Deutschlands höchste Berge: Wanderung auf die Zugspitze (2962m) übers Gatterl

Wanderung auf die Zugspitze – Deutschlands höchster Berg

Eine atemberaubende Wanderung durch hochalpines Gelände

Der Wetterbericht sagt Traumwetter voraus. Beste Bedingungen also, um Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze, zu besteigen. Auf die Zugspitze führen zahlreiche Touren. Der Schwierigkeitsgrad reicht von relativ einfach bis anspruchsvoll. Wir entscheiden uns für die Variante ab Ehrwald übers sogenannte Gatterl und die Knorrhütte hinauf auf den 2962 Meter hohen Gipfel. Die Gatterl-Tour ist konditionell anstrengend, verlangt aber nicht nach hochalpiner Erfahrung. Ausdauer, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, gute Vorbereitung und Ausrüstung sind aber auch auf dieser Wanderung nötig. Dank zweier Bergbahnen können auch weniger erfahrene Wanderer diese Tour wagen. Übrigens: Wer die ganze Wanderung auf die Zugspitze als Video sehen will, wird am Ende des Beitrags fündig.
 

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Start an der Ehrwalder Alm

Wir starten im Morgengrauen in München. Unser Ziel ist Ehrwald in Tirol. Mit der Ehrwalder Almbahn kürzen wir die Wanderung auf die Zugspitze etwas ab, zumal wir schwer bepackt sind. Wir wollen heute Nacht auf dem Gipfel der Zugspitze biwakieren. Wir schleppen also nicht nur Tagesgepäck, sondern auch Schlafsack, Isomatte und dicke Klamotten mit auf Deutschlands höchsten Gipfel. Die  Ehrwalder Almbahn (GPS: N 47 23.275, E 10 56.293 Google Maps) bringt uns mit unseren schweren Rucksäcken in wenigen Minuten 500 Höhenmeter nach oben auf 1500 Meter. Von hier aus liegt der Gipfel der Zugspitze also nur noch 1462 Meter über uns – Gegenanstiege nicht berücksichtigt.

Wir nehmen eine der ersten Bahnen und genießen die tolle Aussicht auf die umliegenden Berge. Ab der Ehrwalder Alm wird’s dann aber ernst. Wir schultern unsere schweren Rucksäcke und machen uns auf den Weg in Richtung Gatterl. Von der Ehrwalder Alm aus folgen wir dem Fahrtweg. Derzeit (das war im August 2016) wird hier kräftig gebaut, von Idylle ist also keine Spur. Auch der Max-Klotz-Steig ist teils gesperrt. Wir müssen also einen Umweg über den Fahrtweg bis zur Hochfeldern Alm in Kauf nehmen. Dann endlich verlassen wir die breite Schotterpiste und biegen auf einen schönen Bergpfad ab. Vorbei an grasenden Kühen und bunten Blumen führt uns der Wanderweg gemütlich immer weiter nach oben. Noch laufen wir zwischen den Latschen, die ein wenig Schatten spenden.

Ehrwalder Alm

Wir starten unsere Wanderung an der Ehrwalder Alm

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Blauer Himmel und Berge

Wir haben bestes Bergwetter, um auf die Zugspitze zu wandern

zwei Kühe

Wir kommen an einer Kuhherde vorbei – diese beiden Rindviecher genießen offenbar die Sonne

Kuh vor Bergkulisse

Ein typisches Fotomotiv, wie wir es am Anfang immer wieder sehen

Wanderweg

Wir haben den Fahrtweg verlassen und folgen diesen breiten Wanderweg

Atemberaubendes Bergpanorama

Wir haben auch schon freie Sicht. Der Blick zurück in Richtung Ehwarld und auf die Ehrwalder Sonnenspitze, den Tajakopf und den Drachenkopf ist atemberaubend. Der schottrige Weg zieht jetzt deutlich an und wir gewinnen recht schnell an Höhe. Am Himmel ist noch kein Wölkchen zu sehen und die Sonne brennt erbarmungslos. Wir sind nicht alleine auf dem Weg. Im Minutentakt kommen uns Wanderer entgegen und immer wieder passieren wir größere Gruppen, die ebenfalls auf dem Weg zur Zugspitze sind. Wer Einsamkeit sucht, ist auf der Zugspitze ganz falsch. Das gilt vorallem für Wochenenden mit einem so grandiosen Bergwetter wie heute. Oder aber man startet tief in der Nacht – auch dann ist der Weg früh am Morgen noch so gut wie menschenleer.

Der Weg führt uns jetzt an einem sanft abfallenden, mit Gras bewachsenen Berghang entlang. Die Latschen sind hier längst verschwunden und wir genießen die Aussicht. Nach eineinhalb Stunden erreichen wir ein kleines Plateu mit einem kleinen Felsturm, auf dem schon zahlreiche Wanderer Rast machen. Es lohnt es sich, den kleinen Gipfel zu besteigen. Von hier aus hat man noch einmal einen traumhaften Blick zurück nach Ehwald uns bis ins Gaistal. Lange halten wir uns hier aber nicht auf, schließlich liegt noch ein weiter Weg vor uns.

Ehrwalder Sonnenspitze

Der Blick zurück in Richtung Ehrwald ist schon toll. Unter anderem erkennt man hier die Ehrwalder Sonnenspitze

Wanderin auf Wanderweg

Der Wanderweg bringt uns sanft nach oben

Blick Bergwelt

Hier vorne legen viele Wanderer eine kurze Rast auf dem Weg zur Zugspitze ein

Das Gatterl

Wir steigen nun wieder ein Stück ab. Der Weg ist hier gut zu erkennen und führt uns direkt in Richtung Gatterl. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir das Gatterl. Ein altes quietschendes Tor markiert die Grenze zwischen Österreich und Deutschland, einen Grenzposten suchen wir hier aber vergebens. Das Gatterl ist ein beliebstes Fotomotiv und natürlich machen auch wir kurz Halt. Vor uns liegt jetzt das Zugspitzplatt – ein riesiges steinernes Meer, eingeschlossen von mächtigen Gipfel. Der Weg, der aber hier Plattsteig heißt, wird jetzt etwas rauer. Immer wieder müssen wir über Felsstufen springen. Einige der Wanderer hier haben damit schon ernste Probleme. Wer regelmäßig in den Bergen unterwegs ist, wird damit aber keinerlei Schwierigkeiten haben.

Wanderweg Wettersteingebirge

Auch wir halten kurz und steigen jetzt diesen Weg wieder etwas ab

Bergflanke

Der Weg führt uns an dieser Bergflanke durch ein Geröllfeld

Geröllfeld

Das Geröllfeld ist kein Problem

Gatterl

Hier sehen wir schon das bekannte Gatterl – der Grenze zwischen Österreich und Deutschland

Gatterl

Hier erkennt man das Gatterl noch besser

Aufstieg Gatterl

Der Bergpfad zieht jetzt Richtung Gatterl wieder an

Gatterl

Wir stehen jetzt kurz vor dem Gatterl. Ein altes Drahttor “schützt” die Grenze Österreich-Deutschland

Die Knorrhütte

In der Ferne sehen wir schon unsere nächstes Zwischenziel: die Knorrhütte. Bis wir hier ankommen, dauert es vom Gatterl aus aber noch einmal eine runde Stunde. Währenddessen genießen wir den atemberaubenden Rundumblick auf die Zugspitze und andere Gipfel wie den Schneefernerkopf, das Zugspitzeck und die Wetterspitzen. Die Knorrhütte ist, wie zu erwarten war, rappelvoll. Wir suchen uns ein Plätzchen im kleinen Biergarten auf der Sonnenterasse und bestellen etwas zu Trinken. Die Auswahl ist hier oben sehr bescheiden. Uns geht es aber darum, unseren Wasserhaushalt in Ordnung zu bringen. Der Weg bis zur Knorrhütte war bei den heutigen Temperaturen schon ziemlich schweißtreibend. Wir befüllen noch unsere Wasserflaschen und machen uns auf den Weiterweg in Richtung Zugspitze.

Gipfel Zugspitze aus der Ferne

Wir blicken das erste Mal auf den verbauten Gipfel der Zugspitze, der noch einige Stunden Fußmarsch entfernt liegt

Abstieg Zugspitzplatt

Hinter dem Gatterl geht es über das Zugspitzplatt weiter. Erst einmal müssen wir wieder etwas absteigen

Blick ins Reintal

Von hier aus genießen wir einen tollen Blick ins Reintall. Schön im Bild zu sehen ist der 2548 Meter hohe Kleine Wanner. Dahinter versteckt sich der Hochwanner, Deutschlands zweithöchster Berg

Wanderung Zugspitze

Die Landschaft ändert sich jetzt schlagartig. Das Zugspitzplatt ist ein Meer aus Fels

Kleiner Wanner und Hochwanner

Hier haben wir noch einmal einen tollen Blick auf den Kleinen Wanner und auch der Hochwanner ist zu sehen

Knorrhütte

In der Ferne erkennen wir schon die Knorrhütte

Wanderung Zugspitze

Der Weg ist abwechslungsreich – mal geht es über Geröll, mal wie hier über Felsplatten

Wanderer Zugspitze

Trotz meines schweren Rucksacks genieße ich die Wanderung

Knorrhütte

Die Knorrhütte – zum Greifen nah

Sonnenterasse Knorrhütte

Die Sonnenterasse der Knorrhütte ist gut besucht – auch wir legen eine kleine Pause ein

Weiter zum Gipfel

Der Weg zieht jetzt noch einmal steil an. Der rutschige Schotter macht das Vorankommen nicht unbedingt angenehmer. Ein bißchen merke ich jetzt auch schon die Höhe, zumindest bilde ich mir das ein. Der Lohn für die Strapazen ist eine atemberaubende Sicht über das Zugspitzplatt und die umliegenden Gipfel. Direkt vor uns thront etwa der Schneefernerkopf, der mit 2875 Metern nicht viel niedriger ist als die Zugspitze. Hier auf dem Zugspitzplatt liegt stellenweise sogar noch etwas Schnee – es ist aber viel zu wenig, um das Vorankommen zu behindern. Vielmehr nutzen vor allem ein paar Jüngere die Gelegenheit für eine Schneeballschlacht.

Wanderweg Zugspitzplatt

Der Weg führt uns weiter übers Zugspitzplatt und zieht steil an

Knorrhütte, Kleiner Wanner und Hochwanner

Hier blicken wir zurück auf Knorrhütte, Kleinen Wanner und Hochwanner

Schaf Hochwanner

Auch die Schafe auf dem Zugspitzplatt genießen die Aussicht

Wanderweg Zugspitze

Hier sind wir jetzt endgültig im hochalpinen Gelände angekommen

Blick Hochwanner

Es lohnt sich, hin und wieder umzudrehen. Hier werden noch einmal die Dimensionen deutlich

Wanderer Zugspitze

Der Aufstieg ist kraftraubend

Der finale Aufstieg zur Zugspitze

Der Weg über das Zugspitzplatt führt uns stetig nach oben. Inzwischen brennen unsere Beine und die Schultern ächzen unter der Last der Rucksäcke. Endlich, nach knapp eineinhalb Stunden erreichen wir die Talstation der Gletscherbahn und das Sonnalpin-Haus. Jetzt steht der finale Anstieg an. Wie die Ameisen kämpfen sich die Bergsteiger den steilen Schutthang am Schneefernerhaus vorbei nach oben. Zum Gipfel der Zugspitze sind es jetzt noch einmal knapp 400 Höhenmeter. Wir beobachten die Karawane eine Weile und versuchen die beste Route durch das Schuttfeld auszumachen. Ganz klar, die weniger gegangene rechte Variante scheint der bessere Aufstieg zu sein.

Schneefernerhaus

Das Schneefernerhaus wurde früher als Hotel genutzt – heute ist es eine Umweltforschungsstation. Auf dem Hang davor erkennt man die Wanderer, die den finalen Anstieg zur Zugspitze angehen

Aufstieg über das Geröllfeld

Wir stärken uns noch einmal mit einem Energieriegel, schultern die Rucksäcke und brechen zum Schlussspurt auf. Obwohl der Weg steil und der Untergrund arg rutschig ist, kommen wir erstaunlich schnell voran. Nach einer halben Stunde ist das Geröllfeld geschafft. Der Blick von hier oben auf das Zugspitzplatt und auf den Schneeferner oder das, was von dem Gletscher noch übrig ist, ist atemberaubend. Ganz oben am Gipfel sind wir aber immer noch nicht. Bevor es die Gipfelbrotzeit gibt, müssen wir einen mit Stahlseilen gesicherter Steig hinter uns bringen. Immer wieder nehmen wir die Hände zu Hilfe, wirklich schwierig ist es hier aber nirgends. Trotzdem müssen wir uns nach einer so langen Wanderung voll konzentrieren – ein falscher Schritt kann auch hier böse enden.

Ich bin inzwischen ziemlich fertig und brauche immer mal wieder eine kleine Pause. Nach dem steilen Schlussaufstieg brennen meine Beine und ich schnaufe wie ein Pferd. Biggi scheint das alles etwas lockerer wegzustecken. Sie ist aber auch froh, es bald geschafft zu haben. Eine letzte Steigung noch, dann müssen wir es doch geschafft haben. Nein, direkt vor uns tut sich noch einmal eine Felswand auf. Der Gipfel der Zugspitze will einfach nicht näher kommen. Jetzt heißt es noch einmal die Zähne zusammenbeißen und die letzten Meter hinter uns zu bringen.

Schneefernerhaus

Jetzt sind wir schon auf der gleichen Höhe wie das Schneefernerhaus, das über eine eigene Seilbahn zum Gletscher verfügt

Der Blick zurück zum Zugspitzplatt, den Schneeferner und das Gletscherrestaurant Sonnalpin

Der Blick zurück zum Zugspitzplatt, den Schneeferner und das Gletscherrestaurant Sonnalpin

Steig Zugspitze

Nach dem steilen Geröllfeld folgt ein versicherter Steig

Aufstieg Zugspitze

Der Steig führt uns nun direkt in Richtung Zugspitz-Gipfel

Grenze Zugspitze

Ein Schild markiert auch hier oben auf der Zugspitze die Grenze zwischen Österreich und Deutschland

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Aufstieg Zugspitze

Nur noch wenige Meter, dann ist es heschafft

Am Gipfel der Zugspitze

Endlich, wir haben es geschafft! Wir stehen auf Deutschlands höchstem Berg – oder besser gesagt auf der häßlichen Plattform, die den Gipfel verschandelt. Sendemasten, drei Seilbahnen, Restaurants, Terassen, eine meteorologische Station und das Münchner Haus wurden hier im Laufe der Jahre errichtet. Die Bergbahnen fahren von Deutschland und Österreich aus und bringen täglich bis zu 4000 Besucher auf den Gipfel. Idyllisch ist es hier nicht, aber das wussten wir ja – und das ist uns jetzt auch erst einmal volkommen egal. Auf den kleinen Klettersteig zum Gipfelkreuz der Zugspitze verzichten wir vorerst – hier tummeln sich dutzende Menschen auf engstem Raum. Wir stürzen uns uns Getümmel, suchen uns ein Plätzchen im Biergarten und genießen ein kühles Radler und später noch einen Apfelstrudel. Die Preise hier oben sind natürlich nicht ohne.

Münchner Haus

Dieses Schild hängt über dem Eingang vom Münchner Haus

Gipfelkreuz Zugspitze

Da ist es: das Gipfelkreuz der Zugspitze

Endlich Ruhe auf der Zugspitze

Wir können es kaum erwarten, dass die letzte Bahn ins Tal abfährt. Dann endlich haben wir hier oben unsere Ruhe. Auch das Münchner Haus ist ziemlich gut besucht. Hier turnt aber niemand mit Sandalen umher. Wohl jeder hier hat den Aufstieg mit eigener Kraft geschafft. Am Himmel bauen sich inzwischen ziemlich große Gewitterwolken auf. Ob das wohl was wird mit unserem Plan, hier oben im Freien zu biwakieren? Egal, jetzt gibt es erst einmal Abendessen im Münchner Haus. Knödel, Sauerkraut und Bratensauce – die vegatarische Variante. Es ist eines der besten Essen, das wir je hatten. Dieser Eindruck ist natürlich dem anstrengenden Aufstieg geschuldet, aber das interessiert uns jetzt herzlich wenig. Wir sitzen noch in der Stube des Münchner Haus’ und erahnen durchs Fenster schon, dass der Sonnenuntergang heute absolut phänomenal wird.

Ich kann es kaum erwarten, wieder nach draußen zu kommen und meine Kamera aufzubauen. Ringsum türmen sich mächtige Wolken auf und in der Ferne donnert und blitzt es auch schon. Hoffentlich bleiben wir verschont. Über uns schaut es noch gut aus – höchste Zeit, um zum Gipfel aufzubrechen. Der Steig ist nicht wirklich schwierig und nach ein paar Minuten stehen wir auch schon unter dem vergoldeten Gipfelkreuz der Zugspitze.

Hohe Munde

Später am Abend ziehen Wolken auf und hüllen die Hohe Munde ein

Gipfel der Zugspitze

Die letzte Seilbahn ist längst weg. Es kehrt Ruhe ein am Gipfel der Zugspitze

Jubilaumsgrat

Der Jubilaumsgrat verschwindet bald in Wolken

Dramatischer Sonnenuntergang auf der Zugspitze

Wie erwartet ist der Sonnenuntergang atemberaubend. Die Sonne schafft es immer wieder durch die dicken Wolken und verzaubert die Landschaft in ein Meer aus Farben. Alle sind überwältigt und bewundern dieses seltene Naturspektakel. Die Bilder, seht einfach selbst…

Zugspitzgipfel

Der Sonnenuntergang auf der Zugspitze wird dramatisch

Die Stimmung auf Deutschlands höchstem Berg zum Sonnenuntergang ist an diesem Abend atemberaubend

Die Stimmung auf Deutschlands höchstem Berg zum Sonnenuntergang ist an diesem Abend atemberaubend

Sonnenuntergang Zugspitze

Der Blick in Richtung Westen

Bergkette im Abendlicht

Fantastisch, wie die Bergkette angestrahlt wird

Sonnenuntergang Zugspitze

Der Himmel explodiert förmlich

Wolkenspiel Gebirge

Hier reißt ein Licht in die Wolken

Sonnenuntergang Zugspitze

Kurz vor Sonnenuntergang werden die Gipfelspitzen angestrahlt

Münchner Haus

Das Münchner Haus im Abendlicht

 Biwak auf der Zugspitze

Das Münchner Haus ist rappelvoll und es gibt auch nur noch Notlager für sechs Euro. Wir wollen aber ohnehin im Freien biwakieren. Beim Blick zum Himmel ist uns zwar etwas mulmig, trotzdem bauen wir unser bescheidenes Lager an einer etwas windgeschützen Stelle auf. Wir haben Glück – es nieselt in der Nacht nur ein wenig, von einem Unwetter bleiben wir aber verschont. Ja, wir haben in der Nacht sogar einen tollen Blick auf den Sternenhimmel – ein unvergessliches Erlebnis.

Sonnenaufgang unter dem Gipfelkreuz

Schon lange vor Sonnenaufgang stehen wir mit ein paar anderen Bergsteigern unter dem Gipfelkreuz der Zugspitze. So überwältigend, wie der gestrige Tag geendet ist, so beginnt der Tag heute. Unter uns ziehen Wolken entlang, während der Himmel schon lange vor Sonnenaufgang in den schönsten Farben leuchtet. Aber erst als die Sonne hinter dem Horizont aufsteigt, explodiert die Landschaft förmlich. Wir stehen auf dem Gipfel und blicken Richtung Jubiläumsgrat – dahinter die aufgehende Sonne. Ein Erlebnis, das wir nie vergessen werden.

Fotograf Zugspitze

Ein Fotograf wartet auf den Sonnenaufgang

Sonnenaufgang Zugspitze

Wir stehen schon früh wieder auf dem Gipfel der Zugspitze und genießen einen dramatischen Sonnenaufgang

Stativ mit Sony Alpha 6000

Das morgendliche Fotoshooting auf der Zugspitze

Jubiläumsgrat im Morgenlicht

Der Jubiläumsgrat im schönsten Morgenlicht

Wolken unter der Zugspitze

Am Morgen ziehen Wolken unter dem Zugspitzgipfel entlang

Sonnenaufgang Zugspitze

Selten erlebt man einen so schönen Sonnenaufgang

Der Abstieg von der Zugspitze

Nach diesem einmaligen Naturschauspiel gönnen wir uns erst einmal ein deftiges Bergsteigerfrühstück im Münchner Haus. Bauernbrot mit Butter und Käse – Herz, was begehrst du mehr. Noch bevor es hier am Gipfel von Deutschlands höchstem Berg wieder wie auf dem Rummel zugeht, beginnen wir mit dem Abstieg. Für das steile Schuttstück hinunter zum 400 Meter tiefer liegenden Zugspitzplatt nehmen wir die Gletscherbahn. Der Abstieg wäre wahrlich kein Spaß und hat nichts mit Genusswandern zu tun. Für sieben Euro bringt uns die Seilbahn in zwei Minuten nach unten. Zu so früher Stunde ist hier kaum etwas los – der krasse Kontrast zum gestrigen Tag.

Wir machen uns auf in Richtung Knorrhütte und genießen noch einmal den wundervollen Rundumblick. Der Weg führt doch recht steil nach unten und der Schotter ist ein wenig unangenehm, größere Probleme sollte der Weg aber niemanden bereiten. An der Knorrhütte, die schon wieder gut besucht ist, füllen wir nun noch einmal unsere Wasservorräte auf, bevor wir unsere Wanderung fortsetzen. Die Wanderung in diese Richtung ist auch noch mal ein absolutes landschaftliches Highlight.

Wanderin

Wir machen noch ein paar Fotos auf dem Zugspitzplatt

Zugspitzplatt

Es geht an den Abstieg

Gatterl

Das Bild entstand beim Gatterl

Wanderer Alpen

Schwer bepackt geht es zurück

Kuhherde Berge

Eine so große Kuhherde sieht man auch nicht alle Tage

Köstlicher

Nach vier Stunden erreichen wir die Ehrwalder Alm. Wir suchen uns ein Plätzchen im sonnengefluteten Biergarten mit Blick auf die Ehrwalder Sonnenspitze, Tajakop und Drachenkopf und belohnen uns noch einmal mit einem köstlichen Apfelstrudel. Im Gegensatz zu den Restaurants auf der Zugspitze sind die Portionen hier riesig, die Preise klein und der Geschmack bombastisch. Wer nicht groß wandern will, kann auch einfach nur zum Genießen zur Ehrwalder Alm kommen. Anders als auf dem Hinweg steigen wir jetzt zum Parkplatz ab. Nach rund viereinhalb Stunden stehen wir wieder am Ausganzspunkt unserer Zugspitz-Tour.

Das Video zur Wanderung übers Gatterl auf die Zugspitze

Tourdaten Aufstieg (einfache Strecke) ab Ehrwalder Alm

Datum: August 2016
Gesamtweglänge: 13 Kilometer
Höhenmeter: 1570 Meter
Reine Gehzeit: 5:30 Stunden

Tourdaten Aufstieg (einfache Strecke) ab Talstation Ehrwalder Almbahn

Gesamtweglänge: 15,5 Kilometer
Höhenmeter: 1960 Meter
Reine Gehzeit: 6:30 Stunden

Die GPS-Daten als Download

Fazit

Die Gatterl-Tour auf die Zugspitze ist landschaftlich ein echtes Highlight und technisch nicht sehr anspruchsvoll. Lediglich am Gatterl, also dem Grenzübergang zwischen Österreich und Deutschland, ist eine kurze Kletterstelle zu überwinden. Wer sich den finalen Aufstieg durch das steile Geröllfeld und über den Klettersteig zum Gipfel der Zugspitze nicht zutraut, kann hierfür auch die Gletscherseilbahn, die knapp 400 Höhenmeter überwindet, nutzen.Trittsicherheit und eine ordentliche Planung – das beinhaltet unbedingt(!) auch einen Wetterckeck – sind allerdings Voraussetzung für die Tour. Ihr befindet euch im Hochgebirge. Wetterumschwünge und Temperaturstürze kommen in den Bergen sehr schnell und können in so hohen Lagen sehr gefährlich werden.

Konditionell ist die Wanderung auf die Zugspitze nicht zu unterschätzen. Wer wie wir die Ehrwalder Almbahn zur Ehrwalder Alm nutzt, muss immer noch 13 Kilometer Wegstrecke und 1.570 Höhenmeter meistern. Wer sich die zwölf Euro für die Ehrwalder Almbahn (Stand: August 2016) sparen will oder sehr früh aufsteigen will, hat sogar 15,5 Kilometer Wegstrecke und 1.960 Höhenmeter vor sich. Für den Rückweg bietet es sich an, die Gletscherseilbahn zum Zugspitzplatt zu nutzen. Die Bahn kostet nur sieben Euro und spart euch einen äußerst unangenehmen und nicht ganz ungefährlichen Abstieg.

Wer auf der Zugspitze übernachten will, kann das im Münchner Haus tun hier geht’s zur Website. Unter der Woche können Betten reserviert werden, am Wochenende ist das nicht möglich. Es findet sich immer ein Plätzchen, im Notfall muss man aber auch in Kauf nehmen, am Boden zu schlafen. Auch ein Biwak auf der Zugspitze ist möglich. Fragt einfach mal den Wirt vom Münchner Haus, wo ein gutes Plätzchen ist. Den Biwak-Platz solltet ihr dann aber natürlich so verlassen, wie ihr ihn vorgefunden habt, sonst war es das vielleicht irgendwann mal mit Biwakieren auf der Zugspitze.

Die fünf bekanntesten Wanderungen auf die Zugspitze

  • Gatterl Eine der leichtesten und beliebtesten Wanderungen auf die Zugspitze ist die hier beschriebene Tour übers Gatterl. Wer die Tour auf die Zugspitze ganz gemütlich angehen will oder mit der ganzen Familie unterwegs ist, kann auch das Wander-Ticket “Gatterl” nutzen. Das Ticket beinhaltet die Fahrt mit der Ehrwalder Almbahn, die Fahrt mit der Gletscherbahn, die Fahrt mit der Tiroler Zugspitzbahn und die Busfahrt zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung. Das Ticket kann aber auch in anderer Richtung genutzt werden. Wir persönlich würden aber lieber am Ende der Tour auf einem Gipfel stehen als am Anfang. Zudem ist der Eintritt in die „Faszination Zugspitze“-Erlebniswelt enthalten.  Weitere Infos findet ihr hier.
  • Reintal Mit 21 Kilometern Wegstrecke ist die Wanderung durch die Partnachklamm und durchs Reintal auf die Zugspitze die längste Tour. Technisch ist die Wanderung nicht anspruchsvoll. Ein gehöriges Maß an Kondition sollte man aber mitbringen für mehr als 2200 Höhenmeter. An der Knorrhütte treffen Wanderer, die sich für den Aufstieg durchs Reintal entscheiden, auf die Wanderer der Gatterl-Tour
  • Stopselzieher Die Wanderung über die Wiener-Neustädter-Hütte und den  Klettersteig Stopselzieher ist die kürzeste und schnellste Möglichkeit, den Gipfel der Zugspitze zu Fuß zu erreichen. Du musst allerdings einige Geröllpassagen und den Stopselzieher-Klettersteig überwinden. Nach knapp sechs Kilometern und über 1700 Höhenmetern stehst du am Gipfel der Zugspitze
  • Höllental Die Wanderung durchs Höllental auf die Zugspitze startet in Hammersbach. Du startest gemütlich durch die spektakuläre Höllentalklamm, bevor du den Höllental-Klettersteig mit der Schwierigkeit B erreichst. Hier kann es bei gutem Wetter zu langen Wartezeiten kommen. Vor dem Zugspitz-Gipfel wartet nun auch noch der Höllentalferner. Für die Querung des Gletschers solltest du unbedingt Steigeisen anlegen. Vor allem im Sommer kann die Randkluft des Gletschers Probleme bereiten. Die Zugspitz-Besteigung durchs Höllental ist nur etwa zehn Kilometer lang, es sind aber mehr als 2200 Höhenmeter zu überwinden
  • Jubiläumsgrat Der Jubiläumsgrat ist für Normalsterbliche die Königsdisziplin, die Zugspitze zu erreichen. Um den Einstieg in den Jubiläumsgrat zu erreichen, musst du erst einmal den Gipfel der Alpspitze (2628 Meter) erklimmen. Startpunkt ist der Parkplatz der Alpspitzbahn in Garmisch-Partenkirchen. Die Bergbahn bringt dich auf 2033 Meter. Von hier steigst du über den Klettersteig Alpspitz-Ferrata auf die Alpspitze. Jetzt erst beginnt der Jubiläumsgrat, der dich in acht bis zehn Stunden zur Zugspitze führt. Der Jubiläumsgrat ist erfahrenen Alpinisten vorbehalten und sollte nur bei absolut stabilem Wetter gegangen werden. Der Jubiläumsgrat ist kein klassischer Klettersteig. Es gibt vereinzelt Sicherungen, lange Stücke des stark ausgesetzten Weges müssen aber frei geklettert werden. Viele Bergsteiger nutzen auch eine der Bergbahnen, um auf den Gipfel der Zugspitze zu kommen und laufen den Jubiläumsgrat dann in Richtung Alpspitze. Der Jubiläumsgrat ist gut sieben Kilometer lang. Wer den Jubiläumsgrat nutzt, um die Zugspitze zu erreichen, muss alleine auf dem Jubigrad mehr als 1200 Höhenmeter im Aufstieg und 350 Höhenmeter im Abstieg überwinden.

Deutschlands zehn höchste Berge

Die Zugspitze ist Deutschlands höchster Berg. Dahinter folgen der Hochwanner (2744m), der Watzmann (2713m), die Leutascher Dreitorspitze (2682), der Hochkalter (2607m), der Biberkopf (2599m), der Große Hundstod (2593m), der Hochvogel (2592m), die Östliche Karwendelspitze (2538m) und die Hocheisspitze (2523m).

Packliste für die Wanderung auf die Zugspitze

  • Wanderrucksack mit 35 bis 40 Liter Volumen
  • robuste Wanderschuhe mit gutem Grip – bitte keine Turnschuhe oder Sneaker
  • Wanderstöcke
  • Windjacke
  • Warme Jacke
  • Fleece-Pullover
  • Windfeste Funktionshose – bitte keine Jeans
  • Kopfschutz
  • Regenschutz
  • ausreichend Bargeld – das Münchner Haus akzeptierte keine Karten
  • genügend Wasser und Proviant
  • Sonnenbrille
  • Sonnencreme mit sehr starkem Schutz
  • Medikamente, u.a. Kopfschmerztabletten, Kontaktlinsenmittel etc.
  • Stirnlampe für den Notfall
  • Wanderkarte und/oder GPS
  • Handy/Smartphone
  • Kamera + eventuell kleines  Reisestativ
  • Ersatzbatterien für GPS, Stirnlampe und Kamera
  • Feuerzeug
  • Taschenmesser
  • Ausweis und wenn vorhanden DAV-Mitgliedsausweis
  • Taschentücher
  • kleine Mülltüte – bitte nichts auf den Wegen wegwerfen. Plastikmüll liegt hunderte Jahre in der Natur rum, wenn ihn nicht jemand wegräumt
  • Wer im Münchner Haus übernachten will, braucht zudem Hüttenschlafsack, Hüttenschuhe, Schlafanzug, Microfaserhandtuch und Zahnbürste, Zahnpaste etc.

Nützliche Links

Wanderkarten, Reiseführer und Wissenswertes zur Region

Richtig coole Outdoor-Klamotten und Gimmicks

Zahlen und Fakten über die Zugspitze

  • Mit 2962 Metern ist die Zugspitze Deutschlands höchster Berggipfel
  • Die Erstbesteigung erfolgte am 27. August 1820
  • Seit 1833 kann man auf der Zugspitze in einer Hütte übernachten
  • Der Jubiläumsgrat wurde in seiner gesamten Länge erstmals am 2. September 1897 durch Ferdinand Henning begangen
  • In den Jahren 1911 bis 1914 erhielt das Münchner Haus sein heutiges Aussehen
  • Kein Witz: Am 19. März 1922 landete der Pilot Franz Hailer mit einem Flugzeug auf der Zugspitze
  • Die Tiroler Zugspitzbahn ist seit Juli 1926 in Betrieb (Neubau 1991)
  • Die Bayerische Zugspitzbahn, die durch den 4,4 Kilometer langen Zugspitz-Tunnel fährt, wurde am 30. August 1930 eröffnet
  • Das Schneefernerhaus war damals der Bahnhof der Bayerischen Zugspitzbahn, ein Jahr später eröffnete hier ein Hotel
  • Seit 1949 gibt es ein Skigebit auf dem Zugspitzplatt
  • Die Eibseeseilbahn nahm ihren Betrieb am 15. Mai 1963 auf (Neubau 2017)
  • Ende der 1980er Jahre wurde der Bahnhof vom Schneefernerhaus weiter nach unten verlegt. Das Schneefernerhaus wurde zwischen 1993 und 1997 zur Forschungsstation umgebaut

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Deine Meinung ist uns wichtig

Du warst schon auf der Zugspitze? Bist du gewandert oder gar über den Jubiläumsgrat aufgestiegen? Oder hast du es lieber gemütlich angehen lassen und eine der Bergbahnen genommen? Was haben wir in unserem Bericht über die Zugspitze vergessen, was unbedingt noch rein sollte? Hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns 🙂

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6 replies
  1. Birgit Westermann
    Birgit Westermann says:

    Lieber Flo, tolle Photos von der Zugspitze und Umgebung. Und ein sehr anschaulicher Bericht. Schön fand ich aber auch die Kuhportraets, vor allem das eine mit der Kuh, die auf ihrer Weidegefaehrtin ausruht…

    Reply
  2. Lynn
    Lynn says:

    Danke für die tolle Beschreibung! Ich bin gerade dabei ein neues Projekt auf die Beine zu stellen und unter anderem beinhaltet das auch eine Wanderung auf die Zugspitze. Noch sind mein Freund und ich uns uneinig, welche Route wir nehmen, ich tendiere aber sehr zu eurer. Auch die Packliste ist sehr hilfreich.

    Liebe Grüße,
    Lynn

    Reply

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