Zusammenfassung Grüner Kessel
Mittelschwere Levadawanderung
Gehzeit: 3 bis 4 Stunden
Weglänge 12,3 Kilometer
Bis zum Grünen Kessel keine nennenswerten Anstiege
Abstieg –
Wanderparkplatz in Queimadas (Google Maps); 2 € pro Stunde
Start der Wanderung zum Grünen Kessel in Queimadas
Die Wanderung zum Grünen Kessel (Caldeirão Verde) beginnt in Queimadas. Vom kostenpflichtigen Wanderparkplatz geht’s zunächst vorbei an ein paar mit Reetdach gedeckten Häusern in den Wald. Hinter einer Holzbrücke zeigt ein Wegweiser schon in Richtung „PR 9 Caldeirão Verde‟.
Hinweis: Der Wanderweg „PR 9 Levada do Caldeirão Verde“ ist inzwischen reservierungs- und gebührenpflichtig und kostet 4,50 € pro Person. Um ein Zeitfenster zu buchen und die Gebühr zu entrichten, besuchst du die offizielle Website Simplific (ganz unten kannst du buchen).

Der anfangs noch breite Weg folgt einer Levada und wird immer schmaler. Oftmals geht es direkt auf der Levada entlang – ein nur etwa 30 Zentimeter breites Mäuerchen.
Überall sehen wir das satte Grün der Bäume, nur selten erhaschen wir einen Blick in den Canyon, durch den wir hier wandern. Das ändert sich aber recht schnell. Immer wieder tun sich herrliche Aussichten in den Canyon und auf die umliegenden Berge auf.
Teilweilse ist der schmale Weg ausgesetzt. An der Seite geht es zum Teil 100 Meter in die Tiefe. Aber keine Sorge, die Levada ist überall bestens mit zwei Drahtseilen gesichert. Menschen mit Höhnangst könnten allerdings Probleme bekommen.
Wir passieren immer wieder kleine Wasserfälle. Auch drei teilweise recht niedrige Tunnel – der längste davon misst etwa 200 Meter – durchqueren wir. In den Tunneln ist es stockfinster und von der Decke tropft Wasser. Eine Stirnlampe ist für die Wanderung zum Grünen Kessel zu empfehlen.


Der Grüne Kessel Caldeirão Verde
Nach rund sechs Kilometern ohne nennenswerte An- oder Abstiege erreichen wir das erste Etappenziel unserer Wanderung, den Grünen Kessel. Die Wände des Grünen Kessels stürzen senkrecht in die Tiefe und ein Wasserfall füllt einen kleinen See. Ein atemberaubendes Stück Natur, für die sich die Anstrengungen lohnen.
Das letzte Stück des Weges zum Wasserfall ist offiziell gesperrt, nachdem es 2019 direkt am Wasserfall einen Erdrutsch mit Verletzten gegeben hat. An die Absperrung hält sich aber kaum jemand, was der breite Trampelpfad beweist.

Unser nächstes Ziel ist der Höllenkessel Caldeirão do Inferno (aktuell offiziell gesperrt)
Viele Wanderer kehren am Grünen Kessel wieder um. Wir sind vom Grünen Kessel der Levada weiter zum noch knapp drei Kilometer entfernten Höllenkessel (Caldeirão do Inferno) gefolgt. Bei unserem Besuch war der Weg noch freigegeben. Inzwischen gibt es auch hier eine Absperrung. Offiziell ist dieser Weg heute gesperrt. Das hindert aber nicht jeden daran, auch diesen Teil der Levada zu wandern.
Dieser Abschnitt der Tour ist definitiv anspruchsvoller. Der Weg ist immer wieder ausgesetzt, an den meisten Stellen aber gesichert – jedoch nicht an allen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit solltest du unbedingt mitbringen. Auf diesem Stück der Wanderung gibt es auch den einzigen ernsthaften Aufstieg. Über eine steile Treppe geht es hier einige Höhenmeter nach oben.


Wir wandern auch hier wieder durch lange Tunnel. Die Tunnel sind dunkel wie die Nacht und streckenweise sehr niedrig. Höhepunkt dieses zweiten Streckenabschnitts ist eine enge Klamm, die die Ribeira Grande in Jahrtausenden aus dem Gestein gehöhlt hat.
Über zwei Stahlbücken überwinden wir die tiefe Klamm und sogleich geht es wieder in einen engen Tunnel. Es folgen drei weitere Tunnels, bevor wir unser Tagesziel, den Caldeirão do Inferno, erreichen.
Der Höllenkessel

Nach insgesamt gut acht Kilometern erreichen wir den Höllenkessel. Die Wände sind wohl doppelt so hoch wie beim Grünen Kessel, stehen aber viel weiter auseinander. Im direkten Vergleich finden wir den Grünen Kessel spektakulärer. Trotzdem lohnt sich der Umweg zum Höllenkessel – schon alleine wegen der spektakulären Wegführung.
Zurück geht es auf dem gleichen Weg zurück.
Wichtiger Hinweis: Da der Weg zum Höllenkessel seit Jahren offiziell gesperrt ist, gibt es hier vermutlich keine Sicherungsmaßnahmen mehr. Ein Bekannter von uns berichtete von einer Stelle, an der ein Felssturz Teile des Geländers zerstört hat. Steinschlag und Erdrutsche sind auf Madeira – besonders nach Regen – eine nicht zu unterschätzende Gefahr!
Unser Video zur Wanderung zum Grünen Kessel und zum Höllenkessel
Das musst du über die Wanderung zum Grünen Kessel und zum Höllenkessel wissen
Für die rund 12 Kilometer lange Wanderung zum Grünen Kessel solltest du drei bis vier Stunden einplanen. Feste Wanderschuhe sind zu empfehlen, außerdem gehört eine Taschenlampe in den Wanderrucksack. Bis zum Grünen Kessel ist die Tour problemlos zu gehen, wenn du keine extreme Höhenangst hast.
Der zweite Teil der Wanderung zum Höllenkessel erfordert auf alle Fälle Trittsicherheit. Für erfahrene Wanderer ist aber auch dieser Abschnitt problemlos zu schaffen. Für den Hin- und Rückweg musst du zusätzlich etwa zwei Stunden einplanen. Lass dich nicht von Komoot verunsichern. Es sind tatsächlich nur ca. 300 Höhenmeter und nicht, wie die Wander-App behauptet, 850 Höhenmeter. Und wie bereits erwähnt ist die Levadawanderung zum Höllenkessel seit Jahren offiziell gesperrt. Wenn du aktuelle Hinweise zu der Tour hast, lass es uns gerne wissen.
Lesetipp: Sehenswürdigkeiten auf Madeira
Interaktive Karte zur Wanderung + GPS-Track
Hier findest du die Karte zur Wanderung zum Grünen Kessel und zum Höllenkessel. Hier kannst du außerdem den GPS-Track zur Wanderung zum Grünen Kessel und zum Höllenkessel downloaden.
Wanderführer für Madeira
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