Bergtouren Berchtesgaden: Die 11 schönsten Gipfeltouren

Das Berchtesgadener Land gehört zu den anspruchsvollsten und zugleich schönsten Bergregionen Deutschlands. Neun Gebirgsstöcke – darunter der legendäre Watzmann (2.713 m), das Steinerne Meer und das Hagengebirge – prägen eine alpine Landschaft, die Bergsteiger seit Generationen fasziniert. Seit 1978 steht der Kernbereich als Nationalpark Berchtesgaden unter besonderem Schutz.

Dieser Artikel richtet sich an alle, die echte Bergtouren suchen: Gipfel erklimmen, Höhenmeter sammeln, Trittsicherheit beweisen. Du findest hier 11 der schönsten Gipfeltouren im Berchtesgadener Land: Von der 2.000er-Begehung für ambitionierte Einsteiger bis zur klassischen Watzmann-Überschreitung für erfahrene Alpinisten. Jede Tour mit Schwierigkeitsgrad, Höhenmetern, Gehzeit und GPS-Download.

1. Schneibstein – Der leichteste 2.000er der Berchtesgadener Alpen

Wolltest du schon immer einen 2.000er erklimmen? Der 2.276 Meter hohe Schneibstein im Hagengebirge – direkt an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich – ist deine Chance. Er gilt als der leichteste Zweitausender der Berchtesgadener Alpen und ist damit der perfekte Einstieg in die alpine Welt dieser faszinierenden Region. Unterschätzen solltest du ihn trotzdem nicht: Du bewegst dich hier in echtem alpinen Gelände mit allem, was dazugehört.

Vom Parkplatz Hinterbrand (Google Maps) führt der Weg über die Mittelstation der Jennerbahn und den Königsweg zunächst unproblematisch bis zum Carl-von-Stahl-Haus (ganzjährig geöffnet; Website) auf 1.736 Metern. Von dort schlängelt sich ein schöner Bergweg weiter Richtung Gipfel – Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich, wirklich ausgesetzt wird es aber nie. Halte die Augen offen: Mit etwas Glück begegnest du hier Steinböcken oder entdeckst echtes Edelweiß am Wegesrand – Momente, die du nie mehr vergisst.

Mit der Jennerbahn lässt sich die Tour deutlich verkürzen: Ab der Bergstation reduziert sich die Strecke auf 8 Kilometer und 680 Höhenmeter – ideal für einen entspannten Bergtag ohne frühen Aufbruch. Die beste Zeit für den Schneibstein ist Juni bis Oktober, wobei du im Frühsommer noch Schneefelder einkalkulieren solltest.

Tipp für ambitionierte Einsteiger: Übernachte im Carl-von-Stahl-Haus und starte den Gipfelangriff am nächsten Morgen frisch und ausgeruht – der frühe Morgen belohnt dich mit einem Panorama, das verzaubert.

Wanderung auf den Schneibstein

LESETIPP: Neben den hier vorgestellten Bergtouren verrate ich dir hier 15 leichte Wanderungen im Berchtesgadener Land. Die vorgestellten Touren sind traumhaft schön und auch für Familien mit Kindern und Anfänger zu schaffen.

Mittelschwere Bergwanderung

Gehzeit: 7 bis 9 Stunden

Weglänge 13,9 Kilometer

Aufstieg 1.170 Höhenmeter

Abstieg 1.170 Höhenmeter

GPS-Download

2. Litzlalm mit Litzlkogl – Bergtour mit Almflair im Klausbachtal

Die Litzlalm ist das, was man sich unter einem perfekten Alpentag vorstellt: Eine traumhafte Kulisse, urige Almhütten und eine Jausenstation, an der die Zeit stillzustehen scheint. Kein Wunder, dass sie als Drehort für Heimatfilme und Serien wie „Der Bergdoktor“ diente. Das Ziel dieser abwechslungsreichen Bergtour ist aber nicht nur die Alm, sondern der Litzlkogl (1.625 m), der von hier in knapp 45 Minuten erreichbar ist und ein grandioses Panorama über die Berchtesgadener Alpen bietet.

