Leogang Wanderungen: Die 5 schönsten Touren für Familien

↻ 5. Juli 2026
Reisebloggerin Biggi Bauer auf einer Bank auf dem Großen Asitz, eine der schönsten Wanderungen in Leogang

„Warum sind wir nicht schon viel früher in diese Region gefahren?“ – DAS war der meistausgesprochene Satz auf unserer Reise nach Leogang in Österreich.

Der bezaubernde Ort im Salzburger Land hat uns regelrecht verzaubert. Dich erwarten spektakuläre Bergpanoramen, kristallklare Bergseen und unvergessliche Wanderungen für die ganze Familie. Kein Wunder: Rund um Leogang warten hunderte Kilometer bestens ausgeschilderter Wanderwege – für Genusswanderer genauso wie für Gipfelstürmer.

Wir verraten dir hier unsere 5 liebsten Wanderungen in und rund um Leogang für ein langes Wochenende, inklusive Hoteltipp. Viel Spaß mit uns in einer der unterschätztesten Regionen Österreichs!

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1. Der Große Asitz: Leichte Wanderung auf dem Berg der Sinne in Leogang

Bereits an der Asitzbahn tummeln sich unzählige Biker. Von Kids bis zu Bikern im hohen Alter ist alles vertreten. Helme, Schutzausrüstung und das Mountainbike – dann bist du ready für den Epic Bikepark Leogang, einen der größten Bikeparks Europas. Radfahrer stehen rechts, Wanderer, die mit der Seilbahn fahren wollen, reihen sich links ein.

Bereits aus der Asitzbahn sehen wir von oben die Kurven der Bikepark-Strecke. Schon am frühen Morgen tummeln sich die ersten Biker auf der Piste. Mit der Asitzbahn erreichst du die Bergstation entspannt und ganz ohne Anstrengung.

Auf dem Gipfelplateau angekommen erwarten dich zwei super Einkehrmöglichkeiten, die hendl fischerei und die AlteSchmiede. Der Berg der Sinne ist auch gleichzeitig der Hausberg Leogangs. Der bekannteste Gipfel ist der Große Asitz mit 1.914 Metern, den ich dir hier näher vorstelle.

Von der Bergstation folgen wir dem Weg und wandern bald durch einen Holzbogen, der den Aufstieg zum Großen Asitz anzeigt. Der Bergpfad führt ganz entspannt nach oben. Auf diesem Panoramaweg blickst du auf ein tolles Bergpanorama. Nach einem ersten Anstieg durch den schönen Bergwald erreichst du den Speicherteich Asitz 1 (Baden ist hier verboten), in dem sich die Gipfel in der Ferne spiegeln. In dem kleinen Teich am Nordende kann man die Schuhe ausziehen und durchs Seite Wasser waten.

Von hier sind es nur noch ein paar Minuten und ein paar Höhenmeter zum Gipfelkreuz vom Großen Asitz (von der Bergstation etwa 30 Minuten Gehzeit). Auf dem letzten Stück nach oben gibt es schattige Holzliegen, die dazu einladen, sich auszuruhen, das Panorama zu genießen und die frische Bergluft einzuatmen. Vom Großen Asitz genießt du ein grandioses 360-Grad-Panorama. In der Ferne blickst du auf Gipfel wie den Großglockner, das Kitzsteinhorn und den Großvenediger.

Wer mag, kann jetzt einfach am Grat weiter entlang laufen und dann wieder dem breiten Wanderweg folgen. Nach einer knappen Stunde erreichst du den 1.888 Meter hohen Scharbergkogel. Auf dem Weg zum Gipfelkreuz kommst du am Outdoor-Kino vorbei. Hier wurden Sitzplätze in den Hang integriert und du schaust auf das imposante Bergpanorama. Vom Scharbergkogel kannst du die Wanderung auf dem Saalachtaler Höhenweg noch ausweiten.

Für uns ging’s vom Scharbergkogel aber wieder ein Stück zurück. An der ersten Abzweigung rechts absteigen und dann auf dem breiten, unteren Weg gemütlich zur Bergstation. Im Frühsommer blühen hier am Hang unzählige Alpenrosen in den schönsten Rot-Tönen.

