Die Kamera des iPhone 13 Pro im Test
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iPhone 13 Pro (Max) im Kamera-Test inkl. Testbilder

Das Apple iPhone 13 Pro (Max) hat bei der Kamera wieder einen Sprung nach vorne gemacht. Doch wie gut ist die Kamera des Luxus-Smartphones wirklich?

Wir haben die Kamera des iPhone 13 Pro ausgiebig getestet. Bei uns findest du alle Infos zur iPhone-Pro-13-Kamera und einen ausführlichen Test inklusive Testbilder.

Aktualisiert am 20.08.2022

Der erste Eindruck des iPhone 13 Pro Max

Das Kameramudul des iPhone 13 Pro
Äußerlich unterscheidet sich das Kameramodul vom iPhone 13 Pro kaum von der Kamera des iPhone 12 Pro, im Inneren hat sich aber doch einiges getan

Wir haben uns wieder für die Max-Version des iPhone 13 Pro entschieden. Anders als noch beim Vorgänger, dem iPhone 12 Pro Max, unterscheidet sich die Kamera nicht vom iPhone Pro 13 mit kleinerem 6,1-Zoll-Display. Für uns ist das große 6,7-Zoll-Display des Max nicht mehr wegzudenken. Fotos und Videos lassen sich so noch besser begutachten.

Das iPhone 13 Pro Max passt übrigens auch mit Handyhülle locker in die Hosentasche. Wenn dir das 6,7-Zoll-Display zu groß ist, kannst du auch zum normalen iPhone 13 Pro greifen – die Kameramodule unterscheiden sich wie gesagt nicht.

Die Verarbeitung ist wie von Apple gewohnt erstklassig. Das Luxus-Smartphone liegt gut in der Hand und fühlt sich genauso teuer an, wie es ist. In der kleinsten Version mit 128 GB Speicher kostet das iPhone 13 Pro 1149 Euro. Das iPhone 13 Pro Max kostet in der kleinsten Version 1249 Euro. Für das Topmodell mit 1 TB Speicher ruft Apple 1829 Euro auf.

Äußerlich hat sich das iPhone 13 Pro Max im Vergleich zum Vorgänger nur minimal verändert. Die Unterschiede bei der Größe sind nur auf dem Papier zu sehen (trotzdem passen die alten Handyhüllen nicht mehr). Die sogenannte „Notch“ ist etwas geschrumpft und der Lautsprecher vom Hörer ist nach oben gerutscht und hat eine etwas andere Form.

Deutliche Unterschiede gibt’s dagegen im Inneren. Unter anderem hat Apple seinem Flaggschiff-Smartphone ein flüssigeres Display mit 120-Hz-Technologie, einen neuen Prozessor (A15 Bionic) und eine längere Akkulaufzeit (und das ist zu spüren) spendiert.

Die Handykamera hat sich äußerlich nur minimal verändert. Technologisch übertrumpft die Kamera des iPhone 13 Pro Max das Vorgängermodell aber klar.

📸 Tipp: In unserem großen Online-Fotokurs lernst du in wenigen Wochen, wie du wirklich grandiose Fotos schießt.

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Die drei Kamera-Linsen des iPhone 13 Pro im Überblick

Ein Testfoto mit dem iPhone 13 Pro am Abend an der Zugspitze mit dem Eibsee
Kaum zu glauben, aber wahr: dieses Bild entstand mit dem iPhone 13 Pro

Das iPhone 13 Pro ist – anders als das deutlich günstigere iPhone 13 – mit drei Kameralinsen (Ultraweitwinkel, Weitwinkel und Tele) auf der Rückseite ausgestattet, die jeweils mit 12 Megapixeln auslösen. Die Frontkamera – Apple nennt das futuristisch TrueDepth Kamera – löst ebenfalls mit 12 Megapixeln aus.

Bei der Brennweite unterscheidet sich das iPhone 13 Pro im Vergleich zum Vorgänger iPhone 12 Pro nur bei der Telelinse mit jetzt – umgerechnet aufs Kleinbildformat – 77 mm statt 65 mm. Du kannst mit der Telelinse also etwas näher „ranzoomen“.

Die normale Weitwinkelkamera verfügt über eine Bildstabilisierung mit Sensorverschiebung (das kennt man schon aus dem iPhone 12 Pro Max und insbesondere aus teuren Profi-DSLMs) und eine maximale Blendenöffnung von ƒ/1.5.

