Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Lübeck
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Lübeck Sehenswürdigkeiten: 15 schöne Orte, die du sehen musst [mit Karte]

Lübeck verzaubert mit vielen schönen Sehenswürdigkeiten. Du planst eine Städtereise in Deutschland und bist auf der Suche nach dem passenden Ziel? Es darf auch gerne eine Stadt im Norden, idealerweise in der Nähe vom Meer, sein? Dann ist Lübeck das Richtige für dich.

Als Königin der Hanse spielte Lübeck jahrhundertelang eine zentrale Rolle im europäischen Handel. Bis heute kannst du in die goldenen Hansezeiten eintauchen und Lübecks einstigen Reichtum entdecken. Ostseefeeling gibt es gratis dazu.

In diesem Artikel nehme ich dich mit auf eine Erkundungstour der schönsten Sehenswürdigkeiten Lübecks und gebe dir viele weitere Geheimtipps rund um die Hansestadt.

Aktualisiert am 04.04.2022

Karte: Alle Sehenswürdigkeiten im Überblick

1. Holstentor

Wir starten unseren Rundgang mit dem Holstentor, dem wohl bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Es wurde zwischen 1464 und 1478 im Stil der spätmittelalterlichen Backsteingotik gebaut und diente nicht nur der Verteidigung, sondern galt auch als Machtsymbol der Hansestadt.

Im 19. Jahrhundert waren jene goldenen Zeiten jedoch längst vergessen, das Holstentor glich einer Ruine. 1863 entschied sich die Bürgerschaft mit knapper Mehrheit für Renovierungsarbeiten und damit gegen einen Abriss des Bauwerks – zur großen Freude von den Einheimischen und Touristen, die heutzutage das Holstentor eifrig besuchen. Es zählt zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Das Holstentor in Lübeck
Das Holstentor ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Lübeck

Das Stadttor beeindruckt durch seine beiden imposanten kegelförmigen Türme, wobei dir bei genauerer Betrachtung auffallen wird, dass der Südturm ein wenig schief steht. Grund dafür ist der morastige Untergrund, in den das Bauwerk im Laufe der Zeit eingesunken ist. Ein weiteres Absacken konnte erst durch Restaurierungen in den Jahren 1933/34 verhindert werden.

Auch ein Blick ins Innere des Holstentors lohnt sich: Hier befindest sich das Stadtgeschichtliche Museum (Website), wo du in der spannenden Dauerausstellung „Die Macht des Handels“ in die Geschichte der mittelalterlichen Hansemetropole eintauchen kannst und alles über Handel, Seefahrt und Recht im Mittelalter erfährst. 

Tipp: Von der Terrasse der Tourist-Information hast du einen grandiosen Blick auf die Top-Sehenswürdigkeit Lübecks – besonders in den Nachmittagsstunden, wenn das Bauwerk in schönstem Licht erstrahlt. Nicht nur Hobbyfotografen werden begeistert sein.

Auf dem Weg zum Holstentor laufe ich über die Puppenbrücke. Das ist die ehemalige Brücke vor dem zweiten Vortor des Holstentores. Darauf stehen Figuren und Vasen. Sie wurden ursprünglich 1774 aus Sandstein gefertigt.

2. Salzspeicher

Bevor es auf Erkundungstour durch die Lübecker Altstadt geht, machen wir noch einen kurzen, aber lohnenswerten Abstecher zu einer Sehenswürdigkeit direkt neben dem Holstentor: den Salzspeichern (Google Maps). Die sechs Lagerhäuser wurden zwischen 1579 und 1745 aus Backstein errichtet und dienten jahrhundertelang der Lagerung von Salz.

Die Salzspeicher in Lübeck im Abendlicht
Die Salzspeicher liegen direkt neben dem bekannten Holstentor und sind auch ein tolles Fotomotiv

Das „weiße Gold“ wurde in den Salinen in Oldesloe und Lüneburg gewonnen und von Lübeck aus nach Skandinavien verschifft, wo das Salz zum Konservieren der Heringe verwendet wurde. Die Fische wurden wiederum in Fässern nach Lübeck transportiert und im Binnenland verkauft. So hat die Hansestadt einen großen Teil ihres damaligen Reichtums dem Salz- und Heringshandel zu verdanken.

