Kimolos Sehenswürdigkeiten: Geheimtipps, Strände & Pilzfelsen

↻ 18. Mai 2026
Die schönsten Sehenswürdigkeiten und Highlights auf Kimolos

Nur eine kurze Bootsfahrt trennt Kimolos von Milos. Trotz ihrer Nähe könnten sich die beiden Inseln kaum mehr unterscheiden. Während der große Nachbar längst zum überlaufenen Hotspot geworden ist, findet man auf Kimolos noch das, was Milos vor zehn Jahren war. Keine Massen, keine Warteschlangen, kein Parkplatzchaos. Noch.

Die Gästezahlen steigen ständig. Wer auf Kimolos Geheimtipps setzt und die Insel in ihrer jetzigen Form erleben will, sollte nicht zu lange warten. Einen Weltmeisterstrand, einen steinernen Riesenpilz, bunte Syrmata-Bootshäuser und über 80 Kirchen – alles auf gerade einmal 37 Quadratkilometern. Was die Kimolos Sehenswürdigkeiten wirklich sehenswert macht und welche Insidertipps für Kimolos kein Reiseführer kennt, steht hier.

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Kimolos auf einen Blick

Lage: Südwestliche Kykladen, zwischen Milos und Sifnos. Rund 37 Quadratkilometer, knapp 900 Einwohner.

Anreise mit der Fähre: Ab Piräus je nach Schiffstyp mehrere Stunden. Der schnellste Weg: ab Pollonia auf Milos nach Psathi, Überfahrt ca. 30 Minuten.

Kein Flughafen: Kimolos ist ausschließlich per Schiff erreichbar. Das ist kein Nachteil, sondern Absicht der Insel.

Beste Reisezeit: Mai, Juni und September. Im Juli und August kommen zunehmend Tagestouristen aus Milos.

Mobilität: Ein Mietwagen ist sinnvoll, ein Allrad für die Schotterpisten zur Ostküste empfehlenswert. Unbedingt vor Reiseantritt reservieren: Die wenigen Leihfahrzeuge sind schnell ausgebucht.

Mindestaufenthalt: Einen Tag für einen Tagesausflug von Milos. Drei Tage, um die Insel wirklich zu verstehen, eine Woche zum Erholen.

Insider-Tipp: Bleibe über Nacht und genieße das Ambiente der Chora ohne Tagestouristen.

1. Chora – Der Hauptort, der noch nichts verspielt hat

Die Chora, auch als Chorio bekannt, thront auf einer Anhöhe am Fuße des Berges Xaplovouni. Einst bot die erhöhte Lage Schutz vor Piratenangriffen, heute ist die größte Siedlung der Insel der lebendige Mittelpunkt von Kimolos. Verschlungene Gassen, weiß getünchte Häuser mit blauen Fensterläden, farbenfrohe Blumentöpfe an jedem zweiten Fenster, kleine Kapellen an Kreuzungen, die niemand geplant hat und die trotzdem genau richtig stehen.

Im Kern der Chora liegen die Überreste einer mittelalterlichen Festung – des Kastros (siehe Punkt 2), das eine Art Dorf im Dorf bildet. Was von der Festung noch steht, ist bewohnt, belebt und von einer Bar besetzt, die ihren Tischen zwischen Ruinen aufgestellt hat. Dazu gleich mehr.

Die Chora hat Handwerksläden, die noch keine Souvenirware verkaufen, und Tavernen, bei denen du dir keinen Tisch reservieren konntest, weil es keine Telefonnummer gibt. Das Café Sinantisi und die Taverna Panorama sind bei Einheimischen beliebt – kein Zufall. Gegenüber der Kirche Panagia Odigitria liegt das Archäologische Museum, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 08:30 bis 15:00 Uhr, mit Funden aus der langen Geschichte der Insel. Das Volkskundemuseum im Kastro zeigt in einem alten Herrenhaus, wie auf Kimolos bis vor wenigen Generationen gelebt wurde.

Mein Tipp: Park auf dem kostenfreien Parkplatz unterhalb der autofreien Chora. Der Weg hinein führt direkt an der Bäckerei Paradossiakos vorbei. Melopitakia, ofenfrisches Bougatsa, Kuchen und herzhafte Snacks – kauf etwas, bevor du weiterschaust. Du wirst es nicht bereuen.

