Kurz und knapp: Altstadt, Reisetipps & Sehenswürdigkeiten
Aschaffenburg erkundest du am besten zu Fuß. Die beste Reisezeit ist von April bis Oktober, besonders schön ist der Frühling während der Magnolienblüte im Park Schöntal. Das milde Klima macht die Stadt aber auch im Winter zu einem lohnenswerten Ausflugsziel. Du erreichst „Aschebersch“, so der Spitzname, bequem mit der Bahn – der Hauptbahnhof liegt zentral – oder mit dem PKW. Parkplätze findest du rund um das Zentrum und am Mainufer. Die meisten Highlights konzentrieren sich auf die Altstadt sowie der Promenade zwischen Schloss Johannisburg und dem Landschaftspark Schönbusch.
1. Schloss Johannisburg – Majestätisches Wahrzeichen am Main

Das imposante Schloss Johannisburg bildet das absolute Herzstück von Aschaffenburg und ist bereits von weitem als mächtiger roter Sandsteinbau sichtbar. Die zwischen 1605 und 1614 errichtete Vierflügelanlage mit ihren charakteristischen Türmen zählt zu den bedeutendsten Renaissanceschlössern Deutschlands. Bis 1803 diente es als zweite Residenz der Mainzer Kurfürsten und Erzbischöfe – eine Art „Sommerfrische“ der geistlichen Hoheiten.
Das wahre Highlight im Inneren ist die weltweit größte Sammlung von Korkmodellen antiker Bauwerke. Diese filigranen Nachbildungen entstanden im 18. und 19. Jahrhundert und zeigen das Pantheon, das Kolosseum und andere römische Meisterwerke in perfekter Detailtreue.
In den prunkvollen Wohnräumen wandelst du auf den Spuren der Mainzer Erzbischöfe. Die Kapelle hält einen wertvollen Altar und eine Gemäldegalerie mit Werken alter Meister bereit. Der Zutritt zum Schloss kostet 6 Euro, bei täglicher Öffnung zwischen 09:00 und 18:00 Uhr, in den Wintermonaten von 10:00 bis 16:00 Uhr.
Mein Tipp: Besuche das Schloss am späten Nachmittag, wenn das warme Licht den roten Sandstein zum Glühen bringt und sich perfekte Fotomotive ergeben.
2. Altstadt – Gemütliches Flanieren zwischen Fachwerk und Main

Die Altstadt ist ein lebendiges Geschichtsbuch, das du entspannt zu Fuß entdeckst. Als Ausgangspunkt für deine Erkundung bietet sich der moderne Theaterplatz mit seiner großen Sonnenuhr, dem plätschernden Wasserlauf und der eleganten Stadtloggia an.
Durch verwinkelte Gassen und liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern gelangst du zur Dalbergstraße, benannt nach dem letzten Mainzer Erzbischof Karl Theodor von Dalberg. Besonders sehenswert ist die Löwenapotheke – ein rot-weißes Fachwerkhaus, das 1995 in penibler handwerklicher Arbeit originalgetreu nachgebaut wurde. Plane hier auch einen Zwischenstopp im Lokal Engelsburg (Google Maps*) ein.
In der Kleinen Metzgergasse entdeckst du noch heute traditionelle Handwerksbetriebe, während die Sandgasse mit ihren kleinen Boutiquen, Cafés und Geschäften zum Verweilen einlädt. Die Pfaffengasse führt dich zum historischen Rathaus, das direkt gegenüber der Stiftsbasilika liegt. Die Schlossgasse (siehe Sehenswürdigkeit 8) wiederum ist das kulinarische Herz von Aschaffenburg mit einer ganzen Reihe von traditionellen bayerischen Wirtshäusern.
Überall in der Altstadt entdeckst du historische Fachwerkhäuser, die von verschiedenen Epochen erzählen. Manche stammen noch aus dem Mittelalter, andere zeigen die Handwerkskunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Mischung aus historischer Substanz und modernen Fußgängerzonen macht den besonderen Charme aus.
3. Schlossgarten – Mediterranes Paradies mit Mainblick