Die Ultraweitwinkellinse und die Telelinse sind ebenfalls optisch bildstabilisert, allerdings ohne Sensorverschiebung. Dafür sind beide Linsen dank einer größeren Blendenöffnung noch lichtstärker geworden (was bei Fotos in der Nacht hilft).

Die Weitwinkelkamera (also die Standardkamera des iPhone 13 Pro) wartet mit einem besonders großen Bildsensor auf. Die Pixel der Standardkamera messen nun 1,9 μm (Micrometer). Bei der bereits sehr guten Weitwinkelkamera des iPhone 12 Pro Max waren es 1,7 μm, beim normalen iPhone 12 Pro sogar „nur“ 1,4 μm. Größere Sensorpixel sind genau wie eine größere Blendenöffnung ein Vorteil bei Aufnahmen bei Dunkelheit.

Die technischen Daten machen klar: Die Kamera des iPhone 13 Pro ermöglicht besonders bei Dämmerlicht und bei Dunkelheit noch bessere Fotos.

Die Kamera-Brennweiten im Vergleich

Das iPhone 13 Pro verfügt über eine Ultraweitwinkellinse (0,5x), eine Weitwinkellinse (1x) und eine Telelinse (3x). Hier zeige ich dir den Unterschied. Alle Bilder entstanden exakt vom gleichen Standpunkt aus.

Ein Testbild mit dem iPhone 13 Pro mit der Ultraweitwinkellinse am Hintersee
Das Foto entstand mit dem Ultraweitwinkelobjektiv (0,5x)
Ein Testbild mit dem iPhone 13 Pro mit der Weitwinkellinse am Hintersee
Diese Perspektive bietet die normale Weitwinkelkamera (1x)
Ein Testbild mit dem iPhone 13 Pro mit der Telelinse am Hintersee
Und das ist schließlich die Perspektive der Telelinse (3x)

Das iPhone 13 Pro im Kamera-Test (inkl. Testbilder)

Wie schlägt sich nun die Kamera des iPhone 13 (Max) im Test? Das verrate ich dir hier. Denk bitte daran, dass die Bilder fürs Web stark komprimiert sind. Zur besseren Beurteilung der Testbilder kannst du die Fotos hier für den privaten Gebrauch (bitte Copyright beachten) auch in voller Auflösung kostenlos downloaden (48 MB).

Bei Tageslicht macht die iPhone-Kamera hervorragende Fotos. Spannend wird es bei schwierigen Lichtbedingungen, auf die wir uns in diesem Test konzentriert haben.

Die Funktionen der Kamera

Die Ultraweitwinkellinse

Die Ultraweitwinkellinse (0,5x) ist besonders für Landschaftsaufnahmen unerlässlich. Mit der Ultraweitwinkellinse gelingen dir tolle Landschaftsfotos (unsere Tipps für Landschaftsfotos). Such dir einen spannenden Vordergrund für dein Foto und schaffe so eine enorme Tiefe auf dem Bild.

Testbild mit dem iPhone 13 Pro am Morgen am Hintersee
Das Foto entstand 20 Minuten vor Sonnenaufgang aus der Hand mit der Ultraweitwinkelkamera des iPhone 13 Pro Max
Testbild mit dem iPhone 13 Pro am Morgen am Hintersee in der 100-Prozent-Ansicht
Die Details in der 100-Prozent-Ansicht können sich trotz des hohen ISO-Wertes von 1000 sehen lassen
Testbild mit dem iPhone 13 Pro am Morgen mit einem Boot
Die schwierigen Lichtbedingungen mit dem Gegenlicht hat die iPhone-Kamera insgesamt gut gemeistert, lediglich die Wolken vor der Sonne sind überbelichtet
Testbild mit dem iPhone 13 Pro am Morgen mit einem Boot in der 100-Prozent-Ansicht
In der 100-Prozent-Absicht sind viele Details zu erkennen
Testbild mit dem iPhone 13 Pro mit der Ultraweitwinkellinse in einer Klamm in der 100-Prozent-Ansicht
Das starke Gegenlicht hat die Kamera des iPhone 13 Pro gut gemeistert
Testbild mit dem iPhone 13 Pro mit der Ultraweitwinkellinse in einer Klamm
In der 100-Prozent-Ansicht sind wieder viele Details zu erkennen

Makroaufnahmen

Neu beim iPhone 13 Pro ist die Möglichkeit, mit der Ultraweitwinkellinse Makro-Aufnahmen anzufertigen. Sobald du dich mit der Kamera einem Objekt stark näherst, schaltet das iPhone automatisch die Makro-Funktion an.