Später wurden in den Salzspeichern auch andere Waren wie Tuch und Getreide gelagert. 1922 wurde hier sogar der deutsche Vampirfilm „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ gedreht. Heutzutage befindet sich in den Lagerräumen ein Bekleidungsgeschäft.

Auch wenn du mit Mode nichts am Hut haben solltest, sind die Salzspeicher ein Must-See in Lübeck. Direkt an der Trave gelegen bilden sie zusammen mit ihrer Reflexion im Wasser von der Altstadtseite aus nicht nur ein tolles Fotomotiv, sondern erinnern auch an die goldenen Handelszeiten der Hansestadt.

Blick auf die Lübecker Salzspeicher von oben
Die Salzspeicher von oben

3. St. Petri Kirche

Unser erster Halt auf der einzigartigen Altstadtinsel ist die St.-Petri-Kirche zu Lübeck (Website). Sie wurde im 13. Jahrhundert errichtet (1220) und im Laufe der Zeit immer wieder erweitert, bis sie im 15. Jahrhundert ihre heutige Form als fünfschiffige, gotische Hallenkirche annahm.

Im Zweiten Weltkrieg wurde St. Petri stark zerstört und erst 1987 vollständig wiederaufgebaut. Heutzutage finden im hellen und geräumigen Kirchenraum keine Gottesdienste mehr, sondern verschiedenste Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Dazu gehört auch der jährliche Kunsthandwerkermarkt in der Adventszeit.

Ein Highlight ist zudem der Blick von der 50 Meter hohen Aussichtsplattform, von der dir ganz Lübeck zu Füßen liegt – bei gutem Wetter gesellt sich sogar die Ostsee im Hintergrund dazu. Du schaust hier auf St. Marien, das Rathaus, das Holstentor und die Ausflugsboote auf der Trave. Im Anschluss kannst du es dir im St. Petri Café bei Kaffee und Kuchen gemütlich machen und die ersten Eindrücke der Sehenswürdigkeiten der Hansestadt auf dich wirken lassen.

Der Blick auf das Holstentor mit der Kirche St. Petri
Der Blick auf das Holstentor mit der Kirche St. Petri
Der Blick auf das Lübecker Rathaus von oben
Natürlich liegt dir von hier oben das Lübecker Rathaus zu Füßen – eine weitere Top-Sehenswürdigkeit
Der Blick aufs bekannte Holstentor von der Kirche St. Petri
Vom Turm der Kirche St. Petri hast du auch einen tollen Blick aufs Holstentor und auf die Salzspeicher

Die besten Reiseführer für deinen Ausflug in die Hansestadt

Mit den folgenden Reiseführern bist du für deinen Ausflug nach Lübeck bestens ausgerüstet. Sie sind der perfekte Begleiter, um die Stadt mit ihren tollen Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust zu erkunden.

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4. Lübecker Rathaus

Zweimal um die Ecke und schon stehst du vor der nächsten Sehenswürdigkeit: dem Lübecker Rathaus (Google Maps). Es ist eines der imposantesten Bauwerke der Backsteingotik und wurde zwischen 1230 und 1308 gebaut, wobei es im Laufe der Zeit mehrmals erweitert und verändert wurde. Das ist auch der Grund für die verschiedenen Baustile, die dich hier erwarten.

Mit seinen drei Türmen und der kunstvoll dekorierten Fassade ist das Rathaus ein echter Hingucker. Auch ein Blick ins Innere beeindruckt: Hier kannst du unter anderem die Bürgermeister-Ahnengalerie,den neugotischen Bürgerschaftssaal sowie den prunkvollen Audienzsaal bewundern.

Letzterer diente als Gerichtssaal und hat bis heute zwei unterschiedlich hohe Eingangstüren: Die hohe Tür war für freigesprochene Angeklagte gedacht, verurteilte Bürger hingegen mussten den Saal gebückt durch die niedrige Tür verlassen.

Weitere spannende Anekdoten rund um die Geschichte des Rathauses erfährst du im Rahmen einer Rathausführung, die ich dir nur ans Herz legen kann.

