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Hunts Mesa: Ein Abenteuer im Monument Valley

Was ist der schönste Ort der Welt? Diese Frage zu beantworten ist unmöglich. Mir fallen auf Anhieb 100 Orte ein, die dieses Prädikat verdienen. Einer der schönsten Orte der Welt ist ohne Zweifel Hunts Mesa, eine Felsformation im Monument Valley in den unendlichen Weiten des amerikanischen Südwestens.

Als ich vor Jahren die ersten Bilder von Hunts Mesa sah, wusste ich sofort: da muss ich hin! Dieser Traum wurde wahr. Was dich auf der Tour zu Hunts Mesa erwartet, welchen Touren-Anbieter wir empfehlen und was die Tour überhaupt kostet, verraten wir dir in diesem Artikel.

Aktualisiert am 08.05.2022

Video: Unser Hunts-Mesa-Abenteuer

Schau dir unser Abenteuer Hunts Mesa doch auch in unserem Video an – viel Spaß!

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Das musst du über die Tour zu Hunts Mesa wissen

Du hast Bilder von Hunts Mesa gesehen und dich in die atemberaubende Landschaft verliebt? Dann solltest du dir den Traum Hunts Mesa auch erfüllen.

Dazu musst du aber wissen, dass das Monument Valley von den Navajo Indianern verwaltet wird und individuelle Touren durch das Monument Valley – mit Ausnahme des 13 Meilen langen Scenic Loop Drives – nicht möglich sind.

Willst du das Monument Valley und Hunts Mesa ausgiebig erkunden, benötigst du einen Navajo-Guide. Im Jahr 2012 kostete die Tour noch 500 Dollar. Da war es egal, ob du alleine oder mit drei Freunden zu viert unterwegs warst.

Die steigende Nachfrage nach geführten Touren zu Hunts Mesa hat sich auf die Preise ausgewirkt. Im Jahr 2019 liegt der Preis für die 18-stündige Abenteuertour mit Übernachtung im Zelt bei 375 Dollar – pro Person.

Ein Erfahrungsbericht

Unser Guide Duffy Holiday – ein waschechter Navajo – wartet schon auf uns. Zusammen mit Stacey, eine nette Amerikanerin, die dieses Naturspektakel ebenfalls erleben will, verladen wir unser Gepäck auf Duffys Chevrolet Suburban.

Bevor es losgeht, machen wir noch Stopp beim Trading Post. Wir laden etwas Grillzeug für den Abend ein. Mit Duffys aufgemotztem Geländefahrzeug brettern wir über den Highway, bevor es links auf eine Schotterpiste abgeht. Wir biegen noch einmal ab. Jetzt wird es richtig lustig. Unser höher gelegter Chevi Baujahr 1993, dessen Karosserie auf einem Lastwagen-Chassis ruht, schluckt aber alle Unebenheiten anstandslos.

Wüstenlandschaft im Monument Valley
Das Monument Valley abseits der Touristenpfade
Blick aus dem Geländewagen
Duffy steuert den Wagen ganz gelassen durch die Wüste
Chevrolet Suburban in der Wüste
Duffys Chevrolet Suburban wird uns nach Hunts Mesa bringen
Biggi im Monument Valley
Zeit für ein paar Erinnerungsfotos in der Wüste

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Folgende Reiseführer können wir dir für deine Reise in den Süwesten der USA sehr empfehlen.

Eine echte Offroad-Piste

Der V8-Motor unseres Suburban schnurrt wie ein Kätzchen und bringt seine unbändige Kraft an alle vier Räder. Ob er schon einmal einen Platten auf der Strecke hatte, frage ich. „Ja, einige Male“, sagt Duffy. Angesichts der dicken Geländereifen wundert mich das.

„Aber mit den Achsen hatte ich noch nie ein Problem“, raunt Duffy vom Fahrersitz. Warum er das wohl erwähnt? Wir werden es bald erfahren. „Festhalten!“, ruft Duffy. Dann schaltet Duffy die Geländeuntersetzung zu und gibt Vollgas. Die Klimaanlage bleibt ab nun ausgeschaltet. Zu groß ist die Gefahr, dass der Motor überhitzt. Dafür reißen wir die Fenster auf.

Der Motor schnurrt wie ein Kätzchen und bringt seine unbändige Kraft an alle vier Räder. Wir brettern durch Tiefsand. Plötzlich reißt Duffy das Lenkrad nach links, wir driften im Kreis, bekommen eine ganze Ladung Sand ab und jagen einen steilen Sandhügel hinauf.

Anhalten, um die Landschaft zu genießen? Undenkbar! „Wir brauchen alles, was der Wagen unter der Haube hat“, sagt Duffy. Jetzt bloß keinen Fehler machen und stecken bleiben. Bis man hier ein Auto befreit, kann es schon einmal einen Tag dauern, warnt Duffy.

Hunts Mesa – ein kleines Abenteuer

Nach dem Tiefsand folgt eine steile Felspassage, die wir augenscheinlich unmöglich überwinden können. Doch Duffy lacht nur und fordert, uns weit nach vorne zu beugen. Duffy lässt sich von dieser Hürde nicht aufhalten. Die Strecke wird nicht besser, ganz im Gegenteil.

Ein Weg ist inzwischen überhaupt nicht mehr zu erkennen. Wir kämpfen uns durch eine einzige Felswüste. Es folgen wieder steile Passagen. Eine davon erklimmen wir erst im zweiten Anlauf. Dann geht es nah an einem steilen Abgrund vorbei. An einigen Stellen kommen wir ganz schön ins Schwitzen angesichts der steilen Abhänge, die wir uns hinaufkämpfen.

„Einem jungen Paar war das alles zu viel, die sind ausgestiegen und gelaufen“, erzählt Duffy. Nebenbei erfahren wir viele Details über die Geschichte der Navajo und erhalten eine Kostprobe von der Sprache und der Kultur der Ureinwohner. Ob wir Angst haben, fragt er. „Nein, wir genießen es“, sagen wir. Und das meinen wir ernst: Alleine die Offroad-Fahrt durch diese grandiose Landschaft ist das viele Geld wert.

Das letzte Stück hinauf zu Hunts Mesa hat es noch einmal in sich. Selbst Duffys Geländewagen kommt an seine Grenzen. Aussteigen und Felsbrocken verrücken ist angesagt.

Geländeauto im Monument Valley
So sieht die Strecke die meiste Zeit über aus
Offroadpiste nach Hunts Mesa
Die Strecke wird immer rauer. Hier müssen wir aussteigen und ein paar Steine bewegen

Atemberaubende Landschaft im Südwesten der USA

Auf Hunts Mesa angekommen fällt uns die Kinnlade herunter. Wir genießen einen unvergesslichen Blick auf das Monument Valley. Außer Duffy, Stacey und uns ist weit und breit keine Menschenseele. Wir sind absolut begeistert von dieser grandiosen Landschaft und der Stille.

Wir stehen vor der hunderte Meter hohen Steilkante und kommen uns so klein und unbedeutend vor. Langsam wird es Abend und die Sterne leuchten am Himmel. Wir versinken in Demut und genießen diesen unvergesslichen Augenblick.

Blick über das Monument Valley
Nach zwei Stunden Fahrt erreichen wir Hunts Mesa. Ist das nicht ein atemberaubender Ausblick?
Unser Guide Duffy
Unser Guide Duffy Holiday
Blick von Hunts Mesa
Wir warten noch auf besseres Licht am Abend
Blick von Hunts Mesa
Für Fotografen ist Hunts Mesa ein Eldorado
Sonnenuntergang im Monument Valley
Kurz vor Sonnenuntergang leuchtet die Landschaft wie wild
Blaue Stunde im Monument Valley
Die Sonne ist inzwischen fast komplett hinter dem Horizont verschwunden

Die Geister von Hunts Mesa

Spät am Abend gibt es ein leckeres Abendessen vom Grill, das Duffy mit einem Stück auf seiner Panflöte untermalt. Wir fordern eine Zugabe, aber Duffy verneint. Er möchte die Geister nicht verärgern und lacht dabei schelmisch. Natürlich hält er es keine fünf Minuten aus und gibt erneut ein Stück zum Besten. Was die Geister wohl dazu sagen? Heute Nacht scheinen sie es zu genießen – genau wie wir.

Am romantischen Lagerfeuer vergessen wir bei guten Gesprächen mit Duffy und Stacey, die uns zu sich nach Hause nach Maryland einlädt, unter klarem Sternenhimmel die Zeit. Tief in der Nacht krabbeln wir schließlich in unsere Zelte. Duffy bevorzugt es, unter freiem Sternenhimmel zu schlafen. „Das Feuer vertreibt die Mücken“, sagt er noch und macht es sich bequem.

Sternenhimmel im Monument Valley
Millionen Sterne funkeln am Himmel

Ein unvergesslicher Sonnenaufgang

Viel Schlaf bekomme ich nicht. Schließlich will ich den Sonnenaufgang nicht verpassen. Ich stehe wieder an der Abbruchkante und genieße diese atemberaubende Aussicht auf das Monument Valley. Für Fotografen lohnt sich diese Tour absolut.

Sonnenaufgang im Monument Valley
Auch der Sonnenaufgang am nächsten Morgen ist unvergesslich

Der Rückweg von Hunts Mesa

Obwohl wir für die Rückfahrt eine andere Route wählen, ist die Tour nicht weniger spektakulär. Für Duffy ist das Ganze ein Kinderspiel, wie er uns mit einem Lachen wissen lässt. Mit seinen Trucks ist er sonst auf ganz anderen Pfaden unterwegs. Wir glauben es sofort, so unbeschwert, wie er hinter dem Steuer sitzt. 

Versteckte Double Arch im Monument Valley

Auf dem Rückweg stoppen wir an einer versteckten Double Arch. Wir sind beeindruckt. So etwas haben wir zuvor nur im Arches Nationalpark gesehen, wo sich allerdings unzählige Touristen tummeln. Hier sind wir ganz alleine.

