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Rom: Das Kolosseum – eines der sieben Weltwunder der Neuzeit

Das Kolosseum von Rom ist ein Bauwerk der Superlative: Das größte Amphitheater der Welt bot Platz für 50.000 Zuschauer. Noch heute ist es die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Italiens.

Das Kolosseum ist das Wahrzeichen Roms und zieht die Menschen seit vielen Jahrhunderten in seinen Bann. Ich nehme dich heute mit auf die faszinierende Geschichte des Kolosseums und verrate dir alles Wissenswerte über diese Sehenswürdigkeit.

Glaub mir, danach möchtest du auch unbedingt die anderen Sehenswürdigkeiten Roms sehen. Du hast nur ein langes Wochenende für die Stadt Zeit? Kein Problem, wir haben für dich Rom in drei Tagen.

Aktualisiert am 05.08.2022

Eines der sieben Weltwunder

Der Besuch des Amphitheatrum Flavium ist das Highlight einer jeden Rom-Reise. Seine antike Bezeichnung leitet sich von den Kaisern der flavischen Dynastie ab, in deren Herrschaftszeit das Bauwerk errichtet wurde. Und bevor du dich jetzt anfängst zu wundern: Du wirst das Amphitheater unter dem Namen Kolosseum kennen. Dieser kommt vermutlich daher, dass sich einst eine Kolossalstatue des Kaisers Nero neben der Arena befand.

Das Kolosseum ist wahrlich ein Bauwerk der Superlative: Das größte Amphitheater der Welt bot Platz für 50.000 Zuschauer und ist auch heute noch die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Italiens. Es ist das Wahrzeichen Roms schlechthin und zieht die Menschen seit vielen Jahrhunderten in seinen Bann, was auch eine antike Prophezeiung bestätigt: „Solange das Kolosseum steht, wird Rom stehen. Solange Rom steht, wird die Welt bestehen.“ Kein Wunder, dass es zu einem der sieben Weltwunder der Neuzeit gewählt wurde.

Tipp: Um Rom und die vielen tollen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden, empfehlen wir dir den Go City Pass Rom (hier bestellen*).

Das Kolosseum – eines der sieben Weltwunder der Neuzeit
Das Kolosseum – eines der sieben Weltwunder der Neuzeit

Geschichte des Kolosseums

Im Jahre 72 nach Christus wurde mit dem Bau des Kolosseums im Auftrag von Kaiser Vespasian begonnen. Schon acht Jahre später weihte es sein Sohn Titus mit hunderttägigen Spielen ein. Um die Eröffnung gebührend zu feiern, fanden hier Gladiatorenkämpfe, nachgestellte Seeschlachten und grausame Tierhetzen statt, denen rund 5.000 Tiere zur Unterhaltung der Zuschauer zum Opfer fielen.

Fortan war das Kolosseum jahrhundertelang ein blutiger Austragungsort für brutale Gladiatoren- und Tierkämpfe. Am beliebtesten waren die Zweikämpfe zwischen exotischen Tierarten wie Löwen, Hyänen oder sogar Krokodilen. Umstritten ist, ob in der Arena auch christliche Märtyrer hingerichtet wurden.

Erst nach der Christianisierung des Römischen Reiches wurden 438 zunächst die Gladiatorenkämpfe verboten, die letzte Tierhetze fand im Jahr 523 statt. Im 6. Jahrhundert verlor das Bauwerk somit an Bedeutung, Rom war indes von Kriegen verwüstet und auch bevölkerungstechnisch sehr stark geschrumpft. Einige der verbliebenen Stadtbewohner nutzten die Arkaden und Gänge des Kolosseums sogar als Wohnraum.

Die Erdbeben von 847 und 1349 beschleunigten den Zerfall des Bauwerks. Im Mittelalter diente das Kolosseum sogar als Steinbruch für die Päpste und herrschende Familien. So wurde unter anderem der Petersdom mit Steinen des Bauwerks errichtet. Dies änderte sich erst im 18. Jahrhundert durch Papst Benedikt XIV., der den Ort zur geweihten Märtyrer-Stätte erklärte und den Erhalt des Kolosseums anordnete.

