Samos auf einen Blick: Fakten, Anreise & Tipps
Samos ist eine Insel der Gegensätze: schroffe Berge, sanfte Weinhänge und eine Küste, die von quirligen Urlaubsorten bis zu einsamen Buchten reicht. Mich hat vor allem überrascht, wie viel Ursprünglichkeit sich die Insel trotz wachsendem Tourismus bewahrt hat.
Lage: Plane mindestens 5 Tage ein, wenn du sowohl die Küste als auch das Bergland erkunden willst.
Must-See: Der Tunnel des Eupalinos, die Hafenpromenade von Pythagorion und ein Ausflug zu den Traumstränden Megalo Seitani und Mikro Seitani im Westen.
Zeitbedarf: Plane mindestens 5 Tage ein, wenn du sowohl die Küste als auch das Bergland erkunden willst.
Fortbewegung: Miete dir spätestens am Flughafen ein Auto. Nur so erreichst du die versteckten Ecken der Insel und die Wanderwege im Westen, die aktuell zu den größten Trümpfen von Samos zählen.
Übernachtungstipp: Wähle eine Unterkunft in Pythagorion, wenn du zentral und in Strandnähe wohnen willst oder in Karlovasi, wenn du die Nähe zur Natur suchst.
Beste Reisezeit: Mai, Juni sowie September und Oktober. Dann ist es warm genug zum Baden, aber angenehmer zum Wandern als im Hochsommer.
Bester Fotospot: Der Blick vom Kloster Spiliani auf Pythagorion und den Hafen, besonders schön im Abendlicht.
1. Urlauberliebling Kokkari

Von der ehemaligen Haupteinnahmequelle, der Fischerei, ist in Kokkari nicht mehr viel übriggeblieben. Längst haben Urlauber den Hafenort an der Nordküste für sich entdeckt und spülen frische Devisen in die Kassen. Dem Touristenhype zum Trotz konnte Kokkari seinen ursprünglichen Charme bis heute bewahren – zumindest in der Nebensaison.
Die engen Gassen sind von urigen Kafenions, Tavernen und kleinen Geschäften geprägt. Was liegt also näher als ein Spaziergang durch das Ortszentrum vorbei an der sehenswerten Kirche Agios Nikolaos bis hinunter zum Hafen. Das Gotteshaus im Ortskern ist dem Schutzpatron der Seefahrer und Fischer geweiht. Das heutige Gebäude stammt in seiner Grundform aus dem 18. Jahrhundert, wurde aber mehrfach umgebaut und zuletzt in den 1970er Jahren renoviert. Im Inneren: schlichte Ikonostase aus dunklem Holz, bemalte Heiligendarstellungen, gepflegte aber kunsthistorisch nicht überragende Ausstattung.
Rund um den Hafen genießt du einen tollen Blick auf den vorgelagerten Felsen Cavos, dem Wahrzeichen von Kokkari. Getrübt wird das herrliche Küstenpanorama nur vom dampfenden Heizkraftwerk in entgegengesetzter Richtung.
Am Abend füllen sich die Restaurants und Bars rund um die schöne Platia am Hafen. Wenn du authentische griechische Küche schätzt, solltest du das familiengeführte Restaurant Mezedopoleio Crete besuchen, welches sich in zweiter Reihe am Anleger befindet.
Bei Kokkari, was übersetzt „kleine Zwiebel“ bedeutet und eine Anspielung auf das vormals hier angebaute Gemüse ist, befinden sich neben dem Ortsstrand Longbeach die idyllischen Badebuchten Lemonakia und Tsamadou. Für Naturliebhaber bieten sich zudem leichte Wanderungen ins Hinterland der Nordküste an.
Mein Tipp: Wenn du kein eigenes Fahrzeug hast, kannst du mit den öffentlichen Bussen von Ktel nach Kokkari gelangen. Der Ort liegt an der Verbindungsstraße von Samos Stadt nach Karlovasi und wird mehrmals täglich angefahren.
2. Kulturerbe Pythagorion

Meine nächste Sehenswürdigkeit ist Pythagorion. Das antike Städtchen, der Geburtsort des berühmten Philosophen und Mathematikers Pythagoras und gleichzeitig UNESCO-Welterbe, besticht mit seinen stilvollen Villen und mit Oleander gesäumten Gassen.
Bereits in der Antike war Pythagorion das Ziel von prominenten Persönlichkeiten wie der ägyptischen Herrscherin Kleopatra und verschiedenen römischen Kaisern. Besonders reizvoll präsentiert sich die Promenade entlang des geschäftigen Fischerhafens, die als eine der schönsten auf Samos gilt. In den Abendstunden entfaltet sich hier eine besondere Atmosphäre. Von den Bars und Restaurants aus kannst du den Anblick mondäner Yachten und Segelboote genießen, die hier festmachen.
An der Hafenmole triffst du auf eine 1988 vom Künstler Ikaris erschaffene Skulptur zu Ehren des Pythagoras. Das Werk bildet ein rechtwinkliges Dreieck mit dem berühmten Lehrsatz „a² + b² = c²“ ab. Vor der Kulturhalle steht ein weiteres Denkmal mit der Büste des bekanntesten Sohns der Stadt.
Pythagorion ist zweifellos der touristisch am weitesten entwickelte Ort auf Samos. Dennoch birgt die 1.400-Einwohner-Gemeinde eine reiche Geschichte in sich, zu sehen unter anderm im Archäologischen Museum Pythagorion. Das 2011 eröffnete Ausstellungshaus nahe der Polizeistation zeigt Säulentrommeln, Sarkophage, Kapitelle sowie Statuen römischer Kaiser wie Augustus, Claudius und Trajan. Adresse: Odos Polikrates. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 8:30 bis 15:30 Uhr, montags geschlossen, der Eintritt liegt bei 3 Euro.
Ebenfalls sehenswert ist das Museum in der Festung des Lykourgos Logothetis: Im restaurierten Verteidigungsturm aus dem frühen 19. Jahrhundert dokumentiert eine Ausstellung mit Fotografien, Zeichnungen und historischen Plänen die bewegte Geschichte der Festung. Geöffnet dienstags bis sonntags von 8:30 bis 15:30 Uhr, der Eintritt ist frei. Die Festung selbst wurde auf den Resten älterer archäologischer Bauten errichtet und erinnert an den Freiheitskämpfer, der hier im griechischen Unabhängigkeitskrieg Widerstand leistete.
Auch die gut erhaltene antike Stadtmauer, die römischen Bäder und die Kirche der Metamorfosis solltest du dir nicht entgehen lassen. Direkt vor der Stadt liegt der Potokaki-Strand, einer der längsten der Insel. Der Mix aus Sand und Kies sowie das glasklare Wasser machen ihn zum idealen Ausgangspunkt, wenn du in Pythagorion übernachtest.
Insider-Route: Kombiniere einen Vormittag in Pythagorion mit dem Kloster Spiliani, dem antiken Theater und dem Eupalinos-Tunnel. Alles liegt fußläufig beieinander und lässt sich leicht an einem Tag verbinden.
Mein Tipp: Besuche die kleine, aber feine Taverne Remataki am östlichen Ende des Hafens von Pythagorion. Dich erwartet neben einem tollen Ambiente ein reichhaltiges Angebot an klassischen, griechischen Speisen.
Lust auf mehr Dodekanes-Feeling? Hier findest du die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Kalymnos
3. Vathy, die Hauptstadt von Samos

Die meisten Samier bezeichnen ihre Hauptstadt auch heute noch mit dem alten Name Vathy. Dies mag auch ein wenig sinnbildlich für den mit 8.500 Einwohnern größten Ort der Insel sein, der sich vom Meer bis an die grünen Hänge einer tief eingeschnittenen Bucht erstreckt. Hier werden Tradition und Altbewährtes hochgeschätzt, auch heute noch versprüht Samos viel Charme vergangener Tage, nicht zuletzt dank des erstaunlich gut erhaltenen historischen Stadtbilds.