Beim ersten Testen bin ich wie wild in der Wohnung umhergerannt, immer auf der Suche nach spannenden Makro-Motiven. Es macht einfach Spaß, die Welt durch ein Makroobjektiv zu sehen. Für ein Smartphone finde ich die Resultate gelungen. Selbst bei schwierigen Lichtbedingungen mit einem hohen ISO-Wert gelingen durchaus ansehnliche Fotos.

Eine rote Blume, fotografiert mit der Makrofunktion des iPhone 13 Pro
Das Foto entstand bei uns in der Küche bei schwierigen Lichtbedingungen (1,57 mm Makro – ƒ 1.8 – ISO 1000 – 1/35s)
Der 100-Prozent-Ausschnitt der Blume
Das ist der 100-Prozent-Ausschnitt des Fotos
Testbild einer Blume im Makromodus mit dem iPhone 13 Pro
Bei Tageslicht arbeitet die Makro-Funktion noch besser
Testbild einer Blume im Makromodus mit dem iPhone 13 Pro in der 100-Prozent-Ansicht
Schon toll, was die Kamera hier alles ablichtet

Die Weitwinkellinse

Die Weitwinkellinse (1x) ist die Standard-Kamera beim iPhone 13 Pro. Der Clou bei der Standardlinse ist der bewegliche Bildsensor, der bei Dunkelheit noch bessere Fotos ermöglicht.

Testbild mit dem iPhone 13 Pro mit der Weitwinkellinse in einer Klamm
Die Weitwinkellinse des iPhone 13 Pro hat in dieser dunklen Klamm keine Probleme
Testbild mit dem iPhone 13 Pro mit der Weitwinkellinse in einer Klamm in der 100-Prozent-Ansicht
Die 100-Prozent-Ansicht

Die Telelinse

Mit der Telelinse (3x) gelingen dir außergewöhnliche Perspektiven. Zudem eignet sich die Telelinse perfekt für Porträts. Wenn du ein Smartphone mit einem Super-Zoom suchst, bist du beim iPhone 13 Pro falsch. Mit einer Brennweite von aufs Kleinbildformat umgerechnet 77 mm bekommst du ein leichtes Tele an die Hand, das sich aber für viele Situationen super eignet.

Testbild mit dem iPhone 13 Pro am Morgen am Hintersee mit der Telelinse
Das Foto entstand mit der Telelinse (3x)
Testbild mit dem iPhone 13 Pro am Morgen am Hintersee mit der Telelinse in der 100-Prozent-Ansicht
Die Details überzeugen in der 100-Prozent-Ansicht
Testbild mit dem iPhone 13 Pro am Abend in Berchtesgaden mit der Telelinse
Mit der Telelinse entstehen tolle Fotos. Der Aufpreis zum normalen iPhone 13 lohnt sich
Testbild mit dem iPhone 13 Pro am Abend in Berchtesgaden mit der Telelinse in der 100-Prozent-Ansicht
Die Telelinse bildet Motive in der Ferne ordentlich scharf ab

Langzeitbelichtungen mit dem iPhone

Eine Langzeitbelichtung von einem Wasserfall
Diese Langzeitbelichtung entstand ohne weitere Hilfsmittel mit dem Smartphone aus der Hand

Mit dem iPhone 13 Pro sind – auch wie bei älteren iPhone-Modellen – Langzeitbelichtungen möglich. Dazu aktivierst du im Foto-Modus die Live-Funktion und löst aus. Das fertige Foto kannst du jetzt nachträglich in eine Langzeitbelichtung umwandeln.

Damit gelingen sogar Langzeitbelichtungen am Tag aus der Hand. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, wenn du eine leichte Verwacklungsunschärfe in Kauf nimmst. Noch bessere Ergebnisse erzielst du aber mit einem Handy-Stativ.

Du musst aber wissen, dass sich die vom iPhone erzeugten Langzeitbelichtungen nicht für großformatige Ausdrucke eignen. Dafür sind die Dateien einfach zu klein. Fürs Web reicht die Auflösung aber locker.

