Im Test: Das 1000-Euro-Stativ Gitzo Traveler GT1545T

Testbericht Gitzo Traveler GT1545T

Ein Profi-Stativ für jede Gelegenheit?

Als Landschaftsfotograf bin ich auf ein robustes Stativ angewiesen. Schwere Objektive und Wind verlangen von einem Stativ einiges ab. Da ich aber auch viel auf Reisen und in den Bergen unterwegs bin, muss das Stativ für mich nicht nur extrem stabil, sondern auch sehr leicht sein. Was nützt mir ein drei Kilo schweres Stativ, das zwar allen Umweltbedingungen trotzt, mich aber auf halbem Weg zum Gipfel wegen des hohen Gewichts zur Weißglut bringt? Kompakt und leicht muss es also sein und dazu eine ordentliche Last auch im Wind tragen können. Wie überall im Leben ist es so, dass gute Qualität einfach eine Stange Geld kostet. Das Gitzo Traveler GK1545T mit dem Stativkopf 82TQD treibt es da fast schon auf die Spitze. Gitzo verlangt für diese Kombination gut 1000 Euro. Auch wenn es das Stativ im Handel etwas günstiger gibt: Das ist Mal eine Ansage! Doch lohnt es sich, so viel Geld für ein Stativ auszugeben? Ich habe das Gitzo Traveler GK1545 (gibt es nur in der Carbon-Ausführung) ausführlich getestet.

Gefällt dir dieser Artikel? Dann unterstütze uns doch. Alle in diesem Beitrag mit einem * markierten Links () sind sogenannte Affiliate-Links. Bestellst du etwas über diesen Link, erhalten wir eine kleine Provision – am Preis ändert sich nichts. Wofür? Damit wir wieder spannende Reisen planen und euch hoffentlich begeistern können.

Werbehinweis: Das Stativ wurde uns von Gitzo kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf den Inhalt des Artikels hat dies keinen Einfluss. Wir empfehlen nur Produkte, die wir selbst getestet und für gut befunden haben.

Folgt uns auf Instagram | Facebook | Youtube | Twitter | Google+ | Feedly | Bloglovin | RSS | Newsletter

Hat dir der Artikel gefallen oder hast du Anregungen? Dann hinterlass doch einen Kommentar

Werbung

Der erste Eindruck

Wer das Gitzo Traveler GK1545T mit seinen vier Beinsegmenten das erste Mal in Händen hält, wird sofort den Unterschied zu günstigeren Modellen anderer Hersteller sehen und spüren. Nicht, das günstigere Carbon-Stativ schlecht wären. Das Gitzo-Stativ ist in Sachen Verarbeitung und Haptik aber einfach eine andere Liga. Bei dem exorbitanten Preis darf man das allerdings auch erwarten. Zudem ist das Stativ mit 42,5 cm sehr kompakt. Zusammen mit dem Stativkopf 82TQD wiegt die Kombi exakt 1450 Gramm. Das Stativ sieht deutlich robuster und schwerer aus, als es ist. Jeder, der das Stativ in die Hand nimmt, ist über das geringe Gewicht überrascht. Sehr praktisch finde ich den von Gitzo getauften “Traveler G-Lock” Schließmechanismus. Dieser lässt sich stets schnell und einfach lösen und feststellen. Der Stativaufbau und der Abbau werden damit zum Kinderspiel.

Mit dem Gitzo Traveler GK1545 auf Reisen

Traveler – der Name ist Programm. Mit dem kompakten Packmaß und dem geringen Gewicht ist das Gitzo Traveler GK1545T ein Reisestativ par excellence. Das Stativ passt ohne Probleme in den Koffer oder in den Rucksack. Die Stativbeine sind wie in dieser Klasse üblich einzeln abklappbar (Beinanstellwinkel: 25 und 70 Grad).

Der (natürlich austauschbare) Kugelkopf trägt auch eine schwere Vollformatkamera. Gitzo selbst empfiehlt Objektive von 135 mm bis maximal 200 mm Brennweite. Aber auch ein relativ leichtes 400 mm-Objektiv habe ich immer ohne Probleme genutzt. Der Kugelkopf hat übrigens keine Friktionseinstellung, mit der die Kugelgängigkeit (schwer oder leicht) eingestellt werden kann. Bei anderen Stativköpfen ist das mit einer schweren Kamera ein sehr wichtiger Aspekt. Ohne eine Feststellschraube (Friktionseinstellung) knickt eine schwere Kamera einfach weg, sobald man den Haltemechanismus löst. Nicht so beim Stativkopf 82TQD, der so exakt und butterweich einzustellen ist, das die Friktionseinstellung (zu meiner Überraschung) komplett überflüssig ist.

