Die ultimative Notfall-Ausrüstung
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Notfall-Ausrüstung für zuhause: So überstehst du jede Krise

Neben einem Notvorrat mit Lebensmitteln raten wir auch zu einer Notfall-Ausrüstung, die man immer im Haus haben sollte.

Wer wie wir viel in der Natur unterwegs ist, hat den Großteil der von uns empfohlenen Notfall-Ausrüstung sicher ohnehin zuhause. Wer aber nicht so oft Outdoor unterwegs ist, muss vielleicht die eine oder andere Anschaffung tätigen, um auf einen Ernstfall vorbereitet zu sein.

Wir verraten dir nun, wie du dich auf Naturkatastrophen oder Stromausfälle vorbereitest.

Aktualisiert am 13.03.2022

Welche Ernstfälle gibt es?

Was ist ein Ernstfall überhaupt? Einige Menschen bereiten sich auf Horror-Szenarien wie Krieg und Terror vor. Das ist zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, aber doch sehr unwahrscheinlich.

Viel realistischer ist eine verheerende Naturkatastrophe mit unvorhersehbaren Folgen, etwa eine immense Überschwemmung oder ein Lawinenabgang, der ganze Orte von der Außenwelt abschneidet (das betrifft in Westeuropa insbesonderte die Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich).

Auch globale Katastrophen wie eine fürchterliche Pandemie, ein Meteoriteneinschlag oder der Ausbruch eines Supervulkans sind keine Spinnerei. Früher oder später wird genau das passieren – ob morgen oder in 5.000 Jahren weiß aber niemand.

Blick aus einem Hubschrauber auf die überschwemmten Straßen in New Orleans
Wirklich fatale Naturkatastrophen sind weit weg von der hochindustrialisierten Welt? Weit gefehlt! New Orleans etwa wurde im Jahr 2005 von Wirbelsturm Katrina verwüstet. Im Zuge dieser unvorstellbaren Katastrophe verloren trotz eines massiven Hilfseinsatzes der US-Armee fast 1900 Menschen ihr Leben. Wer eine Notfallausrüstung sein eigen nannte, war im Vorteil
Überschwemmte Straße in einer kleinen Stadt
Auch in Mitteleuropa sind wir nicht vor verheerenden Überschwemmungen sicher. Der Klimawandel erhöht das Risiko, auch bei uns Opfer einer Katastrophe zu werden – Foto: Depositphotos © ChiccoDodiFC

Die Folgen eines Stromausfalls

Ein anderes Szenario ist ein flächendeckender und langanhaltender Stromausfall (eventuell auch als Folge einer Naturkatastrophe).

Stromausfälle werden in der Regel in wenigen Stunden behoben. In Notsituationen kann der Strom aber durchaus auch einmal mehrere Tage weg sein. Das hört sich nicht so dramatisch an – ist es aber.

Der „moderne“ Mensch in unserer Hightech-Zivilisation ist auf ein Leben ohne Strom – und seien es nur zwei oder drei Tage – absolut nicht vorbereitet.

Ohne Strom funktioniert in unserer modernen Welt nichts. Ampeln fallen aus, Züge bleiben stehen und Fahrstühle stecken. Klimaanlagen, Kühlschränke und Kühltruhen fallen aus. Smartphones geht bald der Saft aus, Mobilfunkmasten versagen.

Autos bleiben ohne Sprit stehen, weil die Pumpen der Tankstellen ohne Strom nicht funktionieren. Trinkwasser kommt nur noch aus Brunnen, die mit Handpumpe oder Notstromaggregat zu betreiben sind. Von diesen Trinkwassernotbrunnen gibt es bundesweit für solche Fälle übrigens rund 5000 Stück.

All diese Szenarien sind recht unwahrscheinlich und Deutschland ist mit der Feuerwehr, dem THW und (im äußersten Notfall) der Bundeswehr gut aufgestellt, um Notsituationen zu bewältigen. Dennoch kann es nicht schaden, sich einmal Gedanken über seine persönliche Grundausrüstung für den Notfall zu machen.

Ratgeber für Notfallvorsorge und Notsituationen

Dazu rät übrigens auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Neben einem Notvorrat mit Wasser, Lebensmitteln und benötigten Medikamenten für zehn Tage rät das Amt zu einer Notfallausrüstung. Hier kannst du dir den kostenlosen Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen des BBK downloaden.

