Bukarest Sehenswürdigkeiten: Meine Top-12 Highlights

Bukarest steht immer noch im Schatten anderer Metropolen. Zu Unrecht! Nimm dir Zeit und lass die spannende Stadt auf dich wirken. Beim Blick hinter die Fassaden entdeckst du ein faszinierendes Kapitel europäischer Geschichte – von der osmanischen Zeit über die Belle Époque bis zur kommunistischen Diktatur. Nach deren Ende konnte sich Rumäniens Hauptstadt von seinen Fesseln befreien und lockt heute mit einem facettenreichen Mix aus osteuropäischer Kultur und urbaner Kreativ-Szene.

Komm mit auf einen spektakulären Citytrip nach Osteuropa. Ich zeige dir die schönsten Sehenswürdigkeiten und Insidertipps in Bukarest.

Kurz und knapp: Beton, Paläste und andere Sehenswürdigkeiten

Bukarest ist anders! Die Stadt zeigt stolz ihre Brüche und feiert das Leben mit einer ansteckenden Energie. Hier triffst du auf prachtvolle Paläste neben bröckelnden Fassaden, auf versteckte Klöster zwischen Plattenbauten und auf hippe Cafés in versteckten Hinterhöfen. Das einst als „Paris des Ostens“ bezeichnete Bukarest hat seinen eigenen Rhythmus gefunden – rau und charmant zugleich. Du erlebst eine Stadt im Wandel, die ihre kommunistische Vergangenheit abgestreift hat. Die rumänische Hauptstadt erkundest du am besten zu Fuß. Ein Vorteil: Das Preisniveau liegt im Vergleich zu anderen Metropolen angenehm niedrig.

1. Altstadt – Zeitreise durch verwinkelte Gassen

Bukarests Altstadt ist ein faszinierendes Durcheinander aus Epochen und Stilen. Hier reihen sich sanierte Belle-Epoque-Gebäude an halbverfallene Fassaden, elegante Restaurants an spontane Street-Art-Werke. Das Herzstück bildet die Strada Lipscani, einst Handelszentrum der Stadt. Kaufleute aus ganz Europa boten hier ihre Waren an.

Beim Schlendern durch die kopfsteingepflasterten Gassen stolperst du über versteckte Schätze: den Alten Fürstenhof (Curtea Veche), wo einst Vlad III. Draculea residierte, winzige orthodoxe Kirchen in Innenhöfen und die Ruinen alter Handelskarawansereien. Tagsüber pulsiert hier das Leben mit Cafés und Läden. Abends verwandelt sich die Altstadt in ein lebhaftes Ausgehviertel.

Die Macca-Vilacrosse-Passage erinnert mit ihrer geschwungenen Glasüberdachung an Pariser Arkaden. Die 1891 erbaute Passage verbindet die Calea Victoriei mit der Strada Eugeniu Carada. Hier reihen sich Cafés und Restaurants aneinander – perfekt für eine Pause mit lokalem Flair. Die gelben Glaskuppeln tauchen den Durchgang in warmes Licht.

Die Englische Passage zeigt die raue Seite Bukarests. Das 1900 erbaute Gebäude diente ursprünglich als Bordell und nach dem Krieg als Notunterkunft für arme Familien. Heute findest du hier unter anderem die Werkstatt von Nicu, dem berühmten Hutmacher, der seit über 70 Jahren dort arbeitet. Diese Passage ist nicht glamourös, aber authentisch.

Weitere Highlights in der Altstadt:

  • Kloster Stavropoleos: Einer meiner Lieblingsplätze in der Altstadt (siehe Sehenswürdigkeit 6)
  • Hanul Manuc: Eine ehemalige Karawanserei, die heute ein beliebtes Restaurant beherbergt
  • CEC-Palast: Ein französischer Renaissance-Palast in voller Pracht. Von der Strada Stavropoleos hast du einen herrlichen Blick)

Mein Tipp: Komm vormittags, wenn die Altstadt noch ruhig ist, oder am späten Nachmittag. Partypeople warten auf den Einbruch der Dunkelheit für das legendäre Nightlife in Bukarest.