Die Tour startet am Hintersee bzw. am Wanderparkplatz Hirschbichlstraße (Google Maps) und führt zunächst fast eben durch das idyllische Klausbachtal entlang des rauschenden Klausbachs. Bald zweigt links ein Wanderweg ab – hier beginnt der eigentliche Aufstieg. Unterwegs passierst du den Abzweig zur Ragertalm (ein herrliches Fotomotiv!), die spektakuläre Klausbachtaler Hängebrücke und die Bindalm, bevor das Gasthaus am Hirschbichl auf österreichischer Seite den letzten Zwischenstopp vor der Litzlalm markiert.

Nach drei bis dreieinhalb Stunden stehst du an der Litzlalm (geöffnet täglich von Mitte Mai bis Mitte Oktober; Montag Ruhetag). Die Zeit vergeht in dieser grandiosen Bergkulisse wie im Flug. Von hier erreichst du den Litzlkogl-Gipfel in weiteren 45 Minuten. Die beste Zeit für diese Tour ist Juni bis Oktober, im Frühsommer zeigt sich das Klausbachtal in sattem Grün.

Für den Rückweg empfiehlt sich der Almerlebnisbus (Ende Mai bis Anfang Oktober). Er bringt dich von der Haltestelle Hirschbichl bequem zurück zum Hintersee und spart dir etwa 8 Kilometer Wegstrecke (wenn du das möchtest).

Tipp: Die Tour ist auch bei Mountainbikern beliebt. Plane deinen Besuch aber besser an einem Wochentag, wenn weniger Betrieb auf dem Weg ist.

Mittelschwere Bergwanderung

Gehzeit: 7 bis 9 Stunden

Weglänge 22,4 Kilometer

Aufstieg 790 Höhenmeter

Abstieg 790 Höhenmeter

GPS-Download

3. Kehlstein – Geschichtsträchtiger Gipfel mit Panoramablick

Der Kehlstein (1.881 m) ist einer der bekanntesten Gipfel Deutschlands – und das aus gleich zwei Gründen. Erstens: Das Panorama vom Gipfel über Watzmann, Königssee und die Berchtesgadener Alpen ist schlicht überwältigend. Zweitens: Der Kehlstein mit dem berühmten Kehlsteinhaus, international bekannt als „Eagle’s Nest“, gehört zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte. Das Gebäude wurde von der NSDAP erbaut und diente als Repräsentationsgebäude für Adolf Hitler und andere NS-Größen. Heute erinnert eine kleine Fotoausstellung an diese finstere Vergangenheit.

Wer den Kehlstein als echte Bergtour erleben möchte, startet am Parkplatz Obersalzberg (Google Maps) und wandert in rund drei Stunden auf einem breiten Panoramaweg zum Gipfel. Wer es abwechslungsreicher mag, wählt den Waldsteig – schöner, ruhiger und deutlich alpiner.

Noch anspruchsvoller wird es auf dem wenig bekannten Postensteig: Dieser fast schon alpine Aufstieg ist konditionell und technisch fordernd, belohnt dich dafür aber mit einem Erlebnis abseits der Touristenmassen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier Pflicht.

Etwas kürzer geht es vom Wanderparkplatz Scharitzkehlalm (Google Maps) auf den Gipfel (10,2 Kilometer, 810 Höhenmeter). Die beste Zeit für die Kehlstein-Bergtour ist von Anfang Mai bis Ende Oktober. In diesem Zeitraum ist auch die Buslinie 849 ab Parkplatz Obersalzberg in Betrieb, falls du den Abstieg abkürzen möchtest.

Tipp: Egal wie du zum Gipfel kommst: den Kehlstein Rundweg (1,5 Kilometer, 100 Höhenmeter) solltest du dir nicht entgehen lassen. Ein wenig Trittsicherheit ist gefordert, die Aussicht entlang des Weges ist es aber allemal wert.

