Schönste Orte im Harz: Brocken, Fachwerk & ein Instagram-See

↻ 18. April 2026
Die schönsten Orte im Harz

Der Harz ist vielleicht das am meisten unterschätzte Reiseziel Deutschlands. Und das, obwohl er alles hat, wofür andere Regionen weltberühmt sind: verwunschene Wälder, mystische Felsen, Instagram-Spots, die aus einem Fantasy-Film stammen könnten – und Naturorte, die selbst Vielreisende sprachlos machen.

Ich war mehrfach dort. Jedes Mal wieder verzaubert. Und jedes Mal hat der Harz mir noch etwas Neues gezeigt.

Welche Orte im Harz lohnen sich wirklich? Der Hexentanzplatz, der Brocken, der türkisfarbene Oderteich – die kennen viele. Aber der Blaue See, der sich nur wenige Wochen im Jahr hellblau färbt? Die Höhlenwohnungen nahe Halberstadt, die per Hand in den Fels geschlagen wurden und bis vor 100 Jahren tatsächlich bewohnt waren? Die Verlobungsinsel in der Oker, die kein Reiseführer auf dem Schirm hat?

Genau darum geht es hier. Ich zeige dir die schönsten Orte im Harz – von den Klassikern bis zu den Geheimtipps, die du sicher noch nicht auf deiner Reiseliste hattest. Für jeden Entdeckertyp ist etwas dabei. Und für jeden, der einfach wissen will: Wo ist es im Harz am schönsten?

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1. Quedlinburg – wo jede Gasse eine Geschichte erzählt

Fang mit Quedlinburg in Sachsen-Anhalt an. Ernsthaft. Seit 1994 ist die Altstadt von Quedlinburg mit Schloss, Stiftskirche und über 2.100 Fachwerkhäusern UNESCO-Weltkulturerbe.

Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. Alles in diesem wunderschönen Ort hat Biggi und mich verzaubert. Die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und den bunten Fachwerkhäusern wurde im Jahre 922 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und wirkt trotzdem lebendig. Plane unbedingt mehr Zeit ein, als du glaubst zu brauchen.

Schau dir den Schlossberg an. Die Stiftskirche St. Servatii mit angrenzendem Schlossmuseum wird von der UNESCO als „architektonisches Meisterwerk der Romanik“ geführt. Der Blick von dort oben über die Dächer der Altstadt ist unvergleichlich.

Ein weiteres Highlight ist das Fachwerkmuseum Ständerbau, Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut und damit eines der ältesten Gebäude der Stadt. Das älteste ist der Höllenhof. Das Gebäude Hölle 11 stammt aus dem Jahr 1215. Das Quedlinburger Rathaus ist ebenfalls ein architektonisches Meisterwerk, das du dir nicht entgehen lassen solltest.

Mein Café-Tipp: Gönn dir Kaffee und Kuchen im Vincent, der Käsekuchenkönig (Google Maps) – eine Institution in Quedlinburg.

2. Goslar – die Kaiserstadt, die niemanden kalt lässt

Goslar hat uns ebenfalls verzaubert, von der ersten Minute an. Der historische Zentrum der früheren Kaiserstadt Goslar gehört seit 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wer einmal über den Marktplatz mit dem historischen Rathaus – errichtet zwischen 1295 und 1326 und damit eines der ältesten erhaltenen Rathäusern im deutschsprachigen Raum – und dem Marktbrunnen geschlendert ist, versteht die Faszination.

Die Kaiserpfalz aus dem 11. Jahrhundert gilt als größter Profanbau ihrer Zeit und steht noch heute so da, als hätte die Geschichte dort angehalten. Dazu kommen der Zwinger als ehemaliger Befestigungsturm, heute eines der Wahrzeichen der Stadt, und das Besucherbergwerk Rammelsberg, ebenfalls UNESCO-Welterbe und eines der beeindruckendsten Industriedenkmäler Norddeutschlands.

Das gesamte Areal innerhalb der historischen Stadtbefestigung steht unter Denkmalschutz und jährlich zählt die Stadt über 700.000 Übernachtungen. Das ist immens für ein so beschauliches Örtchen. Damit ist Goslar einer der meistbesuchten Orte im gesamten Harz.

3. Hexentanzplatz & Rosstrappe – das Bodetal und seine Magie

Hoch über dem Bodetal liegt ein sagenumwobener Ort: Der Hexentanzplatz bei Thale ist ein Felsplateau und einer der ältesten altsächsischen Kultorte Deutschlands überhaupt.