2. Parlamentspalast – Größenwahn in Beton und Marmor

Liebe ihn oder hasse ihn – am Parlamentspalast kommst du nicht vorbei. Das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt (nach dem Pentagon) und das schwerste Gebäude überhaupt ist das architektonische Erbe des Diktators Nicolae Ceaușescu. Für diesen Koloss wurden in den 1980er Jahren etwa sieben Quadratkilometer des historischen Stadtzentrums abgerissen. 40.000 Menschen verloren ihre Häuser.

Die Zahlen sind absurd: fast 500 Kristallkronleuchter, über 1.100 Räume, 3.100 Tonnen Glas, unzählige Tonnen Marmor aus Transsylvanien. Fast alles wurde in Rumänien produziert – während das Volk hungerte, um die Bauschulden zu tilgen. Tausende Arbeiter, darunter Soldaten und Zwangsarbeiter, schufteten am Bau. Manche sagen, Hunderte starben dabei.

Die einstündige Führung durch die prunkvollen Marmorsäle mit ihren riesigen Teppichen, vergoldeten Vorhängen und monumentalen Kronleuchtern ist beeindruckend. Nach Ceaușescus Sturz 1989 stand das Gebäude lange leer. Die jährliche Stromrechnung soll über 1,7 Millionen Euro betragen. Heute sind hier das rumänische Parlament und verschiedene Museen, darunter das MNAC (Museum für Moderne Kunst), untergebracht.

Mein Tipp: Tickets unbedingt online im Voraus buchen (Website) – spontane Besuche klappen selten. Nach der Besichtigung lohnt sich ein Spaziergang zum nahegelegenen Piata Constitutiei für den besten Fotospot auf den gesamten Palast.

Adresse: Strada Izvor 2-4
Eintritt: ab 40 Lei (ca. 8 Euro)
Öffnungszeiten: täglich (Uhrzeiten variieren, meist 9:00-17:00 Uhr)

3. Calea Victoriei – Bukarests Prachtboulevard

Die „Siegesallee“ ist Bukarests eleganteste Straße und zieht sich über mehrere Kilometer vom Norden bis ins Herz der Stadt. Hier reihen sich prachtvolle Gebäude aneinander: das Rumänische Athenäum mit seiner markanten Kuppel, der ehemalige Königspalast (heute Nationales Kunstmuseum), die Kretzulescu-Kirche und zahlreiche Belle-Epoque-Fassaden, die an Bukarests Spitznamen als „Paris des Ostens“ erinnern.

Am Wochenende wird die Straße teilweise autofrei – perfekt für einen ausgedehnten Bummel. Unterwegs lohnen sich Stopps in schicken Cafés, Boutiquen und Galerien.

Highlights entlang der Calea Victoriei:

  • Rumänisches Athenäum: siehe Sehenswürdigkeit 4
  • Kretzulescu-Kirche: Kleine orthodoxe Kirche aus dem 18. Jahrhundert, direkt am Revolutionsplatz
  • CEC-Palast (Palatul CEC): Monumentaler Bankpalast mit prächtiger Glaskuppel

Mein Tipp: Plane mindestens zwei Stunden für einen gemütlichen Spaziergang ein und kombiniere ihn mit einem Besuch des Revolutionsplatzes.

4. Rumänisches Athenäum – Tempel der Musik

Das Athenäum ist ein römischer Kuppelbau mit Säulen in einem Park in Bukarest
Die prachtvolle Fassade des Athenäums erinnert an griechische Architektur

Das Rumänische Athenäum ist das prächtigste Konzerthaus des Landes und Heimat der George Enescu Philharmonie. Der kreisrunde Kuppelbau im neoklassizistischen Stil wurde 1888 eingeweiht und gilt als eines der schönsten Gebäude Bukarests. Das Konzept stammte vom französischen Architekten Albert Galleron.

Auch wenn du kein Konzert besuchst, lohnt sich ein Blick in die Eingangshalle. Besonders beeindruckend: ein 75 Meter langes Fresko im Konzertsaal, das die rumänische Geschichte darstellt. Die Akustik des Saals gilt als außergewöhnlich und zieht internationale Künstler an.