Mittelschwere Bergwanderung

Gehzeit: 5 bis 7 Stunden

Weglänge 14,9 Kilometer

Aufstieg 890 Höhenmeter

Abstieg 890 Höhenmeter

GPS-Download

4. Grünstein – Traumblick auf den Königssee und klassischer Klettersteig

Der 1.304 Meter hohe Grünstein ist einer der lohnendsten Aussichtsgipfel im Berchtesgadener Land – und das nicht nur wegen des Weges dorthin. Vom Gipfel genießt du einen der schönsten und bekanntesten Blicke der gesamten Region: den Königssee tief unter dir, flankiert von der gewaltigen Watzmann-Ostwand. Ein unvergessliches Panorama!

Der Normalweg startet in Schönau am Königssee (Google Maps) und führt über einen mitunter steilen Wanderweg hinauf zum Gipfel. Im oberen Teil ist Trittsicherheit gefragt. Besonders beim Abstieg über loses Geröll solltest du konzentriert bleiben. Kurz unterhalb des Gipfels lohnt sich eine Rast in der Grünsteinhütte (geöffnet Ende April/Anfang Mai bis Ende Oktober; Website) mit Blick auf die Watzmann-Spitzen.

Wer die Herausforderung sucht, wählt den Grünstein-Klettersteig, einen der bekanntesten und beliebtesten Klettersteige im Berchtesgadener Land. Der Normalweg hat die Schwierigkeit B/C, es gibt aber auch anspruchsvollere Varianten bis D/E für sehr erfahrene Klettersteiggeher. Wichtig: Der Abstieg über den Klettersteig ist verboten! Für den Klettersteig brauchst du ein Klettersteigset, Helm und feste Bergschuhe. Für Anfänger ist der Klettersteig übrigens auf keiner Variante geeignet!

Die beste Zeit für den Grünstein ist Mai bis Oktober.

Tipp: Kombiniere deine Bergtour mit einer gemütlichen Bootsfahrt auf dem Königssee. So erlebst du die beliebe Urlaubsregion aus zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven.

Mittelschwere Bergwanderung

Gehzeit: 3 bis 4 Stunden

Weglänge 7,0 Kilometer

Aufstieg 660 Höhenmeter

Abstieg 660 Höhenmeter

GPS-Download

5. Rinnkendlsteig – Bergtour mit Bootsfahrt und Tiefblicken auf den Königssee

Der Rinnkendlsteig beginnt so, wie kaum eine andere Bergtour in den Berchtesgadener Alpen: mit einer Bootsfahrt auf dem Königssee. Schon die Fahrt über den tiefgrünen See mit Blick auf die senkrechten Felswände stimmt dich auf das ein, was noch kommt: eine der abwechslungsreichsten und eindrucksvollsten Bergtouren im Berchtesgadener Land.

An der Wallfahrtskirche St. Bartholomä – einem der bekanntesten Fotomotive Deutschlands – startest du den Aufstieg. Über Serpentinen geht es zunächst durch Mischwald einen steilen Hang hinauf.

Weiter oben wird es alpiner: Stufen, Tritte und Stahlseile sind verbaut, du gewinnst schnell an Höhe und wirst mit immer spektakuläreren Tiefblicken auf den Königssee belohnt. Der Steig ist schmal und stellenweise ausgesetzt. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier keine Option, sondern Pflicht!

Nach etwa zweieinhalb Stunden hast du den anspruchsvollsten Teil hinter dir. Ein kurzer Abstecher zur Archenkanzel lohnt sich. Von hier öffnet sich noch einmal ein spektakulärer Blick über den gesamten Königssee. Weiter geht es zur Kührointalm (Mai bis Oktober; Website) auf 1.420 Metern. Von hier blickst du auf die legendäre Watzmann-Ostwand, eine der gewaltigsten Felswände der Ostalpen. Hier bietet sich eine ausgedehnte Rast an, bevor es gemütlich zurück nach Schönau geht.

Die beste Zeit für den Rinnkendlsteig ist Juni bis Oktober. Erkundige dich im Vorfeld unbedingt nach den Verhältnissen. Bei Schnee und Nässe ist die Tour nicht zu empfehlen! Die Bootsfahrt auf dem Königssee wird von der Königssee Schifffahrt angeboten. Beachte bei deiner Tourenvorbereitung die Fahrzeiten der Boote und kauf die Tickets online im Voraus!

