Rhodos Sehenswürdigkeiten: Wo ein Weltwunder und Kreuzritter Spuren hinterließen

↻ 9. Juni 2026
Highlights und Sehenswürdigkeiten auf Rhodos

Rhodos und der Sonnengott Helios – das ist eine Beziehung, die bereits in der Antike begann. Rund 300 Sonnentage im Jahr machen die Insel zu einer wärmsten überhaupt im Mittelmeer. Aber mal ehrlich: Wer nur wegen dem schönen Wetter kommt, verpasst einiges.

Auf Rhodos schlenderst du morgens durch das mittelalterliche UNESCO-Weltkulturerbe, besuchst mittags die antike Akropolis und sitzt abends in einer urigen Taverne. Mit rund 115.000 Einwohnern ist sie die größte Insel des Dodekanes – und trotzdem gibt es hier noch echte Geheimtipps zu erkunden.

Ich zeige dir meine 15 liebsten Rhodos Sehenswürdigkeiten, dazu die schönsten Strände, echte Insidertipps aus eigener Erfahrung und einen Tagesausflug, den kaum jemand auf dem Radar hat.

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Auf einen Blick: Meine Top-Sehenswürdigkeiten auf Rhodos

Milos auf einen Blick

Lage: Östliche Ägäis, Dodekanes. Größte Insel der Dodekanes-Inselgruppe und zugleich die größte Insel des Dodekanes und mit rund 115.000 Einwohnern eine der bevölkerungsreichsten griechischen Inseln.

Anreise: Die Flugzeit von Deutschland beträgt gerade einmal drei Stunden mit Direktverbindungen ab vielen Großstädten.

Fähre: Per Fähre ab Piräus sind es rund 15 bis 17 Stunden – und somit nicht relevant. Die bessere Alternative wäre die Route über Kos, das ebenfalls einen gut frequentierten Airport ausweist.

Beste Reisezeit: Als optimaler Zeitraum hat sich die Phase von Ende April bis Ende Oktober erwiesen – in dieser Zeit ist das Wetter äußerst beständig. Für Kultur ohne Gedränge: Mai/Juni und Mitte September bis Ende Oktober.

Mobilität: Wer zeitlich unabhängig sein und auch die abgelegeneren Orte und versteckten Strände erreichen will, benötigt einen Mietwagen oder Mietroller. Am günstigsten bist du mit dem Linienbus unterwegs – die beiden Unternehmen RODA und KTEL decken alle Regionen der Insel ab.

Mindestaufenthalt: Drei Tage reichen für Rhodos-Stadt und Lindos. Plane eine Woche ein, wenn du die Ostküste, das Schmetterlingstal und einen Tagesausflug nach Chalki oder Symi mitnehmen willst

Insider-Tipp: Die Altstadt von Rhodos-Stadt vor 9 Uhr morgens, dann gehört das Kopfsteinpflaster fast dir allein. Ab 10 Uhr kommen die Tagestouristen von den Kreuzfahrtschiffen.

1. Altstadt von Rhodos – Ritter, Osmanen und vier Kilometer Mauer

Seit 1988 trägt die Altstadt von Rhodos-Stadt den Status als UNESCO-Weltkulturerbe – und wer einmal durch eines der mächtigen Stadttore geschritten ist, versteht sofort warum. Die fast vollständig erhaltene Burgmauer aus dem 14. Jahrhundert zieht sich auf vier Kilometern einmal komplett um die historische Innenstadt. Sie ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtmauern Europas – kein Touristenmythos, sondern Fakt.

Besonders schön ist der Eintritt durch das Eleftherias-Tor an der Hafenseite. Von dort aus läuft man geradewegs in die Odos Iptoton, die berühmte Rittergasse – einst der Wohnbereich der ritterlichen Landsmannschaften des Johanniterordens, heute die am besten erhaltene mittelalterliche Straße Griechenlands. Jedes Gebäude hier erzählt eine andere Etappe der wechselvollen Inselgeschichte: Kreuzritter, Osmanen, Italiener – alle haben ihre Spuren hinterlassen.

