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Was ist der Crop-Faktor? Erklärung, Tabelle & Umrechnung

Fragst du dich, was der Crop-Faktor ist? Welche Auswirkungen hat der Crop-Faktor und wie beeinflusst er deine Fotos? Ich verrate dir alles, was du über den Crop-Faktor wissen musst.

Außerdem findest du hier eine praktische Tabelle und alles, was du zur Umrechnung wissen musst.

Egal, ob du gerade erst mit der Fotografie anfängst oder schon ein Profi bist, hier findest du alles Wichtige zum Crop-Faktor.

Aktualisiert am 23.10.2022

Der Crop-Faktor einfach erklärt

Was ist der Crop-Faktor? Einfach erklärt ist der Crop-Faktor das Größenverhältnis eines Bildsensors im Vergleich mit dem klassischen 35-mm-Kleinbildformat („KB“, auch „Vollformat“ oder „VF“ genannt).

Eine Übersicht, die unter Berücksichtigung des Crop-Faktors den unterschiedlichen Bildausschnitt zeigt
Der Crop-Faktor in einem Bild zusammengefasst: Anhand dieses Fotos erkennst du, wie sehr sich der Bildausschnitt bei gleicher Brennweite bei verschiedenen Kamerasystemen unterscheidet

Arbeitest du mit einer Vollformatkamera (wie etwa der Sony Alpha 7, der Canon EOS R5 oder der Nikon Z6), spielt der Crop-Faktor für dich keine Rolle, da er exakt 1 beträgt. Trotzdem ist es nützlich, wenn du mit dem Begriff etwas anfangen kannst.

Der Cropfaktor wird in der Regel als Zahl dargestellt, zum Beispiel 1,6 oder 2. Der Crop-Faktor kann verwendet werden, um das Sichtfeld für ein bestimmtes Objektiv bei Verwendung mit einer bestimmten Kamera zu bestimmen. Ein 50-mm-Objektiv an einer Kamera mit Cropfaktor 1,6 hat beispielsweise ein Sichtfeld, das dem eines 80-mm-Objektivs an einer Vollformatkamera (die klassische 35-mm-Filmkamera) entspricht (50 mm x Cropfaktor 1,6 = 80 mm).

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Der Crop-Faktor im Überblick

Der Crop-Faktor und die Digitalfotografie

In Zeiten der analogen Fotografie war einiges leichter. Damals hast du (in der Regel) einen 35-mm-Film eingelegt. Hast du mit einer Brennweite von 50 Millimetern fotografiert, wusste jeder sofort, um welchen Bildausschnitt es geht.

Mit der Einführung der digitalen Fotografie hat sich einiges geändert. Als Referenz hat sich das klassische 35-mm-Kleinbildformat (heute die Vollformatkamera, deren Bildsensor der Größe des klassischen 35-mm-Filmes entspricht) durchgesetzt.

Insbesondere um Kosten zu sparen (ein großer Vollformat-Bildsensor ist teuer in der Produktion, ebenso die großen Objektive), entwickelten Kamerahersteller kleinere Bildsensoren. Gängig sind der kleinere APS-C-Sensor (für „Advanced Photo System Classic“) und das noch kleinere 4/3-Format (Micro Four Thirds; „MFT“). Noch kleinere 1-Zoll-Sensoren kommen unter anderem in Kompaktkameras oder in Kameradrohnen zum Einsatz.

Mit dem Mittelformat gibt es auch heute noch größere Sensoren als das klassische Kleinbildformat. Ein aktueller Vertreter aus dem Mittelformat ist etwa die rund 9.000 Euro teure Hasselblad X2D 100C, deren Bildsensor 33 x 44 mm misst und die damit einen Crop-Faktor von 0,8 besitzt.

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Was bedeutet „Cropping“

Doch kommen wir zurück zum Crop-Faktor. „Cropping“ bedeutet übersetzt „zuschneiden„. Der Crop-Faktor gibt also an, um welchen Faktor ein Bild im Vergleich zum klassischen 35-mm-Kleinbildformat zugeschnitten wird.

Verschiedene Sensorgrößen im Vergleich
Hier siehst du die verschiedenen Sensorgrößen im direkten Vergleich

Das klassische Kleinbildformat (Vollformatsensor) misst 24 x 36 Millimeter. Das klassische Dia hat ebenfalls die Maße 24 x 36 Millimeter. Mathematisch nicht ganz korrekt wird das Kleinbildformat 35-Millimeter-Format genannt. Das ist auch exakt die Größe, die ein digitaler Vollformatsensor wie etwa der Sensor der Sony Alpha 7 IV besitzt.