Tipp für Profis: Mit der kostenpflichtigen App ProCamera hast du alle Einstellmöglichkeiten wie bei einer DSLM. So gelingen dir noch bessere Langzeitbelichtungen mit dem iPhone, die du sogar in voller Auflösung abspeichern kannst.

Die Nachtfunktion

Das iPhone 13 Pro aktiviert die Nachtfunktion bei wenig Licht automatisch und errechnet ein Foto aus mehreren Aufnahmen. Das funktioniert wie schon beim Vorgänger sehr gut. Eine gewisse Unschärfe musst du bei Aufnahmen aus der Hand aber in Kauf nehmen. Die Nachtfunktion funktioniert bei allen drei Kameralinsen und selbst die Porträt-Funktion ist mit der Nachtfunktion kompatibel.

Die Panoramafunktion

Ich nutze die Panoramafunktion sehr gerne, wenn ich vor einer schönen Landschaft stehe. Das iPhone 13 Pro überzeugt hier auf ganzer Linie. Das ist sogar untertrieben. Selbst bei genauer Betrachtung der Panoramen in der 100-Prozent-Ansicht auf dem PC-Monitor kann ich keine Fehler oder Verschiebungen erkennen. Wohlgemerkt bei Panoramen, die aus der Hand entstanden. Die Software dahinter ist ziemlich genial.

Ein Panorama einer Bergkulisse im Winter
Die Panoramafunktion ist ein Highlight

Die Porträt-Funktion

Biggi und Flo testen die Porträtfunktion des iPhone 13 Pro
Das Bild entstand mit der Frontkamera, die für eine so kleine Linse hervorragende Porträts zaubert

Porträts sind längst nicht mehr die Domäne von Systemkameras oder Spiegelreflexkameras mit lichtstarken Objektiven. Der Software sei Dank können moderne Smartphones durchaus ansehnliche Porträts erstellen. Das iPhone 13 Pro macht das ziemlich gut.

Das Bokeh, also die Unschärfe im Hintergrund, lässt sich im Nachhinein noch ändern. Der Übergang von scharf abgelichtetem Gesicht zu unscharf abgelichteten Hintergrund ist meiner Meinung nach in der Webansicht für den Laien nicht von einer teuren Profi-Kamera zu unterscheiden

Anders als der Vorgänger unterstützen nun alle drei Kameralinsen die Nachtfunktion bei Porträts.

Wie groß kannst du deine iPhone-Fotos ausdrucken?

Die Kamera des iPhone 13 Pro löst mit 12 Megapixeln (3024 x 4032 Pixel) auf. Bei einer ausgezeichneten Druckqualität von 300 dpi („dots per inch“; etwa für Fotos in Magazinen) kannst du eine Druckgröße von maximal 26 x 34 cm realisieren.

Auflösung des SensorsGröße des Fotos in Pixel (Seitenverhältnis 3:2)maximale Druckgröße bei 300 dpimaximale Druckgröße bei 150 dpimaximale Druckgröße bei 75 dpi
12 MP4.240 x 2.83236 x 24 cm72 x 48 cm144 x 96 cm
18 MP5.168 x 3.44844 x 29 cm88 x 58 cm176 x 116 cm
24 MP6.000 x 4.00051 x 34 cm102 x 68 cm204 x 136 cm
30 MP6.720 x 4.48057 x 38 cm114 x 76 cm228 x 152 cm
42 MP7.952 x 5.30467 x 45 cm134 x 90 cm268 x 180 cm
50 MP8.688 x 5.79274 x 49 cm148 x 98 cm298 x 196 cm
60 MP9.504 x 6.33681 x 54 cm162 x 108 cm324 x 216 cm

iPhone-Problem Lensflares

Das Problem mit den Lensflares bei Lichtquellen bei Nachtaufnahmen tritt wie schon beim Vorgängermodell auch beim iPhone 13 Pro auf. Sobald eine Lichtquelle ins Bild rückt, neigt die iPhone-Kamera zu deutlich sichtbaren Lensflares (Spiegelungen, Reflexionen oder Ghostings) beim Fotografieren und beim Filmen.

Betroffen von dem Problem sind insbesondere die normale Weitwinkellinse (1x) und die Telelinse (3x). Mit dem Ultraweitwinkelobjektiv (0,5x) treten Lensflares kaum auf.

Dieser Effekt ist erst einmal nicht ungewöhnlich und mitunter auch bei teuren Kameras mit Profi-Objektiven vor – allerdings nicht in diesem Ausmaß.