Wer tiefer in die Altstadt geht, stößt bald auf das Türkische Viertel rund um die Süleyman-Pascha-Moschee – rote Ziegelmauern, schmale Gassen, das frühere Hamam, ein türkischer Büchersaal. Nicht weit davon liegt der Platz der jüdischen Märtyrer mit seinem Seepferdchen-Brunnen, der an die jüdische Gemeinde erinnert, die einst im Stadtviertel südlich der Sokratesstraße lebte. Das Archäologische Museum und das Volkskundemuseum liegen ebenfalls fußläufig – beide gut beschildert, beide einen Besuch wert, wenn du den Kontext zur Geschichte der Insel suchst.

Apropos Laufen: Mach den Stadtmauerrundgang. Du startest am Großmeisterpalast, läufst auf der Mauerkrone, siehst die Stadt von oben und das Meer auf der anderen Seite – und hast nach einer Stunde mehr Orientierung als nach drei Tagen in den Gassen unten.

Tipp: Geh früh morgens. Vor 9 Uhr gehören die Kopfsteingassen fast dir allein, denn die Tagestouristen von den Kreuzfahrtschiffen kommen später. Und: Die besten Tavernen mit ehrlicher Küche stehen nicht an der Sokratesstraße, sondern in den ruhigeren Gassen Richtung türkisches Viertel.

2. Lindos – 166 Höhenmeter, weiße Gassen und ein Tempel über dem Meer

Vierzig Kilometer südöstlich von Rhodos-Stadt liegt Lindos – und es ist das zweite große historische Zentrum der Insel, das in keinem Rhodos-Urlaub fehlen darf. Das Dorf ist autofrei. Weiß getünchte Häuser, enge Gassen, Kieselsteinmosaike vor den Haustüren – und am Ende des Aufstiegs eine Akropolis, die so direkt über dem Meer thront, dass man kaum glaubt, wie die Griechen das vor mehr als 2.500 Jahren da oben hingebaut haben.

Die Akropolis von Lindos erreichst du über einen Aufstieg von etwa 166 Höhenmetern. Zu Fuß dauert das rund 20 Minuten – der Weg ist gut ausgebaut und geschildert. Oben erwartet dich der gut erhaltene Tempel der Athena Lindia und ein Panorama auf die Lindos Bay und die St. Pauls Bay, das schwer aus dem Kopf geht.

Auf dem Weg und in den Gassen des Ortes: Schau dir die Kapitänshäuser an. Reiche Schiffskapitäne des 17. und 18. Jahrhunderts bauten sich hier ihre Residenzen – erkennbar an prachtvollen Innenhöfen mit aufwändigen Kieselsteinmosaiken. Die Marienkirche mit ihren gut erhaltenen byzantinischen Fresken liegt nur wenige Schritte von der Hauptgasse entfernt.

Am Abend verändert sich das Dorf spürbar: Die Tagestouristen fahren zurück, die Temperaturen sinken, und von den Rooftop-Bars und -Restaurants siehst du die beleuchtete Akropolis über den Dächern in der Dunkelheit. Das ist der Grund, warum sich eine Übernachtung in Lindos lohnt – nicht nur der Morgen danach.

Tipp: Kostenfreie Parkplätze findest du am Ortsrand direkt an der EO95. Von dort zehn Minuten zu Fuß ins Zentrum. Den kostenpflichtigen Parkplatz direkt am Ortseingang brauchst du nicht.

3. Großmeisterpalast – gotische Festung, osmanisches Fort, italienisches Museum

Der Großmeisterpalast steht am höchsten Punkt der Altstadt – und das nicht ohne Absicht. Die Johanniter bauten ihn im 14. Jahrhundert als Festung, Residenz und Machtsymbol zugleich. Gotische Bögen, massive Türme, Burgmauern, die auch heute noch einschüchternd wirken. Der Orden regierte von hier aus Rhodos mehr als 200 Jahre lang. 1522 endete das.

Die Osmanen eroberten die Insel, wandelten den Palast in ein Fort um und räumten einen Großteil der Innenausstattung aus. Was die Jahrhunderte danach nicht vernichteten, erledigte eine Pulverexplosion im 19. Jahrhundert. Was du heute siehst, ist die Version der italienischen Besatzer aus den 1930er-Jahren. Mit Antiquitäten möbliert, reich ausgestattet, an manchen Stellen fast zu opulent für das, was historisch belegbar ist.