Das Lübecker Rathaus von oben
Das Rathaus ist etwas ganz Besonderes und eine der Top-Attraktionen der Stadt
Die Fassade des Lübecker Rathauses
Die Fassade des Rathauses

5. Café Niederegger

Direkt gegenüber vom Lübecker Rathaus befindet sich das traditionsreiche Café Niederegger (Google Maps). Es wurde 1806 vom Konditormeister Johann Georg Niederegger gegründet und ist bis heute das führende Unternehmen für Lübecks bekannteste Spezialität, dem Marzipan. In ganz besonderem Ambiente kannst du im Café auch weitere Leckereien wie Pralinen, Trüffel oder ein Stück der berühmten Niederegger Nusstorte genießen.

Im zweiten Obergeschoss erwartet dich zudem das hauseigene Marzipan-Museum, wo du alles über die Geschichte der Mandel-Delikatesse erfährst. Das Highlight sind die zwölf lebensgroßen Marzipanfiguren von bekannten Persönlichkeiten wie Thomas Mann oder Wolfgang Joop, die auch schon vom Niederegger Marzipan geschwärmt haben. Im Schaufenster findest du etwa das Holstentor aus Marzipan in 150 Stunden Handarbeit nachgebaut.

Über einen Besuch des Cafés freuen sich somit Bauch und Augen gleichermaßen. Das kulinarische und kulturelle Erlebnis wird dir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben. Vom Kaffee mit Marzipangeschmack bis hin zum Marzipaneis gibt es hier alles für das Marzipanherz.

Der Kölner Dom aus Marzipan
Der Kölner Dom aus Marzipan im Niederegger Museumsshop
Ein Stück Marzipankuchen im Café Niederegger
Ein Stück Marzipankuchen im Café Niederegger ist ein Muss

Übrigens gibt es in Lübeck noch eine weitere Marzipan-Sorte: die Lübecker Marzipan-Speicher. Besonders lecker sind die Marzipan-Happen dieses Unternehmens. Ein besonders uriges Geschäft befindet sich An der Untertrave 92, gegenüber des Museumshafens.

Marzipan des Lübecker Marzipanspeichers
Die Marzipan-Happen der Lübecker Marzipan-Speicher

6. Marienkirche

Ein weiteres Wahrzeichen auf der Lübecker Altstadtinsel ist die Marienkirche (Website), deren beide Türme mit ihren 125 Metern Höhe schon von weitem beeindrucken. Sie wurde von 1277 bis 1351 gebaut und gilt als Mutterkirche der Backsteingotik in der Ostseeregion.

Die Marienkirche mit ihren zwei Türmen
Die Marienkirche mit ihren zwei Türmen
Der Innenraum der Marienkirche
Die Marienkirche ist auch von innen sehenswert

Das Gotteshaus symbolisiert seit jeher die Macht und den Reichtum der Hansestadt, wurde allerdings bei einem Luftangriff auf Lübeck 1942 beinahe völlig zerstört. Der Wiederaufbau der Kirche war 1959 größtenteils abgeschlossen.

Auch der Innenraum steckt voller Superlative: Abgesehen von den vielen Kunstwerken kannst du hier das höchste Backsteingewölbe und die größte mechanische Orgel der Welt bestaunen. Dietrich Buxtehude war 39 Jahre Organist in St. Mairen, einer der bedeutendsten Vertreter der Norddeutschen Orgeltradition. Er wurde in St. Marien beigesetzt.

In der Süderturm-Kapelle befinden sich bis heute die beiden beim Luftangriff herabgestürzten Kirchenglocken als Zeichen für Frieden und Versöhnung. Die Glocken stürtzten in der Brandnacht 1942 ab. Links, die älteste Glocke wog 40 Zentner und läutete 434 Jahre lang.

Apropos Glocken: Die Marienkirche hat mit seinen neun Glocken das größte Geläut Schleswig-Holsteins, das an Festtagen besonders imposant klingt. Du merkst schon: Man kommt hier aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Ebenfalls wichtig zu erwähnen ist der Lübecker Totentanz in St. Marien. Nach dem Vorbild des Dans Macabre in Paris geschaffen, soll es den Menschen an den Tod erinnern. 1424 wurde der Totentanz auf eine 26 Meter lange und 2 Meter hohe Leinen-Wand gemalt. Der makabre Reigen spielt sich vor der Lübecker Stadtkulisse ab. Heute siehst du leider nur noch eine Kopie, da das Leinenwerk sehr zerschlissen war.

