Polarlichter fotografieren: Blende auf, ISO rauf – alle Einstellungen & Tipps

Du willst Polarlichter fotografieren und weißt nicht, wo du anfangen sollst? Verständlich – denn die Nacht verzeiht keine Fehler. Falsche Kameraeinstellung, zu lange Belichtungszeit, vergessenes Stativ: Schon ist das spektakulärste Naturschauspiel der Welt nur ein grauer Fleck auf dem Display.

Ich bin seit Jahren als Fotograf unterwegs und habe Nordlichter in Island, Norwegen und Finnland abgelichtet. Wie fotografiert man Polarlichter richtig? Mit welchen Einstellungen? Und was taugt das Smartphone wirklich? Genau das zeige ich dir hier – Schritt für Schritt, kameraübergreifend, egal ob du eine Canon, Sony oder Nikon in der Hand hältst.

Die wichtigsten Kameraeinstellungen für Polarlichter – auf einen Blick

Wer Polarlicht fotografieren will, braucht vor allem eines: die richtigen Einstellungen von Anfang an. Hier die Kurzfassung – die ausführlichen Erklärungen folgen weiter unten:

  • Arbeite mit einer weit geöffneten Blende (f/1.8, f/2.8 oder f/4.0)
  • Wähle eine Belichtungszeit zwischen 2 und 5 Sekunden
  • Nutze einen ISO-Wert zwischen 800 und 5.000
  • Stelle den Fokus manuell auf kurz vor unendlich
  • Fotografiere immer im RAW-Format
  • Deaktiviere den Bildstabilisator auf dem Stativ
  • Verzichte konsequent auf den Blitz – er bringt hier gar nichts

Wo du Nordlichter fotografieren kannst – die besten Spots weltweit

Prinzipiell gilt: Je nördlicher du bist, desto besser. Die spektakulärsten Polarlicht-Sichtungen gibt es auf der Nordhalbkugel im sogenannten „Polarlichtoval„, das sich ovalförmig um den magnetischen Nordpol legt. Wer Nordlichter fotografieren will, ist dort am besten aufgehoben.

Im nördlichen Polarlichtoval liegen Alaska (USA), die Färöer Inseln, Island, Grönland, Kanada, Nordsibirien (Russland), Schottland (insbesondere der Norden), Skandinavien mit Finnland, Norwegen und Schweden (insbesondere der Norden) sowie Spitzbergen. Mein persönlicher Favorit für die Polarlicht-Fotografie: Island. Die Kombination aus Vulkanlandschaft, Wasserfällen und tanzenden Nordlichtern am Himmel ist einfach unschlagbar.

Auf der Südhalbkugel bedeckt das Polarlichtoval die Antarktis. Gute Chancen auf Aurora australis (Südlichter) hast du aber auch in Australien (insbesondere Tasmanien), auf den Falklandinseln, in Neuseeland, in Südgeorgien, auf den Stewartinseln und im Süden Argentiniens (Feuerland).

Polarlichter können übrigens auch weit außerhalb der Polarkreise auftreten – aber das ist eine Seltenheit. In den Jahren 2024 und 2025 etwa konnte man in ganz Deutschland, in Spanien und sogar in Italien regelmäßig Nordlichter fotografieren. Wir befanden uns im Sonnenmaximum 2024/25, der aktivsten Phase des elfjährigen Sonnenfleckenzyklus. Die nächste vergleichbare Chance kommt erst wieder um das Jahr 2036.

Wann ist die beste Zeit für die Polarlicht-Fotografie?

Die Aurora-Saison auf der Nordhalbkugel läuft in der Regel von Anfang September bis Ende März – mit etwas Glück sogar schon ab Ende August und bis in den April hinein. Die Monate Mai bis Juli fallen komplett flach: Zu hell, keine Chance. Merke: Dunkelheit ist die Grundvoraussetzung, damit du überhaupt Polarlichter fotografieren kannst.

Pro-Tipp: Die allerbesten Monate sind aber Februar, März, September und Oktober. Dann ist es dunkel genug, nicht zu kalt und astronomisch herrschen die besten Bedingungen. Warum diese Monate? Rund um die Äquinoktien (Frühlings- und Herbst-Tag-Nacht-Gleiche) ist die Erde besonders anfällig für geomagnetische Stürme – Polarlichter sind dann häufiger und stärker!

Und die Uhrzeit? Grundsätzlich gilt: Sobald es dunkel ist, lohnt sich der Blick nach oben. Wer Polarlichter auch filmen möchte, sollte genau in dieser Zeit draußen sein – die Bewegung der Aurora im Zeitraffer ist schlicht atemberaubend.

Auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten umgekehrt. Die Saison der Aurora australis (Südlichter) dauert dort von Ende März bis Anfang September.

Ein kleiner „Aha-Moment“

Wusstest du, dass die Aurora eigentlich permanent da ist? Da die Sonne ständig Teilchen sendet (der normale Sonnenwind), gibt es fast immer ein leichtes Leuchten in den Polarregionen.

Die idealen Bedingungen: Wann der Himmel wirklich explodiert

Drei Dinge brauchst du, um Polarlichter richtig fotografieren zu können: klaren Himmel, Dunkelheit und Polarlicht-Aktivität. Klingt simpel. Ist es aber nicht immer.

Freie Sicht auf den Sternenhimmel ist die absolute Grundvoraussetzung. Bei bedecktem Himmel hast du quasi keine Chance – da helfen auch die besten Kameraeinstellungen nichts. Schwache Polarlichter kannst du mit dem bloßen Auge oft kaum erahnen. Mit der Kamera hingegen lassen sich selbst schwache Auroras fotografieren – vorausgesetzt, du stehst an einem Ort mit möglichst geringer Lichtverschmutzung. Halte dich also von Städten und Siedlungen fern! Auf Lightpollutionmap.info findest du eine interaktive Weltkarte mit besonders dunklen Orten – ideal für die Planung deiner Polarlicht-Fototour.

