Alle Infos zur Wanderung in den Narrows im Zion Nationalpark
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Die „Narrows“ im Zion Nationalpark: Eine der schönsten Wanderungen der Welt

Der Zion Nationalpark ist ein echtes Highlight in Utah. Die Landschaft ist atemberaubend schön und für Outdoor-Begeisterte gibt es im Zion Nationalpark zahlreiche tolle Wanderungen. Eine der schönsten Touren führt dich in die vom Virgin River durchspülten Narrows.

Bei uns findest du alle wichtigen Infos für die Wanderung durch die Narrows. Mit unseren Tipps wird dieser Trip ein unvergessliches Abenteuer 😊.

Aktualisiert am 07.05.2022
Die Narrows im Zion Nationalpark
Die Wanderung durch die Narrows gehört zu den schönsten Touren im Südwesten der USA. Einige sagen sogar, die Wanderung ist eine der schönsten der Welt

Wichtig: Vor der Wanderung durch die Narrows

Biggi im Wanderoutfit in den Narrows
Zur Ausrüstung in den Narrows gehören feste Schuhe, Neoprensocken, ein Wanderstecken und eine Dry Bag

Bevor du dich voller Tatendrang in die Fluten des Virgin River stürzt, musst du deine Ausrüstung zusammenstellen. Ohne robusten Wanderstock und Neoprensocken solltest du nicht aufbrechen. Wichtige Dokumente und Elektronik kannst du in einem wasserdichten Dry Bag im Rucksack verstauen.

Warum? Etwa zwei Drittel des Trails durch die Narrows liegen im Wasser des Virgin River. Je nach Wasserstand kann es ganz schön tief werden. Das eiskalte Wasser reicht dir teilweise bis zur Brust. Wenn du ohne Wanderstock unterwegs bist, hast du verloren.

Tipp: Für rund fünf Dollar gibt es robuste Wanderstöcke aus Holz in allen Outdoor-Geschäften in Springdale zu mieten. Am besten besorgst du dir deinen Wanderstock schon am Vorabend (der Preis bleibt gleich).

Die Neoprensocken schützen deine Füße vor dem kalten Wasser. Die Neoprensocken solltest du schon in Deutschland vor deiner Abreise anschaffen. Die Dry Bag schützt deine Ausrüstung vor dem Wasser. Du wärst du nicht die erste Person, die in den Fluten den Halt verliert und ins Wasser fällt.

Wir waren mit Bergwanderstiefeln unterwegs und können das nur empfehlen. Nur so hast du einen recht guten Halt auf den glatten Felsen, auch unter Wasser. Die Schuhe müssen nach der Tour natürlich zwei bis drei Tage trocknen.

Vergiss auch den Bikini/ die Badehose und ein Handtuch nicht. Gerade in den heißen Sommermonaten sind die Narrows ein beliebtes Ausflugsziel zum Baden.

Das brauchst du für die Wanderung durch die Narrows

Für die Wanderung durch die Narrows, übrigens die engste Stelle des Zion Canyon, ist bis zum Campingplatz Big Spring (ca. 8 Kilometer) kein Permit nötig. Ob du die Tour angehen kannst, hängt lediglich von der Fließgeschwindigkeit des Virgin River ab. Fließt zu viel Wasser durch den engen Canyon, sperrt die Nationalparkverwaltung die Strecke. Auch bei drohenden Unwettern im Einzugsgebiet des Canyons ist die Wanderung nicht machbar. Bitte informiere dich vor der Wanderung durch die Narrows in jedem Fall schon am Vortag bei den Rangern im Besucherzentrum.

Checke alle Daten

Bis zu einer Fließgeschwindigkeit von 70 Cubic Feet Per Second (CFS) gilt die Wanderung als gut machbar. Ab 70 CFS wird die Tour durchaus anstrengend. Ab 150 CFS oder bei Unwetterwarnungen werden die Narrows offiziell für Wanderer gesperrt. Die aktuellen Daten bekommst du im Besucherzentrum oder hier auf der Website der United States Geological Survey.

