Kassandra (Chalkidiki) Sehenswürdigkeiten: Meine Top-10-Highlights

Die Halbinsel Kassandra ist der westlichste der drei „Finger“ der Chalkidiki und ein Sehnsuchtsort für Badeurlauber – allerdings mit Abstrichen. Türkisblaues Wasser, endlose Sandstrände und herrliche Landschaften führen im Sommer zu einem Massenansturm mit all seinen negativen Begleiterscheinungen. „Poseidons Dreizack“ bleibt dennoch ein attraktives Reiseziel, vor allem außerhalb der Hauptsaison.

Ich nehme dich mit zu den schönsten Sehenswürdigkeiten und gebe dir Tipps, wie deine Kassandra-Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.

Kurz und knapp: Strände, Märkte & Sehenswürdigkeiten

Kassandra ist der touristischste Teil der Chalkidiki. Hier findest du kilometerlange Sandstrände und auf die Wünsche der Pauschalurlauber ausgerichtete Ferienorte, die kaum älter als hundert Jahre sind. Ursprüngliche Dörfer wie das antike Afytos oder das quirlige Kassandria bestätigen die Ausnahme. Charme versprüht der westliche Finger der Chalkidiki vor allem in den kleineren Orte abseits der Tourismusrouten. Mit ihren gepflasterten Plätzen, byzantinischen Kirchen und attraktiven Wochenmärkten vermitteln sie einen unverfälschten Eindruck von lokaler Kultur. Wer sich dem Rummel im Hochsommer entziehen möchte, sollte sich im Frühjahr oder Herbst auf die Reise begeben. Naturliebhaber und Ruhesuchende finden zu dieser Zeit ideale Bedingungen vor.

1. Afytos – Wunderschönes Dorf mit reicher Geschichte

Afytos ist im wahrsten Sinne steinreich! Während anderswo im Land zumeist Beton das Ortsbild prägt, setzt man hier fast ausschließlich auf Stein, der in der Umgebung gebrochen wird. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung ist der hiesige Bürgermeister, seines Zeichens selbst Steinmetz. Er ließ im denkmalgeschützten Ort eindrucksvolle Mauern, Mühlsteine und kunstvolle Reliefs erstellen und schuf somit ein kleines Freilichttheater, das der 2.500-jährigen Geschichte gerecht wird.  

Eine weitere Besonderheit liegt in der Geschichte: Afytos existierte bereits in der Antike als bedeutende Siedlung. Die makedonische Architektur zeigt sich in zweistöckigen Häusern mit charakteristischen Steinwänden, hölzernen Balkonen und Ziegeldächern.

Die organische Struktur des Ortes entstand durch die gekrümmte Anlage auf dem Plateau. Gepflasterte Gassen führen zum Panorama-Boulevard am Klippenrand. Von hier blickst du hinab auf das azurblaue Meer und die Küstenlinie des Toronäischen Golfs.

Die Kirche Agios Dimitrios (1859) ist die einzige dreischiffige Basilika mit Kuppel auf der gesamten Halbinsel. Der achteckige Glockenturm erhebt sich über den Dächern. Im Folkloremuseum (Website) erfährst du mehr über traditionelle Handwerkskunst und Lebensweise.

Unterhalb des Ortes liegt der Afytos Beach. Eine lange Steintreppe führt hinunter zum Sandstrand mit seichtem Wasser. Eine Süßwasserquelle entspringt dort – ein seltenes Phänomen.

Mein Restaurant-Tipp: In seinem Sousourada (Google Maps) serviert TV-Koch Nikos Katsani mit seiner Familie fantastische Küche und Spitzenweine in urigem Ambiente – und das zu erschwinglichen Preisen. Das Sousourada gilt als eine der führenden Adressen auf der gesamten Chalkidiki.

LESETIPP: Lust auf noch mehr Chalkidiki? Dann schaue dir die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Sithonia an.

2. Die schönsten Strände auf Kassandra

Kassandra lockt mit traumhaften Badebuchten und kristallklarem Wasser. Allerdings herrscht fast an der gesamten Küstenlinie von Juni bis Mitte September Ausnahmezustand. Im Spätsommer wird es dann merklich ruhiger, bei immer noch angenehmem Badewetter. Ich persönlich habe selbst Mitte November meine Bahnen im Meer gezogen – dank Herbstsonne und warmen Sand ein herrliches Vergnügen.

