Deine Tour in der nordöstlichen Ägäis auf einen Blick

Die Route: Samos → Ikaria → Fourni, acht Tage von der Antike bis zur Fischeridylle.
Reisedauer: 8 Tage, aufgeteilt in zwei Tage Samos, drei Tage Ikaria und zwei bis drei Tage Fourni.
Anreise: Direktflüge nach Samos (Aristarchos-Flughafen) aus vielen deutschen Städten in der Saison. Zwischen den Inseln verkehren regelmäßige Fähren.
Vor Ort: Mietwagen oder Motorroller empfehlenswert, besonders auf Samos und Ikaria.
Beste Reisezeit: Mai, Juni oder September, Oktober: warm, aber nicht überlaufen.
Für wen: Reisende, die antike Stätten, wilde Natur und die Blue-Zone-Lebensart Ikarias mit ruhiger Fischeridylle auf Fourni verbinden wollen.
Kosten: Bargeld einplanen, besonders auf Fourni: Kleine Tavernen und Pensionen akzeptieren selten Kreditkarten.
Tag 1 – Ankunft auf Samos und Pythagorion

Dein Abenteuer startet auf der kleinen Insel Samos. Viele deutsche Städte fliegen den Aristarchos-Flughafen in der Saison direkt an, nur drei Kilometer von Pythagorion (Google Maps) entfernt. Der beliebte Hafenort eignet sich perfekt als erste Basis.
Als Unterkunft bietet sich das Beachfront House (hier Preise checken*) an, eine liebevoll eingerichtete Anlage direkt am Strand und in Verlängerung der Promenade.
Den ersten Nachmittag nutzt du zum entspannten Ankommen. Schlendere durch Pythagorions kopfsteingepflasterte Gassen und entdecke die weiße Pythagoras-Statue (Google Maps) am Yachthafen. Ein Aufstieg zur Festung Lykourgos Logothetis (Google Maps) lohnt sich für einen weiten Blick über den Ort und die türkisblaue Bucht.
Zum Abendessen wartet die Taverna Remataki (Google Maps) am östlichen Hafenende mit gegrilltem Lamm und hausgemachten Mezedes. Von hier aus genießt du den Sonnenuntergang über dem Meer.
Tag 2 – Wunderwerk und Traumstrände

Am Morgen deines zweiten Tages auf Samos solltest du dich um einen Mietwagen kümmern. In Pythagorion findest du zahlreiche zuverlässige Anbieter, die dank der großen Konkurrenz moderate Preise abrufen.
Du startest heute mit den berühmten antiken Stätten der Insel. Das Heraion (Google Maps) liegt acht Kilometer westlich von Pythagorion und beeindruckt als eine der größten Tempelanlagen der griechischen Antike. Von dem gewaltigen Heratempel steht heute nur noch eine 14 Meter hohe Säule, doch die Heilige Straße und das kleine Museum mit wertvollen Skulpturen geben dir einen Eindruck von der einstigen Pracht. Plane mindestens 90 Minuten für den Besuch ein.
Weiter geht es zum Tunnel des Eupalinos (Google Maps), einem ingenieurtechnischen Wunder aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Die Erbauer trieben das 1.036 Meter lange Bauwerk gleichzeitig von beiden Seiten voran. Du kannst mehrere hundert Meter weit hineinlaufen und dir vor Ort eine Taschenlampe ausleihen.
Am Nachmittag wartet die Qual der Strandwahl auf dich. Der Potami-Beach (Google Maps) an der Nordküste lockt mit einer reizvollen Anfahrt durch grüne Täler und bietet die Möglichkeit zu einer 20-minütigen Wanderung zu versteckten Wasserfällen. Alternativ verspricht Psili Ammos (Google Maps) an der Südküste feinen Sand und einen flachen Zugang, ideal für entspannte Badestunden. Beide Strände verfügen über Tavernen und Liegestühle für etwa zwei bis drei Euro pro Liege.
Zurück in Pythagorion habe ich für den Abend noch einen Gastrotipp für dich: Im Pergamento (Google Maps) interpretieren die Köche traditionelle sowie mediterrane Gerichte neu. Das Ambiente des alten Gebäudes mit Innenhof verspricht einen stimmungsvollen Abend bei vorzüglichen Speisen. Unbedingt vorab reservieren!
Tag 3 – Bergdörfer und Weiterreise nach Ikaria

Samos zeigt sich im Inselinneren abwechslungsreich: dichte Wälder, enge Serpentinen und weite Ausblicke prägen die Bergwelt. Die 20 Kilometer lange Fahrt von Pythagorion nach Manolates (Google Maps) dauert etwa 45 Minuten und belohnt dich mit traditioneller Architektur und weiten Talblicken.
Vor Ort lockt die Taverna Louisa (Google Maps) mit köstlichen Mezedes-Platten für etwa 15 Euro, während du einen weiten Rundblick genießt. Manolates ist auch für seine Töpferwaren bekannt, ein Besuch im Atelier Manolates (Google Maps) lohnt sich für authentische Souvenirs.
Am Nachmittag steht die Weiterreise nach Ikaria auf der Agenda. Im Sommer verkehren wöchentlich rund 30 Fähren zwischen den Inseln (siehe „Hilfreiche Tipps“). Für die rund 2,5-stündige Überfahrt nach Agios Kirykos oder Evdilos musst du zwischen 15 und 25 Euro pro Person einplanen, für ein Auto zahlst du zusätzlich 35 Euro. Denke daran, ausreichend Puffer für die Rückgabe deines Leihfahrzeugs einzuplanen.
Auf Ikaria empfiehlt sich Armenistis (Google Maps) als ideale Basis für die nächsten Tage. Das Cavos Bay Hotel (hier Preise checken*) bietet komfortable Zimmer direkt am Wasser ab 60 Euro. Schon bei der Ankunft spürst du den entspannteren Rhythmus dieser Insel.
Nach einem Rundgang durch das authentische Fischerdorf solltest du dich lukullischen Genüssen widmen. Direkt am Hafen findest du mit dem Paschalia (Google Maps) ein familiär geführtes Lokal mit Seele. Die gegrillten Calamari zergehen auf der Zunge, dazu heimische Gemüsegerichte, die nach Meer und Sonne schmecken, ein würdiger Abschluss von Tag 3.
Tag 4 – Ikaria: Nordküste mit Messakti und Nas

Rund um Armenistis reihen sich einige der beliebtesten Strände Ikarias. Dein Badevergnügen beginnt in der Messakti-Bucht (Google Maps) mit 800 Meter feinem Sand und kristallklarem Wasser. Wenn der Nordwind bläst, gehört das Meer den Surfern auf der Suche nach der perfekten Welle. Liegen und Schirme kosten etwa fünf Euro, und die Strandbar The Beach (Google Maps) versorgt dich während der Hauptsaison mit guten Snacks und erfrischenden Getränken.
Direkt nebenan lockt der Livadi Beach (Google Maps) mit dem Fluss Chalaris, der ins Meer mündet und die Umgebung besonders grün macht. Kinder lieben das warme Wasser mit den kleinen Schildkröten und Krebsen.
Der Nachmittag gehört dem historisch geprägten Nas (Google Maps). Mietwagen-Verleiher gibt es hier zuhauf, die 15-minütige Fahrt bringt dich zu diesem Ort oberhalb einer fotogenen Felsenbucht. Reste eines antiken Artemis-Tempels zeugen von der mythischen Vergangenheit. Du kannst zur Bucht hinunterlaufen oder eine 45-minütige Wanderung in die wildromantische Chalaris-Schlucht (Google Maps) unternehmen.
Den Abend verbringst du vielleicht in Anna’s Fish Tavern (Google Maps) oberhalb der Bucht. Der Sonnenuntergang von der Terrasse hat sich längst herumgesprochen: Komme daher früh, um einen Platz zu ergattern. Hier verwöhnt die Küche übrigens auch Fleischfreunde und Vegetarier.
Tag 5 – Evdilos und Christos Raches

Dein Vormittag führt dich nach Evdilos (Google Maps), einem charmanten Hafenort mit nur 500 Einwohnern. Die verschlafene Promenade und die traditionelle Architektur laden zum Frühstück und entspannten Flanieren ein. Im Café Klimataria (Google Maps) genießt du exzellenten griechischen Kaffee und beobachtest das ruhige Treiben der Fischer. Im Anschluss eröffnet das kleine Folkloremuseum Einblicke in die reiche Kultur der Insel.
Als nächster Stopp bietet sich Gialiskari (Google Maps) an, das wie auch Evdilos an der Nordküste liegt. Das kleine Fischerdorf mit dem idyllischen Hafen gleicht einer Postkarte. Die weiß-blaue Kapelle Analipsi (Google Maps) am Ende der Mole zieht dabei alle Blicke auf sich. In unmittelbarer Umgebung bietet sich eine Stärkung in der Taverne Kialaris (Google Maps) an. Inmitten von Fangnetzen und Angelzeug kannst du verfolgen, wie die Meerestiere vom Boot auf die Teller kommen.
Der Abend und die Nacht gehören dem sagenumwobenen Christos Raches (Google Maps). Die 20 Kilometer lange Bergauffahrt dauert etwa 30 Minuten und führt dich in ein Dorf, das nach völlig eigenen Regeln und Uhrzeiten funktioniert. Tagsüber wirkt hier alles verschlafen, in der Nacht widmet man sich ausgelassen Wein, Musik und Tanz, oft bis in die Morgenstunden. Genau diese Lebensart bringt Ikaria den Ruf als eine von nur fünf „Blue Zones“ der Welt ein, Regionen, in denen Menschen nachweislich länger und gesünder leben als anderswo.
Tag 6 – Wilder Süden und Weiterreise nach Fourni

