Helsinki in 3 Tagen: Reisetipps für ein langes Wochenende

Gleich vorweg: Helsinki zählt für mich zu den schönsten Städten in Europa – und das aus gutem Grund. Die finnische Hauptstadt verbindet nordisches Flair mit urbaner Coolness auf eine Art, die du so nirgendwo sonst findest. Hier sitzt du morgens in einer spektakulären Felsenkirche, tauchst nachmittags nach der Sauna ins Meer und genießt abends den Sonnenuntergang von einer Rooftop-Bar aus.

Ich nehme dich mit auf einen unvergesslichen Kurztrip und zeige dir, was du in drei Tagen in Helsinki erleben kannst. Viel Spaß!

Tag 1: Dom – Hafen – Markthalle – Suomenlinna – Rooftop

Orientiere dich an deinem ersten Tag am zentral gelegenen Hauptbahnhof. Die beeindruckende Fassade im Jugendstil mit den ikonischen Laternenmännern ist Architektur-Highlight und Ausgangspunkt zugleich. Von hier gehst du zu Fuß Richtung Senatsplatz mit der Statue von Zar Alexander II. von Russland. Spätestens wenn die breite Treppe vor dem strahlend weißen Dom mit der grünen Kuppel auftaucht, merkst du, warum diese Kulisse auf fast allen Helsinki-Fotos landet. Steig die Stufen hoch, nimm dir Zeit für den Blick über den Platz und die Dächer. Betrete auch den schlichten Innenraum und lass dich von der nordischen Bescheidenheit des Interieurs überraschen.

Von hier führt dich der Weg zum Marktplatz am Hafen. Je nach Saison findest du hier Stände mit Beeren, Lachs, Gebäck und Souvenirs, während du direkt vor dir den regen Bootsverkehr bestaunen kannst. In der Alten Markthalle wärmst du dich bei Lachssuppe oder Zimtschnecken auf, bevor du zur Uspenski-Kathedrale weitergehst. Die roten Backsteine, grünen Kuppeln und vergoldeten Spitzen thronen auf einem Hügel und bieten einen wunderbaren Panoramablick. Eifere bei sonnigem Wetter den Einheimischen nach und mach ein Picknick auf der kleinen, steilen Wiese vor dem Gotteshaus.

Nur einen Steinwurf entfernt am Anleger starten im 20-Minutentakt die Fähren nach Suomenlinna. Das Ticket für die kurze Überfahrt zur berühmten Festungsinsel gilt als normale ÖPNV-Fahrt und kostet nur wenige Euro (je nach Route). Die Wehranlage erstreckt sich über mehrere Inseln, die durch Brücken verbunden sind. Du schlenderst vorbei an alten Kasernen, Wällen und Kanonen, bis du einen Platz mit Blick aufs offene Meer findest. Zwei bis drei Stunden reichen für einen entspannten Rundgang mit Stopp in einem der sechs Museen und der Linna Bar (Google Maps).

Zurück in der Stadt spazierst du über die Esplanadi, einem gepflegten Grüngürtel zwischen eleganten Häuserzeilen. Hier reihen sich einladenden Lokale aneinander, viele davon mit Live-Musik. Für deinen ersten Abend reservierst du dir einen Tisch in einer der stylishen Rooftopbars. Zum Sonnenuntergang bevorzuge ich die Ateljee Bar (Website), während der Skyroom (Website) mit seinem Traumblick über den Hafen gerade nachts ein Erlebnis der Extraklasse verspricht.


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Tag 2: Felsenkirche – Oodi – Nationalmuseum – Kallio

Der Innenraum der Felsenkirche in Helsinki wird von Granit und 180 Fenster umrahmt
Die kontrastreiche Felsenkirche zählt zu den spektakulärsten Gotteshäusern überhaupt

Am zweiten Tag widmest du dich anderen Facetten Helsinkis. Ich starte gerne mit der Temppeliaukio, der berühmten Felsenkirche. Von außen kaum zu erkennen, wirst du vom runden Innenraum mit Wänden aus Naturfels und der kupfernen Dachkuppel begeistert sein – die Lichtspiele sind überwältigend. Mit etwas Glück darst du einem kleinen Konzert auf der imposanten Orgel beiwohnen. Dann entfaltet sich in der Temppeliaukio eine grandiose Akustik.

Von hier läufst du in wenigen Minuten zum Oodi. Allein das aufsehenerregende Design dieser Einrichtung ist einen Besuch wert. Das Oodi ist aber keineswegs „nur“ eine Bibiliothek, sondern vielmehr eine Ode an die Menschen: ein Wohnzimmer für alle Einwohner der Stadt und ihrer Gäste. Der innovative Ort bewegts sich immer am Nabel der Zeit – mit lichtdurchdrungenen Ebenen, geschwungene Formen, innovativen Arbeitsplätzen, Cafés und riesigen Fensterfronten mit Blick auf das Parlamentsgebäude. Das Nationalmuseum und die Finlandia-Halle liegen ebenfalls in der Nähe und lassen sich nach Interesse einbauen.

Am Nachmittag bietet sich ein Spaziergang zum Sibelius-Denkmal im Taka-Töölö-Viertel an. Die Orgelpfeifen-Skulptur und der Park drumherum zeigen dir eine ruhigere Seite Helsinkis, fernab der klassischen City-Achsen. Danach kannst du im Café Regatta (Google Maps) am Wasser sitzen. Die rote Holzhütte mit ihrer Lagerfeuer-Romantik wirkt fast filmreif. Feuerholz und Grillgut kannst du übrigens direkt vor Ort kaufen.

Zurück im Zentrum hast du abends Zeit für den Design District oder das ehemalige Rotlichtviertel Kallio: viele kleine Boutiquen, Secondhandläden, Bars und Restaurants, in denen Helsinkis bunte und kreative Szene unterwegs ist.

Tag 3: Seurasaari – Allas Sea Pool – Esplanadi – Flying Dutch

Gäste sitzen auf der Holzterrasse des Café Café Taideterassi oberhalb der Bucht von Töölö in Helsinki
Im Café Taideterassi genießt du einen grandiosen Blick auf die Bucht von Töölö

Den dritten Tag halte ich bewusst flexibel. Wenn du wissen willst, was man in Helsinki in drei Tagen unbedingt sehen sollte, dann gehören eine öffentliche Sauna und noch einmal viel Wasser dazu. Morgens steht für mich aber erst einmal einer der idyllischsten Orte in der Metropole an, nämlich der Töölönlahti See. Spaziere durch die Wälder und Parks rund um die Bucht im Uhrzeigersinn. Nach rund drei Viertel erkennst du am rechten Wegrand das wunderbare Art Cafe Taideterassi (Google Maps). Lass dich von der Muse küssen und erliege himmlischen Verführungen von Lachssuppe bis Prosecco-Käsekuchen.

Solltest du dich von dieser Traumumgebung losreißen können, dann bietet sich ein kurzer Ausflug zum Seurasaari-Freiluftmuseum an. Auf der kleinen Schäreninsel besichtigst du traditionelle Holzhäuser aus verschiedenen Regionen Finnlands. Du läufst zwischen Wald und Meer über Brücken, Pfade und Uferwege und bekommst ein Gefühl dafür, wie ländliches Leben hier früher aussah.

Am Nachmittag wird es Zeit für die Sauna. Die Klassiker schlechthin sind der Allas Sea Pool direkt am Hafen mit Blick auf Dom und Riesenrad oder das etwas weiter entfernte Löyly mit moderner Holzarchitektur am offenen Meer. Du schwitzt bei finnischem Aufguss, springst ins Meer und sitzt danach mit einem Getränk draußen auf der Terrasse am Wasser. Für mich sind diese Stunden ein Schlüssel, um Helsinki wirklich zu verstehen.

Am Abend solltest du etwas Zeit für einen letzten Rundgang einplanen. Genieße die Stimmung auf der Esplanadi, schlendere anschließend an der Promenade entlang zum Café Ursula (Google Maps). Auf der Sonnenterrasse direkt am Meer wartet ein traumhafter Sonnenuntergang mit Blick über die Schärengärten auf dich. Zum Abschluss darf ein Highlight nicht fehlen: das Flying Dutch! Auf dem Bar-Boot direkt am Ufer bei der Haniemi-Brücke wird dir bewusst, weshalb Helsinki einen Charme wie keine zweite Stadt versprüht.

Drei Tage in Helsinki vergehen schnell, aber wenn du deinen Plan grob an dieser Struktur orientierst, hast du am Ende das Gefühl, die Stadt wirklich erlebt zu.

Hilfreiche Tipps zu deiner Reise

Menschen sitzen auf der Terrasse einer Bar im Hafen von Helsinki
Der Hafen von Helsinki hat nicht nur tolle Bars zu bieten, sondern dient dir auch als verkehrstechnischer Knotenpunkt auf deinem Kurztrip

Helsinki erreichst du am einfachsten mit dem Flugzeug. Der Flughafen liegt etwa 30 Minuten vom Zentrum entfernt, die Zugverbindung zum Hauptbahnhof ist schnell und unkompliziert. Du kannst auch mit der Fähre aus Tallinn oder Stockholm anreisen – das ist besonders spannend, wenn du weitere Sehenswürdigkeiten im Baltikum oder in Skandinavien entdecken willst. In der Stadt selbst kommst du mit Straßenbahn, Metro, Bussen und den kleinen Booten zu den vorgelagerten Inseln gut zurecht. Für drei Tage lohnt sich ein ÖPNV-Tagesticket, wahlweise auch die Helsinki Card, mit der du vergünstigten Einlass zu Museen und Touren erhältst.

Als beste Reisezeit gelten für mich der späte Frühling, Sommer und frühe Herbst. Zwischen Mai und September hast du lange Tage, im Hochsommer fast schon endloses Licht – ideal für abendliche Spaziergänge am Wasser. Im Winter wird es früh dunkel und kalt, dafür kannst du dann den Mix aus Weihnachtslichtern, Museen und Sauna richtig auskosten. Helsinki ist ganzjährig gut organisiert, nur das Programm verschiebt sich: im Sommer mehr draußen, im Winter mehr drinnen.

Preislich liegt Helsinki deutlich über vielen Städten in Mitteleuropa. Bei Unterkünften lassen sich mitunter erschwingliche Apartments finden. Buche hierfür frühzeitig und weiche auf Viertel etwas außerhalb der zentralen Innenstadt mit guter ÖPNV-Anbindung aus. Essen gehen ist sehr teuer, aber mit Mittagsmenüs, Markthallen, Street Food und Supermärkten hältst du die Kosten im Rahmen. In Helsinki wird der Kaffee- und Weinkult zelebriert – rechne damit, öfter in gemütlichen Lokalen zu landen als geplant.

Wo in Helsinki übernachten? Meine Hotel-Empfehlungen

Helsinki ist kompakt und vor allem dank des ÖPNV gut vernetzt. Es muss daher nicht unbedingt eine Unterkunft im direkten Zentrum sein. Im Szene-Stadtteil Kallio findest du zahlreiche Objekte mit sehr guter Anbindung zu den Top-Sehenswürdigkeiten. In diesem Distrikt rate ich zum Self-Service-Hotel Citybox Helsinki (hier Preise checken*) mit modernen Zimmern und einfachem Procedere. Nahe dem Bahnhof bietet das Central Top Floor Condo Overlooking Rooftops (hier Preise checken*) ein ganzes Apartment für bis zu vier Personen im Boutique-Stil. Eine außergewöhnliche Lage direkt am Pier neben dem Allas Sea Pool erwartet dich im Solo Sokos Hotel Pier 4 (hier Preise checken*). Ausblick, Service und Lage sind hier auf einem Top-Level. Zentral gelegen und somit in fußläufiger Entfernung zu den Attraktionen verbindet das schöne Hotel F6 (hier Preise checken*) einen hohen Qualitätsstandard mit günstigen Preisen.

Mein Fazit

Drei Tage reichen völlig aus, um dein Herz an Helsinki zu verlieren. Du siehst die großen Highlights wie den Dom, Uspenski, Marktplatz, Suomenlinna, Felsenkirche oder Oodi – und hast trotzdem Zeit für spannenden Entdeckungen in Kallio, am Wasser, in Museen oder in einer Sauna. Für mich macht genau dieser Mix den großen Reiz aus: Du springst zwischen klassischer Architektur, moderner Bauten, entspannten Parks und Schäreninseln hin und her. Helsinki ist eine fantastische Stadt, in der du gerne ein bisschen langsamer gehst und dir am Ende denkst: Hierher würde ich gerne zurückkehren – so wie ich es tue.

Helsinki-Reiseführer

Das waren also die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Helsinki. Für noch mehr Tipps empfehle ich dir folgende Reiseführer:

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Autor:in
Steffen Eidam ist versierter Journalist und ausgewiesener Griechenland-Experte.

Auf unserem Foto- und Reiseblog nimmt er dich mit zu seinen Lieblingsregionen in Europa und speziell in Griechenland.

Hier findest du alle Artikel von Steffen Eidam.
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