Dominica – Tag 3 – Emerald Pool & die Kalinagos

Der Emerald Pool – eine Top-Sehenswürdigkeit auf Dominica

Traumhafter Wasserfall im Urwald

Nach dem Fotoshooting am Morgen an der Pagua Bay genießen wir das Frühstück mit traumhafter Kulisse. Das Highlight des Tages ist der Emerald Pool – ein wundervoller Wasserfall in grandioser Landschaft. Zur Nebensaison ist auf Dominica zum Glück nicht viel los und wir haben den Emerald Pool fast für uns alleine. Anders sieht es aus, wenn ein Kreuzfahrtschiff in Dominica anlegt – der Emerald Pool gehört nämlich zu den Top-Sehenswürdigkeiten auf Dominica und steht auf jeder Ausflugsliste ganz weit oben. An Kultur interessierte Urlauber besuchen das Kalinago-Reservat. Hier leben die Nachfahren der Ureinwohner der Karibik.

Dominica wurde von Wirbelsturm Maria 2017 schwer getroffen. Vieles wurde zerstört, vieles aber auch schon wieder aufgebaut. Wir haben uns im Juni 2018 auf Dominica umgesehen. Diese Recherchereise wurde unterstützt von  Discover Dominica.

Die Fotos in diesem Artikel wurden mit der Nikon D810 und der Sony Alpha 6000 geschossen. Was wir sonst noch so dabei haben auf unseren Wanderungen und Reisen? Hier geht es zu unserer Fotoausrüstung.

Fotoshooting an der Pagua Bay

Wir laufen am Morgen hinunter zum Meer und warten auf den Sonnenaufgang. Der ist zwar recht unspektakulär. Trotzdem ist es ein wundervoller Moment, als die Sonne durch die Wolken bricht. Auch vom Hotel aus genießen wir noch einmal einen tollen Blick auf die Küste.

Sonnenaufgang am Pagua Bay

Sonnenaufgang an der Pagua Bay

Pagua Bay House mit Pool

Von unserem Hotel-Pool haben wir einen tollen Blick über die Küste

Empfehlenswerte Reiseführer zu Dominica und zur Karibik

Der Emerald Pool – ein “Must Do” auf Dominica

Pünktlich um halb neun holt uns Oris ab und wir machen uns auf zum Emerald Pool im Nationalpark Morne Trois Pitons. Der wunderschöne Wasserfall gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten in der gesamten Karibik. Oris erzählt, dass fast alle Urlauber, die mit dem Kreuzfahrtschiff kommen, zum Emerald Pool wollen. Bald wissen wir auch, warum. Vom Parkplatz aus läuft man etwa zehn Minuten auf einem breiten Schotterweg bis zum ersten Aussichtspunkt. Schon von hier hat man einen tollen Blick auf den Emerald Pool. Der hohe Wasserfall ergießt sich in einen riesigen Pool. Die Natur ist herrlich grün, die Felsen sind grün überwachsen und in mitten dieser wunderschönen Oase entspringt dieser Wasserfall.

Schild Emerald Pool

Der Emerald Pool ist nicht mehr weit

Wanderweg Emerald Pool

Der Wanderweg zum Wasserfall ist komplett neu gemacht

Blick auf den Emerald Pool

Der Emerald Pool vom ersten Aussichtspunkt aus gesehen

Wanderung zum Emerald Pool

Wir steigen die Stufen hinab und können es kaum erwarten, ins kühle Nass zu springen. Welch ein Glück: Wir sind ganz alleine an diesem wundervollen Ort. Legt ein großes Kreuzfahrtschiff an, geht es hier zu wie auf dem Rummel, erzählt Oris. Heute aber ist es das Paradies. Wir springen ins Wasser, schwimmen zum Wasserfall und lassen es uns im Emerald Pool richtig gut gehen. Wir lassen uns treiben und genießen die tolle Atmosphäre. Dominica heißt nicht umsonst “The Nature Island”. Die Natur birgt hier wirklich wahre Wunder. Ich frage Oris, wie der Emerald Pool vor Wirbelsturm Maria aussah. Vor Maria war auf dem gesamten Weg kein Sonnenstrahl zu sehen, so grün und verwachsen war der Urwald. Heute liegt alles in der prallen Sonne. Der Emerald Pool selbst ist vom Sturm aber unberührt geblieben und sieht nach wie vor wunderschön aus. Der Wasserfall ist nicht umsonst einer der am meistbesuchten Orte der Insel.