Gitzo Traveler GK1545 mit Nikon D810

Mit der Nikon D810 hat das Gitzo Traveler GK1545 keine Probleme

Das Gitzo Traveler GK1545 im harten Feldeinsatz

Trotz des kompakten Packmaßes und des geringen Gewichts ist das Gitzo Traveler GK1545T extrem stabil. Wind und Wasser machen dem Stativ nichts aus, die Kamera sitzt immer bombenfest. Da wackelt und ruckelt nichts. Selbst wenn das Stativ auf seine maximale Arbeitshöhe von 163 cm ausgefahren wird, ist das ganze noch erstaunlich stabil. Nach einem Jahr im Einsatz  unter anderem war das Stativ mit in  Nepal sieht das Stativ, natürlich bei entsprechender Pflege, fast aus wie neu. Kein Rost, keine Abnutzungen und auch die Schrauben sitzen wie am ersten Tag. Zudem lassen sich die Beine einfach auseinanderbauen und bei Bedarf reinigen, etwa wenn das Stativ feinem Wüstensand oder Salzwasser ausgesetzt war.

Der Stativkopf 82TQD verfügt über eine Wasserwaage, leistet super Arbeit, ist extrem leichtgängig und natürlich Arca-Swiss kompatibel. Allerdings hatte ich mit der Arca-Swiss-Platte von  Peak Design immer ein wenig Probleme, die Arretierung vom Stativkopf ganz fest zu bekommen. Mit der Gitzo-Wechselplatte arbeitet der Kugelkopf indes einwandfrei, wenn auch die Feststellschraube ein wenig quietscht. Eine Kleinigkeit, die mir aber aufgefallen ist. Ein Alleinstellungsmerkmal ist bei dem Stativkopf das System, das ein nachrutschen der Kamera nach dem Feststellen verhindert. Anders als bei vielen Kugelköpfen anderer Hersteller wird die Kugel bei Gitzo von zwei gegenüberliegenden Seiten gehalten. Eine perfekte Lösung, die natürlich Geld kostet.

Werbung
Lhotse

Auf unserer Nepal-Reise war das Gitzo natürlich auch mit dabei. Auf diesem Trip kam es auf jedes Gramm an

Das Gitzo Traveler GK1545 – kaufen oder nicht?

Wenn Geld keine Rolle spielt ist die Antwort eindeutig: ja! Das Gitzo Traveler GK1545T mit dem Stativkopf 82TQD kostet gut 1000 Euro – für dieses Geld gibt es schon eine hochwertige Kameraausrüstung. Das Gitzo Traveler GK1545T richtet sich damit ganz klar an Profifotografen und sehr ambitionierte Hobby-Fotografen. Das Stativ (mit Stativkopf) ist sehr kompakt (42,5 cm), leicht (1450 Gramm) und bietet doch eine maximale Arbeitshöhe von 163 cm. Solche Werte sucht man in anderen Preisklassen vergebens. Hinzu kommt, dass das Stativ extrem verwindungssteif und erstklassig verarbeitet ist. Für Hobby-Fotografen mit einer kleinen DSLM oder DSLR ist das Gitzo klar überdimensioniert. Es gibt bereits sehr gute Stative für unter 100 Euro (zur  Stativ-Übersicht) – aber natürlich können die es nicht mit dem Gitzo aufnehmen. Für viele Anwendungen ist das aber auch gar nicht nötig. Wer keine Kompromisse eingehen will, greift beim Gitzo zu. Und wer ein bisschen recherchiert, wird das Stativ außerdem etwas günstiger bekommen. Unter 700 Euro ist zusammen mit dem Stativkopf aber kaum etwas zu machen. 

Pro

  • Kleines Packmaß (42,5 cm)
  • Geringes Gewicht (1450 Gramm)
  • Sehr große Arbeitshöhe (163 cm)
  • Extrem stabil und verwindungssteif
  • Erstklassige Verarbeitung
  • Der Schließmechanismus arbeitet schnell und zuverlässig
  • Der Kugelkopf 82TQD ist leichtgängig und hält auch schwere Kameras ohne Probleme
  • Durch eine spezielle Technik rutscht die Kamera mit dem Kugelkopf 82TQD nach dem Justieren nicht mehr nach (sehr wichtig bei Teleobjektiven)

Kontra

  • Extrem teuer
  • Ein Kälteschutz-Handgriff fehlt

Gitzo-Stativ und Stativkopf kaufen

Deine Meinung ist uns wichtig

Konntest du das Gitzo Traveler GK1545T auch schon testen? Wie sind deine Erfahrungen mit dem Stativ? Hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns 🙂

Das könnte dich auch interessieren

 

Ebooks
Fotokurse
Fotoreisen
Fotogalerien
Tipps Landschaftsfotos
Kamera Kaufberatung
Kreditkarten im Test
Reisestative Empfehlungen
Drohnenversicherung

 

Das kostenlose Phototravellers Reisemagazin

Begleite uns auf unseren Abenteuern rund um die Welt

Du willst nie mehr die spannendsten Reisereportagen, die spektakulärsten Wanderungen und die besten Tipps rund ums Thema Fotografie verpassen? Dann abonniere unser kostenloses Reisemagazin und sichere dir deinen exklusiven Einblick in unser Bestseller-Ebook “101 Fotografien und die Geschichte dahinter“.

0 replies

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *