Wanderung zur Sudetendeutschen Hütte (2650m)

Genussvolle Wanderung zur Sudetendeutschen Hütte

Wanderung mit Suchtcharakter

Die Wanderung zur 2650 Meter hoch gelegenen Sudetendeutschen Hütte in Osttirol ist ein Muss für alle Naturliebhaber. Die Tour führt durch ein traumhaftes Tal mit Wasserfällen, das an Island erinnert. Wir starten unsere Wanderung im Morgengrauen am Wanderparkplatz in Stein bei Matrei (GPS: N 47 01.606, E 12 31.643 Google Maps). Schon von hier haben wir einen tollen Blick über Matrei. Im Laufe des Tages werden wir aber noch ganz andere Aussichten auf die umliegenden 3000er genießen. Vom Parkplatz aus laufen wir ein paar Meter die Straße zurück. Ein Wegweiser zeigt uns den Weg in Richtung Sudetendeutschen Hütte.

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Blick auf Matrei

Blick vom Wanderparkplatz über Matrei

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Kristallklares Wasser

Wir biegen links in den Wald ab und steigen rasch immer höher, begleitet vom tosenden Rauschen der Steiner Wasserfälle. Überall rinnt kristallklares Wasser die Hängen hinunter. Wir queren immer wieder einige kleine Wasserläufe. Der Wald ist hier unten recht dicht und versperrt den Blick auf die umliegenden Berge. Ab und zu schauen die von der Sonne angestrahlten Berggipfel durch ein Fenser im Wald. Nach einer knappen Stunde erreichen wir die Aussenzone des Nationalparks Hohe Tauern, wie ein Schild verrät. Wir passieren ein Gatter und stehen auf einer großen Alm. Nicht alle Kühe auf der Alm grasen friedlich. Einige beäugen uns mißtrauisch – wohl wegen der Kälber. Plötzlich stürmt ein ausgewachsener Bulle auf uns zu. Schockmoment. Der Bulle überlegt es sich zum Glück anders und macht Halt. Mit einem etwas mulmigen Gefühl lassen wir die Kuhherde schnell hinter uns. Aber nicht, ohne dabei immer wieder zurück zu blicken.

Waldwanderweg

Der Weg führt zunächst lange durch den Wald

Schild Nationalpark Hohe Tauern

Nach einer Stunde erreichen wir die Außenzone des Nationalparks Hohe Tauern

Kuh vor Stall

Diese Kuh beobachtet uns skeptisch

Bergwiese Hohe Tauern

Kurz vor der Äußeren Steiner Alm

Wegweiser

Die Wegweiser haben für den Notall eine Standortnummer, die man der Bergwacht (Tel. 140) im Fall der Fälle mitteilen kann

Die Äußere Steiner Alm

Wir lassen die Weide hinter uns. Der schmale Wanderweg führt uns weiter zur Äußeren Steiner Alm auf 1909 Metern. Auch hier warten wieder einige Rinder – die sind aber friedlich. Ein Wegweiser gibt die Zeit bis zur Sudetendeutsche Hütte mit zwei Stunden an, ein anderer mit zweieinhalb Stunden. Wir wandern über blühende Bergwiesen und genießen das Zwitschern der Vögel. Noch ist es bitterkalt, aber die umliegenden Berggipfel erstrahlen im ersten Sonnenlicht. Der Blick in Richtung Talschluss ist atemberaubend. Überall strömt Wasser die steilen Felswände hinab. Fast kommen wir uns vor wie auf Island. Der Weg führt eine ganze Welte fast eben durch das Hochtal. Nur wenige Meter neben dem Wanderweg plätschert der Steiner Bach hinab – eine traumhafte Kulisse. Wenn da nur nicht der eisige Wind wäre, der von den umliegenden Gipfel abfällt. Zwei Stunden nach dem Start erreichen wir den Talschluss. Hier beginnt die Materialseilbahn zur Sudetendeutschen Hütte – wir müssen aber natürlich zu Fuß die rund 700 Höhenmeter aufsteigen. Der Weg führt dicht an einem tosenden Wasserfall vorbei. Der Blick zurück ins Tal und zur Äußeren Steiner Alm ist traumhaft schön.