So wurde es zu einem Paradebeispiel römischer Baukunst und zieht seitdem Besucher aus aller Welt an. Seit dem 19. Jahrhundert wurde das Kolosseum auch archäologisch erforscht, um mehr über das Amphitheater und die Bautechnik der Römer zu erfahren.

Wenn du heute von der Piazza Venezia – dort steht die berühmte Schreibmaschine – zu Fuß zum Kolosseum gehst, hast du auf der imposanten Allee schon von Weitem einen tollen Blick auf das Bauwerk.

Diese Straße ist allerdings Fluch und Segen zugleich (Achtung, jetzt wird es zynisch): Für die Sichtachse kannst du dich bei Benito Mussolini bedanken. Von Größenwahn und Machtgier getrieben ließ er die besagte Prachtstraße Via dell’Impero, die heutige Via dei Fori Imperiali, errichten, die direkt auf das Kolosseum zuläuft und das Bauwerk so in den Mittelpunkt rückt.

Für die Verwirklichung großer Militärparaden nahm er auch in Kauf, dass beim Bau der Straße viele antike Relikte einfach zerstört wurden. Seit den 1980er-Jahren wird deshalb auch diskutiert, die Via dei Fori zu sperren oder gar abzubauen.

Zurück zum Kolosseum: Die beeindruckende Ruine des Amphitheaters ist als das Wahrzeichen Roms zum Symbol für die ganze Stadt geworden und wird täglich von Tausenden von Touristen besucht – zumindest in coronafreien Zeiten. Seit 1999 ist es zudem ein Mahnmal gegen die Todesstrafe: Immer wenn ein Todesurteil ausgesetzt wird oder ein Land die Todesstrafe abschafft, wird das Kolosseum 48 Stunden lang in bunten Farben beleuchtet.

Jetzt wollen wir das besondere Bauwerk bei einem Rundgang genauer unter die Lupe nehmen – es lohnt sich!

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Das Kolosseum – eine architektonische Meisterleistung der Antike

Von der Via dei Fori Imperiali kannst du die Dimensionen des Bauwerks am besten auf dich wirken lassen, denn nur auf dieser Seite ist die fast 50 Meter hohe Fassade mit ihren vier Geschossen komplett erhalten.

Ein ausgeklügeltes System mit sage und schreibe 80 Eingängen ermöglichte es einst den Zuschauern, die Arena innerhalb von wenigen Minuten zu betreten beziehungsweise wieder zu verlassen. Damit dient das Kolosseum als Vorbild für den Bau moderner Stadien. Der Eintritt zu den Spielen war im antiken Rom übrigens frei. Heutzutage solltest du dich auf deutlich längere Wartezeiten einstellen und deinen Geldbeutel nicht vergessen.  

Das Kolosseum in seiner ganzen Pracht – von dem Fotospot scheinen sogar Möwen begeistert zu sein
Das Kolosseum in seiner ganzen Pracht – von dem Fotospot scheinen sogar Möwen begeistert zu sein

Unser Rundgang im Kolosseum beginnt auf der zweiten Etage von insgesamt vier Stockwerken. Gesessen wurde bei den Veranstaltungen nach sozialem Status: Während der Kaiser eine eigene Loge besaß und die Senatoren in der ersten Reihe saßen, mussten sich ärmere Bürger mit Plätzen in oberen Rängen zufriedengeben. Frauen der untersten Schicht mussten sich sogar mit Stehplätzen auf einer Holzkonstruktion auf dem vierten – dem obersten – Geschoss begnügen.

Apropos viertes Stockwerk: Dort wurde an besonders heißen Tagen ein riesiges Velarium – ein ringförmiges Sonnensegel – befestigt, um die Zuschauer auf den Rängen vor der Sonne zu schützen. Wieder einmal erstaunlich, wie fortschrittlich die Römer vor fast 2000 Jahren schon gedacht haben, oder?

