Zehn unerlässliche Tipps für atemberaubende Landschaftsbilder

So gelingen atemberaubende Landschaftsbilder

Diese zehn Tipps sind für atemberaubende Landschaftsbilder unerlässlich

Richtig gute Landschaftsbilder brauchen viel Erfahrung, Geduld und Vorbereitung – das wusste schon Ansel Adams, der Urvater der Landschaftsfotografie. Aber auch für Einsteiger muss die Landschaftsfotografie kein Buch mit sieben Siegeln sein. Mit diesen zehn Tipps für die Landschaftsfotografie gelingen dir garantiert bessere Fotos.

Regel 1 – Das Stativ

In der Landschaftsfotografie ist ein Stativ absolute Pflicht. Wollt ihr wirklich außergewöhnliche Bilder schießen, geht kein Weg am Stativ vorbei. Das Stativ verhindert nicht nur Verwackler, sondern ermöglicht auch einen durchdachten Bildaufbau. Achtung: Schaltet den Stabilisator am Objektiv aus, das kann sonst zu Unschärfe führen. Einige Kameras erkennen, wenn ein Stativ zum Einsatz kommt. Ist das aber nicht der Fall, kann der Bildstabilisator versuchen, eine Bewegung auszugleichen, die es gar nicht gibt. Hier gehts übrigens zum meiner Meinung nach besten Reisestativ für Landschaftsfotografen.

Landschaftsfotografie Subway in Utah

Ein Stativ ist in der Landschaftsfotografie oberste Pflicht. Längere Belichtungszeiten können nur mit einem Stativ umgesetzt werden.

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Regel 2 – Filter sind das A & O

Filter zaubern spektakuläre Effekte. Mit einem Graufilter verlängert ihr die Belichtungszeit. Verschwommene Wolken oder Wasser, das wie Nebel erscheint, sind der Effekt. Mit einem Grauverlaufsfilter bekommt ihr schwierige Lichtsituationen in den Griff. Oftmals ist der Himmel im Vergleich zum Vordergrund zu hell, speziell bei Gegenlichtaufnahmen. Der Grauverlaufsfilter hilft euch, den viel zu hohen Kontrast in den Griff zu bekommen. Polfilter kommen auch häufig zum Einsatz, etwa um Spiegelungen auf dem Wasser zu entfernen oder um die Wolken am Himmel noch imposanter erscheinen zu lassen. Vorsicht aber bei Weitwinkelobjektiven – der Effekt zieht sich nicht über das gesamte Bild – es entstehen unschöne Muster am Himmel. Außerdem kann der Polfilter die Farbtemperatur des Bildes beeinflussen.

Landschaftsfotografie Lupinen auf Island

Filter sind in der Landschaftsfotografie das A & O. Ohne einen starken Grauverlaufsfilter wäre dieses Foto so nicht umzusetzen gewesen.

Regel 3 – Das Histogramm

Nutzt du das Histogramm deiner Kamera? Wenn nein, solltest du das unbedingt machen! Auf dem Display lässt sich nicht einschätzen, ob ein Foto unter- oder überbelichtet ist. Gerade in der Dunkelheit sehen unterbelichtete Fotos auf dem Display der Kamera oft perfekt aus. Auf dem PC zuhause kommt dann oft der Schock. Versuche, ein möglichst mittiges Histogramm zu erzielen. Hast du ganz rechts einen Balken, sind Teile des Fotos überbelichtet – ganz links sind Teile unterbelichtet.

Landschaftsfotografie Küste Madeira

Was auf dem Display der Kamera gut ausschaut, kann sich später als totaler Flop herausstellen. Erst das Histogramm zeigt, ob ein Bild wirklich korrekt belichtet wurde.

Regel 4 – Bildschärfe

Bei Landschaftsfotos geht nichts über die Bildschärfe. Ein Thema, das auch bei meinen Fotoworkshops immer wieder für Gesprächsstoff sorgt. Ich nutze mit dem Weitwinkel und am Vollformat Blendenwerte zwischen 11 und in der Regel maximal 18, um knackig scharfe Bilder zu erzeugen. Die weit geschlossene Blende führt zwar zu einer gewissen Beugungsunschärfe. Ich kann mit diesem Manko aber gut leben. Im Gegenzug bekomme ich einen Vordergrund, der fast bis auf den letzten Zentimeter scharf ist. Bei Kameras mit einem kleineren, sogenannten APS-C Sensor, habt ihr mit größeren Beugungsproblemen zu kämpfen. Fotografen mit einem APS-C-System sollten daher weniger stark abblenden und maximal Blende 13 einstellen. Ebenso wichtig ist die richtige Fokussierung. Hier lautet das Stichwort Hyperfokale Distanz. Das ist die Distanz, auf die man bei einer bestimmten Blende scharfstellen muss, um den Tiefenschärfenbereich optimal auszunutzen.

