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Notkarspitze Wanderung: Mittelschwere Bergtour

Wir starten um acht Uhr in München. Dank des langen Wochenendes - viele Münchner nutzen das für einen Abstecher in den Süden - ist die Autobahn in Richtung Garmisch-Partenkirchen ungewöhnlich leer. Gegen neun Uhr stehen wir am Wanderparkplatz in Ettal - die Tagespauschale liegt bei drei Euro. Wir sind hier heute Morgen noch völlig alleine.

Der Himmel ist wolkenfrei und das Thermometer zeigt bereits angenehme 15 Grad. Vom Parkplatz aus queren wir eine Weide und stoßen alsbald auf einen breiten Wanderweg im Wald. Zum Gipfel der Notkarspitze sind es laut Wegweiser dreieinhalb Stunden. Wir halten uns links und ignorieren einen Wegweiser zur Notkarspitze mit dem Hinweis "Nur für Geübte" - diesen Steig werden wir später für den Abstieg nutzen.

Aktualisiert am 29.05.2022

Wanderung auf die Notkarspitze

Wir folgen dem breiten Waldweg. Immer wieder erhaschen wir einen Blick auf Ettal und das Kloster Ettal. Nach rund 1,8 Kilometer leichter Wanderung zeigt ein Wegweiser nach rechts zur Notkarspitze. Hier sind wir jetzt richtig. Der Pfad führt uns über Stock und Stein durch dichten Wald und schnell immer höher. Wir gewinnen schnell an Höhe und blicken schon bald von weit oben auf Ettal hinab. Der Weg ist recht steil und erfordert Kondition. Technisch anspruchsvoll ist der Pfad aber nicht.

Tipp: Hier findest du eine Übersicht über die schönsten Wanderungen in Bayern.

Der Blick auf Ettal - hier startet unsere Wanderung auf die Notkarspitze
Der Blick auf Ettal – hier startet unsere Wanderung auf die Notkarspitze
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Der Wegweiser zur Notkarspitze
Der Wegweiser zur Notkarspitze – die Warnung ist eindeutig und sollte ernst genommen werden
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Kloster Ettal von oben gesehen
Kloster Ettal von oben gesehen

Ochsensitz (1515m) und Ziegelspitz (1719m)

Wir erreichen schließlich eine Lichtung mit einem tollen Blick auf Ettal und das Ettaler Mandl. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum ersten Zwischenziel, den 1.515 Meter hohen Ochsensitz-Gipfel, der nur wenige Gehminuten vom Hautweg liegt. Am Gipfelkreuz machen wir kurz Rast und genießen noch einmal die tolle Aussicht. Bald kommt auch schon der 1.719 Meter hohe Gipfel der Ziegelspitz in Sicht. Der Weg zieht noch einmal steil an und die ersten Schneefelder müssen überwunden werden. Am Gipfel der Ziegelspitz ist schon einiges los. Auch hier haben wir wieder einen sagenhaften Blick auf Ettal und die umliegenden Gipfel.

Der Blick vom Ochsensitz
Der Blick vom Ochsensitz
Das Gipfelkreuz vom Ochsensitz
Das Gipfelkreuz vom Ochsensitz
Der Gipfel der Ziegelspitz liegt vor uns
Der Gipfel der Ziegelspitz liegt vor uns
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Am Gipfelkreuz der Ziegelspitz ist einiges los
Am Gipfelkreuz der Ziegelspitz ist einiges los
Blick nach Garmisch-Partenkirchen
Blick nach Garmisch-Partenkirchen

Die Notkarspitze kommt in Sichtweite

Vom Ziegelspitz  sind es noch rund 1,4 Kilometer bis zur Notkarspitze. Der Weg führt zunächst recht eben auf dem Grat entlang, immer zwischen den Latschen. Wir sehen den Gipfel der Notkarspitze bereits – von hier gibt der Gipfel ein tolles Bild ab. Schnee ist wegen der südseitigen Lage bislang kein Problem. Der finale Anstieg zur Notkarspitze erfordert noch einmal Muskelschmalz. Der Weg führt über Geröll und blankpolierten Fels steil nach oben. Spätestens hier sind feste Bergschuhe, Trittsicherheit und Kondition gefragt.

Die Notkarspitze kommt immer näher
Die Notkarspitze kommt immer näher
Das Gipfelkreuz der Notkarspitze ist bereits auszumachen
Das Gipfelkreuz der Notkarspitze ist bereits auszumachen
Durch diese Latschen geht es auf die Notkarspitze
Durch diese Latschen geht es auf die Notkarspitze
Der finale Aufstieg zum Gipfel der Notkarspitze
Der finale Aufstieg zum Gipfel der Notkarspitze
Nur noch wenige Meter, dann ist es geschafft
Nur noch wenige Meter, dann ist es geschafft

Endlich stehen wir am 1.889 Meter hohen Gipfel der Notkarspitze. Der Gipfel ist komplett baumfrei und wir genießen einen sagenhaften 360-Grad-Blick auf den Laber, nach Garmisch-Partenkirchen, die Zugspitze und weit hinein ins Hochgebirge. Inzwischen haben sich einige dicke Wolken am Himmel breitgemacht. Ohne Sonne ist es hier auf knapp 1.900 Metern Höhe doch recht frisch. Das schmälert aber nicht die Freude an unserer ausgiebigen Gipfelmahlzeit.