Emerald Pool

Wir steigen die Stufen hinab und sind ganz alleine am Emerald Pool

Schwimmerin Emerald Pool

Ich springe ins kühle Nass und genieße es, mich treiben zu lassen

Unbekannte Früchte auf Dominica

Auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit auf Dominica zeigt uns Oris am Straßenrand immer wieder Gemüse und Früchte, die wir nicht kennen. Zum Beispiel Dashin. Dashin ist eine Frucht, die ähnlich wie eine Kartoffel schmeckt. Aus ihren Blättern wird die bekannte Callaloo-Soup gemacht. Die Knolle dagegen wird wie eine Kartoffel genutzt. Entweder machen die Einheimischen daraus Püree, braten sie an oder formen kleine Bällchen, die sie dann frittieren. Es gibt sogar Dashin-Chips, erzählt Oris. Wir fahren weiter, vorbei am Trailhead der Wanderung auf den Morne Trois Pitons. Der 1387 Meter hohe Vulkan ist der zweithöchste Gipfel der Insel. Die Tour dauert etwa fünf Stunden und ein Führer wird dringend empfohlen.

Verkaufsstand an der Straße

Ein kleiner Verkaufsstand an der Straße

Das Kalinago-Reservat

Unser nächster Stopp ist das Kalinago-Reservat. Die Kalinago sind die Ureinwohner vieler Karibik-Inseln. Bei unserem Besuch zeigen uns die Kalinago, wie sie früher gelebt haben, wie sie heute leben und natürlich gibt es viel Wissenswertes zu ihrer Geschichte. Wir erfahren etwa, dass an der Spitze der Kalinago auch heute noch ein Chief steht, dass sie eigene Schulen haben und dass sie noch sehr traditionell leben. Noch heute etwa blasen die Kalinago auf einem Schneckenhorn, wenn jemand aus ihrer Gemeinschaft stirbt. Obwohl die Kalinago lange recht abgeschieden gelebt haben, ist ihre Sprache ausgestorben. Die früheren Besatzer, Engländer und Franzosen, zwangen den Kalinago ihre Sprache auf. Unser Guide erzählt auch davon, dass die Blätter eines speziellen Baumes eine betäubende Wirkung haben. Wirft man die Blätter ins Meer, werden die Fische in der Umgebung gelähmt oder berauscht. Jedenfalls kann man die Fische so leicht fangen. Ein anderer Brauch, den die Kalinago immer noch pflegen, ist ein ganz besonderes Bad. Derjenige, der negative Energie in sich verspürt, geht er zu der Stelle, an der der Fluss, der durch das Dorf fließt, ins Meer mündet. Dort, wo Süßwasser auf Meerwasser trifft, sagt die Legende, wird die negative Energie ausgewaschen.

Bekannt sind die Kalinago auch für ihre riesigen Einbäume, mit denen sie von Insel zu Insel fahren konnten. Gestern haben wir dabei geholfen, einen kleinen Teil des Waitukubuli National Trails freizuräumen. Dabei haben wir gesehen, wie groß und dick die Stämme dieser Bäume sind. Eine Motorsäge kann die Stämme kaum durchdringen. Die Kalinago schlagen die Bäume im Wald und höhlen die Stämme vor Ort aus. Dann erst wird das schon recht weit präparierte Boot aus dem Wald getragen. Vorher wäre der Stamm viel zu schwer, um ihn zu transportieren. Die Kalinago haben übrigens verschiedene Hütten, wie unser Guide erklärt. Die Ajoupa besitzt etwa nur eine einfache einseitige Dachkonstruktion und sollte Jäger und Kanu-Bauer Schutz bieten, wenn sie tief im Urwald unterwegs waren. Das Taboui wird etwa für Zeremonien und Hochzeiten genutzt. Es ist der gesellschaftliche Mittelpunkt einer Siedlung. Mouina heißen die Wohnhäuser. In diesen Hütten leben die Kalinago heute noch.

