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Wandern in den Bergen: 10 Wander-Tipps + Packliste

Wandern in den Bergen wird immer beliebter. Zahlreiche Wanderwege und Klettersteige in allen Schwierigkeitsstufen durchziehen die Alpen. Seilbahnen bringen Touristen in Minuten in schwindelerregende Höhen.

Ja, Bergwandern ist zum Volkssport geworden. Viele Wanderer unterschätzen aber die Gefahren, die in den Bergen lauern. Mit einer Wanderung im Flachland oder im Mittelgebirge hat eine Bergwanderung nicht viel gemeinsam - schon alleine wegen der vielen Höhenmeter, die im Gebirge zurückzulegen sind.

Aktualisiert am 03.03.2022

Die besten Tipps für Anfänger

Die Wege in den Bergen sind oft schmal und ausgesetzt (absturzgefährdet) – selbst auf vergleichsweise einfachen Bergtouren. Viele Wanderer unterschätzen auch die Höhe. Die Sonne brennt auf 2000 oder 3000 Metern ganz anders als im Flachland. Zudem sind Wetterstürze eine echte Gefahr. Schnee und Minusgrade im August? Klar, auch das ist in den höheren Lagen immer möglich.

Mit unseren Tipps fürs Bergwandern wollen wir dir helfen, sicher in den Bergen unterwegs zu sein und die Wanderung genießen zu können. Zudem findest du bei uns eine Packliste mit Dingen, die auf keiner Bergtour fehlen dürfen.

Tipp: Im Notfall erreichst du die Rettung in Deutschland unter der Nummer 112.

1. Die Streckenplanung

Die Planung ist das A und O beim Wandern in den Bergen. Vor allem im deutschsprachingen Raum sind die Berge wirklich gut erschlossen. Vom Parkplatz folgt man oft einfach den Wegweisern zum Gipfel. Die Wanderwege sind meist gut markiert und Abzweigungen ausgeschildert.

Doch ist es wirklich so einfach? Schon so mancher, der unvorbereitet zu einer Bergwanderung aufgebrochen ist, hat eine böse Überraschung erlebt. Oft nimmt man sich nicht die nötige Zeit, um die Route penibel zu planen.

Bergwandern Dolomiten
Wandern in den Bergen wird immer beliebter: Eine penible Streckenplanung ist aber unabdingbar

Selbst vermeintlich leichte Wanderungen können böse enden. Vor jeder Bergwanderung solltest du dir einen Überblick über die geplante Route verschaffen. Entweder auf einer Karte oder im Internet. Inzwischen sind viele Bergtouren ausführlich mit Bildern beschrieben. Du solltest dich auch nicht nur auf einen Bericht verlassen – die Einschätzungen sind schließlich immer rein subjektiv.

Gibt es Schlüsselstellen, die ein Problem bereiten? Auch solltest du dir im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie eine alternative Route aussehen könnte. Vielleicht ist ein Teil der Strecke durch einen Bergrutsch oder ein Schneefeld unpassierbar.

Das haben wir auf unseren Bergtouren schon alles erlebt. Wer vorbereitet ist, ist klar im Vorteil. Unabdingbar auf jeder Wanderung in den Bergen ist eine Wanderkarte. Ein GPS-Gerät, eine Smart-Watch oder eine Wander-App sind die ideale Ergänzung, aber kein Ersatz für eine gute Wanderkarte.

Flo liest eine Wanderkarte
Eine Karte gehört beim Wandern in den Bergen immer in den Rucksack

Die Technik kann immer versagen. Es reicht ja schon, wenn die Batterien schlapp machen und kein Ersatz dabei ist. Ein GPS-Gerät eignet sich wegen des kleinen Displays außerdem nur bedingt dazu, längere Routen im Detail zu überblicken.

Ganz wichtig: Du solltest immer wissen, wo du dich gerade befindest. Es nützt im Notfall wenig, wenn du der Bergwacht mitteilst, dass du etwa auf dem Weg zur → Zugspitze bist. Wo war dein Startpunkt, welche Hütten hast du passiert, auf welchem Weg befindest du dich?

