Roadtrip durch Island (2): Aus dem Hochland in die Westfjorde

Roadtrip durch Island

Aus dem Hochland in die Westfjorde

Island ist das Traumziel vieler Urlauber. Vulkane, heiße Quellen, tosende Wasserfälle, schroffe Küsten, unberührte Natur und mit etwas Glück sogar Polarlichter. Unsere Reise führt uns in den Nationalpark Þingvellir, ins Geysir-Geothermalgebiet Haukadalur, zum Gullfoss, über die Hochlandstraße F35 ins Vulkangebiet Kerlingarfjöll, zum Godafoss, zum Basaltfelsen Hvítserkur und in die Westfjorde. Mit der Fähre setzen wir zur Halbinsel Snaefellsness über und erkunden den Snæfellsjökull-Nationalpark. Zum Schluss unserer Reise erkunden wir die Hraunfossar-Wasserfälle und fahren über die Hochlandstraße Kaldadalsvegur (550) nach Süden. Die letzte Station ist Islands Hauptstadt Reykjavík. Begleite uns auf einem unvergesslichen Roadtrip durch Island. Hier findest du übrigens noch mehr Sehenswürdigkeiten in Island.

Die Fotos in diesem Artikel wurden mit der Nikon D810 und der Canon EOS M50 geschossen. Was wir sonst noch so dabei haben auf unseren Wanderungen und Reisen? Hier geht es zu unserer Fotoausrüstung.

Anzeige Du kannst diese Route mit Island Pro Travel im Rahmen der Reise Zauberhafte Welten” nachfahren. Mit Icelandair kannst du auf dem Weg nach Kanada oder in die USA ohne Aufpreis einen Stopover mit bis zu sieben Nächten auf Island einlegen. Mietwagen für deine Island-Reise findest du bei Europcar Iceland.

Gefällt dir dieser Artikel? Dann unterstütze uns doch. Alle mit einem * markierten Links () sind Affiliate-Links. Bestellst du etwas über diesen Link, erhalten wir eine kleine Provision – am Preis ändert sich nichts. So können wir euch hoffentlich weiter begeistern.

Instagram | Facebook | Youtube | Twitter | Pinterest | Tripadvisor | Flipboard | Feedly | Bloglovin | RSS | Newsletter
 

 Island-Roadtrip Tag 4 Hveradalir und Glaumbær

Heute verlassen wir das Hochland wieder. Unsere Route führt uns zurück auf die F35 und nach Norden. Erster Stopp sind die sprudelnden Quellen von Hveravellir, die man über die F735, einen Abzweig der F35, erreicht. Ein Steg führt zwischen den heißen Quellen entlang. Es ist toll anzuschauen. Überall blubbert es und es stinkt nach faule Eiern. Schwefelgeruch. Das absolute Highlight ist der heiße Pool. Draußen ist es eiskalt das Wasser in dem Pool ist richtig heiß. Nach ein paar Minuten gewöhnt man sich an die Hitze und will überhaupt nicht mehr raus. Es hilft aber nichts, wir müssen weiter. Aus dem Wasser zu steigen ist aber überhaupt nicht schlimm. Wir trocknen uns ab, schlüpfen in unsere Klamotten und fühlen uns mollig warm. Wir folgen der F35 nach Norden und brettern immer wieder durch tiefe Pfützen. Unser weißer Kia sieht aus, als wäre er auf der Rally Paris-Dakar zum Einsatz gekommen.

Auto auf der F 35

Nach der Fahrt über die F 35 sieht das Auto nicht mehr ganz so frisch aus

Geothermalgebiet Hveravellir

Das Geothermalgebiet Hveravellir überrascht mit vielen abgefahrenen Formen und Farben

Heißer Pool

Der Pool ist super heiß – aber nach kurzer Zeit gewöhnt man sich daran

Vier Schafe von hinten auf der Straße

Schafe auf der Hochlandroute F 35

Empfehlenswerte Island-Reiseführer & Literatur

Am frühen Abend erreichen wir die 1834 gebaute Víðimýrarkirkja, eine der wenigen verbliebenen Torfkirchen in auf Island. Ganz in der Nähe liegt der bis in die 40er Jahre bewohnte Torfbauernhof Glaumbær, dessen Geschichte bis zum Jahre 1000 zurückreicht. Schon von außen sind die Häuschen schön anzusehen und in einige kann man sogar reinschauen. Der Zugang ins Hautgebäude kostet Eintritt. Das lohnt sich aber. Von außen total unscheinbar, bekommt man im Inneren einen tollen Eindruck davon, wie das Leben hier früher war.