Verfallene Hütte

Eine verfallene Hütte

Bergwald im Sonnenlicht

Die Sonne kommt über die umliegenden Berggipfel und strahlt ins Tal

Wegweiser

Dieser alte Wegweiser gibt die Wanderzeit bis zur Sudetendeutschen Hütte mit zwei Stunden an

Äußere Steiner Alm

Wir erreichen die Äußere Steiner Alm, die von Anfang Juni bis Ende September bewirtschaftet ist

Wanderweg

Der Weg führt fast eben bis zum Talschluss

Steiner Bach

Am Ende queren wir den Steiner Bach über diesen kleinen Steg

Steiner Bach

Neben uns rauscht der Steiner Bach in die Tiefe

Aufstieg Alpen

Der Aufstieg zieht sich – der Ausblick entschädigt

Talblick Äußere Steiner Alm

Der Blick zurück ins Tal und auf die Äußere Steiner Alm ist traumhaft

Wanderweg Hohe Tauern

Wir sind schon lange über der Baumgrenze

Nussing Kogel

Vor uns tut sich der 2991 Meter hohe Nussing Kogel auf

Nussing Kogel

Vom Gipfel hat man einen traumhaften Blick, sagen die Einheimischen

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Die Sudetendeutschen Hütte kommt in Sicht

Endlich hat es die Sonne über die umliegenden Berggipfel geschafft. Der Wind ist zwar immer noch eisig, die Sonne wärmt aber wenigstens ein bißchen. Der Wanderweg führt in Serpentinen immer weiter in die Höhe. Das Rauschen des Wasserfalls begleitet uns – nur die Sudetendeutschen Hütte kommt einfach nicht in Sicht. Der Weg ist wunderschön, zieht sich aber ziemlich. Endlich: In der Ferne erkennen wir unser Ziel. Auf einer Anhöhe liegt sie, die Sudetendeutschen Hütte. Wir sind jetzt dreieinhalb Stunden unterwegs und haben noch einige Schneefelder vor uns. Wir brauchen noch einmal eine Viertelstunde, dann stehen wir endlich am Ziel. Hier oben auf über 2600 bläst ein brutaler Wind.

Caro und Felix,  die die Sudetendeutschen Hütte seit Juni 2017 betreiben, sind ganz überrascht, zu so früher Stunde schon die ersten Wanderer begrüßen zu dürfen. Ohnehin ist die Hütte noch nicht ganz fertig. Die beiden arbeiten mit Hochdruck an den letzten Baustellen, um bald Wanderer und Bergsteiger empfangen zu können. An einem windgeschützen Plätzchen machen wir es uns in der Sonne gemütlich und genießen die Aussicht.

