Chios auf einen Blick: Fakten, Anreise & Reisetipps
Highlights: Mastixdörfer im Süden (Mesta, Pyrgi, Olimpi), Kloster Nea Moni, 90 Strände, Windmühlen Tris Myli, Inselnorden um Volissos
Anreise: Flug ab Athen nach Chios (JHK); Fähre ab Piräus, ca. 8 Stunden
Zeitbedarf: Aufgrund der Größe und Vielzahl an Sehenswürdigkeiten mindestens 5, besser 7 Tage
Fortbewegung: Mietwagen ist Pflicht, allein um die einzelnen Regionen er Insel zu erkunden
Anreise: Per Flugzeug direkt nach Skiathos (JSI) von Deutschland aus ca. 2,5 Stunden. Mit der Fähre ab Volos in rund 2 bis 3 Stunden, ab Agios Konstantinos in ca. 2 Stunden
Beste Reisezeit: Mai/Juni + September. Im Juli und August ist Chios hoffnungslos überfüllt
Für wen: Kulturreisende, Strand- und Genussurlauber sowie Individualreisende
1. Das Labyrinth von Mesta – Sehenswürdigkeiten der Mastixdörfer auch Chios

Zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten auf Chios zählen die sogenannten Mastixdörfer (Mastichochoria) im Süden der Insel. Seit rund 2.000 Jahren gewinnen die Bewohner hier aus dem Harz der Pistazien-Bäume die „Tränen von Chios“, einen begehrten Rohstoff, der den Dörfern über Jahrhunderte großen Wohlstand gebracht hat.
Wo Reichtum war, kamen Begehrlichkeiten. Um sich gegen Piraten und Plünderer zu schützen, bauten die Dorfbewohner ausgeklügelte Verteidigungsanlagen. In Mesta zeigt sich das besonders eindrücklich: Ein verworrenes Labyrinth aus Mauern, engen Gassen und versteckten Eingängen lockte Eindringlinge einst in tödliche Fallen.
Das byzantinische Ortszentrum aus dem 12. Jahrhundert erreicht man heute durch einen gut getarnten Eingang. Die ungewöhnliche Architektur, bei der Steinhäuser über Bögen miteinander verbunden sind, gehört zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Dörfern Griechenlands. Besonders sehenswert ist die Taxiarchis-Kirche, den Erzengeln Michael und Gabriel geweiht, mit ihrem prachtvollen Inneren.
Für Weinliebhaber lohnt ein Abend in Mesta noch aus einem weiteren Grund: Der Mestousiko gilt als einer der besten Weine der Insel, und der kräftige Souma-Schnaps wird ausschließlich hier verkauft.
Mein Tipp: Kombiniere Mesta mit dem nahe gelegenen Olimpi. Ein markierter Wanderweg verbindet beide Orte auf etwa einer Stunde durch die Mastix-Landschaft, vorbei an alten Kirchen und mit schöner Aussicht.
Lesetipp: Lust auf noch mehr spannende Ziele in der nördlichen Ägäis? Dann findest du hier die Top-Sehenswürdigkeiten auf Limnos und Thassos sowie die besten Highlights in Thessaloniki.
2. Chios Stadt – Kastro, Hafen und die Chora

Eine klassische Schönheit ist die Chora, wie die Inselhauptstadt genannt wird, nicht mehr. Das Erdbeben von 1881 zerstörte einen Großteil der historischen Bausubstanz; was danach entstand, war oft schlichte Betonarchitektur. Trotzdem lieben die Chioten ihre Stadt, und dieses Lebensgefühl überträgt sich schnell auf Besucher.
Das Stadtleben konzentriert sich rund um den großen Inselhafen, wo Cafés und Bars von morgens bis spät in die Nacht geöffnet haben. Von der ausgedehnten Promenade aus führt ein Netz kleiner Gassen in eine lebendige Fußgängerzone.
Das historische Herz der Stadt ist das Kastro-Viertel, das man durch das südliche Haupttor, die Porta Maggiore, betritt. Der Weg führt vorbei am Giustiniani-Palast aus dem 16. Jahrhundert, weiter zur Bayrakli-Moschee und zur Festung. Im nördlichen Teil lohnt ein Abstecher zu den osmanischen Bädern und dem kleinen Stadtpark am Vounaki-Platz.
Wer tiefer in die Geschichte einsteigen möchte, findet in der Chora vier Museen: das Byzantinische Museum (täglich außer Montag, 08:00 bis 19:00 Uhr), das Archäologische Museum, das Marinemuseum (täglich außer Sonntag, 09:00 bis 14:00 Uhr) und die Korais-Bibliothek (wochentags, 08:00 bis 15:00 Uhr).
Mein Tipp: Laufe das Kastro-Viertel am frühen Abend ab. Wenn die Tagesausflügler längst abgereist sind, gehören die engen Gassen fast dir allein.
3. Pyrgi – Streetart auf Griechisch