Im Falle eines Einsatzes der Bergwacht ist auch die genaue Höhenangabe sehr wichtig. Hier eignet sich ein GPS-Gerät oder eine Uhr mit entsprechender Funktion. Eine App fürs Smartphone ist eine günstige Alternative mit einem Haken: Viele Smartphones versagen bei Kälte ihren Dienst.

Blick aufs Display der Garmin Fenix 5X Plus
Die Smart-Watch liefert genaue Informationen zum Standort

2. Wetter-Check

Wie anfangs schon angesprochen sind plötzliche Wetterumschwünge in den Bergen keine Seltenheit. Vor jeder Wanderung in den Bergen ist ein gründlicher Wetter-Check Pflicht – das gilt insbesondere für lange Wanderungen in alpinem Gelände.

Wer schon einmal ein Gewitter in den Bergen miterlebt hat, weiß: So etwas gilt es unbedingt zu vermeiden. Ein direkter Blitzschlag ist relativ selten, endet aber meist tödlich. Insbesondere an exponierten Stellen (Grat, Gipfel) und im Klettersteig herrscht bei Gewitter akute Lebensgefahr.

Während mächtige Frontgewitter (also wenn eine Kaltfront übers Land zieht) sehr gut vorauszusagen sind, sind Wärmegewitter in den heißen Sommermonaten örtlich begrenzt und nicht exakt vorherzusehen. Hier gilt: Früh starten, um am Nachmittag wieder im Tal oder in der sicheren Hütte zu sein.

Aber nicht nur Gewitter bergen eine hohe Gefahr. Regnet es, werden Wege schmierig und rutschig. Die (Ab)-Sturzgefahr steigt deutlich. Zudem ist Regen einer der Hauptgründe für Steinschlag.

Eine weitere Gefahr ist ein Temperatur-Sturz. Wer bei angenehmen 20 Grad im T-Shirt loswandert, kann auf 3000 Metern Höhe eine böse Überraschung erleben. Ein trauriges Beispiel ist der Zugspitz-Berglauf. Im Jahr 2008 kamen hier wegen der harschen Bedingungen am Berg zwei Sportler ums Leben.

Die meisten Smartphone-Apps eignen sich nur sehr bedingt für den Wetter-Check. Besser ist es, sich auf den Seiten der jeweiligen Alpenvereine oder beim Hüttenwirt zu informieren. Rät der Hüttenwirt von einer Bergtour ab, ist es besser, sich an diesen Rat zu halten. Denn keiner kennt die Gegend und das Wetter in der Region besser!

Das Gipfelkreuz des Tschiernocks
Plötzliche Wetterumschwünge sind beim Wandern in den Bergen eine echte Gefahr

3. Gewitter

Es gibt kaum etwas gefährlicheres als ein Gewitter im Gebirge. Besonders brisant sind Gipfel, Hochebenen, Berggrate und Klettersteige. Bei Gewittergefahr verbieten sich zumindest längere Bergwanderungen. Gewitter sind besonders im Sommer ein Problem.

Musst du deshalb aufs Wandern in den Bergen verzichten? Nicht unbedingt. Da Wärmegewitter meist am frühen Nachmittag bis Abend auftreten, solltest du sehr früh aufbrechen und das Ende der Wanderung für die Mittagszeit planen.

Während der Tour solltest du den Himmel im Blick behalten. Türmen sich die Wolken zu hohen Ambossen (Cumulonimbus oder Kumulonimbus) auf, ist die Chance auf ein Wärmegewitter hoch. Donnert und blitzt es bereits am Horizont, solltest du so rasch wie möglich absteigen.

Eine Gewitterwolke türmt sich auf
Die Wolke stößt an die oberen Luftschichten und breitet sich aus, es entsteht der typische Amboss. Die Gefahr eines Gewitters ist hier sehr hoch

In den Bergen kann ein Gewitter sehr schnell auf dich zukommen – das haben wir selbst schon erlebt. Schaffst du es nicht rechtzeitig zurück und kommst ins Gewitter, gilt es, Ruhe zu bewahren. Masten, einzelne Bäume und Weidezäune müssen unbedingt gemieden werden. Im Wald bist du vergleichsweise sicher. Hier solltst du dich aber nie unter morschen Bäumen aufhalten.

Wenn möglich, solltst du Unterschlupf suchen, etwa in einer Höhle. Die muss aber groß genug sein und ausreichend Abstand – mindestens einen Meter, besser drei Meter – zu den Wänden und zur Decke haben.

Kleine Hütten ohne Blitzableiter bieten leider keinen Schutz vor Blitzschlag. Ist weit und breit kein Unterschlupf in Sicht, solltest du alle metallischen Gegenstände – dazu zählen auch Brillen oder BHs – in sicherem Abstand deponieren.

Man selbst sucht sich am besten Schutz in einer Senke. Dabei in die Hocke gehen (um den Blitz nicht anzuziehen), die Knöchel zusammendrücken und auf einer isolierenden Unterlage wie etwa dem Rucksack abwarten.

Das ist ganz wichtig, um die sogenannte Schrittspannung zu vermeiden. Stehen deine Füße weit auseinander, droht bei einem nahen Blitzeinschlag eine lebensgefährliche Schrittspannung. Auf keinen Fall hinlegen!

Gruppen müssen sich in ausreichendem Abtand verteilen. Dabei ist darauf zu achten, Abstand zu Wasserläufen und feuchten Bereichen zu halten. Diese leiten die Energie des Blitzes direkt weiter.

Wirst du am Klettersteig von einem Gewitter überrascht und kannst nicht absteigen, solltest du mit der Selbstsicherung gesichert bleiben. Wenn möglich an einer Eisenklammer festmachen und nicht am Drahtseil. Die Hände gehören bei einem Gewitter auf keinen Fall ans Drahtseil.

Sonnenuntergang auf der Zugspitze
In der Ferne gibt es ein Gewitter. Hier ist größte Vorsicht geboten

4. Die richtige Selbsteinschätzung

Die letzte Bergtour ist schon einige Monate her? Oder es ist gar deine erste Wanderung in den Bergen? Schätze deine Fitness und dein Können realistisch ein. Es macht keinen Sinn, nach halber Strecke völlig erschöpft am Berg rumzuhängen. Die Unfallgefahr steigt extrem und der Spaß geht verloren.

Wer oft in den Bergen unterwegs ist, kann seine Möglichkeiten in der Regel sehr gut einschätzen. Mach nicht den Fehler, dich am Berg zu überschätzen. Das kann fatale Folgen haben. Lieber langsam starten und beim nächsten Mal eine etwas anspruchsvollere Tour planen.

Übrigens macht es Sinn, die erste halbe Stunde der Wanderung langsam anzugehen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Auf dem Weg zum Gipfel solltest du spätestens alle zwei Stunden eine kurze Rast einlegen und zumindest etwas trinken.

Bergwandern Zugspitze
Auf dem Weg zur Zugspitze. Die Routen auf Deutschlands höchsten Berg sind allesamt mühsam

5. Die Zeit

Die meisten Unfälle am Berg passieren in der Dunkelheit. Wenn möglich, solltest du dein Ziel bei Tageslicht erreichen. Steht eine längere Wanderung an und bist du schon am Start in Verzug – etwa weil du im Stau standest -, überdenke deine Zeitplanung.

Kommst du rechtzeitig zurück oder wird das schon knapp? Im Zweifel solltest du die Wanderung lieber abbrechen, als ein unnötiges Risiko einzugehen. Das gilt übrigens auch auf dem Weg zum Gipfel. Der Berg rennt schon nicht weg. Wichtig ist, sicher und gesund zurückzukommen.

Als Faustregel gilt: „Normale“ Wanderer schaffen in der Ebene etwa vier Kilometer in der Stunde. Anstiege und Abstiege kosten aber extra Zeit. Hier findest du den → Gehzeitenrechner des Alpenvereins.