Eintritt: ca. 18 Lei (3,50 Euro)
Öffnungszeiten: Wechselnd, nähere Infos findest du hier (Website)


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5. Wichtigste Museen

Bukarests Museen spiegeln die bewegte Geschichte und reiche Kultur Rumäniens wider. Von prächtigen Königspalästen bis zu traditionellen Dörfern – hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Nationales Kunstmuseum

Das Nationale Kunstmuseum im ehemaligen Königspalast an der Calea Victoriei beherbergt die bedeutendste Kunstsammlung des Landes. Über 100.000 Werke umfasst die Sammlung – von mittelalterlichen Ikonen bis zur modernen Kunst. Besonders beeindruckend ist die rumänische Kunst-Galerie mit Werken von Nicolae Grigorescu und Theodor Aman. Die europäische Sammlung wartet mit Rembrandt, Monet und El Greco auf.

Eintritt: ca. 20 Lei (4 Euro)
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10:00 -18:00 Uhr

Nationalmuseum für rumänische Geschichte

Das Museum im ehemaligen Postpalast zeigt die Geschichte Rumäniens von der Steinzeit bis heute. Highlight ist der Schatzraum mit antiken Goldschätzen der Daker und prunkvollen Kronen der rumänischen Könige. Die Sammlung römischer Skulpturen ist beeindruckend. Ein ganzes Stockwerk widmet sich dem kommunistischen Regime und der Revolution von 1989. Die Ausstellung ist informativ und gibt dir einen tiefen Einblick in diese dunkle Epoche.

Eintritt: ca. 15 Lei (3 Euro)
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10:00 -18:00 Uhr

Nationales Dorfmuseum „Dimitrie Gusti“

Im weitläufigen Herastrau-Park liegt eines der interessantesten Freilichtmuseen Europas. Auf über zehn Hektar wurden mehr als 300 historische Gebäude aus allen Regionen Rumäniens wiederaufgebaut – Bauernhäuser, Mühlen, Kirchen und Werkstätten. Du spazierst durch verschiedene Dörfer und erlebst das traditionelle rumänische Landleben der letzten 400 Jahre. Die Holzkirchen aus dem 17. Jahrhundert sind besonders sehenswert.

Eintritt: ca. 10 Lei (2 Euro)
Öffnungszeiten: täglich 9:00 -17:00 Uhr (in der Sommersaison bis 19:00 Uhr)

Museum für Moderne Kunst (MNAC)

Im westlichen Flügel des Parlamentspalastes befindet sich das Museum für zeitgenössische Kunst. Die Sammlung konzentriert sich auf rumänische und internationale Kunst ab 1945. Wechselnde Ausstellungen zeigen moderne Installationen, Fotografie und Videokunst. Der Kontrast zwischen den monumentalen kommunistischen Räumen und der modernen Kunst ist faszinierend.

Eintritt: ca. 12 Lei (2,50 Euro)
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10:00 -18:00 Uhr

6. Kloster Stavropoleos – Stille im Trubel der Altstadt

Versteckt zwischen höheren Gebäuden im Herzen der Altstadt entdeckst du eines der architektonischen Juwelen Bukarests: das Kloster Stavropoleos. Gegründet 1724 vom griechischen Mönch Ioannikis, vereint die kleine Kirche byzantinische, osmanische und rumänische Elemente zu einem kleinen Meisterwerk.

Hinter dem unscheinbaren Portal erwartet dich eine von der Umgebung losgelöste Atmosphäre. Die Fresken im Kircheninneren bringen dich zum Staunen, erst recht die goldenen Verzierungen der Ikonostase, die selbst im gedämpften Licht funkeln. Der Innenhof mit seinen alten Grabsteinen und Steinkreuzen wirkt wie ein Open-Air-Museum.

Das Kloster überstand Erdbeben und Brände. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es vom berühmten rumänischen Architekten Ion Mincu restauriert. Heute beherbergt es eine der bedeutendsten Sammlungen byzantinischer Musikbücher Rumäniens mit über 8.000 Bänden.

Mein Tipp: Lege deinen Besuch auf den frühen Morgen, wenn orthodoxe Gesänge durch den Hof klingen und nur wenige Besucher da sind. Am Abend musst du dich in eine lange Warteschlange einordnen. Der Eintritt ist kostenlos.

Adresse: Strada Stavropoleos 4
Öffnungszeiten: täglich 7:00-20:00 Uhr
Eintritt: kostenlos

7. Schönste Parks – Grüne Oasen mitten in der Stadt

Cismigiu-Park:

Der 1847 angelegte Cismigiu-Park ist die älteste und beliebteste grüne Lunge Bukarests. Der nach englischem Vorbild gestaltete Landschaftsgarten erstreckt sich über 17 Hektar und bietet Erholung vom Stadttrubel. Alte Bäume säumen verschlungene Wege, ein malerischer See lädt zum Rudern ein. Im Sommer kannst du Tretboote mieten, im Winter wird der See zur Eisbahn.

Der Park wurde auf einem ehemaligen Sumpfgebiet angelegt. Benannt ist er nach dem osmanischen Wasserverwalter, der hier im 18. Jahrhundert wirkte. Heute versammeln sich Einheimische zum Picknick, Schachspielen, Joggen oder einfach zum Plaudern. Am Wochenende findest du manchmal kleine Märkte mit lokalen Spezialitäten.

Herastrau-Park:

Der Herastrau-Park ist der größte Park Bukarests und liegt im Norden der Stadt, rund um den gleichnamigen See. Hier findest du Ruhe, Natur und Erholung pur. Spazierwege führen durch schattige Wälder. Im Park liegt auch das sehenswerte Dorfmuseum Dimitrie Gusti.

Mein Tipp:  Verbinde deinen Besuch mit dem Dorfmuseum oder dem nahen Triumphbogen, einer Nachbildung nach Pariser Vorbild.

Alternative Parks in Bukarest:

  • Carol-Park: Beeindruckend mit seinem römischen Amphitheater und monumentalen Denkmälern
  • Tineretului-Park: Beliebter Treffpunkt für Familien und Jogger, ruhiger als die zentralen Parks

8. Revolutionsplatz – Wo Geschichte geschrieben wurde

Der Piața Revoluției ist ein Ort voller Symbolkraft. Hier hielt Ceaușescu am 21. Dezember 1989 seine letzte Rede vom Balkon des Zentralkomitees. Als die Menge plötzlich zu buhen und zu pfeifen begann, geriet der Diktator sichtbar aus der Fassung – ein historischer Moment, der das Ende seiner Herrschaft einläutete. Per Helikopter floh er vom Dach des Gebäudes. Wenige Tage später wurde er gefasst und am 25. Dezember hingerichtet.

Heute rahmen imposante Gebäude den Platz: das ehemalige Hauptquartier der Kommunistischen Partei, das Athenäum und der Königspalast. In der Mitte erhebt sich das umstrittene „Memorial der Wiedergeburt“ – eine abstrakte Skulptur aus dem Jahr 2005. Einheimische nennen sie ironisch „die aufgespießte Kartoffel“.

9. Unirii-Boulevard und Springbrunnen-Show

Der Bulevardul Unirii wurde nach dem verheerenden Erdbeben von 1977 als Rumäniens Champs-Élysées konzipiert. Das Ergebnis: ein beeindruckend breiter Boulevard mit eleganten Wohnblöcken und einer spektakulären Brunnenachse, die bis zum Parlamentspalast führt.

Am schönsten ist es bei Sonnenuntergang, wenn die Springbrunnen in bunten Farben illuminiert werden. Von Mai bis Oktober findet freitags, samstags und sonntags eine choreografierte Wasser-Licht-Show statt. Leuchtende Farbwechsel, zur Musik tanzende Wassersäulen und 3D-Projektionen. Laut Guinness-Buch der Rekorde ist es das längste choreografierte Fontänensystem der Welt.

Die kostenlose Show dauert eine Dreiviertelstunde. Je nach Sonnenuntergang startet sie zwischen 20 und 21.30 Uhr. Beachte: Ab Mitte Oktober werden die Fontänen abgeschaltet.

10. Versteckte Altstadt-Passagen

Besonders bei blauem Himmel leuchten die bunten Schirme über der Pasajul Victoria oder Strada cu Umbrele – Hunderte von ihnen sind zwischen den Häusern der engen Gasse aufgespannt, am Rande der Altstadt. Unten kannst du prima sitzen und dinieren. Oder Pizza essen oder auch nur einen Drink zu dir nehmen.

Mit seinen hochwertigen Speisen und dem eleganten Ambiente hat sich hier das P+1 (Google Maps) einen guten Ruf erarbeitet. Zu späterer Stunde mutiert das Restaurant zur stylischen Bar mit ausgezeichneter Weinkarte und Cocktails.