Der weitläufige Schlossgarten ist weit mehr als nur eine grüne Oase – er ist das lebende Symbol für Aschaffenburgs Beinamen „bayerisches Nizza“. Hier verstehst du sofort, warum diese Bezeichnung entstanden ist: Feigenbäume mit süßen Früchten, stachelige Agaven und andere südländische Pflanzen schaffen ein einzigartiges mediterranes Ambiente.
Das Geheimnis liegt im außergewöhnlich milden Mikroklima am Main. Die geschützte Lage und die Wärmespeicherung des Flusses ermöglichen es, dass hier Pflanzen gedeihen, die normalerweise erst hunderte Kilometer südlicher zu finden sind. Schon im 18. Jahrhundert erkannten die Mainzer Erzbischöfe diese klimatischen Besonderheiten und ließen exotische Gewächse ansäen.
Der romantische Frühstückspavillon lädt zum Verweilen ein. Die verschlungenen Laubengänge führen dich durch verschiedene Gartenbereiche bis zur Saint-Germain-Terrasse (siehe Sehenswürdigkeit 10). König Ludwig verbrachte hier gerne Zeit und schwärmte vom „schönsten Platz am Main“.
Mein Tipp: Nutze die Zeit für einen Spaziergang entlang der Promenade mit ihren alten Platanen und Bootsanlegern. Der Mainbiergarten (Google Maps*) ist der perfekte Ort für einen kulinarischen Stopp in idyllischer Umgebung.
4. Pompejanum – Römische Villa mit bayerischem Charme

Das Pompejanum ist wohl eine der kuriosesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Am Hochufer des Mains stehst du plötzlich vor einem perfekten Nachbau einer römischen Villa aus Pompeji. König Ludwig I., bekannt für seine Antikenleidenschaft, ließ dieses außergewöhnliche Bauwerk zwischen 1840 und 1848 errichten.
Beim Betreten des Gebäudes erlebst du das faszinierende Gefühl, durch ein antikes italienisches Wohnhaus zu wandeln. Die Räume sind mit authentischen Wandmalereien, Mosaiken und rekonstruierten Möbeln ausgestattet. Besonders beeindruckend ist das Atrium mit dem typischen Impluvium – einem Becken zum Auffangen des Regenwassers.
Von der Aussichtsterrasse genießt du einen der schönsten Blicke auf den Main und das Schloss Johannisburg. Die archäologisch korrekte Ausstattung macht das Pompejanum zu einem wertvollen Forschungsobjekt für Wissenschaftler.
Die Öffnungszeiten und Preise sind identisch mit denen der Johannisburg: Einlass täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr, zwischen Oktober und März von 10:00 bis 16:00 Uhr, Eintritt: 6 Euro.
Mein Fototipp: Der Blick durch die Säulenhalle auf den Main mit dem Schloss im Hintergrund gehört zu den meistfotografierten Motiven Aschaffenburgs.

Mach es wie 15.000 andere und abonniere unseren Newsletter
Tipps für traumhafte Wander- und Reiseziele
Foto-Hacks für atemberaubende Bilder
Insider-Wissen für die perfekte Reiseplanung
Foto-E-Book im Wert von 29,95€ geschenkt!
Hier findest du mehr Infos und hier unsere Datenschutzerklärung
5. Stiftsbasilika St. Peter und Alexander – Aschaffenburgs historisches Herz

Die Stiftsbasilika ist nicht nur die älteste Kirche Aschaffenburgs, sondern auch der Geburtsort der Stadt. Hier begann 950 n. Chr. mit der Gründung eines Kollegiatstifts die Geschichte der Siedlung am Main. Das romanische Portal mit der Inschrift des Mainzer Erzbischofs Konrad von Wittelsbach aus der Zeit 1183-1200 ist ein steinernes Geschichtsdokument von höchstem Wert.
Im Inneren der Basilika erwartet dich eine der wertvollsten Kunstsammlungen Nordbayerns. Der berühmte Magdalenenaltar aus der Werkstatt von Lucas Cranach dem Älteren ist ein Meisterwerk der Renaissance-Malerei. Noch bedeutender sind die Werke von Matthias Grünewald, einem der größten deutschen Maler: Die „Stuppacher Madonna“ und die „Beweinung Christi“ gehören zu seinen Hauptwerken. Im romanischen Kreuzgang liegen Mainzer Erzbischöfe, Aschaffenburger Einwohner und Stiftsherren begraben.
Besonderheit: Die Basilika beherbergt eine der ältesten Orgeln Frankens. Das Instrument aus dem 18. Jahrhundert erklingt regelmäßig bei Konzerten und verleiht der ehrwürdigen Kirche eine besondere akustische Atmosphäre.
6. Park Schöntal – Englische Gartenkunst mit Pfauen