Tipp: Starte früh morgens: die Bootsfahrt im ersten Morgenlicht und der Königssee ohne Touristenmassen sind ein tolles Erlebnis.

Wanderung auf dem Rinnkendlsteig

Mittelschwere Bergwanderung

Gehzeit: 5 bis 7 Stunden

Weglänge 11,0 Kilometer

Aufstieg 820 Höhenmeter

Abstieg 820 Höhenmeter

GPS-Download


Dumont Foto-Eskapaden Deutschland

Unser erstes Buch: Foto-Eskapaden in Deutschland

Nach 16 Jahren Reiseblog ist es soweit: Im Juni 2026 erscheint unser erstes Buch bei DuMont – Foto-Eskapaden in Deutschland. 30 fotografische Abenteuer quer durch die Republik, mit GPS-Tracks, Karten und 10 spannenden Foto-Challenges. Kurz gesagt: der perfekte Begleiter für alle, die Deutschland mit offenen Augen und Kamera in der Hand neu entdecken wollen.


6. Jenner – Der klassische Aussichtsgipfel im Berchtesgadener Land

Der Jenner (1.874 m) ist der Klassiker unter den Bergtouren im Berchtesgadener Land. Vom Gipfel genießt du ein 360-Grad-Panorama, das seinesgleichen sucht: der Königssee in seiner ganzen türkisblauen Pracht tief unter dir, die gewaltige Watzmann-Ostwand direkt gegenüber, dahinter das Steinerne Meer und bei klarem Wetter sogar die Gipfel der Hohen Tauern. Wer einmal hier oben gestanden hat, versteht sofort, warum der Jenner zu den meistbesuchten Gipfeln Bayerns zählt.

Die Tour startet am Parkplatz Hinterbrand (Google Maps) und folgt zunächst einem Waldweg zur Mittelstation der Jennerbahn. Weiter geht es über den Königsweg auf einer Forststraße vorbei an saftigen Almen und Wiesen – ein angenehmer, gut markierter Aufstieg mit konstantem Höhengewinn. Unterwegs bietet sich an der ganzjährig geöffneten Mitterkaseralm (je nach Saison aber nur am Wochenende geöffnet; Website) auf 1.534 Metern eine erste Einkehrmöglichkeit an. Der Weg ist durchgehend gut markiert und erfordert solide Grundkondition. Technisch anspruchsvolle Passagen gibt es keine, aber die 710 Höhenmeter fordern ihren Tribut.

Wer direkt am Königssee startet, verlängert die Tour auf knapp 15 Kilometer und 1.200 Höhenmeter – ein echter Konditionstest, der sich aber lohnt. Mit der Jennerbahn lässt sich die Wanderung alternativ deutlich verkürzen. Die Seilbahn ist ganzjährig in Betrieb, beachte aber die langen Revisionszeiten!

Besonders lohnenswert, aber lang, ist die Kombination des Jenners mit dem Schneibstein: Von der Bergstation führt ein gut markierter Weg in rund zwei Stunden weiter zum Carl-von-Stahl-Haus und von dort auf den Schneibstein-Gipfel – ein grandioser Zwei-Gipfel-Tag mit insgesamt rund 1.500 Höhenmetern ab Hinterbrand.

Die beste Zeit für den Jenner ist Mai bis Oktober. Im Herbst zeigt sich das Berchtesgadener Land von seiner farbenprächtigen Seite. Goldene Almen und klare Fernsicht machen den Jenner dann zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Tipp: Starte früh morgens, um die besten Lichtverhältnisse für Fotos zu erwischen und den Gipfel vor dem großen Andrang zu genießen.

Mittelschwere Bergwanderung

Gehzeit: 4 bis 5 Stunden

Weglänge 9,0 Kilometer

Aufstieg 710 Höhenmeter

Abstieg 710 Höhenmeter

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7. Zwiesel – Der Geheimtipp unter den Bergtouren im Berchtesgadener Land

Kennst du das Gefühl, einen Gipfel fast ganz für dich alleine zu haben? Auf dem 1.782 Meter hohen Zwiesel – dem höchsten Gipfel im Gebirgsstock Staufen in den Chiemgauer Alpen nahe Bad Reichenhall – ist das auch an schönen Sommerwochenenden noch möglich. Während sich auf Jenner und Kehlstein die Wanderer drängen, genießt du hier oben ein grandioses Panorama über das gesamte Berchtesgadener Land mit Blick auf Watzmann, Hochstaufen, Untersberg und bei klarem Wetter bis weit in die Hohen Tauern – und das oft fast ungestört.

Der Startpunkt ist der Wanderparkplatz an der Jochbergstraße in Schneizlreuth (Google Maps), den du von Berchtesgaden aus in rund 40 Minuten mit dem Auto erreichst. Der Aufstieg ist zunächst moderat und gut markiert. Nach etwa der Hälfte der Strecke erreichst du die gemütliche Zwieselalm (ab Juni 2026 wohl leider dauerhaft geschlossen, aktuell Infos auf der Website): die perfekte Halbzeitpause mit Almblick. Im oberen Teil des Aufstiegs wird es spürbar alpiner. Der Weg ist steiler, das Gelände felsiger. Hier ist ein solides Maß an Trittsicherheit gefragt. Insgesamt ist der Aufstieg aber gut zu meistern, auch für konditionell fitte Einsteiger.

Auch wenn der Zwiesel geografisch nicht zu den Berchtesgadener Alpen gehört: vom Gipfel aus hast du das Gefühl, mitten in ihnen zu stehen. Diese Tour ist ein absolutes Muss für alle, die das Berchtesgadener Land abseits der ausgetretenen Pfade entdecken wollen.

Die beste Zeit für den Zwiesel ist Mai bis Oktober. Besonders empfehlenswert ist der Herbst – dann leuchtet die Natur in satten Gelb- und Orangetönen.

Tipp: Kombiniere die Tour mit einem Besuch in Bad Reichenhall. Die Salzstadt liegt am Fuße des Zwiesels und bietet nach der Tour eine perfekte Möglichkeit zur Erholung.

Mittelschwere Bergwanderung

Gehzeit: 4 bis 5 Stunden

Weglänge 6,9 Kilometer

Aufstieg 860 Höhenmeter

Abstieg 860 Höhenmeter

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8. Hochstaufen über Bartimahd – Der Hausberg von Bad Reichenhall mit Traumblick

Der Hochstaufen (1.771 m) ist der Hausberg von Bad Reichenhall. Wer einmal hier oben gestanden hat, weiß sofort warum. Vom Gipfel schweift der Blick über die Berchtesgadener Alpen, die Chiemgauer Alpen und bei klarem Wetter bis in die Hohen Tauern. Ganz nah scheint der bereits erwähnte Zwiesel.

Die klassische Route startet am Wanderparkplatz Nonn in Bad Reichenhall (Google Maps; Parkgebühr 5 Euro) und führt über die sogenannte Bartimahd auf den Gipfel. Der Weg steigt von Anfang an stetig an und führt zunächst durch den dichten Bergwald. Erst im oberen Drittel wird das Gelände felsiger. Technisch anspruchsvoll ist die Route nicht, aber mit knapp 11 Kilometern und 1.170 Höhenmetern ist die Tour konditionell durchaus eine Herausforderung.

Das Ziel macht jeden Schritt wert: Das Reichenhaller Haus (auch bekannt als Staufenhaus) direkt unterhalb des Gipfels gehört zu den schönsten Berghütten in ganz Bayern. Der Blick von der Terrasse über Salzburg, die Berchtesgadener Alpen, die Loferer Steinberge und bis zum Wilden Kaiser ist grandios. Hier schmeckt die Brotzeit gleich noch besser! Die Hütte ist in der Regel von Anfang/Mitte Mai bis Mitte Oktober (Website) geöffnet und bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten.