Florian bei Nacht in Nepal
Die Berge sind auch in der Nacht ein tolles Erlebnis. Wer bei Dunkelheit im Gebirge unterwegs ist, sollte aber wissen, was er tut und entsprechend ausgerüstet sein

6. Wichtige Infos weitergeben

Vor jeder Wanderung in den Bergen sollte jemand informiert sein, wohin die Tour führt und auf welcher Route du gehst.

Wann ist mit deiner Rückkehr zu rechnen? Hälst du dich nicht an den vereinbarten Zitplan, können Familie, Freunde oder der Hüttenwirt die Bergwacht alamieren.

Sonnenterasse der Knorrhütte
Hast du eine Berghütte als Basis für mehrere Tage? Dann informiere den Hüttenwirt über deine geplante Route und die geplante Rückkehr!

7. Die Verpflegung

Nimm genügend Verpflegung mit. Gibt es auf deiner Wanderung bewirtschaftete Hütten, kannst du natürlich entsprechend weniger einpacken. Bist du aber lange unterwegs und kommst an keiner Hütte vorbei, sollte dein Proviantpäckchen gut ausgerüstet sein.

Neben ausreichend Wasser oder Tee gehören zumindest ein paar Energieriegel in den Rucksack. Aber mal ehrlich: Wer will nach einer langen und schweißtreibenden Wanderung in einen Energieriegel beißen? Viel besser sind doch ein Brötchen und Beilagen wie Tomaten, Eier oder Gurken.

Wir haben es schon auf einigen Touren erlebt, dass Wanderer nichts dabei hatten. Vor allem im Sommer kann das gefährlich werden. Einen besonders krassen Fall haben wir in Utah am bekannten Delicate Arch erlebt. Trotz riesiger Warnschilder „Heat Kills – Hitze tötet“ trafen wir auch ein älteres asiatisches Ehepaar. Der Mann war am Ende seiner Kräfte. Die beiden hatten trotz sengender Hitze nichts zu trinken dabei. Wir hatten zum Glück genügend Wasser und konnten aushelfen.

Brotzeit
Was gibt es besseres als eine Brotzeit am Gipfel?

8. Lawinen

Im Winter sind Gewitter kaum ein Problem. Viel stärker liegt hier der Fokus auf Lawinen. Besonders hoch ist die Gefahr, wenn es frisch geschneit hat. Vor jeder Bergwanderung im Winter ist ein Bick auf die Lawinenlage obligatorisch.

In Bayern wirst du beim → Lawinenwarndienst Bayern fündig. Selbst einfache Touren können böse enden, wenn du in eine Lawine kommst. Wenn du längere Wanderungen planst, kommst du einer Lawinenausrüstung, bestehend aus Lawinen-Piepser, Sonde und Schaufel, nicht vorbei.

Das System müssen alle Teilnehmer der Wanderung wie im Schlaf beherrschen – und natürlich solltest du auf keinen Fall alleine unterwegs sein.

Blick auf die Mordaualm im Winter
Im Winter ist beim Wandern in den Bergen ist ein Blick auf die Lawinenlage Pflicht

8. Steinschlag

Wer seine Bergwanderung gewisenhaft plant, weiß in der Regel um die Steinschlaggefahr auf der Strecke. Gibt es potenzielle Problemstellen, sollte unbedingt der Helm mit. An steinschlaggefährdeten Stellen nicht anhalten und flott, aber sicher weitergehen. Ganz ausschließen kann man die Gefahr aber leider nie.

Besonders gefährlich wird es nach Regenfällen und starken Temperaturschwankungen.

Andere Wanderer sollten, wenn sie oberhalb steigen, genau beobachtet werden. Auch Gämse und Steinböcke lösen oft Steine aus.