Zwischen der Calea Victoriei und der Strada Academiei, nahe der Piata Odeon, entdeckst du nicht spektakulär, aber schön gestaltete Durchgänge. Architektonische Vielfalt versteckt sich außerdem ein paar Blocks weiter südlich in der Pasajul Macca-Vilacrosse.

11. Carturesti Carusel – Schönste Buchhandlung Europas

Du liebst Bücher und Architektur? Dann führt kein Weg an Carturești Carusel vorbei. Die „schönste Buchhandlung Europas“ wurde 2015 in einem restaurierten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert eröffnet und erstreckt sich über sechs Etagen. Der Name bedeutet übersetzt „Karussell des Lichts“ – und das trifft es perfekt.

Weiße Wendeltreppen winden sich spiralförmig nach oben. Balkone umrahmen den lichtdurchfluteten Innenraum unter einem gläsernen Dach. Überall stapeln sich über 10.000 Bücher. Das Gebäude stand jahrelang leer und wurde aufwendig restauriert, bevor eine Buchhandelskette hier einzog.

Im obersten Stockwerk erwartet dich ein gemütliches Café mit Blick auf die Altstadt – ideal, um bei Kaffee und Kuchen in einem Buch zu schmökern oder einfach die besondere Atmosphäre zu erleben.

Geheimtipp: Die Buchhandlung Verona (Strada Piata Amzei), wenige Blocks entfernt, ist weniger bekannt, aber mindestens genauso charmant. Das aristokratische Ambiente mit gemütlichen Sofas, einer Weinbar und regelmäßigen Musikveranstaltungen macht sie zum perfekten Rückzugsort.

Adresse Carturesti Carusel: Strada Lipscani 55
Öffnungszeiten: täglich 10-22 Uhr

12. Street Art – Urbane Kunstgalerie unter freiem Himmel

Bukarest hat sich zu einem Hotspot für Street Art entwickelt. Besonders rund um die Strada Arthur Verona findest du beeindruckende Wandgemälde, die sich über ganze Hausfassaden ziehen. Jedes Jahr findet hier das „Street Delivery Festival“ statt, das für neue Kunstwerke sorgt.

Die Themen reichen von Werbung für Ausstellungen oder Clubs über explizit politische Aussagen zu Sprayer-Tags und immer wiederkehrenden Motiven wie Schweinen und Buddha-Gesichtern. Es wird mit Schablonen und freihändig gearbeitet, monochrom und bunt.

Auch in der Altstadt und rund um die Verona-Buchhandlung entdeckst du überall Tags, Stencils und großflächige Murals – mal sozialkritisch, mal verspielt.

Mein Tipp: Buche eine geführte Street-Art-Tour, um die Geschichten hinter den Werken zu erfahren und versteckte Ecken zu entdecken. In rund zwei Stunden bekommst du nicht nur viel zu sehen, sondern erfährst auch viel über die jüngere Geschichte.

Nützliche Tipps für deinen Aufenthalt

Anreise

Mit dem Flugzeug: Der Henri Coanda Airport (OTP) ist Rumäniens größter Flughafen mit Direktverbindungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Von dort ins Zentrum kommst du am günstigsten mit dem Express-Bus 783 (3 Lei, etwa 45 Minuten) oder per Taxi/Uber (50-80 Lei, je nach Verkehr 30-60 Minuten).

Mit dem Zug: Bukarest ist bestens ans europäische Bahnnetz angebunden. Züge aus Wien, Budapest oder Sofia erreichen den Hauptbahnhof Gara de Nord. Die Verbindungen sind günstig, aber plane genügend Zeit ein – rumänische Züge haben ihren eigenen Rhythmus und einen gewissen Retro-Charme.

Mit dem Bus: Flixbus verbindet Bukarest mit vielen europäischen Städten. Die Fahrt aus Deutschland dauert 18-24 Stunden, kostet aber oft unter 50 Euro.

Mit dem Mietwagen: Bukarest erreichst du über gut ausgebaute Autobahnen. Ein Mietwagen lohnt sich besonders, wenn du auch das Umland erkunden möchtest. Parken in der Innenstadt kostet 2-5 Lei pro Stunde.