Beim iPhone 13 Pro gibt es das Problem mit Lensflares bei Nachtaufnahmen sehr deutlich. Du kannst den unschönen Effekt mindern/ verstärken, indem du den Winkel der Smartphone-Kamera zur Lichtquelle veränderst. Die Lensflares sind schon vor der Aufnahme auf dem Handydisplay zu sehen.

Die Lensflares kannst du mit einer Bildbearbeitungssoftware wie Adobe Lightroom auch auf dem Smartphone (hier Preis checken*) recht einfach entfernen (je nachdem, wo man die Lensflares sieht). In Videos ist es indes ein hoher Aufwand, die Lensflares zu entfernen.

Apple ProRaw

Nutzer der Pro-Modelle können auf das 2020 eingeführte Bildformat Apple ProRaw zurückgreifen. Klassische Raw-Dateien, wie du sie vielleicht von der DSLM kennst, speichern bei der Aufnahme alle Informationen ohne algorithmische Veränderungen und müssen im Anschluss mit einer Bildbearbeitungssoftware entwickelt werden. Apple hat weitergedacht und stellt mit ProRaw eine Weiterentwicklung des klassischen Raw-Formats zur Verfügung.

Das ProRaw-Format profitiert von Algorithmen zur Bildbearbeitung wie Deep Fusion (für bessere Texturen und Details bei wenig Licht) und SmartHDR (um hohe Helligkeitsunterschiede darzustellen) und erleichtert so die Postproduktion. Zudem haben ProRaw-Aufnahmen eine Farbtiefe von 12 Bit. So stehen 4096 Helligkeitsstufen von Rot, Grün und Blau zur Verfügung. Beim Jpeg- oder HEIC-Format mit 8 Bit stehen nur 256 verschiedene Helligkeitsstufen von Rot, Grün und Blau (mit denen sich 16,8 Millionen Farben darstellen lassen) zur Verfügung.

Allerdings haben die meisten Computermonitore nur eine Farbtiefe von 8 Bit. Auch beim Druck spielen die 12 Bit keine Rolle. Deutlich sichtbar werden die Unterschiede zwischen 8 und 12 Bit auf teuren Bildschirmen wie dem Apple Pro Display XDR.

Fotografierst du oft bei schwierigen Lichtbedingungen, ist das ProRaw-Format ein enormer Zugewinn bei der Postproduktion. Du kannst die Fotos ganz nach deinen Wünschen ohne Einschränkungen entwickeln.

Das unentwickelte Foto vom Hintersee
So kommt die unentwickelte ProRaw-Datei aus dem iPhone 13 Pro (1,57 mm – ƒ 1.8 – ISO 100 – 1/121s)
Das mit Lightroom entwickelte Foto vom Hintersee
Das Foto ist mit einem unserer Lightroom Presets entwickelt worden
Das mit Lightroom entwickelte Foto vom Hintersee
Das ist eine andere Interpretaion des Fotos, ebenfalls mit einem unserer Presets entwickelt
Das vom iPhone entwickelte Foto vom Hintersee
So sieht das iPhone 13 Pro diese Szene. Das Foto kommt der Realität vor Ort sehr nah
Ein 100-Prozent-Ausschnitt des Fotos vom Hintersee
Das ist ein 100-Prozent-Ausschnitt aus dem Foto

Das iPhone als Videokamera

Inzwischen filmen wir alle unsere Videos, egal ob für Instagram oder für Youtube, mit dem iPhone. Das iPhone 13 Pro filmt in 4K mit maximal 60 fps. Möglich sind auch HDR Video­aufnahmen mit Dolby Vision in 4K und ProRes Videoaufnahmen in 4K (Achtung: hier hat Apple das 128-GB-Modell leider auf 1080p bei 30fps beschränkt).

Zeitlupenvideos erstellt das Smartphone in 1080p mit 120 fps oder 240 fps.

Auf einen Gimbal kannst du dank der guten internen Bildstabilisierung aller drei Fotolinsen in der Regel getrost verzichten. Selbst beim Gehen gleicht das iPhone Bewegungen sehr gut aus.

Schon die Videoqualität des Vorgängermodells hat uns überzeugt. Es gibt wohl keine Videokamera, die eine solche Leistung mit einem so kompakten Gehäuse, das auch noch gegen Wasser und Staub geschützt ist, vereint.