Für den Abschlusstag auf Ikaria bietet sich ein Ausflug entlang der wilden Südküste nach Magganitis (Google Maps) an. Die 45 Kilometer lange Strecke nach Magganitis schlängelt sich durch üppige Felslandschaften mit weiten Ausblicken aufs Meer.
Auf deinem Spaziergang durch den in Hanglage errichteten Ort solltest du die Kirche Agios Nikolaos (Google Maps) einbeziehen. Hinterher bietet sich der Besuch in der urigen Taverne Ston Gialo kanei Fourtouna (Google Maps) an. Die Holzterrasse mit Blick auf den kleinen Anleger sorgt dabei für waschechtes griechisches Flair.
Sollte dir die Fahrt in den Süden zu weit sein, lege ich dir mit den heißen Quellen von Therma (Google Maps) eine entspannte Alternative nahe. Im kleinen Kurort mit seiner natürlichen Thermalgrotte findest du ebenfalls eine gute Auswahl an typisch griechischen Lokalen mit Blick auf die Ägäis.
Am Nachmittag heißt es Abschied nehmen von Ikaria, denn der Fourni Express wartet bereits auf dich. Die kleine Fähre verkehrt von Agios Kirykos mehrmals täglich (außer sonntags) und kostet 8 bis 12 Euro für die einstündige Überfahrt.
Kampos (Google Maps) oder Fourni-Stadt, wie der Hauptort oft betitelt wird, ist in Wirklichkeit ein kleines Dorf. Es empfängt dich mit bunten Häusern rund um den natürlichen Hafen mit dem kleinen Sandstrand. Mein Unterkunfts-Tipp ist das Archipelagos Hotel (hier Preise checken*) im Herzen von Kampos. Hier findest du soliden Komfort zu günstigen Preisen.
Um einen guten Eindruck von der Insel zu bekommen, rate ich zum Leihroller. In Kampos gibt es eine Reihe von zuverlässigen und günstigen Anbietern. Du hast also die Wahl, das kleine Eiland auf zwei Rädern oder zu Fuß zu erkunden.
Am Abend schlenderst du über die kopfsteingepflasterte Hafenpromenade hinauf zur lebendigen Platia (Google Maps). Unter riesigen Platanen reihen sich zahlreiche Bars und Tavernen mit guter Küche und kühlen Drinks.
Tag 7 – Fourni: Fischeridylle und versteckte Buchten

Im urigen Kafenion Kamelos (Google Maps) trinkst du am Morgen Kaffee mit Einheimischen ab 1,50 Euro und spürst die authentische Inselatmosphäre. Mehrere Bäckereien versorgen dich mit Leckereien wie Bougatsa und Tiropita, einem traditionellen Käsekuchen aus Filoteig.
Danach bietet sich eine Erfrischung im Meer an. Fourni bietet verschiedene Strandoptionen: Den Kampi Beach (Google Maps) erreichst du zu Fuß in nur 15 Minuten. Vlichada (Google Maps) mit seinem feinen Kies oder der Sandstrand Elidaki (Google Maps) liegen etwas weiter entfernt und lohnen eine kurze Boots- oder Autofahrt. Auf Fourni ziehe ich einen Roller dem PKW vor, in Kampos findest du mehrere Verleiher.
Ein Bootsausflug nach Chryssomilia (Google Maps) gehört zu den Highlights deiner Fourni-Zeit. Die kleine Fähre Panagia Theotokos verkehrt mehrmals die Woche. Die 45-minütige Überfahrt führt dich in eine alte Siedlung mit nur 50 Einwohnern und weiten Meerblicken von den umliegenden Hügeln. Oberhalb des Dorfes entdeckst du die Ruinen eines hellenistischen Wachturms und eines Poseidon-Tempels.
Für den Abend habe ich einen Insider-Tipp: Beschließe den Tag in der Fischtaverne Nikos (Google Maps) am Hafen. Etwas unscheinbar, aber authentisch, hat sich das Lokal längst als Treffpunkt für Einheimische entwickelt. Der frische Hummer und die hausgemachte Meeresfrüchte-Pasta haben das Restaurant aber auch weit über die Inselgrenzen hinaus bekannt gemacht. Unbedingt ausprobieren!
Tag 8 – Abschied und Rückreise