Gespickt mit Sehenswürdigkeiten stellt Samos (Vathy) ein lohnendes Ziel für einen Tagesausflug dar. Im Archäologischen Museum (Geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 09:00 – 15:30 Uhr, Eintritt: 3 Euro) erwarten dich sehenswerte Exponate. Gleich daneben lädt die imposante Kirche Agios Spyridon zur Besichtigung ein. Zu den Highlights zählt außerdem das Byzantinische Museum am Ende der Promenade (Geöffnet: Montag bis Freitag: 10:00 – 14:00 Uhr, Eintritt: 1,50 Euro). Es rentiert sich auch, das dem Heiligen Nikolaos gewidmete Gotteshaus an der Platia Nikolaou mit seiner pompösen Altarwand zu besuchen.
Wer etwas Abkühlung sucht, wird am Paralia Gaggou fündig, nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt. Das Geläuf in der kleinen Bucht ist felsig, geht aber Meer schnell in Sand über. Für ein Strandset bestehend aus zwei Liegen und einem Schirm werden nur zehn Euro fällig. Günstige Preise findest du außerdem in der angeschlossen Beachbar vor.
Ausflugstipp ab Vathy: Nur eine kurze Fahrt entfernt liegt Mytilinii mit seinem kleinen, aber überraschend spannenden Paläontologischen Museum. Es ist griechenlandweit einzigartig, mit Fossilienfunden direkt aus der Umgebung des Ortes.
4. Ursprüngliches Marathokambos

Wie ein Amphitheater schmiegt sich Marathokambos an den Hang des Berges Fterias. Gepflasterte Wege, kleine Plätze, Steinhäuser und hübsche Kirchen prägen das traditionelle Dorf. Die Region ist zudem für ihr hochwertiges Olivenöl bekannt. Von oben blickst du bis zu den Nachbarinseln Patmos, Fourni und Ikaria.
Gerade der Westen der Insel rund um Marathokambos rückt zunehmend in den Fokus internationaler Reisemedien. Die griechische Küste hier gilt als besonders ursprünglich. Immer im Blick hast du hier das markante Kerkis-Gebirge, das sich wuchtig hinter dem Bergdorf aufbaut. Der Legende nach soll Pythagoras selbst am Kerkis gelehrt haben: Zwei Höhlen an seinem Hang gelten als sein einstiges Klassenzimmer und sein Wohnort. Wanderer erreichen sie über einen markierten, aber anspruchsvollen Pfad.
Wer noch tiefer in die religiöse Geschichte der Region eintauchen möchte, besucht das Kloster Evangelistria an den südlichen Hängen des Kerkis in rund 700 Metern Höhe. Es folgt dem gregorianischen Kalender und liegt abgeschieden und bildet ein Kontrastprogramm zum Trubel der Küstenorte.
Mein Tipp: Die begrenzten Parkplätze in Marathokambos sind den Einheimischen vorbehalten. Aufgrund der engen Straßenverhältnisse empfehle ich, dein Fahrzeug außerhalb des Zentrums abzustellen. Eine gute Möglichkeit befindet sich am westlichen Ortsrand direkt bei der Bushaltestelle.
5. Lederstadt Karlovasi

Die zweitgrößte Stadt auf Samos führt ein wenig ein Schattendasein – zumindest was die Gunst der Urlauber betrifft. Das mag auch ein wenig der Lage geschuldet sein: Karlovasi (auch Karlovassi genannt) liegt 32 Kilometer von Samos Stadt entfernt im ruhigen Nordwesten der Insel.
Vielleicht ist es gerade der spröde Charme der einstigen Hochburg der Gerberei – früher stammte jedes fünfte in Griechenland hergestellte Lederprodukt von hier – der Karlovasi zu einem echten Highlight macht. Nirgendwo anders wird der ursprüngliche Charakter der Insel besser sichtbar als im einst bedeutenden Küstenort.
Zu sehen gibt es eine ganze Menge: ein vielfältiges Stadtbild, prächtige Kirchen, zahlreiche Museen und eine Universität. Am lebendigsten geht es heute im Gemeindeteil Neo Karlovasi zu. Rund um den bildhübschen Marktplatz und dem benachbarten Rathaus kannst du in einem der Kafenions die typisch griechische Gelassenheit genießen. Das Badevergnügen kommt hier übrigens auch nicht zu kurz. Karlovasi verfügt über tolle, flach abfallende Sandstrände, an denen du garantiert viel Platz findest.