Besondere Vorsicht ist zudem in Schutthängen und Moränenflanken gefordert. Bemerkt man einen Seinschlag, ruft man laut „Stein“ – auch, um andere Wanderer unterhalb zu warnen. Wo schon viele heruntergefallene Steine auf Steinschlag hindeuten, solltest du besonders Obacht geben. Rast ein Stein auf dich zu, unbedingt den Kopf schützen und nicht versuchen, den Stein zu fangen (habe ich alles schon erlebt).

9. Was tun im Notfall

Je nach Region unterscheiden sich die Notfallnummern. Du solltest dich immer vorab informieren, welche Nummer dich direkt mit der Rettung verbindet und diese im Mobiltelefon speichern oder auf einem Zettel im Erste-Hilfe-Set aufbewahren.

Übrigens schützt eine Mitgliedschaft, etwa im Deutschen Alpenverein, vor hohen Bergungskosten.

Notfallnummern in den Bergen:

Bei einem Anruf bei der Rettung gelten die fünf W:

Aber keine Sorge: Die Retter sind ausgebildet und werden dich diese Punkte abfragen. Und niemals unaufgefordert auflegen!

Bei einem Unfall solltest du auch das Alpine Notsignal kennen. Ein optisches oder akustisches Zeichen sechsmal in der Minute, dann eine Minute Pause, bevor es wieder von vorne startet. Die Retter antworten mit einem Signal, das drei Mal in der Minute ertönt bzw. erscheint.

Hat dein Handy keinen Empfang, hilft es oft, den Standort zu wechseln und es in regelmäßigen Abständen zu versuchen. Von einem Gipfel aus hast du natürlich bessere Chancen.

Zudem verfügen moderne Smartphones über eine SOS-Funktion, die auf das beste zur Verfügung stehende Netz zugreift.

Oder ist eine bewirtete Hütte in der Nähe? Auch hier wird dir geholfen.

Rettungsübung in den Bergen
Hier sind wir Teil einer Rettungsübung in den Bergen

10. Luftrettung

Solltest du tatsächlich auf einen Helikopter angewiesen sein, signalisierst du den Piloten durch Handzeichen, ob du Hilfe benötigst. Mit weit ausgestreckten Armen bildest du entweder ein „Y“ für „Yes, ja“, oder ein „N“ für „No, nein“.

Das gilt übrigens auch für Wanderer, die in der Nähe eines Einsatzes sind. Der Pilot kann schließlich nicht wissen, wer den Notruf abgesetzt hat.

Der Pilot sollte mit einem Einweiser am Boden unterstützt werden. Bei Wind ist der Einweiser eine große Hilfe, bei einer Landung im Schnee ist er sogar unentbehrlich. Der Einweiser steht mit erhobenen Armen, den Rücken zum Wind gewandt, am vorderen Ende des Landeplatzes. Landet der Helikopter, sind Taschen, Rucksäcke oder Skier in sicherer Entfernung zu lagern. Der Wind der Rotorblätter ist brutal und Schnee und Staub werden aufgewirbelt.

Feste Kleidung anziehen, hinknien und den Kopf schützen – die hochgestreckten Arme kann man jetzt vor das Gesicht halten. Der Einweiser darf sich auf keinen Fall (!!!) – egal wie unangenehm oder beängstigend die Situation ist – von seinem Standort wegbewegen. Bei einer Landung im Schnee hat der Pilot nur den Einweiser als Orientierungshilfe. Verhält sich der Einweiser hier falsch, kann das katastrophale Folgen haben.

Ein Rettungshubschrauber in den Bergen
Ein Rettungshubschrauber in den Bergen

Wandern in den Bergen: Unsere Packliste

Nachdem die gewissenhaft Wanderung geplant und der Rucksack mit ausreichend Proviant gefüllt ist, muss die Ausrüstung zusammengestellt werden. Natürlich hat jede Klimazone, jede Jahres- und Tageszeit und jedes Gelände andere Anforderungen an die Ausrüstung. Einige Dinge sollten aber immer mit auf Bergtour.