Unsere Notfallausrüstung

In Anlehnung an die Tipps des BBK stellen wir dir hier unsere Notfallausrüstung (die wir als Outdoor-Fans ohnehin zu unserer Grundausrüstung zählen) vor:

Tipp: Immer ein voller Tank

Nach einer Reise oder Wanderung machen wir es schon immer so, dass wir das Auto volltanken. So können wir beim nächsten Trip ganz entspannt losfahren.

Und wir sind immer für den Notfall gerüstet. Ein Diesel (das ist heute ja schon ein Schimpfwort) ist hier mit einer Reichweite von weit über 1000 Kilometern klar im Vorteil.

Volle Sprit-Kanister gehören übrigens nicht zu unserer Notfall-Ausrüstung. Wir bereiten uns nicht auf eine Endzeit-Apokalypse vor, sondern wollen einfach auf überraschende Situationen vorbereitet sein.

Geländewagen im Offroad-Modus
Mit einem Allrad-Fahrzeug bist du nicht auf normale Straßen angewiesen. Du solltest aber dafür sorgen, für den Notfall immer einen vollen Tank zu haben

Wasseraufbereitung

Besonders kritisch bei Notlagen ist die Wasserversorgung. Der Mensch kann bis zu drei Wochen ohne Nahrung auskommen. Bei Trinkwasser wird es nach drei bis vier Tagen sehr gefährlich.

Für unsere Reisen (und auch als Notfall-Ausrüstung für zuhause) besitzen wir inzwischen zwei ein portable Wasseraufbereitungs-Systeme.

Unser erstes Wasseraufbereitungs-Systeme haben wir vor Jahren angeschafft. Mit dem LifeStraw Personal kannst du Wasser bedenklicher Herkunft sorgenlos trinken. Das System benötigt keine Batterien oder Chemikalien und ist umgehend einsatzbereit. Sehr trübes Wasser solltest du vorab filtern (dazu eignen sich etwa Kaffee-Filter). Der LifeStraw Personal ist ideal, um etwa auf einer Wanderung Wasser unsicherer Herkunft zu trinken – also eher für den persönlichen Bedarf auf Tour.

Das Nonplusultra im Bereich kompakte Outdoor-Wasseraufbereitung ist der Katadyn Pocket, das Herz unserer Notfallausrüstung. Mit rund 350 Euro ist der Katadyn Pocket nicht billig. Dafür bekommst du beste Schweizer Ingenieurskunst mit 20 Jahren Garantie. Der Wasserfilter von Katadyn reinigt bis zu 50.000 Liter Wasser. Das Wasser wird dabei einfach in einen Behälter, etwa eine Flasche, gepumpt.

Daneben haben wir immer eine große Packung Micropur Forte zuhause. Mit einer Tablette kannst du einen Liter Trinkwasser herstellen. Silberionen und Chlor befreien (klares) Wasser nach 30 Minuten von Bakterien und Viren und nach zwei Stunden vom Parasiten Giardia.

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Rucksack

Die meisten Notfälle wird man wohl zuhause aussitzen. Was aber, wenn man doch fliehen muss? Ein guter Wanderrucksack gehört zu jeder Notfallausrüstung.

Der Rucksack sollte mindestens 40 Liter fassen und über ein gutes Tragesystem verfügen. Ein Koffer eignet sich weniger. Beim Rucksack hast du immer beide Hände frei. Außerdem solltest du nicht davon ausgehen, dass du den Koffer gemütlich durch die Gegend schieben kannst.

Im Prinzip sollte dein Notfallrucksack immer gepackt und fertig für eine schnelle Abreise sein.

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Kurbelradio bzw. Radio mit Batterien

Fällt der Strom aus, macht entweder das Smartphone schlapp und/ oder das Mobilfunknetz bricht zusammen. Auch Fernseher funktionieren nicht mehr. Wo bekommst du also Infos her? Die einzige Möglichkeit ist das gute alte Radio.

Neben dem Autoradio (denk dran: der Tank sollte immer voll sein, wenn du nach einer längeren Fahrt nach Hause kommst) bietet sich dafür ein Kurbelradio oder ein batteriebetriebenes Radio an.

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Taschen- oder Stirnlampe

Eine gute Taschen- oder Stirnlampe ist die absolute Basis jeder Notfall-Ausstattung. Nicht vergessen: Als Notfall-Lampe (gehört auch zu unserer Standard-Bergausrüstung) empfehlen wir tatsächlich ein Modell mit herkömmlichen Batterien (und keinen fest verbauten Akku, den du aber im Notfall mit einer Powerbank laden könntest).

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Batterien und Powerbank

Du solltest natürlich ausreichend Ersatzbatterien in allen benötigten Größen (Taschenlampe, Campinglampe, Radio) in deiner Notfallausrüstung haben.

Für den Fall, dass die Stromversorgung länger ausfällt, solltest du auch eine (oder zwei) voll geladene (also regelmäßig laden) und möglichst starke Powerbanks in deinem Notfall-Kit haben. Ein kleines Problem gibt es leider: Lagerst du deine Akkus länger ungenutzt, sollten diese eigentlich nicht voll aufgeladen sein. Das widerspricht natürlich der Philosophie, die Notfallausrüstung immer sofort einsatzbereit zu haben. Eine wirklich gute Lösung für dieses Dilemma haben wir aber auch nicht.

Sehr gute Erfahrungen haben wir mit den Modellen von Anker gemacht. Damit lässt sich ein modernes Smartphone auch ohne Strom aus der Steckdose problemlos mehrere Tage oder gar Wochen betreiben. Immer in der Hoffnung, dass das Mobilfunknetz halbwegs funktioniert. Andernfalls ist dein Smartphone mehr oder weniger nutzlos.

Zudem besitzen wir für unsere Outdoor-Abenteuer mit dem Camper eine Jackery Explorer 1000 sowie zwei Jackery SolarSaga 100W Solarpanels. Mit den Solarzellen ist die leistungsstarke Powerbank in wenigen Stunden voll geladen. Mit der Jackery Explorer 1000 können wir etwa große Stromverbraucher wie Laptops aufladen.

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Hausapotheke & Verbands-Set

Neben einer gut sortierten Hausapotheke (Mittel gegen Schmerzen, Fieber, Durchfall und persönlichen Medikamenten) gehört ein Verbands-Set (denk auch an den Verbandskasten im Auto) zu unserer Notfallausrüstung.

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Camping-Licht

Ein kleines Camping-Licht gehört neben einer Taschen- oder Stirnlampe in jede Notfallausrüstung. Damit lässt sich auch ein Stromausfall zuhause gemütlich überstehen.

Ausreichend Batterien sollten ebenfalls zu deiner Ausrüstung gehören.

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Feuerzeug, Streichhölzer & Kerzen

Auch ein Feuerzeug, (Sturm)-Streichhölzer und Kerzen dürfen nicht in deiner Notfall-Ausrüstung fehlen.

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Camping-Kocher

Camper und Outdoor-Fans haben ihn ohnehin zuhause: den Camping-Kocher. Dieses kleine Gerät wiegt kaum etwas und sichert dir ein warmes Abendessen. Denk dabei immer an deinen Notvorrat und ausreichend Brennstoff in Form von Gaskartuschen.

Für längere Trekking-Touren haben wir einen leichten Einflammen-Kocher. Sind wir mit dem Dachzelt unterwegs, nutzen wir einen größeren Zweiflammen-Kocher.

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Camping-Geschirr

Normales Geschirr ist viel zu schwer und sperrig, um damit (ohne Camper-Van) durch die Gegend zu ziehen. Ein leichter Camping-Topf aus Edelstahl, Titan oder anodisiertem Aluminium und ein Göffel (oder Spork genannt) gehören daher zur Standard-Notfallausrüstung.

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Taschenmesser, Kukri, Axt & Säge

Es ist das wichtigste Werkzeug im Notfall: das gute alte Taschenmesser. Wir bevorzugen Schweizer Qualität.

Zu empfehlen ist auch ein Kukri (eigentlich Khukuri). Ein Kukri ist ein äußerst robustes Arbeits- und Kampfmesser. Richtig angewendet, kannst du mit einem Kukri sogar einen Baum fällen und spalten.

Wenn du es auf die Spitze treiben willst, rüstest du deine Notfallausrüstung zusätzlich mit Axt und (Handketten)-Säge aus.

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Messer mit Feuerstein und Zündholz

Neben einem Taschenmesser gehört auch eine große Klinge mit Feuerstein zu unserem Notfall-Set.

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Outdoor-Kleidung

Mit guter Outdoor-Kleidung bist du auf alle klimatischen Bedingungen draußen bestens vorbereitet. Bei uns gehören Regenhose und Regenjacke, Daunen- und Softshell-Jacke sowie Bergwanderschuhe zur Standard-Bergausrüstung.

Merino-Pullis, Handschuhe, Mütze, lange (Merinowoll)-Unterwäsche und Sport-Sonnenbrille vervollständigen unsere Outdoor-Ausrüstung, die natürlich auch im Notfall zum Einsatz käme.

Nicht zu vergessen sind Mikrofaser-Handtücher, die kaum etwas wiegen und ideal für unterwegs sind.

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Signal-Geber

Für Bergtouren unerlässlich ist eine Signal-Pfeife, die bei gute Wanderrucksäcke sogar integriert ist. Klar, dass so etwas auch bei einer Ausrüstung für den Notfall nicht fehlen darf.

Auch ein Signal-Spiegel ist sinnvoll, um sich am Tag auf große Distanzen bemerkbar zu machen. Teuer, aber ideal für die Nacht, ist eine SOS-Signallampe. Das Notzeichen ist laut Hersteller bis zu elf Kilometer weit sichtbar.

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Kompass und Karten

Wer nicht Soldat bei der Bundeswehr oder viel weglos in den Bergen unterwegs ist, wird mit Kompass und Karte kaum etwas anfangen können. Für uns ist der Kompass zum Glück kein Buch mit sieben Siegeln – und gehört daher für uns definitiv zur Standard-Notfallausrüstung.

Fürs Smartphone kannst du dir auch detaillierte Offline-Karten (speziell fürs Gelände abseits der Straßen) runterladen. Hier kommen etwa Komoot oder alpenvereinaktiv.com in Frage.

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Alles fürs Übernachten im Freien

Mit Zelt, ISO-Matte und (gutem) Daunenschlafsack übernachtest du problemlos im Freien – selbst im tiefsten Winter. Richtig gute Ausrüstung kostet leider eine Menge Geld und lohnt sich nur, wenn du diese auch regelmäßig nutzt (etwa beim Camping oder Wandern) – oder wenn du ernsthaft an den ultimativen Weltuntergang glaubst (was wir nicht tun).

Wir legen bei unserer Ausrüstung – die regelmäßig im Einsatz ist – großen Wert auf das Gewicht. Daher nutzen wir in dem Bereich nur sehr hochpreisige Produkte, die im Einsatz auch halten, was sie versprechen. Gerade in diesem Bereich gilt: Wer billig kauft, kauft zweimal.

Daneben gehören etwa fünf Meter Schnur (die kannst du etwa als Wäscheleine nutze) und Panzerband zur Notfallausrüstung.

Zelt unter Polarlichtern
Wir sind seit Jahren mit dem Zelt unterwegs. Eine echte Not-Situation haben wir zum Glück noch nie erlebt. Im Fall der Fälle wären wir aber mit der passenden Ausrüstung darauf vorbereitet

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Dokumente, Kreditkarten, Bargeld und Münzen

Im Notfall solltest du immer alle wichtigen Dokumente (eventuell auch digitalisiert, etwa auf dem Smartphone) mit dir führen. Hier halten wir uns an die Empfehlung des BBK (hier nur ein Auszug):

Neben wichtigen Dokumenten solltest du natürlich alle Bank- und Kreditkarten, Bargeld und eventuell Münzen (gemeint sind Silber- und Goldmünzen) mit dir führen.

Survival-Guide: Dieses Buch könnte dein Leben retten

Kommt es doch hart auf hart, können wir dir den Survival-Guide von Colin Towell sehr ans Herz legen. Hier findest du viele Tipps, wie du in der Wildnis überlebst. Wir sind aber recht sicher: Wirklich brauchen wirst du diese Überlebenstipps in Deutschland nie.

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