Der Park Schöntal ist ein lebendiges Museum der Gartenkunst und seltener Pflanzenarten. Auf dem über neun Hektar großen Grundstück entfaltet sich ein Meisterwerk englischer Landschaftsgestaltung, das im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild britischer Parks angelegt wurde.
Ein Highlight ist die romantische Kirchenruine „Zum Heiligen Grabe“, Überrest des ehemaligen Beginenklosters, einem Frauenorden aus dem 16. Jahrhundert. Der umgebende Park beherbergt den größten Magnolienhain Bayerns mit über 80 verschiedenen Arten. Vor allem im April verwandelt sich das Gelände in ein rosa-weißes Blütenmeer von atemberaubender Schönheit. Die jahrhundertealten Baumriesen stammen teilweise aus China und dem Himalaya.
Besondere Bewohner sind die freilaufenden Pfaue, die majestätisch durch den Park stolzieren. Im Teich leben Wasserschildkröten verschiedener Arten – ein Paradies für Naturbeobachter. Der Hofgarten Biergarten (Google Maps*) unter alten Kastanien lädt zur gemütlichen Einkehr ein.
7. Landschaftspark Schönbusch – Eleganz im Grünen

Der Landschaftspark Schönbusch ist ein Gesamtkunstwerk des 18. Jahrhunderts und einer der frühesten englischen Landschaftsgärten in Deutschland. Fürstbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal ließ ihn zwischen 1775 und 1780 anlegen.
Als Highlight entpuppt sich das charmante Rokoko-Schloss Schönbusch im Zentrum des Parks. Anders als das monumentale Schloss Johannisburg besticht es durch intime Eleganz und perfekte Proportionen. Die im Rahmen stündlicher Führungen zugänglichen Innenräume zeigen exquisites Kunsthandwerk: Seidentapeten aus Lyon, Möbel aus der Roentgen-Werkstatt und Porzellan aus den berühmtesten Manufakturen Europas.
Mein Tipp: Begebe dich auf den vier Kilometer langen Rundweg durch den Park. Er führt zu versteckten Pavillons, künstlichen Ruinen und malerischen Brücken. Die Hauptattraktion ist eine Bootsfahrt auf dem Schönbuschsee. Für nur 4,50 Euro pro halbe Stunde paddelst du gemütlich über das spiegelglatte Wasser, während das Schloss wie eine Märchenvilla an dir vorüberzieht.
8. Schlossgasse mit Biermuseum

Die Schlossgasse verkörpert eindrucksvoll die bayerische Wirtshauskultur und erzählt gleichzeitig die jahrhundertealte Braugeschichte der Stadt.
Eines von mehreren Highlights ist der Schlappeseppel (Google Maps*), eines der traditionsreichsten Brauhäuser Aschaffenburgs. Obwohl heute kein Schlappeseppel-Bier mehr ausgeschenkt wird – stattdessen zapft man hier Bier der renommierten Faust Brauerei –, lebt die Tradition in dem angeschlossenen Biermuseum weiter. Im ehemaligen Sudhaus tauchst du tief in die Geheimnisse der Braukunst ein.
Gleich nebenan lockt der urige Biersepp (Google Maps*) mit seinem authentisch bayerischen Ambiente. Die rustikale Einrichtung, die massiven Holztische und die traditionelle Speisekarte machen das Wirtshaus zu einem Geheimtipp für alle, die echte fränkische Gastlichkeit erleben möchten. Das Wirtshaus Zum Fegerer (Google Maps*) vervollständigt das kulinarische Trio und serviert regionale Spezialitäten in gemütlicher Atmosphäre.
Die Schlossgasse selbst besticht durch ihre gut erhaltenen Fachwerkhäuser und das lebendige Treiben. Tagsüber herrscht geschäftiges Leben mit Einheimischen und Touristen, abends verwandelt sich die Gasse in eine gemütliche Flaniermeile mit warmen Lichtschein aus den Wirtshausfenstern.
9. Muttergotteskirche – Barocke Pracht hinter unscheinbarer Fassade

Am Ende der Schlossgasse stößt du auf ein Gebäude, das von außen eher schlicht wirkt – und genau das macht seinen besonderen Reiz aus. Die Pfarrkirche „Zu unserer Lieben Frau“, im Volksmund liebevoll „Muttergotteskirche“ genannt, ist Aschaffenburgs älteste Pfarrkirche und birgt hinter ihrer einfachen Fassade wahre Kunstschätze.
Die Geschichte reicht bis ins Jahr 1183 zurück – das belegt die romanische Inschrift des Mainzer Erzbischofs Konrad von Wittelsbach, das du links am Gebäude entdecken kannst. Der 42 Meter hohe gotische Turm stammt noch aus dem 13. Jahrhundert und ist ein Überrest der mittelalterlichen Vorgängerkirche. Er bildet einen spannenden architektonischen Kontrast zum barocken Kirchenschiff.
Das absolute Highlight ist das monumentale Deckengemälde, das sich über das gesamte Langhaus und den Chor erstreckt und sogar hinter der Orgel bis zum Boden geführt ist. Das ursprüngliche Werk mit farbenprächtigen Szenen aus dem Marienleben wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber zwischen 1965 und 1967 mit großer Sorgfalt rekonstruiert.
10. Saint-Germain-Terrasse – Französisches Flair am Main

