Das Samyang AF 14mm F2.8 FE im Test
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Test: Samyang AF 14mm F2.8 FE – wie gut ist das Weitwinkelobjektiv wirklich? Inkl. Testbilder

Wie schlägt sich das Samyang AF 14mm F2.8 FE im Test? Ich habe das kompakte Ultraweitwinkelobjektiv (an der Vollformat-DSLM Sony Alpha 7 III mit 24 MP) ausgiebig getestet und verrate dir, ob die Festbrennweite einen Platz in meinem Kamerarucksack bekommen hat.

In meinem Objektiv-Test decke ich alle Vorteile und Nachteile auf und stellen dir außerdem einige Testbilder, die mit dem Samyang AF 14mm F2.8 FE geschossen wurde, zum Download zur Verfügung.

Aktualisiert am 13.03.2022

Technische Daten Samyang AF 14mm F2.8 FE

Das Samyang AF 14mm F2.8 FE mit einer Sony Alpha 7 III
Wie schlägt sich das AF 14mm F2.8 FE im Test? Ich verrate es dir

Der erste Eindruck

Das Samyang AF 14mm F2.8 FE kommt edel verpackt in einer silber-weißen Box daher. So schön die Verpackung fürs Auge auch ist: viel wichtiger ist der Inhalt. Das Objektiv ist noch einmal in einem schönen Beutelchen verpackt. Schon hier fällt auf: Das Samyang ist leicht und kompakt.

Auch der erste Eindruck des Objektivs überzeugt. Das Gehäuse wirkt hochwertig und schmeichelt der Hand. Die Spaltmaße zwischen Fokusring und Gehäuse sind minimal und der Fokusring lässt sich geschmeidig drehen. Bei der Verarbeitungsqualität hält das Samyang mit den deutlich teureren Sony-Objektiven locker mit.

Das Samyang 14 mm im Einsatz

Das Samyang AF 14mm F2.8 FE verfügt als erstes Samyang Weitwinkelobjektiv über einen Autofokus. Beim Vorgänger mussten Fotografen mit dem manuellen Fokus Vorlieb nehmen. Der Autofokus macht sich im Betrieb nur durch ein leichtes Summen bemerkbar und arbeitet selbst bei schwierigen Lichtsituationen schnell und präzise.

Ich arbeite mit dem Weitwinkel aber in der Regel mit dem manuellen Fokus. Heißt: Ich stelle den Fokus an der Kamera auf manuell. Mit Hilfe der Entfernungsskala im Kameradisplay (das Objektiv selbst hat keine Entfernungsskala) stelle ich das Objektiv auf die Hyperfokale Distanz ein. Was ist die Hyperfokale Distanz? Das ist der Fokuspunkt, der die maximal mögliche Schärfenausdehnung von ganz weit vorne im Bild bis ins Unendliche ermöglicht.

Mit einem Zoom-Objektiv (also ein Objektiv, an dem du die Brennweite verstellen kannst) arbeite ich gerne mit der Fokuseinstellung „kurz vor unendlich“. Ändere ich am Zoomobjektiv nämlich die Brennweite, ändert sich auch die Hyperfokale Distanz. Mit der Fokuseinstellung „kurz vor unendlich“ besteht bei verschiedenen Brennweiten nie die Gefahr eines Fehlfokus‘ und damit möglicherweise unscharfer Bilder.

Bei einer Festbrennweite wie dem Samyang AF 14mm F2.8 FE bleibt die Hyperfokale Distanz (Voraussetzung ist eine gleichbleibende Blende) immer dieselbe. Mit der Fokussierung auf die Hyperfokale Distanz hole ich das letzte Quäntchen der Schärfenausdehnung aus der Aufnahme.

Bei einer Blende 11 liegt die Hyperfokale Distanz bei den 14 mm Brennweite des Samyang-Objektivs bei 61 cm. Stelle ich den Fokus nun manuell auf 60 cm (oder ein wenig weiter weg), wird mein Bild ab etwa 30 cm bis ins Unendliche scharf.

Bei Ultraweitwinkelaufnahmen ist es extrem wichtig, eine möglichst große Ebene scharf von vorne bis hinten abzulichten. Bei Blende 16 (dank der sehr großen Sensorpixel der Sony Alpha 7 III spielt das Thema Beugungsunschärfe bei einer weit geschlossenen Blende keine so große Rolle) liegt die Hyperfokale Distanz sogar bei nur 42 cm.