Absoluter Geheimtipp: Im Vorort Malagari liegt das Weinmuseum von Samos, untergebracht in einem prächtigen Steingebäude aus dem 19. Jahrhundert, das ursprünglich als privates Weingut diente. Ausgestellt werden historische Sammlerflaschen, alte Werkzeuge für die Fassherstellung und traditionelle Weinbaugeräte. Besonders beeindruckend ist der große, alte Weinkeller, in dem gelegentlich auch Verkostungen stattfinden.
Samos im Aufwind
Samos war lange ein Geheimtipp – das ändert sich gerade spürbar. Die britische Zeitung Metro zählt Samos zu den neuen internationalen Reisezielen, die dank neuer Direktflüge britische Urlauber begeistern werden.
Auch die deutsche Reiseplattform HolidayCheck hat Samos für die Sommersaison 2026 zu den Top-Reisezielen Europas gekürt. Gelobt wurden die einzigartige Kombination aus Bergen und Küste, der authentische Charakter der Insel, die vielfältigen Outdoor-Möglichkeiten und die entspannte Atmosphäre. Besonders der Westen der Insel mit dem Kerkis-Gebirge und den Stränden Mikro Seitani und Megalo Seitani stand im Fokus der Berichterstattung.
Auch die Insel selbst reagiert: West-Samos startet mit einem umfassenden Plan ins Jahr 2026, um Nachhaltigkeit, Besuchererlebnis und eine längere Saison zu fördern. Dabei setzt man bewusst auf das, was Samos ausmacht: Natur, kulturelle Identität und die lange Weinbautradition. Für dich als Reisenden bedeutet das: Komm lieber jetzt, während sich die Insel diese Ursprünglichkeit noch bewahrt hat.
6. Kloster Spiliani

Nur einen Kilometer von Pythagorion entfernt thront das Kloster Spiliani auf einem Hügel des Berges Kastri, in rund 125 Metern Höhe über dem Meer. Herzstück ist die Höhlenkirche Moni Spilianis, die bereits in der Antike ein Kultort gewesen sein soll.
Vom Innenhof gelangst du zur kleinen Kirche Sankt Georg und weiter geradeaus zum Höhleneingang. Über rund 95 Stufen steigst du hinab in die tiefe Grotte, bis zur Kapelle der Mutter Gottes. Dort erwartet dich eine Marienikone, der Wunderkraft nachgesagt wird: Der Überlieferung nach fiel die Ikone einst bei einem Diebstahlversuch ins Meer, zerbrach aber dabei. Jahre später trieben Teile an Land und wurden von Einheimischen restauriert.
Hinter der Kirche entspringt zudem eine Quelle mit angeblich heilender Wirkung. Die Kirche selbst stammt im heutigen Baustil aus dem Jahr 1703, als sich hier Mönche niederließen, die Zellen bauten und den Bau erweiterten. Im Inneren erwarten dich schlichte byzantinische Wandmalereien.
Die Türen des Klosters stehen tagsüber in der Regel frei zugänglich, feste Öffnungszeiten gibt es nicht, ein kleiner Klosterladen schließt meist am frühen Nachmittag. Bedenke: Als religiöse Stätte solltest du Schultern und Knie bedecken.
Von der Terrasse aus hast du einen der schönsten Ausblicke der ganzen Insel: auf Pythagorion, den teilweise antiken Hafen, die Ausgrabungen am Hang des Kastri und die antiken Mauern des Polykrates.
Ein besonderes Erlebnis ist das Fest der Panagia Spiliani am 15. August, zu Ehren der Schutzpatronin der Insel. Eine feierliche Prozession zieht vom Kloster bis zum Meer, wo Gläubige Blumen als Opfergabe ins Wasser werfen. Anschließend feiert das ganze Dorf mit Musik, Feuerwerk und traditionellem Essen bis in die Nacht. Wenn du im August auf Samos bist, solltest du dir dieses Fest nicht entgehen lassen – am besten kommst du früh, denn Pythagorion füllt sich an diesem Tag stark.
Mein Tipp: Verbinde den Klosterbesuch mit dem Eupalinos-Tunnel und dem antiken Theater. Beide liegen nur wenige Gehminuten entfernt und sind gut ausgeschildert.