Pyrgi trägt den Spitznamen „das bemalte Dorf“, aber das ist nicht ganz korrekt. Was die Hausfassaden so unverwechselbar macht, ist keine Malerei, sondern die traditionelle Xysta-Technik: Die Wand wird zunächst mit dunklem Sand verspachtelt, dann geweißt, und schließlich werden geometrische Muster in die noch feuchte Oberfläche gekratzt. Das Ergebnis ist so charakteristisch, dass man es nirgendwo sonst auf der Welt findet.
Ein Spaziergang durch die engen Gassen, wo Balkone nahezu ineinandergreifen, gehört zum Pflichtprogramm. Unbedingt sehenswert ist außerdem die Agio-Apostoli-Kirche aus dem 14. Jahrhundert, bekannt für ihre gut erhaltenen Fresken.
Nach der Besichtigung bietet der Dorfplatz mehrere Cafés zur Rast. Die Gastrodichte in Pyrgi übertrifft jeden anderen Ort auf Chios.
4. Lagada – Fischerromantik an der Ostküste

An der Ostküste bietet Lagada (auch Lagkada) ein ganz anderes Bild als die Mastixdörfer im Süden. An die Stelle von Festungsmauern tritt eine bildschöne Hafenpromenade mit bunten Kaikis (kleine Holzboote), Tavernen und frischem Fisch.
Die Häuser des Fischerdorfes schmiegen sich halbkreisförmig rund um die Bucht. Einen der schönsten Fotospots der Insel findest du am Kanal des Flusses Krikelis mit der geschwungenen Bogenbrücke darüber. Direkt am Anleger liegt das Stou Gerou (Google Maps), eines der besten Fischrestaurants der Insel.
Mein Tipp: Plane das Abendessen in Lagada ein. Die Tavernen am Hafen sind bei Einheimischen beliebt und liefern frische Küche zu fairen Preisen.
5. Mastixdorf Olimpi – Festung, Höhle und Highlights im Süden

Rund 30 Kilometer südwestlich von Chios Stadt liegt Olimpi (auch Olympi oder Olympoi), eines der befestigten Mastixdörfer. Der Ort gleicht einer ummauerten Festung: enge Gassen, verwinkeltes Wegenetz, Häuser, die gleichzeitig als Wohn- und Schutzraum dienten. Das Grundprinzip ist dasselbe wie in Mesta: Eindringlinge sollten sich verlieren.
Weniger bekannt als Mesta, dafür ruhiger und spürbar authentischer. Kleine Dorfplätze laden zur Rast ein, bevor die Erkundung weitergeht.
Mein Tipp: Besuche die nahegelegene Höhle von Olimpi mit ihren Stalaktiten und Stalagmiten (täglich außer Montag geöffnet). Im Anschluss lohnt der markierte Wanderweg nach Mesta, rund eine Stunde durch Mastix-Landschaft und vorbei an alten Kirchen.
6. Emporios – Lavastrand Mavra Volia und Fischerbucht

Dieser kleine Ort im äußersten Süden der Insel vereint, was Chios ausmacht: natürliche Schönheit, griechische Lebensart und gute Küche zu vernünftigen Preisen. Rund um die von Felsen umrahmte Bucht reihen sich Tavernen fast so dicht wie Wohnhäuser.
Zu Emporios gehört auch einer der bekanntesten Strände von Chios: der Mavra Volia mit seinen markanten schwarzen Kieselsteinen, entstanden aus altem vulkanischem Gestein. Die Umgebung hält außerdem mehrere gut beschilderte antike Stätten bereit, darunter eine neolithische Siedlung und die Überreste eines Athena-Tempels.
Mein Tipp: Besuche den Mavra Volia am späten Nachmittag. Wenn die Tagesgäste abreisen, hat man den schwarzen Strand weitgehend für sich.
7. Die schönsten Strände auf Chios

