Wanderung Hochgrat (1834 m) – mittelschwere Bergtour

Wanderung auf den Hochgrat

Der Hochgrat ist die höchste Erhebung der Nagelfluhkette

Mit 1834 Metern ist der Hochgrat die höchste Erhebung der Nagelfluhkette und der höchste Gipfel des Allgäuer Voralpenlandes. Der Hausberg der Oberstaufener ist ein beliebtes Wanderziel – auch für Familien mit Kindern. Die Wanderung auf den Hochgrat ist wegen der Länge zwar nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Dank der Hochgratbahn können aber auch wenig erfahrene Wanderer Höhenluft schnuppern und die fantastische Aussicht genießen.

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Start der Wanderung an der Hochgratbahn in Oberstaufen

Die Wanderung auf den Hochgrat startet in Oberstaufen am riesigen Parkplatz der  Hochgratbahn (Lanzenbach 5, 87534 Oberstaufen GPS: N 47 30.576, E 10 03.477  Google Maps). Das Tagesticket kostet vier Euro (Stand: Juni 2018). Direkt vor uns tut sich schon die Nagelfluhkette auf – ein gigantischer Anblick. Wir ziehen unser Wanderschuhe an und marschieren gen Osten los, immer der Straße folgend. Dass Allgäu ist einfach traumhaft. Schon hier im Tal ist es wunderschön – wie wird es wohl erst am Gipfel sein? Wir sind gespannt.

Breiter Fahrweg

Wir starten unsere Wanderung auf den Hochgrat am Parkplatz der Bergbahn und laufen zunächst in Richtung Osten

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Auf alten Wegen zum Hochgrat

Nach einer Viertelstunde, an der Alpe Simasgund, erreichen wir die kleine Kapelle Sankt Rochus. Laut meiner Karte geht hier ein Weg hinauf in Richtung Hochgrat. Ein Schild ist nicht zu sehen. Wir versuchen es trotzdem und schreiten durch ein altes Gatter. Zunächst scheint auch ein Weg nach oben zu führen. Der Pfad verläuft sich aber bald im hohen Gras. Ab und zu erkennen wir noch ein paar Spuren der Weg scheint aber schon sehr lange nicht mehr präpariert worden zu sein. Ohne das GPS würden wir den Weg nicht finden. Wir kämpfen uns immer weiter nach oben und erreichen den Wald. Ein Gatter weist darauf hin, dass wir doch richtig sind – also weiter durch den Wald. Hier ist der Pfad wieder gut zu erkennen  allerdings geht es auch hier mitunter durch schulterhohes Gestrüpp.

Kapelle Sankt Rochus

Bald erreichen wir die kleine Kapelle Sankt Rochus. Laut Karte geht hier ein Steig los

Waldrand

Von dem Steig ist nicht viel zu sehen. Wir laufen am Waldrand immer weiter nach oben

Verwachsener Pfad im Wald

Der Pfad ist jetzt wieder zu sehen, zum Teil aber stark verwildert

Die bessere Alternative

Nach einer Dreiviertelstunde erreichen wir ein weiteres Gatter hinter einem kleinen Bach. In der Ferne hören wir klar und deutlich Kuhglocken wir sind also richtig. Kurz darauf erreichen wir die Alpe Gratvorsäß, die ein ganz fantastisches Fotomotiv abgibt. Wer mag, kann hier auch schon einkehren und die fantastische Aussicht genießen. Den beschwerlichen Weg durch den Wald hätten wir uns übrigens sparen können. Wer an der Alpe Simasgund einfach der Straße folgt, zweigt kurz darauf einfach auf den offiziellen Wanderweg zum Hochgrat ab. Diese Variante empfehlen wir allen, die sich nicht über unmarkierte und völlig verwilderte Wege schlagen wollen. Wir vermuten auch, dass die von uns gegangene Variante einfach wieder der Natur überlassen werden soll.

Alpe Gratvorsäß

Wir erreichen die Alpe Gratvorsäß. Was für ein tolles Fotomotiv

Trittsicherheit gefordert

Von der Alpe Gratvorsäß führt ein breiter Wanderweg zum Teil recht steil nach oben. Wir sehen immer wieder Wasserfälle im Wald es ist wirklich traumhaft schön. Die Wolken am Himmel spenden immer wieder etwas Schatten mitunter kann es beim Aufstieg im Sommer sonst sehr heiß werden. Nach einer weiteren knappen Stunde stehen wir nur noch knapp unter dem Grat der Nagelfluhkette. Dieser Teil der Wanderung erfordert Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Mitunter ist der doch relativ schmale und zum Teil ausgesetzte Steig mit einem Drahtseil gesichert. Es gibt auch ein paar leichte Kraxelstellen. Für Wanderer mit etwas Erfahrung und festen Bergstiefeln sollte das aber kein Problem sein.

Blick auf die Alpe Gratvorsäß

Wir steigen weiter auf. Auch der Blick zurück auf die Alpe Gratvorsäß ist traumhaft

Wanderweg

Wir wandern durch traumhafte Landschaft

Blick auf die Nagelfluhkette

Blick auf einen Wasserfall vor dem Grat der Nagelfluhkette. Dort oben müssen wir heute noch hin

Wanderweg

Stellenweise ist der Wanderweg ausgesetzt und mit Drahtseilen gesichert

Alpenblumen

Überall blühen die Alpenblumen

Auf dem Grat der Nagelfluhkette

Noch ein paar Höhenmeter, dann ist es geschafft. Wir stehen auf dem Grat der Nagelfluhkette. Nach links in Richtung Osten kann man noch stundenlang wandern. Der nächste markante Gipfel in dieser Richtung ist das Rindalphorn. Die Gehzeit wird mit 50 Minuten angegeben. Der Mittagberg ist mit sechs Stunden ausgeschildert. Wir wandern aber nach rechts in Richtung Westen. Der Hochgrat ist mit einer halben Stunde angeschrieben.

Blick in die Alpen

Geschafft! Vom Grat blicken wir in Richtung Alpenhauptkamm

Blick auf das Rindalphorn

Wir drehen uns noch einmal um. In der Ferne sehen wir das Rindalphorn

Grandiose Aussicht vom Hochgrat

Die Gratwanderung ist wirklich atemberaubend. Wir haben freie Sicht auf Gipfel wie die  Zugspitze, das  Nebelhorn, den Hochvogel, den Großen Krottenkopf, das Hohe Licht, den Großen Widderstein, den Piz Buin und den Säntis. Überall blüht und surrt es was für ein toller Tag. Bis zum Hochgrat sind es noch einige Höhenmeter. Der Weg steigt noch einmal recht steil an dann stehen wir am Hochgrat-Gipfelkreuz. Mit einigen längeren Foto- und Filmpausen sind wir jetzt 2:45 Stunden unterwegs. Am Hochgrat-Gipfelkreuz ist jede Menge Platz für eine ausgiebige Pause. Es sind sogar Tische und Bänke aufgestellt. Es ist auch einiges los hier auf 1834 Metern. Das war aber zu erwarten, immerhin ist die Bergstation der Hochgratbahn nicht weit entfernt.

Hochgrat-Gipfelkreuz

Das Gipfelkreuz am Hochgrat

Ausblick Hochgrat

Blick in Richtung Westen

Blick auf den Bodensee

Wir legen eine längere Pause ein und genießen die grandiose Aussicht. Wir haben Glück und sehen in der Ferne sogar den Bodensee im Dunst. Eine leichte Familienwanderung am Bodensee führt auf den Pfänder ebenfalls eine sehr beliebte und lohnenswerte Tour.

Mit der Seilbahn auf den Hochgrat

Von der Bergstation der Hochgratbahn kommt man recht gemütlich auf den Hochgrat. Die Gratwanderung in Richtung Rindalphorn sollten aber nur trittsichere Wanderer angehen. Der Weg ist zwar an keiner Stelle ausgesetzt zumindest auf dem Teil, den wir jetzt gewandert sind – aber Geröll und Steinstufen erschweren das Vorankommen doch erheblich. Bei einem Wetterumschwung oder einem Gewitter kann es hier oben sehr gefährlich werden, zumal es kaum Möglichkeiten gibt, abzusteigen.

Wir machen uns nun auf den Weg in Richtung Hochgratbahn. Der linke untere Weg ist die leichtere Variante. Wir bleiben rechts am Grat – der Blick ist hier einfach viel schöner. Hier braucht es aber wieder etwas Trittsicherheit. Ein Stück ist sogar etwas ausgesetzt. Wer sich das nicht zutraut, sollt die untere Wegvariante nehmen.

Gratweg am Hochgrat

Der obere Weg am Grat zur Bergstation der Hochgratbahn ist relativ anspruchsvoll

KRaxel-Stelle

Hier ist ein klein wenig Kraxelei angesagt

Abstieg oder Seilbahn

An der Hochgratbahn kann man sich auf die große Sonnenterrasse setzen und ein kühles Radler genießen, bevor es mit der Seilbahn zurück ins Tal geht. Wir nehmen den Fahrweg zurück zum Parkplatz. Der Weg ist allerdings bei Weitem nicht so spektakulär wie der Aufstieg. Außerdem ist der Fahrweg stellenweise sehr steil und wegen des vielen Gerölls unangenehm zu laufen. Allerdings gibt es noch einige Almen, in denen man einkehren kann. Das Highlight ist ein kleiner Wasserfall, der wirklich schön anzusehen und ein tolles Fotomotiv ist. Wer darauf verzichten kann, nimmt besser die Seilbahn, zumal sich der Fahrweg wirklich zieht. Für den Abstieg brauchen wir rund eineinhalb Stunden.

Hochgrat-Seilbahn

Wer sich den Auf- oder Abstieg sparen will, nimmt einfach die Seilbahn

Gondeln der Hochgrat-Seilbahn

Wir steigen unter der Seilbahn ab

Ochsen

Ein paar Kühe – eigentlich Ochsen – am Wegesrand. Der Kollege links im Bild heißt übrigens Florian

Horbach-Wasserfall

Der Horbach-Wasserfall: Aber was macht man, wenn man kein Stativ und keine Filter zur Hand hat? Die Kamera irgendwie fest positionieren, den ISO-Wert runter und die Blende weit schließen

Blumenwagen

Ein Blumenwagen an einer Alm auf dem Weg zurück ins Tal

Tourdaten

Gesamtweglänge: 11,8 Kilometer
Höhenmeter: 950 Meter
Reine Gehzeit: 4:00 Stunden

Die GPS-Daten zum Download

Das musst du über die Wanderung auf den Hochgrat wissen

Mit 950 Höhenmetern und knapp zwölf Kilometern Länge ist die Wanderung (als Rundtour) nichts für Anfänger. Dank der Hochgratbahn kann man sich aber den schweißtreibenden Aufstieg oder den kniebelastenden Abstieg sparen. Der Blick vom Hochgrat ist wirklich traumhaft schön. Die Rundwanderung ist einfach grandios und bei guten Wetterbedingungen eine absolute Top-Tour in den  Allgäuer Alpen. Absolut empfehlenswert, auch wenn am Hochgrat-Gipfel immer einiges los ist.

Nützliche Links

Adresse fürs Navi

  • Lanzenbach 5, 87534 Oberstaufen

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