Unterschätze auch den Mond nicht als Lichtquelle (Tipps zur Mondfotografie). Bei Neumond wirkt das Leuchten der Aurora besonders intensiv. Bei Vollmond wird sie teilweise überstrahlt. Mein persönlicher Sweet Spot: Halbmond. Der Himmel ist dunkel genug für die Polarlichter – und du kannst gleichzeitig die Landschaft im Vordergrund mit ablichten. Das macht die Bilder deutlich interessanter.

Die Stärke der Polarlicht-Aktivität wird über den Kp-Index gemessen, der von 0 bis 9 reicht. Ab einem Wert von 5 und klarem Himmel solltest du unbedingt raus – dann ist Aurora-Jagd angesagt. Aber selbst bei prognostizierten Werten von 0 oder 1 können starke Polarlichter auftreten, also nie zu früh aufgeben. Der Kp-Index ist aber ehrlich gesagt auch nur eine von mehreren Kennzahlen und liefert einen ersten Anhaltspunkt für die Stärke der Polarlicher. Mein Tipp, um nie wieder Polarlichter zu verpassen, ist die Viewfindr-App von Bastian Werner.

Nach einer starken Sonneneruption explodiert der Himmel regelrecht. Dann leuchten die Nordlichter in einer Farbenpracht, die kaum zu glauben ist. Grüne Polarlichter entstehen in 100 bis 200 Kilometern Höhe und sind am häufigsten zu sehen. Rote Polarlichter treten in rund 200 Kilometern Höhe auf. Violett bis Blau zeigt sich im Farbspektrum nur nach sehr starken Sonnenstürmen.

Tipp: Mein Online-Fotokurs katapultiert dein Foto-Wissen in eine neue Liga.

Apps und Websites: So planst du deine Polarlicht-Fototour

Ohne die richtigen Tools bist du blind. Zum Glück gibt es inzwischen eine Handvoll wirklich guter Apps und Websites, die dir helfen, Polarlichter vorherzusagen und den richtigen Moment für deine Fototour zu erwischen.

Die wissenschaftliche Grundlage liefert die NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) mit ihrer 3-Tages-Vorhersage des Kp-Index sowie dem aktuellen Polarlichtoval. Ebenfalls empfehlenswert: SpaceWeatherLive.com für Echtzeit-Daten zu Sonnenstürmen und Spaceweather.com für aktuelle Berichte zu Sonneneruptionen.

Polarlichter-Apps fürs iPhone (Apple)

Wer wissen will, wie man Polarlichter mit dem iPhone fotografiert: Die neueren iPhones ab iPhone 14 Pro und insbesondere das iPhone 16 Pro und iPhone 17 Pro fotografieren und filmen Polarlichter automatisch über den Nachtmodus. Einfach drücken und staunen.

Polarlichter-Apps für Android

Und noch einmal mein Top-Tipp für iOS und Android: Die Viewfindr-App von Bastian Werner.

Wer Polarlichter mit dem Android-Smartphone fotografieren will, sollte in der Kamera-App gezielt den Nacht- oder Pro-Modus nutzen. Dort lassen sich ISO, Belichtungszeit und Weißabgleich manuell steuern – fast so flexibel wie mit einer richtigen Kamera. Ein günstiges Handy-Stativ ist dabei Pflicht.

Wichtig zu wissen: Die Vorhersagen sind ungenau. Selbst bei einem prognostizierten Kp-Wert von 0 oder 1 können Polarlichter auftreten. Bei Werten ab 5 und klarem Himmel aber wirklich: Raus!

Polarlichter mit dem Smartphone fotografieren – so klappt’s wirklich

Polarlichter über Island
Diese Polarlichter über Island habe ich mit dem Smartphone aufgenommen

Früher undenkbar, heute Realität: Polarlichter mit dem Handy fotografieren funktioniert mit modernen Smartphones erstaunlich gut. Der Kamerasensor eines High-End-Smartphones erkennt schwache Polarlichter sogar besser als das menschliche Auge.

iPhone-Nutzer haben es besonders einfach: Ab dem iPhone 14 Pro und erst recht mit dem iPhone 16 Pro und iPhone 17 Pro erkennt der Nachtmodus Polarlichter automatisch. Einfach die Standard-Kamera-App öffnen, Nachtmodus aktivieren, Handy auf ein Stativ stellen – fertig. Das iPhone 17 Pro liefert dabei Ergebnisse, die vor wenigen Jahren noch einer Systemkamera vorbehalten waren.

Wer ein Android-Smartphone nutzt, greift am besten zum Pro-Modus der Kamera-App. Dort stellst du manuell ein: ISO zwischen 800 und 3.200 (bei schwachen Polarlichtern), Belichtungszeit 2 bis 4 Sekunden und Weißabgleich manuell auf 3500 bis 4500 Kelvin (Kaltweiß/Neutral). Das lässt den Nachthimmel schön tiefblau/schwarz erscheinen und das Grün der Polarlichter knallen, ohne dass das Bild schmutzig-gelb wirkt. Das Google Pixel ist übrigens bekannt für seinen Astrofotografie-Modus. Dieser ist meist besser als die manuellen Einstellungen.

Willst du Polarlichter filmen statt fotografieren, dann nutze auf dem Smartphone den Zeitraffer-Modus. Die Aurora in Bewegung festzuhalten ist ein komplett anderes, mindestens genauso beeindruckendes Erlebnis.