Chios bietet eine Vielzahl von rund 90 Stränden, die jedem Geschmack gerecht werden, egal ob für Familien, Abenteurer oder Romantiker. Hier sind einige Highlights (in beliebiger Reihenfolge):
Agios Isidoros Beach: Dieser Strand ist nicht nur für seine atemberaubende Schönheit bekannt, sondern auch für die Kapelle Agios Isidoros of Sykida, die sich auf einer Landzunge befindet und beliebt für Hochzeitsfotos ist. Nebenan lockt das ausgezeichnete Restaurant Oz Bay mit grandioser Aussicht und exzellenter Küche. Bequeme Liegen und Sonnenschirme gibt es kostenlos obendrauf. Aber Vorsicht, es gibt noch einen zweiten Agios Isidoros Beach im Nordwesten der Insel.
Vroulidia Beach: Was für ein Strand! Du erreichst diese kleine, von Felsen umgebene Bucht ganz im Inselsüden über eine Steintreppe unterhalb eines Parkplatzes. An dessen Rand steht direkt an der Felskante eine kleine Taverne, die nicht nur eine atemberaubende Aussicht bietet, sondern auch den darunterliegenden Vroulidia Beach über einen Seilzug mit Getränken und Snacks versorgt. Die weißen Steilklippen und das türkisfarbene Meer schaffen eine traumhafte Kulisse.
Agia Dynami: Dieser Sandstrand nahe Olimpi ist mit einigen schattenspendenden Tamarisken versehen. Auf einem Hügel oberhalb der Bucht befindet sich die gleichnamige Kapelle, von deren Terrasse du einen herrlichen Ausblick auf das Ägäische Meer genießt.
Avlonia & Salagona: Die beiden benachbarten Beaches an der Westküste locken mit kristallklarem Wasser. An der kleinen Strandbar warten Getränke, Snacks und auch Sonnenschirme und Liegen auf dich – für maximal 5 Euro pro Tag!
Mavra Volia: Auch als Volcano Beach bekannt, bietet der wohl berühmteste Strand der Insel mit seinen markanten schwarzen Kieselsteinen und der schroffen Umgebung eine beeindruckende Kulisse. Eine Beachbar sorgt für Erfrischungen.
Trachili Beach: Der Trachili Beach liegt an der Westküste auf einer kleinen Halbinsel, die du über eine Schotterpiste erreichst. Dort erwartet dich ein von sanften Hügeln und Bäumen umgebener Sandkiesstrand inklusive Traumausblick.
Insider-Tipp: Der Limnos Beach im Nordwesten ist ein perfekter Ort für Ruhesuchende. Deinen Liegeplatz in der von grünen Hügeln umrahmten Bucht wirst du nur mit wenigen Badegästen teilen. Ein kleiner Kiosk bietet freie Liegen und Schirme sowie Getränke an.
Familienstrände: Die Sandstrände in Lithi, Komi und Karfas eignen sich dank ihrer flachen Zugänge ideal für Familien. Natürlich wartet dort eine große Auswahl an Wassersport, Beachbars und weiteren Badeeinrichtungen auf dich.
8. Meine Gastro-Tips

Essen auf Chios ist ein Erlebnis. Unter einer Vielzahl von hervorragenden Lokalen stechen die folgenden Adressen heraus – allesamt auf Empfehlung unserer Freunde auf Chios:
Apeiron, Chios Stadt: Idyllisches Restaurant innerhalb der Burg mit typisch griechischer Küche. Reservierung empfohlen.
Restaurant Cafe Agia Markella: Mit Auszeichnungen überhäufte Taverne direkt am Strand. Unbedingt den Hummer probieren.
CafeMasTixi, Kalamoti: Authentisches Kafenion am Marktplatz des idyllischen Ortes. Hier findest du garantiert keine Touristen, dafür aber das pralle griechische Dorfleben.
Lava Stones, Emporios: Familiengeführte Taverne mit Meerblick und Rooftop. Ausgezeichnete Fischgerichte und beliebt bei Einheimischen.
Pantoukios, Pantoukios: Überragende Fischgerichte vor toller Kulisse direkt am Hafen von Pantoukios. Seafood at its best!
9. Vessa – Mittelalterliches Mastixdorf abseits der Touristenpfade