Doppel-Arch im Monument Valley
Auf dem Rückweg machen wir an dieser riesigen Doppel-Arch Stopp

Alte Navajo-Ruine

Wir machen auch Halt an einer alten Navajo-Ruine, die ein wenig an das bekannte „House on Fire“ erinnert. Hier dasselbe Bild: Wir sind weit und breit die einzigen Menschen. Wir können sogar in das Innere der Ruine klettern, die im Hang einer majestätischen Felswand liegt.

Auf unserer Fahrt passieren wir tiefe Sanddünen und beeindruckende Steilwände. Sogar Kühe mit ihren Kälbchen weiden friedlich an der Piste. Vorher schlittern wir aber noch einen Hang herab. Der ist so steil, dass kein Fahrzeug der Welt in der Lage ist, diesen in die andere Richtung zu passieren, sagt Duffy. Wir erreichen unseren Parkplatz. Der Abschied fällt nicht leicht, schließlich haben wir mit Tracey und Duffy einen unvergesslichen Trip erlebt.  

Navajo-Ruine im Sandstein
Ein weiteres Highlight ist diese alte Navajo-Ruine im Sandstein

Hunts Mesa: Definitiv einen Besuch wert

Wenn du im Südwesten der USA unterwegs bist, solltest du das Monument Valley nicht nur auf dem Scenic Loop Drive erkunden. Die Tour zu Hunts Mesa ist ein absolutes Highlight, das du garantiert nie wieder vergisst.

Wir können dir Duffy Holiday von Monument Valley Safari wärmstens empfehlen. Die Preise für die 18-Stunden-Fototour sind in den letzten Jahren leider noch einmal gestiegen (475 Dollar pro Person, Stand März 2022). Die Tour nagt zwar kräftig an der Reisekasse, ist aber jeden Dollar wert.

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6 Kommentare

  • - Johanna

    Wow, das muss ein tolles Erlebnis gewesen sein! Hunts Mesa war mir tatsächlich nicht wirklich ein Begriff, obwohl ich schon im Monument Valley war. Wir sind dort „nur“ den 17 mile drive gefahren und haben anschließend in einer Cabin im The View Hotel übernachtet. Auch das war schon ein Erlebnis und definitiv ein Highlight unseres USA Roadtrips. Aber Hunts Mesa muss ich mir merken, die Fotos sehen sehr beeindruckend aus! Der Preis ist allerdings wirklich stattlich.
    Liebe Grüße aus Wien,
    Johanna

  • - Hans Gangelberger

    Ich war mittlerweile viermal auf Hunts Mesa. Das erste Mal 2011 um noch wohlfeile 225,– /Person.
    Nicht nur für Profiphotographen ist diese Tour ein absolutes „must do“. Der Zauber, wenn die Felsformationen in der letzten Abendsonne erglühen und am nächsten Morgen der erste Sonnenstrahl das Feuer im Valley entzündet hat schon sehr, sehr viel Magie.

    Wirklich gänzlich vorbehaltslos zu empfehlen -auch trotz der zwischenzeitlich doch recht hohen Preise. Wer aber einmal die 2,5 Stunden Fahrt auf dieser materialmordenden Strecke auf Hunts Mesa mitgemacht hat, wird die Kosten wohl auch in die richtige Relation zu bringen wissen. Darüber hinaus wird ein (wirklich gutes) Nachtmahl mit viel Lagerfeuerromantik und auch ein reichliches Frühstück geboten. Das notwendige Equipment (Zelt, Schlafsack u.ä.) wird auf Wunsch kostenfrei zur Verfügung gestellt.

    Fragt euren Guide auch nach der Stelle, wo im Jahr 1984 ein B52 Bomber der US-Air Force in die Felswand krachte. Darüber hinaus gibt auf der Strecke einen tollen Arch sowie Anasazi Ruins. Fragt auch hier euren Guide höflich ob er euch vielleicht diese Stellen zeigen kann (üblicherweise bei der Heimfahrt – da wird ein etwas anderer Weg genommen…)

    Beste Grüße und zauberhafte Stunden auf Hunts Mesa

    Hans

    • - Florian Westermann

      Hi Hans,

      vier Mal, wow, da bin ich neidisch! Das ist einfach ein toller Ort, aber halt auch kein billiger mehr…

      Genau, schon alleine die Fahrt zu Hunts Mesa ist ein kleines Abenteuer. Wer in der Gegend ist, unbedingt machen!

      Das mit dem B52 wusste ich nicht, das hat unser Guide damals leider auch nicht erzählt

      Viele Grüße
      Florian

  • - Michael

    Wirklich grandios! Ich habe 2007 meine letzte USA Tour gemacht, die durch den Südwesten ging. Monument Valley war natürlich auch dabei. Allerdings nur auf der „Touristenstraße“, die allerdings auch schöne Ausblicke bietet. Als einen der schönsten Orte im Westen und Südwesten der USA würde mir noch Crater Lake einfallen, der Ice Fields Parkway in Alberta und die westlichen Strände der Olympic Peninsula. Natürlich auch der Grand Canyon

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