Bei High-End-Smartphones kannst du die Bilder außerdem im RAW-Format aufnehmen. Ein normales JPEG bügelt durch die Rauschunterdrückung oft alle Details der Aurora weg. In einer RAW-Datei kannst du später in Apps wie Lightroom das Maximum an Leuchtkraft herausholen, ohne dass das Bild matschig wird.

Ein Handy-Stativ ist dabei in jedem Fall Pflicht – verwackelte Aufnahmen bei langen Belichtungszeiten sind sonst vorprogrammiert. Und: Lade den Akku vorher voll. Kälte entlädt Smartphone-Akkus in rasendem Tempo.

Im direkten Vergleich mit einer Kamera mit Wechselobjektiv bleibt das Smartphone bei Bildqualität und Flexibilität unterlegen. Aber für spontane Momente, für Social Media und als Backup-Lösung ist es heute absolut tauglich.

Die richtige Kamera für Polarlichter – vom Einsteiger bis zum Profi

Um Nordlichter abzulichten, empfehle ich aber ehrtich gesagt eine Kamera mit Wechselobjektiv – also eine Systemkamera (DSLM) oder eine Spiegelreflexkamera (DSLR). Der entscheidende Vorteil gegenüber dem Smartphone: Du kannst Blende, Belichtungszeit und ISO vollständig manuell steuern und bekommst deutlich mehr Licht auf den Sensor.

Welche Kamera ist die beste für Polarlichter? Das hängt vom Budget ab. Hier meine Empfehlungen:

Einsteiger (300–500 Euro): Eine günstige Kamera für Polarlichter muss nicht viel kosten. Die Sony Alpha 6000 (meist nur noch gebraucht zu haben) oder ihre Nachfolgerin Sony Alpha 6100 sind hervorragende Einsteiger-Optionen mit APS-C-Sensor – lichtempfindlich, kompakt und reisetauglich. Auch die Canon EOS R 100 oder die Nikon Z30 leisten in dieser Preisklasse gute Dienste. Wichtig: Auch mit einer günstigen Kamera gelingen tolle Polarlicht-Fotos, wenn die Einstellungen stimmen.

Mittelklasse (500–1.500 Euro): Hier empfehle ich Vollformat-Einsteiger wie die Sony Alpha 7C, die Canon EOS R8 oder die Nikon Z5 II. Der größere Vollformatsensor fängt deutlich mehr Licht ein und produziert bei hohen ISO-Werten weniger Rauschen – das macht sich bei der Polarlicht-Fotografie direkt in der Bildqualität bemerkbar.

Profi (ab 2.000 Euro): Ich selbst fotografiere mit der Sony Alpha 7 IV mit Vollformatsensor und exzellentem Rauschverhalten auch bei ISO 3.200 und höher. Wer Canon bevorzugt: Die Canon EOS R6 Mark II ist eine fantastische Wahl. Nikon-Fotografen greifen zur Nikon Z6 III.

Schau dir gerne meinen ausführlichen Artikel zu den besten Kameras an – dort findest du aktuelle Empfehlungen für jedes Budget.

Das richtige Objektiv: Lichtstark und weitwinklig

Für die Polarlicht-Fotografie brauchst du ein möglichst weitwinkliges und lichtstarkes Objektiv – diese zwei Eigenschaften sind entscheidend. Der Weitwinkel sorgt dafür, dass du möglichst viel vom Himmel einfängst. Die Lichtstärke bestimmt, wie viel Licht auf den Sensor trifft.

Bei Vollformat-Kameras (Canon EOS R1/R3/R5/R6/R8, Nikon Z5/Z6/Z7, Sony Alpha 7-Serie) empfehle ich Objektive mit einer Anfangsbrennweite von 12 bis 18 mm. Bei APS-C-Kameras wie der Sony Alpha 6000er-Reihe sind es Objektive ab 10 mm – ein bewährtes Beispiel ist das Sony E 10-18mm f/4 OSS. Für MFT-Kameras (etwa von Olympus oder Panasonic) liegen die Weitwinkel-Brennweiten bei 7 oder 8 mm.

Festbrennweite oder Zoom? Beides funktioniert – aber eine lichtstarke Festbrennweite hat bei der Polarlicht-Fotografie klare Vorteile: Mit ihr kannst du die Blende weiter öffnen (oft f/1.8 oder f/2.0), lässt damit mehr Licht durch und erlaubt kürzere Belichtungszeiten. Das bedeutet schärfere Sterne und weniger Bewegungsunschärfe bei schnellen Polarlichtern. Ein gutes Ultraweitwinkel-Zoom mit f/2.8 ist aber ein hervorragender Kompromiss zwischen Flexibilität und Lichtstärke.

Als Faustregel gilt: Offenblende f/2.8 oder besser ist ideal. Mit f/4.0 gelingen ebenfalls tolle Polarlicht-Bilder – du musst dann einfach den ISO-Wert etwas höher setzen oder länger belichten.

Stativ: Ohne geht gar nichts

Polarlichter fotografierst du in der Nacht – mit Belichtungszeiten von mehreren Sekunden. Verwacklungsfreie Aufnahmen sind ohne Stativ schlicht unmöglich. Das ist keine Empfehlung, das ist eine Grundvoraussetzung.

Gute Einsteiger-Stative bekommst du ab rund 100 Euro. Wer regelmäßig reist, sollte in ein robustes Reisestativ investieren: leicht, kompakt, aber trotzdem stabil genug für eisige Bedingungen. Ich selbst nutze ein Gitzo Traveler Stativ – sündhaft teuer, aber unglaublich robust und in jeder Situation zuverlässig.