Vessa ist kein Touristenziel, und das ist sein größter Vorzug. Das Dorf mit alten Steinmauern, gepflasterten Gassen und kleinen Kirchen reiht sich optisch nahtlos in die Mastixdörfer ein, ohne deren touristische Aufmerksamkeit zu teilen.
Kein Reisebus hält hier. Die festungsartige Architektur mit Bogengängen, Wehrtürmen und Befestigungswällen erschließt sich am besten bei einem kurzen Stopp auf dem Dorfplatz, am besten mit einem Kaffee in einem der kleinen Lokale.
Mein Tipp: Vessa lässt sich gut auf dem Weg zwischen Chios Stadt und den südlichen Mastixdörfern einplanen. Dreißig bis 45 Minuten reichen für einen ersten Eindruck.
10. Kloster Nea Moni – UNESCO-Welterbe auf Chios

Versteckt in den Bergen der Inselmitte liegt das Kloster Nea Moni aus dem 11. Jahrhundert, seit 1990 UNESCO-Weltkulturerbe und eine der bedeutendsten byzantinischen Stätten in der Ägäis. Schon von außen beeindruckt die mächtige Kuppel über dem kreuzförmigen Grundriss.
Das Innere der Hauptkirche ist reich mit Mosaiken ausgestattet, die zu den wertvollsten ihrer Art in Griechenland zählen. Den Speisesaal der Mönche betritt man über ein kleines Museum (Eintritt: 4 Euro); der übrige Bereich des Klosters ist kostenfrei zugänglich.
Mein Tipp: Bring angemessene Kleidung mit (Schultern und Knie bedeckt) und besuche das Kloster am frühen Vormittag. Das Licht fällt dann günstig auf die Mosaiken, und die Besucherzahl ist noch gering.
11. Kalamoti & Armolia: Echt Chios

Mitten in der Mastichochoria, wo Mastix noch von Hand geerntet wird, liegen Kalamoti und Armolia. Kein Reisebus hält hier, keine Souvenirläden verstopfen die Gassen. Stattdessen: lebendige Dorfplätze, gepflegte Kirchen, eine historische Siedlung im Herzen von Kalamoti und versteckte Fotomotive.
Das Kafenion CafeMasTixi in Kalamoti und das Kafenion 1440 in Armolia sind die richtigen Anlaufstellen, um zwischen Einheimischen zu sitzen und das pralle Landleben auf Chios zu erleben.
Mein Tipp: Kombiniere beide Orte an einem Halbtag mit einem Besuch in Pyrgi. Das Dreieck liegt eng beieinander und zeigt drei sehr verschiedene Facetten des Chios-Südens.
12. Mastix Museum – Wissenswertes über die „Tränen von Chios“

Das Mastix Museum (Website) liegt standesgemäß mitten in der Mastichochoria, zwischen Emporios und Pyrgi. Auf einem modernen Ausstellungsgelände, das sich über mehrere Gebäude und einen Außenlehrpfad erstreckt, dreht sich alles um den wichtigsten Rohstoff der Insel.
Hier erfährst du, wie Mastix durch Anritzen der Baumrinde gewonnen wird, welche Rolle es über Jahrhunderte in Medizin, Küche und Kosmetik gespielt hat, und warum ausgerechnet Chios der einzige Ort weltweit ist, an dem es in dieser Qualität vorkommt. Wer die Mastixdörfer schon besucht hat, bekommt hier den historischen und wissenschaftlichen Kontext dazu.
Ein Shop und ein Café mit Terrasse runden den Besuch ab. Geöffnet täglich außer Dienstag, 10:00 bis 18:00 Uhr; Eintritt 4 Euro.
Mein Tipp: Plane den Museumsbesuch am selben Tag wie Pyrgi und Emporios. Die drei Orte liegen nah beieinander und ergeben zusammen einen runden Halbtag im Süden der Insel.
13. Windmühlen – Am besten im Abendlicht