7. Tunnel des Eupalinos

Zu den Hauptattraktionen auf Samos zählt der beeindruckende Tunnel des Eupalinos, seit 1992 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Er wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. zum Zweck der Wasserversorgung erbaut und führte ursprünglich tief in den Berg Kastri hinein.
Nach umfangreicher Restaurierung kannst du heute rund 400 Meter des insgesamt 1.036 Meter langen Tunnels begehen. Es gibt üblicherweise drei Routen:
- Route 1 (rund 185 Meter, etwa 20 Minuten inkl. Rückweg): ideal für einen kurzen Einblick, Preis meist um 8 Euro, ermäßigt rund 4 Euro.
- Route 2 (rund 424 Meter, etwa 40 Minuten): führt bis zur byzantinischen Zisterne und dem Punkt, an dem sich die beiden antiken Grabungstrupps trafen, Preis meist um 10 Euro, ermäßigt rund 5 Euro.
- Route 3 (die komplette Strecke von gut 1.000 Metern, rund eine Stunde, nur mit Voranmeldung): führt bis zur Quelle und Zisterne in Agiades, Preis ebenfalls um 10 Euro.
Für die längeren Routen solltest du vorab telefonisch reservieren. Wer unter Platzangst leidet, wählt besser die kurze Route: Ein Teil des Ganges ist nur gut 1,50 Meter hoch und einen halben Meter breit. Die große Führung beginnt am Eingang auf der Südseite und kostet 10 Euro pro Person. Wenn du unter Platzangst leidest, solltest du die kleine Tour (Preis: 8 Euro) wählen, die etwa die halbe Strecke in den Berg hineinführt.
Mein Tipp: Vom Parkplatz am Strand von Pythagorion bietet sich eine Wanderung an, die dich etwa 500 Meter leicht bergauf bis zur Beschilderung „Efpalinios Tunnel“ führt. Dort biegst du links ab und erreichst nach einem weiteren halben Kilometer den Besuchereingang.
8. Weindörfer Manolates, Vourliotes und Ambelos

Wenn du das authentische Samos abseits der trubeligen Küstenorte suchst, solltest du ins sogenannte Nachtigallental (Aidonia) fahren. Von dort schlängelt sich die Straße in engen Serpentinen hinauf zu den Bergdörfern Manolates und Vourliotes. Wanderfreunde verbinden beide Dörfer gerne mit dem Nachbarort Manolates zu einer mehrstündigen Tour durch das Hinterland.
Letzteres liegt auf rund 360 Metern Höhe zwischen Pinienwäldern und Weinterrassen. Die schmalen Gassen mit ihren Häusern im griechisch-ionischen Baustil laden zum Bummeln ein, auf dem Dorfplatz warten urige Lokale – Tipp: Taverna Vrachos (Google Maps) – mit viel Lokalkolorith. Der Ort zählt zu den ältesten Weinbaudörfern der Insel. Noch heute wächst hier die Muskattraube, aus der Samos seinen bekannten Süßwein gewinnt.
Ein Stück weiter nördlich erreichst du Ambelos, auch „Balkon von Samos“ genannt. Der Name kommt nicht von ungefähr: Von den rund 250 bis 350 Metern Höhe fällt der Blick steil hinab zur Nordküste und bei klarer Sicht bis zur türkischen Festlandsküste.
Mein Insidertipp: Setz dich in Vourliotes auf den kleinen Dorfplatz (Platia) direkt unter die riesigen, schattigen Platanen. Um dich herum stehen windschiefe Stühle der anliegenden Kafenions. Bestell dir einen traditionellen griechischen Mokka oder eine kalte hausgemachte Limonade und beobachte das entspannte Treiben der älteren Einheimischen, die Backgammon (Tavli) spielen.