Empfehlenswert sind auch die spannenden Führungen, die dich entweder durch die Kirche oder in den Turm und das Gewölbe führen. Bei einem Rundgang erfährst du nicht nur mehr über die wechselvolle Geschichte der Backsteinbasilika, sondern auch, was es mit den drei Kirchenlegenden auf sich hat.

Die astronomische Uhr in der Marienkirche
Die astronomische Uhr ist wirklich riesig

Direkt an der Marienkirche befindet sich eine Teufelsfigur. Der Sage nach dachte der Teufel, die Stadt würde ein Weinhaus bauen. Der Gedanke gefiel ihm, somit half er beim Bau mit, in der Hoffnung ein paar Trunkenbolde abgreifen zu können. Allerdings fand er heraus, dass er gerade am Bau einer Kirche mithalf. Zornig wollte er mit einem Stein den Bau zertrümmern. Ein Geselle rief ihm jedoch zu, man baue ihm dafür ein Wirtshaus neben die Kirche. Der Teufel ließ den Stein fallen. Heute steht neben der Kirche der Ratsweinkeller. Viel Spaß auf deiner Entdeckungstour dieser Top-Sehenswürdigkeit (Google Maps)!

Die Teufelsfigur vor der Marienkirche
Vor der Kirche sitzt diese kleine Teufelsfigur

7. Buddenbrookhaus

Gegenüber von der Marienkirche befindet sich das weltberühmte Buddenbrookhaus (Website), ein Literaturmuseum der besonderen Art. Das Haus mit der reich verzierten Fassade aus dem Jahr 1758 war im 19. Jahrhundert der Wohnsitz der Familie Mann, bis sie es 1891 verkauften.

In der Innenstadt zeigt eine Säule den früheren Standort des Hauses Breite Straße 38, in dem Thomas Mann seine Kindheitsjahre verbracht hat. Das Haus brannte 1942 ab. Er wurde 1875 in Lübeck geboren und starb 1955 in Zürich.

Große Bekanntheit erlangte es als Handlungsort von Thomas Manns nobelpreisgekröntem Roman „Buddenbrooks“ von 1901. Er erzählt die Geschichte der Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook, die seiner eigenen Familie ähnelte.

Heutzutage ist das Buddenbrookhaus als eine Art begehbarer Roman gestaltet, der dich auf eine einzigartige Reise durch Fiktion und Realität durch diese tolle Sehenswürdigkeit mitnimmt. Du kannst hier nicht nur ein Stück Weltliteratur hautnah erleben, sondern erfährst auch bei verschiedenen Stationen mehr über das Leben der Schriftstellerfamilie Mann.

Beachte: Aufgrund von Renovierungsarbeiten bleibt das Buddenbrookhaus voraussichtlich bis 2023 geschlossen. Aber keine Panik: Im Museum Behnhaus gibt es in dieser Zeit eine Sonderausstellung, in der die Protagonistin Tony Buddenbrook von ihrem Erschaffer Thomas Mann sowie ihrer eigenen Familie erzählt. Tauche ein in die faszinierende Welt der Buddenbrooks und Manns und überzeuge dich selbst von ihrer Wirkung.

Das Buddenbrookhaus ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten in Lübeck
Das Buddenbrookhaus ist ein weiteres Lübecker Highlight, das du nicht verpassen solltest

8. Dom zu Lübeck

Am Südrand der Altstadt liegt ein weiteres beeindruckendes Bauwerk: der Dom zu Lübeck (Website). Mit seinen etwa 130 Metern Länge gilt er als eine der längsten Backsteinkirchen. 1173 wurde mit dem von Heinrich dem Löwen gestifteten Bau begonnen und um 1230 vollendet.

Wie die Marienkirche wurde der Lübecker Dom im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört. Da man sich zunächst auf den Wiederaufbau der Marienkirche konzentrierte, dauert der Sanierungsprozess bis 1982.