Der Agios Nikolaos Beach bei Siviri ist ein echter Geheimtipp und gleichzeitig mein Favorit. Über eine sandige Steilpiste erreichst du die versteckte Bucht mit hellem, feinkörnigem Sand. Dichter Kiefernwald umgibt den naturbelassenen Abschnitt komplett. Das Wasser leuchtet smaragdgrün und ist glasklar. Hier findest du selbst im Hochsommer einen schattigen Platz – auch wegen der nichtvorhandenen Infrastruktur und Einkehrmöglichkeiten.

Der Fourka Beach liegt beschaulich am gleichnamigen traditionellen Fischerdorf. Hier reihen sich familiengeführte Tavernen am Mix aus Sand und Kiesstrand – authentisches Griechenland fernab des Massentourismus. Das Wasser ist ruhig und klar.

Den Afytos Beach erreichst du über 200 Stufen vom höhergelegenen Ortskern. Der lange Sandstrand liegt idyllisch unterhalb der 50 Meter hohen Klippen mit einer Süßwasserquelle.

Sani Beach erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang des gleichnamigen Luxusresorts. Schneeweißer, feiner Sand trifft auf türkisfarbenes Wasser, während immergrüne Pinienwälder natürlichen Schatten spenden. Das Besondere: Der Zugang zum Strand ist frei, die Preise für Liegen aber gehoben. Der Meeresgrund fällt flach ab, ideal also für Familien mit kleinen Kindern.

Simantro Beach südlich vom Sani Resort verzaubert mit goldenem, fast puderartigem Sand. Das Wasser schimmert in allen Türkistönen und bleibt auch 30 Meter vom Ufer noch knietief – perfekt für Kinder und Nichtschwimmer. Die Bucht ist windgeschützt und das Meer meist spiegelglatt. In der Nebensaison findest du hier absolute Einsamkeit, im Sommer stellt eine nahegelegene Strandbar Liegen und Verpflegung bereit.

Kallithea Beach zählt zu den längsten und beliebtesten Küstenabschnitten der Halbinsel. Feiner goldener Sand und azurblaues Wasser prägen das Bild über mehrere Kilometer. Schattenspendende Pinienbäume reichen bis ans Ufer. Der Blick auf den Toronäischen Golf ist spektakulär. Abends verwandelt sich die Küste in ein pulsierendes Vergnügungsviertel mit Strandpartys, Live-Musik und Cocktailbars.

Chrousso Beach bei Paliouri beeindruckt mit seiner weitläufigen, halbmondförmigen Bucht. Der Sandstrand erstreckt sich über 800 Meter, das glasklare Wasser fällt sanft ab. Rote und ockerfarbene Klippen rahmen die malerische Szenerie ein. Am nördlichen Ende findest du einen naturbelassenen Bereich, der südliche Teil ist mit Liegen ausgestattet.

3. Kassandria – Wahrhaft antitouristisches Zentrum

Im Herzen von Kassandra liegt der mit rund 3.000 Einwohnern größte Ort der Halbinsel. Kassandria ist authentisch und nicht für internationale Touristen herausgeputzt – genau das macht den Charme aus.

Die Marienkirche Genníseos tis Theotokou aus dem Jahr 1850 überragt alle Dächer. Rund um die Platia Eleftherias mit der tausendjährigen Platane findest du gemütliche Cafés und traditionelle Tavernen. Meine Favoriten sind die Bugatsa Refectory Andreas (Google Maps) und die Repio Cafe Bar (Google Maps).

Eines meiner Highlights ist der riesige Wochenmarkt (siehe Sehenswürdigkeit 8) jeden Dienstag von 8:00 bis 13:00 Uhr. Händler und Bauern aus ganz Chalkidiki verkaufen hier regionale Produkte wie Obst, Gemüse, Kräuter, Textilien und Kunsthandwerk – und das alles zu sehr günstigen Preisen.

Einen Stopp wert ist zudem die Tzikas‘ Family Winery mit ihren biologisch angebauten Weinen. Ab einem Preis von zehn Euro kannst du die edlen Tropfen in Ruhe ausprobieren. Du findest das Anwesen an der Hauptstraße in Richtung Siviri.