Fortbewegung vor Ort

Das Zentrum erkundest du am besten zu Fuß – die Altstadt und wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Für längere Strecken nutzt du die Metro (günstig und effizient) oder Uber/Bolt. Ein Metro-Ticket kostet 3 Lei, eine Tageskarte 8 Lei. Das öffentliche Bussystem ist komplex – die Metro-App „STB“ hilft bei der Navigation.

Empfehlenswerte Unterkünfte

Bleib im Zentrum oder der Altstadt (Centrul Vechi), um zu Fuß alle Highlights zu erreichen. Die Gegend um die Calea Victoriei bietet die beste Mischung aus Lage, Restaurants und Atmosphäre.

  • Casa Capsa: Boutique-Hotel in historischem Gebäude mit elegantem Design und zentraler Lage nahe der Calea Victoriei (Preise checken*)
  • InterContinental Athénée Palace: Erstklassiger Service und Wellness-Bereich in einem der bekanntesten Hotels der Stadt (Preise checken*)
  • Villa 18: Charmante Boutique-Unterkunft in ruhigem Viertel mit persönlichem Service und stilvoller Einrichtung (Preise checken*)
  • Radisson Blu Hotel Bucharest: Modernes Business-Hotel mit ausgezeichnetem Frühstück und guter Anbindung zum Flughafen (Preise checken*)
  • Hotel Cismigiu: Sauberes 3-Sterne-Hotel mit zentraler Lage am Cismigiu-Park. Einfache, aber komfortable Zimmer zu fairen Preisen (Preise checken*)

Gastro-Empfehlungen

  • Casa Romaneasca (Google Maps): Fantastisches Lokal für typische Gerichte aus Rumänien. Das Interieur ist wunderschön dekoriert, die Atmosphäre perfekt. Der Service ist freundlich, kompetent und mehrsprachig
  • Lacrimi si Sfinti (Google Maps): Moderne rumänische Küche in stylischem Ambiente. Die Weinauswahl ist hervorragend, ebenso die kreativ interpretierten lokalen Klassiker
  • The Artist (Google Maps): Gehobene internationale Küche mit künstlerischem Anspruch. Perfekt für besondere Anlässe
  • Hanu‘ lui Manuc (Google Maps): Rustikales Restaurant im ältesten Hotel Bukarests. Der beheizte Biergarten ist trotz seiner immensen Ausmaße regelmäßig voll. Reserviere daher vorab für authentische Atmosphäre und solide traditionelle Gerichte
  • Caru‘ cu Bere (Google Maps): Historisches Bierhaus aus 1879 mit spektakulärer Jugendstil-Architektur und traditioneller rumänischer Küche. Ein Muss für jeden Bukarest-Besuch

Reisezeit und Währung

Beste Reisezeit: Bukarest lohnt sich ganzjährig. Frühling (April-Mai) und Herbst (September-Oktober) bieten perfekte Temperaturen und weniger Gedränge. Sommer kann heiß werden, dafür pulsiert das Nachtleben. Winter haben ihren eigenen Charme mit Weihnachtsmärkten.

Währung: Du zahlst mit Rumänischen Lei (RON). 1 Euro ≈ 5 Lei. Tausche Geld in Wechselstuben statt am Flughafen für bessere Kurse. Kartenzahlung ist überall möglich, etwas Bargeld für kleine Läden schadet nicht.

Reisedauer: Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reichen zwei bis drei Tage. Mit Tagesausflügen zu Schloss Peles oder ins Donaudelta plane vier bis fünf Tage ein.

Mein Fazit

Bukarest überrascht jeden Besucher – die Stadt verbindet osmanische, osteuropäische und westliche Einflüsse zu einem außergewöhnlichen Mix. Nach langer Zeit der kommunistischen Unterdrückung hat die Metropole merklich an Selbstbewusstsein gewonnen. Zwischen verfallenen Gebäuden, der pulsierenden Altstadt und prächtigen Boulevards hat sich eine lebendige Kulturszene etabliert. Mein Feelgood-Faktor: 80 von 100!

Bukarest-Reiseführer

Das waren also die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Bukarest. Für noch mehr Tipps empfehle ich dir folgende Reiseführer:

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Steffen Eidam ist versierter Journalist und ausgewiesener Griechenland-Experte.

Auf unserem Foto- und Reiseblog nimmt er dich mit zu seinen Lieblingsregionen in Europa und speziell in Griechenland.

Hier findest du alle Artikel von Steffen Eidam.
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