Drei Dinge, die du beim Stativ-Einsatz beachten musst:

Erstens: Deaktiviere den Bildstabilisator deiner Kamera oder deines Objektivs. Ein aktivierter Stabilisator sucht auf dem Stativ nach Bewegungen, die nicht existieren und produziert dadurch unscharfe Bilder.

Zweitens: Nutze immer einen Fernauslöser oder den Selbstauslöser (2-Sekunden-Verzögerung), damit das Drücken des Auslösers kein Verwackeln verursacht.

Drittens: Nutzt du eine DSLR, aktiviere die Spiegelvorauslösung und decke den optischen Sucher während der Aufnahme ab, um Streulicht (falls vorhanden) und Erschütterungen zu vermeiden.

Hier findest du meine ausführliche Stativ-Kaufberatung mit aktuellen Empfehlungen für jedes Budget.

Manueller Modus (M): Warum die Automatik versagt

Der manuelle Modus (M) ist bei der Polarlicht-Fotografie keine Option – er ist Pflicht. Nur so hast du die volle Kontrolle über Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert und kannst sie exakt an die Bedingungen der Nacht anpassen.

Warum versagt die Kameraautomatik? Ganz einfach: Deine Kamera kann Polarlichter nicht erkennen. Sie sieht eine dunkle Szene, versucht sie aufzuhellen und produziert dabei entweder völlig überbelichtete Bilder oder wählt eine so lange Belichtungszeit, dass die Aurora zu einem grünen Nebel verschwimmt. Mit dem manuellen Modus passiert dir das nicht – du bestimmst, was auf den Sensor trifft.

Wer sich fragt, wie man Polarlichter fotografiert, bekommt hier die kurze Antwort: Manuellen Modus einschalten, Blende weit öffnen, Belichtungszeit zwischen 2 und 5 Sekunden, ISO anpassen – fertig. Die nächsten Abschnitte erklären jeden dieser Schritte im Detail.

Blende: So viel Licht wie möglich auf den Sensor

Die Blende ist dein wichtigstes Werkzeug in der Polarlicht-Fotografie. Öffne sie so weit wie möglich – also wähle den kleinsten verfügbaren Blendenwert f deines Objektivs. Je nach Objektiv sind das f/1.8, f/2.0, f/2.8 oder f/4.0.

Warum ist das so entscheidend? Eine weit geöffnete Blende lässt mehr Licht auf den Sensor – das bedeutet: Du kannst mit niedrigerem ISO-Wert arbeiten, was direkt weniger Bildrauschen bedeutet. Oder du kannst die Belichtungszeit verkürzen, was schärfere Sterne und klarere Konturen der Aurora ergibt. Beides ist ein Gewinn.

Kurze Orientierung nach Kameratyp:

Bei Vollformat-Kameras empfehle ich Objektive mit f/2.8 oder besser – etwa das Sony 16-35mm f/2.8 GM, das Canon RF 15-35mm F2.8L oder das NIKKOR Z 14-24mm f/2.8 S. Bei APS-C-Kameras wie der Sony Alpha 6000 ist das Sony E 10-18mm f/4 eine solide Wahl – mit f/4.0 gelingen tolle Polarlicht-Bilder, du musst den ISO-Wert aber etwas höher stellen.

Bei sehr hellen Nächten – etwa bei Vollmond – kannst du die Blende ruhig etwas weiter schließen, um die Landschaft im Vordergrund schärfer zu zeichnen.

Belichtungszeit: Scharf trotz tanzender Lichter

Die Belichtungszeit bei der Polarlicht-Fotografie ist ein Balanceakt. Zu lang – die Sterne werden zu Strichen, die Aurora verwischt. Zu kurz – das Bild wird zu dunkel. Der Sweet Spot liegt nach meiner Erfahrung zwischen 2 und 5 Sekunden, wenn du mit einem Ultraweitwinkelobjektiv arbeitest.

Warum so kurz? Polarlichter bewegen sich. Manchmal langsam und majestätisch, manchmal rasen sie in Sekunden über den ganzen Himmel. Mit einer Belichtungszeit von mehr als 5 Sekunden riskierst du, dass die Aurora zu einem diffusen Schleier verschwimmt statt zu einem scharfen, strukturierten Leuchten.

Die genaue Belichtungszeit hängt von mehreren Faktoren ab: von deiner Blende, der gewählten Brennweite, dem Umgebungslicht (Mondphase), der Dynamik der Polarlichter und der Stabilität deines Stativs. Wind etwa kann selbst ein schweres Stativ leicht zum Schwingen bringen.

Als praktische Formel für die maximale Belichtungszeit ohne Sternenstriche gilt die sogenannte 500er-Regel: Teile 500 durch die Brennweite deines Objektivs (in mm, bei APS-C mit Cropfaktor multipliziert). Bei einem 16mm Vollformat-Objektiv wären das also 500 ÷ 16 = maximal ~31 Sekunden. Bei 20mm entsprechend 500 ÷ 20 = 25 Sekunden. Für die Polarlicht-Fotografie bleibe ich aber bewusst weit darunter – 2 bis 5 Sekunden sind mein persönliches Optimum für scharfe Nordlichter.

Nutze nach jeder Aufnahme das Histogramm deiner Kamera zur Kontrolle und passe die Zeit bei Bedarf an.

ISO-Wert: Lichtempfindlichkeit clever einsetzen

Nachdem du Blende und Belichtungszeit festgelegt hast, ist der ISO-Wert dein letzter Stellhebel. Er bestimmt, wie lichtempfindlich dein Sensor reagiert. Zwischen ISO 800 und ISO 5.000 bewegst du dich bei der Polarlicht-Fotografie in der Regel. Der genaue Wert hängt vom Objektiv und den Bedingungen vor Ort ab.