Der Kino-Modus

Der Kino-Modus ist ziemlich genial. Das iPhone legt den Fokus beim Filmen auf die Person im Raum, die gerade im Mittelpunkt des Geschehens steht und wechselt den Fokus, wenn das Geschehen auf eine andere Person übergeht – und das vollautomatisch. Aber keine Sorge: Du kannst die Schärfe/ Unschärfe sogar im Nachhinein ändern. Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Kein anderes Smartphone bietet eine solche Funktion.

Bislang funktioniert der Kinomodus leider nur in der HD-Auflösung und nicht mit 4K. Ich vermute, technisch wäre das möglich, Apple will sich diese Funktion aber für das kommende iPhone 14 Pro (oder iPhone 13s Pro) aufsparen.

Der Kino-Modus macht aber wirklich Spaß und sorgt immer wieder für erstaunte Gesichter, wenn ich ihn präsentiere. Ich würde nicht behaupten, dass der Kino-Modus immer zu 100 Prozent perfekt funktioniert, im Große und Ganzen ist der Effekt aber ziemlich beeindruckend.

iPhone 12 Pro Max vs. iPhone 13 Pro (Max)

Viele Leserinnen und Leser werden fragen: Lohnt das Upgrade vom iPhone 12 Pro Max auf das iPhone 13 Pro (Max) nur wegen der Kamera?

Bei Tageslicht nehmen sich die Fotos nicht viel – ich würde sogar sagen: nichts. Selbst bei Dämmerung ist kein nennenswerter Unterschied zwischen iPhone 12 Pro Max und iPhone 13 Pro zu sehen.

Bei Dunkelheit lässt sich das iPhone 13 Pro im direkten Vergleich mehr Zeit als das Vorgängermodell, bis der Nachtmodus aktiv werden muss. Hier spürt man, dass die Kamera des 13ers bessere Low-Light-Eigenschaften besitzt und selbst ohne Nachtmodus gute Fotos zustande bringt. Das iPhone 13 Pro bekommt also zu noch späterer Stunde ein knackscharfes Bild hin. Im automatisch aktvierten Nachtmodus geht durch die Langzeitbelichtung aus der Hand nämlich immer etwas Bildschärfe verloren.

Sehr genial finde ich den Makro-Modus der Kamera des iPhone 13 Pro. Außerdem besitzt das 13er ein stärkeres Teleobjektiv. Das muss aber kein Vorteil sein. Es gibt auch Situationen, bei denen eine kürzere Brennweite besser passt.

Im Videobereich gewinnt die Kamera bei Dämmerlicht dazu. Das 13er Pro ist spürbar stärker bei Aufnahmen bei schwachem Licht. Bildrauschen ist erst viel später sichtbar. Der Bildstabilisator vom iPhone 12 Pro Max war schon sehr gut. Das 13er Pro knüpft nahtlos daran an. Einen Gimbal kannst du dir in den meisten Situationen sparen. Toll finde ich den Kino-Modus, den es erstmals beim iPhone 13 Pro gibt.

Rein vom Bauchgefühl her würde ich sagen, dass die Kamera des iPhone 13 Pro die des iPhone 12 Pro Max um zehn Prozent übertrifft. Für die meisten Nutzer dürfte der Unterschied im Fotobereich so marginal sein, dass ein Upgrade nicht zwingend notwendig ist. Im Videobereich hat das iPhone 13 Pro aber klar die Nase vorne.

Meine Kaufempfehlung

Zwischen iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max besteht außer beim Preis, dem größeren Display und dem stärkeren Akku kein Unterschied. Wir haben uns wie gesagt für die Max-Version entschieden, weil das größere Display angenehmer zu bedienen ist und der Akku beim Filmen deutlich länger durchhält.

Beim Speicher solltest du mindestens die 256-GB-Variante (hier kannst du den Preis vom iPhone 13 Pro* und vom iPhone 13 Pro Max* checken) wählen. Zum einen sind 128 GB recht wenig Speicher, wenn du viele Fotos im ProRaw-Format speicherst und in 4K filmst. Zum anderen ist die kleine 128-GB-Variante beim Filmen in ProRes auf 1080p limitiert.

Testfazit: Wie gut ist die Kamera des iPohne 13 Pro?

