Wanderung auf die Große Klammspitze (1924m)

Die Große Klammspitze in den Ammergauer Alpen

Die Wanderung zählt zu den schönsten in der Region

Über 1500 Meter liegt Mitte Mai noch immer viel Schnee in den Bergen, zumindest an den Nordhängen. Nichts liegt also näher, als eine Tour über die Südseite zu gehen. Ein Gipfel, der sich da anbietet, ist die Große Klammspitze in den Ammergauer Alpen. Von München aus erreichen wir den kostenpflichtigen Parkplatz am Schloss Linderhof (GPS: N 47 34.167, E 10 57.433 – Google Maps) in einer guten Stunde. Trotz des schönen Wetters ist nicht so viel los wie befürchtet. Das liegt aber weniger an den Bedingungen in den Bergen als vielmehr an den Schulferien. Im Sommer ist die Wanderung auf die Große Klammspitze sehr beliebt bei den Münchnern – entsprechend viel los ist auf den Wegen und Pfaden.

Der erste Teil der Wanderung ist absolut familientauglich. Vom Parkplatz aus folgen wir einem breiten Waldweg in Richtung Brunnenkopf, der uns vorbei an rauschenden Kaskaden sanft nach oben führt. Die Betreiber der Brunnenkopfhütte (1.602m) haben sich auch für die Kleinen etwas einfallen lassen: Informative Schilder am Wegesrand sollen für gute Laune und Kurzweile sorgen. Familien mit Kindern folgen einfach immer den Schildern zur Alm und bleiben auf dem breiten Wanderweg. Nach nur einer Stunde ist die Alm erreicht.

Kaskaden am Anfang der Tour sorgen für einen entspannten Start

Kaskaden am Anfang der Tour sorgen für einen entspannten Start

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Wir allerdings verlassen den Normalweg und folgen einem alten, kaum begangenen Weg, der uns nach einer Weile auf eine Schotterpiste führt. Kurz vor dem Ende der Straße führt rechts ein schmaler Trampelpfad in den Wald. Diese Route zur Brunnenkopfhütte ist nicht nur anspruchsvoller, sondern auch landschaftlich deutlich schöner als der Normalweg. Der Pfad führt lange durch den Wald bis zu einer Gabelung, an der wir nach rechts abbiegen. Schon bald stehen wir auf einer Lichtung, von der aus wir einen herrlichen Blick haben. Von hier unten erkennen wir sogar schon die Flagge der Hütte im blauen Himmel.

Unsere Wanderung führt uns weiter durch den Wald

Unsere Wanderung führt uns weiter durch den Wald

Wir erkennen schon die Flagge der Brunnenkopfhütte

Wir erkennen schon die Flagge der Brunnenkopfhütte

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Nirgendwo in Deutschland ist man dem Himmel so nah: Die Zugspitze, mit 2962 Metern das Dach Deutschlands, liegt inmitten eines Wanderparadieses. Die 50 abwechslungsreichen Touren im Rother Wanderführer "Rund um die Zugspitze" verlaufen in der Gegend um Murnau, Oberammergau, Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Ehrwald und Seefeld. Sie umfassen leichte bis mittelschwere Wanderungen, aber auch Gipfeltouren für Bergerfahrene. Natürlich werden auch alle vier Anstiege auf die Zugspitze vorgestellt.
Schmucke Dörfer liegen in weiten, sonnenreichen und von Wiesen überzogenen Talböden. Dahinter ragen beeindruckende felsige Gipfel auf. Karwendel, Wetterstein und Mieminger Berge ziehen die Blicke auf sich. In den tief eingegrabenen Tälern der geheimnisvollen Höllentalklamm und der Partnachklamm stürzen tosende Wildbäche ins Tal. Von den Gipfeln bietet sich eine fantastische Aussicht und oft liegen gastfreundliche Hütten und Almen am Weg. Zahlreiche Seen laden zum Baden ein.
Die Autoren Franziska Baumann und Dieter Seibert sind hervorragende Kenner der Zugspitzregion. Zu jeder Tour liefern sie eine exakte Wegbeschreibung sowie Infos zu Anforderungen, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkehrmöglichkeiten und Varianten. Ein detaillierter Kartenausschnitt mit eingetragenem Routenverlauf und ein aussagekräftiges Höhenprofil erleichtern die Orientierung. Zudem stehen GPS-Daten zum Download von der Internetseite des Bergverlag Rother bereit.
Für die 11. Auflage wurde der Wanderführer vollständig überarbeitet. Mit ihm wurde 1985 die so erfolgreiche Reihe der Rother Wanderführer begründet.