4. Nea Potidea und der Kanal von Xerxes

Nea Potidea markiert das Tor zu Kassandra an der schmalsten Stelle der Halbinsel. Der Kanal von Potidea durchschneidet die Landenge und verbindet den Thermaischen Golf mit dem Toronäischen Golf.

Anders als die Geschichte des jungen Orts reicht die des Kanals fast 2.500 Jahre zurück, als der persische König Xerxes den Bau in Auftrag gab, um mit seiner Flotte die gefährliche Umrundung des Kaps zu vermeiden. Heute wird das modernisierte Bauwerk hauptsächlich von Fischern und kleineren Booten genutzt.

Zu den größten Sehenswürdigkeiten zählt die archäologische Stätte von Potidea, die einst Teil einer massiven Wehranlage war. Du findest die Überreste der byzantinischen Burgmauern direkt am östlichen Ende der Wasserstraße. Von hier aus bietet sich ein Spaziergang entlang des smaragdgrünen Kanals bis zur schönen Marina an.

Auf deinem Weg solltest du die Taverne Ta Kastra (Google Maps) mit ihrem idyllischen Vorgarten auf keinen Fall links liegen lassen. Der Ort erstreckt sich über die gesamte Landenge. Dort wartet ganzjährig mit dem Marina (Google Maps) eine hervorragende Adresse für Fisch- und Meeresgerichte auf dich.

Im Osten liegt der weitläufige Beach (Blaue Flagge), der im Herbst fast menschenleer, im Sommer aber sehr gut besucht ist. Mir hat es hier nicht gefallen, denn die Promenade mit der dahinterliegenden Gastrozone gleicht einer heruntergekommenen Partymeile. Zudem fehlt dem weitläufigen Strand das gewisse Etwas.

Wesentlich idyllischer geht es hingegen im Ortszentrum an der großen Platia zu, wo sich vor allem am Abend die Einheimischen zum Plausch treffen. Hier findest du auch meinen Top-Restaurant-Tipp für Nea Potidea: 

Das To Kritamo (Google Maps) an der Platia begeistert mit seinem tollen Interieur und der kleinen Veranda auf Anhieb. Hier trifft sich die Dorfgemeinschaft und heißt jeden Gast herzlich Willkommen. Es warten nette Gespräche mit den Besitzern sowie tolle Fisch- und Fleischgerichte auf dich – und das auch in den Wintermonaten.


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5. Wandern auf Kassandra

Der westlichste Finger der Chalkidiki lockt dich mit herrlichen Wandertouren zwischen Küste und langgestreckten Höhenrücken. Kassandra ist in der Spitze gerade einmal 350 Metern flach und eignet sich damit perfekt für entspannte Ausflüge.

Besonders lohnenswert ist die rund elf Kilometer lange Küstenwanderung von Sani nach Siviri. Der Weg führt durch abwechslungsreiche Landschaften und vereint dicht bewachsene Waldpassagen mit steilen Abschnitten inklusive atemberaubender Ausblicke. Beeindruckend sind die Stopps an den Stränden von Koutsoupia, Simantro und Kypsa. Start- und Endpunkt ist der Eingang des Sani Clubs (Google Maps).

Wer etwas mehr Puste hat, der sollte sich den Kassandra-Höhenweg vornehmen. Als Ausgangspunkt bietet sich der Dorfplatz in Agia Paraskevi an (Google Maps). Nach rund 500 Metern in südlicher Richtung zweigt links eine breite Feldfuhr ab. Von hier aus weisen dir Schilder den Weg.

Die Tour nach Fourka erstreckt sich über 22 Kilometer und nimmt etwa 5,5 Stunden in Anspruch. Die Landschaft entlang der Route bietet atemberaubende Ausblicke auf beide Küstenstreifen – Kassandra ist insgesamt nur etwa acht Kilometer breit. Immer wieder zweigen kleine Pisten zu den Küstenorten ab.

Als wichtiger Orientierungspunkt dient eine Barracke mit eingezäunten Wildschweinen. Von hier an drängen bunte Blumenwiesen mit Ginster und Mohn die Kiefernwälder zurück. Der Pfad schlängelt sich allmählich bergab, und die ersten Häuser von Fourka kommen in Sicht.

