Dänemark – Tag 5 – Mønsted Kalkgruber und Slettestrand

Die Mønsted Kalkgruber – ein Highlight in Dänemark

Auf Fledermaussuche in der Mønsted Kalkgruber

Am Morgen lassen wir es uns nicht nehmen, noch einmal zum Leuchtturm Lyngvig Fyr (GPS: N 56 02.990, E 8 06.226 Google Maps) aufzubrechen. Von unserem Hotel in Ringkøbing ist es mit dem Auto nur ein Katzensprung. Wir kennen die Gegend bereits und brechen zielstrebig in Richtung der großen Dünen am Strand auf. Von hier, so hoffen wir, haben wir einen tollen Blick auf den Leuchtturm, wenn dahinter die Sonne aufgeht. Wir haben aber den Wind unterschätzt. Direkt am Meer bläst der Wind so brutal, dass es ein Ding der Unmöglichkeit ist, hier zu shooten. Nicht nur, weil der Wind das Stativ mitsamt der Kamera sofort umschmeißen würde. Noch schlimmer ist der feine Sand, der uns mit äußerster Brutalität in die Augen getrieben wird. Nein, auf den Dünen können wir bei diesen Bedingungen auf keinen Fall bleiben, zumal es immer wieder kurz regnet. Uns macht das mit den Regenklamotten wenig. Aber selbst ohne Filter vor dem Objektiv ist die Linse in Windeseile so versifft, das es einfach keinen Sinn macht.

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Sonnenaufgang am Lyngvig Fyr

Wir lassen die Dünen ein Stück hinter uns und suchen ein windgeschütztes Plätzchen mit Blick auf den Lyngvig Fyr. Das könnte klappen. Ich muss die Kamera immer im Auge haben, da Böen heftig am Stativ ruckeln und es fast wegblasen. Auch der Himmel sieht ziemlich bedrohlich aus. Ob das wohl noch was wird mit dem Sonnenaufgang hinter dem Leuchtturm? Wir sind gespannt und warten. Dann geschieht es: Die Sonne kommt hinter den dicken Wolken zum Vorschein und verwandelt die Landschaft in ein leuchtendes Lichtermeer. Ja, das frühe Aufstehen hat sich wirklich gelohnt.

Lyngvig Fyr am Morgen

Zur Blauen Stunde am Leuchtturm Lyngvig Fyr

Manfrotto Stativ

Damit die Kamera im Sturm nicht umgerissen wird, müssen die Stativbeine weit gespreizt werden. Eine Übersicht über empfehlenswerte Reisestative findest du hier

Sonnenaufgang Lyngvig Fyr

Das Warten hat sich gelohnt. Die Sonne bricht durch die Wolken

Dünen im Morgenlicht

Die Dünen leuchten in den schönsten Farben

Wissenswertes, Reiseführer und Literatur zu Dänemark

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Mønsted Kalkgruber

Unser nächstes Ziel auf unserer Dänemark-Rundreise ist Slettestramd im südlichsten Teil der Jammerbucht, rund 20 Kilometer südlich von Rødhus. Von Ringkøbing aus braucht man für die Strecke mit dem Auto gut zwei Stunden. Wir machen auf dem Weg einen Abstecher zur  Mønsted Kalkgruber (GPS: N 56 27.369, E 9 09.973 Google Maps). Die größte Kalkgrube der Welt wurde bereits im späten Mittelalter erschlossen, die ältesten Gänge sind etwa 1000 Jahre alt. 1955 wurde die Mønsted Kalkgruber stillgelegt. Zwei bis drei Stunden müssen wir in jedem Falle einplanen, sagt man uns am Eingang. Für eine Kalkgrube? Gut, wir sind gespannt. Immerhin ist die Mønsted Kalkgruber die Heimat von Tausenden Fledermäusen. Ob wir wohl welche sehen?

Durch die dunklen Gänge der Mønsted Kalkgruber

Bevor es in die Unterwelt geht, schauen wir uns noch das kleine Museum an, in der historische Aufnahmen gezeigt werden. Nach ein paar Minuten auf dem gut ausgebauten Weg stehen wir am unscheinbaren Eingang zu der Kalkgrube, einem großen Tor. Wir folgen dem beleuchteten Weg – insgesamt sind etwa zwei Kilometer des 60 Kilometer langen Tunnelnetzwerkes beleuchtet – und erreichen gerade pünktlich die Filmvorführung über die Kalkgrube, die in regelmäßigen Abständen von 30 Minuten gezeigt wird. Die Vorstellung dauert zehn Minuten und ist gerappelt voll. Und ja, die kleine Show ist wirklich toll gemacht. Es macht Spaß, zuzuschauen und zuzuhören. Der Film wird übrigens auf Deutsch gezeigt. Nach dem Film verteilen sich die Besucher recht schnell in den unendlich scheinenden Gängen der Kalkgrube. Das wirklich spannende ist, dass es keine vorgegebenen Wege gibt und keine Gruppen. Man kann sich wirklich frei in der Kalkgrube bewegen und auch die dunklen Gänge erkunden.  Eine Taschenlampe ist aber sehr von Vorteil, weil es wirklich stockfinster ist. Angst, sich zu verlaufen, muss man keine haben, irgendwann stößt man wieder auf einen der beleuchteten Wege (das war zumindest immer unsere Hoffnung).