Am Ziel: das Gipfelkreuz der Notkarspitze
Am Ziel: das Gipfelkreuz der Notkarspitze
Der Blick aufs Zugspitzmassiv
Der Blick aufs Zugspitzmassiv
Gipfelaussicht von der Notkarspitze
Gipfelaussicht von der Notkarspitze
Eine wohlverdiente Pause
Eine wohlverdiente Pause

Abstieg nur für Geübte

Länger als eine halbe Stunde halten wir es hier auf der Notkarspitze aber doch nicht aus. Die Sonne bricht zwar immer mal wieder durch die Wolken, der Wind ist aber auch nicht ohne. Für den Abstieg wählen wir nun eine andere Variante. Direkt am Gipfelkreuz der Notkarspitze führt ein Weg hinab nach Ettal zur Ettaler Mühle. Am Beginn der Wanderung machte ein Schild darauf aufmerksam, dass diese Variante im Winter bei Eis und Schnee wegen erhöhter Absturz- und Lebensgefahr gesperrt ist. Der Weg verläuft nordseitig und liegt noch unter tiefem Schnee. Noch dazu ist der Weg recht steil. Man muss also schon gut aufpassen, wohin man tritt. Wir blicke noch einmal zurück zur Notkarspitze, die von dieser Seite einen völlig anderen Charackter als von der Westseite hat. Fast könnte man meinen, man befinde sich hier im Hochgebirge. Von der Nordseite ist die Notkarspitze eine schroffe und überaus beeindruckende Felswand, die zum Teil noch tief verschneit ist.

Der Abstieg erfolgt Anfang Mai noch über tiefe Schneefelder
Der Abstieg erfolgt Anfang Mai noch über tiefe Schneefelder
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Die Notkarspitze von Norden aus gesehen
Die Notkarspitze von Norden aus gesehen

Auf rund 1500 Metern – hier ist der Schnee schon lange nicht mehr so dramatisch wie weiter oben – kommt uns eine Gruppe Wanderer entgegen und fragt nach einer Alternative für den Abstieg. Der Weg, den sie für den Aufstieg gewählt haben, ist durchaus anspruchsvoll und bekleidet mit Jeans, Top und Sneakern(!) ist die Gruppe überhaupt nicht ausgerüstet für diese Tour. Das Warnschild „Nur für Geübte“ am Beginn des Steigs hat die jungen Leute offenbar auch nicht weiter abgeschreckt.

Aussichtsreicher Abstieg nach Ettal - bei Eis und Schnee ist der Weg extrem gefährlich
Aussichtsreicher Abstieg nach Ettal – bei Eis und Schnee ist der Weg extrem gefährlich
Der Weg führt in engen Serpentinen nach unten
Der Weg führt in engen Serpentinen nach unten
Eine drahtseilgesicherte Passage - nicht die einzige
Eine drahtseilgesicherte Passage – nicht die einzige

Wir lassen den Schnee hinter uns. Der schmale Pfad führt jetzt sehr steil über Geröll und immer sehr nah am Abgrund nach unten. Teilweise ist der Weg recht stark ausgesetzt. Einige Stellen sind auch mit einem Drahtseil gesichert – ein falscher Schritt kann hier der letzte sein. Dafür entschädigt wieder einmal der tolle Ausblick. Der Weg führt in engen Serpentinen schnell nach unten bis in den Wald. Flacher wird der Weg hier aber keinesfalls und immer wieder führt der Weg nah am Abgrund entlang. Durch das rutschige Laub ist höchste Konzentration gefragt – bloß nicht ausrutschen oder stolpern. Das Rauschen eines Wasserfalls begleitet von nun an unseren Abstieg nach Ettal. Erst kurz vor dem Ziel wird der schmale Pfad endlich flacher. Jetzt sind es nur noch ein paar Minuten bis zum Parkplatz.

Kurz vor dem Parkplatz in Ettal macht Markus noch einmal Faxen
Kurz vor dem Parkplatz in Ettal macht Markus noch einmal Faxen

Tourdaten Notkarspitze

Datum: April 2016
Gesamtweglänge: 12,3 Kilometer
Höhenmeter: 1090 Meter
Reine Gehzeit: 4:30 Stunden

Die Route von Ettal über den Ochsensitz und die Ziegelspitz zur Notkarspitze ist schweißtreibend und erfordert Kondition und Trittsicherheit. Technisch ist die Wanderung aber meist unproblematisch, lediglich der finale Anstieg zur Notkarspitze erfordert eventuell auch einmal den Einstaz der Hände. Wer sich diesen Teil der Wanderung ersparen will, kehrt an der Ziegelspitz um – auch von hier hat man schon eine tolle Sicht auf die umliegenden Berge. Übertroffen wird der Ausblick aber vom Gipfel der Notkarspitze. Wer technisch versiert ist und auch mit steilen Abstiegen über Geröll und ausgesetzten Wegen kein Problem hat, kann vom Gipfelkreuz der Notkarspitze in Richtung Ettal absteigen. Der mitunter sehr steile Weg ist an einigen Stellen mit Stahlseilen gesichert und sollte wirklich nur von geübten Wanderern begangen werden. Landschaftlich ist diese Variante aber noch einmal ein Höhepunkt.

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