6. Top-Sehenswürdigkeiten auf Kassandra

Nur wenige Kilometer nördlich von Kassandra liegt Olynthos, bekannt vor allem wegen seiner archäologischen Stätte. Wer kein ausgeprägtes Interesse an historischem Gut hat, kann sich den stattlichen Eintritt von 10 Euro sparen. Die Überreste bestehen ausschließlich aus Fundamenten und Mosaiken. Mehr zu sehen gibt es im 2024 neu eröffnete Multimediamuseum, das auch historische Fundstücke preisgibt.

Unweit von Kassandria wartet mit der Kirche von St. Raphael Nicholas and Irene eines der fotogensten Gotteshäuser auf deine Entdeckung. Gleich in der Nähe, ziemlich genau in der Mitte zwischen Ost- und Westküste, findest du mit dem Metoxi-Restaurant (Google Maps) einen der besten Gastrotipps auf Kassandra.

Im Westen von Kassandra ragt das Kap Possidi weit in den Thermaischen Golf hinein. Die dreieckige Landzunge mit ihrem langen Kiesstrand ist ein beliebtes Fotomotiv. Das gilt auch für den Leuchtturm aus dem Jahr 1864.

Sehr authentisch geht es trotz seiner Größe von knapp 10.000 Einwohnern in Nea Moudania zu. Vor allem die Marina und die imposante Kirche Agios Georgios sind einen Abstecher wert. Von hohem religiösen Wert ist darüberhinaus die Ikone der Panagia Koryfini (Jungfrau Maria) in der gleichnamigen Kirche am Stadtrand. Diese kam 1922 mit Flüchtlingen aus Kleinasien in den Ort und gilt als Meisterwerk.

Naturfreunde sollten einen Blick auf die Wetlands von Agios Mamas werfen. Vor allem im Frühjahr und im Herbst ziehen hier zahlreiche Zugvögel durch. Neben Flamingos findest du in den Feuchtgebieten viele Schildkröten, Otter und Amphibien. Der Ort selbst ist herrlich entspannt, verfügt über einen wunderschönen Dorfplatz mit Kapelle sowie einer byzantinischen Kirche. Jedes Jahr Anfang September strömen Tausende von Menschen aus der gesamten Region hier her. Der große Jahrmarkt zieht rund 1.000 Aussteller und mehr als 200.000 Besucher hierher.

Tipp MEINE MEINUNG:
Wer auf Kassandra das authentische Griechenland sucht, sollte seine Erwartungen deutlich herunterschrauben. Die beliebte Ferienregion hat es über Jahre versäumt, das ungezügelte Wachstum der Tourismusindustrie einzudämmen. In Orten wie Kallithea, Pefkochori, Polychrono, Hanioti oder Chrysopigi feiert man während der Hochsaison eine Nonstop-Party – ruhige Ecken sind schwer zu finden, dafür trifft man allerorten auf völlig überzogene Preise.

Bis in die frühen Morgenstunden lärmen die Partyzentren. Viel Müll, wenig Flair, stattdessen gesichtslose Zweckbauten, riesige Betonbunker und billige Infrastruktur. Wer Kassandra besuchen möchte, sollte dies im Frühjahr oder Herbst tun. Wenn die Halbinsel Luft zum Atmen hat, offenbart sich ihre wahre Schönheit – abseits der Hotspots, natürlich und frei von Animation.

7. Nea Fokea und Agios Pavlos Turm

Nea Fokea liegt an der Ostküste und wurde vor gut 100 Jahren von Flüchtlingen aus Kleinasien gegründet. Der Ort schmiegt sich idyllisch an einen sanften Hügel, umrahmt von immergrünen Nadelwäldern und sehr schönen Küstenabschnitten mit einer kleinen Marina nebst Promenade.

Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist der byzantinische Agios Pavlos Turm (St. Paul), der 17 Meter hoch über dem Fischerhafen thront. Die alte Festung stammt höchstwahrscheinlich aus dem Jahr 1407 und diente dem Schutz der Bauern, die hier arbeiteten. Zuletzt 1976 restauriert, präsentiert er sich heute nahezu unversehrt. Anders als die darunterliegende Kapelle der 12 Apostel kann der Tower leider nicht mehr von innen besichtigt werden.