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2. Das Kastro: Dorf im Dorf, Bar in den Ruinen

Diese mittelalterliche Festung, vermutlich zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert erbaut – die Quellen sind sich uneinig, was bei einem Bauwerk dieses Alters nicht überrascht –, ist schon allein wegen ihrer Lage außergewöhnlich: Sie befindet sich mitten in der Chora. Kein separater Hügel, kein Vorfeld. Einfach drin. Ein Dorf im Dorf, das sich einst als letzte Verteidigungslinie gegen Piraten und Angreifer verstand, die es auf die Bodenschätze der Insel abgesehen hatten.

Das Kastro besteht aus zwei Abschnitten: dem inneren Kern, von dem heute kaum mehr als Ruinen übriggeblieben sind, und dem äußeren Bereich, dessen massive Häusermauern früher als Verteidigungswall dienten. Einige dieser zweistöckigen Herrenhäuser sind bis heute bewohnt. Die zwei Tore im Süden und im Osten tragen Inschriften früherer Restaurierungen – wer genau hinschaut, liest die Schichten der Geschichte direkt aus dem Stein.

Ab dem 17. Jahrhundert breitete sich die Chora allmählich außerhalb der Festungsmauern aus. Heute gilt eine einfache Faustregel: Je näher ein Haus an der Burg steht, desto älter ist es.

Mitten in den Ruinen des inneren Kastros hat die Bar Brachera ihre Tische aufgestellt. Steinwände ringsum, offener Himmel, kein Dach. Das ist kein Konzept – das ist einfach der Platz, der übrig war. Und er ist gut.

3. Goupa Kara: Syrmata, Elefantenfels und das klarste Wasser der Ostküste

Im Osten von Kimolos liegt Goupa Kara, ein traditionelles Fischerdorf mit Syrmata – jenen bunten Bootshäusern, die direkt in den Fels geschlagen wurden. Die Fischer nutzen sie heute noch: als Lager, als Schutzraum, als das, wofür sie gebaut wurden. Auf Milos hingegen sind viele dieser Häuser längst zu teuren Boutique-Unterkünften umfunktioniert worden. Wer das sehen möchte, liest hier mehr über die Syrmata in Klima und Mandrakia.

Die bunt bemalten Türen in Gelb, Rot und Blau sind dieselben wie auf Milos – aber die Atmosphäre dahinter ist eine andere. Kein Checkout-Schild, kein Buchungsportal. Nur Fischernetze und ein Boot, das nach dem Morgenausflug zurückgekehrt ist.

In den umliegenden Felsbuchten lässt es sich gut schwimmen und schnorcheln. Besonders bei Tauchern beliebt ist das Inselchen Revmatonissia direkt vor der Küste. Und direkt am Wasser wartet die Gesteinsformation Elephant – ein durch Wind und Wellen geformter Felsen, der tatsächlich aussieht wie ein Rüsseltier, das ins Meer schaut. Schwer zu übersehen, unmöglich nicht zu fotografieren.

4. Weltmeisterstrand von Prassa

Prassa Beach im Nordosten von Kimolos zieht zunehmend Tagestouristen aus Milos an, dazu Segler und Eigner von Yachten, die ihren Anker hier lieber werfen als anderswo. Der Grund liegt im Wasser – buchstäblich.

Die US-amerikanische Reiseagentur Florida Panhandle wertete über 2,4 Millionen Reisebewertungen aus 50 Stränden weltweit aus und maß dabei, wie häufig der Begriff „klares Wasser“ in den Kommentaren auftauchte. Das Ergebnis war eindeutig: Bei Prassa Beach taten das 43,56 Prozent aller Bewertungen. Kein anderer Strand der Welt erreichte diesen Wert. Platz eins.

Was man sieht, wenn man es weiß: Der feinkristallene, weiße Sand besteht aus abgetragenem Kreidematerial – kein Zufall auf einer Insel, deren Name „Kimolia“ aus dem Griechischen für „Kreide“ abgeleitet ist. Das Wasser darüber ist so klar, dass der Boden auf mehrere Meter Tiefe sichtbar bleibt. Kein Trübsand, kein Algenfilm, keine Strömung, die etwas aufwirbelt. Der Strand liegt außerdem so ausgerichtet, dass er vor dem starken Nordwind geschützt ist – auch bei Meltemi bleibt das Wasser hier ruhig.