Ein APS-C-Sensor misst dagegen nur ca. 13,8 x 22,2 Millimeter (Canon) bzw. 15,6 x 23,7 Millimeter (Sony, Nikon). Der Crop-Faktor bei Canon beträgt 1,6 – bei Sony und Nikon 1,5.

Ein 4/3-Sensor (MFT) misst 13 x 17,3 Millimeter. Der Crop-Faktor beträgt hier exakt 2,0. Neben dem Crop-Faktor gibt es aber noch eine Besonderheit bei MFT-Kameras. Anders als beim Vollformat oder beim APS-C-Format beträgt das Seitenverhältnis hier nicht klassisch 3:2, sondern 4:3 (wie beim Smartphone). Du kannst das Seitenverhältnis bei der MFT-Kamera im Menü zwar an das Format 3:2 anpassen, verlierst dabei aber etwas Auflösung. Eine Ausnahme sind MFT-Kameras mit größerem Multiformatsensor.

Wie berechnet man den Crop-Faktor?

Doch wie kommt man auf die Crop-Werte? Dazu wird die Bilddiagonale des Bildsensors in der Kamera herangezogen. Die Bilddiagonale berechnet man übrigens mit Hilfe des Satzes des Pythagoras. Das geht hier aber ein wenig zu weit, zumal wir die Bilddiagonalen leicht im Internet finden .-)

Die Bilddiagonale eines Vollformatsensors misst 43,3 Millimeter und ist um den Faktor 1,6 größer als bei einem APS-C-Sensor von Canon mit einer Bilddiagonalen von ca. 27 Millimetern.

Die Bilddiagonale eines Vollformatsensors ist um den Faktor 1,5 größer als bei einem APS-C-Sensor von Sony oder Nikon.

Beim 4/3-Sensor (MFT) misst die Bilddiagonale mit 21,6 Millimeter exakt die Hälfte eines Vollformatsensors. Der Crop-Faktor beträgt also 2,0. Die Rechnung: 43,3 Millimeter (die Bilddiagonale eines Vollformatsensors) geteilt durch 21,6 Millimeter ist 2.

So einfach berechnet man den Crop-Faktor.

Was bewirkt der Crop-Faktor?

Aber welche Auswirkungen hat der Crop-Faktor auf dein Foto?

Angenommen, du arbeitest mit jeweils 60 Millimeter Brennweite. Hier ergeben sich bei den verschiedenen Sensorgrößen (Vollformat, APS-C, MFT) unterschiedliche Bildausschnitte.

Der Bildausschnitt eines Berges, fotografiert mit einer Vollformatkamera mit 60 mm Brennweite
Das ist der Bildausschnitt einer Vollformatkamera bei einer Brennweite von 60 Millimetern
Der Bildausschnitt eines Berges, fotografiert mit einer APS-C-Kamera mit 60 mm Brennweite
Dieser Bildausschnitt entspricht einer Brennweite von 60 Millimetern an einer APS-C-Kamera
Der Bildausschnitt eines Berges, fotografiert mit einer MFT-Kamera mit 60 mm Brennweite
60 Millimeter Brennweite an einer MFT-Kamera führen zu diesem Ergebnis (beachte auch das abweichende Bildformat von 4:3)


Um mit einer APS-C-Kamera oder MFT-Kamera den gleichen Bildausschnitt wie mit einer Vollformatkamera zu erzielen, musst du also den Crop-Faktor berücksichtigen und eine andere Brennweite nutzen.

Bist du aber erst einmal mit einem System vertraut, spielt der Crop-Faktor im Alltag keine Rolle mehr. Es sei denn, du wechselst das System oder unterhältst dich angeregt mit anderen Fotografen.

Arbeitest du mit einer Vollformatkamera etwa mit einem Ultraweitwinkelobjektiv mit 16 Millimetern Brennweite, musst du, um den gleichen Bildausschnitt zu erzielen, mit einer APS-C-Kamera ein 10 Millimeter Objektiv verwenden (16 Millimeter geteilt durch den Crop-Faktor 1,6 bzw. 1,5 entspricht etwa 10 Millimeter).

Mit einer MFT-Kamera müsstest du ein Objektiv mit einer Brennweite von 8 Millimeter verwenden (16 Millimeter geteilt durch den Crop-Faktor 2,0 ergibt 8 Millimeter).