Hier kommt der entscheidende Unterschied zwischen Kameraklassen ins Spiel: Eine Sony Alpha 6000 liefert bei ISO 1.600 noch recht gute Ergebnisse – darüber wird das Bildrauschen sehr stark sichtbar. Eine Sony Alpha 7 IV oder Canon EOS R6 Mark II mit Vollformatsensor schafft problemlos ISO 6.400.

Die Faustregel: Fange mit ISO 800 an, mach ein Testbild und schau aufs Histogramm. Zu dunkel? ISO erhöhen. Polarlichter überstrahlt (Anschlag rechts im Histogramm)? ISO senken oder Belichtungszeit kürzen. Nach zwei, drei Testschüssen hast du die perfekte Einstellung gefunden.

Weißabgleich: Die Farben der Aurora richtig einfangen

Der Weißabgleich beeinflusst, wie warm oder kalt die Farben deiner Polarlicht-Fotos wirken. Bei modernen Kameras kannst du den automatischen Weißabgleich (AWB) ausprobieren – er liefert in vielen Situationen ein gutes Ergebnis.

Besser für Polarlichter ist aber ein manueller Weißabgleich von 3.500 K bis 4.500 K – das entspricht in etwa der Einstellung „Wolfram“ oder „Kunstlicht“.

Mein Rat: Fotografiere immer im RAW-Format. Dann kannst du den Weißabgleich bei der Bildbearbeitung in Lightroom in Sekunden nachträglich anpassen, ohne jeglichen Qualitätsverlust.

Fokus: Manuell scharfstellen in der Dunkelheit

Der Autofokus funktioniert in der Nacht schlecht oder gar nicht – er sucht nach Kontrasten, die im Dunkeln einfach nicht vorhanden sind. Schalte also am Objektiv oder an der Kamera auf manuellen Fokus (MF) um und stelle auf kurz vor unendlich – das Unendlichzeichen ∞ (die auf der Seite liegende Acht) zeigt dir die richtige Richtung.

Bei Systemkameras (DSLM) wird die Entfernungsskala auch im Sucher und auf dem Display angezeigt – praktisch und präzise. Noch besser: Nutze das Fokus-Peaking oder die Fokusvergrößerung im Live View deiner Kamera. Zoom digital auf einen hellen Stern, drehe den Fokusring bis der Stern zum punktförmigen Licht wird – fertig. Das ist die präziseste Methode überhaupt.

Hast du eine DSLR ohne elektronische Entfernungsskala, hilft einer dieser Tricks: Fokussiere den Mond oder einen hellen Stern durch den Sucher und stelle dann auf manuell um. Alternativ leuchtest du mit der Taschenlampe einen Gegenstand in etwa drei Metern Entfernung an und fokussierst darauf – bei einem Ultraweitwinkelobjektiv ist alles ab dieser Distanz ohnehin scharf. Am sichersten: Markiere die Unendlich-Position am Objektiv tagsüber mit einem kleinen Stück Klebeband – dann findest du sie auch im Stockdunkeln blind.

Blitz: Warum er bei Polarlichtern nichts bringt

Kurze Antwort auf die Frage „Polarlichter mit oder ohne Blitz fotografieren?“: Ohne. Immer ohne.

Warum? Der stärkste Kamerablitz der Welt reicht gerade einmal 10 bis 15 Meter weit. Die Polarlichter leuchten in 100 bis 200 Kilometern Höhe. Der Blitz erreicht sie schlicht nicht – er beleuchtet stattdessen den Vordergrund grell auf, zerstört die Stimmung des Nachtfotos und blendet alle Menschen in deiner Nähe. Das Ergebnis: ein überbelichteter Vordergrund vor einem pechschwarzen Himmel.

Schalte also nicht nur den Kamerablitz aus, sondern auch alle anderen Lichtquellen in deiner Umgebung: Stirnlampe, Handydisplay, Taschenlampe. Selbst ein kurzes Aufleuchten während einer Langzeitbelichtung reicht aus, um das Bild zu ruinieren. Einzige Ausnahme: Du willst bewusst einen Menschen oder ein Objekt im Vordergrund ausleuchten – dann kannst du mit einer schwachen Stirnlampe gezielt „lichtmalen“. Das ist eine kreative Technik, die in manchen Situationen tolle Ergebnisse liefert.

Raw-Format und Bildbearbeitung: Hier entsteht das Meisterwerk

RAW statt JPG – das ist bei der Polarlicht-Fotografie ein Muss. Das RAW-Format speichert alle Rohdaten des Sensors ohne Komprimierung: mehr Dynamikumfang, mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung, volle Kontrolle über Weißabgleich, Belichtung und Rauschunterdrückung. Ein JPG verzeiht keine Fehler. Ein RAW fast alles.

Ich speichere meine Aufnahmen immer simultan im RAW- und einem kleinen JPG-Format – das RAW für die Bildbearbeitung, das JPG für den schnellen Versand per Smartphone.

Für die Bildbearbeitung nutze ich Adobe Lightroom (Preis checken*) – und mein Polarlicht-Workflow sieht in der Regel so aus: Zunächst korrigiere ich Belichtung und Kontrast, dann justiere ich den Weißabgleich (oft etwas kühler für einen natürlicheren Himmel), anschließend reduziere ich mit der Rauschunterdrückung das ISO-Rauschen. Zum Schluss betone ich die Farben der Aurora gezielt über HSL-Regler – Grün und Türkis etwas sättigen, Gelb und Orange zurücknehmen. Das macht den Unterschied zwischen einem guten und einem spektakulären Polarlicht-Foto.