Der Strand ist familienfreundlich mit flachem Einstieg. In einem Teilbereich stehen Liegen, Sonnenschirme, Duschen und Umkleidekabinen zur Verfügung – auf Kimolos keine Selbstverständlichkeit.

5. Von Bibliotheken am Strand bis zur schwarzen Bucht: Die schönsten Strände auf Kimolos

5. Von Bibliotheken am Strand bis zur schwarzen Bucht: Die schönsten Strände auf Kimolos

Kimolos bietet eine Auswahl an Stränden, die sich in Gestein, Windlage und Atmosphäre deutlich voneinander unterscheiden. Eine Besonderheit, die es so nirgendwo sonst gibt: die Freiluftbibliotheken der Kimolistes, einer Gruppe von Literaturfreunden, die an mehreren Stränden der Insel Büchertauschregale aufgestellt haben. Wer ein Buch mitbringt, nimmt ein anderes mit. Wer keins dabei hat, liest am Strand einfach weiter. Neben dem Prassa Beach gibt es noch viele weitere sehenswerte Küstenabschnitte:

Mavrospilia Beach: An der Westküste liegt Mavrospilia – der Name bedeutet auf Griechisch „schwarze Höhle“, und der Strand hält, was er verspricht: dunkler Vulkansand, dramatische Felsformationen, keine Infrastruktur. Die Sonnenuntergänge hier sind lang und rot, weil nichts zwischen dir und dem Horizont steht. Abgeschieden genug, um selbst im August ruhig zu bleiben.

Soufi Beach: Ein abgelegener Kieselstrand im Norden, erreichbar über einen schmalen Pfad. Das Wasser ist klar, die Umgebung rau, der Blick auf die offene Ägäis unverbaut. Keine Bar, keine Liegestühle. Alles selbst mitbringen.

Bonatsa Beach: Windgeschützter Sandstrand im Süden, bei Familien mit kleinen Kindern beliebt. Tamarisken spenden natürlichen Schatten, zwei Beachbars sorgen für das Nötigste. Das Bonatsa Restaurant liegt rund 200 Meter oberhalb der Bucht – griechische Küche mit Blick auf den Strand, besser als alles, was direkt am Wasser steht.

Rema Beach: Die kleine Bucht im Fischerdorf Goupa Kara liegt direkt neben den bunten Syrmata. Geschützte Lage, ruhiges Wasser, felsige Bereiche zum Schnorcheln direkt daneben.

Psathi Beach: Der Strand direkt am Hafen. Sand, Cafés, Tavernen, Tagesausflügler. Gut ausgestattet, gut erreichbar – der richtige Strand für den Ankunfts- oder Abreisetag.

6. Psathi: Wo die Fähre anlegt und das Tempo gedrosselt wird

Psathi ist der einzige Hafen auf Kimolos und damit der erste Eindruck, den die Insel hinterlässt. Fähren aus Piräus und von den anderen Kykladen legen hier an, von hier geht es weiter nach Milos und zur unbewohnten Nachbarinsel Poliegos – einem Naturschutzgebiet von besonderer ökologischer Bedeutung, das zu den Ausflugszielen zählt, die kaum jemand auf dem Radar hat. Sea-Taxis und Ausflugsboote ergänzen das Angebot, Captain Augustis ist dabei ein Name, den man sich merken sollte.

Was Psathi vom typischen Fährhafen unterscheidet: Hier herrscht keine Hektik. Die kleine Promenade entlang des Wassers hat Tavernen, Cafés und Läden, die nicht auf den Durchgangsbetrieb ausgelegt sind. Das Café To Raventi ist eine gute erste Adresse nach der Ankunft – Kaffee, Blick aufs Wasser, keine Eile.

Psathi hat einige Unterkünfte und eignet sich gut als Ausgangspunkt für die Insel. Direkt am Hafen liegt der Strand gleichen Namens, eine Mischung aus Kies und Sand – kein Highlight, aber nach einem langen Anreisetag das Richtige.

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7. Wilde Ostküste

Der vulkanische Ursprung von Kimolos zeigt sich nirgendwo deutlicher als entlang der Ostküste. Weiße Klippen, Felsformationen in Kreide- und Mineralfarben, das Gestein aus Perlit und Bentonit, das dem Boden ein fast kreideartiges Aussehen verleiht. Kurz hinter der Chora geht der Asphalt in eine weiße Piste über, die sich mit jedem Kilometer noch heller färbt – ein rauer Landstrich, karge Vegetation, staubige Büsche. Und dann, um die nächste Kurve: türkisfarbenes Wasser, das man nicht erwartet hat.

Zwischen alten Bentonit-Abbaugebieten und verlassenen Trockendocks hat sich ein Mikro-Biosystem entwickelt, das auf den ersten Blick niemand hier vermutet. Hinter den Trockensteinmauern wachsen rund 400 mediterrane Pflanzenarten – Kapern, Thymian, Feigen, Oliven. Die Fauna reicht von der blauen Eidechse über die Giftschlange Macrovipera bis zu Falken und Adlern. Wer langsam fährt und anhält, sieht mehr als die meisten.

Versteckte Kapellen tauchen immer wieder auf, oft mit freiem Blick auf die Küste und das Meer darunter. Und mitten in dieser Einsamkeit: der Imbiss von Kiki – ein Wagen auf der Schotterpiste, der ab 2025 sein Angebot noch einmal erweitert. Auf Kimolos ist das kein Witz, sondern Versorgung.

8. Kimolos isst: Ziegenorzo, Tomatenbällchen, Familienküche

Kimolos mag klein sein, aber die Küche ist eigenständig. Lokale Spezialitäten wie LadeniaTireniaKolokithenia und der typische Manoura-Käse tauchen auf fast jeder Karte auf – und die Tomatokeftedes, frittierte Tomatenbällchen aus frischen Inselzutaten, sind das, womit man auf Kimolos unweigerlich beginnt. Hier sind meine Empfehlungen:

Sardis (Sardis)
Hervorragende Fisch- und Fleischgerichte zu vernünftigen Preisen, überdurchschnittlicher Service und ein freier Blick auf den Strand von Aliki. Kein Konzeptlokal – einfach gut.

Kalamitsi (Kalamitsi)
Direkt am Hang des gleichnamigen Strandes. Einheimische Küche, lange Familientradition, und zwischen den Gängen macht man ein kurzes Beachbreak. Das lässt sich kaum besser kombinieren.

Meltemi (Chora)
Gilt als gastronomische Nummer 1 auf Kimolos. Ziegen-Orzo, Kalbfleisch mit Auberginenpüree, Meeresfrüchte in sauberer Ausführung – traditionelle Küche, die nicht rustikal wirkt, ohne ihre Herkunft zu verleugnen. Der Blick von der Terrasse auf die Bucht reicht weit.

Prasonisi (Prassa)
Abgeschieden, direkt über dem Wasser, Fisch und Meeresfrüchte in einer Qualität, die die Preise rechtfertigt. Wer hierher kommt, weiß, worauf er sich einlässt.

Sinantisi (Chora)
Die Adresse für Brunch, Kaffee und Mezedes. Von mir gibt es 5 Sterne – für den herzlichen Service und das, was man nur in echten Familienlokalen bekommt: das Gefühl, kein Gast zu sein.

9. Über 80 Kirchen auf 36 Quadratkilometern

Kimolos hat auf gerade einmal 36 Quadratkilometern über 80 Kirchen und Kapellen – mehr als die meisten Orte, die man als religiöses Zentrum kennt. Das ist kein Zufall: Auf den Kykladen war der Bau einer eigenen Kapelle jahrhundertelang eine Form der Danksagung nach Krankheit, Schiffbruch oder Ernte. Wer gerettet wurde, baute. Das erklärt die Dichte.

Die bedeutendste ist die Metropolitankirche Panagia Odigitria, zwischen 1867 und 1874 durch die freiwillige Mithilfe der Bevölkerung errichtet. Sie bewahrt eine Ikone der Jungfrau Maria aus dem 15. Jahrhundert – ein Relikt aus der Paläologenzeit, das sowohl künstlerisch als auch historisch zu den wertvollsten Objekten der Insel zählt.