9. Die schönsten Strände auf Samos

Im Gegensatz zu Inseln wie Naxos, Paros oder Karpathos sind feinsandige Beaches mit flachem Zugang auf Samos rar gesät. Hier findest du überwiegend Kieselstrände und grobsandige Buchten vor, deren Bandbreite von gut organisiert bis naturbelassen reicht. An den Sandstränden, die vornehmlich im Süden verortet sind, herrscht im Sommer entsprechend viel Trubel. Nachfolgend meine persönlichen Favoriten:
Megalo Seitani
Dieser Traumstrand im Nordwesten gilt im Allgemeinen als schönster seiner Art auf Samos. Das rund 350 Meter lange Halbrund aus grobem Sand ist wunderschön in die umgebende Felslandschaft eingebettet. Da der Zugang nur über einen längeren Fußmarsch oder mit dem Boot von Samos Cruising (Website) möglich ist, bleibt der Andrang hier überschaubar.
Psili Ammos (West)
Fast jede griechische Insel gönnt sich ihrem Psili Ammos („Feiner Sand“), Samos darf sich sogar zwei davon leisten. Besonders der westlich gelegene Beach in der Nähe von Kambos macht seinem Namen alle Ehre. Der feine Sand begleitet dich bis weit hinaus ins flach abfallende Wasser. Nach einem erfrischenden Bad lohnt sich ein Abstecher ins darüberliegende Paris Restaurant, welches zu den besten Strandlokalitäten auf Samos zählt.
Kerveli Bucht
Der gleichnamige Weiler im Osten der Insel, gelegen in einer kleinen, mit grünen Wäldern umgebenen Bucht, entzieht sich erfolgreich dem Ansturm größerer Urlaubergruppen. Im Kiesel gesäumten und von Tamarisken umrahmten Oval findest du neben viel Idylle auch einige Tavernen, Shops und Unterkünfte.
Kokkari Beach
Die Bucht im beliebten Küstenort mit seinem Mix aus Kies und Sand ist zumeist gut frequentiert. So richtig Strandfeeling kommt hier allerdings nicht auf, dank des stetigen Nordwinds (Meltemi) kommen hier vor allem die Windsurfer auf ihren Kosten.
Lemonakia Beach
Zum ruhigen Baden eignet sich der Lemonakia, rund 1,5 Kilometer östlich von Kokkari. Der kleine Kiesstrand lockt mit sehr klarem Wasser und somit idealen Bedingungen zum Schnorcheln. Außerdem gibt es einen kostenlosen Parkplatz direkt am Strand.
Tsamadou
Nochmals einen Kilometer weiter ist diese Bucht bekannt für entspannte Atmosphäre und FKK-Freundlichkeit. Sie ist deutlich weniger frequentiert als viele andere Strände und auch gut zu Fuß von Kokkari aus in rund 20 Minuten erreichbar.
10. Potami-Wasserfälle – Abenteuer in der grünen Schlucht

Nur rund drei Kilometer westlich von Karlovasi verbirgt sich eines der spannendsten Naturerlebnisse der Insel: die Potami-Schlucht mit ihren Wasserfällen. Der Ausgangspunkt liegt mitten in der Feriensiedlung Potami, gut beschildert und leicht zu Fuß erreichbar. Nach wenigen Minuten erreichst du die Kirche Panagia tou Potamou, auch Metamorfosis tou Sotiros genannt: Sie gilt als älteste byzantinische Kirche der Insel, ihre Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Die viersäulige Kreuzkuppelkirche mit ihren dicken, alten Mauern liegt schattig im Taleingang und strahlt eine besondere Ruhe aus.
Dahinter beginnt der eigentliche Wanderweg entlang des plätschernden Flüsschens, teils über neu angelegte Holzstege, die das Wasser mehrfach überqueren. Nach einer knappen halben Stunde öffnet sich das Tal vor einer mächtigen Felswand: Hier liegt der erste, kleine Wasserfall mit einem natürlichen Becken. Badesachen sind hier Pflicht, denn das Quellwasser ist erfrischend kühl. Wer weiter will, watet und schwimmt durch enge Felsspalten bis zu einem zweiten, größeren Wasserfall, der bis zu fünf Meter hoch ist. Über rund 60 Holzstufen oder mit Hilfe von Seilen lässt sich der Aufstieg zu einer baumhausartigen Taverne mit herrlichem Ausblick meistern.