Ludi incipiant – Mögen die Spiele beginnen

Bei einem Blick auf das „Spielfeld“ wunderst du dich vielleicht, wie in dem verwirrenden Tunnelsystem Gladiatorenkämpfe stattfinden konnten. Was du siehst, ist das sogenannte Hypogeum,wo sich der Kerker für die zum Tode Verurteilten, der unterirdische Zugang von der benachbarten Gladiatorenkaserne, Käfige für wilde Tiere und komplexe Einrichtungen wie Falltüren und Aufzüge befanden.

Darüber lagen damals Holzbohlen, auf denen Sand aufgestreut und die verschiedenen Kämpfe veranstaltet wurden. Durch eine raffinierte Aufzugtechnik wurden Tiere sowie aufwendige Kulissen in die Arena befördert. Zur Überraschung der Zuschauer konnte sich die Bühne sogar in komplette Wald- oder Wüstenlandschaften verwandeln.

Mit den Vorführungen wollte der Kaiser seine Untertanen bei Laune halten – ganz nach dem Motto „Brot und Spiele“. An Entertainment waren die Spiele im Kolosseum kaum zu überbieten – an Grausamkeit allerdings auch. Diese faszinierende Reise durch die Zeit wirst du auf jeden Fall nicht so schnell vergessen.

Wie du siehst, gibt es auf einem Rundgang viel zu entdecken. Um es mit einem Zitat aus dem Film Gladiator auszudrücken: „Du solltest das Kolosseum sehen!“ 

Das Kolosseum innen
Hier sieht man das Hypogeum mit seinen verwinkelten Tunneln – bei der unteren Hälfte ist die damalige Holzbeschichtung nachgestellt

Weitere Tipps für deine Besichtigung

Wenn du wie ich immer auf der Suche nach tollen Fotomotiven bist, schaue auch mal durch die Bögen nach außen. Hier hast du einen schönen Blick auf die ein oder andere Sehenswürdigkeit in der Umgebung, zum Beispiel den Konstantinsbogen auf dem Vorplatz des Kolosseums.

Wenn du weitere spannende Orte in der italienischen Hauptstadt entdecken möchtest, ist Paulines Artikel über → Rom genau die richtige Lektüre für dich.

Für Hobby-Archäologen gibt es zudem im zweiten Stock eine Ausstellung, wo du nicht nur Relikte des Amphitheaters bestaunen kannst, sondern auch mehr über die alltäglichen Veranstaltungen im Kolosseum erfährst.

Und zuletzt noch ein kleiner Hinweis: Für die Besichtigung der obersten Geschosse und/ oder der Kellerräume des Kolosseums musst du jeweils eine zusätzliche Tour mit Guide buchen.

Der imposante Konstantinsbogen auf der Piazza del Colosseo
Der imposante Konstantinsbogen auf der Piazza del Colosseo

Beste Besuchszeit

Ich würde es dir empfehlen, das Kolosseum morgens zu besichtigen, wenn die Warteschlangen am kürzesten sind. Zu Stoßzeiten musst du viel Geduld mitbringen, denn es dürfen sich gleichzeitig höchstens 3000 Besucher im Innenraum aufhalten.

Um Zeit zu sparen, kannst deine Tickets auch bereits vorab online kaufen, dann musst du dich nur einmal zur Sicherheitskontrolle anstellen.

Für deinen Besuch solltest du etwa 1 bis 2 Stunden einplanen – je nachdem wie viele Fotopausen und Zwischenstopps du einlegst.

Zahlen & Fakten über das Kolosseum

Na? Lust auf Rom bekommen? Ich hoffe mein Rundgang durch das Kolosseum hat dir richtig gut gefallen. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht dich mitzunehmen. Schreib mir gerne einen Kommentar wie dir der Artikel gefallen hat und ansonsten erzähl mir gerne wie dir Rom gefallen hat.

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