Acht weitere Kirchen auf Kimolos stehen unter dem Schutz des Kulturministeriums. Die Kapelle Pantokratoras in Xaplovouni liegt hoch genug, um die gesamte Umgebung zu überblicken. Die Kirche Agios Minas thront über dem Meer – von dort aus reicht der Blick an klaren Tagen bis nach Milos. Die Kirche Agios Efstathios bietet einen weiten Blick auf die umliegende Küste.

10. Skiadi – ein Pilz aus Stein

Der Skiadi ist Teil des „Atlas der geologischen Denkmäler der Ägäis„, der außergewöhnliche Naturphänomene der Region dokumentiert. Der Felsen liegt auf einer kargen Hochebene im Westen der Insel und ist das Ergebnis jahrhundertelanger Winderosion: Das weichere Gestein an der Basis wurde kontinuierlich abgetragen, während die härtere Oberseite beinahe unberührt blieb. So entstand ein Pilz aus Stein – breit oben, schmal unten, stabil genug, dass bis zu 40 Personen gleichzeitig darunter Schatten finden.

Zum Skiadi führt ein gut markierter Wanderweg ab der Parkbucht nahe Profitis Ilias (GPS: 36.808684, 24.555011). Vom Parkplatz aus folgt man einem alten Maultierpfad etwa 2 Kilometer durch die Hügellandschaft – rund 30 Minuten für die einfache Strecke. Wer von der Chora startet, plant etwa 1,5 Stunden ein. Festes Schuhwerk, Wasser und Sonnenschutz sind keine Empfehlung, sondern Bedingung.

Oben angekommen blickt man auf die südwestliche Küste der Insel und direkt auf Milos – der Fels im Vordergrund, das Meer darunter, die Nachbarinsel am Horizont.

Tipps für deinen Aufenthalt

Anreise

Kimolos liegt im Südwesten der Kykladen und ist ausschließlich per Fähre oder Schnellboot erreichbar. Vom Hafen Pollonia auf Milos – nur einen Kilometer entfernt – pendeln täglich mehrere Boote und Autofähren nach Kimolos. Überfahrt: rund 30 Minuten. Wer die Anreise per Flugzeug plant, fliegt bis Milos und nimmt von dort die Fähre.

Fortbewegung

Wer mehrere Tage auf Kimolos verbringt, braucht ein Fahrzeug. Die Optionen sind begrenzt: Der öffentliche Bus fällt seit Längerem aus (bitte aktuellen Status vor Reiseantritt prüfen), das einzige Inseltaxi ist in der Saison dauerhaft ausgebucht. Das sind die wichtigsten Insidertipps für Kimolos in Sachen Mobilität: Mietwagen, Quad oder Roller vorab per E-Mail oder Telefon reservieren, nicht erst im Hafen suchen. Im Hafen von Psathi stehen Rent a Car Kimolos (RAC) und All Ways Car Rentals zur Verfügung.

Beste Reisezeit

Die Saison auf Kimolos läuft aktuell von Mitte Juni bis Mitte September. Einige Autovermieter und Lokale öffnen bereits im Mai, der Rest der Insel schläft zu dieser Zeit noch. Die besten Wochen sind Juni und September – das Wetter stimmt, die Orte sind ruhig, und du umgehst den August, in dem laut Einheimischen täglich bis zu 10.000 Besucher auf die Insel kommen.

Wo übernachten?

Große Hotelanlagen gibt es auf Kimolos nicht. Das Angebot besteht fast ausschließlich aus Apartments und Ferienhäusern, das Airbnb-Angebot wächst spürbar. Drei Empfehlungen:

Argento Kimolos (hier Preise checken*) am Stadtrand der Chora – Steinbungalows, vollständig aus heimischen Materialien errichtet, mit weitem Blick über die Insel bis zum Meer.

Afroessa Cave Kimolos (hier Preise checken*) – ein 90 Quadratmeter großes, neues Apartment für bis zu vier Personen in Hafennähe von Psathi.

Apanemo Beach House (hier Preise checken*) – eine restaurierte Fischerhütte direkt an der Wasserkante. Wer wissen will, wie es sich anfühlt, auf einem Kykladen-Eiland zu wohnen statt nur zu schlafen: hier.

❓ FAQ – Die häufigsten Fragen zu Kimolos

❓ Lohnt sich Kimolos als Tagesausflug von Milos?

