Die Algarve auf einen Blick: Sehenswürdigkeiten, Reisetipps & Reisezeit
Die Algarve ist die beliebteste Urlaubsregion in Portugal und verzaubert mit unendlich langen Sandstränden, schroffen Klippen und süßen Örtchen. Für Strandliebhaber ist die Algarve eines der besten Reiseziele in Europa.
Wie lange? Mindestens eine Woche, um die wichtigsten Highlights der Algarve zu erkunden.
Beste Reisezeit: Zum Baden die Monate Juni bis September. Zum Wandern die Monate April, Mai und Oktober.
Top-Highlights: Die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit der Algarve ist die Benagil-Höhle. Weitere Top-Highlights sind die Ponta da Piedade und das Cabo de São Vicente.
Mein Fotospot-Tipp: Verbringe den Sonnenuntergang am Cabo de São Vicente mit Blick auf den historischen Leuchtturm.
Übernachtungs-Tipp: Entlang der Küste gibt es unzählig viele Unterkünfte in allen Preisklasse. Wir selbst hatten unsere Base im schönen Städtchen Lagos.
Tipp: Von Deutschland aus fliegst du etwa drei Stunden nach Faro, dem „Tor zur Algarve“. Ein Mietwagen ist unerlässlich, um die bekanntesten Highlights und schönsten Strände zu besuchen.
1. Ponta da Piedade – Felsbögen, Grotten und 180 Stufen ans Meer



Schon von oben machen die Felsformation an der Ponta da Piedade in der Nähe von Lagos einen imposanten Eindruck. Holzstege führen über die Klippen zu mehreren Aussichtspunkten, von denen der Blick direkt hinunter auf Felstürme, Bögen und Höhlen geht. Die Felsformationen tragen Namen wie Titanic, Elefant und Kamel.
Mein persönliches Highlight ist der Weg hinunter in eine kleine, geschützte Bucht. Rund 180 Stufen führen dich ans Wasser. Tagsüber warten hier Fischerboote, die dich für 25 Euro pro Person durch die Grotten fahren. Diese kleinen Boote kommen in Höhlen, in die große Schiffe vom Hafen in Lagos gar nicht erst hineinkommen. Die Kalksteinfelsen ragen hier bis zu 20 Meter aus dem Wasser und vom Boot aus sehen sie noch wuchtiger aus als von oben.
Die Ponta da Piedade liegt rund 2 Kilometer südlich des Stadtzentrums von Lagos und hat auch mehrere schöne Strände in der Nähe: den Praia Dona Ana in einer windgeschützten Bucht mit Fischlokal, und den ruhigeren Praia do Barranco do Martinho auf der Westseite, den du über einen kurzen Kletterpfad erreichst. Beleibt ist auch der benachbarte Praia do Canavial.
Tipp: Komm so früh wie möglich! Ab 9 Uhr wird es im Sommer schnell voll. Für die erwähnte Bootstour direkt an der Landzunge brauchst du kein Ticket im Voraus, aber in der Hochsaison kann die Wartezeit auch mal eine Stunde überschreiten. Alternativ: eine der Touren vom Hafen in Lagos online im Voraus buchen.
2. Altstadt von Lagos – Kacheln, Kaffee und der frühere Sklavenmarkt



Ich war ja erst skeptisch, als ein Freund Lagos als die schönste Kleinstadt der Algarve bezeichnete. Zu viele Bars, zu viele Souvenirläden, dachte ich. Aber dann stehe ich auf dem Praça Luís de Camões und schaue auf dieses grün gekachelte Eckhaus, auch bekannt als Green House. Mintgrün, glänzend, mit schmiedeeisernen Balkongittern. Ich bin begeistert! Nicht nur von dem kleinen Platz, sondern von der gesamten Altstadt.
Lagos hat knapp 30.000 Einwohner und eine lange Geschichte als Hafenstadt. Bereits Phönizier und Griechen ankerten hier, weil die Bucht reich an Thunfisch und Sardinen war. Den finstersten Teil der Stadtgeschichte trägt der Praça Infante Dom Henrique: Auf diesem Platz wurde 1444 Europas erster dokumentierter Sklavenmarkt eröffnet. Das Gebäude an der Nordseite des Platzes beherbergt heute ein kleines Museum dazu (Mercado de Escravos). Ganz in der Nähe ragen die alten Stadtmauern in den Himmel.
Direkt am Platz steht die Igreja de Santa Maria de Lagos, in deren historischem Vorgängerbau einst Heinrich der Seefahrer aufgebahrt lag. Wer Kircheninterieurs mag, sollte außerdem die Igreja de Santo António besichtigen. Die Fassade ist schlicht, der vergoldete barocke Innenraum dagegen überwältigend üppig.
Tipp: Frühstücke in der Padaria Central (Google Maps). In der alteingesessenen Bäckerei gibt es die besten Pastéis de Nata der Stadt. Und wenn du guten Kaffee so liebst wie ich, kann ich dir das The Studio: Coffee Roaster & Café (Google Maps) empfehlen.
Hotel-Tipp: Wir haben in Lagos im wunderschönen Casinha Antiga Historical Townhouse (Preis checken*) übernachtet und können die Ferienwohnung sehr empfehlen!
3. Benagil-Höhle – Das Naturwunder mit dem Himmelsauge

Die bekanntesten Sehenswürdigkeit der Algarve ist die Benagil-Höhle, auf Portugiesisch Algar de Benagil. Der Atlantik hat hier in Millionen Jahren eine atemberaubende Kulisse geschaffen. Die domförmige Meereshöhle mit dem kreisrunden Loch in der Decke, durch das Sonnenlicht einfällt wie durch das Oculus im Pantheon in Rom, zieht Touristen aus aller Welt an.
Das kleine Fischerdorf Benagil selbst hat nur rund 60 Einwohner. In der Hochsaison kommen täglich Tausende, um die Höhle zu bewundern. Der einzige Weg in die Höhle führt heute über lizenzierte Bootstouren. Motorboote dürfen 2 Minuten im Inneren bleiben, Kajaks (ausschließlich mit lizenziertem Guide) bis zu 8 Minuten. Schwimmen zur Höhle bzw. in der Höhle ist wegen der gefährlichen Strömungen und der vielen Boote streng verboten und auch der Sandstrand im Inneren darf nicht mehr betreten werden. Wer beim Schwimmen zur Höhle erwischt wird, muss mit hohen Geldstrafen rechnen.
Von oben, ganz in der Nähe vom beliebten Praia de Benagil, kannst du durch das Loch – das sogenannte „Auge“ – nach unten schauen. Es ist eingezäunt, aber gut sichtbar. Das ist eine kostenlose Alternative oder sogar eine Ergänzung zur Bootstour.
Tipp: Im Juli und August sind die Bootstouren, die am Strand starten, oft schon am frühen Morgen ausgebucht. Auch Wartezeiten von mehreren Stunden sind keine Seltenheit. Am besten ist es, eine Tour online im Voraus zu buchen. Der meiner Meinung nach beste Anbieter ist Taruga Benagil Tours. Wenn möglich, buche die erste oder die letzte Tour des Tages. Bei rauen Bedingungen, die oft im Frühjahr herrschen, kann die Zufahrt in die Höhle tagelang gesperrt bleiben. Uns ist es leider so ergangen. Die Tour findet dann nicht statt und du bekommst dein Geld zurück – zumindest bei Taruga Banagil Tours. Andere Anbieter fahren trotzdem und lassen die Höhle einfach aus.
4. Cabo de São Vicente – Europas Südwestspitze und die letzte Bratwurst



Ein Muss auf jeder Algarve-Reise ist ein Abstecher zum Cabo de São Vicente. Die Klippen am Kap St. Vinzenz, dem südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes, fallen bis zu 70 Meter senkrecht ins Meer. Am Horizont siehst du nichts außer dem Atlantik. Die Römer nannten diesen Ort Promontorium Sacrum – heiliges Vorgebirge, das Ende der Welt, wo die Götter wohnen und die Sonne im Meer versinkt. Im Laufe der Geschichte fanden hier am Kap mindestens vier große Seeschlachten statt.
Auf dem Kap thront der 1846 erbaute Leuchtturm Cabo de São Vicente. Sein Lichtfeuer erreicht 32 Seemeilen, also fast 60 Kilometer. Damit ist er der lichtstärkste Leuchtturm in Europa. Übrigens gab es an dieser Stelle bereits im 16. Jahrhundert einen Leuchtturm, der 1587 vom englischen Korsar Francis Drake zerstörte wurde.
Entlang des Parkplatzes gibt es einige mobile Stände. Der bekannteste ist die „Letzte Bratwurst vor Amerika“. Der Stand wurde 1996 von zwei deutschen Auswanderern eröffnet und genießt längst Kult-Status. Manche kommen nur deshalb her – vielleicht auch wegen des original Bautz’ner Senfs. Vegane Würstchen suchst du hier übrigens vergebens.
Das Kap markiert außerdem Anfang und Ende des Europäischen Fernwanderwegs E4, der mit rund 12.090 Kilometer Gesamtlänge der längste aller europäischen Fernwanderwege ist.
Tipp: Laufe vom Parkplatz ein kleines Stück nach Süden, zur Kante der Klippen. Von hier gelingen dir am Abend die besten Fotos vom Leuchtturm im Gegenlicht des Sonnenuntergangs.
5. Sagres – Hotspot für Surfer aus aller Welt



