Wanderung auf den Brunnenkopf (1.718m)

Düstere Stimmung auf dem Brunnenkopf

Zum Sonnenuntergang auf den Brunnenkopf

Das Wetter ist durchwachsen – aber immerhin sagt der Wetterbericht am Nachmittag ein wenig Sonne und viele Wolken voraus. Das könnten beste Voraussetzungen für einen dramatischen Sonnenuntergang in den Bergen sein. Ein lohnendes Ziel könnte der 1718 Meter hohe Brunnenkopf in den Ammergauer Alpen sein, den wir bereits früher bei einer Wanderung auf die Große Klammspitze erklommen haben. Vom schmalen Brunnenkopf-Gipfel genießt man einen wirklich traumhaften Ausblick auf die Große Klammspitze. Im Licht der untergehenden Sonne dürfte das ein tolles Fotomotiv sein. Jetzt brauchen wir nur noch etwas Glück mit dem Wetter.

Start am Schloss Linderhof

Den leider rund im die Uhr kostenpflichtigen Wanderparkplatz (GPS: N 47 34.153, E 10 57.234 – Google Maps) am Schloss Linderhof erreichen wir von München aus in rund einer Stunde. Wir sind schon recht spät dran und müssen uns beeilen, wollen wir pünktlich zum Sonnenuntergang auf dem Gipfel stehen. Der breite Wanderweg ist gut ausgeschildert und führt uns kurz hinter dem Parkplatz über eine Holzbrücke und dann eine ganze Weile am Bach entlang. Hier am Bach gibt es am Anfang der Wanderung überall kleine Wasserfälle. Nach einem kurzen Anstieg folgt ein größerer Wasserfall und wir müssen den Bach erneut queren. Je nach Wasserstand sind hier wasserfeste Schuhe angebracht – aber festes Schuhwerk ist ohnehin ein Muss auf jeder Bergtour.

Waldwanderweg

Der Wanderweg zum Brunnenkopf ist auch für Familien geeignet

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Die einfachen Touren eignen sich besonders für Genusswanderer, Langschläfer, Familien mit Kindern, Senioren und alle, die es beim Wandern geruhsam angehen lassen möchten. Die Länge variiert von einer bis vier Stunden Gehzeit. Alle Wanderungen folgen gut ausgeschilderten Wegen und werden mit Fotos, Kartenausschnitten mit eingezeichnetem Routenverlauf sowie aussagekräftigen Höhenprofilen detailliert beschrieben. Zu allen Touren stehen GPS-Daten kostenlos zum Download bereit. Die meisten Ziele sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und fast jede Tourenbeschreibung wird durch eine Anekdote, Sage oder historische Begebenheit ergänzt. Die Umschlagklappe präsentiert alle 40 Touren mit Gehzeiten, Höhenangaben und Besonderheiten im Überblick, sodass die passende Tour einfach und schnell ausgewählt werden kann.

Folge dem Weg

Nun folgt der unangenehme Teil der Wanderung. Der Weg zieht steil an. Faustgroße Felsbrocken erschweren den Aufstieg und später den Abstieg. An einer Kreuzung zeigt ein Schild nach rechts in Richtung Brunnenkopf. Wer hier geradeaus den verwilderten Fahrtweg folgt, kommt auch zum Brunnenkopf. Wegweiser oder Markierungen sucht man auf dieser Variante aber vergebens – und teilweise verschwindet auch der teils sehr schmale Weg fast komplett im Dickicht. Diese Variante ist landschaftlich wesentlich schöner als der breite Fahrtweg, dem wir heute folgen. Ohne Ortskenntnisse oder ein GPS mit der eingespeicherten Route sollte man diese auch deutlich anspruchsvollere Variante aber besser nicht wählen.

Unser Weg lässt hingegen keine Fragen offen. Wir folgen stur dem breiten Fahrtweg – zum Glück bald ohne die nervigen Felsbrocken- , der sich in einigen langen Serpentinen immer höher windet. Vereiste Schneefelder erschweren das Vorankommen. Aber keine Sorge, ausgesetzte Stellen gibt es bis hinauf zur urigen Brunnenkopfhütte nicht. Dafür ist der Weg sehr eintönig. Dichter Wald verdeckt die Aussicht. Das Klopfen eines Spechts und Vogelgetschwitscher trösten ein wenig über den langweiligen und recht mühsamen Aufstieg hinweg.

Breiter Wanderweg

Die Sonne steht schon tief

Eingeschneiter Wanderweg

Im oberen Teil der Wanderung ist der Weg eingeschneit

Die Brunnenkopfhütte

Erst kurz vor der Brunnenkopfhütte gibt der dichte Wald den Blick auf die umliegenden Berge frei. Das letzte Stück des Weges zur Hütte liegt unter einer dicken Schneedecke – hier ist jetzt ein wenig Vorsicht angesagt. Nach etwa eineinhalb Stunden erreichen wir die Brunnenkopfhütte, die im Winter allerdings geschlossen hat. Wir können euch aber sagen, in den warmen Monaten ist die Wanderung alleine wegen der Hütte ein Muss. Der grandiose Blick ins Ammertal entschädigt für den wenig spektakulären Aufstieg auf dem Normalweg.