Ja – aber nur, wenn du früh anfängst. Die Überfahrt von Pollonia dauert rund 30 Minuten, und ein voller Tag reicht für Prassa Beach, Chora und Skiadi. Wer mehr will – Ostküste, Goupa Kara, Abendessen im Meltemi – bleibt besser eine Nacht.

❓ Was sind die bekanntesten Kimolos Sehenswürdigkeiten?

Der Prassa Beach mit dem saubersten Wasser der Welt, das mittelalterliche Kastro in der Chora, die Bootshäuser von Goupa Kara, der Pilzfels Skiadi und die wilde Ostküste mit über 400 mediterranen Pflanzenarten gehören zu den Highlights, die sich kaum überspringen lassen.

❓ Welche Kimolos Geheimtipps kennt kaum jemand?

Die Freiluftbibliotheken der Kimolistes an mehreren Stränden – Bücher tauschen direkt am Meer. Der Imbiss von Kiki mitten auf der Schotterpiste der Ostküste. Die Bar Brachera, die ihre Tische in den Ruinen des Kastros aufgestellt hat. Und Poliegos, die unbewohnte Nachbarinsel, die als Naturschutzgebiet besonderer ökologischer Bedeutung gilt und per Boot erreichbar ist.

❓ Was sind die besten Insidertipps für Kimolos in Sachen Mobilität?

Mietwagen, Quad oder Roller unbedingt vorab reservieren – per E-Mail oder Telefon, nicht erst im Hafen suchen. Der öffentliche Bus fällt aus, das einzige Inseltaxi ist dauerhaft ausgebucht. Im Hafen von Psathi gibt es zwei Anbieter: Rent a Car Kimolos (RAC) und All Ways Car Rentals.

❓ Wann ist die beste Reisezeit für Kimolos?

Juni und September. Die Saison läuft offiziell von Mitte Juni bis Mitte September. Im August strömen täglich bis zu 10.000 Besucher auf die Insel – für eine Insel mit knapp 900 Einwohnern ein erheblicher Unterschied. Wer Ruhe sucht, meidet den Hochsommer.

❓ Warum hat Prassa Beach den Titel „sauberster Strand der Welt“ erhalten?

Die US-amerikanische Reiseagentur Florida Panhandle wertete über 2,4 Millionen Reisebewertungen von 75 Stränden weltweit aus. Bei Prassa Beach erwähnten 43,56 Prozent aller Bewertungen den Begriff „klares Wasser“ – kein anderer Strand der Welt erreichte diesen Wert.

❓ Wie unterscheidet sich Kimolos von Milos?

Milos ist größer, lauter und touristisch weiter entwickelt. Kimolos ist das, was Milos vor zehn Jahren war: kaum erschlossen, keine Warteschlangen, keine Instagrammer in Goldschuhen auf den Felsen. Noch. Die Gästezahlen steigen – wer die Insel in ihrer jetzigen Form erleben will, sollte nicht zu lange warten.

Mein Fazit zu Kimolos: Noch da. Noch ruhig. Noch es selbst.

Kimolos hat keinen Flughafen, keinen Hype und kein Musikvideo, das alles verändert hat. Was es hat: den Prassa Beach mit dem klarsten Wasser der Welt, 80 Kirchen auf 36 Quadratkilometern, einen Pilzfels, unter dem 40 Personen Schatten finden, und eine Ostküste, die sich selbst genug ist. Das alles auf einer Insel, deren einziges Taxi dauerhaft ausgebucht ist und auf der der Bus seit Längerem ausfällt. Wer das als Nachteil sieht, ist falsch hier. Die beste Zeit dafür: außerhalb der Hochsaison, mindestens fünf Tage, am besten mit einem vorgebuchten Mietwagen und ohne festen Plan ab Tag drei.

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Mit dankbarer Unterstützung von Georgios (†) und Athina!

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Autor:in
Steffen Eidam ist renommierter Journalist und versierter Europa-Reiseexperte.

Mit über 70 besuchten Inseln gilt er als einer der profiliertesten Griechenland-Kenner. Gerne ist er auch in London, Südosteuropa und im Baltikum unterwegs.

Hier findest du alle Artikel von Steffen Eidam.
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