Für die gesamte Runde von der Bergstation zum Großen Asitz, weiter zum Scharbergkogel und zurück solltest du mit Pausen etwa 2 Stunden einplanen. Die Rundtour ist 5,4 Kilometer lang, dabei sind 190 Höhenmeter zu überwinden.

Tipp: Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte einen Abstecher zum Sinne-Erlebnispark an der Mittelstation der Asitzbahn einplanen. Hier können Kinder und Erwachsene an über 30 Stationen spielerisch die fünf Sinne – Sehen, Riechen, Hören, Tasten und Schmecken – entdecken. Zu den Highlights gehören ein Kneippbecken, ein begehbarer Wasserfall, der Alpenpflanzen- und Kräuterweg und Leo’s spritzige Wasserwelt, ein unvergessliches Erlebnis für kleine Wanderer.

2. Wanderung zum Birnbachloch: Zum tiefstgelegenen Gletscher Mitteleuropas

Ein weiterer Tipp für eine Wanderung ist die Tour zum Birnbachloch. Konkret laufen wir zum „tiefstgelegenen Gletscher Mitteleuropas“. Genau genommen gibt es hier aber schon längst keinen Gletscher mehr. Bis in den Sommer hinein existiert aber ein großes Schneefeld. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier Eis herausgesprengt, auf einer hölzernen Rutsche ins Tal transportiert und dann per Bahn zu den Brauereien in München geliefert. So konnte in München im Sommer gekühlte Bier verkauft werden.

Während wir aufsteigen – die Wanderung ist mit 4,5 Kilometern, 350 Höhenmetern und einer Gehzeit von etwa 2 bis 2,5 Stunden für die ganze Familie machbar – erwartet uns unentwegt ein gigantisches Bergpanorama. Wir laufen stetig nahe riesiger Felswände nach oben.

Die Tour ist gut ausgeschildert und der Weg im Gelände top markiert. Das Ziel ist nicht zu verfehlen. Auf dem Weg informieren Hinweisschilder über die Geschichte des Gletschers.

Oben am Ziel angekommen erwartet uns eine kleine Kraxelei über Felsen. Wichtig: Dieser Bereich ist ausgewiesen mit Steinschlaggefahr. Hier solltest du zügig voranlaufen und keine Pause unterhalb der Felswand machen. Dann stehen wir vor der Quelle des Birnbachs, einer beeindruckenden Karstquelle mit rund 20 Metern breiter Eingangshöhle. Das türkisblaue Wasser sammelt sich in einer Gumpe. Danach ergießt sich der Birnbach in Kaskaden den Berg hinunter.

Wenn du dich an der Quelle umdrehst, schaust du aus einer Höhle heraus – hier ergibt sich ein tolles Fotomotiv. Diese Wanderung hat uns bereits vom Parkplatz Ullachtal (Google Maps) aus begeistert. Alternativ kannst du von hier über einen schwarz markierten Steig zur Passauer Hütte aufsteigen, falls dir die Wanderung zum Birnbachloch zu wenig ist.

Übrigens findest du direkt am Parkplatz Ullachtal Holz-Wanderstecken, die du kostenlos ausleihen kannst. Auch eine Quelle mit Trinkwasser sowie eine Dixie-Toilette sind vorhanden.

3. Sinnlehenalm: Leichte Familienwanderung mit Streichelzoo

Eine beliebte Alm mit wunderschönem Ausblick ist die ganzjährig bewirtete Sinnlehenalm. Du startest am kleinen Parkplatz kurz vor dem Sinnlehenhof (Google Maps) und wanderst höchstens 20 Minuten auf einem breiten Fahrweg bergauf. Schon von Beginn an blickst du auf die Leoganger Berge mit 360-Grad-Panorama.

Auf dem langsam, sich in Serpentinen nach oben windenden Fahrweg kannst du immer wieder anhalten und bei einer kurzen Pause die Berge beobachten. Der breite, gut ausgebaute Weg eignet sich übrigens auch hervorragend für einen Wanderkinderwagen – ein Pluspunkt, den du bei den anderen vier Touren in diesem Artikel so nicht hast.

An der Hütte angekommen erwarten dich Kühe, Ziegen und Hasen sowie ein kleiner Spielplatz mit Schaukel – ein Traum für Kinder. Auch der Ausblick von der Hütte ist gigantisch. Kein Wunder, dass dieses Ausflugsziel bei Alt und Jung beliebt ist. Serviert werden Pinzgauer Spezialitäten und hausgemachte Köstlichkeiten, hergestellt aus eigenen und regionalen Produkten.