Vom Felsplateau blickst du ins Bodetal, ein spektakulärer Canyon mitten in Deutschland, der mich direkt an den Black Canyon in den USA erinnert hat. Das Bodetal wird nicht umsonst auch der Grand Canyon des Harzes genannt. In der Walpurgisnacht, die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, verwandelt sich der Hexentanzplatz in einen Schauplatz für Hexen und Teufel.

Kinder finden besonders die Hexenfiguren, das umgedrehte Hexenhaus und die Walpurgishalle toll. Du erreichst den Hexentanzplatz bequem mit dem Auto oder mit der Bodetal-Seilbahn. Oder du nimmst einen der zahlreichen Wanderwege, die hier oben zusammenlaufen.

Was viele vergessen: Direkt gegenüber, auf der anderen Seite des Bodetals, thront die Rosstrappe. Der markante Granitfelsen mit seiner Aussichtsplattform und dem angeblichen Hufabdruck im Fels ist mindestens genauso eindrucksvoll und lässt sich wunderbar mit dem Hexentanzplatz zu einem halben Wandertag kombinieren. Wer mag, startet von hier auf den legendären Harzer Hexenstieg, der auf rund 100 Kilometern von Thale nach Osterode führt.

Mein Camping-Tipp: Direkt am großen Parkplatz am Hexentanzplatz befindet sich ein ausgewiesener Wohnmobil- und Campingplatz – ideal für alle, die den Abend hier oben verbringen wollen.

4. Der Brocken – König des Harzes

Gipfelstein auf dem Brocken
Der Brocken ist der höchste Berg in ganz Norddeutschland

Mit knapp 1.142 Metern ist der Brocken der höchste Berg im Harz und sogar in ganz Norddeutschland. Für mich zählt er zu den schönsten Orten im Harz, weil der Ausblick vom Gipfel schlicht grandios ist. Klarer Tag, Wind im Gesicht, Blick über endlose Wälder und Moore des Nationalparks Harz. Geht es besser?

Den Gipfel erreichst du seit 1899 mit der historischen Brockenbahn – eine der letzten Dampfbahnen Deutschlands, die noch regulär im Einsatz ist.

Oder du nimmst einen der vielen Wanderwege: Die kürzeste und beliebteste Route beginnt in Schierke und führt durch das sogenannte Eckerloch. Wer mehr Kilometer und mehr Geschichte will, nimmt den knapp 18 Kilometer langen Goetheweg, benannt nach Johann Wolfgang von Goethe, der den Brocken insgesamt dreimal bestieg und sich von der rauen Gipfellandschaft immer wieder inspirieren ließ. Der rund 100 Kilometer lange Fernwanderweg Harzer Hexenstieg verläuft ebenfalls über den Brocken.

Um den Brocken ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen. Deshalb wird der Berg im Volksmund auch Blocksberg genannt. Rund um den Blocksberg treffen sich in der Walpurgisnacht Tausende, um das Hexentreiben zu zelebrieren. In Schierke feiert man die Walpurgisnacht gar mit einem dreitägigen Mittelalterfest.

Kulinarischer Extratipp: Wenn du schon in Schierke startest, solltest du dort auch kulinarisch in den Harz eintauchen. Eine Spirituosen-Tradition hat der Harz schon immer gepflegt – der Schierker Feuerstein entstand vor über 100 Jahren, als Apotheker mit verschiedenen Kräutern experimentierten. Im alten Stammhaus kannst du nicht nur den Likör kaufen, sondern auch an Führungen teilnehmen (Website).

Wichtig für den Winter: Sei gewarnt. Oben auf dem Brocken herrschen im Winter raue, fast schon alpine Bedingungen. Temperaturen weit unter null, Sturm und dichter Nebel sind keine Seltenheit. Zieh dich entsprechend an.

5. Wernigerode – „Die bunte Stadt am Harz“

Der Dichter Hermann Löns prägte für die Stadt Wernigerode vor mehr als hundert Jahren den Begriff „Die bunte Stadt am Harz“. Daran erinnert seit 1929 sogar ein Gedenkstein. Die farbenfrohen Fachwerkhäuser leuchten in der Sonne, die verwinkelten Gassen laden zum Bummeln ein, und über allem thront ein Schloss wie aus dem Märchenbuch.