Das Örtchen Sagres liegt in der Nähe vom Cabo de São Vicente und ist einer der beliebtesten Surf-Hotspots in Europa. Das Wasser ist hier kälter, der Wind stärker und die Wellen höher. Die Strände rund um den Ort – Praia do Tonel, Praia da Mareta, Praia do Martinhal, Prainha das Poças und etwas weiter entfernt der bekannte Praia do Beliche – füllen sich im Sommer schnell und sind besonders bei Surfern beliebt. Wenn du also Anschluss an die Surf-Community suchst, bist du in Sagres richtig.
Das Wahrzeichen des Örtchens ist die Fortaleza de Sagres, eine mächtige Festungsanlage auf einem flachen Felsenplateau über dem Meer. Das Highlight ist die Rosa dos Ventos (Windrose) im Inneren der Festung, erbaut vermutlich in der Zeit Heinrichs des Seefahrers im 15. Jahrhundert. Ganz sicher weiß man das aber nicht. Auch die genaue Funktion ist bis heute nicht geklärt. Es könnte sich um eine Sonnenuhr, aber auch um eine Navigationshilfe handeln.
Sagres selbst hat architektonisch wenig zu bieten. In den 1980er und 1990er Jahren war der Ort ein Geheimtipp für Individualisten und Aussteiger. Um den alten Ortskern herum wurden viele moderne Gebäude gebaut. Sehenswert ist nur die Gegend um die Dromedário Bistro Bar, eröffnet in den 1980er Jahren als erste Bar des damals noch verschlafenen Örtchens. Hier gibt es ein paar historische Häuser und neben der Dromedário Bistro Bar noch ein paar andere Restaurants und Bars.
6. Algar Seco – Das Felslabyrinth über dem Meer bei Carvoeiro

Von der Straße aus sieht man nichts Besonderes. Dann gehst du die Treppe hinunter und stehst plötzlich in einem Gewirr aus Felsen, die das Meer über Jahrtausende geformt hat. Gemeint ist Algar Seco in der Nähe des Örtchens Carvoeiro. Das ist einer der Spots an der Algarve, den du ohne Bootstour erkunden kannst.
Wer dem Weg vom Parkplatz nach unten folgt (am Restaurant Boneca Bar vorbei), findet einen in den Fels geschlagenen Tunnel, der über dem Meer endet. Aus den zwei großen Fensternischen, bekannt als Algar da Boneca, blickst du auf die offene See. Dieser Fotospot ist besonders am Abend beliebt. Stell dich also auf Wartezeiten ein. Wer vor dem Restaurant nach links abbiegt und dem schmalen Pfad folgt, sieht die Felsen noch von einer anderen Seite. Hier ist aber etwas Trittsicherheit nötig.
Über den Klippen führt außerdem ein gut ausgebauter Steg, der Carvoeiro Boardwalk, in Richtung Dorf. Am Ende des Stegs erreichst du die kleine Kirche Ermida de Nossa Senhora da Encarnação. Von hier hast du einen schönen Blick auf den von hohen Felswänden gerahmten Praia de Carvoeiro. Der breite Sandstrand des Örtchens ist wunderschön, im Sommer aber meist überfüllt.
7. Burgau – Das stille Fischerdorf mit dem schönen Sandstrand


Burgau gilt vielen noch als einer der besseren Geheimtipps der Algarve. Der Ort ist klein, die Häuser weiß mit blauen und orangefarbenen Bordüren und die Gassen so eng, dass du dein Auto am besten direkt nach der Ortseinfahrt auf dem großen Parkplatz abstellst. Von hier sind es nur ein paar Minuten zu Fuß hinunter ans Meer.
Der historische Ortskern mit seinen typischen weißen Häusern gehört zu den schönsten Dorfkernen der Algarve. Rund um den kleinen Platz in der Ortsmitte, etwas oberhalb des Strandes, gibt es einige gute Restaurants wie das Barraca oder die Pizzeria Corso.
Unten liegt der Praia do Burgau: ein feiner Sandstrand, eingezwängt zwischen hohen Felsen auf beiden Seiten. Bei Flut verschwindet der Sand allerdings fast vollständig im Wasser. Dann kann es im Sommer eng werden. Aber das macht nichts: Dann weichst du einfach auf die Beach Bar Burgau am Strand aus und genießt den Anblick bei einem kühlen Getränk.
Tipp: Oben im Ort, im Supermarkt Mercado Mais Perto, gibt es ein kleines Café, das Lokal Padaria (Google Maps), mit ein paar Stühlen und Schirmen draußen. Die selbst gemachte vegetarische Quiche ist extrem lecker.
8. Vila Real de Santo António – Schachbrettstadt und Geheimtipp im Osten der Algarve

Die meisten Algarve-Reisenden fahren nicht ganz in den Osten – ein Fehler. Die königliche Stadt Vila Real de Santo António liegt an der spanischen Grenze, am Ufer des Rio Guadiana, weshalb hier besonders am Wochenende viele Spanier zum Flanieren und Einkaufen kommen. Für deutsche Touristen ist der Ort ein echter Geheimtipp.
Um den portugiesischen Anspruch auf die Region im Wettlauf mit dem Erzfeind Spanien zu festigen, ließ der Marquês de Pombal, seinerzeit Premierminister des Königs Josè I., hier im Jahr 1774 innerhalb von nur fünf Monaten eine neue Stadt errichten. Vorbild war das Schachbrettmuster wie im Lissabonner Stadtteil Baixa Pombalina, den er nach dem Erdbeben von 1755 ebenfalls neu aufbauen ließ. Sogar Fertigteile wurden damals per Schiff aus Lissabon angeliefert. Das Ergebnis ist bis heute zu bewundern: Straßen wie ein Schachbrett, einheitliche Fassaden und mittendrin der Praça Marquês de Pombal mit seinem schwarz-weißen Bodenmuster.
Ganz in der Nähe der Grenzstadt liegt das Castelo de Castro Marim, eine imposante Burg aus dem 13. Jahrhundert, die einen Besuch lohnt.
Tipp: Komm früh morgens zum Praça Marquês de Pombal. Ohne Marktstände und Besuchergruppen ist das Bodenmuster ein tolles Fotomotiv. Frühstück danach im angrenzenden Puro Café (Google Maps).
9. Praia da Salema – Dinosaurierspuren und Fischerhaus-Fassaden

Salema ist sicher kein Geheimtipp, aber auch kein Rummelplatz. Der Praia da Salema ist breit, der Sand fein, die Felsen dahinter hoch und im Abendlicht wunderschön orange. Was die meisten Besucher übersehen: Geh ans westliche Ende des Strands, also dorthin, wo die Holztreppe nach oben führt. Steig ein paar Stufen hinauf und schau auf die unscheinbaren Vertiefungen in dem flachen Fels zu deinen Füßen.
Das sind versteinerte Dinosaurier-Fußabdrücke. Mit etwas Geschick kommst du leicht auf den Felsen. Der Gedanke, dass hier vor Millionen von Jahren ein Dinosaurier seine Fußabdrücke hinterlassen hat, ist schon verrückt, oder?
Im Ort selbst, in der Rua dos Pescadores, stehen wunderschöne historische Fischerhäuser mit gekachelten Fassaden – tolle Fotomotive in den frühen Morgenstunden, wenn noch niemand unterwegs ist.
Tipp: Der Strand ist auch bei Einheimischen beliebt und im Hochsommer entsprechend voll. Komm früh oder an einem Nachmittag unter der Woche.
10. Castelo de Silves – Rote Mauern, maurische Geschichte und hunderte Störche



Silves liegt im Landesinneren der Algarve – keine Strände und Bootstouren, stattdessen das Castelo de Silves, eine mächtige Burg aus dem 12./ 13. Jahrhundert. Die Mauern bestehen aus dem rötlichen Sandstein der Region.
Nach der Einnahme der Stadt gab König Sancho I. die Burg in Auftrag. Vermutlich wurden auch antike und maurische Vorgängerbauten integriert. Im 14./15. Jahrhundert versandete der Fluss. Das bedeutete in der damaligen Zeit schließlich den Niedergang des Ortes und der Burg. Schwere Schäden verursachte schließlich das Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755.
Heute kannst du einmal komplett auf den restaurierten Mauern entlanggehen. Aber Vorsicht: Der Wehrgang ist nur auf einer Seite gesichert, also nichts für Menschen mit Höhenangst! Dafür ist der Blick von hier oben über Silves und das sanfte Hügelland ringsum toll. Plane mit ein paar Pausen an den Aussichtspunkten 30 bis 45 Minuten ein.
Besonders im Frühling gibt es hier eine schöne Überraschung: Rund um die Burg nisten unzählige Weißstörche. Es lohnt sich also, ein Teleobjektiv und viel Zeit mitzubringen.
Im Innenbereich der Burg ist kaum etwas erhalten. Es gibt zwar eine kleine Ausstellung in einer der riesigen Zisternen. Das ist aber tatsächlich etwas für Liebhaber.
11. Faro – Beinhaus, Kathedrale und Altstadtgassen mit Street Art



