst, wirst du nie wieder ein Baumwollshirt beim Wandern tragen wollen – versprochen! Shirts aus Synthetik-Material finde ich wegen des bestialischen Schweißgeruchs schon nach wenigen Stunden übrigens ganz fürchterlich.

City-Rucksack vs. Wanderrucksack

Auf einer Bergwanderung sollte man immer ein paar essentielle Dinge dabei haben. Dazu gehören eine Wanderkarte, ein Erste-Hilfe-Set, eine Stirnlampe, Sonnencreme, eine Jacke und natürlich Verpflegung mit ausreichend viel Wasser. Wer ohne Rucksack wandert, hat diese Dinge wohl kaum dabei. Rucksack ist aber nicht gleich Rucksack. Ein stylischer Rucksack für die Stadt erfüllt kaum die Anforderungen, die man auf einer Wanderung in den Bergen hat. Ein guter → Wanderrucksack* lässt sich vielfach verstellen und hat einen breiten Beckengurt, um das Gewicht von der Schulter auf die Hüfte zu lenken. Wichtig ist außerdem ein guter Rückenschutz durch ein dickes Polster oder durch eine spezielle Lüftungs-Konstruktion. Kaum etwas ist unangenehmer, als die Wasserflasche im Rucksack beim Wandern im Rücken zu spüren. Für eine Tagestour reicht schon ein Rucksack mit 30 bis 35 Litern Volumen.

Wanderin mit Rucksack

Ein guter Wanderrucksack ist auf langen Touren unerlässlich

Hab immer eine Jacke im Rucksack

Auch wenn der Wetterbericht 30 Grad vorhersagt – auf hohen Berggipfeln kann es insbesondere in den Morgen- und Abendstunden empfindlich kalt werden (je 100 Höhenmeter ein halbes bis ein Grad Celsius als Faustformel. Es gibt aber auch deutlich extremere Werte). Insbesondere dann, wenn Wind dazukommt. Eine dünne Jacke sollte für den Notfall immer in den Wanderrucksack. Bei unsicheren Wetterverhältnissen sollte auch ein Trekking-Regenschirm oder eine  Regenjacke* und eventuell eine  Regenhose* in den Rucksack.

Kopfbedeckung

Eine Kopfbedeckung ist Plicht beim Wandern, speziell in hohen Lagen. Wer in der prallen Sonne ohne Mütze unterwegs ist, riskiert einen mitunter lebensgefährlichen Sonnenstich. Im Winter bei Kälte verliert man einen Großteil der Wärme über den Kopf. Eine  Mütze* schützt in allen Fällen.

Stirnlampe

Eine  Stirnlampe* (mit geladenen Batterien) sollte immer in den Wanderrucksack. Es kommt recht häufig vor, dass man unerwartet in der Dunkelheit landet, weil man sich mit der Zeit verkalkuliert hat. Das passiert Wanderprofis genauso wie Anfängern. Nur: Wanderprofis sind darauf vorbereitet.

Erste-Hilfe-Set

Ein → Erste-Hilfe-Set* gehört in jeden Rucksack. Schnell ist es Mal passiert, dass man ausrutscht und sich aufschlägt oder Schlimmeres. Gut, wer da ein kleines Erste-Hilfe-Set dabei hat. Wir haben unser Erste-Hilfe-Set übrigens (leider) schon nutzen müssen!

Erste-Hilfe-Übung

Das ist zum Glück nur eine Übung. Im Ernstfall ist ein Erste-Hilfe-Set aber extrem wichtig

Ausreichend Wasser

Gibt es auf deiner geplanten Wanderroute immer wieder Berghütten, in die man einkehren und essen und trinken kann? Dann musst du keine Unmengen an Wasser schleppen. Auf vielen Wanderungen gibt es das aber nicht. Pack also immer genügend Wasser in den Rucksack. Im Sommer bei hohen Temperaturen braucht man natürlich sehr viel mehr Wasser als bei kühlem Wetter. Im Sommer bei hohen Temperaturen solltest du mindestens vier Liter mitnehmen auf einer langen Tagestour.

Sonnencreme

Eine Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor ist bei jeder Bergwanderung Pflicht. Du bist mitunter Stunden in der prallen Sonne unterwegs. Wenn der Wind nur ein wenig geht, merkst du das kaum. Ein schlimmer Sonnenbrand ist da sicher. Auf einer Bergtour kommt die Höhe dazu. Auch wenn du nur einen niedrigen Gipfel erklimmst – die UV-Strahlung ist hier ungleich höher als im Tal. Besonders krass ist es bei Schnee, der die UV-Strahlung reflektiert. Übrigens: Wolken sind kein Schutz! Bis zu 90 Prozent der UV-Strahlung kommt durch eine Wolkendecke. Und: Auch Sonnencremes bieten keinen sicheren Schutz vor UV-Strahlung und Hautkrebs. Hier hilft nur, die Haut mit langen Klamotten zu schützen.

Noch eine Bitte

Halte die Natur sauber und nimm deinen Abfall wieder mit. Das gilt ganz besonders für Plastikmüll wie Tüten, Bonbon-Folie und ähnliches, der auch in tausend Jahren noch die Natur verschandelt und eine Gefahr für die empfindliche Tierwelt ist. Entdecken wir auf einer Wanderung Plastikmüll, sammeln wir diesen ein und entsorgen ihn im Tal. Übrigens: Auch Zigarettenkippen haben in der Natur nichts zu suchen! Eine einzige Kippe kann bis zu 60 Liter Wasser mit Giften wie Nikotin und Arsen verseuchen. Deine Kinder, Enkel und Urenkel werden es dir danken!

Fünf Bergwanderungen für Einsteiger

Dich hat das Bergfieber gepackt? Bei diesen fünf Bergwanderungen kommen nicht nur Einsteiger auf ihre Kosten: Die → schönsten Wanderungen in Bayern.

Deine Meinung ist uns wichtig

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2 replies
  1. Lutz Prauser says:

    Wahre Worte.

    Ich habe noch in bester Erinnerung, wie im Sommer 2017 eine holländische Familie bei einer geführten Gruppenwanderung auf Euböa in Sandalen ohne Socken antrat… und am Ende keinen Schritt mehr tun konnte. Ums Verrecken nicht.

    Oder sich Leute in Flip-Flops auf die Kampenwand gondeln lassen, um dann zu Fuß wieder runterzulaufen.
    Allein: Ich fürchte, gegen diese Art Blödheit kann man nicht mehr anbloggen.
    Respekt, dass Du es trotzdem versuchst.

    Reply

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