Optional

Bergwandern Biberkopf
Auf dem Weg zum → Biberkopf. Mit Stöcken geht es leichter voran
Bergwandern Winter
Bergwandern im Winter erfordert noch eine andere Ausrüstung als im Sommer

Müll gehört nicht in die Berge

Haltet die Berge sauber und nehmt euren Abfall wieder mit ins Tal. Das gilt ganz besonders für Plastikmüll wie Tüten, Bonbon-Folie und ähnliches, der auch in tausend Jahren noch die Natur verschandelt und eine Gefahr für die empfindliche Tierwelt ist. Entdecken wir auf einer Wanderung Plastikmüll, sammeln wir diesen ein und entsorgen ihn im Tal.

Übrigens: Auch Zigarettenkippen haben in der Natur nichts zu suchen!  Eine einzige Kippe kann bis zu 60 Liter Wasser mit Giften wie Nikotin und Arsen verseuchen.

Eingesammelter Müll auf einer Bergtour
Diesen Müll haben wir auf der Wanderung auf den → Brünnstein gefunden und eingesammelt

Die Geschichte des Alpinusmus

Die Berge ziehen die Menschen seit jeher in ihren Bann. Im Mittelalter hieß es, die Gipfel der Alpen seien der Sitz von Dämonen und bösen Geistern. Im Jahr 1336 war es der italienische Humanist und Gelehrte Petrarca, der den Bann brach und in der Bergwelt die „Seele zu Höherem“ erheben wollte.

Es dauert fast 160 Jahre, bis Antoine de Ville und seiner Mannschaft 1492 mit dem 2.087 Meter hohen Mont Aiguille die erste „offizielle“ Besteigung eines Berges über schwieriges Gelände gelang. Der Berg in den französischen Alpen galt damals wegen seiner Steilwände als unbesteigbar. Erst 1834 wurde der Mont Aiguille von einem Nachfahren eines der Erstbesteiger zum zweiten Mal bestiegen.

Heute gilt die Erstbesteigung neben der Erstersteigung des Mont Ventoux als eine wichtige Geburtsstunde des Alpinismus. 1953 gelang es Edmund Hillary und Tenzing Norgay, den Mount Everest – mit 8848 Metern der höchste Berg der Welt – zu besteigen. 1978 erklommen Reinhold Messner und Peter Habeler den Everest das erste Mal ohne künstlichen Sauerstoff.

Auch heute gibt es übrigens noch Berge, die auf ihre Erstbeteigung warten. Dazu musst du allerdings etwa in den Himalaya – in Europa findest du keine unbestiegenen Gipfel mehr.

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25 Kommentare

  • - M. Scheffler

    Ich kann mir vorstellen, dass ein Gewitter in 3.000 Meter Höhe nicht so angenehm ist. Wir waren sehr froh, noch rechtzeitig in unser Hotel zu kommen. Ich überlege, nun wieder Neustift im Stubaital zu buchen. Jedoch bin ich mir unsicher, ob die Corona-Situation im Februar ok sein wird. Campen ist nichts mehr für mich.

  • - Sophie

    Hallo ihr Lieben,

    Ich möchten diesen Sommer ganz viel durch Österreich reisen. Die Natur genießen! Aber wie macht ihr das genau mit der Unterkunft? Bucht ihr das Hotel vorab oder vor Ort? Was hat euch am besten gefallen?

    Sophie aus Berlin

  • - Schneefuchs28

    Wie macht ihr das denn dann wenn ihr einen Berg bewandern will auf dem ihr bisher noch nicht wart. Könnt ihr da immer sofort einschätzen, wie lange ihr braucht? Macht ihr euch da einen Lageplan oder so etwas in der Art? Wie viel Zeit sollte man denn als Puffer ungefähr einplanen?

    • - Florian Westermann

      Servus Schneefuchs,

      im Internet gibt es ja meist ziemlich gute Zeitangaben zu den Touren. Aber wir versuchen auch, dass immer selbst einzuschätzen. Die Länge der Wanderung und die Höhenmeter sind ein guter Anhaltspunkt. Aber ich gebe zu, je nach Wegbeschaffenheit können wir da auch mal ganz schön daneben liegen. Auf ausgeschilderten Wegen kann man sich aber hervorragend an den angegebenen Zeiten orientieren.

      Einen Zeitpuffer bauen wir nicht ein – wozu? Im Sommer ist es lange genug hell, in die Dunkelheit kommt man da kaum, wenn man früh startet (sollte man schon alleine wegen der Gewittergefahr). Trotzdem haben wir immer Stirnlampen und Ersatzbatterien im Rucksack.

      Viele Grüße
      Florian

  • - Kerstin

    Guten Tag liebe Mitleser,
    vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Ich werde meinen nächsten Urlaub in einem Hotel in den Bergen verbringen und bin nun auf der Suche nach einer Liste von Gegenständen, die man auf jeden Fall für eine Bergwanderung mitnehmen sollte. Dank dieses Beitrags kann ich mich nun optimal darauf vorbereiten.

    Viele Grüße
    Kerstin

    • - Biggi Bauer

      Das würde ich sofort unterschreiben :-)

      Also los, liebe Hüttenbetreiber, ran an den Blitzschutz .-) Aber im Ernst, das wird einfach zu teuer sein. Viele Hütten kämpfen ganz schön und jede Mehrausgabe tut da richtig weh

      Liebe Grüße
      Biggi

  • - susilü

    Ich muss mich den vorherigen Kommetaren anschließen, sehr ausführlicher und guter Artikel. Ich gehe in der Regel jedes Skifahren irgendwo in den Alpen, aber bisher immer nur im Winter. Um ein richtiges Bild vom Bergurlaub zu bekommen, will ich dieses Jahr auch mal im Sommer nach Osttirol fahren und mal schauen, ob ich mit dem Wandern auch warm werden kann.

    Susi

  • - Anna

    Mein Mann und ich planen für diese Jahr auch einen Wanderurlaub. Ich denke die Tipps sind hier auf jeden Fall sehr hilfreich. Mit der Streckenplanung befassen wir uns auch gerade und haben auch schon eine schöne Route gefunden.

  • - Nadine

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für den tollen Artikel!
    In meiner Freizeit und bei gutem Wetter gehe ich sehr gerne wandern. Derzeit plane ich mit meinem Freund unseren nächsten Urlaub.

    LG
    Nadine

  • - Patrwink

    Hey,

    Vielen Dank für die Übersicht. Die ist echt supertoll und total ausführlich.

    Meine Frau und ich wollen diesen Sommer endlich mal wieder Wandern gehen, nachdem die Kinder ohnehin nicht mehr mit kommen. Ich freu mich schon. Und lese mich vor lauter Vorfreude gerne so super Blogs wie euren durch.
    Schreibt fleißig weiter., ich wünsche euch viel Spaß.

    Grüße, Patrick

  • - Nadine

    Hallo zusammen.
    vielen Dank für den coolen Beitrag über Bergwandern und die vielen hilfreichen Tipps.
    Ich möchte bald mit meinem Freund einen Bergurlaub machen. Hoffentlich können wir eure Tipps anwenden.

    LG
    Nadine

  • - Kaja

    Super ausführlicher Bericht! Meiner Meinung nach sollte es verpflichtend für Wander-Anfänger sein sich zu informieren. Ich lebe in Hong Kong und hier ist Hiken Nationalsport. Trotzdem erlebt es man es auch oft, genau wie ihr beschrieben habt, dass sich die Leute überschätzen, nicht über die richtige Ausrüstung verfügen oder nicht genug Wasser dabei haben. Das kann dann wirklich schnell gefährlich werden.

    Viele Grüße,
    Kaja

    • - Florian Westermann

      Hi Katja,

      vielen fehlt leider genau dieses Bewusstsein oder es kommt erst, wenn mal wirklich etwas schief gelaufen ist. Wir hoffen natürlich, dass wir mit unseren Tipps genau hier ansetzen und der eine oder andere was davon mit auf seine nächste Wanderung nimmt :-)

      Viele Grüße
      Florian

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