Dein letzter Tag bleibt flexibel und richtet sich in erster Linie nach deinem Rückflug. Nach einem ausgiebigen Frühstück entern die meisten Reisenden die tägliche Fähre zurück nach Samos. Die Verbindung Fourni-Vathy dauert drei Stunden und kostet 12 bis 18 Euro. Plane unbedingt zwei bis drei Stunden Puffer für Verspätungen ein. Am Hafen in Vathy (Google Maps) gelangst du mit dem Shuttle oder dem Taxi in gut 30 Minuten zum Flughafen.
Bei einem Rückflug über Athen nimmst du die Blue Star Ferries (Website) von Samos nach Piräus. Die zehnstündige Fahrt kostet ab 30 Euro aufwärts, schnellere Verbindungen kosten entsprechend mehr. Von Piräus aus erreichst du den Flughafen mit der Metro 3 (blaue Linie) in 55 Minuten für neun Euro.
Hilfreiche Tipps

Die Buchung deiner Fähren erledigst du am besten online über Ferryhopper (Website). Auf Samos und Ikaria stehen dir Verbindungen von mehreren Häfen zur Auswahl. Plane beim Transfer zwischen den jeweiligen Orten einen großzügigen Spielraum ein.
Bei Fragen zu Fahrplänen und Tickets helfen dir die Angestellten in den Hafenbüros der Reedereien und Reiseanbieter weiter. Bedenke auch, dass du während der Hochsaison deinen Auto-Platz, falls gewünscht, unbedingt reservieren solltest, da die kleinen Fähren schnell ausgebucht sind.
Auf Samos und Ikaria brauchst du unbedingt einen Mietwagen, da die Busse unregelmäßig fahren und viele Sehenswürdigkeiten weit voneinander entfernt liegen. Bei einem zweitägigen Aufenthalt auf Fourni greife ich dagegen lieber auf einen Roller zurück, du kommst aber auch gänzlich ohne Fahrzeug aus. In diesem Fall stehen dir Ausflugsboote für diverse Rundfahrten zu versteckten Buchten bereit, die Preise liegen bei 15 bis 25 Euro. Bei der Buchung von Mietwagen bevorzuge ich in der Regel lokale Anbieter, vor allem wegen des zuverlässigen Service vor Ort und der günstigen Preise.
Die beste Reisezeit für dein Inselhüpfen liegt zwischen Mai und Juni sowie zwischen September und Oktober. Das Wetter zeigt sich warm, aber nicht extrem heiß, das Meer angenehm temperiert und die Inseln belebt, aber nicht überfüllt. Juli und August bringen Temperaturen um die 40 Grad und viele griechische Urlauber mit sich.
Bargeld spielt eine wichtige Rolle, besonders auf der kleinen Insel Fourni. Geldautomaten gibt es an den belebten Plätzen, meist gegen eine Gebühr von zwei bis drei Euro. Kleine Tavernen und Pensionen akzeptieren selten Kreditkarten.
Mein Fazit
Inselhüpfen in der nordöstlichen Ägäis eignet sich für dich, wenn du Griechenland abseits der ausgetretenen Pfade erleben willst. In acht Tagen kombinierst du Samos mit seinen antiken Stätten und Stränden, Ikaria mit seiner Blue-Zone-Lebensart und Fourni mit seinen stillen Buchten und der Fischerromantik.
Wenn du deine Route grob an dieser Struktur orientierst und unterwegs Platz für spontane Stopps lässt, verbindest du auf kleinstem Raum antike Geschichte, Blue-Zone-Lebensart und stille Fischerromantik, drei sehr unterschiedliche Gesichter Griechenlands.
Lust auf noch mehr Nordägäis? Lies auch meinen Bericht über Inselhüpfen in der nördlichen Ägäis: Chios, Lesbos und Limnos
Reiseführer für Inselhüpfen in der Ägäis
Das waren also meine Empfehlungen für eine Route durch die Ägäis. Für noch mehr Tipps empfehle ich dir folgende Reiseführer:
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