Wanderung auf Wannig (2493m) und Handschuhspitze (2319m)

Mondlandschaft auf dem Wannig

Beeindruckende Wanderung in Tirol

Der Wannig (auch Hochwannig oder Wanneck) sticht schon aus großer Entfernung ins Auge – ein imposanter Felskoloss inmitten der Landschaft. Von München aus ist der Wannig beziehungsweise das Örtchen Nassereith, von wo aus die Wanderung beginnt, in gut eineinhalb Stunden mit dem Auto zu erreichen. Bei Traumwetter und in aller Früh machen wir uns auf dem Weg, um den Gipfel zu erklimmen.

Ehrwalder Sonnenspitze

Schon auf dem Weg zum Wanderparkplatz verzaubert uns die Bergwelt. Hier die Ehrwalder Sonnenspitze

Zugspitzmassiv

Das Zugspitzmassiv im Morgendunst

Start am Weißensee

Vom Wanderparkplatz am Weißensee (GPS: N 47 21.899, E 10 52.565 – Google Maps) starten wir zunächst gemütlich auf einem breiten Waldweg. Ein Blick auf das GPS verrät uns aber gleich, dass wir auch auf schmalen Pfaden aufsteigen können. Nach wenigen Minuten verlassen wir den Fahrweg rechterhand und machen uns an den Aufstieg über den Alpsteig Biberwier – ausgeschildert mit Alpgrat Jägersteig-, einen schmalen Wald- und Wiesensteig. Diese ungeplante Variante wird uns heute noch zum “Verhängnis”. Wir wollen eigentlich über Barbarasteig, Sunnalm und Handschuhspitze zum Wannig aufsteigen – also die klassische Route nehmen. Doch am entscheidenden Abzweig mache ich einen Fehler und wir wandern weiter auf dem Alpsteig Biberwier weit unterhalb des Bergrückens in Richtung Nassereither Alm (auch Muthenaualm genannt).

Alpsteig Biberwier

Der Alpsteig Biberwier

Biberwier

Immer wieder lichtet sich der Wald und gibt den Blick frei auf Biberwier

Blick auf Ehrwalder Sonnenspitze

Im Hintergrund erkennt man die Ehrwalder Sonnenspitze. Diesem Weg hier hätten wir an dieser Stelle eigentlich folgen müssen

Alpsteig Biberwier

Wir folgen aber dem Alpsteig Biberwier

 Mieminger Kette

Die Mieminger Kette mit der Ehrwalder Sonnenspitze und dahinter die Zugspitze

 Mieminger Kette

Der Blick zurück auf die Mieminger Kette

Aufgebrachte Rindviecher

Nach einem knackigen Aufstieg kommen wir auf eine Hochebene voller Rindviecher. Einige der Kühe beäugen uns misstrauisch. Es kommt Unruhe in die Herde – das ist nicht ungefährlich. Wer einmal von einer Kuh angestupst wurde, weiß, welche Kraft diese friedlichen Tiere entwickeln. Als Mensch hat man da nicht den Hauch einer Chance. Plötzlich rennen einige Kühe einen Hang hinunter und versetzen die anderen in helle Aufregung. Wir sehen zu, dass wir an einem Hang Höhe Gewinnen und lassen die aufgebrachte Herde so schnell es geht hinter uns. Wir blicken immer wieder zurück auf unsere Verfolger – wir haben sie abgeschüttelt. Von nun an verläuft der gemütliche Weg fast eben über Weideflächen. Auch hier grasen Kühe und wir haben den Eindruck, dass wir nicht unbedingt erwünscht sind. Inzwischen kommt uns die ganze Route spanisch vor – ich hatte den Verlauf völlig anders im Kopf. Aber gut, das GPS lügt nicht. Plötzlich fällt es mir wir Schuppen von den Augen. Ich erkenne den Fehler – wir sind ganz anders als geplant unterwegs. Ein Blick auf die Karte hätte genügt, damit das nicht passiert wäre. Zur Umkehr ist es viel zu spät – also wandern wir weiter in Richtung Nassereither Alm.