Etwas versteckt auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelangst du durch eine unscheinbare Tür in den engen Höhlenkomplex zu den Heiligen Quellen des Apostels Paulus. Um den Kriechgang bis zum Altar zu bewältigen, solltest du frei von Platzangst und dein Handy oder eine Taschenlampe dabeihaben. Gläubige besuchen diesen Ort, um für die Heilung ihrer körperlichen und seelischen Leiden zu beten. Hierbei lassen sie Unterwäsche in der Höhle zurück.

Nach überstandenem Abenteuer lohnt sich unbedingt der Besuch des höhergelegenen Ortskerns. Mein persönliches Highlight ist der zentrale Dorfplatz mit der Kirche des Heiligen Nikolaus und dem Denkmal für die Einwanderer aus Kleinasien. Direkt davor findest du mit dem traditionellen Café Nikos (Google Maps) den Treffpunkt schlechthin in Nea Fokea. Hier kommen Einheimische und Gäste bei Getränken und deftiger Grillkost zusammen. Niko öffnet von früh bis spät, ohne Ruhetag und das ganzjährig!

8. Die schönsten Wochenmärkte

Die Wochenmärkte sind ein authentisches Erlebnis. Bauern und Händler aus der ganzen Region verkaufen frisches Obst, Gemüse, Kräuter, Honig, Olivenöl, Käse, Textilien und Kunsthandwerk.

Kassandria-Markt (Dienstag, 8-13 Uhr): Der größte und authentischste Markt der Halbinsel. Händler aus ganz Chalkidiki bieten regionale Produkte an. Besonders empfehlenswert: Holomon Organic Herbs mit Bio-Kräutern und Gewürzen aus den Bergen. Die Atmosphäre ist lebhaft – hier triffst du überwiegend Einheimische.

Nea Moudania-Markt (Samstag, früh morgens): Der zweitgrößte Markt liegt am Rand der Halbinsel. Neben Lebensmitteln findest du hier auch Haushaltswaren, Kleidung und Schuhe zu günstigen Preisen.

Polychrono-Markt (Donnerstag, vormittags): Kleinerer Markt mit Fokus auf frische Lebensmittel. Perfekt, um regionales Gemüse und Obst einzukaufen.

Mein Tipp: Komme früh am Morgen für die beste Auswahl. Bringe eine Stofftasche mit und akzeptiere die ohnehin günstigen Preise. Anders als auf dem Basar tritt man hier nur bei größeren Mengen in Verhandlungen.

9. Petralona-Cave

Versteinerte menschliche Figuren sitzen in der Tropfstein höhle von Petralona
In der Tropfsteinhöhle und dem Museum von Petralona rückt die Steinzeit in den Fokus

Die bekannte Sehenswürdigkeit liegt 20 Kilometer nördlich von Nea Moudania im Hinterland von Kassandra. In der Tropfsteinhöhle entdeckte der Forscher Ioannis Petrocheilos 1960 einen gut erhaltenen menschlichen Schädel, der zwischen 160.000 und 300.000 Jahre alt sein könnte.

Seit 2024 kannst du wieder rund 800 Meter in den Berg Katsika hineingehen und mehrere eindrucksvoll beleuchtete Säle mit skurrilen Gesteinsformationen bewundern. Das Petralona-Museum zeigt neben multimedialen Inhalten auch Fundstücke wie prähistorische Tierskelette. Geöffnet täglich 8:30 bis 15:30 Uhr (außer Dienstag), Eintritt: 8 Euro.

10. Sani Resort – Eine eigene Welt

Im Westen von Kassandra erstreckt sich ein kilometerlanger Strandabschnitt mit schneeweißen Dünen und ausgedehnten Pinienwäldern. Hier liegt das preisgekrönte Sani Resort, dessen (nur wenigen Gästen vorbehaltener) Club zu den edelsten Luxushabitaten Griechenlands zählt. Was ich erleben durfte, war ein Line-up von opulenten Villen in abgeschirmter Hanglange, jede Einzelne mit eigenem Schwimmbad und großzügigem Anwesen ausgestattet. Alle erdenklichen Annehmlichkeiten und privater Hofstaat inklusive.

Was in den 1960er Jahren als Vision zweier Unternehmer begann – jetzt kommt die gute Nachricht – erwuchs zur ersten CO2-neutralen Anlage des Landes. Auf 400 Hektar erwarten dich Hotels, Ferienhäuser, eine stattliche Marina, unzählige Restaurants und Cafés, Event-Locations sowie diverse Wellness-Oasen.

Zu den Sehenswürdigkeiten im Resort zählt außerdem der Stavronikita Tower am gleichnamigen Strand. Weiterhin lohnt ein Besuch der Sani Wetlands – einem Sumpf- und Feuchtgebiet mit großer Artenvielfalt. Auch Wanderfreunde kommen in der Umgebung voll auf ihre Kosten, wie etwa am Sani Walk, einem circa drei Kilometer langen Naturpfad zwischen blühenden Wiesen, Pinienwäldern und Sandsteinfelsen.

Mein Eindruck: In den vergangenen 15 Jahren hat sich hier abgesehen von den permanenten Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen kaum etwas verändert. Nach wie vor beschleicht mich das seltsame Gefühl, als würde man mich beobachten und einzäunen. Wer hier ankommt, der verlässt das Areal bis zur Abreise nicht mehr. Das ist nicht meine Welt, aber natürlich gibt es unterschiedliche Betrachtungsweisen.

Hilfreiche Tipps für deinen Aufenthalt

Anreise

Du erreichst Kassandra am besten über den Flughafen Thessaloniki. Von dort sind es etwa 80 Kilometer bis zur Halbinsel – eine Fahrt von gut einer Stunde, je nach Zielort. Den Makedonia Airport erreichst du via Direktflug aus Deutschland in etwa zwei Stunden.

Fortbewegung

Die beste Art, Kassandra zu erkunden, ist mit einem Mietwagen. So bist du flexibel und erreichst auch abgelegene Gegenden. In der Hauptsaison buchst du am besten vorab online. Ein öffentliches Busnetz verbindet die wichtigsten Orte. Die relativ flache Topografie eignet sich auch gut zum Radfahren. Die Ferienorte selbst sind kompakt und lassen sich zu Fuß erkunden.

Unterkünfte

Kassandra bietet eine große Auswahl an Übernachtungen für jeden Geldbeutel. Das Sani Resort (Preise checken*) ist die erste Adresse für Luxusurlauber. In der Mittelklasse bietet My Afytos Balcony (Preise checken*) in Afytos moderne Studios mit eigener Küchenzeile. Günstige Apartments und Studios zur Selbstverpflegung findest du zahlreich in Polichrono, Chanioti und Pefkochori oder auch bei Liora Stay (Preise checken*) in Nea Fokea.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Kassandra ist von Mitte September bis Ende Oktober. In dieser Zeit zeigt sich das mediterrane Klima von seiner besten Seite mit warmem Wasser (23 bis 24 Grad) und angenehmen Temperaturen. Baden ist selbst Mitte November noch möglich – ich habe das für euch gecheckt. Auch der Frühling bietet sich für Wandertouren und andere Aktivitäten an.

Reisedauer

Für die Halbinsel Kassandra solltest du mindestens 3 bis 4 Tage einplanen. So hast du genug Zeit, die schönsten Strände zu entdecken und die Highlights zu besuchen. 5 bis 7 Tage sind ideal, um auch die abgelegenen Ecken zu erforschen und entspannt am Strand zu relaxen. Mit 10 oder mehr Tagen kannst du Kassandra mit der Nachbarhalbinsel Sithonia und dem Berg Athos kombinieren.

Mein Fazit

Kassandra ist vor allem im Hochsommer ein absoluter Touristenmagnet. Die Kombination aus guter Infrastruktur und endlosen Stränden, die zweifellos zu den schönsten in Griechenland zählen, lockt die Massen an. Die Auswahl an Hotels, Restaurants und Bars ist riesig. Wer Party und Unterhaltung sucht, ist hier richtig. Hegst du hingegen höhere Ansprüche, dann solltest du dich auf die Nebensaison konzentrieren. Zu dieser Zeit lassen sich die wahren Schätze der Kassandra am besten heben. Mein Feelgood-Faktor: 70 von 100!

Kassandra-Reiseführer

Das waren also die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Kassandra. Für noch mehr Tipps empfehle ich dir folgende Reiseführer:

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Steffen Eidam ist versierter Journalist und ausgewiesener Griechenland-Experte.

Auf unserem Foto- und Reiseblog nimmt er dich mit zu seinen Lieblingsregionen in Europa und speziell in Griechenland.

Hier findest du alle Artikel von Steffen Eidam.
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