Faro ist die Hauptstadt der Algarve und definitiv einen etwas längeren Stopp wert. In der Stadt gibt’s genug zu sehen für zwei bis drei Stunden – und manches davon ist wirklich ungewöhnlich.
Die erste Sehenswürdigkeit ist die Karmeliterkirche Nossa Senhora do Carmo, erbaut im 18. Jahrhundert, mit einer schaurigen Attraktion: Das Beinhaus Capela dos Ossos ist vollständig mit menschlichen Schädeln und Knochen verkleidet. Ziemlich makaber, und genau deshalb so sehenswert.
Durch den Torbogen Arco da Vila gelangst du in die ummauerte Altstadt Vila Adentro mit den verwinkelten Gassen und Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Am höchsten Punkt steht die imposante Kathedrale Sé de Faro. Das Highlight ist der Kirchturm, von dem aus du einen genialen Blick über die Stadt und die Lagune dahinter hast. Was kaum jemand weiß: Auch auf dem Areal der Kathedrale gibt es ein kleines, mit Schädeln und Knochen verkleidetes Beinhaus.
In unmittelbarer Nähe des Gotteshauses, gleich neben dem historischen Rathaus, ist die Tapas-Bar Cidade Velha Rooftop (Google Maps) ein Tipp. Von der kleinen Dachterrasse hast du ebenfalls eine schönen Blick.
Was dir in Faro unweigerlich auffallen wird, ist der hohe Leerstand und die schlechte Bausubstanz vieler Häuser. Oft gibt es nur im Erdgeschoss ein Geschäft, während die oberen Etagen dem Verfall überlassen werden. Das sorgt manchmal für eine fast schon gespenstische Stimmung. Außerdem kommen in Faro Fans von Street Art auf ihre Kosten.
Tipp: Faro ist ein guter Ausgangspunkt für eine Bootsfahrt in den Naturpark Ria Formosa (Sehenswürdigkeit Nr. 19). Du kannst beides gut an einem Tag kombinieren.
12. Ferragudo – Ein altes Fischerdorf an der Arade-Mündung


Gegenüber von Portimão, im Mündungsbereich des Flusses Arade, ziehen sich die weißen Häuser von Ferragudo einen Hügel hinauf. Oben thront, wie könnte es anders sein, eine Kirche. Der Ort hat keine speziellen Sehenswürdigkeiten – er ist selbst eine.
Der Mittelpunkt des süßen Örtchens ist der Praça Rainha Dona Leonor, ein kleiner Platz mit Restaurants und Cafés. Die gepflasterten Gassen sind eng und die Fensterläden in kräftigen Farben gestrichen. Phönizier, Karthager und Römer siedelten hier schon in der Antike. Die ersten gesicherten Dokumente über den heutigen Ort stammen aus dem 14. Jahrhundert.
Den schönsten Blick auf den Ort hast du vom Portimão Panoramic Point, an dem du auch dein Auto parken kannst. Von hier sind es nur ein paar Minuten Fußweg in die Altstadt. Das Nebeneinander der alten Fischerhäuser und die Boote im Wasser sind ein tolles Fotomotiv.
Tipp: Wenn du nach mehreren Tagen Bacalhau mal eine Pause brauchst: In der kleinen Pizzeria Le Delizie (Google Maps) in der Rua Vasco da Gama 25 gibt’s ganz hervorragende Pizza. Wir hatten in der Nebensaison Glück, einen Platz ohne Reservierung zu bekommen. In der Hauptsaison ist eine Reservierung zu empfehlen. Aber auch in den anderen Restaurants in Ferragudo kannst du kaum etwas falsch machen. Touristenfallen gibt’s hier keine!
13. Fóia & Monchique – Der höchste Gipfel der Algarve mit Blick bis zum Meer


Mein nächstes Algarve-Highlight ist der Fóia, mit 902 Metern die höchste Erhebung der Region. Aber keine Sorge, die Wanderschuhe kannst du in diesem Fall zuhause lassen. Auf das Gipfelplateau führen mehrere asphaltierte Straßen. Oben gibt es einen großen Parkplatz, von dem aus du rund fünf Minuten zum felsigen Aussichtspunkt Miradouro da Fóia brauchst. Für den finalen Aufstieg ist aber etwas Klettergeschick nötig. Von hier oben geht der Blick in alle Richtungen, bei klarem Wetter bis zur Küstenlinie am Horizont. Etwas unterhalb kannst du in der kleinen Gastrobar Alecrim ein kühles Getränk genießen und sogar etwas essen – für mich ein echter Geheimtipp!
Der Fóia gehört übrigens zur Serra de Monchique, einem dicht bewaldeten Gebirgszug im westlichen Inland der Algarve. Auf dem Gipfel stehen militärisch genutzte Sendemasten und Antennenanlagen. Das ist optisch nicht schön, aber die Rundumsicht macht das wett.
Am Fuß des Berges liegt Monchique, ein kleines, hügeliges Städtchen mit ein paar netten Restaurants und Souvenirläden. Veganer werden das Grumpy Mamas Monchique (Google Maps) lieben! Ein kurzer Bummel durch die alten Gassen lohnt sich. Ein kleines Highlight ist die Kirche Igreja Paroquial de Monchique mit den geknoteten Säulen am Eingangsportal.
Tipp: Auf der Hauptstraße zum Gipfel (die N266-3) gibt es unterhalb des Gipfels noch einen größeren Parkplatz (Miradouro da Fonte Santa) mit einer schönen Aussicht über die bewaldete Landschaft. Für die Rückfahrt kannst du der N266-3 nach Osten folgen. Die Straße ist hier noch ursprünglicher und zum Teil recht schmal, aber viel schöner als die breite Neubaustrecke.
14. Praia da Arrifana – Steilküste, Burgruine und Surferglück



Der Praia da Arrifana verzaubert mit hohen Klippen auf beiden Seiten und einem wundervollen Sandstrand. Der Strand ist unter Surfern sowohl bei Anfängern als auch bei Fortgeschrittenen beliebt. Direkt am Strand findest du eine Surfschule. Außerdem gibt es eine kleine Strandbar mit Terrasse.
Auf der nördlichen Klippe stehen die Ruinen der Fortaleza da Arrifana. Von der einstigen Festung ist außer einer Mauer mit Tor nicht mehr viel übrig. Der Blick von der Burgklippe auf den Strand und die Küste ist aber grandios. Hier oben befindet sich außerdem das Restaurant O Paulo (Google Maps), bekannt für die Aussicht und den frischen Fisch.
Tipp: Die Westküste der Algarve ist rauer als die Südküste! Das Wasser ist kälter und der Wind ist stärker. Am Abend unbedingt einen Pullover einpacken.
15. Markthalle Loulé – Piri-Piri, Kork und Samstag ab 8 Uhr


Mein nächstes Highlight ist der Mercado Municipal im Örtchen Loulé im Landesinneren. Unter der Woche ist der Markt auf die große Markthalle beschränkt – samstags findet er auch in den umliegenden Gassen statt. Du findest hier Obst, Gemüse, Fisch, Wurst, Käse, regionalen Honig, Piri-Piri-Öl, getrocknete Feigen, Sardellenkonserven und natürlich die Korkläden. Turnschuhe aus Kork, Handtaschen, Hüte, Portemonnaies, Gürtel. Ich habe lange überlegt, was man aus diesem Material nicht bauen kann. Die Antwort ist: nicht viel.
Die Keramikgeschäfte in Loulé sind weniger auf Touristenmitbringsel ausgerichtet als anderswo – und natürlich sind die Produkte in der Region handgefertigt.
Tipp: Komm am Samstag vor 10 Uhr – viele Stände schließen schon am Vormittag. Und komm mit leerem Magen!
16. Albufeira – Strip, Tunnelstrand und eine unterschätzte Altstadt



Albufeira ist der bekannteste Ferienort der Algarve. Wer den Namen hört, denkt unweigerlich an Bars, laute Musik und englische Reisegruppen. Der sogenannte Strip, offiziell Avenida Sá Carneiro, gibt diesem Bild zunächst recht. Rund 800 Meter lang, auf beiden Seiten Bars und Clubs, schon mittags laut und voll. Wer Party will, ist hier richtig.
Aber dann ist da noch – weit entfernt – die überraschend schöne Altstadt. Einst ein ruhiges Fischerdorf, hat sie trotz der unzähligen Touristen ihren Charakter nicht ganz verloren. Im unteren Teil der Stadt führt ein in die Steilklippe gehauener Tunnel zum Praia do Túnel mit dem markanten Felsen Rocha do Peneco und dem direkt angrenzenden Praia dos Pescadores, den feinsandigen Stadtstränden von Albufeira.
Oberhalb der Strände liegt der Miradouro do Pau da Bandeira mit einem schönen Blick auf Küste und Altstadt. Der Elevador do Peneco – ein Aufzug an der Steilklippe – verbindet den Praia do Túnel mit der oberen Stadt und bietet ebenfalls einen tollen Ausblick. Das Wahrzeichen ist aber der uralte Torre do Relógio, ein Glockenturm mit einer markanten Eisenkrone obendrauf.
Tipp: Wenn du Ruhe willst, meide den Strip. Und am Morgen ist auch die Altstadt eine andere Welt – eine Sehenswürdigkeit, die man mit einem guten Timing wunderbar genießen kann.
17. Olhão – Backsteinmarkthallen und Napoleon-Bezwinger

Einen Abstecher wert ist die Stadt Olhão. Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Markt Mercados de Olhão, untergebracht in zwei historischen Backsteingebäuden an der lebhaften Strandpromenade. Auf dem Markt kannst du frischen Fisch, Meeresfrüchte, Obst und Gemüse kaufen.
Ein Stück Geschichte, das kaum jemand kennt: 1808 spielten die Bürger von Olhão eine entscheidende Rolle bei der Vertreibung der napoleonischen Besatzer aus Portugal. Als Dank erhielt die Stadt den Ehrentitel „Olhão da Restauração“ und wurde zur Vila erhoben.
Tipp: Die Promenade entlang der Lagune ist am Abend perfekt für einen gemütlichen Spaziergang mit Einkehr. Von Olhão kannst du außerdem mit dem Boot zu den Inseln der Ria Formosa übersetzen.
18. Tavira – Brücke aus dem Mittelalter und Burg mit Ausblick



Tavira darf als einer der schönsten Orte der Algarve nicht fehlen. Rund um den zentralen Platz Praça da República findest du gepflasterte Gassen und Gebäude mit Kachelfassaden und schmiedeeisernen Balkonen. Die direkt angrenzende Ponte Romana – eine siebenbögige Fußgängerbrücke über den Rio Gilão – erinnert an die Römer. Historiker datieren das älteste Mauerwerk aber auf das 12. Jahrhundert, in die Zeit der maurischen Herrschaft. Der Name hat sich trotzdem etabliert.
Hoch über dem Ort thronen die Ruinen des Castelo de Tavira aus dem 11. Jahrhundert. Von den hohen Mauern der Burg genießt du einen tollen Panoramablick über die Stadt und das Umland. Aus der unteren Altstadt sind es nur ein paar Minuten zu Fuß zu den Ruinen.
Westlich von Tavira lohnen die Salinas do Forte do Rato einen Besuch. Das sind weitläufige Salinen, die heute noch bewirtschaftet werden. Mit Glück siehst du hier Flamingos, die in der flachen Lagune nach Futter stochern.
Vom Cais das Quatro Águas fährt ein Boot auf die Ilha de Tavira. Auf der Insel liegt der Praia da Ilha de Tavira, eine lange Sandbank mit Campingplatz und Strandcafés.
Tipp: Nur ein paar Autominuten entfernt lohnt das Fischerdorf Santa Luzia, bekannt für frische Meeresfrüchte, einen Halt. Die Hauptstraße direkt am Wasser ist eine einzige Reihe aus Restaurants. Die große Oktopus-Statue am Ortseingang ist Pflicht für ein Foto.
19. Naturpark Ria Formosa – 170 Quadratkilometer Lagune und endlose Sandstrände

Zwischen Faro, Olhão und Tavira erstreckt sich der Parque Natural da Ria Formosa. Das ist eine wunderschöne Lagunenlandschaft mit einer geschützten Fläche von 170 Quadratkilometern, eine der größten dieser Art in ganz Europa. Die eigentliche Lagune umfasst knapp 84 Quadratkilometer. Die heutige Form der Landschaft ist durch das große Erdbeben von 1755 entstanden.
Hier gibt es keine Steilklippen wie weiter im Westen der Algarve. Dafür erwarten dich endlose Sandstrände auf den Laguneninseln sowie Salzwiesen, Schilfflächen und Vogelkolonien. Du kannst hier etwa Flamingos, Seidenreiher und Austernfischer beobachten.
Erkunden kannst du den Park zu Fuß, mit dem Fahrrad, per Kajak oder mit dem Boot. Von Faro, Olhão und Tavira legen regelmäßig Fähren zu den Inseln ab. Der Praia da Ilha da Culatra auf der Insel Ilha da Culatra ist einer der ruhigsten und weitläufigsten Strände der Algarve. Beliebt ist auf der Insel auch der Praia do Farol mit dem markanten Leuchtturm.
20. Praia da Cordoama – Die raue Westküste und ein Strand, den kaum jemand kennt



Die meisten Algarve-Besucher bleiben an der Südküste. Die Westküste ist rauer, windiger und karger. Und sie hat Strände, die auf keiner Standard-To-do-Liste auftauchen. Der Praia da Cordoama ist einer davon. Du erreichst ihn über eine asphaltierte Straße (M1265), die im Örtchen Vila do Bispo abzweigt. Am Ende der Straße gibt es eine Bar mit Ausblick über das Meer.
Am Meer erwartet dich ein breiter, heller Sandstreifen neben den schwarzen Klippen. Bei Ebbe läuft der Strand weit aus. Surfer schätzen die konstanten Wellen, und wer einfach gehen will, kann hier lange Strecken in beide Richtungen zurücklegen, ohne vielen Menschen zu begegnen.
Noch beeindruckender als der Strand ist der Miradouro da Cordoama. Das ist ein Aussichtspunkt hoch über der Küste, von dem du senkrecht hinunter auf Wellen und Felsen blickst.
Fito-Tipp: Der Miradouro da Cordoama ist zur Goldenen Stunde einer der besten Fotospots der Algarve – und kaum einer weiß davon. Stativ einpacken lohnt sich.
21. Praia da Falésia – Rote Sandsteinklippen und der Shark Fin Point


Einige sagen, der Praia da Falésia sei der schönste Strand der Algarve. Das ist eine steile Aussage bei der Konkurrenz. Aber der Strand hat etwas, das andere nicht haben: Die roten Sandsteinklippen, die ihn auf seiner gesamten Länge begleiten. Deshalb ist der Strand auch als Praia dos Tomates bekannt.
Den besten Blick hast du vom Miradouro da Praia do Poço Velho. Von hier führen auch Treppen hinunter an den Strand. Nur rund 150 Meter weiter westlich liegt ein zweiter Aussichtspunkt, bekannt als Shark Fin Point, benannt nach einem großen Busch, der an eine Haifischflosse erinnert. Ganz in der Nähe befindet sich das Adriana Beach Club Hotel Resort, eine der bekanntesten Ferienanlagen der Region.
Der Strand selbst ist lang und breit genug, um auch an belebten Tagen ein ruhiges Flecken zu finden.
Foto-Tipp: Komm am besten kurz vor Sonnenuntergang. Dann lässt die untergehende Sonne die Klippen in den schönsten Farben leuchten.
22. Praia da Marinha – Herzfelsen und Meereshöhlen

Der Praia da Marinha ist für sich genommen schon ein toller Strand. Aber wer nur bis ans Wasser geht, verpasst den besten Teil. Vom Parkplatz führt ein Wanderweg oberhalb der Klippen nach Westen, immer mit einem spektakulären Blick auf Felsbögen und Meereshöhlen.
Einer der Bögen sieht aus der richtigen Perspektive aus wie ein Herz. Wenn du dem Weg noch ein Stück weiter folgst, erreichst du den spektakulärsten Blick auf die Felsen im Meer. Für Fotografen ist dieser Spot eines der großen Highlights an der Algarve. Übrigens liegt die bekannte Benagil-Höhle (Sehenswürdigkeit Nr. 3) nur etwa 30 Gehminuten entfernt.
23. Praia de Odeceixe – Der nördlichste Strand und der schönste Sonnenuntergang

Der Praia de Odeceixe liegt ganz im Norden der Algarve, direkt an der Grenze zur Region Alentejo. Hier erwarten dich hohe Felswände und eine riesige Sandfläche, die bei Ebbe weit ins Meer ausläuft. Eine weitere Besonderheit ist der Fluss Ribeira de Seixe, der am Strand ins Meer mündet.
Von den Aussichtsplattformen an der Straße oben hast du einen guten Überblick über den Strand. Oben gibt es auch einige Restaurants und Bars. Und wenn du die Wahl hast: Bleib bis zum Sonnenuntergang. Hier an der Westküste erlebst du die schönsten Sonnenuntergänge.
Tipp: Bei Ebbe bilden sich im oberen Teil des Strandes kleine Pools – ideal für Familien mit kleinen Kinder.
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🗺️ Karte mit allen Algarve-Sehenswürdigkeiten
Auf unserer interaktiven Karte findest du alle Highlights an der Algarve im praktischen Überblick:
Algarve-Reiseführer
Das waren also die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an der Algarve. Für noch mehr Tipps empfehle ich dir folgende Reiseführer:
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