Reiter im Hochland

Ein Reiter, der Schafe im Hochland zusammentreibt

Schaf-Porträt

Diese drei Schafe sind neugierig, wer ihnen denn da gegenübersteht mit dem komischen schwarzen Kasten in der Hand

Torfkirche Víðimýrarkirkja

Die Torfkirche Víðimýrarkirkja ist ein kleines Highlight auf unserem Roadtrip durch Island

Torfhaus in Glaumbær

Die Torfhäuser in Glaumbær leuchten im Sonnenlicht

Glaumbær Innenraum

Im Inneren gibt es einiges zu entdecken

Island-Roadtrip Tag 5 Goðafoss und Polarlichter

Wir blicken am Morgen aus dem Zelt der Himmel ist grau und wenig ansehnlich. Wir lassen uns noch ein wenig Zeit und brechen dann zum Goðafoss auf. Der Goðafoss gehört zu den Top-Attraktionen im Norden Islands. Dementsprechend viel los ist hier. Der Abstecher lohnt sich aber definitiv. Der Goðafoss ist ein echter Hingucker und immer ein Top-Fotomotiv. Wir verbringen Stunden hier. Nicht-Fotografen werden das kaum versehen, aber der Goðafoss bietet unglaublich viele Motive und das sich ständig ändernde Licht bringt Spannung in die Fotos.

Ringstraße Island

Die Ringstraße windet sich durch die Landschaft. Einen schöneren Roadtrip kann es kaum geben

Flo im Einsatz am Goðafoss

Wir erreichen den Goðafoss. Ohne Stativ geht hier nichts

Goðafoss im Morgenlicht

Der Goðafoss im schönsten Morgenlicht

Goðafoss

Wir verbringen Stunden am Goðafoss. Die Auswahl an verschiedenen Perspektiven ist schier unendlich

Blick auf den Goðafoss

Biggi genießt den Blick auf den Goðafoss

Wir fahren weiter gen Westen. Auf dem Weg in die Westfjorde umrunden wir die Halbinsel Skagi auf der Straße 745. Die Landschaft ist auch hier atemberaubend. Am Abend gabeln wir einen Bauersjungen auf, den wir ein Stück weit mitnehmen. Er muss sich um ein paar entlaufene Pferde kümmern. Ohne uns hätte der Bub einen langen Fußmarsch vor sich gehabt. Der Sonnenuntergang an der Küste ist überwältigend. In der Ferne sehen wir die Silhouette der benachbarten Westfjorde im Licht der untergehenden Sonne.

Drangey

Blick auf die unbewohnte Insel Drangey, deren Felswände 180 Meter in die Höhe ragen

Wasserfall an der Steilklippe

Ein Wasserfall, der ins Meer stürzt

Zwei Pferde auf Island

Pferde gehören zu Island wie der Regen

Leuchtturm Kálfshamarsvík

Der 1940 gebaute Leuchtturm von Kálfshamarsvík im Licht der untergehenden Sonne

Spät in der Nacht erreichen wir den Basaltfelsen Hvítserkur. Der Himmel ist sternenklar. Sehen wir heute etwa Polarlichter? Wir wandern zum Aussichtspunkt und blicken in die dunkle Nacht. Und tatsächlich, am Himmel flackern grüne Lichter, die in den nächsten Minuten immer stärker werden. Wir schauen wie gebannt nach oben und vergessen alles um uns herum. Wir hatten schon vor Jahren auf den  Lofoten das Glück, Polarlichter zu sehen. So hell und klar zu erkennen wie diese waren die Nordlichter damals aber nicht. Wir steigen in der Dunkelheit den steilen Weg zum Strand hinab. Hier haben schon einige Fotografen ihre Stative aufgebaut und blicken wie wir nach oben. Wir bleiben noch lange am Strand, bis aufziehende Wolken dem Himmelsspektakel ein Ende bereiten.