Lightroom-Alternativen: Capture One (professioneller, aber teurer), Darktable (kostenlos, Open Source) und ON1 Photo RAW sind ebenfalls hervorragende Optionen.

Tipp: Ein tolles Tool ist auch die Bildbearbeitungs-Software Radiant*. Das ist kein klassischer Raw-Entwickler wie Lightroom, sondern eine einfache 1-Klick-Lösung für Jpg-Dateien (es gibt aber auch zahlreiche Einstellmöglichkeiten). Egal ob du deine Fotos erst in Lightroom entwickelst oder „nur“ im Jpg-Format fotografierst, mit Radiant holst du das beste aus deinen Fotos raus. Mit dem Code phototravel bekommst du außerdem zehn Prozent Rabatt.

Bildaufbau: Was dein Polarlicht-Foto wirklich unvergesslich macht

Auch wenn dein Hauptaugenmerk auf den Polarlichtern liegt – ein Nordlicht am Himmel ohne Vordergrund ist meist recht langweilig. Die Aurora ist dein Hauptmotiv, aber sie braucht einen Ankerpunkt, der ihr Bedeutung gibt und dem Betrachter etwas zu entdecken lässt.

Such dir also bewusst ein Motiv: eine einsame Kirche, einen Leuchtturm, eine Bergkuppe, einen einzelnen Baum oder eine Person mit Stirnlampe. Auf Island bietet sich natürlich der legendäre Kirkjufell mit seinen Wasserfällen an – kein Wunder, dass er auf Tausenden von Polarlicht-Fotos auftaucht. Aber auch ein schlichter Holzzaun oder ein Boot am Ufer können einem Polarlicht-Foto genau die richtige Tiefe geben.

Spiegelungen sind ein weiteres Gestaltungsmittel, das Polarlicht-Fotos auf ein neues Level heben kann. Ein stiller See, eine Pfütze oder eine schneebedeckte Fläche – all das spiegelt die Aurora und gibt dem Bild eine fast surreale Symmetrie. Ich halte immer Ausschau nach Wasserflächen, wenn ich einen neuen Standort erkunde.

Die Drittel-Regel funktioniert auch nachts hervorragend: Platziere den Horizont auf dem unteren Drittel des Bildrahmens und lass der Aurora den oberen Bereich. Oder drehe es um – wenn die Landschaft besonders dramatisch ist. Kein Polarlicht-Abend gleicht dem anderen, also experimentiere ruhig.

Vergiss auch die Sterne nicht als Bildbestandteil. Bei kurzen Belichtungszeiten bleiben sie als punktförmige Lichter erhalten und geben dem Himmel eine kosmische Tiefe, die beim Betrachter sofort wirkt.

Und noch ein Profi-Tipp: Erkunde deinen Standort bei Tageslicht. Wer in der Dunkelheit zum ersten Mal an einen Ort kommt, verliert wertvolle Minuten beim Suchen des perfekten Bildausschnitts. Wer den Spot kennt, kann sofort loslegen – und das macht den Unterschied, wenn die Aurora nur für wenige Minuten tanzt.

Hier findest du meine Tipps für atemberaubende Landschaftsfotos.

Wichtiges Zubehör für Polarlicht-Fotografen

Polarlichter fotografieren bedeutet: Du bist nachts, bei oft zweistelligen Minusgraden und eisigem Wind, stundenlang im Freien. Warme Kleidung ist also unabdingbar. Pack unbedingt Mütze, Schal, robuste Wanderschuhe und dicke Wollsocken ein – und einen wind- und wasserfesten Wetterschutz.

Was das Kamera-Zubehör betrifft, empfehle ich aus eigener Erfahrung folgendes:

Nimm mindestens zwei bis drei Ersatz-Akkus mit – und bewahre sie in einer Innentasche nah am Körper auf. Kälte entlädt Akkus ungewöhnlich schnell. Ein leerer Akku genau dann, wenn die Aurora am hellsten tanzt, ist etwas, was man als Fotograf nie erleben möchte.

Beim Fernauslöser empfehle ich einen mit Kabel statt Funk – Funkverbindungen versagen bei Minusgraden häufiger als gedacht. Eine Stirnlampe mit Rotlicht-Funktion ist ebenfalls Pflicht: Rotlicht erhält deine Nachtsicht und blendet weder dich noch andere Fotografen in deiner Nähe.

Hier die vollständige Liste fürs Gepäck:

  • Praktikabler Kamera-Rucksack, etwa von Lowepro (hier Angebote checken*)
  • Ausreichend Ersatz-Akkus für die Kamera
  • Fernauslöser (Kabel bevorzugt, alternativ Funk oder Smartphone-App) und evtl. Ersatz-Akkus
  • Stirnlampe mit Rotlicht-Funktion (+ Ersatz-Akku) (zu unserem Stirnlampen-Test)
  • Beheizbare Fotohandschuhe (zu meinem Test der besten Fotohandschuhe)
  • Taschenwärmer, etwa von ThermoPad (hier Preis checken*)
  • Thermoskanne für warme Getränke, etwa von Stanley (hier Angebote ckecken*)

Polarlichter aus dem Flugzeug fotografieren

Kann man Polarlichter aus dem Flugzeug fotografieren? Aber ja! Die Voraussetzungen sind ein Fensterplatz, ein Nachtflug und die entsprechende Flugroute. Gute Chancen auf Nordlichter hast du im Winter bei Flügen über Russland, Norwegen, Grönland oder Kanada.