Die Fachwerkhäuser sind so makellos erhalten, weil Wernigerode schon zu DDR-Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel war und man zum Glück darauf verzichtete, die Altstadt abzureißen und dafür häßliche Plattenbauten zu errichten – wie vielfach geschehen. Das Rathaus, bereits 1277 in Schriften erwähnt, und die Patrizierhäuser am Marktplatz aus dem 16. und 17. Jahrhundert gehören zu den schönsten Fotomotiven. Schau dir unbedingt auch das Schiefe Haus an. Das um 1680 als Walkmühle der Tuchmacher an der Stelle einer alten Mühle erbaute Gebäude ist so schief, dass man schon zweimal hinschauen muss. Heute ist hier das „Museum Schiefe Haus“ mit Ausstellungen zur Stadtgeschichte untergebracht.

Das Schloss Wernigerode wurde einst als Burg erbaut und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel, das hoch über dem schönen Ort thront. Du erreichst es mit einer kleinen „Schlossbahn“, die alle 30 Minuten in der Altstadt abfährt – oder du läufst gemütlich durch die Gässchen hinauf. Vom Tiergarten rund um das Schloss aus genießt du einen tollen Blick auf den Brocken. Direkt unterhalb des Schlosses liegt der Lustgarten mit Orangerie und Palmenhaus. Beliebt ist auch der Wildpark Wernigerode Christianental, in dem du etwa Rot-, Dam-, Muffelwild und Wildschweine beobachten kannst.

Für Familien lohnt sich außerdem ein Spaziergang durch den Bürger- und Miniaturenpark Wernigerode. In dem Miniaturenpark kannst du über 60 Harzer Sehenswürdigkeiten in einer Miniatur-Landschaft bewundern.

Und wer den Brocken ohne Wanderung erleben möchte: In Wernigerode startet die legendäre Brockenbahn, die dich in rund eineinhalb Stunden auf den höchsten Gipfel Norddeutschlands bringt.


Dumont Foto-Eskapaden Deutschland

Unser erstes Buch: Foto-Eskapaden in Deutschland

Nach 16 Jahren Reiseblog ist es soweit: Im Juni 2026 erscheint unser erstes Buch bei DuMont – Foto-Eskapaden in Deutschland. 30 fotografische Abenteuer quer durch die Republik, mit GPS-Tracks, Karten und 10 spannenden Foto-Challenges. Kurz gesagt: der perfekte Begleiter für alle, die Deutschland mit offenen Augen und Kamera in der Hand neu entdecken wollen.


6. Königstein an der Teufelsmauer – wo Geschichte in den Fels gemeißelt wurde

Die Teufelsmauer, die auf etwa 20 Kilometern Länge von Ballenstedt über Rieder und Weddersleben bis nach Blankenburg verläuft, ist eine der spektakulärsten Naturformationen im Harz.

Der Königstein bei Weddersleben ist einer der imposantesten Abschnitte. Über 500 Meter zieht sich die schroff aufragende Sandsteinkette durch das Harzvorland, mit dem Adlerfelsen als höchsten Punkt.

Der Name klingt nach Königreich und Prunk. Die Wahrheit ist aber viel nüchterner. Königstein leitet sich von „Kehnstein“ ab und bedeutete schlicht Verkündigungsstein.

Im September 1784 stand Johann Wolfgang von Goethe genau hier, gemeinsam mit dem Maler Georg Melchior Kraus. Ein Goethestein auf der Südseite erinnert daran. Und wer genau hinschaut, findet in der Umgebung historische Inschriften in den Sandstein geritzt – darunter einen Notenschlüssel und einen geschwungenen Buchstaben W. Wer auch immer sie hinterlassen hat: Sie überdauerten Jahrhunderte.

Einen weiteren Eintrag in die Geschichtsbücher verdiente sich der Königstein im Juni 1833. Als einer der ersten Naturorte Deutschlands überhaupt wurde er damals unter Schutz gestellt, nachdem er lange als Steinbruch herhalten musste.

Heute führt ein gut ausgebauter Wanderweg, zum Teil mit Holzplattformen, direkt an den mächtigen Felsformationen des Königstein vorbei.

7. Hamburger Wappen – die Drei Zinnen des Harzes

Drei Felsnadeln. Mitten im nördlichen Harzvorland. Und trotzdem sofort bekannt – zumindest ihr Aussehen. Das Hamburger Wappen bei Timmenrode sieht dem Stadtwappen der Hansestadt so verblüffend ähnlich, dass mit finanzieller Unterstützung der Stadt Hamburg tatsächlich ein Wappen Hamburgs am Fuß der Formation angebracht wurde. Und wer mit offenen Augen durch die Formation streift, entdeckt am westlichen Rand eine Vogeldarstellung im Fels. Niemand weiß heute noch mit Sicherheit, wer sie hinterlassen hat und wann.