Kalkwerk

Das alte Kalkwerk der Mønsted-Kalkgruben

Museum Mønsted-Kalkgruben

Bevor wir in die Gruben steigen, schauen wir uns das kleine Museum an

Historisches Foto Mønsted-Kalkgruben

Hier gibt es auch viele historische Aufnahmen zu sehen

Eingang Mønsted Kalkgruber

Der Eingang in die größte Kalkgrube der Welt

Schild am Eingang der Mønsted Kalkgruber

Um 17 Uhr geht das Licht aus

Plan Mønsted Kalkgruber

Dieser Teil der Kalkgrube ist begehbar. Der gelbe Teil ist das unzugängliche Käselager

Multimedia-Show in den Mønsted Kalkgruber

Wir starten mit einer schönen Multimedia-Show

Unterirdischer See

Hinter diesem unterirdischen See liegen große dunkle Räume. Hier ist die Chance groß, Fledermäuse zu sehen

Mønsted Kalkgruber

Die Durchbrüche in der Kalkgrube sind riesig

Mønsted Kalkgruber

Wir verbringen einige Stunden in den kühlen Gängen. Nicht alle Teile der Kalkgrube sind beleuchtet, eine Stirnlampe sollte man dabei haben

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Fledermäuse in der Mønsted Kalkgruber

Auf der Suche nach Fledermäusen suchen wir Decken und Wände ab, sehen aber keine. Wir müssen wohl doch in die dunklen Gänge abbiegen. Nur mit der Handylampe – unsere Stirnlampen liegen sicher im Auto – machen wir uns auf die Suche. Wir laufen einen recht steilen Hang hinab und stoßen auf einen beleuchteten See, hinter dem sich große dunkle Räume verbergen.  Über ein paar Steine können wir den flachen See problemlos passieren. Und tatsächlich, in den dunklen Ecken der großen Räume hängen sie: winzige flauschige Fledermäuse. Wir lassen unsere Blicke schweifen und entdecken überall die kleinen Flugsäuger, die sich von uns nicht stören lassen.

Fledermaus

An den Wänden entdecken wir immer wieder Fledermäuse

Käselager in der Mønsted Kalkgruber

Ein weiteres Highlight ist das Käselager in der Mønsted Kalkgruber. Vom Käse sieht man leider nicht viel, weil dieser Teil der Gruben verständlicherweise versperrt ist. Allerdings kann man den Käse sehr intensiv riechen. Wer mag, kann sich auch etwas Käse im Shop der Kalkgrube mitnehmen.

Der Grubenzug in der Mønsted Kalkgruber

Sehr beliebt bei Groß und Klein ist auch der Grubenzug, der sich zwischen Kalksäulen, an Bächen und unterirdischen Seen vorbeiwindet. Der Zug fährt aus Rücksicht auf die Fledermäuse in den Gruben allerdings nur vom 15. Mai bis zum 15. August.

Halloween in der Mønsted Kalkgruber

Zu Halloween in den Herbstferien gibt es noch ein ganz besonderes Event in der Mønsted Kalkgruber. Die Besucher können einen Kürbismann (oder eine Kürbisfrau) machen, eine Kerze reinstellen und in der Grube eine Stelle suchen, an der sie den Kürbis aufbauen. Für Kinder ist das ein ganz tolles Event.

Das alte Kalkwerk der Mønsted Kalkgruber

Fast so spannend wie die Kalkgrube ist das alte Kalkwerk, das mit viel Liebe zum Detail restauriert wurde. Das Kalkwerk wurde übrigens 1874 gebaut und 1933 renoviert. In Betrieb war die Anlage bis 1980. Das Kalkwerk ist heute ein Museum, das einen beeindruckenden Blick in die frühe dänische Industriegeschichte gibt. Es ist ein Museum zum Anfassen und Ausprobieren. Über steile Holztreppen geht es bis hinauf aufs Dach. Besonders beeindruckend sind die alten Öfen. Fast könnte man meinen, hier wurde bis gestern noch gearbeitet.