Trotzdem lohnt sich ein Besuch. Der dreischiffige Arkadensaal mit seinen antiken Bodenmosaiken, die ursprünglich von der Insel Kos stammen, gehört zu den visuell stärksten Räumen des gesamten Dodekanes. Der Laokoonsaal ist nach der berühmten Laokoon-Skulptur benannt – eine Kopie davon hängt hier. Das Original wurde nachweislich von Künstlern aus Rhodos angefertigt und steht heute in den Vatikanischen Museen in Rom. Das ist ein Detail, das man sich merkt.

Tipp: Plane mindestens eine Stunde ein. Das Museum zeigt neben den Prunksälen auch Dauerausstellungen zur antiken Geschichte der Insel: Gut gemacht, wenig besucht, lohnt sich.

4. Mandraki-Hafen – Wahrzeichen, Windmühlen und Abfahrt nach Symi

Der Mandraki-Hafen ist rund 2.500 Jahre alt. Zwei hohe Säulen flankieren die Einfahrt, gekrönt von den bronzenen Statuen des Hirsches und der Hirschkuh. Das Wappen von Rhodos begegnet dir auf der ganzen Insel: auf Brunnendeckeln, Schildern, Souvenirs.

Die mittelalterliche Festung Agios Nikolaos bewacht die Einfahrt vom Wasser aus. Der vom Johanniterorden erbaute Turm fungiert heute als Leuchtturm. Auf der Mole gegenüber stehen drei der ursprünglich 13 mittelalterlichen Windmühlen. Hinter der westlichen Kaimauer errichteten die Italiener die Nea Agora, ein Marktgebäude mit Restaurants und Cafés unter den Arkaden.

Vom Mandraki-Hafen starten täglich Ausflugsboote nach Symi, Kos und Marmaris. Hier buchst du auch die Fähre nach Chalki.

Tipp: Morgens ist der Hafen am ruhigsten, bevor die Ausflugsboote ablegen. Die Cafés unter den Arkaden der Nea Agora bieten einen guten Hafenblick, falls das Gebäude nach der laufenden Sanierung wieder geöffnet ist.

5. Akropolis von Rhodos – Antike über den Dächern von Rhodos-Stadt

Rund zwei Kilometer westlich der Altstadt liegt der Hügel Monte Smith, im Altertum Agios Stefanos genannt. Hier steht die Akropolis von Rhodos, im 5. Jahrhundert v. Chr. erbaut und heute eines der ältesten antiken Monumente der Insel.

Das Gelände ist weitläufig. Neben der Akropolis findest du den Tempel des Pythian Apollo mit seinen wiederaufgerichteten dorischen Säulen, ein Gymnasion und das restaurierte Amphitheater. Von oben öffnet sich ein freier Blick auf die Altstadt und das Ägäische Meer.

Der Eintritt ist kostenlos. Zu Fuß von Rhodos-Stadt aus dauert der Weg rund eine Stunde.

Tipp: Monte Smith ist wenig besucht. Früh morgens oder zum Sonnenuntergang hast du das Gelände weitgehend für dich.

6. Tagestour nach Chalki – das Nachbareiland mit dem Traumort

Chalki liegt direkt vor der Westküste von Rhodos und ist per Fähre gut erreichbar. Der Hafenort Emborio mit seinen bunten Fassaden ist das Zentrum der Insel – hier gibt es Tavernen, Cafés und einen kleinen Strand. Mehr braucht ein Tagesausflug nicht.

Die Anreise geht auf zwei Wegen. Die Dodekanissos Express fährt zweimal wöchentlich ab Rhodos-Stadt, jeweils dienstags und donnerstags. Den Ticketschalter findest du im Kolona-Hafen direkt gegenüber der Altstadt. Alternativ fahren täglich Fähren von Kamiros-Skala an der Westküste ab. Fahrtzeit: knapp anderthalb Stunden. Die Preise variieren je nach Fährgesellschaft zwischen 11 und 60 Euro pro Strecke. Am günstigsten fährst du mit der NISSOS HALKI (Website).

Alles Weitere zu Chalki findest du in meinem ausführlichen Artikel zu den schönsten Sehenswürdigkeiten auf Chalki.