Wer genug vom bloßen Staunen hat, steigt hinauf. Die steile, in den Sandstein gehauene Zinnentreppe mit 15 Stufen führt zwischen den Zinnen nach oben. Unterhalb öffnet sich ein kleiner Talkessel mit den natürlichen Felshöhlen der sogenannten Kuhställe auf der einen und dem Teufelsloch mit der Rittertreppe – eine in den Fels geschlagene Stiege – auf der anderen Seite.

Filmfans aufgepasst: Sowohl für den Kinofilm „Der Medicus“ als auch für den Märchenfilm „Das singende, klingende Bäumchen“ wurde hier gedreht.

Für Wanderer auf den Spuren der Harzer Wandernadel (mehr Infos auf der Website): Hier befindet sich die Stempelstelle Nr. 74.

8. Eisleben – hier wirkte Martin Luther

Eisleben liegt streng genommen im Harzvorland. Aber es wäre ein Fehler, den Ort deshalb von dieser Liste zu streichen. Denn als Lutherstadt ist Eisleben einzigartig in Deutschland. Hier wurde Martin Luther 1483 geboren. Und hier starb er 1546. Geburts- und Sterbeort ein und derselben Person, beide erhalten – das gibt es nicht oft.

Ganz ehrlich: Optisch kommt Eisleben nicht an Quedlinburg oder Goslar heran. Aber geschichtlich ist der Ort einen Besuch wert. Der Marktplatz mit dem markanten Lutherdenkmal ist sehenswert, die St. Petri Paul Kirche, in der Luther getauft wurde, ebenfalls. Das alte Taufbecken steht dort noch heute. Ganz in der Nähe findest du das Museum „Luthers Geburtshaus“ (Lutherstraße 15), das seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

Was viele nicht wissen: Nur drei Gehminuten entfernt liegt das Museum „Luthers Sterbehaus“ (Andreaskirchplatz 7) – ebenfalls UNESCO-Welterbe und genauso sehenswert wie das Geburtshaus. Wer beiden Häuser besucht, bekommt ein ganzheitliches Bild eines der einflussreichsten Deutschen der Geschichte.

Eisleben ist kein Ort für einen ganzen Tag, ein halber Tag reicht. Der hinterlässt aber mehr Eindruck, als du denkst.

9. Stolberg – ein Fachwerkjuwel im Unterharz

Stolberg, einst eine Bergmannssiedlung, ist einer meiner persönlichen Geheimtipps im Harz. Der kleine Ort im Unterharz zählt gerade einmal rund 1.400 Einwohner und hatte bis 2010 sogar das Stadtrecht. In der Niedergasse reihen sich Fachwerkhäuser aneinander wie Perlen auf einer Schnur. Das Örtchen wirkt fast wie aus einem Historienfilm entsprungen.

Über dem Ort thront das Schloss Stolberg aus dem 13. Jahrhundert. Du findest hier ein kleines Museum und genießt einen schönen Blick über den Ort.

Im Museum Alte Münze erfährst du alles über die historische Münzprägung und kannst in eine originalgetreue Münzwerkstatt blicken. Klein, aber überraschend spannend.

Geschichtlich hat Stolberg noch mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick vermuten würde. 1489 wurde hier Thomas Müntzer geboren, Theologe, wie Luther Reformator und Revolutionär in der Zeit des Bauernkrieges. 1525 wurde er öffentlich in Mühlhausen geköpft. Vor der Katharinenkirche in Zwickau befindet sich heute sein Denkmal.

10. Weltwald Harz – Goethe, Adler und ein Indianerpfad

Im Westharz, nahe der Bergstadt Bad Grund, liegt einer der schönsten Ausflugsorte des gesamten Mittelgebirges: der Weltwald Harz. Ein Ort, an dem Geschichte, Natur und Abenteuer aufeinandertreffen. Du findest hier eine Ansammlung von über 600 Baum- und Straucharten aus Nordamerika, Asien und Europa.

Das Highlight ist der fast 50 Meter hohe Hübichenstein, Überreste eines Korallenriffs, auf dessen höchster Spitze ein Adler aus Bronze mit drei Metern Flügelspannweite – einst Teil eines Denkmals für Kaiser Wilhelm I. – thront.

Den Gipfel der kleineren der beiden Felsnadeln erreichst du über eine steile Felstreppe. Übrigens stand hier am 12. August 1784 schon Johann Wolfgang von Goethe und ließ sich von diesem Ort inspirieren. Du wandelst also buchstäblich auf Goethes Spuren.

Kinder können sich auf dem Indianerpfad mit seiner langen Hängeseilbrücke austoben.