Mein Tipp: Komm möglichst vor 10 Uhr, um dem größten Ausflüglerstrom zu entgehen, und pack unbedingt einen wasserdichten Beutel für Handy und Wertsachen ein. Nach der Tour lohnt sich ein entspannter Nachmittag am nahen Potami Beach, einem ruhigen Kiesstrand mit glasklarem Wasser.
11. Heraion – Tempel der Göttin Hera

Nur wenige Kilometer südwestlich von Pythagorion liegt mit dem Heraion die zweite UNESCO-Weltkulturerbestätte der Insel. Seit 1992 zählt die Tempelanlage gemeinsam mit der antiken Stadt Pythagorion zum Weltkulturerbe. Der Sage nach wurde hier die Göttin Hera geboren, die Schutzpatronin von Samos und Gemahlin des Zeus.
Der von den Architekten Rhoikos und Theodoros um 540 vor Christus errichtete Tempel war nach Herodot einst der größte Tempel Griechenlands überhaupt, mit rund 155 Säulen von über 20 Metern Höhe. Erdbeben und Jahrtausende haben davon nur eine einzige, halb so hohe Säule übrig gelassen. Dennoch vermittelt die weitläufige Ausgrabungsstätte mit ihrer „Heiligen Straße“, den Fundamenten mehrerer Tempelgenerationen und den Resten einer frühchristlichen Basilika einen beeindruckenden Eindruck von der einstigen Dimension.
Wer sich vorab ein wenig mit dem Hera-Kult beschäftigt, holt spürbar mehr aus dem Besuch heraus als jemand, der nur schnell durch das Gelände läuft. Kombiniere den Ausflug am besten mit einem Bad im nahen Ort Ireon, direkt an der Bucht gelegen.
Mein Tipp: Plane für diese Samos Sehenswürdigkeit mindestens eine Stunde ein. Das Gelände ist in der Regel mittwochs bis montags von etwa 8:30 bis 15:00 Uhr geöffnet, dienstags bleibt es meist geschlossen.
12. Meine Restaurant-Tipps

- Mezedopoleio Crete, Kokkari
In zweiter Reihe an der belebten Hafenpromenade wartet das Restaurant sowohl mit traditioneller- als auch mit eigenkomponierter heimischer Küche auf. Guter Service und ein angemessenes Preis-/Leistungsverhältnis sind hier selbstverständlich! - Pergamento, Pythagorion
Griechische und mediterrane Gerichte werden hier neu interpretiert und in einem sehenswerten alten Gebäude mit Innenhof serviert. Die außergewöhnlich hohe Qualität der Speisen sowie die großzügigen Portionen machen das Pergamento zu einem Muss. Unbedingt reservieren! - Restaurant Posidonio, Posidonio
Diese einfache lokale Taverne liegt in der Bucht der gleichnamigen Siedlung ganz im Osten von Samos. Hier werden selbstgemachte Mezes und klassische Speisen in großen Portionen und zu günstigen Preisen angeboten. Dazu gesellt sich ein sympathisches Gastgeberpaar, das für eine typisch griechische Atmosphäre sorgt! - Two Spoons, Pythagorion
Wenn du Süßes magst, dann meide vorsichtshalber dieses schöne Lokal am Anleger von Pythagorion. Hier wirst du mit himmlischen Desserts und außergewöhnlichen Naschereien verwöhnt. Überragend, nur nicht für die Hüfte!
Empfehlenswerte Unterkünfte auf Samos

- Samian Mare Hotel, Karlovasi (hier Preise checken*)
Neues stylisches Hotel am Hafen von Karlovasi. Das detailverliebte Design der Zimmer und die außerordentliche schöne Anlage sowie der gute Service heben das Haus auf ein hohes Niveau. - Studios Ionna Limnionas, Limnionas (hier Preise checken*)
Natur pur und ein Traumblick auf die Bucht von Limnionas und das Kerkis-Gebirge erwarten dich in dieser tollen Unterkunft. Herrlicher Garten, tolle Gastgeberin und nur fünf Gehminuten zum Strand. - Beachfront House Pythagorion, Pythagorion (hier Preise checken*)
Liebevoll eingerichtetes Haus direkt am Strand und in Verlängerung der hübschen Hafenpromenade. Familiäres Umfeld und Top-Lage.