7. Koloss von Rhodos – Mythos, Legende und kein einziger Stein übrig

Den Koloss von Rhodos wirst du nicht finden. Die bronzene Statue des Sonnengottes Helios, eines der sieben Weltwunder der Antike, wurde nach zwölfjähriger Bauzeit im Jahr 292 v. Chr. fertiggestellt. Im Jahr 226 v. Chr. zerstörte ein Erdbeben sie vollständig. Sie stand also gerade einmal 66 Jahre.

Die Statue war etwa 30 Meter hoch. Wo genau sie stand, ist bis heute nicht gesichert. Eine Version der Überlieferung platziert sie mit gespreizten Beinen über der Einfahrt zum Mandraki-Hafen. Eine andere sieht ihren Standort in der Stadtmitte, dort wo heute der Großmeisterpalast steht. Zwei kleine Säulen mit den Tier-Statuen an der Hafeneinfahrt erinnern heute an den Koloss.

Tipp: Wer die Geschichte dahinter nachlesen möchte, findet im Archäologischen Museum der Altstadt gut aufbereitete Informationen.

8. Berg Filerimos – Tempel, Kloster und ein Kreuz von innen

Wer auf seinem Spaziergang mit einem fantastischen Panoramablick auf das Ägäische Meer belohnt werden möchte, dem sei ein Ausflug auf den Filerimos nahegelegt. Der 267 Meter hohe Hügel am Stadtrand von Rhodos ist ein idealer Platz, um die Natur zu genießen.

Hier findest du nicht nur Zypressen, Kiefern und Bougainvillea, sondern auch das Kloster von Filerimos mit seiner Ritterkirche. Dieses von den Italienern errichtete Bauwerk weicht optisch deutlich von den Vorstellungen griechischer Baukunst ab und bildet einen Kontrast zu historischen Stätten der Altstadt. Du wirst auf dem Filermos zudem wohl auch auf die Ruinen des Tempels der Athena Polias stoßen, von denen allerdings nur noch einige Mauerreste übriggeblieben sind.

Auf dem Klosterareal erwartet dich darüber hinaus ein beliebter (Hochzeits-)Fotospot in Form eines mächtigen Betonkreuzes (Mitte der 90er-Jahre errichtet), welches du über einen mit Zedern gesäumten Bogengang erreichst. Dieses Kreuz hat es durchaus in sich, im wahrsten Sinne des Wortes, denn es ist begehbar! Eine schmale, steile Treppe führt im Inneren des Kreuzes auf die Plattform. Oben angekommen wirst du mit einem grandiosen Ausblick weit über die Westküste hinaus belohnt.

9. Bootstrip nach Symi – der Dauerbrenner mit den bunten Häusern

Der Tagesausflug nach Symi ist die beliebteste Bootstour ab Rhodos. Mehrere Anbieter fahren täglich ab dem Mandraki-Hafen, Tickets ab 29 Euro. Die Überfahrt dauert rund 90 Minuten – bei ruhiger See ein angenehmer Start in den Tag.

Symi empfängt dich mit dem Hafenort Gialos: neoklassizistische Häuserfassaden in Ocker, Rosa und Gelb, aufgestapelt den Hügel hinauf wie eine Theaterkulisse. Das ist kein Zufall – die Insel war im 18. und 19. Jahrhundert durch den Schwammhandel reich, und die Kapitäne haben das Geld in ihre Häuser gesteckt. Direkt am Wasser gibt es Tavernen mit fangfrischem Fisch. Für ein Mittagessen lohnt es sich, etwas abseits der Hauptpromenade zu schauen – die Preise werden mit zunehmendem Abstand vom Bootssteg besser.

Wer mehr sehen will als den Hafen, steigt die Kali Strata hoch – eine Treppe mit knapp 500 Stufen, die hinauf zur Oberstadt Chorio und von dort weiter zum Kastro führt. Von oben hast du den besten Blick auf die Bucht. Viele Tagestouristen schaffen den Aufstieg nicht, was bedeutet: Je höher du steigst, desto ruhiger wird es.

Noch eine Option: Einige Touren ab Rhodos legen auf dem Weg nach Symi kurz beim Kloster Panormitis im Süden der Insel an – einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Dodekanes. Lohnt sich, wenn du Zeit hast und dein Boot dort hält.

Tipp: Leih dir direkt am Bootsanleger einen Roller für 15 bis 25 Euro den Tag. Symi ist klein genug, um in wenigen Stunden viel zu sehen – und mit dem Roller erreichst du auch die Buchten abseits von Gialos.