Die beste Zeit für den Hochstaufen ist Mai bis Oktober. Im Frühherbst ist die Tour besonders schön und das Reichenhaller Haus hat zu dieser Zeit noch geöffnet.

Mittelschwere Bergwanderung

Gehzeit: 6 bis 8 Stunden

Weglänge 10,6 Kilometer

Aufstieg 1.170 Höhenmeter

Abstieg 1.170 Höhenmeter

GPS-Download

9. Hochstaufen über Steinerne Jäger – Die alpine Variante für erfahrene Bergsteiger

Wer den Hochstaufen schon über die Bartimahd kennt und mehr will, ist auf dem Steinerne Jäger Steig genau richtig. Diese Variante ist alles andere als eine gewöhnliche Bergwanderung: Ein ungesicherter, schwarz markierter Steig mit Leiter, Kraxelstellen und luftigen Querungen – hier kommt alpines Feeling auf. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Pflicht!

Die Rundtour startet wie die Bartimahd-Variante am Wanderparkplatz Nonn in Bad Reichenhall (Google Maps; Parkgebühr 5 Euro).

Nach etwa 20 Minuten erreichst du die geschlossene Padinger Alm – hier biegst du ab und folgst den Wegweisern „Hochstaufen über Steinerne Jäger“. Nach rund zwei Stunden Aufstieg durch dichten Bergwald stehst du vor einer Leiter, die einen Felsen mehrere Meter nach oben führt. Dahinter beginnt der eigentliche Steinerne Jäger Steig. Achte ab hier den rot-weißen Markierungen: Das Gelände ist felsig und unübersichtlich, ein Versteigen kann gefährlich werden.

Der Steig führt durch teils ausgesetzte Querungen und leichte Kraxelpassagen mit Blicken auf Watzmann, Hochkalter und Großglockner. Nach dreieinhalb Stunden Gesamtaufstieg erreichst du das Reichenhaller Haus.

Von hier sind es noch 5 Minuten zum Gipfel des Hochstaufen mit seiner grandiosen Rundumsicht über Bad Reichenhall bis hin nach Salzburg und zu den Salzburger Hausbergen.

Der Abstieg zurück zum Wanderparkplatz Nonn erfolgt über die deutlich einfachere Bartimahd (rot markiert) – rund 2:30 Stunden zurück ins Tal. Eine klassische, lohnende Rundtour mit zwei völlig unterschiedlichen Charakteren.

Wichtig: Den Steinerne Jäger Steig niemals bei Regen, Eis oder Schnee begehen. Der ungesicherte Steig ist bei Nässe extrem rutschig und gefährlich.

Für Klettersteig-Fans: Noch mehr Adrenalinkick bietet der bekannte Pidinger Klettersteig (Schwierigkeit C/D), der ebenfalls auf den Hochstaufen führt. Dieser ist jedoch erfahrenen Klettersteiggehern mit vollständiger Klettersteigausrüstung vorbehalten.

Die beste Zeit für diese Tour ist Mai bis Oktober. Der Steig ist südseitig ausgerichtet und in der Regel schon relativ früh im Jahr begehbar.

Wanderung über die Steinernen Jäger zum Hochstaufen

Schwere Bergwanderung

Gehzeit: 6 bis 8 Stunden

Weglänge 10,5 Kilometer

Aufstieg 1.170 Höhenmeter

Abstieg 1.170 Höhenmeter

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10. Schärtenspitze – Hochgebirgstour mit Blaueis-Gletscher und Tiefblick auf den Hintersee

Jetzt wird es ernst. Die Schärtenspitze (2.153 m) ist der erste echte Hochgebirgsgipfel in dieser Liste. Und sie hat alles, was eine unvergessliche Bergtour ausmacht: einen langen, abwechslungsreichen Aufstieg, eine technisch anspruchsvolle Schlüsselstelle und als Krönung einen der schönsten Tiefblicke im gesamten Berchtesgadener Land.

Vom Wanderparkplatz Pfeiffenmacherbrücke in Ramsau bei Berchtesgaden (Google Maps) geht es zunächst auf einer breiten Forststraße gemütlich durch den Wald. Ein entspannter Einstieg, der dich kaum ahnen lässt, was noch kommt. Nach rund zweieinhalb Stunden erreichst du die Hochalm mit dem ersten freien Blick auf den Gipfel. Und dann steht man da und fragt sich: Und hier soll ein Weg raufführen? Ja, tut er. Aber der hat’s in sich!

Die Eisbodenscharte ist die Schlüsselstelle der Tour: Ein Stahlseil hilft dabei, eine steil aufragende Felswand zu erklimmen – Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier unbedingt erforderlich. Wer diese Anforderungen erfüllt, wird nach rund vier Stunden Aufstieg mit dem kleinen, aber umso schöneren Gipfelkreuz der Schärtenspitze belohnt. Der Tiefblick auf den smaragdgrünen Hintersee ist von hier oben atemberaubend.

Vom Gipfel führt der Weg weiter zur idyllisch gelegenen Blaueishütte (geöffnet Ende Mai bis Anfang Oktober; Website). Auf dem Weg dorthin passierst du den Blaueis-Gletscher, den nördlichsten Gletscher der Alpen. Schon das macht die Schärtenspitze zu einer der schönsten Bergtouren weit und breit. An der Blaueishütte bietet sich eine ausgedehnte Rast an, bevor es auf dem Normalweg zurück ins Tal geht – immer mit dem Hintersee im Blick.

Die beste Zeit für die Schärtenspitze ist Juli bis September. Der Aufstieg über die Eisbodenscharte kann bis weit in den Sommer hinein schneebedeckt sein. Informiere dich vor der Tour unbedingt über die aktuellen Verhältnisse.

Wichtig: Diese Tour ist deutlich anspruchsvoller als die meisten anderen Touren in dieser Liste. Erfahrung im alpinen Gelände, festes Schuhwerk und eine gute Kondition sind Voraussetzung.

Schwere Bergwanderung

Gehzeit: 7 bis 9 Stunden

Weglänge 13,3 Kilometer

Aufstieg 1.400 Höhenmeter

Abstieg 1.400 Höhenmeter

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11. Watzmann – Die Königstour im Berchtesgadener Land

Der Watzmann (2.713 m) ist nicht einfach ein Berg. Er ist der Berg des Berchtesgadener Landes – eine Legende, ein Mythos, ein Ziel, das Bergsteiger aus aller Welt in die bayerischen Alpen lockt. Als höchster Berg, der komplett in Deutschland liegt (Zugspitze und Hochwanner sind höher, liegen aber zur Hälfte in Österreich), thront er majestätisch über dem Königssee und der Stadt Berchtesgaden. Wer die Watzmann-Überschreitung geschafft hat, hat eine der großen Klassiker-Touren der deutschen Alpen unter den Stiefeln.

Aber eines vorab – und das meine ich absolut ernst: Ich rate Anfängern dringend davon ab, den Watzmann zu besteigen. Diese Tour ist kein Spaziergang, kein Wandererlebnis und auch keine fordernde Bergtour für gut konditionierte Einsteiger. Die Watzmann-Überschreitung ist eine anspruchsvolle Hochtour für erfahrene Bergsteiger mit alpiner Erfahrung.

Die Route der Watzmann-Überschreitung

Die klassische Überschreitung startet am Wimbachparkplatz in Ramsau (Google Maps) und führt zunächst zum Watzmannhaus (1.930 m) – einer der bekanntesten Berghütten in den Berchtesgadener Alpen. Das Haus thront auf einem Grat mit grandiosem Blick auf Königssee und Hoher Göll und bietet Übernachtungsmöglichkeiten für alle, die die Tour auf zwei Tage aufteilen – was ich dringend empfehle.

Von hier geht es über das Hocheck (2.651 m) weiter zur Mittelspitze (2.713 m), dem Hauptgipfel, und schließlich zur Südspitze (2.712 m), bevor es an den extrem langen und sehr unangenehmen Abstieg und schließlich durchs Wimbachgries zurück zum Wanderparkplatz geht. Als Rundwanderung warten 24 Kilometer und mehr als 2.000 Höhenmeter im Auf- und steilen Abstieg.