Die Brunnenkopfhütte ist ein beliebtes Ausflugsziel

Kurz vor der Brunnenkopfhütte stoßen wir wieder auf den Normalweg, der uns jetzt in wenigen Minuten zur Hütte führt. Die Aussicht von hier oben ist überwältigend. Klar, dass wir da nicht einfach weiterziehen. Bevor wir unsere Wanderung zur Großen Klammspitze fortsetzen, genießen wir erst einmal eine kühle Schorle.

Die Brunnenkopfhütte lädt zum Verweilen ein

Die Brunnenkopfhütte lädt zum Verweilen ein

Der Blick von der Brunnenkopfhütte ist wohl einer der schönsten in der Gegend

Der Blick von der Brunnenkopfhütte ist wohl einer der schönsten in der Gegend und…

Die Terasse der Brunnenkopfhütte ist gut besucht

… bei dem Wetter ist die Terasse schon gut besucht

Wir lassen den Brunnenkopf vorerst links liegen

Von der Hütte ist es nicht mehr weit bis zum 1.718 Meter hohen Brunnenkopf-Gipfel. Ein Schild warnt davor, den Gipfelaufstieg zu unterschätzen. „Alpine Erfahrung“ ist hier erforderlich, heißt es. Tatsächlich führen die letzten Meter stahlseilgesichert über ein Grat und auch eine leichte Kletterstelle ist zu überwinden. Wir lassen den Brunnenkopf aber zunächst links liegen und machen uns auf in Richtung Große Klammspitze. Auch hier warnt ein Schild vor den Gefahren und mahnt alpine Erfahrung an.

Der schmale Pfad führt zunächst recht unspektakulär unterhalb des Brunnenkopfs entlang – bis wir das Wintertal erreichen. Waren wir eben noch im voralpinen Gelände, versetzt uns der Blick auf die Große Klammspitze in eine andere Welt. Wer hätte gedacht, dass die vom 1.924 Meter hohen Gipfel der Großen Klammspitze überthronte Landschaft nur wenige Gehminuten hinter der Brunnenkopfhütte derart spektakulär ist. Wir machen erst einmal kurz Stopp, um diesen Anblick zu genießen. Der schmale Pfad schlängelt sich entlang des Hangs in Richting Große Klammspitze. Die Wanderer erscheinen wie Ameisen, wir haben also noch ein ganzes Stück vor uns.

Der Blick auf die Klammspitze verschlägt uns den Atem

Der Blick auf die Klammspitze verschlägt uns den Atem

Zeit für eine kleine Pause

Zeit für eine kleine Pause

Wir kommen der Klammspitze immer näher

Wir kommen der Klammspitze immer näher

Das große Schneefeld

Von hier erkennen wir aber auch schon, dass der Aufstieg zur Großen Klammspitze leider noch nicht komplett schneefrei ist. In einem riesigen Schneefeld erkennen wir eine Person, die sich langsam und offenbar sehr mühsam nach oben kämpft. Aus der Ferne scheint es fast so, als sei der Aufstieg heute nicht zu machen.

Aber natürlich schauen wir uns das ganze aus der Nähe an. Auf dem Weg zum Schneefeld sehen wir immer wieder Wanderer, die das Schneefeld passieren – das macht Mut. Eine Gruppe junger Damen ist schon wieder auf dem Rückweg und flucht über den horrenden Abstieg durch das Schneefeld.

Im Sommer ist der Weg ohne Probleme zu gehen

Im Sommer ist der Weg ohne Probleme zu gehen

Dieses Schneefeld trennt uns vom Gipfel der Klammspitze

Dieses Schneefeld trennt uns vom Gipfel der Klammspitze

Tatsächlich ist es hier sehr steil. Rutscht man hier ab, würde man wohl weit abrutschen und sich zumindest ernste Verletzungen zuziehen. Wir wagen den Aufstieg trotzdem und stapfen durch den stark angetauten Schnee. Ganz ohne Risiko ist das nicht. Es besteht nicht nur die Gefahr abzurutschen, bei diesen Bedingungen kann man durchaus auch eine Lawine auslösen. Außerdem rauschen immer wieder auch größere Steine an uns vorbei in die Tiefe, die aus der Wand brechen. Klüger wäre es wohl gewesen, hier kehrt zu machen. Wir konnten aber einfach nicht widerstehen. Nach zehn Minuten lassen wir das Schneefeld hinter uns. Den Gipfel der Großen Klammspitze haben wir damit aber noch nicht erreicht.

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Der Blick zurück ist ebenso überwältigend wie der Anblick der Klammspitze aus der Ferne

Der Blick zurück ist ebenso überwältigend wie der Anblick der Klammspitze aus der Ferne

Noch einmal passieren wir ein kleines Schneefeld

Noch einmal passieren wir ein kleines Schneefeld

Am Gipfelkreuz der Großen Klammspitze

Der Weg führt uns jetzt noch einmal etwa 15 bis 20 Minuten durch schroffes Gelände auf 1924 Meter Höhe zum Gipfelkreuz. Dabei müssen wir auch eine leichte Kletterstelle der Schwierigkeitsstufe I überwinden.

Auf dem Weg zum Gipfel müssen mitunter die Hände zur Hilfe genommen werden

Auf dem Weg zum Gipfel müssen mitunter die Hände zur Hilfe genommen werden

Vom Gipfel der Großen Klammspitze genießen wir ein atemberaubendes Bergpanorama. Unter anderem blicken wir auf die Alpspitze, den Hochblassen, die Kreuzspitze und die Geierköpfe. Vom Gipfel der Großen Klammspitze könnten wir die Wanderung über das Grat in Richtung Feigenkopf fortsetzen und durch das Sägertal zurück zum Schloss Linderhof absteigen.

Das Gipfelkreuz der Klammspitze ragt in den Himmel

Das Gipfelkreuz der Klammspitze ragt in den Himmel

Endlich: Wir erreichen den Gipfel der Klammspitze

Endlich: Wir erreichen den Gipfel der Klammspitze

Der Ausblick ist atemberaubend

Der Ausblick ist atemberaubend

Im Hintergrund sehen wir den Forggensee

Im Hintergrund sehen wir den Forggensee

Blick in die Alpen

Blick in die Alpen

Wir entscheiden uns aber, noch dem Brunnenkopf-Gipfel einen Besuch abzustatten und steigen über das Schneefeld ab. Zugegebenermaßen ist der Abstieg äußerst unangenehm und schweißtreibend. Trotz der schon vorhandenen Fußspuren müssen wir unseren Stand immer wieder von neuem sichern. Leider haben wir auch keine Grödel im Rucksack – die hätten den Abstieg um ein Vielfaches erleichtert. Wir machen auch noch einmal Halt, um unsere Drohne aufsteigen zu lassen.

Die Klammspitze aus der Luft aus gesehen

Die Klammspitze aus der Luft aus gesehen

Noch einmal der Blick zurück: Hier sehen wir zwei Wanderer, die sich durch das Schneefeld kämpfen

Noch einmal der Blick zurück: Hier sehen wir zwei Wanderer, die sich durch das Schneefeld kämpfen

Auf dem Rückweg treffen wir auf eine Gams

Auf dem Rückweg treffen wir auf eine Gams

Wir erreichen wieder die Brunnenkopfhütte

Wir erreichen wieder die Brunnenkopfhütte

Die Schinderei hat sich aber gelohnt: Vom Gipfel des Brunnenkopfs haben wir noch einmal einen fantastischen Blick auf die Klammspitze.

Kurz vor dem GGipfel warnt dieses Schild vor den Gefahren

Kurz vor dem Brunnenkopf-Gipfel warnt dieses Schild vor den Gefahren

Wir erreichen das Brunnenkopf-Gipfelkreuz

Wir erreichen das Brunnenkopf-Gipfelkreuz

Die Große und die Kleine Klammspitze vom Brunnenkopf aus gesehen

Die Große und die Kleine Klammspitze vom Brunnenkopf aus gesehen

Das Wandervideo zur Tour

Fazit:

Die Wanderung zur Brunnenkopfhütte ist gefahrlos zu meistern und absolut familientauglich. Schon von hier hat man einen tollen Ausblick. Die Hütte ist ein tolles Ausflugsziel und lädt mit Liegestühlen und einer großen Schaukel zum Verweilen ein. Der Aufstieg zum Brunnenkopf ist ebenfalls recht unproblematisch, lediglich die letzten Meter zum Gipfelkreuz bergen ein gewisses Gefahrenpotenzial – schließlich verläuft der mit einem Stahlseil gesicherte Gratweg direkt am Abgrund. Wer Höhenangst hat oder nicht schwindelfrei ist, sollte lieber kehrt machen. Der Weg zur Klammspitze ist absolut traumhaft. Die Schlüsselstelle befindet sich kurz vor dem Gipfelkreuz. Hier gilt es, eine leichte Kletterstelle zu überwinden. Für die Besteigung der Großen Klammspitze sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Der Name Große Klammspitze lässt es ja schon vermuten: Es gibt natürlich auch die Kleine Klammspitze (1.882m). Auf den Gipfel der Kleinen Klammspitze führt allerdings kein Wanderweg. Der Aufstieg zum Gipfel bedarf hoher Erfahrung im Bergsteigen (T6).

Tourdaten Große Klammspitze:

Datum: 22. Mai 2016
Gesamtweglänge: 13,7 Kilometer
Höhenmeter: 1.100 Meter
Reine Gehzeit: 5:00 Stunden

Die GPS-Daten als Download

Anzeige – Die Wanderkarte zur Region

Nützliche Links

 

 

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