Landschaftsfotografie Lofoten

In der Landschaftsfotografie geht nichts über Bildschärfe. Von ganz vorne bis zum Horizont sollte alles knackscharf sein.

Regel 5 – Bildrauschen

Nutzt die Möglichkeiten moderner Kameras und geht mit dem ISO-Wert so weit runter wie möglich. Bei Landschaftsaufnahmen machen höhere ISO-Werte nur selten Sinn. Ausnahmen bestätigen die Regel. Durch Wind und Sturm kann es etwa nötig sein, die Belichtungszeit zu verkürzen und den ISO-Wert zu erhöhen. Außerdem nutzt man bei der Nachtfotografie natürlich sehr hohe ISO-Werte.

Landschaftsfotografie Berge

Ein möglichst niedriger ISO-Wert sollte in der Landschaftsfotografie der Standard sein. Ausnahmen wie hier bestätigen die Regel.

Diese und noch über ein Dutzend weitere wichtige Tipps für die Landschaftsfotografie findest du auch in meinem eBook “101 Fotografien und die Geschichte dahinter”. Alles weitere zu meinem Online-Fotokurs liest du hier.

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Regel 6 – Die Drittel-Regel

Ein mittiger Horizont mag unseren Sehgewohnheiten entsprechen – auf Landschaftsfotos wirkt das meist langweilig. Beachtet die Drittel-Regel, bei der entweder ein Drittel Himmel oder ein Drittel Erde zu sehen ist. Dasselbe gilt für das Hauptmotiv. Der Leuchtturm an der Küste bei stürmischer See ist besonders beeindruckend, wenn er mit Hilfe der Drittel-Regel, die sich an die Proportionslehre des Goldenen Schnitts anlehnt, platziert wird. Tipp: Blende im Sucher oder auf dem Display die Gitternetzlinien ein. Bei den meisten Kameras teilen diese das Bild mit der Drittelregel.

Landschaftsfotografie Küste auf Island

Die Drittel-Regel findet in der Landschaftsfotografie nicht immer, aber schon recht Anwendung.

Regel 7 – Die Linienführung

Gibt es eine besonders markante Linienführung, die den Betrachter in das Bild zieht? Nutzt das und macht die Linien zu einem essentiellen Baustein beim Bildaufbau. Ein Steg am See etwa zieht den Betrachter weit in das Bild hinein. Genauso gibt es Steinformationen, die in das Bild hineinführen. Im Idealfall führen die Linien den Betrachter ins Bild oder zum Hauptmotiv.

Landschaftsfotografie Salinen auf Sizilien

Das Thema Linienführung ist in der Landschaftsfotografie ganz essentiell

Regel 8 – Das perfekte Licht

Atemberaubende Landschaftsaufnahmen brauchen spektakuläres Licht. Das findet ihr aber nicht zur Mittagszeit. Ihr werdet euch daran gewöhnen müssen, lange vor Sonnenaufgang aufzustehen und lange nach Sonnenuntergang ins Bett zu kommen. Mit wenigen Ausnahmen entstehen die besten Bilder um die Zeit rund um den Sonnenaufgang beziehungsweise den Sonnenuntergang. Vor allem während der Blauen Stunde, wenn die meisten Fotografen schon längst von dannen gezogen sind, entstehen tolle Fotos.

Landschaftsfotografie Sonnenaufgang in Reine

Fotografie bedeutet zeichnen mit Licht. Ohne das perfekte Licht gibt es auch kein perfektes Foto.

Regel 9 – RAW-Format

Erst das RAW-Format spielt die Stärken deiner Kamera voll aus, da bei der Aufnahme anders als beim JPEG-Format keine Informationen verloren gehen.

Landschaftsfotografie Küste auf Teneriffa

Erst im RAW-Format holst du das Optimum aus deinen Landschaftsfotos raus.

Regel 10 – Die Post-Produktion

Nach dem Shooting ist natürlich die Post-Produktion Pflicht. Horizont begradigen, Staubflecken entfernen, Kontraste anpassen etc. Ich nutze für diese Aufgabe Adobe Lightroom, aber auch mit der Software der Kamerahersteller lassen sich die grundlegendsten Dinge erledigen.

Landschaftsfotografie Dolomiten

Ein guter Landschaftsfotograf kommt nicht an der Postproduktion vorbei. Vor allem im Himmel sieht man schnell Staubflecken, wenn die Linse oder der Filter nicht ganz sauber war.

 

 

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