Polarlichter über dem Hvítserkur

Polarlichter erleuchten den Himmel über dem Hvítserkur

Polarlichter über dem Hvítserkur

Auch vom Strand hat man einen tollen Blick auf den Hvítserkur und die Polarlichter

Island-Roadtrip Tag 6 Fahrt nach Ísafjörður

Die Nacht im Zelt ist kurz – ein magisches Morgenrot lockt uns aus den warmen Schlafsäcken. Am Basaltfelsen Hvítserkur warten mit uns schon einige Fotografen auf den Sonnenaufgang. Die ersten Sonnenstrahlen scheinen durch die Bögen des Basaltfelsens – es ist ein Spektakel.

Sonnenaufgang am Hvítserkur

Die Sonne scheint durch den Felsdurchbruch. Darauf hatte ich gewartet

Hvítserkur im Morgenlicht

Der Basaltfelsen Hvítserkur im Licht der Morgensonne

Auf dem Weg in die Westfjorde stoppen wir an der alten Festung Borgarvirki, die auf einen Berg aus erstarrter Lava gebaut wurde. Viel ist von der alten Anlage nicht mehr zu sehen, die Aussicht ist aber grandios.

Schotterstraße in schöner Landschaft

Auf dem Weg zur Festung Borgarvirki

Festung Borgarvirki

Von der alten Festung Borgarvirki hat man einen fabelhaften Rundumblick

In Hvammstangi füllen wir unsere Vorräte auf. Wer Lust und Zeit hat, kann hier eine Seelöwen-Bootstour buchen oder den Fabrikverkauf von Kidka besuchen. Das Besondere ist, dass du hier durch die Produktionsanlage laufen und du dir alles anschauen kannst. Klar ist ein echter Island-Pulli deutlich teurer als ein Pulli aus Fernost – aber dafür stimmt die Qualität. Und die Wolle kommt garantiert von den Island-Schafen, die überall auf der Insel umherlaufen. Die isländische Umsatzsteuer gibt‘s dann übrigens bei der Ausreise am Flughafen zurück.

Produktionshallen Kidka

Bei Kidka kann man in die Produktionshallen schauen

Wir fahren auf der Straße 68 immer tiefer in die raue Welt der Westfjorde hinein und kommen dann auf die 61. Die Landschaft ist schön, aber anfangs noch nicht besonders spektakulär. Das ändert sich, je weiter wir vorankommen. Die Strecke zieht sich aber – immerhin müssen wir jeden Fjord komplett umrunden. Brücken, die die Ufer verbinden, gibt es nicht. In der Ferne stehen einige Autos am Straßenrand. In der Landschaft sind Menschen und Reiter unterwegs, die Hunderte Schafe vor sich hertreiben. Im September werden auf Island die Schafe zusammengetrieben. Ein Spektakel, dass man einmal im Leben sehen sollte.

Biggi am Strand

Es gibt auch weiße Strände auf Island. Das Wasser hat aber keine Badetemperatur

Schaftrieb auf Island

Im September werden die Schafe in Island zusammengetrieben

Landschaftsbild Island mit Wolken

An einem Aussichtspunkt direkt an der Straße tut sich diese atemberaubende Kulisse auf

Den Tag lassen wir in Ísafjörður ausklingen. Die Stadt ist mit ihren 2600 Einwohnern das wirtschaftliche Zentrum der Westfjorde. Der Hafen im Abendlicht ist ein tolles Fotomotiv. Besonders schön ist das Westfjord History Museum mit den alten Häuser. Leider sind wir zu spät, um noch hineinzuschauen. Im Restaurant Tjöruhúsið gibt’s übriges Fischsuppe, um die sich die Besucher reißen.

Hafen von Ísafjörður

Der Hafen von Ísafjörður im Abendlicht

Den Sonnenuntergang bewundern wir am Leuchtturm über Bolungarvik. Kurz vorher befindet sich außerdem das kleine Maritimmuseum Ósvör, das man zu so später Stunde kostenlos besuchen kann. Die Straße endet übrigens am Leuchtturm. Man kann zwar noch ein Stück mit dem Auto entlangfahren, sollte das aber besser sein lassen. Die Küstenstraße wurde schon lange aufgegeben und durch einen Tunnel ersetzt. Zum Teil ist die Straße ins Meer gestürzt zum Teil liegen riesige Felsbrocken auf der Straße. Wir sind froh, dort wieder unbeschadet rauszukommen.

Bolungarvik Leuchtturm

Hier am Leuchtturm von Bolungarvik bewundern wir den Sonnenuntergang

Wir übernachten abseits der Zivilisation am Ende der Straße 630. Hier gibt es einen kostenlosen und quasi naturbelassenen Campingplatz in grandioser Kulisse.