Tabelle: Umrechnung des Crop-Faktors

BrennweiteCrop-Faktor
Vollformat (35mm)1,5x (APS-C)1,6x (APS-C)2,0x (MFT)2,7x (1-Zoll)
10 mm6,6 mm6,3 mm5 mm3,7 mm
14 mm9,3 mm8,8 mm7 mm5,2 mm
18 mm12 mm11 mm9 mm6,7 mm
24 mm16 mm15 mm12 mm8,9 mm
35 mm23 mm22 mm18 mm13 mm
50 mm33 mm31 mm25 mm19 mm
85 mm57 mm53 mm43 mm31 mm
105 mm70 mm65 mm53 mm39 mm
200 mm133 mm125 mm100 mm74 mm
300 mm200 mm188 mm150 mm111 mm
400 mm267 mm250 mm200 mm148 mm
500 mm333 mm313 mm250 mm185 mm
800 mm533 mm500 mm400 mm296 mm

Anhand der Crop-Tabelle siehst du auf einen Blick, welche Brennweite an welcher Kamera dem gleichen Bildausschnitt entspricht.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Kleinbildäquivalent. Ein Beispiel: 200 Millimeter Brennweite an einer APS-C-Kamera von Sony (Crop-Faktor 1,5) entsprechen einem Kleinbildäquivalent von 300 Millimetern. 200 Millimeter Brennweite an einer MFT-Kamera (Crop-Faktor 2) entsprechen einem Kleinbildäquivalent von 400 Millimetern.

Objektive und der Crop-Faktor

Das Wichtigste: Objektive sind immer für eine bestimmte Sensorgröße (MFT, APS-C, Vollformat, Mittelformat) ausgelegt – an der Brennweite des Objektivs ändert das aber nichts. Ein 100-mm-Objektiv bleibt ein 100-mm-Objektiv, egal an welcher Kamera.

Nutzt du zum Beispiel ein Vollformat-Objektiv mit 100 Millimetern Brennweite an einer APS-C-Kamera, hat das Objektiv auch an der APS-C-Kamera 100 Millimeter Brennweite.

Im Vergleich zur Vollformatkamera wirken 100 Millimeter Brennweite an einer APS-C-Kamera aber anders. An der APS-C-Kamera erscheint das Motiv um rund 50 Prozent „vergrößert“. Das liegt daran, dass der APS-C-Sensor nur den mittleren Teil des Bildes erfasst, den das Objektiv auf den Sensor projiziert.

APS-C-Sensoren sind kleiner als Vollformatsensoren und haben ein kleineres Sichtfeld (FoV; Field of View). Wenn du an Aufnahmen mit einer APS-C-Kamera gewöhnt bist und du zu einer Vollformatkamera wechselst, ist bei der gleichen Brennweite alles weiter von dir entfernt.

Der Wechsel auf ein anderes Kameraformat

APS-C-Objektive an der Vollformatkamera

Wechselst du von einer APS-C-Kamera auf eine Vollformatkamera, wirst du um neue Objektive nicht herumkommen. Selbst wenn sich die APS-C-Objektive an der neuen Vollformatkamera betreiben lassen (abhängig vom Hersteller und dem Objektivanschluss), ändert sich das Sichtfeld massiv. Deine Motive sind bei gleicher Brennweite viel weiter entfernt.

Außerdem verschenkst du mit APS-C-Objektiven an einer Vollformatkamera viel Potenzial, da APS-C-Objektive meist eine geringere Abbildungsleistung haben als teure Vollformatobjektive.

Zudem nutzt du nicht mehr die gesamte Sensorfläche der Vollformatkamera. Moderne Vollformatkameras haben zwar eine Einstellmöglichkeit, um APS-C-Objektive zu betreiben. Damit beschneidest du den Vollformatsensor deiner Kamera aber aufs APS-C-Format.

Die Vignettierung an einer Vollformatkamera, die mit einem APS-C-Objektiv betrieben wird
Das ist die Vignettierung an einer Vollformatkamera, die mit einem 10-mm-APS-C-Objektiv betrieben wird
Der Bildausschnitt, den man an einer Vollformatkamera mit einem APS-C-Objektiv nutzen kann
Um das 10-mm-APS-C-Objektiv an der Vollformatkamera zu nutzen, musst du die Kamera in den APS-C-Modus setzen. Damit beschneidest du den Bildsensor künstlich. Das Ergebnis sieht dann so aus. Das Sichtfeld entspricht einem 16-mm-Vollformatobjektiv

Vollformat-Objektive an der APS-C-Kamera

Wenn du vom Vollformat auf APS-C-Format umsteigst, vergrößern sich deine Motive bei gleicher Brennweite um etwa 50 Prozent. Prinzipiell kannst du deine Vollformat-Objektive aber an der APS-C-Kamera betreiben (bei gleichem Objektivanschluss). Dank der guten Abbildungsleistung der Vollformat-Objektive entstehen dir sonst keine Nachteile. Ganz im Gegenteil: Du wirst von der hohen Abbildungsleistung der Vollformatobjektive profitieren.

Das gleiche Prinzip gilt auch für MFT-Kameras, wobei du hier um neue Objektive in keinem Fall herumkommst.

Kennzeichnung APS-C-Format bei Objektiven

Hast du dich schon einmal gefragt, warum viele Objektive so sperrige Namen haben? In den Namen stecken wichtige Infos. Unter anderem kennzeichnen die Hersteller ihre speziell fürs APS-C-Format entwickelten Objektive.

Die Vorteile kleiner Bildsensoren

Bei teuren Teleobjektiven spielt dir der Crop-Faktor in die Hände. Mit einer APS-C-Kamera benötigst du zum Beispiel nur ein Objektiv mit einer Brennweite von 312 Millimetern (Crop-Faktor 1,6) bzw. 333 Millimetern (Crop-Faktor 1,5), um den gleichen Bildausschnitt einer sündhaft teuren 500-Millimeter-Brennweite einer Vollformatkamera zu erhalten. Mit einer MFT-Kamera mit Crop-Faktor 2 reichen dir sogar 250 Millimeter Brennweite, um den gleichen Bildausschnitt zu erzielen.

Vollformatsensoren haben allerdings oft eine höhere Auflösung als kleinere Bildsensoren. Je höher die Auflösung des Bildsensors, desto besser kannst du dein fertiges Bild bei der Nachbearbeitung ohne Qualitätseinbußen beschneiden bzw. „croppen“.

Mit einem 200-Millimeter-Teleobjektiv an einer Sony Alpha 7R IV mit 61 Megapixeln erzielst du durch beschneiden bzw. croppen den gleichen Bildausschnitt wie mit einer APS-C-Kamera mit einer geringeren Auflösung und einer längeren Brennweite.

FAQ zum Crop-Faktor

Was ist der Crop-Faktor in der Fotografie?

Der Crop-Faktor ist das Größenverhältnis eines Bildsensors im Vergleich mit dem klassischen 35-mm-Film („KB“, auch „Vollformat“ oder „VF“ genannt).

Wie berechnet man den Crop-Faktor?

Zur Berechnung des Crop-Faktors wird die Bilddiagonale des Bildsensors ins Verhältnis zur Bilddiagonalen eines Vollformatsensors (43,3 Millimeter) gesetzt.

Welchen Crop-Faktor hat eine Canon APS-C-Kamera?

APS-C-Kameras von Canon haben einen Crop-Faktor von 1,6.

Welchen Crop-Faktor hat eine Sony APS-C-Kamera?

APS-C-Kameras von Sony haben einen Crop-Faktor von 1,5.

Welchen Crop-Faktor hat eine Nikon APS-C-Kamera?

APS-C-Kameras von Nikon haben einen Crop-Faktor von 1,5.

Welchen Crop-Faktor hat eine MFT-Kamera?

MFT-Kameras haben einen Crop-Faktor von 2.

Welchen Crop-Faktor hat eine 1-Zoll-Kamera?

1-Zoll-Kameras haben einen Crop-Faktor von 2,7.

Kann man Vollformat-Objektive an einer APS-C-Kamera nutzen?

Ja, du kannst Vollformatobjektive an einer APS-C-Kamera benutzen (Voraussetzung ist der gleiche Objektivanschluss). Das Sichtfeld ändert sich zwar (im Vergleich zur APS-C-Kamera), die gute Abbildungsleistung der Vollformatobjektive spielt dir aber sogar in die Hände.

Kann man APS-C-Objektive an einer Vollformatkamera nutzen?

Je nach Hersteller und bei gleichem Objektivanschluss kannst du deine APS-C-Objektive auch an einer Vollformatkamera nutzen. Um unschöne Vignettierungen zu vermeiden, musst du allerdings den APS-C-Modus deiner Vollformatkamera aktivieren (falls vorhanden). Damit beschneidest du den Vollformatsensor künstlich aufs APS-C-Format. Daher rate ich davon ab.

Was ist das Kleinbildäquivalent?

Das Kleinbildäquivalent dient der Beschreibung des Sichtfelds eines bestimmten Objektivs. Die Referenz ist das klassische 35-mm-Kleinbildformat (Vollformat). Wenn du z. B. ein 50-mm-Objektiv mit einem Cropfaktor von 1,6 hast (APS-C-Format), beträgt das Kleinbildäquivalent 80 mm (50 mm x Cropfaktor 1,6 = 80 mm).
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