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Madeira: Wanderung „Grüner Kessel“ Caldeirao Verde & „Höllenkessel“ Caldeirao do Inferno

Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang stehen wir an der Nordostküste am Aussichtspunkt Ponta do Rosta (GPS: N 32 44.953, W 16 42.407 - Google Maps), von dem aus wir einen atemberaubenden Blick auf das Ostkap Madeiras genießen. Ob es die Sonne wohl heute durch den dicken Dunst schaffen wird? Wir warten vergebens. An Aufgeben ist aber nicht zu denken – und siehe da, die Mühe lohnt sich. Das Highlight des Tages wird die Wanderung zum "Grünen Kessel" Caldeirao Verde zum "Höllenkessel" Caldeirao do Inferno. Hier findest du übrigens unsere Portugal-Sehenswürdigkeiten.

Aktualisiert am 04.04.2022

Start der Wanderung in Queimadas

Gegen zehn Uhr erreichen wir Queimadas (GPS: N 32 47.022, W 16 54.352 – Google Maps), dem Ausgangspunkt für die Wanderung zum grünen Kessel (Caldeirao Verde). Begrüßt werden wir von einer Heerschar Katzen, die um unsere Beine streichen, um ein paar Leckereien abzustauben. Etwas Käse haben wir übrig – offenbar eine Delikatesse für die hungrigen Mäuler. Vorbei an ein paar mit Reetdach gedeckten Häusern geht es in den Wald. Der Weg folgt einer Levada und wird immer schmaler. Oftmals geht es direkt auf der Levada entlang – ein etwa 30 Zentimeter breites Mäuerchen. Überall ist sattes Grün, nur selten erhaschen wir einen Blick in den Canyon. Das ändert sich aber schnell. Immer wieder genießen wir herrliche Aussichten in den Canyon und die umliegenden Berge.

Queimadas
Queimadas
Wanderung-zum-Grünen-Kessel-auf-Madeira
Levada
Levadawanderung-Madeira-zum-grünen-Kessel
Hiking-auf-Madeira

Inzwischen ist auch der Weg an vielen Stellen ausgesetzt – rechts geht es oftmals 50 oder 100 Meter in die Tiefe. Aber keine Sorge, die Levada ist überall bestens mit zwei Drahtseilen gesichert. Menschen mit Höhnangst könnten aber Probleme bekommen. Immer wieder passieren wir kleine Wasserfälle. Auch drei teilweise recht niedrige Tunnel – der längste davon misst gut und gerne 200 Meter – durchqueren wir. In den Tunneln ist es stockfinster und von der Decke tropft unentwegt Wasser. Eine Stirnlampe* sollte also unbedingt ins Gepäck.

Nach gut 6,5 Kilometern erreichen wir unsere erste Tagesetappe Caldeirao Verde (GPS: N 32 46.463, W 16 56.134 – Google Maps). Die Wände stürzen hier senkrecht in die Tiefe und ein Wasserfall füllt einen kleinen See. Ein atemberaubendes Stück Natur, für die sich die Anstrengungen lohnen.

Der grüne Kessel (Caldeirão Verde) auf Madeira
Der grüne Kessel (Caldeirao Verde) auf Madeira
Grüner-Kessel-Madeira
Grüner-Kessel-auf-Madeira-Biggi-Flo

Viele Wanderer kehren an dieser Stelle um – wir aber folgen der Levada noch knapp drei Kilometer bis zum Höllenkessel (Caldeirao do Inferno). Die Wanderung wird etwas anspruchsvoller. Der Weg ist immer wieder ausgesetzt, an den meisten Stellen aber ebenfalls gut gesichert – jedoch nicht an allen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollte man hier unbedingt mitbringen. Auf diesem Stück der Wanderung gibt es auch den einzigen ernsthaften Aufstieg. Über eine steile Treppe geht es rund 100 Höhenmeter nach oben.

Es geht auch wieder durch einige lange Tunnel, die Dunkel wie die Nacht und streckenweise wieder recht niedrig sind. Höhepunkt dieses zweiten Streckenabschnitts ist eine enge Klamm, die die Ribeira Grande in Jahrtausenden aus dem Gestein gehöhlt hat. Über zwei Stahlbücken überwinden wir die tiefe Klamm und sogleich geht es wieder in einen engen Tunnel. Es folgen drei weitere Tunnels, bevor wir endlich unser Endziel, den Höllenkessel erreichen.

Tunnel-auf-Levadawanderung
Tunnel-auf-Madeira
Auf-dem-Weg-zum-Höllenkessel-auf-Madeira

Klamm-auf-Madeira

Die Wände sind hier doppelt so hoch wie beim grünen Kessel, stehen aber auch weiter auseinander. Im direkten Vergleich ist der grüne Kessel deutlich spektakulärer. Nach einer kurzen Rast geht es den ganzen Weg zurück. Dabei bekommen wir noch einmal völlig neue Eindrücke dieser fantastischen Wanderung.

Brotzeit-im-Höllenkessel-auf-Madeira

Der Höllenkessel
Der Höllenkessel

Für die rund 19 Kilometer lange Wanderung solltest du fünf bis sechs Stunden reine Gehzeit einplanen. Ein Stativ ist Pflicht, wenn du im grünen Kessel ernsthaft fotografieren willst. Das gleiche gilt natürlich auf für die Klamm und den Höllenkessel, wobei ich hier ehrlich gesagt auf das Stativ verzichtet habe.

Am Abend stehen wir direkt am Fuße des Adlerfelsen, der sich 590 Meter in die Höhe schraubt. An dem kleinen Lavastrand entstehen atemberaubende Fotos, auch wenn der Sonnenaufgang alles andere als spektakulär ist.

Adlerfelsen auf Madeira
Adlerfelsen auf Madeira

Zum Abendessen verschlägt es uns ins Zentrum von Funchal. Um diese Jahreszeit strahlen in der Stadt tausende Weihnachtsbeleuchtungen – ein faszinierendes Schauspiel. Wir essen im Embaixador Madeirense. Ein paar Heavy-Metal-Fans schmeißen den urig eingerichteten Laden. Es gibt Fisch – wie könnte es anders sein. Und dazu den stärksten Poncha, den wir bisher getrunken haben. Das Essen ist wirklich ausgezeichnet, die Bedienung freundlich und der Preis vollkommen ok. Mit Trinkgeld lassen wir 30 Euro da.

Embaixador Madeirense in Funchal
Embaixador Madeirense in Funchal
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