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Seebergspitze Wanderung (2085 m) – schwere Bergtour

Der Wetterbericht sagt Wolken und einige Schauer vorher. Kein Grund für Markus vom Outdoor-Blog, seinem Hund Leon und mich, sich Zuhause einzusperren. Um Punkt acht Uhr brechen wir von München auf in Richtung Achensee in Tirol. Eineinhalb Stunden später erreichen wir den Wanderparkplatz in Achenkirch (Tagesticket: 5 Euro). Das Ziel liegt quasi schon vor unseren Füßen: Wir wollen durch das Oberautal zur 2.085 Meter hohen Seebergspitze und über ein Grat weiter zur Seekarspitze (2.053m), bevor es von hier aus über die Seekaralm zurück zum Auto geht.

Aktualisiert am 17.08.2022

Wanderung mit Adrenalinkick

Das erste Wegstück durch das Oberautal legen wir auf einem breiten Forstweg zurück. Wir passieren mürrische Kuhherden und begegnen sogar ein paar Pferden. Bevor der Weg nach rund 3,5 Kilometern in Richtung Kaserstattalm abzweigt, folgen wir einigen Metern einem verwachsenem Trampelpfad, bevor wir in das steinige Flussbett absteigen.

Pferde im Oberautal
Oberautal
Pfad im Oberautal
Flussbett im Oberautal

Wir folgen dem Lauf und werden immer wieder mit kleinen Wasserfällen belohnt. Immer wieder müssen wir den Wasserlauf über rutschige Steine queren. Wasserdichte Schuhe sind hier ein Muss. In dem schweren Gelände kommen wir deutlich langsamer voran als gedacht, dafür haben diesen Weg wohl noch nicht viele Menschen vor uns begangen.

Wasserfall im Oberautal
Aufstieg Oberautal

Nach einer guten Stunde stehen wir vor einem recht imposanten Wasserfall. Es gilt ein paar Meter zu klettern. Der Fels ist steil und glitschig, kein ganz einfaches Unterfangen. Besonders heikel wird es, Markus‘ Hund Leon über diese Hürde zu bugsieren. Nur mit seiner Hilfe schafft Leon auch diese Hürde.

Großer Wasserfall im Oberautal

Schon bald stoßen wir auf eine riesige Schneebrücke. Darunter durchlaufen oder den mühsamen Weg außen rum nehmen? Wir entscheiden uns für die zweite Variante. Die Chance, dass das Eisgebilde genau dann einstürzt, wenn wir darunter stehen, ist zwar gering, aber wir wollen kein Risiko eingehen.

Schneebrücke im Oberautal

Beim Blick auf das, was uns bevorsteht, entscheiden wir, den steilen Geröllhang ein Stück aufzusteigen und den alten, inzwischen gesperrten Wanderweg zu nehmen. Der Pfad ist nur noch stellenweise zu erkennen, trotzdem kommen wir von nun an wesentlich schneller voran.

Wir queren eine prächtige Blumenwiese und erreichen bald die Pasillalm (keine Bewirtschaftung). Erst hier entdecken wir den Hinweis, dass der alte Weg durch das Oberautal gesperrt ist.

Blumenwiese Oberautal
Blumenwiese Tirol
Wiese oberhalb Oberautal

Von nun an folgen wir wieder einem offiziellen Pfad in Richtung Seebergspitze. Es geht knackig nach oben, immer weiter. Die Aussicht ist atemberaubend!

Wir lassen die Pasillalm hinter uns
Blick ins Oberautal
Aufstieg Seebergspitze

Am Horizont braut sich inzwischen ein Unwetter zusammen, das allem Anschein nach auf uns zuzieht. Auf dem Weg zum Gipfel hören wie die ersten Donnerschläge, das Unwetter kommt bedrohlich nahe. So kurz vor dem Gipfel aufgeben wollen wir aber nicht. Wir legen einen Zahn zu und stehen fünf Minuten später am Gipfelkreuz. Die Aussicht ins Karwendelgebirge und auf den Achensee ist wunderschön. Aufgrund der Wetterlage lassen wir den Grat zur Seekarspitze links liegen und steigen schnellstmöglich ab.

Grat zwischen Seebergspitze und Seekarspitze
Auf dem Weg zur Seebergspitze
Gipfelkreuz Seebergspitze
Blick von der Seebergspitze
Blick von der Seebergspitze auf den Achensee
Ein Gewitter zieht auf

Inzwischen regnet es wie aus Kübeln und das Gewitter ist bedrohlich nahe. Wir erreichen die Pasillalm – wenige Minuten später bricht die Hölle auf Erden über uns herein. Blitz und Donner, Starkregen und Hagel verwandeln die Idylle in ein tosendes Inferno.

Wir sind nicht unglücklich, dass man uns anbietet, mit im Auto zurück ins Tal zu fahren. Vor wenigen Jahren wäre das keine Alternative gewesen – die Straße zur Pasillalm existiert noch nicht lange und ist etwa auf Google Earth noch nicht eingezeichnet oder zu erkennen (Stand: Juni 2015).

Heute können Wanderer die Rundtour von Achenkirch über die Seebergspitze und die Seekarspitze ganz gemütlich über die Seekaralm und auf dem breiten Fahrtweg zur Pasillalm angehen. Wer es aufregender mag, wählt auf eigene Gefahr hin den wegen Erdrutschgefahr offiziell gesperrten Weg (Achtung: Lebensgefahr durch Erdrutsche!!!) oder nimmt die anspruchsvolle Route direkt durch das Flussbett. Letztere Varianten sollten nur erfahrene Tourengeher wählen, die das Risiko einschätzen können!

Tourdaten Seebergspitze

Datum: Juni 2016
Gesamtweglänge: 16,4 Kilometer
Höhenmeter: 1.115 Meter
Reine Gehzeit: 7:00 Stunden

Eine tolle Bergtour mit grandiosen Ausblicken. Für die Wanderung über die Seekaralm und die Pasillalm braucht ihr eine gehörige Portion Kondition, der Aufstieg zur Seebergspitze ist steil und teilweise geröllig, aber unproblematisch. Von der Seebergspitze kann man außerdem über den Grat weiter zur Seekarspitze und von hier wieder absteigen. Die offiziell gesperrte Rundtour durch das Oberautal bleibt sehr erfahrenen Tourengehern vorbehalten. Diese Variante ist zum Teil sehr mühsam und man kommt nur langsam voran. Außerdem besteht hier immer die Gefahr eines Erdrutsches.

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