Verschneiter Wanerweg

In der Ferne taucht die Brunnenkopfhütte auf

Brunnenkopf Diensthütte

Die Brunnenkopf Diensthütte

Verschneiter Hang

Der Weg führt über diesen verschneiten Hang

Brunnenkopfhütte im Schnee

Die eingeschneite Brunnenkopfhütte

Blick auf Pürschling

Von der Brunnenkopfhütte haben wir einen tollen Blick auf den Pürschling. Ein Wanderweg verbindet beide Gipfel

Ammertal

Das Ammertal liegt uns zu Füßen

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Drahtseilakt auf dem Weg zum Brunnenkopf-Gipfel

Von der Brunnenkopfhütte ist es nicht mehr weit zum Brunnenkopf-Gipfel. Ein Schild warnt eindringlich, dass für den kurzen Aufstieg alpine Erfahrung nötig ist. Im tiefen Schnee ist der Weg nicht mehr auszumachen. Wir kämpfen uns den steilen Hang nach oben und müssen bald eine steilere Passage queren. Bei winterlichen Verhältnissen ist hier Vorsicht angesagt. Wenige Minuten später stehen wir kurz vor dem Gipfelaufbau. Die letzten Meter führen uns über einen schmalen Grat, der allerdings mit einem Stahlseil gesichert ist. Kurz unter dem Gipfelkreuz kommen noch einmal die Hände zum Einsatz – dann stehen wir auch schon auf dem Gipfel des Brunnenkopfs.

Schild Alpine Erfahrung

Ein Schild warnt unerfahrene Wanderer vor den Aufstieg zum Brunnenkopf

Aufstieg Brunnenkopf im Schnee

Das letzte Stück zum Brunnenkopf ist noch einmal steil

Warnhinweis

Noch ein Warnhinweis kurz vor dem Kletterstück

Wanderin Brunnenkopf

Biggi vor der atemberaubenden Bergkulisse

Große Klammspitze

Die Große Klammspitze taucht auf

Kletterstelle Brunnenkopf

Diese kurze Kletterstelle gilt es zu überwinden

Brunnenkopf-Gipfelkreuz

Das Brunnenkopf-Gipfelkreuz kommt in Sicht

Grat Brunnenkopf

Ein Stahlseil sichert diesen schmalen Grat

Der Gipfelaufbau ist sehr schmal und es geht auf allen Seiten steil in die Tiefe. Im Sommer, wenn viel auf dem Gipfel los ist, muss man hier extrem aufpassen. Wir haben den Gipfel allerdings für uns alleine und blicken voller Ehrfurcht auf die Große Klammspitze. Deren Besteigung wäre bei Schnee auf der Variante über den Brunnenkopf wegen der sehr steilen Hänge, die gequert werden müssen, extrem lebensgefährlich. Der Blick vom Brunnenkopf ist dafür einmalig schön. Leider haben wir mit dem Wetter nicht das erhoffte Glück. Von Westen ziehen dichte Wolken auf und der Sonnenaufgang fällt komplett ins Wasser. Dafür können wir eine Gamsfamilie beobachten, die weit unterhalb des Brunnenkopfs in aller Ruhe auf der Suche nach Gras den Schnee durchpflügt. Wir steigen auf dem gleichen Weg ab, wie wir aufgestiegen sind. Den Wanderparkplatz erreichen wir erst lange nach Sonnenuntergang in der tiefsten Dunkelheit.

Nikon D810

Fotoshooting am Gipfel

Große Klammspitze

Die Große Klammspitze – grau in grau

Pürschling

Der Pürschling im schönsten Abendlicht

Tourdaten Brunnenkopf

Gesamtweglänge: 10,3 Kilometer
Höhenmeter: 750 Meter
Reine Gehzeit: 3:15 Stunden

Die GPS-Daten als Download

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Fazit

Die Wanderung zur Brunnenkopfhütte über den breiten Forstweg erfordert lediglich etwas Kondition und ein wenig Trittsicherheit auf den unteren Passagen mit den Felsbrocken. In den Sommermonaten ist die Brunennkopfhütte ein beliebtes Ausflugsziel für Familien. Für den finalen Aufstieg zum Brunnenkopf sollte man tatsächlich ein wenig bergerfahren sein. Immerhin müssen ein schmaler Grat und eine leichte Kletterstelle überwunden werden. Außerdem ist es auf dem Gipfel doch sehr eng und es geht wirklich steil in die Tiefe – hier ist also Vorsicht gefragt. Vom Brunnenkopf genießt man einen grandiosen Blick auf die Große Klammspitze. Wer sich den Brunnenkopf-Gipfel nicht zutraut, kann hinter der Brunnenkopfütte auch ein Stück dem schmalen Wanderweg in Richtung Große Klammspitze entlangwandern. Schon nach wenigen Minuten eröffnet sich dem Betrachter ein grandioses Bergpanorama. 

Nützliche Links

 

Deine Meinung ist uns wichtig

Du warst auch schon auf dem Brunnenkopf oder hast an der Brunnenkopfhütte Rast gemacht? Wie hat dir die Wanderung gefallen? Trag dich doch in unser virtuelles Gipfelbuch ein – wir freuen uns 🙂

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