Halte deine Kamera mit beiden Händen möglichst ruhig ans Fenster und stütze dich dabei an der Kabinenwand ab. Verkrieche dich mitsamt der Kamera unter deiner Decke oder Jacke – das minimiert Spiegelungen der Kabinenbeleuchtung im Fenster erheblich und macht den größten Unterschied bei der Bildqualität.

Die Kameraeinstellungen im Flugzeug unterscheiden sich etwas von denen am Boden: Nutze eine möglichst weit geöffnete Blende (f/1.8 bis f/2.8), stelle den ISO-Wert auf etwa 3.200 bis 6.400 und wähle eine Belichtungszeit von 1 bis 4 Sekunden – kürzer als am Boden, weil das Flugzeug sich ja auch schnell bewegt. Den Fokus musst du manuell einstellen.

Den Bildstabilisator lässt du im Flugzeug eingeschaltet. Am Boden deaktivierst du ihn auf dem Stativ, weil er dort Unschärfe produziert. Im Flugzeug aber fängt er die minimalen Vibrationen der Kabine ab – und das ist ein echter Vorteil. Das testest du am besten nach dem „try and error“-Prinzip, wie immer in der Nachtfotografie.

Die Bildqualität wird selten an Boden-Aufnahmen heranreichen – aber als unverhofftes Bonus-Erlebnis auf einem Langstreckenflug ist es absolut einen Versuch wert.

Was sind eigentlich Polarlichter?

Wenn du Polarlichter fotografierst, kann es ja auch nicht schaden zu wissen, was Nordlichter überhaupt sind und wie sie entstehen. 😊

Die Sonne schleudert ständig elektrisch geladene Teilchen – hauptsächlich Elektronen und Protonen – ins Weltall und damit in Richtung Erde. Diese Teilchen erreichen nach etwa zwei bis dreieinhalb Tagen unseren Planeten und treffen auf das Magnetfeld der Erde. Das Magnetfeld lenkt sie zu den Polen, wo sie in die Atmosphäre eindringen und dort Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle zum Leuchten anregen. Das Ergebnis ist die Aurora – auf der Nordhalbkugel als Aurora Borealis, auf der Südhalbkugel als Aurora Australis.

Die Farben entstehen in verschiedenen Höhenschichten: Grünes Licht – das häufigste und auffälligste – leuchtet in 100 bis 200 Kilometern Höhe, wo angeregte Sauerstoffatome ihre Energie freigeben. Rotes Licht entsteht in noch größerer Höhe ab rund 200 Kilometern. Violettes und blaues Licht stammt von angeregtem Stickstoff und zeigt sich vor allem nach sehr starken Sonnenstürmen.

Die Intensität der Aurora hängt direkt von der Aktivität der Sonne ab. Das letzte Sonnenmaximum war in den Jahren 2024/25 – der aktivsten Phase des elfjährigen Sonnenfleckenzyklus. Das erklärt, warum Polarlichter in den letzten Jahren auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz sichtbar waren. Die nächste vergleichbare Phase folgt erst wieder um 2036.

Übrigens: Polarlichter gibt es nicht nur auf der Erde. Nachgewiesen wurden sie auch auf Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun – und sogar auf einigen Jupitermonden. Das Universum ist eben voller Wunder.

❓ Häufige Fragen zur Polarlicht-Fotografie

❓ Welche Kameraeinstellungen brauche ich, um Polarlichter zu fotografieren?

Stelle deine Kamera in den manuellen Modus (M). Öffne die Blende so weit wie möglich – je nach Objektiv f/1.8, f/2.8 oder f/4.0. Wähle eine Belichtungszeit zwischen 2 und 5 Sekunden und einen ISO-Wert zwischen 800 und 5.000. Stelle den Fokus manuell auf kurz vor unendlich, deaktiviere den Bildstabilisator und fotografiere immer im RAW-Format. Kein Blitz – er bringt bei Polarlichtern schlicht nichts.

❓ Wie fotografiert man Polarlichter mit dem Handy?

Moderne Smartphones können Polarlichter überraschend gut einfangen. iPhone-Nutzer aktivieren einfach den Nachtmodus – ab dem iPhone 14 Pro funktioniert das automatisch. Android-Nutzer greifen zum Pro-Modus und stellen manuell ein: ISO 800 bis 3.200, Belichtungszeit 2 bis 4 Sekunden, Weißabgleich manuell auf 3500 bis 4500 Kelvin. Ein Handy-Stativ ist Pflicht – ohne Stabilisierung werden die Aufnahmen bei langen Belichtungszeiten unweigerlich verwackelt.

❓ Welche Kamera ist die beste für Polarlichter?

Grundsätzlich funktioniert jede Kamera mit manuellem Modus. Für Einsteiger sind die Sony Alpha 6100, die Canon EOS R 100 oder die Nikon Z30 solide Optionen. Mit mehr Budget empfehle ich Vollformat-Kameras wie die Sony Alpha 7C, die Canon EOS R8 oder die Nikon Z5 II – sie rauschen bei hohen ISO-Werten deutlich weniger, was sich bei der Polarlicht-Fotografie direkt in der Bildqualität bemerkbar macht.

❓ Wann und wo sieht man Polarlichter am besten?

Auf der Nordhalbkugel läuft die Aurora-Saison von September bis März – die besten Chancen hast du bei klarem Nachthimmel und geringer Lichtverschmutzung. Die klassischen Spots sind Island, Norwegen, Finnland, Schweden, Alaska und Kanada.

Kostenlos: Zugang zu unserem Online-Fotokurs

Hol dir mit unserem Weltenbummler-Newsletter die besten Reiseinspirationen in dein Postfach.