Kühe

Nach einem knackigen Anstieg treffen wir auf eine große Kuhherde. Für Begeisterung sorgen wir nicht

Kühe vor Ehrwalder Sonnenspitze

Als Dynamik in die Herde kommt, ergreifen wir die Flucht

Grubigstein und Gartner Wand

Blick auf Grubigstein und Gartner Wand

Wanderweg

Der Weg führt jetzt gemütlich über diese Hochebene

Kuhherde

Diesen Weidezaun mussten wir passieren

Aufstieg zum Wannig

Nach rund drei Stunden erreichen wir die Nassereither Alm. Von hier aus ist es jetzt noch ein ganzes Stück bis zum Wannig. Wir folgen dem Fahrweg und 30 Meter nach einem Gatter biegen wir links ab in den Wald. Jetzt wird es richtig schweißtreibend. Meter für Meter steigen wir auf. Es geht eine ganze Weile durch dichten Wald. Wir sind eine halbe Stunde unterwegs, bis sich der Wald lichtet und die Latschen die Oberhand gewinnen. Der Wannig ist jetzt schon gut zu erkennen. Bis zum Gipfel ist es aber noch weit. Der Pfad führt über ein unangenehmes Geröllfeld steil hinauf. Zum Glück sind nicht viele Wanderer unterwegs – hier muss man schon auf Steinschlag aufpassen.

Nassereither Alm

Wir lassen die Nassereither Alm hinter uns

Lechtaler Alpen

Blick in die Lechtaler Alpen

Hinweis Wannig

Der Hinweis in Richtung Wannig ist nicht zu übersehen

Latschenzone Wannig

Der Weg führt uns durch Wald und Latschen

Alpenpanorama

Schon wegen dieses Panoramas lohnt die Wanderung

Geröllfeld

Eines der zahlreichen Geöllfelder, die wir auf dem Weg zum Wannig überwinden müssen

Auf zum Wannig-Gipfel

Wir lassen die Waldgrenze weit hinter uns und fühlen uns wie auf dem Mond. Schutt und Geröll, wohin das Auge blickt. Immer wieder wähnen wir uns schon am Gipfel um dann festzustellen, dass doch noch ein Anstieg vor uns liegt. Wir sind gut fünf Stunden unterwegs, bis wir endlich den Wannig-Gipfel erblicken. Wir mobilisieren noch einmal alle Kräfte mobilisieren und gehen die letzten Meter an. Geschafft! Vom Wannig-Gipfel haben wir einen ganz fantastischen Blick auf das Wettersteingebirge mit der Zugspitze als höchsten Berg. Auch der Daniel, mit 2.340 Metern der höchste Gipfel der Ammergauer Alpen, liegt in Sichtweite. Inzwischen ziehen immer mehr Wolken auf. Das ist kein gutes Zeichen. Wir genießen die fantastische Rundumsicht nur kurz und machen uns an den Abstieg in Richtung Handschuhspitze, die etwa eineinhalb Stunden entfernt liegt.

Aufstieg Wannig

Wir lassen die Baumgrenze hinter uns und steigen weiter auf

Wannig

Wir sind schon viele Stunden unterwegs und haben noch einen weiten Weg vor uns

Biggi auf dem Weg zum Wannig

Biggi in der Mondlandschaft des Wannig

Wanderung Wannig

Der Aufstieg nimmt gefühlt kein Ende

Gipfelkreuz Wannig

Endlich kommt das Gipfelkreuz in Sicht. Kurios sind die grasenden Schafe

Blick auf Mieminger Kette

Die Strapazen der Wanderung werden mit diesem Blick auf die Mieminger Kette belohnt

Wannig-Gipfel

Der Blick vom Wannig-Gipfel

Wannig Markierung

2.493 Meter – so hoch sind wir hier

Mieminger Kette und Wettersteingebirge

Die Mieminger Kette und dahinter das Wettersteingebirge

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Vom Wannig auf die Handschuhspitze

Im oberen Teil des schroffen Wannig-Gipfelausbaus, der einer tristen Mondlandschaft gleicht, ist der Weg recht anspruchsvoll. Immer wieder müssen wir die Hände in dem brüchigen Fesl zu Hilfe nehmen. Der Bergpfad führt in der Flanke des Massivs stetig nach unten. Einen falschen Schritt darf man sich in diesem Gelände nicht erlauben. Es geht mitunter sehr steil in die Tiefe und im Abstieg ist der Weg noch anspruchsvoller als im Aufstieg, wie wir es ja eigentlich geplant hatten.