Windmühlen prägen seit jeher das Landschaftsbild auf Chios. Leider sind heute nur noch wenige von ihnen in einem guten Zustand. Eine Ausnahme stellen die vier im späten 19. Jahrhundert erbauten Exemplare rund 1,5 Kilometer nördlich von Chios Stadt dar.
Sie zählen zu den wichtigsten und meistfotografierten Windmühlen in der Ägäis und zieren zahlreiche internationale Magazine. Der perfekte Schnappschuss für deine Urlaubserinnerung gelingt vor allem in der Abendsonne.
Weitere sehenswerte Windmühlen findest du entlang der Straße zwischen Vaviloi und Tholopotami, nahe einem kleinen Strand an der Ostküste.
14. Inselnorden um Volissos – Homer, Burg und einsame Buchten

Ein Ausflug in den Norden von Chios lohnt sich. Die landwirtschaftlich geprägten Dörfer rund um den rund 800 Meter hohen Berg Amani, darunter Pirama und Parparia, sind von einer stillen, wenig berührten Schönheit.
Die Route führt weiter über Afrodissia und Nea Potamia nach Volissos, einer der ältesten Siedlungen der Insel. Der Überlieferung nach soll bereits um 800 v. Chr. der Dichter Homer hier gelebt haben. Weithin sichtbar thront die Burg aus dem 11. Jahrhundert mit sechs Rundtürmen über dem Ort; der Ausblick von oben reicht weit über die nördliche Ägäis. Im angrenzenden Pirgos-Viertel stehen prachtvolle alte Häuser, von denen einige als Ferienwohnungen buchbar sind.
Mein Tipp: Kombiniere den Ausflug mit einem Stopp am Limnos Beach, der von grünen Hügeln umrahmt nur wenige Kilometer südlich liegt. Ruhig, wenig besucht, kleiner Kiosk, freie Liegen.
15. Kloster Agia Markella – Wallfahrtsort an der Westküste

Die gut erhaltene Anlage Agia Markella liegt eingebettet in eine von Felsen umgebene Bucht an der Westküste und lohnt allein schon wegen ihrer Lage einen Umweg. Das Wallfahrtskloster ist der christlichen Märtyrerin Markella gewidmet und umfasst üppige Gärten, eine Kapelle, ein Gästehaus, ein Kafenion und einen Shop mit spirituellen Andenken.
Einmal jährlich, am 22. Juli (Namenstag der Heiligen Markella), findet die größte Wallfahrt der Insel statt: Gläubige pilgern von Chios Stadt zu Fuß bis zum Kloster.
Mein Tipp: Verbinde den Klosterbesuch mit einem Abendessen in der Taverne Agia Markella (Punkt 8) und einem anschließenden Stopp am Limnos Beach, der nur wenige Kilometer südlich liegt.
16. Tagesausflüge nach Oinousses und Psara

Wer auf Chios ist, sollte einen Blick auf die Nachbarinseln werfen. Zwei davon lohnen besonders, wenn auch aus sehr verschiedenen Gründen.
Oinousses liegt nur rund 11 Kilometer vor Chios Stadt und ist das Epizentrum der griechischen Reederelite. Keine 800 Menschen leben hier, aber die Mansionen, die die Familien der großen Reederdynastien hier gebaut haben, zeugen von einem Reichtum, der in keinem Verhältnis zur Größe der Insel steht.
Das Nautische Museum von Oinousses ist eines der besten seiner Art in Griechenland und erzählt die maritime Geschichte der Insel und ihrer Familien. Dazu kommen einsame Buchten und ein Dorfleben, das sich seit Jahrzehnten kaum verändert hat.
Psara ist schwieriger zu erreichen, aber historisch umso bedeutsamer. Im Juni 1824, auf dem Höhepunkt des griechischen Unabhängigkeitskrieges, überfielen osmanische Truppen die Insel und vernichteten nahezu die gesamte Bevölkerung. Das Massaker von Psara ist in der griechischen Nationalgeschichte tief verankert.