Nur einen Katzensprung vom Pompejanum entfernt erwartet dich die Saint-Germain-Terrasse mit ihrem wunderschönen Mainblick. Der französische Name entstammt der Städtepartnerschaft zwischen Aschaffenburg und Saint-Germain-en-Laye.
Die Terrasse fügt sich harmonisch in das mediterrane Gesamtkonzept des Schlossbereichs ein. Das mit Fontänen und Skulpturen ausgestattete und mit schönen Blumenbeeten angelegte Areal lädt zum Verweilen ein. Auch der historische Brunnen an der Stützmauer ist ein kunsthistorisches Kleinod und beliebtes Fotomotiv. Von hier eröffnet sich ein grandioser Panoramablick über das Maintal bis zu den bewaldeten Höhen des Spessarts.
Hilfreiche Tipps für deinen Aufenthalt
Anreise
Aschaffenburg erreichst du bequem mit der Bahn. Der Hauptbahnhof liegt zentral und ist nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Von Frankfurt am Main dauert die Fahrt etwa 45 Minuten, von Würzburg eine Stunde. Mit dem Auto fährst du über die A3 (Ausfahrt Aschaffenburg) oder die A45. Parkplätze findest du in der Innenstadt oder günstiger am Mainufer. Die Parkhäuser City-Galerie und Stadtmitte bieten zentrale Stellplätze.
Fortbewegung
Aschaffenburg erkundest du am besten zu Fuß. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen in der kompakten Altstadt und am Mainufer – alles ist entspannt zu erlaufen. Für den Landschaftspark Schönbusch nutzt du den Stadtbus oder mietest ein Fahrrad. Der Mainradweg führt direkt durch die Stadt und verbindet alle wichtigen Attraktionen. E-Scooter stehen an verschiedenen Stationen zur Verfügung.
Unterkünfte
Das Hotel Garni Classico (hier Preise checken*) befindet sich im Zentrum und bietet modernen Komfort in historischem Ambiente. Ähnliches gilt für das traditionelle Hotel Zum Goldenen Ochsen (hier Preise checken*). Für gehobene Ansprüche empfiehlt sich das Rußmann Hotel & Living (hier Preise checken*) in Goldbach, direkt vor den Toren Aschaffenburgs. Budget-Reisende finden in Pensionen rund um die Altstadt günstige Übernachtungsmöglichkeiten. Viele Hotels bieten Packages mit Schlossbesichtigungen oder Mainschifffahrten an.
Beste Reisezeit und Aufenthaltsdauer
Die beste Zeit für Aschaffenburg ist von April bis Oktober. Im Frühling blühen die Magnolien im Park Schöntal, im Sommer laden die Biergärten zum Verweilen ein. Das milde Klima macht die Stadt aber ganzjährig attraktiv – selbst im Winter gedeihen die südländischen Pflanzen im Schlossgarten. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten planst du einen ganzen Tag ein. Wenn du entspannt alle Highlights erkunden möchtest, bleibe zwei Tage und kombiniere deinen Besuch mit Ausflügen in den Spessart oder nach Frankfurt.
Fazit

Aschaffenburg überrascht mit seinem einzigartigen Mix aus bayerischer Gemütlichkeit und mediterranem Flair. Das „bayerische Nizza“ am Main bietet prächtige Schlösser, historische Parks und eine charmante Altstadt zum Flanieren. Besonders der Schlossgarten mit seinem südländischen Ambiente und der Blick vom Pompejanum auf den Main bleiben unvergessen. Die kompakte Größe macht Aschaffenburg zum perfekten Tagesausflug – und wer länger bleibt, entdeckt noch mehr verborgene Schätze in dieser faszinierenden Stadt zwischen Bayern und Hessen. Mein Feelgood-Faktor: 85 von 100!
Aschaffenburg-Reiseführer
Das waren also die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Aschaffenburg. Für noch mehr Tipps empfehle ich dir folgende Reiseführer:
*Werbelink / Bilder von der Amazon Product Advertising API