10. Tsambika Beach – der bekannteste Strand der Ostküste

Der Tsambika Beach liegt an der Ostküste nahe dem Dorf Kolymbia, rund 26 Kilometer südlich von Rhodos-Stadt. Feiner weißer Sand, klares Wasser, breiter Küstenstreifen, beidseitig von steilen Hügeln eingerahmt. Im Hochsommer ist er voll – dafür gibt es Liegenverleih, Wassersport und Parasailing direkt am Strand. Einen kleinen FKK-Abschnitt gibt es ebenfalls.

Oberhalb thront das Kloster Tsambika auf einem Felsen. Wer hinaufsteigt – rund 20 Minuten zu Fuß – hat einen der besten Blicke auf die Küste, den diese Ecke der Insel zu bieten hat. Das Kloster ist ein Wallfahrtsort und gehört zu den meistbesuchten religiösen Stätten auf Rhodos.

Tipp: Früh anreisen. Parkplätze sind im Sommer knapp, und der Strand füllt sich schnell. Wer unter der Woche kommt, hat deutlich mehr Platz.

11. Anthony-Quinn-Bucht – wo ein Filmstar Rhodos kennenlernte

Die Anthony-Quinn-Bucht liegt an der Ostküste zwischen Faliraki und Lindos – klein, felsig, von Pinien und grünen Hängen eingerahmt. Kein Sandstrand. Dafür klares, türkisfarbenes Wasser und eine Kulisse, die fotogen genug ist, um zu verstehen, warum der Bucht ein Filmstar seinen Namen gab.

Anthony Quinn drehte hier 1961 Teile von The Guns of Navarone. Er verliebte sich in die Insel, kaufte Grundstücke in der Umgebung und kehrte mehrfach zurück. Die Bucht trägt seinen Namen inoffiziell – auf keiner Karte wirst du ihn finden, aber jeder auf der Insel kennt ihn.

Das Wasser ist ruhig und klar genug zum Schnorcheln. Eine Liegewiese gibt es nicht, dafür Felsen und flache Steine direkt am Wasser. Oberhalb der Bucht führt ein Aussichtspunkt mit Blick auf die gesamte Küstenlinie.

Tipp: Direkt nebenan liegt die Ladiko-Bucht, etwas größer und mit etwas mehr Infrastruktur. Beide zusammen passen gut in einen halben Nachmittag.

12. Schmetterlingstal – kein Strand, kein Trubel, nur Natur

Das Schmetterlingstal – auf Griechisch Petaloudes – liegt im Nordwesten der Insel und ist eines der ungewöhnlichsten Ausflugsziele auf Rhodos. Von Ende Juni bis Mitte September versammeln sich hier Tausende Falter in den Bäumen und an den Felswänden, angelockt vom Duft der Orientalischen Amberbäume, die das Tal säumen.

Was die meisten Besucher nicht wissen: Bei den Tieren handelt es sich streng genommen nicht um Schmetterlinge, sondern um Nachtfalter der Art Euplagia quadripunctaria (auf Deutsch „Russischer Bär“). Ihre Flügel zeigen ein markantes Muster aus Schwarz, Weiß und Rot.

Das Tal ist als Wanderpfad erschlossen, geführte Touren werden ebenfalls angeboten. Der Weg führt durch kühlen Schatten, vorbei an kleinen Bächen und Wasserfällen. An heißen Sommertagen ist das Tal spürbar kühler als die Küste.

Tipp: Besuche das Tal früh morgens oder am späten Nachmittag. Zur Mittagszeit sind die Falter weniger aktiv. Und: Mach keinen Lärm und erschrecke die Tiere nicht – gestresste Falter verbrauchen Energiereserven, die sie für die Überwinterung brauchen.

13. Kallithea-Therme – wo Hippokrates einst heilte, wird heute fotografiert

Die Kallithea-Therme liegt an der Ostküste, rund neun Kilometer südlich von Rhodos-Stadt. Die Italiener bauten die Anlage in den 1920er-Jahren im osmanisch-orientalischen Stil – Kuppeln, Mosaike, geschwungene Arkaden. 2007 wurde das Gelände umfassend restauriert.

Das Thermalwasser, das Hippokrates einst seinen Patienten empfahl, ist heute versiegt. Was bleibt, ist die Architektur und der direkte Zugang zum Meer. Ein kleiner Strand liegt direkt an der Anlage, das Wasser ist klar und geschützt. Wer schwimmen und gleichzeitig eine der ungewöhnlichsten Kulissen der Insel sehen will, ist hier richtig.

Das Gelände ist weitläufig. Neben dem Hauptgebäude mit dem großen Kuppelsaal gibt es kleinere Pavillons, Terrassen und Wege direkt am Wasser. Für Fotografen gehört Kallithea zu den interessantesten Spots auf Rhodos.

Tipp: Eintritt 5 Euro, informiere dich vorab über aktuelle Preise und Öffnungszeiten, da diese saisonal variieren.

14. St. Pauls Bay – früh morgens gehört sie dir

Die St. Pauls Bay – auf Griechisch Agios Pavlos – liegt direkt unterhalb von Lindos. Eine schmale, geschützte Bucht, von Felsen eingerahmt, mit klarem ruhigem Wasser. Am Eingang steht eine kleine weiß getünchte Kapelle, die an die Landung des Apostels Paulus auf Rhodos erinnert. Ob er genau hier ankam, ist historisch nicht gesichert.

Im Sommer liegen in der Bucht oft Yachten vor Anker – das Wasser ist flach genug zum Schwimmen und ruhig genug zum Schnorcheln. Der bekannteste Blick auf die Bucht kommt von oben: Von der Akropolis von Lindos aus siehst du die Kapelle und die Bucht tief unten, mit dem offenen Meer dahinter.

Tipp: Früh morgens, wenn die Tagestouristen noch schlafen, hat die Bucht eine andere Qualität. Wer in Lindos übernachtet, sollte das nutzen.

15. Lindos Bay – zwei Strände, eine Bucht, ein halber Tag

Die Lindos Bay bietet gleich zwei Strände, die sich in Charakter und Publikum unterscheiden. Der Lindos Beach ist der Hauptstrand, feinsandig, mit freiem Blick auf das Dorf und die Akropolis darüber. Im Sommer ist er voll – dafür ist die Kulisse eine der schönsten der ganzen Ostküste.

Zehn Minuten zu Fuß entfernt liegt der Pallas Beach, direkt unterhalb der Akropolis. Kein Wassersport, keine große Infrastruktur – dafür weniger Betrieb. Wer schwimmen will ohne das volle Programm drumherum, ist hier besser aufgehoben.

Segler kennen die Bucht gut. Im Sommer liegen regelmäßig Yachten vor Anker, besonders in der geschützten St. Pauls Bay am Eingang der Bucht.

Tipp: Wer beide Strände kombinieren will, plant dafür einen halben Tag. Vom Parkplatz an der EO95 sind beide Strände gut zu Fuß erreichbar.

Die schönsten Strände auf Rhodos

Die Küstenlinie von Rhodos erstreckt sich über rund 220 Kilometer. Neben den bereits genannten Stränden in den Sehenswürdigkeits-Abschnitten kommen hier vier weitere, die sich vom Standard abheben.

Geheimtipp Fourni Beach

Der Fourni Beach liegt nahe Monolithos an der Westküste – eine kleine Bucht, die außerhalb der Insel kaum bekannt ist. An der Westküste weht regelmäßig eine kräftige Brise und die Wellen sind höher als an der Ostküste. Dem Schwimmen unterhalb der Steilküste tut das keinen Abbruch.

Die Bucht ist mit dem Auto gut erreichbar, Schirme und Liegen gibt es gegen Gebühr. Ein Foodtruck vor Ort versorgt dich mit Speisen und Getränken. Unter der Woche hast du hier deutlich mehr Platz als an den großen Ostküsten-Stränden.

Faliraki Beach

Der Faliraki Beach im Nordosten gehört zu den längsten und bekanntesten Stränden der Insel. Der Partytourismus der 80er und 90er Jahre ist Geschichte – heute ist Faliraki ein gut ausgestatteter Badeort mit breitem Sandstrand und voller Infrastruktur. Je weiter du Richtung Kallithea nach Norden gehst, desto weniger Betrieb.