Heute leben nur noch 450 Menschen hier, der Tourismus spielt kaum eine Rolle, und genau das macht Psara so besonders: eine Insel fast ohne Betrieb, mit schönen Stränden, dem Kloster der Himmelfahrt und einer Dorfgemeinschaft, die jedem Gast mit offen Armen empfängt.
Beide Inseln sind mit Fähre an Chios Stadt angebunden. Nach Oinousses setzt täglich die Fähre Sunrise Lines (Fahrtzeit ca. 45 Minuten) über. Außerdem gibt es eine feste Linie mit dem Wassertaxi zum Hafen von Lagada (Chios). Psara wird ebenfalls täglich mit dem Schiff Psara Glory verbunden. Zudem verkehren mehrmals wöchentlich die großen Fähren entlang der Route. Die Überfahrt dauert je nach Verbindung zwei bis drei Stunden.
Mein Tipp: Plane Oinousses als Tagesausflüge von Chios Stadt aus ein. Auf beiden Inseln können keine Fahrzeuge geliehen werden, zu Fuß lassen sich aber viele Sehenswürdigkeiten erkunden. Wer flexibler sein möchte, nimmt sein Leihfahrzeug aus Chios mit auf die Insel.
Nützliche Infos für deinen Urlaub auf Chios
Anreise: Der Flughafen Chios Omiros (JHK) liegt direkt vor der Stadt und wird von Athen aus von Olympic Airways und Aegean Airlines angeflogen. Verbindungen bestehen auch ab Thessaloniki sowie einigen Ägäis-Inseln. Per Fähre erreicht man Chios ab Piräus mit Blue Star Ferries (Website) mehrmals wöchentlich in rund 8 Stunden; weitere Verbindungen führen in die Nordägäis, zu den Kykladen und in die Türkei.
Reisezeit: Das mediterrane Klima bringt heiße, trockene Sommer mit Temperaturen über 35 Grad. Wer lieber in Ruhe reist, kommt im Mai, Juni oder September: milder, ruhiger, weniger Betrieb.
Fortbewegung: Öffentliche Busse (KTEL) verbinden die wichtigsten Orte, aber flexibel ist man auf der fünftgrößten griechischen Insel nur mit einem Mietwagen. Sotirakis Car Rental (Website) am Fähranleger und am Flughafen gilt als besonders zuverlässig.
Unterkünfte: Meine Empfehlung für die Südküste sind die Amimaya Apartments (Website) in Emporios. Wer lieber selbst sucht, findet auf booking.com* und Airbnb* eine gute Auswahl über alle Inselregionen hinweg.
Ein herzlicher Dank geht an meine lokalen Unterstützer*innen Akrivi, Yomi sowie Giannis & Freunde von der Taverna Neptune.
❓ FAQ – Häufige Fragen zu Chios
❓ Was ist Mastix und warum ist Chios so besonders?
Mastix ist ein natürliches Harz, das durch Anritzen der Rinde von Pistazien-Bäumen gewonnen wird. Chios ist weltweit der einzige Ort, an dem es in dieser Qualität vorkommt. Seit der Antike findet es Verwendung in Medizin, Küche und Kosmetik.
❓ Welche Sehenswürdigkeiten auf Chios sind ein Muss?
Mesta, Pyrgi und das Kloster Nea Moni gehören definitiv dazu. Wer mehr Zeit mitbringt, entdeckt mit Emporios, Lagada, dem Mastix Museum und dem Inselnorden um Volissos weitere Facetten der Insel.
❓ Wie viele Tage brauche ich für Chios?
Fünf bis sieben Tage sind sinnvoll, um die wichtigsten Orte zu sehen, ohne zu hetzen. Mit weniger als vier Tagen bleibt der Süden mit den Mastixdörfern zwangsläufig auf der Strecke.
❓ Wann ist die beste Reisezeit für Chios?
Mai, Juni und September sind die besten Monate: angenehme Temperaturen, wenig Betrieb und fast alle Sehenswürdigkeiten geöffnet.
❓ Wie komme ich auf Chios am besten voran?
Ein Mietwagen ist die einzig sinnvolle Option, wenn du die Insel wirklich erkunden möchtest. Sotirakis Car Rental ist eine bewährte Adresse direkt am Fähranleger und am Flughafen.
Mein Fazit zu Chios
Chios, die „Wiege des Mastix“, hat eine zum Teil tragische Geschichte hinter sich und zählt heute zu den lebendigsten Reisezielen in der Ägäis. Noch weitgehend abseits des internationalen Massentourismus verbindet die Insel fruchtbare Landschaften, mittelalterliche Festungsdörfer, 90 Strände und herzliche Gastfreundschaft. Das Preisniveau ist im Griechenland-Vergleich bemerkenswert günstig. Der unermessliche Reichtum der ansässigen Reeder und Mastixhändlern sorgt für eine wohltuende Zurückhaltung – auch hinsichtlich der touristischen Vermarktung.
Mein Feelgood-Faktor: 90 von 100 Punkte!
Reiseführer für die griechischen Inseln
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