Als Newsletter-Abonnent bekommst du:

📷 Kostenlos Zugang zu den ersten beiden Kapiteln unseres Online-Fotokurses "Fotografie Meisterklasse"

🗺️ Exklusive Reisetipps, die du online nicht findest

📸 Praktische Foto-Hacks für jedes Reiseziel

Kein Spam. Abmeldung jederzeit möglich. Mehr Infos & Datenschutzerklärung

Online-Fotokurs "Fotografie Meisterklasse 2.0" auf verschiedenen Devices
Teile diesen Artikel mit deinen Freunden
Letztes Update:
Foto des Autors
Autor:in
Florian Westermann ist Reisejournalist, Buchautor (u. a. Dumont) und preisgekrönter Profi-Fotograf.

2010 gründete er den Foto- und Reiseblog Phototravellers.de, auf dem er seine Expertise in über 400 Artikeln zu den Themen Reisen, Wandern, Outdoor und Fotografie teilt.

Hier findest du alle Artikel von Florian Westermann.
Phototravellers.de in den sozialen Medien

Werbehinweis für die "Links mit dem Sternchen" (*)

Auf unserem Reiseblog findest du gelegentlich sogenannte Affiliate-Links. Aber was bedeutet das?

Affiliate-Links sind spezielle Links zu Produkten oder Dienstleistungen, die wir empfehlen. Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Der Preis bleibt für dich gleich, es entstehen keine zusätzlichen Kosten! Diese Einnahmen helfen uns aber, unseren Reiseblog zu betreiben und neue spannende Artikel für dich zu schreiben.

Kommentare

  1. Hallo Biggi & Flo,
    zuerst einmal vielen Dank für die ausführlichen Infos.
    Ich bin aktuell auf der Suche nach einem Weitwinkelobjektiv, da wir im März in Norwegen unterwegs sind und ich gerne die Nordlichter knipsen möchte :)
    Könnt ihr mir dafür ein geeignetes Objektiv empfehlen?
    Im Einsatz habe ich eine Sony Alpha 7 III.

    Vielen Dank vorab.

    Viele Grüße
    Marcel

    Antworten
    • Hallo Marcel,

      was willst du denn ausgeben? Gut und teuer sind das Sony FE 14 mm F1.8 GM, das Sony FE 12–24 mm F2.8 GM und das FE 16–35 mm F2.8 GM II.

      Eine super und sehr günstige Alternative ist das Samyang AF 14 mm F2.8 FE.

      Viele Grüße
      Florian

  2. Damit Sterne noch Punkte bleiben sollte für eine Vollformatkamera mit ca. 40 MegaPixel eine Belichtungszeit von 8 Sek. nicht überschritten werden.
    Für die Fokusierung bei Nacht gebt es auch die Möglickeit mt dem Liveview.
    Im Liveview auf einen Stern ausrichten, soweit wie möglich das Bild vergrössern. Den Fokusring drehen bis der Sternpunkt am kleinsten ist, dann ist optimal auf Unendlich fokusiert.

    Antworten
  3. zu den Polarlichttipps:
    1. mit kürzeren Verschlusszeiten (eher 1-7 sec wie 30sec) bekommt man eher unverwaschene Lichter . 2. lieber höhere Iso für hellere Bilder wählen. Man kann sie leichter entrauschen wie zu dunkle.

    Antworten
    • Hallo Alfred,

      ganz genau .-)

      30 Sekunden sind für Polarlichter in der Regel zu lang. Aber es kommt auch immer auf die Situation an. Hier ist ein wenig Übung nötig, um das vor Ort richtig einschätzen zu können.

      Viele Grüße
      Florian

  4. Hallo Biggi und Flo,
    habe zum ersten Mal online bzgl. Fotographie nach Hilfe geschaut.
    …..weil eine Nordlicht-Reise ansteht.
    Bin gespannt, was ich umsetzen kann und melde mich gerne danach.
    Danke im voraus für die Tipps.
    Kreta…..Madeira….Ganz toll….
    Wir, meine Frau und ich sind mit dem Motorrad unterwegs. Aber nicht als „Welt- oder Europareisende“….nur wenn es passt….
    Gruß
    Siegbert
    PS: Unterwegs mit Nikon D3200….immer noch….

    Antworten
  5. Hallo Bigi, hallo Flo,

    herzlichen Dank für die ausführlichen Tipps und Tricks zur Nordlichtfotographie! Vor allem die zu den Einstellungen von Fotoapparat und Objektiv sind sehr hilfreich. Gerne würde ich mir diesen herunterladen zum Ausdrucken. Ist das möglich, oder könnt Ihr mir den als PDF o.ä. zuschicken?
    Noch eine andere Frage: An meinem Weitwinkelobjektiv kann ich den Bildstabilisator nicht ausschalten (Canon Zoom Lens EF-S 10-22mm – Ultrasonic))? An meiner Canon EOS700 finde ich keine Einstellung dazu?

    Vielen Dank, viele Grüße
    Gerd

    Antworten
    • Hallo Gerd,

      leider haben wir den Artikel nicht im PDF-Format vorliegen. Das wäre noch ein Projekt, an das wir uns machen könnten, wenn da nicht das Problem mit der Zeit wäre .-) Ich kann dir aber die Pocket-App empfehlen, um Artikel offline zu lesen: https://getpocket.com/de/

      Bezüglich des Canon EF-S 10-22mm: Das Objektiv hat keinen Bildstabilisator und deine Kamera ebenfalls nicht. Du bist von dem „Problem“ also nicht betroffen.

      Und wenn du Lust hast, schau doch mal in unserem Online-Fotokurs vorbei.

      Viele Grüße
      Florian

Fragen und Anregungen