Die Kirche beherbergt bis heute die erhaltenen Kunstschätze wie das große Triumphkreuz von Bernt Notke aus dem Jahr 1477, die mittelalterlichen Seitenaltäre sowie die beiden Marienfiguren. Sehenswert sind auch die Sandsteinsarkophage in den Seitenkapellen, die nach der Reformation zu Grabstätten für die Lübecker Domherren wurden.

Der Dom zu Lübeck
Der imposante Dom zu Lübeck blickt auf eine lange Geschichte

9. Lübecker Gänge und Höfe

Die Lübecker Gänge und Höfe sind Teil des UNESCO Welterbes. Um diese besondere Sehenswürdigkeit zu Gesicht zu bekommen, musst du die dir bekannten Straßen der Altstadt verlassen und auch mal in geheimnisvolle Gässchen abbiegen. Dort triffst auf die zahlreichen versteckten Gänge und Höfe, die dich in die Welt des Mittelalters entführen. Heute gibt es derer noch 90 Stück. Beim Betreten der schmalen und niedrigen Eingänge heißt es Kopf und Schultern einziehen und los geht die Entdeckungsreise.

Das mittelalterliche Bevölkerungswachstum Lübecks als „Königin der Hanse“ führte dazu, dass es in der Altstadt schnell eng wurde. Aus diesem Grund begann man, die Hinterhöfe für weitere Wohnungen, die sogenannten „Buden“, zu nutzen. Diese hölzernen Häuser sind zwar heute nicht mehr erhalten, dafür kannst du ihre Nachfolger aus Stein bewundern. Sie sind teilweise mehr als 400 Jahre alt und begeistern durch ihre bunte Vielfalt.

Einzigartig sind auch die Stiftshöfe, die von wohlhabenden Lübeckern finanziert wurden, um die Waisen und Witwen von Seefahrern und Kaufmännern zu versorgen. Einer der prächtigsten ist der Füchtingshof, der vom Kaufmann Johann Füchting „zum Nutzen der Armen“ gestiftet wurde. Am schönsten sind der Haasenhof, der Glandorps Gang (der Glandorps Hof ist der älteste der größeren Stiftungshöfe), der Koberg, der Hellgrüne Gang und der Dunkelgrüne Gang, der Pelzer-Gang, der Von-Höveln-Gang und der Dornes-Hof.

Bei Interesse kannst du eine Höfe- und Gänge-Tour in Lübeck buchen, über die Website der Stadt. Dort erfährst du dann beispielsweise auch spannende Details wie, dass für das Bierbrauen das Wasser aus dem Fluss genutzt wurde. Daher durften sich zwei Tage lang die Menschen nicht waschen oder schlachten, damit man einigermaßen sauberes Wasser zum Brauen zur Verfügung hatte. Yummy!

Die meisten der über 90 Gänge und Höfe sind für Besucher frei zugänglich, beachte jedoch, dass diese auch heute noch bewohnt sind und sich die Lübecker daher über diskretes Verhalten freuen. Darüber hinaus gibt es Besuchszeiten. Die Ruhezeiten sind in der Regel von 12 bis 15 Uhr und von 18 bis 10 Uhr.

Ein Hinterhof in Lübeck
Die schönen Höfe sind für uns eine der Top-Attraktionen der Stadt

10. Heiligen-Geist-Hospital

Ein ganz besonderes Gebäude ist auch das Heiligen-Geist-Hospital (Google Maps). Es wurde 1286 im Stil der uns bereits bekannten Backsteingotik errichtet und zählt zu den ältesten Sozialeinrichtungen der Welt. Von reichen Lübecker Kaufmännern gestiftet diente es seit dem Mittelalter als Wohnstätte für Arme und Kranke und ist ein beispielloses Symbol für Nächstenliebe und Wohltätigkeitssinn der Bürger.

Ein Highlight im Langhaus sind die sogenannten Kabäuschen, kleine hölzerne Kammern, die erst 1820 gebaut und bis 1970 bewohnt wurden. Sehenswert ist auch die reich dekorierte Hallenkirche mit ihren Wandmalereien. Bis heute sind Teile des Hospitals ein Pflege- und Altenheim in einzigartigem historischen Ambiente.

In der Adventszeit findet hier außerdem ein bekannter internationaler Weihnachtsmarkt statt, bei dem Aussteller aus Deutschland, Skandinavien, den baltischen Ländern, Israel und Peru ihre Kunsthandwerke präsentieren.