Der Weg ist lang, ausgesetzt und nur stellenweise versichert. Es gibt zahlreiche absturzgefährdete Stellen, die volle Konzentration erfordern. Selbst mit einer Übernachtung im Watzmannhaus bleibt diese Tour extrem anspruchsvoll – körperlich wie mental. Die berühmte Watzmann-Ostwand, eine der gewaltigsten und gefährlichsten Felswände der Ostalpen mit bis zu 1.800 Metern Wandhöhe, gibt dir die ganze Zeit das Gefühl, wie klein der Mensch in diesem Gebirge wirklich ist. Seit der Erstbesteigung im Jahr 1881 durch Johann Grill kamen auf der Kletterroute in der Ostwand mehr als 120 Menschen ums Leben!

Was du für den Watzmann brauchst

Für die Watzmann-Überschreitung brauchst du neben einer sehr guten Grundkondition viel Erfahrung im alpinen Gelände, absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit und natürlich feste Bergschuhe. Früh im Jahr, je nach Schneelage bis in den Juli hinein, können Steigeisen und Pickel notwendig sein. Informiere dich vor der Tour unbedingt über die aktuellen Bedingungen.

Die beste Zeit für die Watzmann-Überschreitung ist Juli bis September bei stabiler Hochdrucklage. Starte nie bei instabilem Wetter! Die Gewittergefahr auf dem exponierten Grat ist lebensgefährlich.

Tipp: Buche das Watzmannhaus frühzeitig. In der Hochsaison ist es oft wochenlang ausgebucht. Alle Infos und die Buchung direkt über die DAV-Website.

Eine Alternative zum Watzmann ist vielleicht die Zugspitze bei Garmisch-Partenkirchen. Je nach Variante kannst du auf der Bergtour auf Deutschlands höchsten Berg die Schlüsselstellen mit der Seilbahn umgehen. Hier findest du alle Infos zur Wanderung auf die Zugspitze.

Sehr schwere Bergwanderung

Gehzeit: 12 bis 16 Stunden

Weglänge 23,8 Kilometer

Aufstieg 2.060 Höhenmeter

Abstieg 2.060 Höhenmeter

GPS-Download

Hoteltipps für deinen Bergurlaub in Berchtesgaden

Das Alm- & Wellnesshotel Alpenhof in Schönau am Königssee (Preis checken*) ist der ideale Ausgangspunkt für Touren am Königssee und rund um Berchtesgaden. Dich erwartet ein modernes Wellness-Hotel in grandioser Bergkulisse.

Luxuriös geht’s auch im Kempinski Hotel Berchtesgaden (Preis checken*) auf dem Obersalzberg zu. Das moderne Hotel ist hervorragend in die Landschaft integriert und begeistert mit einer grandiosen Aussicht auf die umliegenden Berggipfel.

Modern, aber eher schlicht geht’s im Explorer Hotel Berchtesgaden in Schönau am Königssee (Preis checken*) zu. Für Regentage gibt es einen kleinen Wellness-Bereich. Die Übernachtungen sind für die Lage vergleichsweise günstig.

Eine der günstigsten Unterkünfte im Berchtesgadener Land ist das Hotel Almrausch in Bad Reichenhall (Preise checken*). Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist großartig!

Abseits vom Trubel, genauer gesagt im beschaulichen Teisendorf (45 Minuten vom Königssee entfernt), befindet sich das WellnessNaturResort Gut Edermann (Preise checken*). Hier bist du richtig, wenn du einfach mal abschalten und nicht unbedingt jeden Tag in den Bergen wandern willst.

Wanderführer für Berchtesgaden

*Werbelink / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Autor:in
Florian Westermann ist Reisejournalist, Buchautor (u. a. Dumont) und preisgekrönter Profi-Fotograf.

2010 gründete er den Foto- und Reiseblog Phototravellers.de, auf dem er seine Expertise in über 400 Artikeln zu den Themen Reisen, Wandern, Outdoor und Fotografie teilt.

Hier findest du alle Artikel von Florian Westermann.
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