Island kurz und knapp: Sehenswürdigkeiten, Reisetipps & Reisezeit
Was muss man in Island gesehen haben? Die Vulkaninsel verzaubert mit Sehenswürdigkeiten wie dem Hochlandtal Landmannalaugar, dem ikonischen Berg Kirkjufell auf der Halbinsel Snæfellsnes oder der funkelnden Gletscherlagune Jökulsárlón. Dazu kommen Wasserfälle wie der Skógafoss und Naturwunder entlang des berühmten „Golden Circle“. Die Ringstraße (Hringvegur oder auch Þjóðvegur) umrundet die gesamte Insel und führt an Highlights wie der Halbinsel Stokksnes, der spektakulären Seenlandschaft Mývatn im Norden, dem Goðafoss und der Hauptstadt Reykjavík vorbei – sie ist Ausgangspunkt jeder Island-Rundreise.
Um die wichtigsten Highlights zu sehen, solltest du mindestens zwei Wochen einplanen. Besser sind drei oder vier Wochen. Dann kannst du auch das abgelegene Hochland und die Westfjorde besuchen. Die beste Reisezeit für Island reicht von Mitte Mai bis Ende September. Vom Spätsommer bis ins Frühjahr hinein hast du die Chance auf Polarlichter.
Einen ersten Eindruck unserer Island-Highlights bekommst du in unserem YouTube-Video am Ende des Artikels – schau gerne rein! 🎬
1. Reykjavík – Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt



Islands Hauptstadt Reykjavík wartet mit einer ganzen Reihe an Sehenswürdigkeiten auf dich. Plane mindestens einen halben bis ganzen Tag ein, um die Stadt in Ruhe zu erkunden.
Zu den bekanntesten Touristenattraktionen gehört die Kirche Hallgrímskirkja, deren futuristische Fassade an die Basaltsäulen Islands erinnert. Den Turm kannst du sogar betreten und mit dem Aufzug bis ganz nach oben fahren. Von oben hast du einen atemberaubenden Blick über die Stadt.
Weitere Highlights sind die Haupteinkaufsstraße Laugavegur, das spektakuläre Konzerthaus Harpa am alten Hafen – ein beeindruckendes Glasgebäude, das du auch von innen bestaunen kannst, und bei dem sich auch der Besuch einer Vorstellung lohnt –, die bunte Regenbogenstraße und die Skulptur Sun Voyager direkt am Meer.
Schau unbedingt in das Icelandic Punk Museum, das in einer ehemaligen öffentlichen Toilette residiert – skurriler geht’s kaum! Und wenn du durch die Stadt schlenderst: Die Hotdog-Stände von Bæjarins Beztu Pylsur sind legendär. Hier hat sogar schon Bill Clinton gespeist. Übrigens siehst du in der Stadt überall Graffiti, falls dich urbane Kunst interessiert.
Etwas außerhalb befindet sich das Perlan Museum (Ticket kaufen*). Im Perlan (Wonders of Iceland) kannst du durch einen echten Eistunnel laufen und dich über die Naturwunder des Landes informieren. Vom Dach des ehemaligen Warmwasserspeichers hast du zudem einen tollen Panoramablick auf die Hauptstadt. Und für verregnete Tage empfehle ich die Northern Lights Planetarium Show im Perlan (Ticket kaufen*).
Auch interessant: Hier findest du unsere Übersicht über alle Sehenswürdigkeiten in Reykjavík und hier unseren Test der Icelandair Saga Class. Günstige Flüge nach Island buchst du am besten auf Skyscanner* und günstige Mietwagen, um Island auf eigene Faust zu erkunden, findest du bei Check24*.
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2. Blaue Lagune – Islands berühmtestes Geothermal-Bad

Die Blaue Lagune (Bláa Lónið) gehört zu den beliebtesten Touristenattraktionen in Island. Es gibt wohl kaum einen Besucher, der keinen Tag in diesem einzigartigen Geothermal-Bad einplant.
Die Lagune ist ein riesiges Thermal-Freibad auf der Halbinsel Reykjanes, nur rund 50 Kilometer von Reykjavík und in unmittelbarer Nähe des internationalen Flughafens Keflavík entfernt. Damit eignet sie sich perfekt als erster oder letzter Stopp deiner Island-Rundreise.
Bekannt ist die Blaue Lagune vor allem für ihr leuchtend blau gefärbtes Wasser – verantwortlich dafür ist die hohe Konzentration Kieselsäure im mineralreichen Thermalwasser – und die dramatisch schroffen Lavafelsen rundherum. Das Wasser hat eine angenehme Badetemperatur von rund 37 bis 42°C und soll der Haut durch seine einzigartige Mineralzusammensetzung besonders guttun.
Wichtig: Die Blaue Lagune sollte unbedingt im Voraus online gebucht werden. Spontane Besuche ohne Reservierung sind wegen des hohen Besucherandrangs in der Regel nicht möglich. Ein Besuch der ganzjährig geöffneten Lagune ist definitiv ein Highlight, allerdings ist der Eintritt sehr teuer: Das günstigste Ticket ohne Extras beginnt bei rund 85 Euro pro Person. Mit Zugang zum Retreat Spa (fünf Stunden inklusive Retreat Lagoon und Blue Lagoon) musst du mit mindestens 550 Euro rechnen. Für spezielle Luxus-Pakete können es sogar über 1.000 Euro pro Person sein. Tickets kannst du direkt auf der offiziellen Website der Blauen Lagune buchen.
Tipp: Noch mehr abgefahrene Orte und spektakuläre Sehenswürdigkeiten wie die Lavahöhle Viðgelmir, die Hochlandstraße Kaldadalsvegur, den Kratersee Kerið, die Höhle Loftsalahellir oder den Wasserfall Glymur verraten wir dir in unserem Island-Reiseführer, den du hier als PDF für 9,95 Euro (inkl. Mwst.) kaufen kannst. In unserem E-Book zeigen wir dir auf über 200 Seiten mehr als 100 Highlights auf der Vulkaninsel – alle selbst bereist und erlebt 😊.
Tolle Alternativen zur Blauen Lagune
Die Blaue Lagune ist zweifellos beeindruckend. Aber sie ist schon lange kein Geheimtipp mehr und entsprechend kostspielig. Wer Islands Geothermalbäder abseits des Massentourismus erleben möchte, hat einige tolle Alternativen:
Eine schöne und günstigere Alternative zur Blue Lagoon ist die Secret Lagoon bei Flúðir, Islands ältestes Thermalbad (hier Tickets kaufen*). Die Sky Lagoon in Reykjavík ist die modernste und architektonisch beeindruckendste Alternative mit einem spektakulären Infinity-Pool mit Meerblick über den Atlantik und noch dazu günstiger als die Blaue Lagune. Noch immer ein Geheimtipp ist der Hvammsvik Hot Spring in Hvammsvík.
Das Mývatn Nature Bath im Norden Islands bietet ein ähnliches Geothermalbad-Erlebnis in einer ursprünglicheren und ruhigeren Umgebung. Im Osten ist das Vök Baths ein Tipp.
Wer es komplett kostenlos mag, dem empfehle ich den heißen Fluss im Reykjadalur bei Hveragerði. Eine wunderschöne Wanderung (4,5 Kilometer pro Richtung) führt dich durch ein dampfendes Geothermalgebiet zu einem natürlichen Bach mit warmem Quellwasser, in dem du kostenlos ein Bad nehmen kannst (allerdings ist der Parkplatz kostenpflichtig). Und natürlich ist auch die heiße Quelle in Landmannalaugar (siehe Sehenswürdigkeit 12) ein unvergessliches Erlebnis!
Wer Ruhe und Einsamkeit will, besucht besser einen der oft versteckten heißen Naturpools in Island, die es auf der Insel überall gibt.
3. Þingvellir-Nationalpark – Wo Geschichte und Geologie aufeinandertreffen



Der riesige, 237 Quadratkilometer große Nationalpark Þingvellir (Thingvellir) gehört zum berühmten Golden Circle, eine der beliebtesten Rundfahrten in Island, die sich bequem an einem einzigen Tag ab Reykjavík unternehmen lässt. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Þingvellir-Nationalpark solltest du drei bis vier Stunden einplanen.
Was diesen Ort so besonders macht: Þingvellir ist gleich in doppelter Hinsicht einzigartig. Zum einen liegt das Gebiet genau auf dem Grabenbruch zwischen der amerikanischen und der eurasischen tektonischen Platte. Die beiden Kontinente driften hier jährlich um etwa ein bis drei Zentimeter auseinander. Zum anderen tagte hier einst das Alþing (Althing). Das frühe isländische Parlament existierte zwischen 930 bis zu seiner Auflösung durch die Dänen im Jahre 1798. Kein Wunder also, dass Þingvellir seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
Besonders sehenswert ist der Wasserfall Öxararfoss, nur ein paar Minuten vom Parkplatz entfernt. Dank einer Rampe können sogar Rollstuhlfahrer dieses Naturwunder bestaunen. Ein weiteres Highlight sind die vielen Spalten und Schluchten, die durch das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten entstanden sind und gut mit Wanderwegen erschlossen wurden. Folgst du dem Wanderweg vom Öxararfoss nach links, erreichst du eine Aussichtsplattform direkt am Þingvellir-Parkplatz 1. Von hier oben hast du einen wunderschönen Blick über die weite Landschaft und auf die 1859 erbaute Þingvallakirkja (Thingvellir-Kirche). Direkt daneben befindet sich übrigens die Sommerresidenz des isländischen Premierministers.
Auf deiner Wanderung wirst du auch die Ruinen einiger Steinhäuser entdecken, in denen einst die Mitglieder des Alþings tagten. Im Jahr 1944 wurde hier schließlich die Republik Island ausgerufen. Þingvellir ist also nicht nur geologisch, sondern auch politisch ein Ort von welthistorischer Bedeutung.
Im Nationalpark liegt außerdem der Þingvallavatn, der größte natürliche See Islands. An seinem Nordufer wartet das nächste Highlight auf dich: Im Silfra Rift kannst du zwischen zwei Kontinenten schnorcheln und sogar tauchen! Das Wasser im Silfra ist, gefiltert durch jahrzehntelange Versickerung durch das Lavagestein, so glasklar, dass du bis zu 100 Meter weit sehen kannst. Ein Erlebnis, das du dir nicht entgehen lassen solltest. Hier kannst du einen Tauchgang* und hier das Schnorchel-Abenteuer* buchen.
Foto-Tipp: Die Spalten und Schluchten des Þingvellir eignen sich hervorragend für dramatische Weitwinkelaufnahmen – besonders schön wirken sie im weichem Morgenlicht. Ein Ultraweitwinkelobjektiv ist dein bester Freund, aber auch mit dem Tele kannst du spektakuläre Bilder machen.
Praktische Infos: Der Eintritt in den Nationalpark ist kostenlos, für die Parkplätze wird jedoch eine Gebühr erhoben. Der Nationalpark ist ganzjährig geöffnet. Im Winter kann es jedoch zu Sperrungen einzelner Wege kommen.
4. Strokkur-Geysir & Haukadalur – Das Geothermalgebiet auf dem Golden Circle

Ein weiteres Highlight auf dem Golden Circle ist das Geysir-Geothermalgebiet im Haukadalur-Tal – ein dampfendes, blubberndes Naturschauspiel, das dich in eine andere Welt versetzt. Und ja: Es stinkt hier wegen des Schwefels fürchterlich nach faulen Eiern. Aber das gehört einfach dazu und macht das Erlebnis nur noch unvergesslicher (diesen Geruch vergisst du nie wieder)!
Der Star des Gebiets ist zweifellos der Geysir Strokkur („Butterfass“): Etwa alle fünf bis zehn Minuten schießt er eine Wasserfontäne von 15 bis 20 Metern, andere Quellen sagen sogar 35 Meter (wir haben nicht nachgemessen), in den isländischen Himmel.
Sicherheitshinweis: Halte beim Strokkur unbedingt ausreichend Abstand und bleibe hinter den Absperrungen. Das herausschießende Wasser ist kochend heiß und kann gefährlich sein. Betritt außerdem niemals das Geothermalgebiet abseits der ausgewiesenen Wege – die dünne Erdkruste kann einbrechen!
Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich der Große Geysir, übrigens der Namensgeber für alle Geysire der Welt. Er wurde bereits im 13. Jahrhundert beschrieben und ist der älteste bekannte Geysir der Geschichte. Mitte des 19. Jahrhunderts schoss seine Fontäne noch bis zu 170 Meter in den Himmel. Diese Höhe erreicht der Große Geysir heute nicht mehr und die Ausbrüche sind selten und unvorhersehbar. Wir selbst haben ihn auf all unseren Island-Besuchen noch nie ausbrechen sehen. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Neben dem Geysir-Spektakel kannst du im Haukadalur-Tal auch wunderbar wandern, etwa auf einen nahegelegenen Hügel mit einem tollen Panoramablick über das gesamte Geothermalgebiet. Von oben siehst du die dampfenden Fumarolen und blubbernden Schlammtöpfe aus der Vogelperspektive – auch ein tolles Foto!
Foto-Tipp: Um das perfekte Bild vom Strokkur-Ausbruch zu machen, empfehle ich dir den Serienbild-Modus deiner Kamera und eine sehr kurze Belichtungszeit (1/1000 Sekunde). Der Geysir kündigt seinen Ausbruch Sekunden vorher an, wenn sich eine große Wasserblase an der Oberfläche bildet. Stell dich am besten mit dem Wind im Rücken auf, damit die Gischt nicht in deine Kameralinse weht.
Tipp: Komm am besten früh morgens, bevor die Reisebusse eintreffen. Dann hast du das Geothermalgebiet fast für dich alleine und kannst in Ruhe auf den nächsten Strokkur-Ausbruch warten. Am Parkplatz gibt es ein Besucherzentrum mit Restaurant und Souvenirshop, falls du eine Pause auf dem Golden Circle brauchst.
5. Gullfoss – Der goldene Wasserfall auf dem Golden Circle

Der Gullfoss – auf Deutsch „Goldener Wasserfall“ – ist einer der bekanntesten und beliebtesten Wasserfälle Islands und ein absolutes Highlight auf dem Golden Circle. Das Wasser des Flusses Hvítá stürzt hier in zwei Stufen – mit 11 und 21 Metern Höhe – in eine bis zu 70 Meter tiefe Schlucht und erzeugt dabei einen ohrenbetäubenden Lärm sowie gigantische Gischtfahnen, die man schon von Weitem sieht. Bei Sonnenschein bildet sich in der Gischt ein wunderschöner Regenbogen, eines der schönsten Fotomotive Islands.
Aber woher kommt eigentlich das „Gold“ im Namen? Eine Erklärung ist, dass das Wasser des Flusses Hvítá bei bestimmten Lichtverhältnissen golden schimmert. Eine andere Theorie besagt, dass ein reicher Bauer sein Gold einst im Wasserfall versenkte – ähnlich der Legende am Skógafoss. Mehr über den Bauern Gýgur vom Hof Gýgjarhóll erfährst du bei unserem Blogger-Kollegen Uli. Wie auch immer: Der Name passt perfekt!
Der Gullfoss hat auch eine bewegende Geschichte: Anfang des 20. Jahrhunderts plante ein britischer Investor, den Wasserfall für ein Wasserkraftwerk zu nutzen. Die Isländerin Sigríður Tómasdóttir, Tochter des damaligen Landbesitzers, kämpfte entschlossen gegen dieses Vorhaben. Sie soll sogar gedroht haben, sich in den Wasserfall zu stürzen, sollte er zerstört werden. Ihr Einsatz trug maßgeblich dazu bei, dass der Plan scheiterte. Heute gilt Sigríður als eine der ersten Umweltschützerinnen Islands – eine Büste vor Ort erinnert an ihren mutigen Einsatz.
Vom riesigen kostenpflichtigen Parkplatz aus führt ein gut ausgebauter Weg direkt an den Wasserfall heran. Regenklamotten und ein Regenschutz für die Kamera gehören unbedingt in den Rucksack – auf der Aussichtsplattform am Wasserfall wirst du andernfalls klatschnass! Es gibt übrigens zwei Aussichtsplattformen: eine auf der oberen Ebene mit Blick über den gesamten Wasserfall und eine auf der unteren Ebene, von der aus du die volle Wucht der Wassermassen hautnah spürst.
Foto-Tipp: Für dramatische Aufnahmen mit der gesamten Schlucht empfehle ich die obere Aussichtsplattform. Von der unteren Plattform aus fängst du das Geschehen hautnah ein. Komm am besten früh morgens, wenn die Touristenbusse noch nicht da sind und das Licht am schönsten ist. Bei Sonnenschein hast du die Chance auf einen Regenbogen in der Gischt – absolut fotogen.
Tipp für deine Reiseplanung: Der Gullfoss lässt sich perfekt mit den anderen Highlights am Golden Circle kombinieren – dem Strokkur-Geysir und dem Þingvellir-Nationalpark. Die gesamte Route lässt sich bequem an einem Tag ab Reykjavík fahren.
6. Seljalandsfoss & Gljúfrabúi – Zwei Wasserfälle, die du von innen erleben kannst


Sehenswert ist der 60 Meter hohe Seljalandsfoss im Süden von Island – und das nicht nur wegen seiner imposanten Fallhöhe, sondern vor allem wegen eines ganz besonderen Erlebnisses: Ein kurzer Wanderweg führt hinter den Wasserfall, sodass du ihn buchstäblich von innen bestaunen kannst. Regenklamotten sind zu empfehlen, wenn du in der Gischt des mächtigen Wasserfalls nicht klatschnass werden möchtest. Der Seljalandsfoss liegt unterhalb des Gletschers Eyjafjallajökull. Das ist der berühmte Vulkan, dessen Ausbruch im Jahr 2010 den europäischen Luftraum für mehrere Tage lahmlegte.
Vom kostenpflichtigen Parkplatz sind es nur ein paar Minuten zum Wasserfall. Klar, dass hier besonders am Mittag einiges los ist. Am besten kommst du früh am Morgen oder am Abend, wenn die untergehende Sonne den Wasserfall im schönsten goldenen Licht anstrahlt und deutlich weniger Besucher vor Ort sind.
Wichtiger Hinweis: Im Winter kann der Weg hinter dem Wasserfall aufgrund von Eis und Glätte gesperrt sein.
Foto-Tipp: Die besten Aufnahmen gelingen dir am Abend mit Blick aus der Höhle hinter dem Wasserfall nach draußen. Hier brauchst du in jedem Fall ein Ultraweitwinkelobjektiv und am besten ein robustes Reisestativ.
Geheimtipp – Gljúfrabúi: Besuche auf alle Fälle den nahe gelegenen Gljúfrabúi. Er liegt nur wenige Gehminuten vom Seljalandsfoss entfernt und ist einer der schönsten versteckten Wasserfälle Islands. Um den Spot zu erreichen, musst du durch eine schmale Felsschlucht waten. Der Aufwand lohnt sich: Im Inneren der halboffenen Schlucht stürzt der Wasserfall in einem mystischen Kessel in die Tiefe, während das Licht durch die Felsöffnung hereinbricht. Ein magischer Ort, den viele Besucher übersehen. Wasserdichte Schuhe sind empfehlenswert.
Praktische Infos: Beide Wasserfälle teilen sich denselben kostenpflichtigen Parkplatz direkt an der Ringstraße (Route 1). Vom Parkplatz zum Seljalandsfoss sind es nur wenige Minuten zu Fuß, der Gljúfrabúi liegt ca. 800 Meter weiter nördlich entlang der Felswand. Plane für beide Wasserfälle zusammen ein bis zwei Stunden ein.
7. Skógafoss – Der legendäre Wasserfall im Süden Islands


Der Wasserfall Skógafoss gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Island überhaupt. Mit einer Fallhöhe von über 60 Metern und einer Breite von rund 25 Metern ist er einer der mächtigsten Wasserfälle der Insel. Am rechten Rand des imposanten Wasserfalls führen Stufen nach oben zu mehreren Aussichtsplattformen. Von hier erwartet dich ein spektakulärer Blick in die Tiefe. Keine Sorge: Alles ist bestens gesichert!
Nach einer isländischen Saga versteckte übrigens einst einer der ersten Einwanderer namens „Þrasi“ eine Kiste mit Gold hinter dem Wasserfall. Nun, wir haben leider nichts gefunden – aber die Suche hat Spaß gemacht! 😄
Foto-Tipp: Bei Sonnenschein bildet sich am Skógafoss ein wunderschöner Regenbogen in der Gischt, eines der bekanntesten Fotomotive Islands. Am besten kommst du früh am Morgen, wenn das Licht optimal ist und noch nicht viel Betrieb herrscht. Für Langzeitbelichtungen des Wasserfalls empfehle ich ein Reisestativ und einen ND-Filter.
Hier beginnt außerdem eine der schönsten Wanderungen der Region: Folgst du dem gut ausgebauten Wanderweg neben dem Fluss Skógá, erreichst du einige weitere Wasserfälle wie den Fosstorfoss, den Steinbogafoss und den Fremri Felsfoss. Nach etwa drei Kilometern ändert sich die Landschaft dramatisch und wird sehr karg und ursprünglich – zumindest bis hierhin solltest du wandern!
Wer noch mehr Ausdauer hat, kann den berühmten Fimmvörðuháls-Wanderweg je nach Gutdünken weiterlaufen, der an der Fimmvörðuháls-Hütte (15 Kilometer) vorbei zu den Kratern Magni und Móði (18 Kilometer) und weiter zur Básar-Hütte (25 Kilometer) führt. Von hier ginge es theoretisch auf dem Laugavegur-Trekkingweg weiter bis nach Landmannalaugar (3 bis 5 Tage).
Direkt am Skógafoss liegt einer der bekanntesten und beliebtesten Campingplätze der Insel. Der Vorteil: Du übernachtest fast direkt am Wasserfall. Allerdings ist der Platz groß, karg und mitunter sehr laut, vor allem in der Hochsaison.
Geheimtipp: Ganz in der Nähe befindet sich der Wasserfall Kvernufoss, noch immer einer der lohnendsten Geheimtipps in Island. Anders als der touristisch stark frequentierte Skógafoss ist hier meist deutlich weniger los, und du kannst sogar hinter den Wasserfall gehen. Absolut empfehlenswert!
Praktische Info: Der Parkplatz am Skógafoss ist kostenpflichtig. Der Eintritt zur Aussichtsplattform ist hingegen kostenlos. Der Wasserfall liegt quasi direkt an der Ringstraße (Route 1) und ist damit auf jeder Island-Rundreise ein fest eingeplanter Stopp.
8. Reynisfjara Beach – Islands berühmtester schwarzer Strand bei Vík



Der Reynisfjara Beach bei Vík ist eines der meistfotografierten Highlights ganz Islands. Der endlose schwarze Lavastrand mit den steilen Basaltklippen und den imposanten Felsnadeln im Meer – bekannt als Reynisdrangar – machen diesen Ort zu etwas ganz Besonderem. Kein Wunder, dass er regelmäßig zu einem der schönsten Strände der Welt gezählt wird. Baden ist wegen der gefährlichen Strömungen aber verboten!
Hinter den Reynisdrangar-Felsen steckt übrigens eine isländische Sage: Den Überlieferungen zufolge sollen die markanten Felsnadeln einst Trolle gewesen sein, die beim Versuch, ein Segelschiff an Land zu ziehen, vom Morgenlicht überrascht und zu Stein verwandelt wurden.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Direkt am Strand ist höchste Vorsicht geboten! Du musst hier zu jeder Zeit – auch bei scheinbar ruhigem Meer – mit unerwartet großen Wellen (so genannten „Sneaker-Waves“) rechnen, die wie aus dem Nichts an den Strand schmettern und dich im schlimmsten Fall ins Meer reißen. Es gab hier bereits Todesfälle. Inzwischen wurde ein Warnsystem installiert. Achte unbedingt auf die Signale und halte ausreichend Abstand zur Wasserlinie!
Aktueller Hinweis: Nach einem schweren Sturm im Februar 2026 ist die berühmte Höhle Halsanefshellir sowie der direkte Zugang zu den riesigen Lavafelsen im Meer leider nicht mehr zugänglich. Große Teile des Strandes wurden komplett weggespült. Die Zeit wird zeigen, wie sich die Natur hier entwickelt.
Im hübschen Örtchen Vík lohnt sich ein Besuch der Icelandic Lava Show (Ticket kaufen*). Bei der weltweit einzigartigen Show bekommst du echte glühende Lava zu sehen. Ein unvergessliches Erlebnis und besonders bei Familien mit Kindern beliebt. Im selben Gebäude kannst du außerdem das Abenteuer Zip Lining über die Grafargil-Schlucht buchen (Ticket kaufen*). Und wer nach all den Abenteuern Hunger hat: Im Restaurant The Soup Company gibt es leckere Suppen zu einem fairen Preis – und du bekommst sogar kostenlos Nachschlag!
Sehenswert ist außerdem der endlos lange schwarze Lavastrand von Vík selbst. Von hier blickst du von der anderen Seite auf die Basaltfelsen des Reynisfjara Beach und hast einen völlig anderen, nicht minder beeindruckenden Sichtwinkel auf die Reynisdrangar-Felsen.
Geheimtipp: In den milderen Monaten, etwa von Mitte April bis Ende August, nisten auf den Klippen rund um Reynisfjara und Vík tausende Papageitaucher (auch Papageientaucher oder Puffins). Mit etwas Geduld und Glück kannst du die niedlichen Vögel mit den bunten Schnäbeln aus nächster Nähe beobachten. Für tolle Fotos lohnt sich ein Teleobjektiv.
Foto-Tipp: Der schwarze Sand, die weißen Wellen und die dunklen Basaltfelsen ergeben einen spektakulären Kontrast. Wie so oft in der Landschaftsfotografie bieten die Morgen -und Abendstunden das beste Licht. Nutze ein Weitwinkelobjektiv und ein Reisestativ für kurze Langzeitbelichtungen (ca. 0,5 Sekunden) der einlaufenden Wellen – das sorgt für einen seidigen Effekt im Wasser.
9. Fjaðrárgljúfur Canyon – Islands spektakulärste Schlucht

Der Fjaðrárgljúfur Canyon ist eine der beeindruckendsten Natursehenswürdigkeiten Islands und international auch als „Justin Bieber Canyon“ bekannt. 2015 drehte der berühmte Popstar auf der Insel das Musikvideo zu seinem Song „I’ll Show You“ unter anderem in dieser Schlucht. Auch in der weltbekannten TV-Serie Game of Thrones ist der Canyon zu sehen. Inzwischen zählt der einstige Geheimtipp zu den meistbesuchten Ausflugszielen im Süden von Island.
Die gesamnte Schlucht ist rund zwei Kilometer lang und bis zu 100 Meter tief. Sie entstand vor rund 9.000 Jahren durch Gletscherschmelzwasser nach der letzten Eiszeit. Der Fluss Fjaðrá schlängelt sich durch den Canyon und verleiht ihm seinen ganz besonderen Charakter. Die mächtigen, moosbedeckten Felswände und das türkisfarbene Wasser tief unten erschaffen eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.
Vom kostenpflichtigen Parkplatz (mit WC-Anlage) führt ein gut ausgebauter Wanderweg oberhalb der Schlucht entlang. Nach rund einem Kilometer erreichst du eine Aussichtsplattform mit einem traumhaften Blick in den Canyon. Hier stürzen auch zwei Wasserfälle in die Tiefe. Ein Ort, wie er schöner kaum sein könnte! Für die gesamte Wanderung hin und zurück solltest du etwa ein bis zwei Stunden einplanen.
Wichtiger Hinweis: Der Fjaðrárgljúfur Canyon kann im Frühjahr zur Vogelbrutzeit gesperrt werden und im Winter ist der Wanderweg wegen Eis und Schnee meist nicht zugänglich. Der Massentourismus nach dem Bieber-Video hat der empfindlichen Vegetation rund um den Canyon stark zugesetzt.
Foto-Tipp: Die besten Aufnahmen entstehen an der Aussichtsplattform am Ende des Wanderwegs. Hier hast du einen freien Blick entlang der gesamten Schlucht. Die Morgen- und Abendstunden bieten dabei das weichste und schönste Licht.
Lage: Der Fjaðrárgljúfur Canyon liegt im Süden Islands, nahe des Örtchens Kirkjubæjarklaustur, direkt an der Ringstraße. Er ist damit ein Muss auf jeder Island-Rundreise.
10. Flugzeugwrack Sólheimasandur – Kult-Fotospot mit Geschichte

Am schwarzen Lavastrand von Sólheimasandur liegt eines der meistfotografierten Motive in Island: ein altes Flugzeugwrack mitten in einer unwirtlichen, kargen Steinwüste. Von der Hauptstraße aus ist die Stelle nicht zu sehen. Weltberühmt wurde das Wrack durch ein Musikvideo von Justin Bieber. Seitdem pilgern Touristen aus aller Welt hierher.
Die Geschichte dahinter: Die Maschine, eine Douglas C-47 Skytrain der United States Navy, ging am 24. November 1973 auf dem schwarzen Sand zu Boden. Die Crew überlebte den Absturz unverletzt. Was die Maschine niederzwang, ist nicht genau geklärt. Die unwirtliche Szenerie mit dem Flugzeug in dieser postapokalyptischen Landschaft erinnert jedenfalls an einen Endzeitfilm, in dem in jeder Sekunde eine Horde wildgewordener Zombies über einen herfallen kann.
Vom kostenpflichtigen Parkplatz folgst du einer öden Schotterpiste – für Pkw gesperrt – rund eine Stunde (ca. vier Kilometer) zu dem Flugzeug. Alternativ kannst du für 3.200 Isländische Kronen (rund 22 Euro) den Shuttle-Bus nehmen, der dich bequem hin- und zurückbringt. Für die meisten Besucher ist der Shuttle die entspanntere Option. Die Wanderung durch die karge, flache Steinwüste ist ziemlich monoton und bei schlechtem Wetter sogar lebensgefährlich (am 16. Januar 2020 starben zwei junge chinesische Touristen in unmittelbarer Nähe des Flugzeuges in einem Sturm)!
Aktuelle Info: Inzwischen wurde das originale, stark ramponierte Wrack gegen ein neues, aufgefrischtes Exemplar ausgetauscht. Meine Meinung: Für viele Reisende ist das nach wie vor ein spannender Ort. Aber wer das Original gekannt hat, findet den Austausch doch etwas ernüchternd. Ein bisschen Touristen-Nepp ist das schon, wenn man bedenkt, dass die Patina und Geschichte des echten Wracks nun Geschichte sind. Das nur als Information, damit du weißt, was dich erwartet und du deine Erwartungen entsprechend anpassen kannst.
11. Háifoss & Granni – Zwei Giganten stürzen in die Tiefe

Eines der spektakulärsten Naturwunder der Insel ist der mächtige Háifoss, mit 122 Metern Fallhöhe nach dem Morsárfoss und dem Glymur der dritthöchste Wasserfall Islands und einer der eindrucksvollsten Wasserfälle in ganz Europa. Das Wasser des Flusses Fossá í Þjórsárdal stürzt hier über eine steile Felsklippe in eine dramatische Schlucht.
Damit aber nicht genug: Direkt daneben stürzt der Granni-Wasserfall (auf Deutsch „Nachbar“) mit 102 Metern Fallhöhe in denselben Canyon. Beide Wasserfälle gleichzeitig im Blick zu haben ist ein Erlebnis, das du so kein zweites Mal in Island findest.
Vom Parkplatz an der Straße 332 aus brauchst du nur wenige Minuten zu Fuß bis an die Klippe mit der grandiosen Aussicht. Die Straße ist zwar schroff, aber in der Regel ist kein Allradfahrzeug nötig und auch nicht vorgeschrieben. Ein großer Vorteil gegenüber vielen anderen Hochland-Highlights in Island, die nur mit Allrad erreichbar sind.
Wichtiger Sicherheitshinweis: An der Abbruchkante ist Vorsicht geboten, besonders bei starkem Wind, der hier oben an der Klippe unerwartet heftig sein kann. Halte ausreichend Abstand zur Kante und pass besonders auf Kinder auf!
Wer mehr als nur den Blick von oben möchte, kann den recht anspruchsvollen Wanderweg hinunter in den Canyon nehmen. Von unten wirken die beiden Wasserfälle noch gewaltiger. Plane dafür zusätzliche zwei bis drei Stunden ein, trage festes Schuhwerk und achte auf Steinschlag!
Beste Reisezeit: Der Háifoss ist von Juni bis September am besten zugänglich. Im Frühjahr führt der Wasserfall durch die Schneeschmelze besonders viel Wasser. Dann ist er auf dem Höhepunkt seiner Kraft und ein unvergessliches Spektakel.
Foto-Tipp: Für Aufnahmen beider Wasserfälle gleichzeitig ist ein Weitwinkelobjektiv unverzichtbar. Nur so bekommst du beide Giganten und die gesamte Tiefe des Canyons auf ein Bild.
Tipp für deine Reiseplanung: Der Háifoss liegt im Hochland nahe der Straße 332 und lässt sich hervorragend mit einem Besuch in Landmannalaugar (Sehenswürdigkeit Nummner 12; nur mit Allrad) kombinieren.
12. Landmannalaugar – Wandern & Baden im bunten Hochland Islands



Im Hochlandtal Landmannalaugar erwarten dich bunte Berge und eine heiße Quelle, in der du kostenlos Baden kannst – ein Erlebnis mitten in der isländischen Wildnis. Das Badehaus mit Umkleiden und Toiletten ist kostenpflichtig. Fast direkt neben der heißen Quelle gibt es einen Campingplatz für Allrad-Fahrzeuge (hier kannst du einen Allrad-Camper mieten*).
Was Landmannalaugar so besonders macht, ist die Farbenpracht der Umgebung: graublau schimmernder Pechstein, rötliche Quarzvorkommen, Schwefelausfällungen und pechschwarze Lava wechseln sich ab. Besonders spektakulär sind die umliegenden Vulkane Bláhnjúkur und Brennisteinsalda und das Obsidian-Lavafeld, bekannt als Laugahraun. Ein Naturwunder, das du so nirgendwo sonst auf der Welt findest.
Vom Parkplatz aus gibt es eine beliebte Rundwanderung durch das Gebiet. Für die knapp fünf Kilometer lange Strecke brauchst du zwei bis drei Stunden. Die Rundtour ist nicht besonders schwierig und bei gutem Wetter eigentlich für jeden machbar, festes Schuhwerk ist aber ein Muss! Wer mehr Ausdauer mitbringt, sollte zumindest einen Teil des berühmten Laugavegur-Trekkingwegs in Angriff nehmen, der in Landmannalaugar beginnt und zu den schönsten Fernwanderwegen Islands zählt.
Beste Reisezeit: Landmannalaugar ist nur von Mitte/ Ende Juni bis Anfang September zugänglich. Außerhalb dieser Zeit sind die F-Straßen im Hochland gesperrt.
Ohne Allradfahrzeug bleibt dir der Weg auf eigene Faust nach Landmannalaugar leider versperrt. Die einfachste Anreisemöglichkeit führt über die F208 aus dem Norden. Wie auf allen F-Straßen in Island ist hier ein Allradfahrzeug vorgeschrieben. Auf der nördlichen F208 gibt es keine Furten, weshalb die Anfahrt bei gutem Wetter mit jedem Miet-SUV mit Allrad problemlos zu meistern ist. Mit einem normalen Mietfahrzeug solltest du aber auf keinen Fall die Flussquerung kurz vor dem Ziel wagen!
Bei unserem ersten Besuch haben wir uns einer geführten Tour mit einem Superjeep* (ab Reykjavík) angeschlossen. Wir können diesen Tagestrip nur wärmstens empfehlen! Neben Landmannalaugar steuerst du auf der Tour noch weitere Sehenswürdigkeiten im Hochland an, etwa den Kratersee Bláhylur.
13. Jökulsárlón – Die Gletscherlagune im Süden Islands

Die Gletscherlagune Jökulsárlón im Süden von Island gehört zu den absoluten Must Sees der Vulkaninsel und ist für mich persönlich einer der schönsten Orte, den ich je fotografiert habe. Wir haben hier im Sommer die ganze „Nacht“ bis zum Sonnenaufgang fotografiert. Ein unvergessliches Erlebnis.
Die Lagune liegt direkt an der Ringstraße und ist auf jeder Island-Rundreise ein fest eingeplanter Stopp. Sie entstand durch das Abschmelzen des Gletschers Vatnajökull, mit rund 7.700 Quadratkilometern der größte Gletscher Europas. Durch den Klimawandel wächst die Lagune stetig: Heute misst sie rund 20 Quadratkilometer und ist stellenweise über 250 Meter tief. Ein Zeugnis der Kraft der Natur und auch des fortschreitenden Gletscherschwunds.
Eisberge in allen Blautönen treiben durch den Gletschersee, der sein Gesicht von Minute zu Minute verändert. Durch die direkte Verbindung zum eisigen Atlantik werden immer wieder gigantische Eisbrocken in die raue See gerissen. Halte Ausschau nach Robben, die immer wieder aus dem eisigen Wasser rausschauen.
Vom großen Parkplatz direkt an der Ringstraße erreichst du das Ufer der Lagune in wenigen Minuten. Empfehlenswert ist eine Fahrt mit dem Schlauchboot (Zodiac) oder dem Amphibienfahrzeug auf dem See. Beide Touren kannst du direkt am Parkplatz buchen. Außerdem kannst du dich vor Ort oder bereits im Voraus einer geführten Tour durch eine Eishöhle* anschließen.
Beste Reisezeit: Die Lagune ist das ganze Jahr über sehenswert. Im Sommer leuchten die Eisberge im Licht der Mitternachtssonne, im Winter sind die Eishöhlen-Touren möglich (in der Regel von Mitte Oktober bis März). Für Polarlichter über der Lagune empfehle ich dir die Monate September bis April.
Foto-Tipp: Für spektakuläre Aufnahmen der Eisberge empfehle ich dir ein Teleobjektiv für Details sowie ein Weitwinkelobjektiv für das große Ganze. Die besten Lichtverhältnisse hast du zur Goldenen Stunde.
Gut zu wissen: Die Gletscherlagune Jökulsárlón gehört zum Vatnajökull-Nationalpark – Drohnenflüge sind hier grundsätzlich verboten.
14. Diamond Beach – Eisberge auf schwarzem Lavastrand

Nur einen Steinwurf von der Gletscherlagune Jökulsárlón entfernt liegt einer der surrealsten Strände der Welt: der Diamond Beach – oder auf Deutsch: der Diamantenstrand. Hier treibt das Eis der Lagune durch den Ausfluss in den Atlantik und landet als funkelnde Eisblöcke auf dem pechschwarzen Lavastrand.
Je nach Jahreszeit, Witterung und Gezeiten kann es passieren, dass kaum Eis am Strand liegt. Das haben wir auch schon erlebt. An anderen Tagen findest du hier LKW-große Eisbrocken, die im Sonnenlicht wie riesige Diamanten funkeln. Genau das hat dem Strand seinen Namen gegeben.
Sicherheitshinweis: Bitte sei am Diamond Beach auf der Hut vor den Wellen des Atlantiks! Die Brandung kann hier ohne Vorwarnung sehr stark und gefährlich sein. Gehe niemals mit dem Rücken zum Meer und halte dich von der Wasserlinie fern, wenn die See rau ist. Leider gab es hier bereits schwere Unfälle.
Große kostenpflichtige Parkplätze gibt es auf beiden Seiten des Ausflusses der Gletscherlagune. Im Prinzip spielt es keine Rolle, auf welcher Seite du parkst. Solange die Eisbrocken am schwarzen Lavastrand liegen, bieten beide Seiten spektakuläre Motive.
Foto-Tipp: Die Goldene Stunde verwandelt die Eisblöcke in leuchtende Juwelen. Ich empfehle ein Ultraweitwinkelobjektiv und ein stabiles Reisestativ.
Noch mehr Infos zum Diamond Beach findest du bei Andreas von Reisewut.
15. Stokksnes – Islands spektakulärster Fotospot an der Südostküste



Die Landzunge Stokksnes an der Südostküste Islands war lange ein Geheimtipp. Doch durch die Flut beeindruckender Bilder auf Instagram ist die Landzunge inzwischen zu einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Insel geworden.
Die Kombination aus dem Bergmassiv Klifatindur (847 Meter) mit dem markanten Vestrahorn (686 Meter) im Osten und dem ihm vorgelagerten Brunnhorn (435 Meter), dem schwarzen Lavastrand und dem oft dramatischen isländischen Himmel ergibt Fotomotive, die ihresgleichen suchen. Besonders Fotografen kommen hier auf ihre Kosten. Es braucht aber schon ein wenig Glück, die imposanten Berge ohne Wolken zu erwischen. Manchmal sind es aber gerade die dramatischen Wolken, die das Bild erst perfekt machen.
Es macht einfach Spaß, an den schwarzen Lavastränden entlang zu wandern, den Vögeln zuzuschauen und die Atmosphäre dieses Ortes aufzusaugen. Bitte achte dabei auf die Natur: Tritt keine Pflanzen kaputt und hinterlasse keinen Müll. Nur so bleibt Stokksnes auch für zukünftige Besucher ein unvergessliches Erlebnis.
Der Eintritt beträgt rund sieben Euro pro Person. Außerhalb der Öffnungszeiten des Viking Cafe gibt es einen Automaten, der die Schranke öffnet. Das bedeutet: Du kannst Stokksnes auch mitten in der Nacht besuchen und in aller Ruhe Polarlichter jagen.
Auf dem Gelände befindet sich außerdem ein einst für eine Filmproduktion nachgebautes Wikingerdorf samt Wikingerschiff. Für Kinder ist das ein echter Spaß, für Erwachsene zwar kein Muss, aber doch eine nette Abwechslung.
Hinweis für erprobte Wanderer: Unterhalb des Vestrahorns führt ein Wanderweg an der Küste entlang. Wenn du das Brunnhorn hinter dir gelassen hast, kannst du das Vestrahorn von hinten erklimmen (mehr oder weniger weglos). Der Abstieg führt dann sehr steil durch Geröll zurück zum Wikinger-Dorf (ca. 7 Stunden; zur Tour).
Beste Reisezeit: Stokksnes ist zu jeder Jahreszeit beeindruckend. Im Sommer lockt das Licht der Mitternachtssonne, vom Spätsommer bis ins Frühjahr hinein hast du Chancen auf Polarlichter über dem Klifatindur. Die Goldene Stunde kurz nach Sonnenaufgang ist die beste Zeit für Fotos. Dann taucht das weiche Morgenlicht den schwarzen Sand und die Bergspitzen in warme Farben und du hast den Strand oft fast für dich alleine.
Foto-Tipp: Das klassische Stokksnes-Motiv ist das Vestrahorn mit der Spiegelung im nassen Sand. Du kannst aber auch eine der vielen Sanddünen als Vordergrund einbauen. Für Polarlichter-Aufnahmen empfehle ich dir meinen ausführlichen Polarlicht-Foto-Guide.
Lage und Tipp zur Reiseplanung: Stokksnes liegt in der Nähe von Höfn im Südosten Islands und lässt sich hervorragend mit einem Besuch der Gletscherlagune Jökulsárlón (Sehenswürdigkeit 13) und dem Diamond Beach (Sehenswürdigkeit 14) kombinieren. Alle drei Orte liegen auf der Ringstraße und sind an einem langen Tag gut zu schaffen.
16. Stuðlagil Canyon – Basaltsäulen-Wunder im Osten Islands



Der Stuðlagil Canyon im Osten der Vulkaninsel ist nicht von dieser Welt. Dich erwarten bis zu 30 Meter hohe Basaltsäulen, die senkrecht und in perfekten geometrischen Mustern in den Himmel ragen, während dazwischen der türkisfarbene Fluss Jökulsá á Brú hindurchfließt. Besonders außergewöhnlich sind die teils waagerechten Basaltsäulen – ein weltweit einzigartiges geologisches Phänomen, das selbst erfahrene Islandreisende immer wieder in Staunen versetzt. Achte unbedingt darauf!
Interessant ist übrigens, wie der Stuðlagil Canyon überhaupt erst „entdeckt“ wurde: Seit jeher war die Schlucht der natürliche Weg des Jökulsá á Brú (auch bekannt als Jökulsá á Dal oder Jökla). Erst als das Wasser mit Inbetriebnahme des umstrittenen Wasserkraftwerks Kárahnjúkarvirkjun Anfang der 2000er Jahre um bis zu acht Meter sank, wurden die zuvor unbekannten Basaltsäulen sichtbar.
Es gibt zwei Zufahrten: Vom Parkplatz auf der Südseite des Flusses wanderst du gut zwei Kilometer durch eine atemberaubende Landschaft bis zum Canyon. Von hier kannst du mit etwas Klettergeschick auch direkt in den Canyon hinein. Von der Nordseite gelangst du hingegen nur zu einer Aussichtsplattform über dem Canyon, aber nicht in den Canyon selbst.
Wichtiger Hinweis zur Reisezeit: Der Stuðlagil Canyon ist nur bei niedrigem Wasserstand zugänglich. Am besten besuchst du ihn von Juli bis September. Im Frühjahr und nach starken Regenfällen kann der Wasserstand so hoch sein, dass du nicht direkt in den Canyon kannst.
Aktuell: Derzeit finden im Gebiet Bauarbeiten statt. Hier soll ein neuer Rundweg entstehen, der über Brücken auch den Fluss quert und vermutlich noch viel mehr Besucher anlockt.
Foto-Tipp: Die Basaltsäulen entfalten ihre volle Wirkung am besten bei bewölktem Himmel. Das diffuse Licht lässt die geometrischen Muster und die Farben des türkisfarbenen Wassers besonders intensiv erscheinen. Für Aufnahmen aus dem Canyon bietet sich ein Weitwinkelobjektiv an, um die gesamte Höhe der Säulen einzufangen.
Lage: Der Stuðlagil Canyon befindet sich im Tal Jökuldalur im Osten Islands, nahe der Straße 923. Von der Ringstraße aus kommst du aus dem Norden ins Tal. Plane für den Besuch inklusive Wanderung mindestens zwei bis drei Stunden ein.
17. Dettifoss & Selfoss – Europas mächtigster Wasserfall im Norden Islands


Der Dettifoss darf auf meiner Liste der Top-Sehenswürdigkeiten in Island nicht fehlen: Mit einem durchschnittlichen Wasservolumen von rund 193 Kubikmetern pro Sekunde ist er der mächtigste Wasserfall Europas. Mit Getöse stürzt er 44 Meter in die Tiefe und erzeugt dabei eine Gischt, die man schon von Weitem sehen und spüren kann. Der Name Dettifoss bedeutet übrigens „stürzender Wasserfall“.
Vielleicht kennst du den Dettifoss auch aus dem Science-Fiction-Film „Prometheus – Dunkle Zeichen“ von Ridley Scott (2012). Die eindrucksvolle Eröffnungsszene wurde hier gedreht. Seitdem hat der ohnehin beeindruckende Wasserfall noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Wasserscheu solltest du hier definitiv nicht sein: Durch die gewaltige Gischt wird jeder pitschnass, der in die Nähe des Wasserfalls kommt. Regenklamotten sind Pflicht und vergiss den Regenschutz für deine Kamera nicht! Bei Sonnenschein belohnt dich der Dettifoss mit einem wunderschönen Regenbogen in der Gischt, eines der spektakulärsten Fotomotive im Norden Islands.
Wichtiger Anreise-Tipp: Den Dettifoss kannst du sowohl von der Ostseite (Straße 864, unbefestigt) als auch von der Westseite (Straße 862, asphaltiert) erreichen. Die Westseite bietet den direkteren Zugang zum Wasserfall. Von der Ostseite hast du einen anderen, teils dramatischeren Blickwinkel. Die Straße ist etwas schroff, aber in der Regel mit jedem normalen Mietwagen zu meistern.
Tipp: Mach unbedingt einen Abstecher zum nahe gelegenen Selfoss. Den gut ausgebauten Wanderweg kannst du nicht verfehlen. Mit nur zehn Metern Fallhöhe ist der Selfoss im Vergleich zum Dettifoss zwar ein echter Winzling, aber ein durchaus beeindruckender – vor allem wegen seiner ungewöhnlich breiten Wasserkaskaden. Früher konnte man sogar direkt an den Wasserfall herantreten, heute gibt es Absperrungen, um die empfindliche Natur vor den Besuchermassen zu schützen. Wer noch mehr Wasserfälle sehen möchte, kann einen Abstecher zum Hafragilsfoss machen, der nur wenige Kilometer flussabwärts liegt (Zufahrt über eine Schotterpiste).
Foto-Tipp: Für spektakuläre Aufnahmen des Dettifoss empfehle ich die frühen Morgenstunden – dann ist das Licht am schönsten und noch kaum Betrieb. Ein Weitwinkelobjektiv hilft dir, die gesamte Wucht des Wasserfalls einzufangen, während ein Reisestativ für seidig weiche Langzeitbelichtungen des tosenden Wassers sorgt. Und vergiss nicht: Bei Sonnenschein unbedingt auf den Regenbogen in der Gischt ablichten!
18. Mývatn-See – Vulkanlandschaft und Vogelparadies im Norden Islands

Der Mývatn-See im Norden von Island ist ein absolutes Muss auf jeder Rundreise und für Fotografen ein Eldorado. Die traumhafte Landschaft rund um den See vereint Vulkankrater, Lavaformationen, heiße Quellen und eine einzigartige Tierwelt auf engstem Raum.
Der Name Mývatn bedeutet übrigens „Mückensee“ – und das ist leider wörtlich zu nehmen. In dem Gebiet gibt es unfassbar viele Mücken. Immerhin handelt es sich um harmlose Zuckmücken, die dir im Sommer allerdings den letzten Nerv rauben. Nur bei Wind bleiben die Plagegeister am Boden. Ein feines Netz über dem Kopf ist empfehlenswert.
Im Nordosten des Mückensees liegt das Dorf Reykjahlíð, der ideale Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die nähere Umgebung. Highlights rund um den Mývatn gibt es einige:
In der Badehöhle Grjótagjá leuchtet das Wasser in einem unwirklichen Blauton, die Wassertemperatur liegt bei etwa 45 Grad. Aufgrund von Steinschlaggefahr ist das Baden verboten. Der Anblick alleine ist aber schon den Besuch wert. Übrigens kennen viele die Höhle aus Game of Thrones, in der sie Schauplatz für eine Liebesszene zwischen Jon Snow und Ygritte war. Seitdem ist sie ein Pilgerpunkt für Fans.
Das Lavafeld von Dimmuborgir ist ein weiteres Highlight in der Region. Dich erwartet ein Labyrinth aus bizarren, bis zu mehrere Meter hohen Lavaformationen, das wie eine andere Welt wirkt. Laut der isländischen Mythologie ist das Gebiet Heimat von von Elfen und Trollen. Besonders spektakulär ist die Kirkjan-Höhle, ein natürlicher Lavabogen, der zu den bekanntesten Fotomotiven der Region zählt.
Die Pseudokrater von Skútustaðir am Südufer des Sees sind ebenfalls einen Stopp wert. Diese kleinen, kegelförmigen Hügel sehen zwar aus wie Vulkankrater, entstanden aber durch einen anderen geologischen Prozess: Heiße Lava fließt über feuchten Boden, das explosionsartig verdampfende Wasser durchbricht die Lavadecke und schafft solche Formationen.
Wer sportlicher unterwegs sein möchte, sollte den Aufstieg auf den Tephra-Krater Hverfjall, Teil des Vulkansystems der Krafla, nicht verpassen. Von oben hast du einen atemberaubenden Panoramablick über den Mývatn-See und die umliegende Vulkanlandschaft.
Und last but not least: Wie schon erwähnt sind die Mývatn Nature Baths eine der besten Alternativen zur Blauen Lagune (siehe Sehenswürdigkeit 2).
Der Mývatn-See ist außerdem eines der bedeutendsten Vogelschutzgebiete Islands. Mit 13 nistenden Entenarten ist er ein Paradies für Vogelbeobachter. Bring dein Fernglas und dein Teleobjektiv mit!
Tipp für deine Reiseplanung: Der Mývatn-See liegt perfekt zwischen dem Dettifoss und dem Goðafoss auf der Ringstraße.
19. Goðafoss – Der Wasserfall der Götter im Norden Islands

Der Goðafoss (auf Deutsch „Wasserfall der Götter“) liegt direkt an der Ringstraße im Norden Islands und ist für mich persönlich einer der schönsten Orte auf der ganzen Insel. Entsprechend viel Betrieb herrscht hier auch.
Und hinter dem Namen steckt eine der spannendsten Sagen Islands: Im Jahr 1000 n. Chr. wurde auf vom Þingvellir-Parlament beschlossen, dass Island das Christentum als offizielle Religion annehmen sollte. Der Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði, der zuvor überzeugter Anhänger der nordischen Götter war, akzeptierte diese Entscheidung und warf daraufhin die letzten heidnischen Götterbilder in den Wasserfall. Seitdem trägt er den Namen „Wasserfall der Götter“.
Mit „nur“ zwölf Metern Fallhöhe klingt der Goðafoss auf dem Papier zunächst wenig spektakulär – das gilt aber nur, bis du das erste Mal davor stehst. Denn der Wasserfall ist sage und schreibe 158 Meter breit und entfaltet eine Wucht und Schönheit, die dich sofort in den Bann zieht. Um den gesamten Wasserfall auf ein Foto zu bekommen, solltest du ein Weitwinkelobjektiv einpacken – und selbst dann wird es eng.
Auf beiden Seiten des Flusses führen Wege zum Wasserfall. Wenn du die Zeit hast, lohnt es sich, dieses Naturwunder von beiden Seiten zu erkunden. Folgst du dem linken Weg, kannst du sogar hinunter zum Wasser. Das eröffnet eine völlig neue Perspektive auf den Wasserfall, die die meisten Besucher verpassen.
Foto-Tipp: Die frühen Morgenstunden sind die beste Zeit für Fotos am Goðafoss. Das weiche Morgenlicht taucht den Wasserfall in warme Farben, und du hast ihn oft fast für dich alleine. Ein Reisestativ erlaubt dir spektakuläre Langzeitbelichtungen des tosenden Wassers. Nutze auch beide Uferseiten für unterschiedliche Perspektiven. Besonders die untere Ebene am linken Weg bietet Fotomotive, die kaum jemand kennt.
Tipp für deine Reiseplanung: Der Goðafoss liegt auf dem Weg zwischen Akureyri und dem Mývatn-See. Kombiniere den Besuch am besten mit einem Abstecher in die zweitgrößte Stadt Islands und der spektakulären Seenlandschaft Mývatn. Die drei Orte lassen sich wunderbar an einem Tag erkunden.
Praktische Infos: Der Parkplatz am Goðafoss ist tatsächlich noch kostenlos (inzwischen eine Seltenheit in Island) und direkt an der Ringstraße gelegen. Der Wasserfall ist ganzjährig zugänglich. Im Winter kann der Weg hinunter zum Wasser wegen Schnee und Eis gesperrt sein.
20. Halbinsel Snæfellsnes – Islands Westen in seiner schönsten Form

Die Halbinsel Snæfellsnes im Westen Islands wird oft als „Island im Kleinformat“ bezeichnet. Auf einer vergleichsweise kleinen Fläche vereint sie fast alle Naturwunder, die das Land ausmacht: Gletscher, Vulkane, schwarze Strände, weiße Sandstrände, Lavahöhlen, Felstürme und heiße Quellen. Wer nur wenig Zeit in Island hat, aber möglichst viel sehen möchte, sollte die Halbinsel Snæfellsnes auf keinen Fall auslassen. Plane dafür mindestens einen vollen Tag ein, besser zwei!
Der Snæfellsjökull-Nationalpark
Das Herzstück der Halbinsel ist der Snæfellsjökull-Nationalpark mit dem 1.446 Meter hohen Stratovulkan Snæfellsjökull, der majestätisch über die Halbinsel wacht. Der Gletscher auf dem Gipfel des Vulkans ist weltberühmt – Jules Verne ließ seine Helden in seinem Roman „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864) genau hier in die Tiefe steigen. Wer den Roman kennt, bekommt beim Anblick des Snæfellsjökull eine ganz besondere Gänsehaut.
Eines der Highlights im Nationalpark ist die erst seit 2011 für Besucher geöffnete Lavahöhle Vatnshellir. Im Rahmen einer geführten Gruppentour steigst du bis zu 32 Meter in die Tiefe der Vulkaninsel hinab und entdeckst mit deiner Stirnlampe bizarre Felsformationen und faszinierende Farbspiele. Dich erwartet eine Welt der absoluten Finsternis und Stille. Hier kannst du die Tour buchen*.
Einen Stopp solltest du auch am Krater Saxholl einplanen: Vom Rand des 109 Meter hohen Kraters hast du einen traumhaften Panoramablick über die Halbinsel und den Gletscher. Der Aufstieg dauert nur zehn bis fünfzehn Minuten und ist dank eines ausgebauten Weges mit Treppen für jeden machbar.
Arnarstapi & der Steinbogen Gatklettur
Nicht verpassen solltest du außerdem die schroffe Basaltküste beim Örtchen Arnarstapi im Süden der Halbinsel. Das bekannteste Highlight ist der Steinbogen Gatklettur (auch bekannt als „Hellnar Arch“), ein Basaltbogen im Meer. Es gibt hier viel mehr zu entdecken als nur den Steinbogen: Dich erwarten faszinierende Tiefblicke auf die tosende See und weitere beeindruckende Basaltformationen.
21. Kirkjufell – Islands ikonischer Berg auf der Halbinsel Snæfellsnes



Der Berg Kirkjufell mit dem Wasserfall Kirkjufellsfoss im Norden der Halbinsel Snæfellsnes ist eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten in ganz Island und gleichzeitig einer meiner Lieblings-Fotospot.
Der Kirkjufell selbst ragt 463 Meter in den isländischen Himmel und ist eines der meistfotografierten Motive des Landes. In Game of Thrones war er als „Arrowhead Mountain“ zu sehen Seither hat sich der einstige Geheimtipp zum echten Hotspot entwickelt. Besonders spektakulär ist der Kirkjufell als Polarlicht-Kulisse: Wenn die grünen Lichter über dem Gipfel tanzen, entstehen einmalige Fotos!.
Den besten Blick auf den Kirkjufell hast du vom nahe gelegenen Wasserfall Kirkjufellsfoss. Vom kostenpflichtigen Parkplatz aus sind es nur ein paar Minuten Fußweg zu den Wasserfällen. Tagsüber ist hier immer die Hölle los. Besser, du kommst früh am Morgen oder am Abend, wenn das weiche Licht den Berg in seinen schönsten Farben erstrahlen lässt.
Der Gipfel des Kirkjufells ist zwar zu Fuß erreichbar, der Aufstieg ist aber erfahrenen Bergwanderern mit der richtigen Ausrüstung vorbehalten. Die Wege sind oft kaum zu erkennen, steil, schmal und ausgesetzt. Es gab hier bereits mehrere tödliche Abstürze. Bitte nimm diesen Hinweis ernst!
Für das perfekte Foto mit dem Wasserfall Kirkjufellsfoss im Vordergrund empfehle ich dir ein Ultraweitwinkelobjektiv sowie in den Morgen- und Abendstunden ein leichtes Reisestativ.
22. Hvítserkur – Der versteinerte Troll an Islands Nordwestküste

Der Basaltfelsen Hvítserkur an der Nordwestküste ist eines der skurrilsten Fotomotive der Vulkaninsel. Der 15 Meter hohe Fels ragt dramatisch aus dem Meer und erinnert je nach Blickwinkel an ein trinkendes Nashorn, einen Elefanten oder eben, ganz nach isländischer Tradition, an einen versteinerten Troll.
Denn hinter dem Hvítserkur steckt eine der typisch isländischen Sagen: Der Legende nach war der Felsen einst ein lebendiger Troll, der versuchte, die Glocken eines Klosters zu zerstören. Doch er wurde vom Morgenlicht überrascht und zu Stein verwandelt. Seitdem steht er reglos im Meer und schaut auf die Küste. Eine Geschichte, die man sich an einem nebligen Morgen hier ganz wunderbar vorstellen kann.
Der Hvítserkur ist außerdem Nistplatz zahlreicher Vogelarten wie Dreizehenmöwen und Eissturmvögel. Mit etwas Glück siehst du außerdem Robben, die in der Bucht unterwegs sind. Ach ja, im Jahre 1990 war der Hvítserkur übrigens auf einer isländischen Briefmarke abgebildet.
Vom Parkplatz wanderst du hinunter zum Strand. Zieh unbedingt feste Schuhe an und keine Flip-Flops! Der Abstieg über feinen Schotter ist nicht zu unterschätzen. Plane für den Abstieg, den Strandbesuch und den Rückweg etwa 45 Minuten ein.
Foto-Tipp: Das klassische Hvítserkur-Foto entsteht bei Ebbe, wenn sich der Fels im nassen Sand spiegelt – ein traumhaftes Motiv! Die Sonnenaufgangsstunden bieten das schönste Licht und tauchen den Fels in goldene Farben. Bei Flut hingegen wirkt der Hvítserkur besonders dramatisch, da er dann direkt aus dem Wasser zu ragen scheint. Für Vogelaufnahmen empfehle ich ein Teleobjektiv.
Tipp zur Reiseplanung: Der Hvítserkur liegt auf der Vatnsnes-Halbinsel im Nordwesten Islands. Er liegt etwas abseits der Ringstraße und erfordert einen Umweg von etwa 30 Minuten pro Richtung, die sich aber lohnen!
23. Kap Bjargtangar – Papageitaucher am westlichsten Punkt Islands

Das Kap Bjargtangar mit den Klippen von Látrabjarg auf den Westfjorden ist nicht nur der westlichste Punkt Islands, sondern gilt gleichzeitig als der zweitwestlichste Punkt ganz Europas – und ist damit schon allein geografisch ein besonderes Reiseziel. Für Natur- und Tierliebhaber ist das Kap mit dem Leuchtturm Bjargtangar jedoch vor allem aus einem Grund ein absolutes Pflichtprogramm: Hier brüten im Sommer Hunderttausende Seevögel in den mehrere hundert Meter steil abfallenden Klippen, darunter Papageitaucher, Möwen, Lummen und Tordalken. Ein Naturschauspiel der Extraklasse!
Der absolute Höhepunkt sind zweifellos die Papageitaucher mit ihren leuchtend bunten Schnäbeln. Puffins sind übrigens hervorragende Schwimmer und können bis zu 60 Meter tief tauchen. An Land wirken sie mit ihrem watschelnden Gang fast ein wenig tollpatschig, was sie nur noch sympathischer macht.
Beste Reisezeit: Die Papageitaucher sind von Mitte April bis Ende August an den Klippen von Látrabjarg zu beobachten. Den Rest des Jahres verbringen sie auf dem offenen Meer. Wer also Puffins sehen möchte, muss in den Sommermonaten kommen.
Wer ernsthaft an Tierfotografie interessiert ist, lässt den Rummel am Parkplatz hinter sich und folgt für 15 bis 20 Minuten dem Wanderweg entlang der Klippen. Hier, abseits der Menschenmassen, kannst du mit dem Teleobjektiv auf „Puffin-Jagd“ gehen. Die Vögel sind erstaunlich zutraulich und lassen sich aus nächster Nähe fotografieren. Ein unvergessliches Erlebnis für jeden Naturfotografen!
Sicherheitshinweis: Die Klippen von Látrabjarg fallen mehrere hundert Meter steil ab. Halte unbedingt ausreichend Abstand zur Kante und bleibe auf den markierten Wegen.
Foto-Tipp: Für tolle Nahaufnahmen der Puffins ist ein Teleobjektiv (mindestens 300 mm) unverzichtbar. So kannst du die charakteristischen bunten Schnäbel und die ausdrucksstarken Augen der Vögel gestochen scharf einfangen. Übrigens sind die Morgenstunden ideal, da die Puffins dann besonders aktiv sind und das weiche Licht wunderschöne Aufnahmen ermöglicht.
Lage und Tipp zur Reiseplanung: Die Westfjorde sind eine der abgelegensten und ursprünglichsten Regionen Islands. Die Anreise ist mit einem normalen Mietwagen möglich, erfordert aber Zeit und Planung. Wer die Westfjorde besucht, sollte mindestens zwei bis drei Tage einplanen. Die Region hat neben dem Kap Bjargtangar noch viele weitere Highlights zu bieten.
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Karte mit den wichtigsten Highlights in Island
Auf der interaktiven Karte findest du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Island im Überblick:
Häufig gestellte Fragen zu Island
❓ Was sind die bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Island?
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Island zählen die Blaue Lagune, die Gletscherlagune Jökulsárlón, der Golden Circle mit Þingvellir, Strokkur-Geysir und Gullfoss sowie die Wasserfälle Skógafoss und Seljalandsfoss an der Südküste. Auch der Berg Kirkjufell auf der Halbinsel Snæfellsnes und das Hochlandtal Landmannalaugar gehören zu den absoluten Highlights einer Island Rundreise.
❓ Wie viele Tage brauche ich, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Island zu sehen?
Um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Island zu sehen, solltest du mindestens zwei Wochen einplanen. Für eine vollständige Rundreise entlang der Ringstraße inklusive Abstechern ins Hochland und auf die Halbinsel Snæfellsnes sind drei bis vier Wochen ideal. Wer nur wenig Zeit hat, kann mit dem Golden Circle und der Südküste in fünf bis sieben Tagen die wichtigsten Highlights abdecken.
❓ Wann ist die beste Reisezeit für Island?
Die beste Reisezeit für Island ist von Mitte Mai bis Ende September. In diesen Monaten sind die meisten Sehenswürdigkeiten zugänglich, die Temperaturen angenehm und die Tage sehr lang – im Hochsommer gibt es sogar die berühmte Mitternachtssonne. Wer Polarlichter sehen möchte, sollte zwischen September und April reisen. Dann sind jedoch die F-Straßen ins Hochland gesperrt.
❓ Welche Sehenswürdigkeiten in Island kann man kostenlos besuchen?
Die meisten Natursehenswürdigkeiten in Island sind kostenlos zu besuchen – darunter die Wasserfälle Skógafoss, Seljalandsfoss, Goðafoss und Dettifoss, der Reynisfjara Beach, der Þingvellir-Nationalpark sowie das Hochlandtal Landmannalaugar. Für Parkplätze wird an vielen Orten jedoch eine Gebühr erhoben. Kostenpflichtige Highlights sind unter anderem die Blaue Lagune, die Mývatn Nature Baths und die Lavahöhle Vatnshellir.
❓ Brauche ich für Island Sehenswürdigkeiten ein Allradfahrzeug?
Für die Sehenswürdigkeiten entlang der Ringstraße und der Südküste reicht ein normaler Mietwagen aus. Für Ausflüge ins Hochland – zum Beispiel nach Landmannalaugar – ist jedoch ein Allradfahrzeug vorgeschrieben, da die sogenannten F-Straßen nur mit Allrad befahren werden dürfen. Wer kein Allradfahrzeug mieten möchte, kann alternativ geführte Superjeep-Touren buchen.
❓ Wo kann man in Island am besten Papageitaucher beobachten?
Gute Orte zur Beobachtung von Papageitauchern (Puffins) in Island sind zum Beispiel das Kap Bjargtangar mit den Vogelklippen Látrabjarg auf den Westfjorden sowie die Klippen rund um Vík und Reynisfjara an der Südküste. Die beste Zeit für die Beobachtung ist von Mitte April bis Ende August, wenn die Vögel zum Brüten an die Küste kommen.
❓ Kann man in Island das ganze Jahr über reisen?
Ja, Island ist grundsätzlich das ganze Jahr über ein lohnenswertes Reiseziel. Im Sommer locken lange Tage, Mitternachtssonne und das Hochland. Im Winter sind die Chancen auf Polarlichter am größten, die Straßen ins Hochland sind jedoch gesperrt und das Wetter kann extrem ungemütlich werden. Frühling und Herbst bietet ein gutes Gleichgewicht aus angenehmen Temperaturen, weniger Touristen und möglichen Polarlicht-Sichtungen.
❓ Was sollte man bei einem Besuch unbedingt beachten?
Bei einer Reise nach Island gibt es einige Hinweise zu beachten: Halte dich immer an die markierten Wege und betrete keine gesperrten Gebiete. Sei besonders vorsichtig an Klippen und Stränden – unerwartet große Wellen können lebensgefährlich sein, wie am Reynisfjara Beach. Respektiere die empfindliche isländische Natur und hinterlasse keinen Müll. Buche beliebte Attraktionen wie die Blaue Lagune unbedingt im Voraus. Und last but not least: Das Wetter in Island kann sich sehr schnell ändern – ziehe immer wetterfeste Kleidung an!
❓ Welche Sehenswürdigkeiten eignen sich besonders für Fotografen?
Island ist ein Paradies für Fotografen! Die besten Fotospots sind der Berg Kirkjufell mit dem Wasserfall Kirkjufellsfoss, die Landzunge Stokksnes mit dem Vestrahorn im Hintergrund, die Gletscherlagune Jökulsárlón bei Sonnenaufgang, der Reynisfjara Beach mit dem dramatischen Kontrast aus schwarzem Sand und weißen Wellen sowie das Hochlandtal Landmannalaugar mit seinen bunten Bergen. Für Polarlichter-Fotografie empfehle ich meinen ausführlichen Polarlicht-Fotografie-Guide.
❓ Gibt es in Island Sehenswürdigkeiten, die man vorbuchen muss?
Ja – einige der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Island müssen zwingend im Voraus gebucht werden. Dazu gehören vor allem die Blaue Lagune, Eishöhlen-Touren an der Gletscherlagune Jökulsárlón (in der Regel von Mitte Oktober bis März), die Lavahöhle Vatnshellir auf der Halbinsel Snæfellsnes sowie Schnorchel- und Tauchtouren im Silfra Rift im Þingvellir-Nationalpark. Für beliebte geführte Touren wie den Superjeep nach Landmannalaugar empfiehlt sich ebenfalls eine frühzeitige Buchung, besonders in der Hochsaison.
Island-Reiseführer
Das waren also die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Island. Wer die Vulkaninsel systematisch erkunden möchte, dem empfehle ich einen guten Reiseführer als Begleiter – entweder unseren eigenen Island-Reiseführer oder hier die aktuellen Bestseller:
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