Tasos Beach & Nikolas Beach

Nahe Kallithea liegen die beiden Buchten Tasos Beach und Nikolas Beach direkt nebeneinander. Feiner Kies, umgebende Felsen, üppige Vegetation. Wer möchte, mietet eine Liege auf einem der vorgelagerten Felsriffe direkt im Wasser. Das Tasos Beach Restaurant hat Tische mit den Füßen im Meer – Weißwein, Tintenfisch, offenes Wasser.

Agathi Beach

Etwa in der Mitte der Ostküste findest du den schönen Agathi Strand. Dieser besteht vollständig aus feinem, zartem, goldfarbenem Sand, was Agathi zu einem der malerischsten Strände auf der Insel macht. Die Bucht ist flach und du kannst entsprechende weit ins Wasser laufen.

Aber eines ist klar: So viel feiner Sand zieht auch eine Menge Besucher an. Ein kostenloser Parkplatz, eine Taverne sowie ein Sonnenliegenverleih rahmen am Agathi die Infrastruktur ab.

Nützliche Tipps für deine Reise nach Rhodos

Übernachtungen

Rhodos bietet eine breite Palette an Übernachtungsmöglichkeiten, darunter Hotels, Ferienwohnungen, Resorts und Hostels.

In Rhodos Stadt, insbesondere in der Altstadt, finden sich charmante Boutique-Hotels und Pensionen, die oft in historischen Gebäuden untergebracht sind. An den Küsten der Insel gibt es außerdem zahlreiche Strandresorts, die sowohl für Pauschalurlauber als auch für unabhängige Reisende geeignet sind. Die Preise variieren je nach Lage und Saison.

Wer eine stilechte Unterkunft in Rhodos Stadt sucht, der wird in den historischen Gemäuern des Porolithos Boutique Hotel fündig (Preis checken*). In bester Lage im berühmten Lindos befindet sich das Melenos Art Boutique Hotel (Preis checken*). Wer den ruhigeren Inselwesten anvisiert, dem empfehle ich das Limeri Traditional Guest House (Preis checken*).

An- und Weiterreise

Der Diagoras-Flughafen (IATA: RHO) liegt rund 14 Kilometer südwestlich von Rhodos-Stadt. Direktflüge ab deutschen Flughäfen dauern rund drei Stunden, von April bis Oktober gibt es zahlreiche Verbindungen. Außerhalb der Saison von November bis März sind Direktflüge aus Deutschland nicht verfügbar – dann geht es über einen Zwischenstopp am Flughafen Athen.

Vom Flughafen bringen dich Shuttle, Linienbus oder Taxi weiter. Den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt übernimmt die RODA – erkennbar an den blauen Fahrzeugen. Die Busse fahren täglich von 6 bis 21 Uhr im 45-Minuten-Takt und bedienen alle Haltestellen entlang der Westküste. Für die Ostküste und alle weiteren Strecken ist die KTEL zuständig, deren ockergelbe Busse alle größeren Ortschaften anfahren.

Per Fähre erreichst du Rhodos ganzjährig ab Piräus bei Athen. Die Fahrtzeit beträgt je nach Fährgesellschaft zwischen 13 und 17 Stunden. In der Hochsaison fahren zusätzlich Verbindungen von anderen griechischen Inseln und der türkischen Küste.

Beste Reisezeit für Rhodos

Die Hochsaison läuft von Mitte Juni bis Anfang September. Juli und August sind die heißesten Monate mit Temperaturen über 30 Grad – und die meistbesuchten. Wer die vollen Strände und langen Warteschlangen vor den Sehenswürdigkeiten vermeiden will, wählt besser die Randzeiten.

Mai und Juni sind für viele die beste Kombination: angenehme Temperaturen zwischen 22 und 28 Grad, grünes Inselinneres, deutlich weniger Betrieb. September und Oktober funktionieren ähnlich – die Hitze lässt nach, das Meer ist noch warm, und die meisten Touristenströme ebben ab.

Für Wanderungen und Radtouren eignen sich April und Mai am besten. Das Landesinnere ist dann grün und die Temperaturen für körperliche Aktivitäten angenehm. Im Hochsommer ist Wandern wegen der Hitze kaum zumutbar.

Wer im November reist, findet eine deutlich ruhigere Insel – mit Meerestemperaturen, die noch rund 23 Grad erreichen können. Viele Restaurants und Unterkünfte schließen allerdings zum Saisonende.