Tipp: Wie bei vielen bewirtschafteten Almen im Leoganger Tal gibt es auch hier Ruhetage. Informiere dich am besten vorab auf der Website der Alm, ob geöffnet ist.

4. Seisenbergklamm: Mystisches Kleinod im Naturpark Weißbach

Nur 20 Minuten mit dem Auto von Leogang entfernt liegt dieses versteckte Kleinod: die Seisenbergklamm. Das Naturdenkmal liegt in Weißbach bei Lofer und wird auch als das Tor zum Naturpark Weißbach bezeichnet.

Der Start erfolgt am Kassenhäuschen mit Restaurant. Von hier aus laufen wir auf schmalen Wegen hinein in die Klamm. Der erste Stopp ist eine alte Mühle. Das alte Gebäude, an dem kleine Wasserkaskaden herabrinnen, ist bereits ein wunderschönes Fotomotiv.

Auf Stegen laufen wir an Felswänden entlang. Unter uns rauscht das türkise Wasser durch geschliffenen Fels.

Je weiter wir in die Klamm hineinlaufen, desto höher ragen die Felswände um uns auf. Wir gelangen an eine Stelle, an der sich die Felsen wie höhlengleich in einem Bogen über uns wölben. Es ist spektakulär.

An der engsten Stelle ist der Durchgang nur 80 cm breit. Am Steg muss man sich am Felsen ein wenig vorbeidrücken. Dieses Motiv ist ebenfalls sehr schön.

Den Höhenunterschied von ungefähr 80 Metern überwindest du mit etwa 300 Stufen – für die Wanderung planst du mindestens eine Stunde ein.

Die Klamm ist wunderschön. Der Eintritt mit 9 Euro pro Person plus die Parkplatzgebühr von 4,50 Euro schlagen allerdings schon hoch zu Buche. 

Tipp: Die Klamm hat je nach Witterung von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet, außerdem kann es witterungsbedingt immer Sperrungen geben. Informiere dich am besten vorab auf der offiziellen Website der Klamm über die aktuellen Öffnungszeiten, bevor du losfährst.

5. Wildseeloderhaus und Wildseeloder: Traumsee mit Gipfeltour für Geübte

Das Wildseeloderhaus ist eine der bekanntesten Berghütten Tirols, gelegen in den Kitzbühler Alpen. Du erreichst den Parkplatz der Bergbahn Streuböden in Fieberbrunn in etwa 20 Minuten mit dem Auto.

Mit der Streubödenbahn geht’s hinauf zur Bergstation auf dem Lärchfitzkogel auf 1.645 Metern. Hier ist die Hütte mit 1 Stunde 30 Minuten Gehzeit angeschrieben. Ein moderater Wanderweg ohne größere Schwierigkeiten, der aber durchaus Kondition erfordert.

Bereits an der Bergstation hat man einen tollen Blick auf das Wildseeloderhaus, das in der Ferne zwischen den mächtigen Berggipfeln thront. Der Weg zur Hütte ist gut ausgeschildert und nicht zu verfehlen. Von der Bergstation geht’s zunächst bergab in Richtung der bewirtschafteten Wildalm.

Danach wird’s schweißtreibend. Der Weg führt über Felsstufen stetig bergauf. Bei flotter Gangart erreicht man das Wildseeloderhaus in rund einer Stunde. Die Berghütte liegt am Wildsee. Den schönsten Blick hast du vom gegenüberliegenden Ufer.

Vom Wildseeloderhaus kannst du weitere Gipfel erklimmen, etwa die 2.078 Meter hohe Henne oder den 2.119 Meter hohen Wildseeloder

Wichtig für Familien: Wer es gemütlich mag, bleibt einfach am See und kehrt in der Hütte ein – das ist die leichte Variante. Wer schwindelfrei und trittsicher ist, kann den Weg auf den Wildseeloder wagen.

Wir entscheiden uns für die Gipfeltour auf den Wildseeloder. Dafür laufen wir zunächst an der Hütte vorbei und folgen den Wegweisern. Bald steigen wir im Grashang auf.

Je weiter wir nach oben steigen, desto schöner wird der Ausblick auf das Wildseeloderhaus und den Bergsee. Von oben schimmert der See richtig türkis. Welch eine Aussicht. Wir erklimmen einen Grat. Spektakuläre Felszacken säumen unseren Weg. Wir laufen am Grat entlang und dann kommt der finale Aufstieg zum Gipfel des Wildseeloders auf 2.119 Meter. Von hier oben haben wir nicht nur einen traumhaften Rundumblick auf die Bergwelt wie Großglockner, Großvenediger und Wilder Kaiser. Wir schauen auch hinunter auf den türkisfarbenen See, der eingebettet zwischen Felsen liegt.

Nach einer kurzen Rast folgen wie dem Gratweg weiter und steigen nun wieder langsam ab. Der Weg ist nicht dramatisch schwierig oder ausgesetzt, erfordert aber Trittsicherheit!

Am Wildsee angekommen halten wir uns rechts und kraxeln noch über Felsen am Ufer. Wir sind auf der Suche nach einem ganz besonderen Fotomotiv: Im See spiegeln sich die umliegenden Berge, gegenüber steht das Wildseeloderhaus und dahinter türmt sich eine riesige Bergkulisse auf. Welch ein wunderschönes Motiv.

Nach der Rund lohnt eine Rast im Wildseeloderhaus (Website), in dem du übrigens auch übernachten kannst. Die Küche der Hütte ist ganz ausgezeichnet – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Küche wird empfohlen von Gault&Millau und falstaff. Wir haben hier den Kaiserschmarrn getestet. Knusprige, karamellisierte Kruste, buttriger, fluffiger, vanilliger Geschmack – wir sind uns einig: einen besseren Kaiserschmarrn haben wir bisher noch nicht genossen. Das Hüttenpersonal ist zudem aufmerksam und sehr nett.

Unser Hoteltipp: Das Naturresort Puradies in Leogang – dein Ausgangspunkt für alle 5 Wanderungen

Am Ende unserer Wandertage sind wir jeden Abend mit Freude im Naturresort Puradies (zur Hotel-Website) eingekehrt. Das Hotel liegt mitten im Grünen, umgeben von eigenen Wiesen und Wäldern, und der Blick von unserem Balkon auf die Leoganger Berge hat uns jeden Morgen aufs Neue begeistert.

Nach einem anstrengenden Wandertag haben wir uns im Naturbadeteich und im Pool erholt, beide mit demselben grandiosen Bergblick. Auch das Heaven Spa mit seinen verschiedenen Saunen war genau das Richtige, um müde Beine zur Ruhe kommen zu lassen. Wer lieber aktiv bleibt, findet einen gut ausgestatteten Fitness-Raum mit Peloton-Bikes sowie Yoga-Angebote im hoteleigenen Yoga-Raum.

Am meisten überrascht hat uns die Küche. Das Frühstück war riesig und abwechslungsreich – wer mag, kann sich sein Bio-Frühstücksei sogar selbst im Hühnerstall suchen, das dann am nächsten Morgen auf dem Teller landet. Nach dem Frühstück gibt’s einen Light Lunch und im Anschluss die Nachmittagsjause, nach einer kurzen Pause auch schon das Abendessen serviert wird. Im hoteleigenen Restaurant Ess:enz sind wir außerdem in den Genuss eines einmaligen Tapas-Abends gekommen.

Für Familien empfehlen sich die Chalets mit eigener Sauna. Für uns wirkte das wie ein kleines Zuhause auf Zeit, mitten in der Natur.

Unser Fazit: Nach fünf abwechslungsreichen Wanderungen haben wir uns jedes Mal aufs Ankommen im Puradies gefreut. Die Lage mitten im Grünen tut nach einem langen Wandertag einfach gut. Wenn du dein nächstes langes Wochenende in Leogang planst, wirf flott einen Blick auf die Verfügbarkeiten – gerade im Sommer sind die freien Termine oft schnell vergeben.

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Autor:in
Florian Westermann ist Reisejournalist, Buchautor (u. a. Dumont) und preisgekrönter Profi-Fotograf.

2010 gründete er den Foto- und Reiseblog Phototravellers.de, auf dem er seine Expertise in über 400 Artikeln zu den Themen Reisen, Wandern, Outdoor und Fotografie teilt.

Hier findest du alle Artikel von Florian Westermann.
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