Außerdem solltest du den Wetterbericht und die Flash Flood Information vor jeder Tour gewissenhaft checken. Beachte bitte, dass eine Sturzflut auch trotz gewissenhafter Vorbereitung völlig unerwartet über dich hereinbrechen kann. Die Wanderung durch einen Slot Canyon ist immer mit einem Risiko behaftet.

Noch mehr Infos findest du auf der Website des National Park Service.

Start der Wanderung

Die Wanderung durch die Narrows beginnt an der Bushaltestelle Temple of Sinawava (Google Maps). Im Zion Canyon fahren kostenlose Shuttle-Busse. Für den Individualverkehr sind große Teile des Zion Canyons gesperrt. Von der Bushaltestelle geht es zunächst gemütlich auf einem breiten Wanderweg (auch geeignet für Kinderwagen und Rollstühle) rund 1,5 Kilometer zum Eingang in den spektakulärsten Teil des Zion Canyon. Schon dieser Teil der Wanderung lässt erahnen, was bald auf dich zukommt.

Nach einer halben Stunde endet der breite Wanderweg am Gateway to the Narrows. Um ein Gefühl der Narrows zu bekommen, kannst du hier mit oder ohne Schuhe (das tut aber höllisch weh) ein Stück weit durch den Virgin River in den Canyon laufen und wieder umdrehen. Viele Besucher machen nur ein paar Bilder im Wasser und kehren nach 50 oder 100 Metern wieder um.

Auf dem Weg durch die Narrows im Zion Nationalpark
Wir verlassen den breiten Wanderweg und stürzen uns ins Abenteuer
Biggi in den Narrows
Diese Tour vergisst du so schnell nicht

Oder du entscheidest dich für das große Abenteuer und machst dich mit der entsprechenden Ausrüstung auf den beschwerlichen Weg zur Wall Street, der imposantesten Stelle der Narrows. Die steilen Wände des Zion Canyon ragen hier rund 600 Meter in den Himmel und lassen kaum Sonnenlicht zum Boden durchdringen. Die Wall Street ist an der schmalsten Stelle nicht breiter als sechs, sieben Meter.

Durch die Fluten des Virgin River

Wir entscheiden uns für das Abenteuer. Mit Sack und Pack kämpfen wir uns gegen den Strom des Virgin River nach Norden – und haben einen Heidenspaß dabei. Je weiter wir vordringen, desto näher rücken die Canyonwände zusammen – absolut beeindruckend, zumal wir hier am Morgen fast alleine unterwegs sind.

Biggi watet durch das Wasser des Virgin River in den Narrows
Immer wieder müssen wir den Virgin River queren. Wir haben Glück: Das Wasser ist an diesem Tag nicht besonders hoch
Biggi posiert in den Narrows
Kurve um Kurve kämpfen wir uns in Richtung Wall Street

Bei guten Verhältnissen stehst du bis zu den Oberschenkeln im Fluss. Bei einer höheren Fließgeschwindigkeit (ab ca. 70 Cubic Feet Per Second) versinkst du zum Teil bis zur Brust in den Fluten. Spätestens jetzt sind der Dry Bag und sehr viel Ausdauer unerlässlich. Nur mit dem Wanderstock gelingt es, im Wasser das Gleichgewicht zu halten. Wer hier ohne Wanderstock unterwegs ist, wird das eine oder andere Mal im kalten Wasser landen.

Biggi mit einer Kamera und dem Stativ in den Narrows
Mit dem Stativ gelingen dir in den Narrows tolle Langzeitbelichtungen
Flo in den Narrows
Mit der Kameraausrüstung auf dem Rücken geht es immer weiter in den imposanten Canyon hinein

Der Orderville Canyon

Wir folgen dem Virgin River Kurve um Kurve. Der Weg scheint kein Ende zu nehmen. Immer wieder watest du durch das Wasser und querst den Virgin River. Nach zwei bis drei Stunden (knapp fünf Kilometer ab Start der Wanderung am Temple of Sinawava) erreichst du eine Gabelung. Rechts geht es in den Orderville Canyon. Ohne Permit darfst du eine Viertelmeile in den Orderville Canyon wandern. Dahinter ist die Schlucht nur noch für Wanderer mit Canyoning-Permit (mehr Infos auf der Seite des NPS) zugänglich.