Wissenswertes über Rhodos

❓ FAQ – Die häufigsten Fragen zu Rhodos

❓ Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Rhodos?

Die Altstadt von Rhodos-Stadt gehört mit ihrer fast vollständig erhaltenen Burgmauer zu den bedeutendsten mittelalterlichen Städten Europas. Dazu kommen die Akropolis von Lindos, der Großmeisterpalast, der Mandraki-Hafen und das Schmetterlingstal. Wer mehr Zeit hat, ergänzt das Programm mit einem Tagesausflug nach Chalki oder Symi.

❓ Wann ist die beste Reisezeit für Rhodos?

Mai, Juni und September, Oktober bieten das optimale Verhältnis aus Wetter, Wassertemperatur und Besucherzahlen. Juli und August sind die heißesten und vollsten Monate. Für Wanderungen eignen sich April und Mai am besten.

❓ Brauche ich auf Rhodos einen Mietwagen?

Für die Stadt und die großen Strände an der Ostküste reichen Busse. Wer auch die Westküste, das Schmetterlingstal, den Filerimos oder abgelegene Buchten sehen will, kommt ohne Mietwagen oder Mietroller nicht weit.

❓ Wie lange sollte ich auf Rhodos bleiben?

Mindestens fünf Tage für Rhodos-Stadt, Lindos und die Ostküste. Eine Woche ist besser, wenn du einen Tagesausflug nach Chalki oder Symi einplanen willst.

❓ Ist die Altstadt von Rhodos kostenlos zu besichtigen?

Die Altstadt selbst ist frei zugänglich. Einzelne Sehenswürdigkeiten wie der Großmeisterpalast und das Archäologische Museum erheben Eintritt. Der Stadtmauerrundgang ist kostenpflichtig. Die Akropolis von Rhodos auf Monte Smith ist kostenlos.

❓ Welche Tagesausflüge lohnen sich ab Rhodos?

Die beliebteste Tour führt per Boot nach Symi – 90 Minuten Überfahrt, neoklassizistische Häuser, Kastro, Tavernen am Wasser. Wer es ruhiger mag, nimmt die Fähre nach Chalki. Beide Verbindungen starten vom Mandraki-Hafen.

❓ Ist Rhodos auch außerhalb der Hauptsaison einen Besuch wert?

Ja – und eigentlich nur da! Im Mai und Juni sowie im September und Oktober sind die Sehenswürdigkeiten deutlich weniger überlaufen, die Temperaturen angenehmer und die Preise moderater. Im November ist das Meer noch rund 23 Grad warm, viele Einrichtungen schließen aber bereits Mitte Oktober.

Mein Fazit: Rhodos – der Klassiker, der um seinen Ruf kämpft

Rhodos ist kein Geheimtipp. Das war die Insel schon vor Jahrzehnten nicht – und das muss kein Argument dagegen sein. Eine UNESCO-Altstadt, die fast vollständig erhalten ist. Eine Akropolis über dem Meer. Ein verschwundenes Weltwunder und eine Küstenlinie von 220 Kilometern.

Doch Rhodos lebt fast ausschließlich vom Tourismus. Auf 120.000 Einwohner kommen rund 3 Millionen Gäste im Jahr, davon ein sehr großer Teil Pauschaltouristen mit begrenztem Reisebudget. Wo sich für internationale Investoren ein Milliardengeschäft auftut, bleibt für die lokale Wirtschaft nur wenig übrig. Der Billigboom und die einhergehende Zerstörung natürlicher Lebensräume haben über die Jahre zu massiven ökologischen und sozialen Problemen geführt. All das hat sich herumgesprochen.

Rhodos funktioniert immer noch, weil die Insel groß genug ist. Groß genug für Kultur und Strand – aber bitte nur in der Nebensaison und abseits der schmucklosen Ferienorte. Sonst könnte die Urlaubsfreude schnell der Enttäuschung weichen.

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Autor:in
Steffen Eidam ist renommierter Journalist und versierter Europa-Reiseexperte.

Mit über 70 besuchten Inseln gilt er als einer der profiliertesten Griechenland-Kenner. Gerne ist er auch in London, Südosteuropa und im Baltikum unterwegs.

Hier findest du alle Artikel von Steffen Eidam.
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