Das Gewölbe im Heiligen-Geist-Hospital
Das Heiligen-Geist-Hospital ist eine weitere Top-Sehenswürdigkeit in Lübeck

11. Burgkloster

Auf deinem Weg in den nördlichen Teil der Altstadt befindet sich das Burgkloster (Google Maps), das als eine der bedeutendsten Klosteranlagen Norddeutschlands gilt. 1229 wurde es zum Sitz des Dominikanerordens und hatte seitdem schon viele Funktionen.

Infolge der Reformation wurde hier ein Armenhaus eingerichtet, ab Ende des 19. Jahrhunderts diente das Kloster als Gericht und Untersuchungsgefängnis. Im Dritten Reich wurden in der Klosteranlage Juden und Widerstands­kämpfer gefangen gehalten.

Daher ist das Burgkloster ein wichtiges Denkmal für die deutsche Geschichte. Seit 2015 gehört es zum Europäischen Hansemuseum, wo du in spannenden Ausstellungen die wechselvolle Geschichte der Hanse nacherleben kannst.

Besichtigen kannst du auch die Räume des ehemaligen Dominikanerkonvents, die mit ihren Wand- und Gewölbemalereien beeindrucken und dir mehr über den damaligen Klosteralltag verraten. Freue dich auf einen ganz besonderen Teil Lübecker Stadtgeschichte.

Tipp: Bei einer Kanal- und Hafenrundfahrt eröffnet sich dir eine einzigartige Perspektive auf das Burgkloster.

In der Nähe des Burgklosters steht das Burgtor mit Zöllnerhaus. Das Burgtor ziert eine alte Innschrift, auf der erzählt wird, dass General Blücher seinen Rückzug nach der schlacht bei Jena und Auerstedt verteidigt. 1806 drangen die französichen Truppen nach Lübeck ein. Das Zöllnerhaus wurde 1571 erbaut und mit dem mecklenburgischen Wappen versehen. 1912 bis 1928 war es das Wohnhaus der Schriftstellerin Ida Boy.

Der Lübecker Burgtor
Das imposante Burgtor ist schon von Weitem sichtbar

12. Museumshafen

Jetzt geht es endlich ans Wasser, genauer gesagt zum Museumshafen (Google Maps), der zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Hansestadt gehört. Hinter der über 100-jährigen Drehbrücke reihen sich insgesamt 15 traditionelle Segelschiffe aneinander, die von Schiffsfreunden restauriert wurden und ihre Heimat an der Untertrave gefunden haben.

Einen Spaziergang vor dieser malerischen Kulisse solltest du dir nicht entgehen lassen, denn hier erwacht Seefahrtsgeschichte zum Leben. Zu den historischen Segelschiffen zählt die „Fridtjof“, die Ende des 19. Jahrhunderts in Norwegen gebaut wurde und als Versorgungsschiff für die Eismeer-Expedition des Polarforschers Fridtjof Nansen diente.

Neben den Schiffen sind auch der Motorschlepper „Titan“ und der Eimerkettenbagger „Wels“ sehenswert, die Lübeck jahrzehntelang einen großen Dienst erwiesen. Freunde der Schifffahrt können im Peter-Rehder-Haus an der Drehbrücke mehr über die maritime Geschichte Lübecks erfahren.

Unweit des Museumshafens befindet sich zudem die bekannte „Lisa von Lübeck“ (Website), die Rekonstruktion eines Hanseschiffs aus dem 15. Jahrhundert, die im Sommer Mitfahrten in mittelalterlicher Atmosphäre anbietet. Lübecks größtes Museumsschiff – die Viermastbark „Passat“ – liegt nicht im Museumshafen, sondern in Travemünde, wo wir bereits bei einem Ausflugstipp für dich wären.

Tipp: miete dir ein Boat Now. Das ist ein kleines, aber feines Boot, mit dem du auf der Trave fahren kannst. Das macht super viel Spaß und du bekommst einen ganz anderen Blick auf die Stadt.