Biggi im Orderville Canyon
Der Orderville Canyon lohnt einen Abstecher
Biggi vor einem Wasserfall im Orderville Canyon
Hier am Wasserfall ist ohne Permit Schluss

Die Wall Street ist das Highlight der Wanderung

Die Narrows im Zion Nationalpark
Nun beginnt der spektakulärste Teil der Wanderung: die Wall Street

Hinter dem Abzweig zum Orderville Canyon beginnt der spektakulärste Teil der Narrows: die Wall Street. Die Wände ragen steil in die Höhe und stehen extrem nah beieinander. Wie weit du letztendlich in die Wall Street-Sektion wanderst, bleibt dir überlassen.

Flo mit Kamera und Stativ in den Narrows
Mit dem Stativ gelingen tolle Fotos
Flo zwischen den Felswänden der Narrows
Ein unvergesslicher Anblick: Die Wände ragen hier in der Wall Street Hunderte Meter in die Höhe

Es lohnt sich auf alle Fälle, zumindest noch ein relativ kurzes Stück bis zum Floating Rock zu wandern. Der Floating Rock ist ein imposanter Fels, der in der Mitte des engen Canyons liegt. Keine Sorge, den Floating Rock kannst du nicht übersehen.

Zwei mit Farnen bewachsene Felsen im Virgin River markieren des Ende der Wall Street. Hier öffnen sich die Wände des Canyons. Ohne Permit darfst du noch bis zum Campingplatz Big Spring (vier bis fünf Stunden, ca. acht Kilometer ab Start der Tour) wandern. Für das Gebiet dahinter benötigst du ein Permit.

Noch mehr Varianten

Die hier vorgestellte Wanderung ist nur eine von drei Möglichkeiten, die Narrows zu erkunden. Folgende Touren gibt es:

Das Backpacking Permit für die lange Tour durch die Narrows kannst du hier beim NPS online buchen.

Wir sind sicher, mit unseren Infos wird dein Abenteuer Narrows ein unvergessliches Erlebnis. Deine Phototravellers Biggi und Flo 😊.

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4 Kommentare

  • - Andy

    Hallo T&M!

    Wir würden gerne mit unseren beiden Kindern (10+12) an die Narrows. Die lange Tour wäre mit ihnen nicht machbar. In Eurem Blog steht Tanja in der Schlacht, darunter der Kommentar „Diese Tour vergisst du so schnell nicht“. Diese Stelle sieht sehr schön aus und würden es zumindest bis zu diesem Punkt schaffen. Wie weit ist diese von dem Narrows-„Einstiegspunkt“ entfernt? 4km wären als Familie ungefähr machbar, alles darüber hinaus wäre schwierig, da die Kids nicht über die beste sportliche Fitness verfügen.

    • - Florian

      Hallo Andy,

      wer sind denn T&M? Nun gut. Es kommt sehr auf den Wasserstand an. Die Tour kann wirklich schlauchen, wenn etwas mehr Wasser fließt. Wir wandern auch schonmal 35 Kilometer und über 2000 Höhenmeter in den Alpen und waren nach der Wanderung in den Narrows echt fertig.

      Schaut einfach, wie weit ihr kommt und versucht es nicht auf Biegen und Brechen. Denkt auch immer an den Rückweg! Und informiert euch vorab im Visitor Center, ob die Wanderung gefahrlos machbar ist.

      Zur Wall Street sind es hin und zurück rund zehn Kilometer.

      Viele Grüße
      Florian

  • - die Daeubers

    Hallo ihr zwei,

    sehr schöner Bericht :-). Wir reisen dieses Jahr im Mai an die Westküste der USA und die Zion Narrows stehen ebenfalls bei uns auf dem Plan. Allerdings sind wir uns wegen dem Wetter unsicher, ob das wohl klappen wird. In welchem Monat wart ihr denn dort?

    Viele Grüße,
    Tanja & Martin

    • - Florian

      Hallo Tanja und Martin,

      wir waren im Juni in den Narrows. Könnte im Mai aber auch klappen. Es gibt ja auch Leute, die machen das im Winter.

      Viele Grüße
      Florian

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