Tipps für die Anreise

Für deine Anreise nach Samos stehen dir verschiedene Optionen zur Verfügung. Der schnellste und einfachste Weg führt über den internationalen Flughafen Aristarchos (Code: SMI) nahe Pythagorion. Direktflüge starten von verschiedenen deutschen Städten wie Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Nürnberg und München. Dreimal täglich wird Samos zusätzlich aus Athen angeflogen (via Aegean Airlines, Olympic Airways und Sky Express). Als weitere Alternative bieten sich Inlandsflüge aus Rhodos, Kreta und Thessaloniki an. Zahlreiche Angebote findest du bei Skyscanner (Website).
Natürlich erreichst du die Insel auch mit der Fähre. In den Häfen in Pythagorion, Karlovasi und Samos Stadt legen täglich viele Schiffe aus allen Richtungen an. Für die Route nach Athen musst du etwa 8 Stunden einplanen. Deutlich kürzer gestaltet sich die Überfahrt zu den Inseln des Dodekanes wie Kalymnos, Leros, Patmos, Symi, Lipsi und weiteren. Verlässliche Informationen erhältst du bei Ferriesingreece (Website).
Auf Samos kannst du dich auch mit den öffentlichen Busse von Ktel fortbewegen, die regelmäßig und kostengünstig zwischen den Hauptorten verkehren. Um die Insel jedoch besser kennenzulernen, empfehle ich dir die Anmietung eines Autos. Verschiedene Anbieter findest du vor allem in den größeren Orten sowie am Flughafen.
❓ Häufige Fragen zu Samos
Wie viele Tage sollte ich für Samos einplanen?
Für die wichtigsten Samos Sehenswürdigkeiten reichen 5 bis 7 Tage. Willst du auch die Bergdörfer oder die Nachbarinseln erkunden, plane besser 10 Tage ein.
Wann ist die beste Reisezeit für Samos?
Ideal sind Mai, Juni sowie September und Oktober. Dann ist es warm genug zum Baden, aber angenehmer für Wanderungen als im heißen Hochsommer. Juli und August sind die touristisch stärksten Monate.
Wie komme ich am besten nach Samos?
Am schnellsten geht es über den Flughafen Aristarchos (SMI) nahe Pythagorion, mit Direktflügen unter anderem ab Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Nürnberg und München. Alternativ erreichst du die Insel per Fähre, etwa aus Athen (rund 8 Stunden Fahrzeit) oder von den umliegenden Dodekanes-Inseln.
Welches Fest sollte ich mir auf Samos nicht entgehen lassen?
Am 15. August feiert die Insel das Fest der Panagia Spiliani mit einer Prozession, Musik, Feuerwerk und traditionellem Essen rund um das Kloster Spiliani bei Pythagorion.
Ist Samos eher für Familien, Wanderer oder Kulturfans geeignet?
Für alle drei. Familien finden flache Sandstrände wie Psili Ammos, Wanderer kommen im Bergland rund um den Kerkis und in der Potami-Schlucht auf ihre Kosten, und Kulturfans begeistern sich für das Heraion, den Eupalinos-Tunnel und die zahlreichen Museen und Klöster der Insel.
Mein Fazit zu Samos
Dank seiner kulturellen- und landschaftlichen Vielfalt spricht die Insel eine breite Palette von Besuchern an. Die eigentliche Schönheit von Samos entfaltet sich vor allem jenseits der schmucklosen Feriensiedlungen, etwa in den ursprünglichen Dörfern Manolates und Platanos sowie an den reizvollen Küstenstrichen im Norden. Wanderer finden vor allem in den Höhenzügen des Hinterlands ideale Bedingungen vor.
Die beste Reisezeit für Aktivurlauber erstreckt sich von März bis Oktober, ausgenommen sind die heißen Monate Juli und August, die den Höhepunkt der Badesaison darstellen. Idealerweise „hüpfst“ du von Samos auf die benachbarten Eilande: Hier zeige ich dir die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Leros, Patmos, Lipsi und Kalymnos. Mein Feelgood-Faktor für Samos: 70 von 100 Punkten!
Reiseführer für die griechischen Inseln
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