Kalkwerk mit Grubenzug

Das alte Kalkwerk mit dem Grubenzug

Kalkwerk

Über steile Treppen geht es bis aufs Dach

Kalkwerk

Es macht Spaß, die alten Gerätschaften zu erkunden

Alte Tür im Kalkwerk

Details wie diese alte Tür finden man im alten Kalkwerk überall

Lohnt ein Besuch der Mønsted Kalkgruber?

Definitiv! Wir waren einige Stunden in den Stollen und haben immer wieder Neues entdeckt. Es macht wirklich viel Spaß, durch die Gänge zu schlendern, auf der Suche nach Fledermäusen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Besonders die dunklen Gänge sorgen für Spannung. Hier sollte man unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen. Ein Highlight ist auch das alte Kalkwerk. Nicht nur für Familien mit Kindern ist die größte Kalkgrube der Welt einen ausgedehnten Besuch wert.

Hochlandrinder

Auf dem Weg nach Slettestrand ruft Biggi “anhalten, anhalten!” Neben der Straße steht eine ganze Herde Hochlandrinder. Klar, dass wir uns dieses Fotomotiv nicht entgehen lassen. Die Rinder sind natürlich neugierig, wer das so kommt. Wie bestellt bauen sich einige der Tiere fürs Foto auf. Fotografenherz, was willst du mehr.

Hochlandrinder

Diese Herde Hochlandrinder beäugt uns skeptisch

Limfjord

Ganz in der Nähe machen wir am Limfjord Halt und genießen die Aussicht. Der Limfjord ist ein lang gestreckter Sund zwischen der Halbinsel Jütland und der Insel Vendsyssel-Thy und rund 1500 km² groß. Leider haben wir nicht viel Zeit, diese tolle Gegend weiter zu erkunden – der Slettestrand ruft.

Limfjord

Der Wind bläst unerbittlich am Limfjord

Slettestrand

Am späten Nachmittag erreichen wir den kleinen Ort am Slettestrand. In unserer Unterkunft, dem  Feriecenter Slettestrand, werden wir herzlich empfangen. Das Feriecenter Slettestrand ist kein Hotel im klassischen Sinn, sondern eher eine Anlage mit kleinen Appartements. Damit aber nicht genug: Das Konzept sieht vor, hier Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen zusammenzubringen. Die Inhaber betreiben die Anlage als Familienbetrieb und waren frühre Lehrer an einer Sonderschule. Ein tolles Konzept. Und das Essen ist ganz ausgezeichnet. Übrigens war es für mich nicht das erste Mal in Slettesttand: 1990 waren wir hier schon Urlaub machen.

Slettestrand 1990

Ein fast schon historisches Foto: Der kleine Flo 1990 in Slettestrand

Sturm am Slettestrand

Unweit des Feriecenters Slettestrand befindet sich einer der schönsten Fotospots der Region. Am Slettestrand liegen zwei Fischerboote am Strand (GPS: N 57 09.381, E 9 21.889 Google Maps). Für Fotografen ist das ein absolutes Highlight. Der starke Wind wirbelt Gischt und Sand auf – und macht das abendliche Fotoshooting zur echten Herausforderung. Die Brandung des Meeres bricht mit ungeheurer Gewalt an den Strand. Wir stemmen uns mit dem Rücken in den Sturm und hoffen, dass dieser nachlässt. Das passiert leider nicht, aber natürlich ist das Licht genial. Mir bleibt nichts anderes übrig, als es zu versuchen. Gegen den Wind zu Fotografieren ist schwierig. Die Linse ist nach wenigen Sekunden voller Wasser und feinstem Sand – trotzdem gelingen spektakuläre Aufnahmen. Leichter ist es, mit dem Wind zu fotografieren – auch wenn das Stativ in der Brandung und dem Sturm ständig in Bewegung ist.

Fischkutter Anna am Slettestrand

Der Fischkutter Anna am Slettestrand

Fischkutter am Slettestrand

Die zwei Fischkutter am Slettestrand sind ein tolles Fotomotiv. Am Boden zieht der Sand im Sturm entlang

Langzeitbelichtung Slettestrand

Das Meer prallt mit brachialer Gewalt an Land

Nützliche Links

Unsere Dänemark-Reise im Überblick

Tag 1 Henne | Tag 2 Filsø-See, Kærgård und der Nationalpark Wattenmeer | Tag 3 Hvide Sande, Lyngvig Fyr und Stauning Whisky | Tag 4 Ringkøbing, Søndervig und Bagges Dæmning | Tag 5 Mønsted Kalkgruber und Slettestrand | Tag 6 Thorup Strand und Rad-Tour zu den Svinklovene | Tag 7 Der Leuchtturm von Rubjerg Knude | Tag 8 Råbjerg Mile, Radtour durch Skagen und Grenen | Tag 9 Christiansfeld, Haderslev und Schloss Gråsten

Wissenswertes, Reiseführer und Literatur zu Dänemark

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