Schneefeld auf dem Wannig

Auf dieser Höhe liegt selbst im Hochsommer noch Schnee

Abstieg vom Wannig

Hier führt uns der Weg nach unten. Es ist größte Obacht geboten

Blick auf den Wannig

Wir blicken noch einmal zurück zum Wannig. Noch erkennen wir das Gipfelkreuz gut

Weg zur Handschuhspitze

Der weitere Wegverlauf zur Handschuhspitze ist recht gut zu erkennen

Handschuhspitze

Blick in Richtung Handschuhspitze

Flo in den Bergen

Dieser Teil der Wanderung ist schon wieder recht einfach

Auf dem Gipfel der Handschuhspitze

Endlich erreichen wir den 2.319 Meter hohen Gipfel der Handschuhspitze. Das gröbste Stück haben wir jetzt geschafft. Trotz der bedrohlichen Wolkenkulisse legen wir eine kurze Pause ein und genießen unsere Brotzeit.

Gipfelkreuz Handschuhspitze

Hier sehen wir schon das Gipfelkreuz der Handschuhspitze

Wannig in der Ferne

Der Wannig ist in weiter Ferne

Gipfelkreuz Handschuhspitze

Das Gipfelkreuz der Handschuhspitze

Blindsee Weißensee

Vom Gipfel der Handschuhspitze sehen wir den links Blindsee und den rechts den Weißensee

Mieminger Kette

Von der Handschuhspitze erscheint die Mieminger Kette noch eindrucksvoller

Aussicht Handschuhspitze

Biggi genießt die Aussicht

Der Abstieg

Der Abstieg von der Handschuhspitze erfordert auch wieder einiges Geschick und Trittsicherheit. Es geht über teils steile Geröllfelder, die man nicht unterschätzen darf. An der Sunnalm machen wir noch einmal Rast. Nach dieser anstrengenden Wanderung gönnen wir uns einen warmen Apfelstrudel mit Sahne – das tut jetzt gut. Von der Sunnalm könnten wir mit der Marienbergbahn oder einem Kart ins Tal fahren. Wir wollen die Runde aber perfekt machen und steigen gemütlich ab. Nach zwölf Stunden erreichen wir wieder den Wanderparkplatz. Höchste Zeit, denn nur wenig später bricht ein heftiges Unwetter mit Blitz, Donner und Hagel über uns herein.

Abstieg Handschuhspitze

Wir machen uns an den Abstieg

Abstieg Handschuhspitze

Auf diesem steilen Stück ist Trittsicherheit gefragt

Wanderweg mit Blick auf Mieminger Kette

Nach dem steilen Abstieg führt uns der Weg idyllisch durch die Bergwelt

Wanderung Handschuhspitze

Die Aussicht ist einfach grandios

Wanderung Handschuhspitze

Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus

Wanderweg mit Kühen

Wir stoßen auf einen breiten Wanderweg – und auch hier weiden wieder Kühe

Handschuhspitze

Dort oben von der Handschuhspitze kommen wir her

Sunnalm

Wir erreichen die Sunnalm

Apfelstrudel

Zum Abschluss der Wanderung gönnen wir uns noch einen warmen Apfelstrudel

Tourdaten Handschuhspitze – Wannig

Datum: Juli 2016
Gesamtweglänge: 19,6 Kilometer
Höhenmeter: 1.580 Meter
Reine Gehzeit: 9:00 Stunden

Die GPS-Daten als Download

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Fazit

Die Wanderung auf die Handschuhspitze geht noch als mittelschwere Bergtour durch. Der Wannig ist noch einmal eine andere Hausnummer. Wir empfehlen, von der Handschuhspitze zum Wannig aufzusteigen und über die Nassereither Alm abzusteigen. In dieser Richtung erspart man sich im Bereich des Wannig-Gipfels einige unangenehme Stellen im Abstieg. Aber auch so sind für diese anspruchsvolle Bergwanderung Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit absolute Voraussetzung. Die steilen Geröllfelder sind auch steinschlaggefährdet. Belohnt wird man auf der Wanderung mit sagenhaften Blicken auf das Wettersteingebirge, die Ammergauer Alpen, die Lechtaler Alpen, die Stubaier Alpen und viele andere Bergketten. 

Nützliche Links

 

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4 replies
  1. Oliver Huber
    Oliver Huber says:

    Hey,
    sehr schöne Bilder und Beschreibung der Wanderung. Die Handschuhspitze kannte ich bis dato noch nicht, vielleicht geht’s sich sich 2017 mal aus dort hinzufahren. Schöne Grüße Oli

    Reply

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