Ein Schiff im Museumshafen
Im Museumshafen erfährst du viel über die Schifffahrt der Vergangenheit

13. Katharinenkirche

Die Katharinenkirche (Google Maps) ist ebenfalls eine der weithin sichtbaren Kirchen mit ihrem großen Turm. Sie wurde 1300 errichtet und war bis 1531 eine Klosterkirche des Franziskanerordens. Von den Klosterkirchen gab es mehrere in Lübeck. St. Katharinen ist allerdings die einzige erhaltene der vier Klosterkirchen. Heute handelt es sich bei dem Bau um eine Museumskirche.

Gleich am Eingang befindet sich eine mächtige, äußerst beeindruckende Statue. Sie zeigt einen Reiter, der einen Drachen ersticht.

Ebenfalls sehenswert ist die Zweigeschossige Choranlage mit Ober- und Unterchor. Das Chorgestühl des Oberchores ist aus dem 14. Jahrhundert und schmückt eine wertvolle Dorsalmalerei. Ebenfalls in der Kirche enthalten ist eine Mittelalterliche Messinggrabplatte des Bürgermeisters Lüneburg.

Fast gegenüber der Katharinenkirche steht die St. Jakobi Kirche. Sie wurde 1227 erstmals erwähnt. Sie ist die Kirche der Seefahrer und Fischer. In ihr findest du noch ein altes Schiffswrack.

Figuren in der Katharinenkirche
In der Kirche gibt es einiges zu entdecken
Der Reiter mit dem Drachen in der Katharinenkirche
Schon wegen dieser Figur lohnt ein Besucht der Katharinenkirche
Ein Gewölbe in der Katharinenkirche
Sehenswert ist auch dieses Gewölbe

14. Günter Grass Haus

Im Günter Grass-Haus (Website) erfährst du alles über das Leben und Schaffen des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass. Das Museum ist super modern und interaktiv gestaltet. Hier solltest du viel Zeit einplanen und mitbringen. Denn du kannst dich durch viel Literatur lesen, sehr viel anhören und den Schriftsteller virtuell erleben.

Hier erfährst du so viel über den Künstler wie noch nie. Außerdem kannst du dort einen Nachbau der Filmkulisse des Kolonialwarenladensim Labesweg Nr. 13 in Danzig-Langfur entdecken. Hier wohnte die erfundene Figur Oska Matzerath. Der Laden wurde nach Beschreibungen aus der Blechtrommel und Beim Häuten der Zwiebel entworfen.

Als Forum für Literatur und Bildende Kunst werden hier auch die Werke anderer Künstler gezeigt.

Adresse: Glockengießerstraße 21 (Google Maps)

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Die Ausstellung im Günter Grass-Haus
Das Museum im Günter Grass-Haus ist ein Muss für alle Literatur-Fans

15. Geheimtipp: Hüxstraße, Tünkenhagen und Hundestraße

Wenn du noch etwas Zeit hast, dann rate ich dir durch ein paar bestimmte Straßen zu schlendern. Wir waren sehr begeistert, als wir diese kleinen Straßen entdeckt haben und waren sehr angetan von den kleinen Geschäften, den wunderschönen Häuschen und den modernen, hippen Cafés.

In der Hüxstraße findest du kleine, feine Läden vor, die mit Herzliebe eingerichtet wurden. Von Vintage-Läden, Craft-Beer und tollen Details kannst du hier viel entdecken. Schau auch mal im Café Hüxstraße, in der Schmackofatz Garage oder in der Neuen Rösterei vorbei.

In der Tünkenhagen stehen urige, alte Häuser, die du auf jeden Fall bewundern solltest. Und in der Hundestraße reiht sich eine schöne Häuserfassade und ein Café an das nächste.

Schöne Hausfassaden in Lübeck
Die Lübecker Innenstadt hat uns verzaubert

Ausflugstipp Travemünde

Rund 20 Kilometer von der Hansestadt entfernt liegt Travemünde, Lübecks Zugang zur Ostsee. Der Kurort trägt schon seit 1802 den Titel „Seebad“ und ist damit einer der ältesten deutschen Ostseebäder. Travemünde verzaubert durch seine frische Seeluft und maritime Atmosphäre, die du bei einem Spaziergang auf der schönen Strandpromenade erleben kannst.