Erwähnenswert ist auch die Naheinstellgrenze, die gerade einmal bei 20 cm liegt. Die Naheinstellgrenze ist die kürzeste Distanz, welche zwischen der Sensorebene und dem Motiv möglich ist, um das Motiv scharf abzubilden. So gelingen dir außergewöhnliche Bilder. Zum Vergleich: Beim Sony FE 16-35 F4 Vario-Tessar (SEL-1635Z) liegt die Naheinstellgrenze bei 28 cm.

Das Samyang AF 14mm F2.8 FE mit einer Sony Alpha 7 III am See
Das Objektiv harmoniert hervorragend mit der Sony Alpha 7 III

Die Bildqualität des Objektivs

Die Bildqualität des Samyang AF 14mm F2.8 FE überzeugt mich auf ganzer Linie. Ich habe natürlich kein Testlabor und kann keine Linienpaare zählen. Wichtig ist mir, dass die Fotos wirken und ich das Gefühl habe, da passt alles. Und das ist beim Samyang der Fall.

Die Fotos sind – die richtigen Einstellungen vorausgesetzt – durchweg extrem scharf. Selbst an den Rändern, die bei Ultraweitwinkelobjektiven in der Regel immer etwas unscharf wirken, liefert das Samyang-Objektiv exzellente Bildergebnisse ab.

Klar, bei dem Objektiv handelt sich um eine Festbrennweite. Bei einer Festbrennweite wie dem Samyang 14 mm müssen die Ingenieure keine Kompromisse eingehen wie bei einem Zoom-Objektiv, das ja einen ganz anderen Brennweitebereich abdeckt.

Lensflares, die oft bei direkter Sonneneinstrahlung auftreten, sind dank der nur wenig gewölbten Frontlinse kein großes Problem. Da habe ich im Laufe der Jahre schon einige andere Ultraweitwinkelobjektive genutzt, deren Fotos bei der Entwicklung bzw. der Nachbearbeitung sehr viel mehr Aufwand erforderten.

Zudem konnte ich beim Samyang keine nennenswerten Verzeichnungen – typisch für extreme Weitwinkelobjektive – feststellen. Auch das haben die Samyang-Entwickler mit Bravour gelöst.

Auch die bei Fotografen gefürchteten chromatischen Aberrationen (das sind Farbsäume, die etwa bei Landschaftsaufnahmen an kontrastreichen Kanten im Bild auftreten) hat das Samyang sehr gut im Griff. Selbst bei starken Gegenlichtaufnahmen habe ich keine nennensewerten chromatischen Aberrationen (auch bekannt als Dispersion) ausmachen können.

Chromatische Aberrationen lassen sich übrigens gut in der Nachbearbeitung, etwa mit Adobe Lightroom*, entfernen oder zumindest stark reduzieren. Wichtig ist aber, dass du deine Fotos im RAW-Format aufnimmst und später digital entwickelst.

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Testbilder

Hier findest du einige Testbilder, die mit dem Samyang AF 14mm F2.8 FE entstanden sind. Bei einem Klick auf die Fotos wird dir das Bild groß angezeigt.

Geschossen wurden die Fotos mit der Sony Alpha 7 III. Die Bilder wurden im RAW-Format geschossen und in Adobe Lightroom* entwickelt. Einige der gezeigten Bilder sind aus der Hand bei leicht erhöhtem ISO-Wert entstanden. Mit dem Samyang bietet es sich an, sehr bodennah und nah am Vordergrund zu arbeiten. Ein → Stativ ist da mitunter ein wenig hinderlich.

Tipp: Hier verraten wir dir, wie du ganz einfach grandiose Landschaftsfotos zauberst. Außerdem solltest du einmal unseren Online-Fotokurs anschauen.

Testfoto mit einer Blumenwiese und Gegenlicht
Selbst so schwierige Bedingungen wie diese meistert das Samyang mit Bravour – 14 mm; F 18; ISO 320; 1/200s
Testfoto 100-Prozent-Ansicht
100-Prozent-Ansicht: Der Löwenzahn wuchs quasi direkt vor dem Objektiv
Testfoto 100-Prozent-Ansicht
100-Prozent-Ansicht: Von chromatischen Aberrationen ist auf diesem Testbild quasi nichts zu sehen
Testfoto mit Bergsee in den Alpen
Mit einem Ultraweitwinkelobjektiv wie dem Samyang 14 mm bietet es sich an, so nah wie möglich an einen spannenden Vordergrund zu gehen – 14 mm; F 16; ISO 400; 1/50s
Testfoto 100-Prozent-Ansicht
100-Prozent-Ansicht: Die Blumen sind schon weit vorne knackscharf
Testfoto 100-Prozent-Ansicht
100-Prozent-Ansicht: Insgesamt überzeugt das Objektiv mit einer tollen Schärfe in allen Bildbereichen – auch an den Bildrändern
Testfoto Kapelle auf dem Wallberg
Mit einem Ultraweitwinkelobjektiv gelingen dir Aufnahmen mit einem ungewöhnlichen Blickfeld – 14 mm; F 14; ISO 50; 0,4s
Testfoto 100-Prozent-Ansicht
100-Prozent-Ansicht: Die Kapelle in der Ferne wird knackscharf abgelichtet

Testfoto 100-Prozent-Ansicht
100-Prozent-Ansicht: Die Detailansicht des ersten Pfostens rechts unten

Testfoto mit einer Kapelle im Abendlicht
Ein Motiv wie dieses bietet sich perfekt für ein Ultraweitwinkelobjektiv an – 14 mm; F 13; ISO 400; 1/100s
Testfoto 100-Prozent-Ansicht
100-Prozent-Ansicht: Hier erkennst du gut, wie scharf das Samyang-Objektiv Motive ablichtet. Chromatische Aberrationen sind hier nur minimal er erahnen
Testfoto 100-Prozent-Ansicht
100-Prozent-Ansicht: Die Detailansicht der Kapelle mit Fernblick
Testfoto in einem Bachbett in den Alpen
Beim Weitwinkelobjektiv ist es immer wichtig, einen spannenden Vordergrund ins Bild einzubauen – 14 mm; F 18; ISO 50; 1/3s
Testfoto 100-Prozent-Ansicht
100-Prozent-Ansicht: Die Abbildungsleistung des Samyang ist hervorragend
Testfoto 100-Prozent-Ansicht
100-Prozent-Ansicht: Am Übergang zwischen den dunklen Bergen und dem hellen Himmel sind keine Farbsäume zu erkennen

Testbilder downloaden

Hier kannst du einige der Testbilder zur besseren Ansicht (bitte das Copyright beachten; nur für die private Ansicht) in voller Auflösung downloaden.

Testbilder Download

Filter am Samyang AF 14mm F2.8 FE?

Wie alle Ultraweitwinkelobjektive mit diesem extremen Blickwinkel ist das Samyang AF 14mm F2.8 FE mit einer fest verbauten Streulichtblende ausgestattet. Das macht den Einsatz von Filtern etwas umständlich.

Um Filter am Samyang zu nutzen, musst du einen recht teuren Spezialfilterhalter (NiSi 150mm Filterhalter) sowie große und kostenintensive Filter in der Größe 150 mm anschaffen. Eine andere Möglichkeit, Filter am Samyang zu nutzen, gibt es nicht.

Das Samyang AF 14mm F2.8 FE
Das Samyang AF 14mm F2.8 FE ist mit einer fest verbauten Streulichtblende ausgestattet

Fazit – kaufen oder nicht kaufen?

Für gerade einmal rund 500 Euro bekommst du mit dem Samyang AF 14mm F2.8 FE* ein Top-Weitwinkelobjektiv, das keine Wünsche offenlässt. Für Sonys günstigstes Ultraweitwinkelobjektiv für Vollformat-Kameras, das Sony Zeiss Vario-Tessar T* FE 16-35mm, zahlst du mehr als das Doppelte.

Ich kann die Samyang-Festbrennweite guten Gewissens empfehlen.

Außer der etwas umständlichen Filter-Lösung (die aber alle Objektive in diesem Brennweite-Bereich betrifft) habe ich keine Negativpunkte gefunden. Das Samyang AF 14mm F2.8 FE ist eine super Ergänzung in meinem Kamerarucksack zur bestehenden Fotoausrüstung (die auch das Sony Zeiss Vario-Tessar T* FE 16-35mm umfasst).

Das Samyang AF 14mm F2.8 FE passt übrigens auch an Kameras mit APS-C-Sensor mit E-Mount-Anschluss. Die Brennweite beträgt dann aufs Vollformat umgerechnet aber 21 mm.

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