Sudetendeutsche Hütte

Endlich kommt die Sudetendeutsche Hütte in Sichtweite

Wanderung Sudetendeutsche Hütte

Die letzten Meter führen uns durch ein Altschneefeld

Sudetendeutsche Hütte

Die Sudetendeutsche Hütte in ihrer ganzen Pracht

Eingang Sudetendeutsche Hütte

Die Hütte wurde schon 1928/29 errichtet

Der Kleine Muntanitz

Wir wollen aber noch weiter zum Kleinen Muntanitz (3192m). Von der Sudetendeutschen Hütte ist der Gipfel bei guten Bedingungen in unschwieriger Wanderei in rund einer Stunde zu erreichen. Wir machen uns auf den Weg und kämpfen uns große Altschneefelder nach oben. Leider sind kaum Markierungen auszumachen und so kommt es, wie es kommen musste. Wir steigen an einer völlig falschen Stelle durch eine steile, schneeverwehte Rinne auf. Wir stehen hier zwar auf knapp 3000 Metern kurz unterhalb der Wellachköpfe (3037m), der Gipfel des Kleinen Muntanitz ist von hier ohne Sicherung aber unerreichbar. Zu steil ist das Gelände, das uns weiter zum Muntanitz-Gipfel führen würde. Wir steigen wieder ab. Inzwischen weicht die Sonne die riesigen Altschneefelder extrem auf. Der eigentliche Steig auf den Kleinen Muntanitz liegt in der prallen Sonne und ist augenscheinlich zumindest teilweise sehr steil. Wir wollen das Risiko – auch Altschneefelder bilden eine tödliche Lawinengefahr – nicht eingehen und kehren um zur Sudetendeutschen Hütte.

Blick auf die Sudetendeutsche Hütte

Wir machen uns auf den Weg zum Kleinen … und lassen die Sudetendeutsche Hütte hinter uns

Sudetendeutsche Hütte

Die Hütte wird kleiner und kleiner, je weiter wir durch den Schnee aufsteigen

Altschneefelder

Wir entscheiden uns zur Umkehr. Mitte Juni hat es noch überall große Altschneefelder

Kneipp-Anwendung extrem

Wir genießen noch ein wenig die Sonne und ich steige in den kleinen, eiskalten See direkt an der Hütte. Das Wasser hat kaum mehr als null Grad. Schon nach wenigen Sekunden fährt ein Feuerstrahl durch meine Beine, so fühlt es sich zumindest an. Eine Kneipp-Anwendung für Wahnsinnige – oder eine irre Mutprobe. Ohne Gipfelerfolg, aber mit tollen Eindrücken steigen wir wieder ab. Inzwischen scheint die Sonne im ganzen Tal und hunderte Schmetterlinge im Rausch des Frühlings queren unseren Weg.

See an der Sudetendeutschen Hütte

Das Wasser hat maximal ein Grad. Der Schmerz ist fürchterlich

Felix Meier und Caro Freisleben

Felix Meier und Caro Freisleben führen die DAV-Hütte seit Juni 2017

Nationalpark Hohe Tauern

Endlich scheint die Sonne ins ganze Tal. Wir genießen die traumhafte Aussicht

Matrei

Noch einmal der Blick vom Wanderparkplatz auf Matrei

Unser Tipp für leckeres Eis in Matrei

Nach einer so langen Wanderung und der Hitze muss natürlich noch eine andere Abkühlung her. Der Eisladen” (Virgenerstraße, 9971 Matrei in Osttirol) in Matrei führt wirklich leckere Eiskreationen und hat viele Sitzplätze im Freien.

Eisladen in Matrei

Der Eisladen in Matrei hat köstliche Eiskreationen

Tourdaten Sudetendeutsche Hütte (Hin- und Rückweg)

Tourdatum: Juni 2017
Gesamtweglänge: 14,2 Kilometer
Höhenmeter: 1330 Meter
Reine Gehzeit: 6:30 Stunden

Die GPS-Daten als Download

Fazit

Die Wanderung zur Sudetendeutschen Hütte ist landschaftlich ein Hochgenuss. Von der Sudetendeutschen Hütte, die im Sommer Wanderern und Bergsteigern zahlreiche Schlafplätze bietet, kann mit dem Kleinen Muntanitz ein echter 3000er ohne größeren Aufwand bestiegen werden. Der Weiterweg zum Großen Muntanitz (3232m) erfordert indes alpine Erfahrung. Weitere 3000er in der näheren Umgebung und ideale Halbtagesziele ab der Sudetendeutschen Hütte sind die Gradetzspitze (3063m) und die Vordere Kendlspitze (3088m). Die Wanderung zur Sudetendeutschen Hütte erfordert lediglich etwas Trittsicherheit, dafür aber sehr viel Ausdauer. Immerhin sind über 1300 Höhenmeter zu überwinden. Ausgesetzte Stellen sind auf der Wanderung die absolute Ausnahme.

Nützliche Links

Wanderführer und Karten für die Region Osttirol

 

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