Zelt unter Polarlichtern

Unser Nachtlager. Ein paar Polarlichter gibt’s auch

Island-Roadtrip Tag 7 Dynjandifoss

Nach einem kalten Bad im Bach fahren wir wieder aus dem Tal – aber nicht, ohne die Straße hinauf zum 625 Meter hohen Bolafjall zu fahren. Hier oben steht eine riesige Radaranlage, die einst im Kalten Krieg von den Amerikanern genutzt wurde. Heute nutzt die Küstenwache die Anlage. Der Blick aufs Meer und auf die umliegenden Fjorde ist den Abstecher definitiv wert.

Frühstück

Frühstück bei den Phototravellers. Das gab es fast zwei Wochen am Stück.

Bolafjall

Blick vom Bolafjall

Unser Roadtrip führt uns weiter zum mächtigen Dynjandifoss. Auf dem Weg machen wir am Fluss Gljufura Halt. Von der Straße sehen wir einen schönen Wasserfall, der von den meisten Autofahrern einfach übersehen wird.

Wasserfall am Gljufura

Der Wasserfall am Fluss Gljufura ist ein echter Geheimtipp

Klar, der Dynjandifoss ist imposanter und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf den Westfjorden. Der Weg hinauf zu dem riesigen Wasserfall ist gut ausgebaut. Der Anblick auf diese riesigen Wasserfront ist überwältigend.

Dynjandi Foss

Der Dynjandi Foss in seiner vollen Pracht

Dynjandi Foss mit Person davor

Ein Mensch ist winzig im Vergleich zu dem riesigen Wasserfall

Vom Dynjandifoss haben wir noch eine lange Fahr bis an den äußersten Zipfel der Insel, Látrabjarg. In den warmen Sommermonaten nisten Hunderttausende Vögel in den Steilklippen, auch viele Papageientaucher. Mitte September sind hier aber nur noch ein paar Möwen zu sehen. Auf dem Weg stoppen wir am  Birkimelur Swimming Pool. (GPS: N 65 31.182, W 23 24.321 Google Maps). Das ist ein Pool, der von heißem Wasser gespeist wird. Wird sind am Abend ganz alleine und genießen trotz Regen das Bad im heißen Wasser.

Birkimelur Swimming Pool

Es blubbert im Birkimelur Swimming Pool

Die weitere Streckenführung ist spektakulär. Die Straße führt zum Teil hoch über dem Meer in den imposanten Bergen entlang. Zu sehen gibt‘s unter anderem das Wrack der Garðar BA 64, dem ältesten Stahlschiff Islands (1981 an Land gebracht) und einer DC3, die beim Museum Minjasafn Egils Ólafssonar að Hnjóti (GPS: N 65 33.767, W 24 09.455 Google Maps) steht.

Garðar BA 64

Das Wrack der Garðar BA 64

DC-3

Eine DC-3 im Museum Minjasafn Egils Ólafssonar að Hnjóti

Das kannst du noch auf Island erleben

Hier findest du unseren ganzen Roadtrip durch Island

Das ist Teil 2 unseres Island-Roadtrips. Mehr erfährst du hier in Teil 1 Von Reykjavík ins Hochland“, in Teil 3 Von den Westfjorden auf die Halbinsel Snaefellsness” und in Teil 4 Top-Sehenswürdigkeiten in Reykjavík“.

Empfehlenswerte Island-Reiseführer & Literatur

Deine Meinung ist uns wichtig

Du warst auch schon auf Island? Was hat dir dort am besten gefallen? Haben wir einen Ort vergessen, den man unbedingt gesehen haben muss? Hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns!

Psssst, schau mal, das könnte dich interessieren

 
Ebooks
Fotokurse
Fotoreisen
Fotogalerien
Tipps Landschaftsfotos
Kamera Kaufberatung
Kreditkarten im Test
Reisestative Empfehlungen
Drohnenversicherung
 

Jetzt anmelden: Der Newsletter für Abenteurer und Fotografen

Begleite uns auf unseren Abenteuern rund um die Welt

Spannende Reisereportagen, spektakuläre Wanderungen und nützliche Foto-Tipps direkt in dein Postfach! Melde dich  hier kostenlos an. Als Abonnent hast du außerdem die Chance auf tolle Preise.

2 replies

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *