Winterwanderung auf die Rotwand (1884m) durch den Pfanngraben

Schneeschuhwanderung auf die Rotwand

Traumhafte Winterwanderung durch den Pfanngraben

Die 1884 Meter hohe Rotwand gehört wegen des allseits beliebten des Rotwandhauses auf 1737 Metern, das ganzjährig geöffnet hat, zu den absoluten Wanderklassikern im Münchner Umland. Der Aufstieg zum Rotwandhaus über den breiten Fahrweg und die anschließende Schlittenfahrt ins Tal (Schnee vorausgesetzt natürlich) ist ein Spaß für die ganze Familie. Deutlich schöner, aber auch anspruchsvoller, ist die Wanderung durch den Pfanngraben. Zusammen mit meinem Bergkumpanen Markus ( Outdoor-Blog.org) haben wir uns mit Schneeschuhen auf die gut 17 Kilometer lange Wanderung begeben. Die Variante über den Pfanngraben solltest du im Winter übrigens nur bei sehr sicheren Schneebedingungen wagen.

Die Fotos in diesem Artikel wurden mit der Sony Alpha 6000 geschossen. Was wir sonst noch so dabei haben auf unseren Wanderungen und Reisen? Hier geht es zu unserer Fotoausrüstung.

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Start der Wanderung am Parkplatz der Taubensteinbahn am Spitzingsee

Der Parkplatz der Taubensteinbahn am Spitzingsee (GPS: N 47 39.987, E 11 53.317 Google Maps) ist am Morgen noch relativ leer. Das ändert sich bei gutem Wetter in der Regel aber schnell. Scheint die Sonne – egal ob im Sommer oder im Winter – findet man in dem Ort nur noch schwer einen Parkplatz. Wir schnüren die Bergschuhe und schnallen die Schneeschuhe auf die Rucksäcke. Zu Beginn der Wanderung sind diese noch nicht nötig. Wir folgen dem Weg entlang am Spitzingsee, der fast komplett gefroren ist, für eine Viertelstunde in Richtung des Ortes. An der  Alten Wurzhütte biegen wir bei einer Schranke links ab. Wer nur schnell zum Rotwandhaus möchte, biegt kurz hinter der Schranke links ab und folgt dem ansteigenden Fahrweg. Wir folgen aber der Valepper Straße geradeaus in Richtung der  Albert-Link-Hütte und weiter Richtung  Blecksteinhaus. Alle drei Hütten sind übrigens sehr lohnende Ausflugsziele für Familien mit Kindern, die nur ein wenig wandern und in atemberaubender Bergkulisse lecker essen wollen.

Spitzingsee im Winter

Der gefrorene Spitzingsee im Winterkleid

Verschneite Hütte

Der Winter ist da

Valepper Straße

Wir folgen der verschneiten Valepper Straße

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Auf der geräumten Straße bis zur Waitzinger-Alm Winterstube

Den Abzweig zum Blecksteinhaus erreichen wir nach etwa einer halben Stunde. Im Sommer kann man hier abbiegen und alsbald wieder nach links in den Wald einschwenken. Der Abzweig ist ausgeschildert. So spart man sich ein Stück der Straße. Bei dem tiefen Schnee bevorzugen wir es aber, auf der verschneiten Straße zu laufen. Nach einer knappen Stunde kommt die Waitzinger-Alm Winterstube in Sichtweite. Hier verlassen wir die Straße und biegen links in den Pfanngraben ab. In der Nacht hat es geschneit, es liegen einige Zentimeter Neuschnee. Der Weg ist anfangs trotzdem gut zu gehen, auch ohne die Schneeschuhe. Wir steigen gemächlich auf und erhaschen die ersten wundervollen Blicke auf die umliegenden Berge und das Tal von oben. Noch dazu scheint die Sonne. Wanderherz, was willst du mehr.

 Waitzinger-Alm Winterstube

Nach einer knappen Stunde erreichen wir die Waitzinger-Alm Winterstube. Hier biegen wir links ab

verschneites Tal

Wir blicken über das verschneite Tal

Durch den verschneiten Pfanngraben

Dank der Schneeschuhgeher und Tourenskifahrer, die die Route in den vergangenen Tagen gemacht haben, ist der Schnee schön kompakt und wir kommen flott voran. Wir steigen immer höher. Unter uns rauscht der Bach durch den tief verschneiten Pfanngraben – eine herrliche Kulisse wie aus dem Bilderbuch. Wir kommen an riesigen Eiszapfen vorbei und genießen jede Sekunde des Weges. Die Spur führt zum Teil sehr nach am Abgrund vorbei. An einigen Stellen geht es sicher gut zehn Meter senkrecht in die Tiefe. Im Winter ist diese Variante also definitiv nur etwas für Leute, die ein gewisses Maß an Bergerfahrung und keine Höhenangst haben. Ein falscher Tritt wäre an so einer Stelle definitiv tödlich. Im Sommer ohne den hohen Schnee ist der Weg aber ausreichend breit, um ohne Gefahr zu wandern.

Wir halten immer wieder an und genießen die schneeverschneite Landschaft und das Plätschern des Wassers, das sich durch die weiße Pracht kämpft. Der Schnee wird immer tiefer. Es wird höchste Zeit, die Schneeschuhe anzuschnallen. Solch einen Winter gibt es auch im tiefsten Bayern nicht alle Jahre. Ja, wir fühlen uns wie im Hohen Norden – es ist einfach toll.

Pfanngraben

Wir dringen in den Pfanngraben vor. Anfangs ist der Weg völlig problemlos zu gehen

Wanderweg Pfanngraben

Der Weg führt hoch über dem Bach durch den Pfanngraben

Gumpe im Pfanngraben

Das Wasser hat faszinierende Formen in Eis und Schnee geschaffen

Wanderweg Pfanngraben

Hier sollte man keine Höhenangst haben. Ein falscher Schritt wäre hier fatal

Wanderer im Pfanngraben

Der Weg führt uns idyllisch immer tiefer in die Schlucht

Die Rotwand im Blick

Nach einer guten Stunde im Pfanngraben führt der Weg deutlich steiler in den Wald hinein. Jetzt sehen wir schon unser Tagesziel: die Antennen des Rotwandhauses auf der Rotwand. Bis dort ist es aber noch ein ganzes Stück. Der Wald lichtet sich und wir werden mit unglaublichen Fernblicken auf die umliegenden eingepuderten Berggipfel belohnt. Vor uns tut sich der erste steile Hang auf. Spätestens hier sollte man kehrt machen, wenn die Lawinensituation Zweifel aufkommen lässt. Es geht steil nach oben. Wir kämpfen uns Meter für Meter weiter. Inzwischen ist die Sonne hinter dunklen Wolken verschwunden. Das ist aber auch unser Glück. Die Schneeschuhe krallen sich nämlich mit Wucht in den vereisten Schnee und geben uns bestens Halt.

Aussicht Bäume und Berge

Wir steigen durch den Wald auf und haben bald eine tolle Aussicht

Rotwand

Die Rotwand im Schnee. Der Gipfel ist hier noch nicht zu sehen

Sonnenwendjoch

Blick zurück in Richtung Sonnenwendjoch

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Steiler Hang

Jetzt geht es knackig nach oben. Bei einer erhöhten Lawinengefahr sollte man diesen Anstieg nicht mehr angehen

Der Rotwand-Gipfel

Wir erreichen ein Plateau. Hinauf zum Rotwandhaus wartet ein zweiter, steiler Anstieg auf uns – und schließlich eine Querung in steilem Gelände. Auch diese Stelle würden wir bei erhöhter Lawinengefahr unbedingt meiden. Dann endlich stehen wir am Rotwandhaus. Mit einigen kürzeren Pausen sind wir jetzt knapp vier Stunden unterwegs. Unser Tagesziel, der Gipfel der Rotwand, liegt aber noch einmal 150 Höhenmeter weiter oben. Inzwischen schneit es und der eisige Wind pfeift. Der Schnee ist stark vereist, was uns mit den Schneeschuhen auf dem steilen Gipfelanstieg aber sehr zugute kommt. Schritt für Schritt steigen wir auf. Eine Gruppe Wanderer – ohne Schneeschuhe oder  Grödel – kommt uns entgegen. Die Gruppe hat auf dem harschen Schnee die größte Mühe beim Abstieg. Wir kommen aber schnell voran. Das Rotwand-Gipfelkreuz rückt immer näher. Auf den letzten Metern wird es noch einmal richtig steil und glatt. Dann endlich stehen wir am Gipfel. Für den finalen Aufstieg haben wir noch einmal eine halbe Stunde benötigt. Hier oben auf 1884 Metern peitscht uns der Wind den Schnee ins Gesicht. Die Temperatur liegt gefühlt locker bei minus 15 Grad. Lange halten wir es am Rotwand-Gipfel trotz der tollen Aussicht nicht aus.

Querung zum Rotwandhaus

Die Querung zum Rotwandhaus

Markus auf dem Weg zum Rotwand-Gipfel

Markus auf dem Weg zum Rotwand-Gipfel

Gipfelaufstieg Rotwand

Das letzte Stück zum Gipfel ist ziemlich vereist und recht steil. Für erfahrene Berggeher ist das kein Problem. Wander-Anfänger haben hier aber zum Teil extreme Probleme, wie wir beobachten

Felstürme an der Rotwand

Die charakteristischen Felstürme der Rotwand

Rotwand-Gipfelkreuz

Das Gipfelkreuz rückt immer näher

Rotwand-Gipfelkreuz

Geschafft! Wir stehen am Gipfel der Rotwand

Ausblick vom Rotwand-Gipfel

Der Wind peitscht uns ins Gesicht – der Ausblick ist trotzdem atemberaubend

Ausblick vom Rotwand-Gipfel

Der Blick in die andere Richtung

Abstieg vom Rotwand-Gipfel

Wir machen uns wieder an den Abstieg

Leckerer Kuchen im Rotwandhaus

Gemütlicher geht es im Rotwandhaus zu. Die Hütte ist bei Tagesausflüglern extrem beliebt – es gibt aber auch Übernachtungsmöglichkeiten. Nach dem kraftzehrenden Aufstieg gönnen wir uns ein leckeres Stück Kuchen in der Hütte, bevor wir uns an den deutlich kürzeren Abstieg über den breiten Fahrweg machen. Die Strecke ist übrigens auch bei Rodlern extrem beliebt. Den Schlitten, um hinab ins Tal zu fahren, muss man allerdings mit Muskelkraft nach oben befördern.

choko-Kirsch-Kuchen im Rotwandhaus

Der Schoko-Kirsch-Kuchen im Rotwandhaus ist sehr lecker

Tourdaten Rotwand über Pfanngraben

Datum: Februar 2018
Lawinenwarnstufe: 1 – geringe Lawinengefahr
Gesamtweglänge: 17,4 Kilometer
Höhenmeter: 915 Meter
Reine Gehzeit: 5:00 Stunden

Die GPS-Daten zum downloaden

Das musst du über die Wanderung auf die Rotwand wissen

Der Rotwand-Gipfel gehört zu den Klassikern im Münchner Umland. Die Wanderung auf den 1884 Meter hohen Berg ist im Sommer wie im Winter extrem beliebt, führt doch zumindest bis zum Rotwandhaus ein breiter und meist geräumter Fahrweg. Schneeschuhe benötigt man hier im Winter nicht, lediglich gute Wanderschuhe. Wer mag, kann mit dem Schlitten ins Tal fahren (einen Verleih an der Hütte gibt es aber nicht). Der finale Aufstieg zum Rotwand-Gipfel ist noch einmal ein kleiner Kraftakt. Der Weg ist recht steil und bei ungünstigen Schneeverhältnissen nicht zu empfehlen. Wer unsicher ist, fragt am besten in der Hütte nach den Schneebedingungen. Die deutlich schönere, aber auch anspruchsvollere Route führt durch den Pfanngraben. Im Winter ist man hier auf sichere Schneebedingungen angewiesen. Zudem ist der Weg am Pfanngraben mitunter ausgesetzt. Lies hier unseren Beitrag für sicheres Bergwandern. Hier findest du außerdem den aktuellen Lawinenlagebericht für Bayern.

Nützliche Links

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2 replies
  1. Bergpixel
    Bergpixel says:

    Ein schöner Bericht zu einer (ganz bestimmt) tollen Wanderung. Muss ich mir unbedingt auf meine to go list schreiben.

    Viele Grüße und Danke für die Inspiration.

    Reply

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