In der Nähe befindet sich außerdem die Schachtanlage Knesebeck. In dem Bergbaumuseum gibt es Führungen durch die alten Schächte eines 1992 stillgelegten Erzbergwerks. Hier bekommst du einen guten Einblick in die Bergbaugeschichte des Harzes.

Und wer noch tiefer eintauchen will: Das Höhlenerlebniszentrum Iberger Tropfsteinhöhle ist auch nicht weit entfernt. Die Tropfsteinhöhle gehört zu den schönsten ihrer Art in Norddeutschland und ist ganzjährig geöffnet (Montag geschlossen). Ein Pflichtprogrammpunkt, gerade wenn das Wetter mal nicht mitspielt.

11. Verlobungsinsel & Okertalsperre – Naturidylle im Westharz

Zwischen Goslar und dem Oberharz schlängelt sich die Oker durch eines der schönsten Täler des Mittelgebirges. Das Okertal ist perfekt zum Wandern – ruhig, grün, fast schon meditativ.

Und mittendrin liegt ganz besonderer Ort: Wir sind vom Parkplatz an der B498 einen kleinen Pfad hinunter an die Oker spaziert und standen plötzlich auf der Verlobungsinsel – einer kleinen Flussinsel, die von der Oker wie von zwei Armen umarmt wird. Eingebettet in die Natur, umgeben von großen Felsen, über die man wunderbar balancieren kann. Ein Picknickplatz und Kraftort. Für die ganze Familie geeignet und kaum überlaufen. Die Verlobungsinsel ist übrigens auch Stempelstelle 116 der Harzer Wandernadel.

Nur wenige Kilometer weiter südlich wartet die Okertalsperre. Der Stausee liegt eingebettet in bewaldete Hänge und bietet von mehreren Aussichtspunkten spektakuläre Blicke über das Wasser. Im Sommer ist die Okertalsperre ein beliebtes Ausflugsziel für Kajakfahrer und Wanderer. Im Herbst, wenn sich die Wälder orange und rot färben, verwandelt sich die Gegend in eine Kulisse, die wohl selbst eingefleischte Harzmuffel überzeugt.

Tipp: Auf dem Weg von der Verlobungsinsel zur Okertalsperre kommst du am Romkerhaller Wasserfall vorbei – besonders im Winter mit Eiszapfen ein schöner Fotospot. Am Fuße des Wasserfalls kannst du eine Rast im Hotel- und Restaurant Königreich Romkerhall einlegen, das als kleinstes Königreich der Welt vermarktet wird.

12. Rappbodetalsperre & Titan RT – für alle, die den Kick suchen

Wer Adrenalin sucht, ist hier genau richtig. Die Rappbodetalsperre im Oberharz ist nicht irgendein Stausee – sie ist die größte Trinkwassertalsperre Deutschlands und ein Besuchermagnet, der seinesgleichen im Harz sucht. Du kannst über die Staumauer spazieren, von diversen Aussichtspunkten auf das Wasser blicken und die schiere Größe des Bauwerks auf dich wirken lassen.

Aber der eigentliche Star hängt daneben. Die Titan RT (ganzjährig geöffnet von 8:00–21:30 Uhr; Tickets) ist eine Hängebrücke der Superlative: 458 Meter lang, rund 100 Meter über dem Talboden. Wer Höhenangst hat, sollte zweimal überlegen. Alle anderen: einfach drüber. Der Blick von der Brücke hinunter in das Tal und auf die Staumauer ist spektakulär. Ach ja, in der Mitte der Brücke gibt es einen Sonderstempel der Harzer Wandernadel.

Und wer noch mehr Adrenalin will: Von der Brücke ist ein Pendelsprung (Gigaswing) mit 70 Meter freiem Fall (ab 79 Euro; zur Buchung) möglich. Daneben werden an der Rappbodetalsperre eine Megazipline und am nahe gelegenen Aussichtsturm Solitair – mit dem besten Blick über die Region – Wallrunnig und Ultrashot (im Inneren des Aussichtsturms Solitair) angeboten. Hier findest du alle Angebote für Adrenalin-Junkies.

Und dann ist da noch der Tunnel der L96. Am Wochenende versammeln sich hier Motorräder und getunte Autos, die mit lautem Getöse durch den Tunnel brettern. Je lauter, desto besser lautet das inoffizielle Motto. Die Motoren heulen im Tunnel auf, das Geräusch wird durch die Wände verstärkt. Da fühlt sich ein Ausflug zur Talsperre an wie ein Besuch auf einer Rennstrecke.

Tipp: Komm unter der Woche, wenn du die Titan RT ohne zu viel Trubel erleben willst. An Wochenenden und Feiertagen kann es sehr voll werden.

13. Selketal – wildes Tal, mittelalterliche Burg und der schönste Wanderweg des Harzes

Selkefall im Harz, Sachsen-Anhalt
Der Selkefall ist ein echtes Kleinod und ein tolles Fotomotiv im Selketal

Das Selketal im Ostharz ist eines der wildesten und romantischsten Täler des Mittelgebirges. Das Herzstück ist die Burg Falkenstein, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Burgen im Harz, die hoch über dem Selketal thront und einen fantastischen Blick über die bewaldeten Hänge bietet. Die Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und beherbergt heute ein Museum.

Die Dauerausstellung zeigt die Burg in ihrer historischen Nutzung mit dem zugehörigen Inventar. Ein weiterer Teil widmet sich dem „Sachsenspiegel“, dem bedeutendsten deutschsprachigen Rechtsbuch des Mittelalters. Außerdem finden auf dem Gelände regelmäßig Veranstaltungen statt, etwa ein Mittelalter-Spektakel (zu den Terminen).

Ein weiteres Highlight ist der Selketal-Stieg, einer der romantischsten Wanderwege im Harz. Der Weg führt in vier Etappen (75 Kilometer) durch das gesamte Tal von Stiege bis nach Quedlinburg.

Wer nicht weit laufen will, macht Stopp am Selkefall, fast direkt an der Straße. Der Selkefall ist ein von Menschenhand geschaffener, flacher Wasserfall, der ein wunderbares Fotomotiv abgibt.

Und wer lieber rollt als wandert: Die historische Selketalbahn (Website), eine Schmalspurbahn, die durch das gesamte Tal schnauft, ist nicht nur ein Erlebnis für Kinder, sondern für alle, die den Harz einmal aus einem anderen Blickwinkel erleben wollen.

In der Nähe liegt außerdem Schloss Ballenstedt, eine barocke Schlossanlage am Nordrand des Harzes mit weitläufigem Schlosspark. Tipp: Gut essen kannst du in den Klosterstuben auf Schloss Ballenstedt. Insgesamt ist das Schloss ein lohnender Abstecher, wenn du ohnehin im Selketal unterwegs bist.

14.Oderteich – der bekannteste Instagram-Spot im Harz

Reisebloggerin Biggi Bauer auf einer Holzbrücke auf dem Oderteich-Rundweg im Harz
Hier waren wir auf dem Oderteich-Rundweg unterwegs

Manche Orte muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben. Der Oderteich, gelegen mitten im Nationalpark Harz, ist so einer. Der See liegt eingebettet in eine märchenhafte Moorlandschaft, umgeben von knorrigen Bäumen – und hat sich in den letzten Jahren zum wohl bekanntesten Instagram-Spot im Harz entwickelt.

Was die wenigsten wissen: Von 1722 bis 1891 war der Oderteich die größte Talsperre Deutschlands. Heute ist er ein stilles Gewässer, das je nach Licht und Jahreszeit völlig unterschiedlich wirkt. Im Herbst verwandelt sich die Umgebung in ein Meer aus Gold und Rot. Und im Winter, wenn Schnee und Eis die Moorlandschaft überziehen, wirkt der Oderteich wie aus einer anderen Welt.

Der Rundwanderweg um den Oderteich ist relativ einfach: gut vier Kilometer über Stock und Stein, aber kaum Höhenunterschied und jede Menge Fotomotive. Perfekt für einen entspannten Nachmittag.

Starte am besten von Torfhaus aus, wenn du etwas länger wandern willst. Der kleine Ort, bekannt für den 65 Meter hohen Harzturm, mit direktem Blick auf den Brocken gilt als idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in dieser Region. Von dort erreichst du das Nordufer des Oderteichs in knapp einer Stunde zu Fuß durch den Nationalpark.

Foto-Tipp: Komm früh morgens. Das Licht zur goldenen Stunde taucht den Oderteich ins schönste Licht und die Wanderwege sind um diese Zeit noch menschenleer.

15. Bocksberg – Aussicht, Seilbahn und Sommerrodelbahn

Der Harz hat noch mehr zu bieten als verwunschene Täler und märchenhafte Seen. Manchmal braucht es einen Aussichtspunkt, um zu verstehen, wie groß und wie vielfältig dieses Mittelgebirge wirklich ist.

Der Bocksberg bei Goslar im Naturpark Harz ist so ein Punkt. Mit 727 Metern Höhe bietet er einen direkten Blick zum Brocken. Wer nicht wandern will, nimmt die Bocksberg-Seilbahn hinauf. Oben warten ein Bergrestaurant, die Bocksberghütte Hahnenklee, ein Aussichtsturm und im Sommer eine Sommerrodelbahn, ein Highlight besonders für Kinder. Du findest im Wald auch vereinzelt Überbleibsel einer 1923 errichteten Bobbahn. Ein kleines Stück Zeitgeschichte.

16. Ravensberg – der stille Gipfel im Südharz

Weniger bekannt, aber mindestens genauso lohnend: der 659 Meter hohe Ravensberg im Südharz. Dort findest du neben dem 1970 erbauten Fernmeldeturm einen Berggasthof, die Ravensberg Baude (Google Maps), ausgedehnte Wander- und Mountainbikerouten sowie mehrere Skipisten im Winter. Du erreichst den Gipfel zu Fuß, mit dem Fahrrad und sogar mit dem Auto. Der Blick vom Ravensberg reicht bei klarem Wetter bis zum Kyffhäuserdenkmal und darüber hinaus.

17. Klusfelsen bei Halberstadt – ein Ort, der Fragen stellt

Manchmal sind es die stillen Plätze, die am lautesten nachklingen. Der Klusfelsen bei Halberstadt gehört dazu. Überregional kaum bekannt, von außen unscheinbar – und doch ein Ort, der verzaubert.

Das Sandsteinmassiv ist Teil der Klusberge und birgt ein System künstlicher Hohlräume, das in dieser Dimension nirgendwo sonst in Deutschland existiert. Per Hand geschaffene Räume, deren Ursprünge bis in die Jungsteinzeit reichen. Funde belegen, dass Menschen diesen Ort schon vor Jahrtausenden kannten und nutzten. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1070, als eine Einsiedelei im Felsen eingerichtet wurde. Vom mittelalterlichen Begriff für Einsiedler – „Klausner“ – leitet sich der Name des Ortes ab.

Der größte Hohlraum trägt den Namen „Wohnung des Klausners“. Direkt daneben liegt die sogenannte „Kapelle“, erkennbar an einem tief in den Sandstein gearbeiteten Kreuz. Beide Räume sind heute aus Sicherheitsgründen mit Gittern versperrt, der Blick hinein aber bleibt frei.

Vom Felsen aus siehst du Teile von Halberstadt, den Fünffingerfelsen und die Spiegelsberge. Nicht der dramatischste Ausblick im Harz. Aber einer mit Tiefe – im wortwörtlichen Sinne.

18. Blauer See – wenn der Harz hellblau leuchtet

Der Blaue See, ein durch Bergbauaktivitäten entstandenes Gewässer zwischen Hüttenrode und Rübeland, ist einer der faszinierendsten Flecken im Harz. Im Frühling leuchtet der See in den schönsten Blautönen.

Im Sommer, wenn der Wasserpegel langsam sinkt, färbt sich der See wegen der vielen Schwebstoffe und Algen grün, bis er schließlich ganz austrocknet (das hat nichts mit dem Klimawandel zu tun) und im Frühjahr durch mehrere Karstquellen wieder neu befüllt wird.

In der Region, genauer in Oberharz am Brocken, liegen außerdem die bekannten Rübeländer Tropfsteinhöhlen (Baumannshöhle und Hermannshöhle) – ein weiteres Highlight, das sich perfekt kombinieren lässt.

19. Höhlenwohnungen im Harz – ein deutschlandweit einmaliger Ort

Per Hand in den Fels geschlagen und bis vor rund 100 Jahren tatsächlich bewohnt – die Höhlenwohnungen von Langenstein (frei zugänglich und 365 Tage im Jahr geöffnet; Öffnungszeiten beachten) in der Nähe von Halberstadt sind etwas, das es so in Deutschland kein zweites Mal gibt. Heute ist es ein liebevoll betreutes Museum, das dich in eine fast vergessene Welt entführt. Wer dort steht und in die engen, handgehauenen Räume schaut, fragt sich unweigerlich: Wie war das möglich? Die Antwort erfährst du vor Ort.

20. Ilsetal & Ilsefälle – Wanderparadies bei Ilsenburg

Das malerische Ilsetal bei Ilsenburg führt entlang der Ilse zu den verspielten Ilsefällen – kleine, moosbedeckte Kaskaden, die sich durch den Wald schlängeln und bei Fotografen längst Kultstatus haben. Ilsenburg selbst ist der ideale Ausgangspunkt für ausgedehnte Wandertouren in Richtung Brocken.

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🗺️ Karte mit den schönsten Orten im Harz

Auf unserer interaktiven Karte findest du die schönsten Orte und Plätze im Harz im praktischen Überblick:

❓ Häufige Fragen zu den schönsten Orten im Harz

❓ Was ist der Harz und wo liegt er?

Der Harz ist ein Mittelgebirge, das in den Bundesländern Niedersachsen (Westen), Sachsen-Anhalt (Osten) und Thüringen (Süden) liegt. Der Harz ist das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands und beherbergt den Brocken als höchste Erhebung in Norddeutschland.

❓ Wann ist die beste Reisezeit für den Harz?

Der Harz ist ganzjährig einen Besuch wert. Im Frühling blüht der Blaue See hellblau auf und die Wälder erwachen. Im Sommer locken Wanderungen, Titan RT und Oderteich. Im Herbst verwandelt sich das Laub in ein Meer aus Gold und Rot – besonders rund um den Oderteich spektakulär. Im Winter liegt Schnee auf dem Brocken und der Ort Braunlage wird zur Wintersportarena.

❓ Wie viele Tage sollte man für den Harz einplanen?

Für die wichtigsten Orte im Harz empfehlen wir mindestens 3 bis 4 Tage. So hast du Zeit für eine Brockenwanderung, einen Besuch in Quedlinburg, Goslar und Wernigerode, einen Ausflug zum Hexentanzplatz und noch einen ruhigen Nachmittag am Oderteich. Wer auch die Geheimtipps wie Selketal, Ilsetal und Blauen See mitnehmen möchte, plant besser eine ganze Woche ein.

❓ Wo ist es im Harz am schönsten?

Das ist natürlich Geschmackssache – aber wenn wir ehrlich sind: Der Hexentanzplatz mit seinem Blick ins Bodetal, der Königstein bei Weddersleben im Morgenlicht und das Hamburger Wappen gehören zu den Orten, die uns am stärksten beeindruckt haben. Wer Natur sucht, ist im Hochharz am besten aufgehoben. Wer Geschichte und Architektur bevorzugt, wird in Quedlinburg oder Goslar fündig.

❓ Was sind die schönsten Orte im Harz für Familien?

Für Familien mit Kindern empfehlen wir besonders den Hexentanzplatz mit Teufelsfigur und Seilbahn, den Weltwald Harz mit Indianerpfad und Hängeseilbrücke sowie die Rappbodetalsperre mit der Titan RT. Auch die Iberger Tropfsteinhöhle und die Rübeländer Tropfsteinhöhlen sind bei Kindern sehr beliebt.

❓ Was sind die schönsten Orte im Harz abseits der Touristenpfade?

Unsere Geheimtipps: Der Blaue See, der sich im Frühling für wenige Wochen hellblau färbt, die Höhlenwohnungen nahe Halberstadt als deutschlandweit einmaliges Ausflugsziel sowie das Ilsetal bei Ilsenburg mit seinen moosbedeckten Wasserfällen. Diese drei Orte stehen in kaum einem Reiseführer – und genau das macht sie so besonders.

❓ Gibt es schöne Orte im Harz zum Wandern?

Absolut. Der Harz ist eines der wanderfreundlichsten Mittelgebirge Deutschlands. Besonders empfehlenswert sind der Harzer Hexenstieg mit 100 Kilometern von Osterode bis Thale, der Selketal-Stieg mit 75 Kilometern durch das romantischste Tal des Harzes sowie kurze Rundwanderwege rund um den Oderteich und durch das Ilsetal. Auch die Wanderung von Schierke auf den Brocken ist ein Klassiker, den du einmal gemacht haben solltest.

Reiseführer für den Harz

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Autor:in
Florian Westermann ist Reisejournalist, Buchautor (u. a. Dumont) und preisgekrönter Profi-Fotograf.

2010 gründete er den Foto- und Reiseblog Phototravellers.de, auf dem er seine Expertise in über 400 Artikeln zu den Themen Reisen, Wandern, Outdoor und Fotografie teilt.

Hier findest du alle Artikel von Florian Westermann.
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Kommentare

  1. Hallo ihr Lieben, vielen Dank für eure tollen Ausflugstipps. Meine Frage ist ob die Wanderwege durch den Harz auch mit dem Kinderwagen zu laufen sind oder eher nicht?

    Liebe Grüße Janet

    Antworten
  2. DANKESCHÖN…MACHT IHR SUPER…nicht zu viel, nicht zu wenig🤗 wünsche weiterhin tolle Ansichten für Seele & Linse ~ ich teile eure Interessen 😊 Liebe Grüße

    Antworten

Fragen und Anregungen