Haus im Kalinago-Reservat

Die Kalinago räumen nach Wirbelsturm Maria auf. Zu sehen ist hier das Taboui

Wasserfall

Kurz unterhalb dieses Wasserfalls fließt der Fluss ins Meer. An dieser Stelle kann man dem Brauch nach seine Sorgen abwaschen

Ausblick an der Küste

Biggi blickt in die Ferne

Blick auf die Küste

Die schroffe Küste

Kalinago-Figur

Eine Kalinago-Figur. Wirbelsturm Maria hat einige der Köpfe weggeweht – hier stehen heute nur noch Stümpfe

Nach der sehr interessanten Führung schauen wir einer Kalinago beim Flechten eines Korbes zu und besuchen den kleinen Souvenier-Shop, in dem die handgemachten Körbe und Schnitzereien verkauft werden. Wir entscheiden uns für eine hübsche, geschnitzte Schale.

Eine ältere Kalinago-Frau beim Flechten

Eine ältere Kalinago-Frau beim Flechten

Cassava-Brot

Die Kalinago stellen auch heute noch ein ganz spezielles Brot her. Es wird aus der Cassava-Wurzel gebacken. Die Cassava-Wurzel ähnelt einer Süßkartoffel. Das Cassava-Brot soll sehr gesund sein, erzählt Oris. Wir halten an einem unscheinbaren Häuschen mit Wellblechdach. Oris ruft ins Haus hinein. Eine Frau und ein Mann kommen heraus. Sie bringen uns frisch gebackenes Cassava-Brot. Natürlich testen wir es sofort. Es schmeckt herrlich. Der Geschmack ist süßlich. Das kommt vom Kokosmehl, in dem das Brot gewendet wird. Auf der Führung durch das Kalinago-Reservat haben wir auch die runde Pfanne gesehen, in der das Cassava-Brot gebacken wird. Ich liebe es einfach, unbekannte Lebensmittel zu testen und die Küche fremder Kulturen zu probieren.

Cassava-Wurzel

Die Cassava-Wurzel

Cassava-Brot

Frisches Cassava-Brot

Auf dem Rückweg halten wir noch einige Male an unscheinbaren Häusern an. Oris kauft hier Früchte und Gemüse. Ein Tourist würde hier einfach vorbeifahren. Oris erklärt uns, dass die Bauern nach der Arbeit auf dem Feld mit der Ernte nach Hause kommen und verkaufen. Allerdings muss man schon wissen, wo man hält. Ohne ortskundigen Fahrer ein Ding der Unmöglichkeit.

Noch immer ohne Strom

Wir fahren an einem Fluss vorbei, in dem Einheimische Wäsche waschen. Manche Haushalte haben nach Wirbelsturm Maria noch immer keinen Strom und müssen auf altbewährte Mittel zurückgreifen.

Wäsche waschen am Fluss

Einwohner beim Wäsche waschen am Fluss

Unsere Dominica-Reise im Überblick

Tag 1 Pferdereiten, Indian River und “Fluch der Karibik” | Tag 2 Voluntourism und Wegbau (Waitukubuli National Trail) | Tag 3 Emerald Pool & die Kalinagos | Tag 4 Titou Gorge, Trafalgar Falls und Wotten Waven Pools | Tag 5 Wanderung durch den Dschungel | Tag 6 Freshwater Lake, Soufrière, Champagne Reef & Scotts Head | Tag 7 Mero Beach und Salisbury Beach | Tag 8 Wasserfall-Tour | Tag 9 Das erste Mal Tauchen

Empfehlenswerte Reiseführer zu Dominica und zur Karibik

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