Warme Füße: Woolpower Arctic 800 vs. ThermicSole Classic von therm-ic

Auf Herz und Nieren getestet: Woolpower Arctic 800 vs. ThermicSole Classic

Ende Februar verschlug es uns zehn Tage auf die Lofoten. Wir wollten unbedingt Polarlichter sehen. Heißt, wir kraxelten nicht nur tagsüber durch den Schnee, sondern schlugen uns auch noch Nachts die Stunden um die Ohren. Wenn ich meine Kamera auspacke, vergesse ich zwar viel um mich herum, aber stundenlanges Stehen in der Kälte ist dann irgendwann auch nicht mehr angenehm. Noch schlimmer würde es für meine Freundin werden, dass wusste ich. Also musste Abhilfe her.

Advertisements

Während dicke Jacken und Hosen im Winter mollige Wärme versprechen, sind die Füße oft eiskalt. Ins Gepäck kamen also die Merinosocken „Woolpower Arctic 800“.

Woolpower Arctic 800

Woolpower Arctic 800

Außerdem kamen die beheizten Schuheinlagen vom Typ „ThermicSole Classic“ von therm-ic mit in den hohen Norden. Die Thermo-Sohlen müssen erst zurechtgeschnitten werden, was entgegen einiger Erfahrungsberichte im Internet kein Problem ist. Dazu nimmt man am besten die Schuheinlage als Schablone. Eine Sache von fünf bis zehn Minuten und absolut problemlos. Wer keine Akkus verwendet, sollte außerdem reichlich Batterien mitnehmen, um die Sohlen zu betreiben.

Was wir in den zehn Tagen erlebt haben und ob wir wirklich warme Füße hatten, lest ihr in unserem Testbericht:

Aus Sicht einer Lady:

Wir Ladys frieren ja bekanntlich stärker als Männer. Zumindest trifft das auf mich zu. Für die Lofoten brauchte es daher eine perfekte Ausrüstung, um für den Aufenthalt im Freien gewappnet zu sein. Die Socken „Woolpower Arctic 800“ versprechen extrem warme Füße. Sie sind zu 70 Prozent aus Merino-Wolle, fühlen sich weich an und kratzen nicht beim Tragen auf der Haut. Es ist zu empfehlen, darunter ein dünnes Paar Socken, sogenannte Liner-Socken, zu tragen. Ich habe jedoch dickere Wandersocken untergezogen. Auch das funktionierte gut. Ich habe die Socken in verschiedenen Situationen getestet. Dabei stellte sich heraus: Zum Wandern sind die Socken sehr zu empfehlen. Die Füße bleiben während der Wanderung warm und halten die Wärme auch beim Abstieg bei. Der Abstieg ist bei mir oft der Punkt, bei dem meine Füße extrem auskühlen. Und jetzt – kein Frieren mehr. Trotz der dichten Struktur der Socken habe ich wenig bis gar nicht in den Schuhen geschwitzt. Top!

Bei langen Aufenthalten im Freien oder beim Rumstehen – wenn mein Freund stundenlang irgendwelche Steine fotografiert – , kamen dann aber auch die Woolpower 800 an ihre Grenzen und meine Füße verwandelten sich in Eisklötze.

Mein Fazit für die Woolpower Arctic 800: Für lange Wanderungen in der Kälte mit Bewegung sind die Woolpower Arctic 800 in nordischen Ländern ein Muss für jeden weiblichen Outdoor-Freak.

Der Test der Wärme-Sohlen fiel für mich in jeglicher Hinsicht enttäuschend aus. Die Sohlen erhitzen sich erst nach längerer Laufzeit. Sie wärmen lediglich die Zehen-Partie und wirken nur mit dünnen Wandersocken spürbar. Heißt: lauwarme Zehen und der Rest der Füße ist kalt. Die Sohlen erreichen einen Wärme-Peak, der für mich angenehm erschien. Danach ließ die Wärmeleistung jedoch sehr schnell nach. Beim Batterie-Wechsel musste ich stets einen Schlüssel benutzen, um alle Batterien zu entfernen. Ansonsten war es mir nicht möglich, die Batterien zu entnehmen.

Advertisements

Mein Fazit für die ThermicSole Classic: Weder die Technik, noch die Wärmeleistung noch die Betriebsdauer hat überzeugt. Ich habe die Sohlen vier Mal getestet und war jedes Mal nach kurzer Zeit enttäuscht.

Aus Sicht eines Kerls:

Auf den Lofoten angekommen habe ich mich sofort auf die Merinosocken gestürzt. Die Woolpower 800 sind wirklich dick. Das sollte man beachten, mit den entsprechenden Unterziehsocken wurden meine Füße in den Wanderschuhen schon arg eingeengt. Zum Glück war es noch nicht unangenehm, weniger Platz hätte es aber nicht sein dürfen. Und was soll ich sagen: Ich bin eigentlich die ganze Zeit mit den Merino-Socken unterwegs gewesen. Meine Füße waren fast immer mollig warm, ohne dass ich es unangenehm empfunden hätte. Bei anstrengenden Wanderungen empfiehlt es sich außerdem, zwischen die Unterziehsocken und die dicken Socken einen 6-Liter Gefrierbeutel zu ziehen. Hört sich erst einmal komisch an, hat aber den einfachen Grund, dass der Gefrierbeutel den Schweiß auffängt und der Innenschuh und die wärmenden Socken trocken bleiben. Nasse Füße sind nämlich oft das größte Problem. Hier hilft dann auch die dickste Socke nicht mehr. Am Tragekomfort ändert der Gefrierbeutel nichts. Nach der Wanderung einfach die Tüte und die nassen Unterziehsocken (und sie werden sehr nass sein) ausziehen und mit einem paar frischer Unterziehsocken in die trockenen Schuhe schlüpfen.

Mein Fazit für die Woolpower Arctic 800: Die Woolpower Arctic 800 hielten meine Füße fast immer schön warm. Zugegebenermaßen ist es auch ein oder zwei Mal vorgekommen, dass meine Füße nach langem Stehen doch stark ausgekühlt waren. Trotzdem: Beim nächsten Trip in den Schnee sind die Woolpower Arctic 800 mit dabei!

Da meine Füße fast immer warm waren, wollte ich die Thermo-Sohlen eigentlich gar nicht mehr ausprobieren. Aber das ging natürlich nicht. Erst habe ich die Kombination aus Woolpower-Socken und beheizter Sohle probiert. Das funktionierte leider gar nicht. Die Sohlen werden zwar ordentlich warm, durch die dicken Socken dringt die Wärme aber kaum durch. Also versuchte ich die Sohlen mit normalen Wandersocken. Hier ist die Wärme durchaus zu spüren. Als sehr störend empfand ich aber, dass lediglich ein kleiner Teil der Sohle warm wird. Außerdem ließ die Heizleistung mit normalen Alkaline-Batterien sehr schnell nach. Rund eine Stunde kann ordentlich geheizt werden, dann geht such schon der Saft aus. Der Batteriewechsel ist nervig. Einen Teil der Batterien bekommt man nur mit einem spitzen Gegenstand wie einem Schlüssel oder einem Messer aus der Halterung. Störend empfand ich auch die Powerpacks, also die Batteriekästen. Diese müssen an den Schuhen befestigt werden, was bei dicken Wanderschuhen nicht einfach ist. Außerdem leidet der Tragekomfort erheblich. Abhilfe schafft ein optionales Band, um die Packs am Bein zu befestigen oder ein Verlängerungskabel, um die Packs am Hosenbund anzuschnallen. Beides hatten wir aber nicht dabei. So blieb es bei drei Testeinsätzen.

Mein Fazit für die ThermicSole Classic: Insgesamt konnte mich das System nicht überzeugen. Die Heizleistung ist akzeptabel, leider wird nur ein kleiner Teil der Sohle warm. Der Batterie-Verbrauch ist enorm und der Batteriewechsel nervig. Wer kein optionales Zubehör ordert, hat außerdem das Problem, die Powerpacks ordentlich zu befestigen.

Hinweis:
Die „Woolpower Arctic 800“ und die Unterziehsocken „Woolpower Liner Sock Lite“ wurden uns vom Outdoor-Onlineshop http://www.walkonthewildside.eu kostenlos zur Verfügung gestellt. Die „ThermicSole Classic“ inklusive Powerpack von therm-ic haben wir für 35,99 Euro gekauft. Dies ändert jedoch nichts an unserer Beurteilung. Wir erwähnen hier sowohl positive als auch negative Eigenschaften und lassen uns weder vom Hersteller noch von einer PR Agentur beeinflussen.

0 replies

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *