Kurz und knapp: Vulkane, Filmkulissen & Sehenswürdigkeiten
Die insgesamt sieben bewohnten Liparischen (auch Äolischen) Inseln liegen nördlich von Sizilien. Lipari, Stromboli, Vulcano, Salina und Panarea gelten als die bekanntesten unter ihnen. Du kombinierst hier Vulkane, türkisfarbene Buchten und historische Dörfer. Lipari, einer von mehreren Filmdrehorten, ist dein Ausgangspunkt mit Altstadt, Burg und Archäologischem Museum. Stromboli liefert dir glühende Lava bei Nacht, Vulcano heiße Quellen und schwarze Strände, Salina Weinberge und grüne Berge. Panarea steht für weiße Häuser, Yachten und versteckte Buchten. Du bewegst dich fast nur mit Booten und zu Fuß.
1. Lipari – lebendige Hauptinsel

Der Hauptort Lipari empfängt dich als natürliches Tor zu den Äolischen Inseln, wie sie vornehmlich in Italien genannt werden. Das größte Eiland des Archipels dient als perfekter Ausgangspunkt für deine Entdeckungsreisen. Die Stadt klettert in malerischen Terrassen den Hang hinauf, bis zur mächtigen Festung.
Durch die engen Gassen der Altstadt zu schlendern ist wie eine Zeitreise. Besonders das Archäologische Museum in der Zitadelle erzählt faszinierende Geschichten: Hier erfährst du alles über Obsidian, dem schwarzen, vulkanischen Glas, das einst die Inseln zu einem wichtigen Handelszentrum machte.
Auf deiner Besichtigungstour sollte die Basilica di Bartolomeo ganz oben stehen. Sie liegt auf einem rund 60 Meter hohen Felsen am Meer und ist dem Schutzpatron der Liparischen Inseln, dem Apostel Bartholomäus, gewidmet. Vom Vorplatz der 1654 im Barockstil errichteten Kathedrale genießt du einen ausgezeichneten Blick auf den Hafen und die Altstadt.
Kulinarisch glänzt Lipari mit Restaurants wie dem Filippino, wo die Familie Bernardi seit über einem Jahrhundert ausschließlich frischen Fisch serviert. Abends verwandelt sich der Corso Vittorio Emanuele in eine lebendige Flaniermeile, wo Einheimische und Gäste gleichermaßen das Dolce Vita genießen.
Für Bootsausflüge zu den Nachbarinseln empfehlen sich Anbieter wie Da Massimo Eolie Excursions, die auch Kombinationstouren zu mehreren Vulkaninseln organisieren.
2. Stromboli – Drehort und Feuerberg

Stromboli verdankt seinen poetischen Beinamen den römischen Seefahrern, die sich nachts an seinen glühenden Eruptionen orientierten. Diese vulkanische Laterne funktioniert seit Jahrtausenden mit bemerkenswerter Zuverlässigkeit – etwa alle 15 bis 20 Minuten schleudert der Feuerberg glühende Lavafetzen in die Luft.
Die Wanderung zur Sciara del Fuoco, der schwarzen Rutsche aus erstarrter Lava, ist ein Abenteuer für sich. Lokale Führer wie Stromboli Guide oder Magmatrek bringen dich sicher zu den besten Aussichtspunkten, ausgerüstet mit Helmen und Stirnlampen. Alternativ kannst du das Naturschauspiel auch entspannt vom Boot aus beobachten – Anbieter wie Societa Navigazione Siciliana organisieren nächtliche Touren, bei denen du mit einem Aperitif in der Hand das Feuerwerk der Natur genießt.
Einen Teil seiner Berühmtheit verdankt das Eiland dem Film „Stromboli – Land Gottes“ von Roberto Rossellini mit Ingrid Bergmann in der Hauptrolle. Das rote Filmhaus auf der Straße nach San Bartolo zählt heute zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Insel.
Überhaupt: Im autofreien Hauptort ticken die Uhren anders. Alles wird mit dreirädrigen Ape-Fahrzeugen oder zu Fuß transportiert, was dem Ort seinen unwiderstehlichen Charme verleiht. Für lukullische Genüsse empfehle ich das winzige Restaurant Punta Lena direkt am schwarzen Sandstrand. Das noch abgelegenere Ginostra erreichst du nur per Boot – hier leben gerade mal 40 Menschen in völliger Abgeschiedenheit zwischen steilen Terrassen und alten Lavasteinmauern.
3. Vulcano – Schwefel, Krater und schwarze Strände

Schon beim Verlassen der Fähre weißt du: Hier ist die Erde noch quicklebendig. Schwefeldämpfe steigen aus Felsspalten auf, das Wasser blubbert warm aus heißen Quellen, und überall spürst du die Kraft des Vulkanismus. Vulcano ist geologisch gesehen ein ruhender Riese, dessen letzte große Eruption 1888 bis 1890 stattfand. Ruhend bedeutet in diesem Zusammenhang aber keineswegs inaktiv.
Der Aufstieg zum Gran Cratere führt dich durch eine außerirdisch wirkende Landschaft aus gelbem und rotem Gestein, das von Schwefel und Eisenoxid gefärbt ist. Oben angekommen, blickst du in einen 500 Meter breiten Krater, aus dem noch immer heiße Dämpfe aufsteigen. Die Rundsicht ist atemberaubend. Für organisierte Touren empfehlen sich Anbieter wie Vulcano Trekking, die auch die geologischen Hintergründe spannend erklären.
Zurück am Hafen wartet ein ganz besonderes Wellness-Erlebnis: Die natürlichen Schlammbäder von Vulcano sind seit der Antike berühmt. Der warme, schwefelhaltige Matsch soll Hautkrankheiten lindern und die Gelenke entspannen.
Direkt daneben liegt der gut besuchte Strand Spiaggia delle Sabbie Nere, wo der schwarze Lavasand manchmal so warm wird, dass du wie auf Eiern laufen musst. Wer etwas mehr Ruhe bevorzugt, der wird an der gegenüberliegenden La Baia Negra fündig. Die beiden Beaches liegen nur durch einen Hügel getrennt an der schmalsten Stelle von Vulcano.
4. Salina – Grüne Insel mit Wein und Kapern


Das kleine Eiland Salina überrascht mit seiner Üppigkeit in einem Archipel, das nicht selten karg wirkt. Dank ihrer Süßwasserquelle – eine Seltenheit auf den Liparischen Inseln – gedeihen hier seit Jahrhunderten Reben, deren goldener Malvasia zu den edelsten Dessertweinen Italiens zählt. Diese „Flüssige Poesie“, wie Kenner den Malvasia nennen, reift in kleinen Familienbetrieben wie der Cantina Hauner oder den Haziendas Caravaglio Antonino, Fenech und Colosi Piero, wo du den süßen Tropfen direkt ab Hof verkosten kannst.
Der Monte Fossa delle Felci thront mit seinen 962 Metern nicht nur als höchster Punkt über der Inselkette, sondern birgt auch botanische Schätze. Der Aufstieg führt dich durch einen der letzten natürlichen Lorbeerwälder des Mittelmeers, in dem sich Farne und wilde Orchideen verstecken. Oben angekommen, verstehst du, warum die alten Griechen diese Inseln „Äolisch“ nannten – nach Äolus, dem Gott der Winde, der hier wohl einst residierte.
Kulinarisch glänzt Salina nicht nur mit Wein, sondern auch mit den berühmten Kapern, die unter DOP-Schutz stehen. Im Restaurant Sale, Amore e Vento Braceria con cucina in Santa Marina Salina werden sie traditionell zu Pasta, aber auch zu gegrilltem Fleisch serviert, mit dem sich das Lokal einen Namen gemacht hat.
Zu den Top-Sehenswürdigkeiten zählt der Ort Pollara, der 1994 durch Roberto Benignis Film „Il Postino“ weltberühmt wurde. Die halbmondförmige Bucht mit ihren dramatischen Klippen diente als romantische Kulisse für die Briefträger-Romanze. Heute kannst du hier im selben Café sitzen und dabei den spektakulären Sonnenuntergang genießen oder die in den Fels gehauenen Keller an den Klippen besuchen.
Idylle pur erwartet dich außerdem in Malfa. Der Küstenort liegt geschützt zwischen Meer und den grünen Steilhängen des Monte Fossa delle Felci. Im Volkskundemuseum erhältst du einen Einblick über die Bewegte Geschichte der Liparischen Inseln. Das Haus in der Via Fontana öffnet täglich von 09:00 bis 13:00 Uhr (außer Sonntag). Im Anschluss lädt der herrliche Spiaggia dello Scario, einer von drei Stränden vor Ort, zu Badefreuden in spektakulärer Kulisse ein.
Übrigens: Auch Salina diente als Kulisse für den preisgekrönten Film „Vulcano“, der 1949 in Konkurrenz zu „Stromboli“ gedreht wurde.

Mach es wie 15.000 andere und abonniere unseren Newsletter
Tipps für traumhafte Wander- und Reiseziele
Foto-Hacks für atemberaubende Bilder
Insider-Wissen für die perfekte Reiseplanung
Foto-E-Book im Wert von 29,95€ geschenkt!
Hier findest du mehr Infos und hier unsere Datenschutzerklärung
5. Panarea – Weiß, Blau und versteckte Buchten

Die kleinste bewohnte Äolische Insel ist ein Meisterwerk der Kontraste: Tagsüber flanierst du zwischen 3.500 Jahre alten Bronzezeitsiedlungen, abends genießt du Champagner auf Yacht-Terrassen. Berühmte Adlige wie die Familien Borghese, Visconti und Bulgari besitzen hier Prachtvillen und auch Hollywood-Stars wie Uma Thurman, Kate Moss und Melanie Griffith zieht es regelmäßig auf Panarea.
Aber keine Angst: Panarea hat es geschafft, Luxus und Authentizität harmonisch zu vereinen, ohne seine Seele zu verkaufen. San Pietro, der einzige richtige Ort der Insel, bezaubert mit seinem architektonischen Stil: weiß getünchte Häuser mit blauen Fensterläden, von Bougainvillea umrankte Terrassen und autofreie Gassen, in denen sich elegante Boutiquen und urige Trattorien abwechseln.
Die Cala Junco gilt als einer der schönsten Badeplätze des gesamten Archipels – ein natürliches Amphitheater aus weißem Gestein, gefüllt mit türkisfarbenem Wasser, das an die Karibik erinnert. Der Weg dorthin führt vorbei an Capo Milazzese, wo italienische Archäologen eine der bedeutendsten prähistorischen Siedlungen des Mittelmeers freigelegt haben.
Für Bootsausflüge zu den vorgelagerten Felseninseln Basiluzzo und Lisca Bianca, wo untermeerische Gasaustritte das Wasser zum Blubbern bringen, empfehlen sich Anbieter wie Panarea Diving Center. Für den Genuss nach all diesen Aktivitäten empfehle ich das Restaurant Da Giovanni an der Marina, wo seit Generationen hervorragender Fisch serviert wird.
Hilfreiche Tipps für deinen Besuch

Anreise
Am schnellsten erreichst du die Liparischen Inseln mit dem Schiff von Milazzo (Sizilien) und Tropea (Kalabrien) aus. Von dort verkehren täglich Fähren und schnelle Tragflächenboote (Aliscafi). Zu den internationalen Flughäfen in Catania, Palermo und Lamezia Terme bestehen Verbindungen von vielen deutschen Airports. Zwischen den Inseln bewegst du dich mit Linienschiffen oder privaten Ausflugsbooten.
Beste Reisezeit
Juni und September bieten die perfekte Balance zwischen Baden, Wandern und erträglichen Besucherzahlen. Juli/August bedeuten Hochbetrieb und höhere Preise, besonders auf Panarea und Lipari. April, Mai und Oktober locken mit ruhigen Inseln und stabilen Verbindungen – ideal für entspannte Erkundungstouren. Im Winter schließen viele Unterkünfte, und Fährverbindungen werden reduziert. Preislich liegt das Archipel über sizilianischem Festlandniveau.
Nützliches vor Ort
Leichte Kleidung, eine Abendjacke, feste Wanderschuhe und Badesachen reichen völlig aus. Eine Stirnlampe erweist sich auf schlecht beleuchteten Inseln wie Stromboli und Panarea als praktisch. Sonnen- und Mückenschutz sind unverzichtbar. Bei Vulkantouren informiere dich über aktuelle Sicherheitsregeln und buche bei anspruchsvollen Wanderungen einen lokalen Guide und plane deine Route vorab.
Hier kannst du übernachten
Das 4-Sterne-Haus Tritone Lipari (hier Preise checken*) verfügt über schön eingerichtete und bequeme Zimmer. Auf der großen Hotelterrasse mit wunderschönem Blick auf die Altstadt genießt man das Frühstück und den Aperitif. Relaxen kann man im Swimmingpool mit Whirlpool-Zone. Ausgezeichnete Küche im eigenen Restaurant mit Fisch-Spezialitäten.
Das zentrumsnahe Il Gabbiano Relais (hier Preise checken*) in Stromboli verfügt über stylische Apartments mit Außenpool und Zugang zum Meer. Von der Dachterrasse eröffnet sich ein herrlicher Ausblick auf den Stromboli.
Das Hotel Orsa Maggiore (hier Preise checken*) auf Vulcano verfügt über eine gepflegte Pool- und Außenanlage. Das Frühstückbuffet überzeugt ebenso wie der Service. Als Aufschlag kommen die Gäste in den Genuss eines kostenlosen Shuttleservice von/zur Fähre.
Das Principe di Salina (hier Preise checken*) ist ein echtes Boutique-Hotel: Familiengeführt und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Das Essen wird jeden Abend für alle Gäste in großer Menge zubereitet.
In Panarea wartet mit dem familiengeführten B&B da Luca (hier Preise checken*) eine top-gepflegte Unterkunft in ruhiger Lage oberhalb des Ortes auf dich. Neben einer außergewöhnlichen Außenanlage erwartet dich ein üppiges Frühstück und ein Gratis-Abholservice.
Mein Fazit

Die Liparischen (Äolischen) Inseln sprechen dank ihrer Vielseitigkeit ein breites Klientel an. Du wechselst zwischen lebhaftem Lipari, glühendem Stromboli, schwefligem Vulcano, grünem Salina und weiß-blauem Panarea – jede Insel gibt dir ein anderes Gefühl. Wenn du dich fragst, was du hier unbedingt sehen musst, sind es für mich der Stromboli bei Nacht, der Kraterrand von Vulcano, die Gassen von Lipari-Stadt, eine Wanderung auf Salina und ein Bad in einer abgelegenen Bucht bei Panarea. Planst du deine Route außerhalb der Hauptsaison, erlebst du eine der vielfältigsten Inselwelten Europas. Mein Feelgood-Faktor: 85 von 100!
*Werbelink / Bilder von der Amazon Product Advertising API