Die Kamera des iPhone 13 Pro ist eine gelungene Weiterentwicklung und überzeugt mich voll. Das ein Smartphone solche Fotos selbst bei schwierigen Lichtbedingungen einfängt, war vor fünf Jahren undenkbar. Für mich als Profifotograf ist das iPhone 13 Pro eine tolle Ergänzung zu meiner Fotoausrüstung. Die beste Kamera ist bekanntlich die, die man dabei hat – und das ist eben das Smartphone. Wenn das Gerät dann noch so tolle Fotos zaubert, ist das doch ziemlich genial.

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16 Kommentare

  • - Uwe P.

    Hallo Florian,
    leider erst jetzt deine Seite entdeckt. Ein toller Test für bzw. mit dem iPhone 13. Ich habe mir es jetzt auch zugelegt und gleich mit CameraPro ausprobiert. Welchen RAW-Converter empfiehlst du? Ich arbeite mit DxO Elite 4, bin bisher sehr zufrieden damit, und mußte nun feststellen, dass das Programm nur bis iPhone X unterstützt. Auch die DNG Umwandlung in 1.1 bringt leider nichts. Vielleicht kannst du mir weiterhelfen?
    Vielen Dank!

  • - Amelie

    Hallo,
    danke für diesen aufschlussreichen Artikel!
    Das klingt alles recht überzeugend, aber ich bin mir bei 2 Punkten unsicher :der Auflösung, sollte ich doch mal etwas in A2 vergrößern und der Telefunktion. Ich besitze im Moment ein Huawei P30 und frage mich, ob denn das IPhone 13Pro eine deutliche Verbesserung darstellt? Auf den ersten Blick wirken ja eben die Megapixelzahlen von Huawei besser, aber wie du sagst, Papier und Realität sind zwei Sachen…
    Außerdem wollte ich noch fragen, ob sich dein Fotokurs auch für Smartphones eignet? Ich nehme an, dass man ja beim IPhone einiges selber einstellen kann oder? Danke und beste Grüße

    • - Florian

      Hallo Amelie,

      ein Druck in A2 ist kein Problem mit dem iPhone. Die Bilder kannst du super in der Größe ausdrucken.

      Im Vergleich zum Huawei P30 hat die Kamera des iPhone 13 Pro meiner Meinung nach deutlich (!!!) die Nase vorne. Aber das iPhone ist ja auch eine ganz andere Preisklasse.

      Meinst du den Online-Fotokurs oder die Live-Fotokurse in den Alpen? Der Online-Fotokurs beschäftigt sich auch viel mit grundlegenden Dingen der Fotografie, die auch für das Smartphone gelten. Zudem gibt es eine Lektion zur Smartphone-Fotografie, die auch noch erweitert wird.

      Viele Grüße
      Florian

  • - Klaus Schröer

    Vielen Dank für diese informativen Erklärungen.
    Ich habe eine Frage zur Bildauflösung (13 Pro Max):
    (*) Ich erhalte im Ergebnis immer nur Fotos mit 2048×1536 Pixeln, d.h. 3MP-Bilder.
    (*) Ich habe auf dem iPhone noch keinen „Schalter“ gefunden, um die 12 MP der Kamera auch in den gespeicherten Bildern zu haben.

    • - Florian

      Hallo Klaus,

      du kannst die Bilder aus der Cloud runterladen in voller Auflösung. Dazu musst du beim Download die Option „Originalversion“ (oder so ähnlich, bin gerade unterwegs) wählen. Dann bekommst du das Foto in voller Auflösung als HEIC Datei.

      Viele Grüße
      Florian

  • - Dieter Webs

    Hallo Biggi & Flo,

    erstmal danke für den aufschlußreichen Bericht und die schönen Fotos dazu !
    Ich besitze kein Smartphone , habe aber vor, mir evtl. das kommende Apple iPhone 14 Pro Max zu kaufen.
    Eine Frage beschäftigt mich sehr in Bezug auf die Fotos. Eure Bilder sehen echt klasse aus und beim Nachfolger werden sie wahrscheinlich eher noch besser. Aber wie ist es bei größeren Bildausdrucken, z.B. auf DIN A2. Es kommt bei mir zwar nicht oft vor, doch hin und wieder möchte ich mal ein besonders gut gelungenes Foto richtig groß ausdrucken. Nun hat ja so ein Smartphone einen relativ kleinen Sensor im Vergleich etwa zu einer Fujifilm X-H2, die ich auch im Visier habe und die wohl auch im September vorgestellt werden soll. Erreiche ich immer noch eine gute Bildqualität von Handy-Fotos, wenn ich größer ausdrucke ? Es muß nicht DIN A2 sein, denn in der Regel drucke ich meist DIN A4 . Also, was meinen Sie, Ihrer Erfahrung nach, wie groß kann ich Fotos vom iPhone 13 Pro Max ausdrucken ohne deutlich sichtbare Bildverluste ( sorry, dass ich mal mit Du od. Sie anrede ) ?

    Bin gespannt und freue mich sehr auf die Antwort.
    Momentan neige ich zum iPhone und hoffe, dass trotz des kleinen Sensors größere Drucke sich sehen lassen können. Na ja, bis September ist ja noch ein bisschen Zeit für eine Entscheidung.

    Mit besten Grüssen aus Thanham ( 94149 Kößlarn )
    Dieter

    • - Florian

      Hallo Dieter,

      mit der 12-Megapixel-Kamera des iPhones kannst du bis DIN A4 in Top-Qualität ausdrucken (300 dpi). Für alles über A4 fährst du mit einer höheren Auflösung des Kamerasensors besser. Das heißt aber nicht, dass DIN A3 oder DIN A2 nicht funktionieren. Hier hast du aber eine etwas geringere Auflösung. Für DIN A2 würdest du etwa auf 150 dpi zurückfallen. Den meisten fällt das aber wohl nicht auf, wenn sie es nicht wüssten.

      Die Fuji X-H2 ist da eine ganz andere Hausnummer. Das wird ja ein Semi-Profi-Modell mit 40 Megapixel (Megapixel sagen nichts über die Bildqualität aus). Das kann man nicht mit einem Smartphone vergleichen. So eine Kamera muss man natürlich auch bedienen können und die Bilder im Anschluss bearbeiten.

      Viele Grüße
      Florian

  • - Steph

    Hi ihr Lieben,
    zunächst danke für den tollen Bericht. Könnt ihr Aussagen zur Kamera des 13 Pro machen, was das Fotografieren von Personen in Bewegung betrifft?
    Ich fotografiere meine Kleinkinder sehr häufig, auch mit der Spiegelreflex, unterwegs im Alltag ist das aber unpraktisch und ein neues Handy muss eh her. Das alte gibt den Geist auf. Da sollte die Kamera überzeugen. Ich hatte jetzt das P30 Pro von Huawei. Top in Landschaft und eigentlich auch bei Personen. Allerdings sind die Farben überhaupt nicht naturgetreu. Über kurzes Feedback bin ich euch daher dankbar.

    • - Florian

      Hallo Steph,

      also Porträts finde ich mit dem iPhone 13 Pro sehr gelungen. Für Personen in Bewegung eignet sich das Gerät – wie jedes Smarthone – allerdings nicht wirklich. Es sei denn, du zerzichtest auf die Porträt-Funktion, was aber nicht Sinn und Zweck der Sache ist .-) Wenn du einfach nur Schnappschüsse machen willst ohne Schärfe-Unschärfe-Effekt, ist das aber natürlich kein Problem.

      Jupp, bei vielen asiatischen Herstellern sind die Farben extrem satt. Mein Ding ist das auch nicht. Da mag ich mehr den natürlichen Look vom iPhone.

      Viele Grüße
      Florian

  • - Michael

    Hallo ihr lieben. Ich nutze das i Phone 13pro max jetzt seit einigen Wochen. Bin total begeistert. In jeder Situation macht die Kamera einen Super Job. Gebe euch da zu 100%recht. Besonders die Makro Aufnahmen machen riesig Spaß

  • - Isabell

    Hallo ihr Lieben, danke für den tollen Bericht. Vielleicht habt ihr noch einen Tipp für mich: Ich habe mich vor einer Weile gegen eine größere Kamerausrüstung entschieden. Spiegelreflex und Objektive kommen für mich nicht in Frage (zu schwer). Momentan schwanke ich nur, ob sich eine günstige gebrauchte Systemkamera (Canon M50 z.B. mit 2 Festbrennweiten und einem Zoomobjektiv) oder die Sony A 6400 für mich lohnt. Ich fotografiere gerne, bin aber viel mit dem Hund unterwegs und habe gern wenig/ leichte Ausrüstung dabei. Mein iPhone 13 Pro konnte ich bislang noch nie im Urlaub testen – und da wir nun eine tolle Fernreise gebucht haben, komme wieder die Frage auf, welches Fotogepäck dabei sein wird :) Viele Grüße, Isbaell

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