Travemünde mit schönstem Strand
Travemünde mit schönstem Strand

Auch ein Abstecher in den historischen Ortskern rund um die St. Lorenz-Kirche aus dem 16. Jahrhundert lohnt sich. Im Hafen, der zu den größten Fährschiffhäfen Nordeuropas gehört, kannst du das rege Treiben der großen und kleinen Schiffe von Land aus beobachten oder selbst zum Seemann/-frau werden und an einer Hafenrundfahrt auf der Trave teilnehmen. Da fährst du dann vielleicht auch am Skandinavienkai vorbei.

Im Passathafen kannst du wie versprochen auch das Wahrzeichen Travemündes bewundern: das Vier-Mastsegelschiff „Passat“ aus dem Jahr 1911, das bis 1957 sage und schreibe 39 Mal Kap Hoorn umrundete und in der ganzen Welt unterwegs war. Von den Abenteuern auf See erzählt die Passat bis heute in spannenden Ausstellungen. Unvergessliche Erlebnisse und Seefahrerromantik pur sind auch die Trauungen oder Übernachtungen auf dem Schiff

Abgesehen von diesen und weiteren Sehenswürdigkeiten sind auch Sportbegeisterte in Travemünde bestens aufgehoben, sei es nun bei Wanderungen am Strand oder im Naturschutzgebiet des südlichen Priwalls, Radtouren oder im Wasser. Wenn das mal kein gelungener Tagesausflug ist…

Ein Schiff am Passat Hafen Travemünde
Das Schiff Passat in Travemünde

Die spannendsten Museen in Lübeck

Wie du vielleicht schon auf unserem Rundgang durch die Altstadt gemerkt hast, wimmelt es in Lübeck nur so von spannenden Museen, die darauf warten, von dir besucht zu werden – und das lohnt sich nicht nur bei Regen. Meine Favoriten stelle ich dir hier vor:

Essen & Trinken in Lübeck

Nach so viel Sightseeing wird es Zeit für kulinarischen Input, wobei Lübeck viel mehr als nur Marzipan zu bieten hat. In diesem Abschnitt zeige ich dir die besten Geheimtipps für eine Stärkung in der Hansestadt. Ein Tipp vorweg: Probiere auf jeden Fall ein Glas des Lübecker Rotspons – das ist ein aromatischer französischer Rotwein, der in Holzfässern transportiert wird und in der Hansestadt reift.

Das Restaurant Kartoffelkeller in Lübeck
Der Kartoffelkeller gehört zu den beliebtesten Restaurants der Stadt

Wo in Lübeck übernachten – die besten Hoteltipps

Das Altstadt-Hostel CVJM Lübeck (hier Preise checken*) überzeugt durch seine zentrale Lage sowie seine bequemen Betten und ist die richtige Adresse für alle Hostelgänger. Eine preiswerte Alternative ist auch das Motel One Lübeck (hier Preise checken*), das nicht nur stilvoll eingerichtet ist, sondern sich auch im Herzen von Lübeck befindet. Ruhig, aber gleichzeitig zentral gelegen ist auch das familiengeführte Hotel zur alten Stadtmauer, das einen ganz besonderen Wohlfühlfaktor versprüht.

Wem Komfort und Stil wichtig ist, sollte sich das moderne Atlantic Hotel Lübeck (hier Preise checken*) genauer ansehen. In Toplage begeistert es durch seine Dachlounge, sein Restaurant und den eigenen Wellnessbereich. Ein einzigartiges Erlebnis ist auch der Aufenthalt im Hotel Haase (hier Preise checken*), das sich in einem Gebäude aus dem Jahr 1304 befindet und durch seine historische Einrichtung sowie den romantischen Garten verzaubert.

Für alle Fans von Ferienhäusern ist das charmante und geschmackvoll eingerichtete Gästehaus Malerwinkel (hier Preise checken*) genau die richtige Wahl. Im historisch-romantischen Ambiente der Altstadt lädt das malerische Häuschen zum Träumen und Entspannen ein.

Zahlen & Fakten über Lübeck

Ich hoffe mein Rundgang durch die Sehenswürdigkeiten Lübecks hat dir genauso gut gefallen. Ich fand die Stadt jedenfalls super schön. Na? Auch Lust bekommen? Dann los nach Lübeck.

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