Skiathos Sehenswürdigkeiten – 10 Geheimtipps 2026

↻ 6. Juli 2026
Der Alte Hafen von Skiathos-Stadt zählt zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Insel

Skiathos ist die einzige Sporadeninsel mit eigenem Flughafen. Das macht sie zur meistbesuchten – und genau das ist ihr größtes Problem. Im Sommer drängen sich Chartermaschinen und Planespotter an der 1.628 Meter langen Landebahn. Aber Skiathos kann mehr als spektakuläre Landeanflüge. Und ja: Ein Teil von „Mamma Mia!“ wurde hier gedreht – aber davon gleich mehr.

48 Quadratkilometer, über 60 Sandstrände, Pinienwälder, die bis ans Wasser reichen. Im Kloster Evangelistria wurde 1807 zum ersten Mal die griechische Flagge gehisst. Und auf einem Felsenkegel über der Nordküste thront Kastro: ein mittelalterliches Geisterdorf, seit dem 18. Jahrhundert verlassen.

Wer auf Skiathos nur zum Baden kommt, verpasst die Highlights. Ich zeige dir, welche Sehenswürdigkeiten sich wirklich lohnen – von der Altstadt bis zur schwer zugänglichen Nordküste.

Die mit * markierten Links sind Affiliate-Links. Wenn du darüber kaufst, bekommen wir eine Provision – für dich entstehen keine Extrakosten! Danke für deine Unterstützung.

Skiathos auf einen Blick: Fakten, Anreise & Reisetipps

Lage: Skiathos liegt in der Inselgruppe der Sporaden im nördlichen Ägäischen Meer gut 130 Kilometer nördlich von Athen

Must-See: Skiathos-Stadt (Chora) mit Bourtzi-Festung · Alter Hafen als Mamma-Mia-Drehort Kastro · Kloster Evangelistria

Zeitbedarf: Minimum 3 Tage; ideal 5 Tage für Chora, Kastro, Kloster, die schönsten Strände ohne Hetze.

Fortbewegung: Der Linienbus entlang der Südküste hält an 26 Strandabschnitten. Für die Nordküste brauchst du dagegen ein Boot, einen Roller oder ein Auto. Bootstaxis und Ausflugsschiffe starten direkt am Alten Hafen.

Anreise: Per Flugzeug direkt nach Skiathos (JSI) von Deutschland aus ca. 2,5 Stunden. Mit der Fähre ab Volos in rund 2 bis 3 Stunden, ab Agios Konstantinos in ca. 2 Stunden

Beste Reisezeit: Mai/Juni + September/Oktober: grün, warm, kaum Betrieb, ideale Bedingungen zum Erkunden der Insel. Den Juli und August solltest du meiden, denn Skiathos gehört dann zu den meistbesuchten Inseln Griechenlands

Tagesbudget: Skiathos ist teuer. Gute Unterkünfte ab 90 bis 120 Euro pro Nacht je nach Saison. Wer isst, trinkt und einen Bootsausflug einplant, kommt als Paar mit rund 180 bis 200 Euro durch

1. Skiathos-Stadt (Chora) – Das weiße Labyrinth mit den drei Häfen

Skiathos-Stadt, von Einheimischen schlicht Chora genannt, wächst einen Hügel hinauf und wird unten von zwei Häfen eingerahmt: dem alten mit Fischerbooten und Ausflugsschiffen sowie dem neuen Fähr- und Jachtanleger. Weiß getünchte Mauern mit roten Ziegeldächern entfalten eine fast nüchternere, eigenständige Ästhetik. Als fester Blickfang dient die bewaldete Halbinsel Bourtzi, die wie ein grüner Riegel vor dem Hafen liegt.

Als wichtigste Achse der Stadt fungiert die nach dem berühmten Prosa-Schriftsteller benannte Papadiamanti Street. Die lebendige Fußgängerzone führt die meisten Urlauber vom Hafen leicht bergauf und verzweigt sich im Verlauf in das Gassengewirr der Chora. Zwischen Keramikläden, Olivenholz-Boutiquen und Tavernen geht es langsam voran, denn überall warten kleine Patios und Plätze, die zum Verweilen einladen.

In einer engen Gasse nahe dem östlichen Hafen, keine 80 Meter vom Wasser entfernt, steht das Wohnhaus von Alexandros Papadiamantis. Der bekannteste Sohn der Stadt wurde 1851 auf Skiathos geboren und fand hier im Jahr 1911 seine letzte Ruhestätte. In Griechenland gilt er als erster großer moderner Prosaautor des Landes: Ein Flughafen, Straßen und Schulen im ganzen Land tragen seinen Namen.

Das zweigeschossige Haus aus dem Jahr 1860 dient heute als Museum. Im Obergeschoss steht der Schreibtisch mit Tintenfass und Federkiel, unverändert. Hier entstanden die meisten seiner 180 Kurzgeschichten, von denen zu seinen Lebzeiten keine einzige im Druck erschien. Unten zeigt eine Ausstellung Manuskripte, Briefe und Fotografien, ein kleiner Shop verkauft übersetzte Ausgaben. Geöffnet von Dienstag bis Sonntag, 9–13 Uhr und 17–20 Uhr; montags geschlossen. Eintritt: 2 Euro.

Zehn Gehminuten bergauf, an der Kirche Agios Nikolaos, öffnet sich der beste Panoramablick der ganzen Stadt: Der Hafen und die vorgelagerten Inseln fügen sich zu einem außergewöhnlichen Panorama. Die Halbinsel Bourtzi selbst hat eine lange Geschichte: 1207 befestigten sie die venezianischen Brüder Gyzi, mittlerweile beherbergt sie das neben einige Lokalen auch das Museum für Maritime und Kulturelle Tradition von Skiathos.

Gegründet 2015 im Gebäude der ersten Grundschule der Insel können vor Ort 600 Exponate in Augenschein genommen werden: Schiffbauwerkzeuge, Blaupausen, Gemälde des 19. Jahrhunderts dokumentieren zwei Jahrhunderte Seefahrtgeschichte. Das Gelände ist jederzeit kostenlos zugänglich; Kulturzentrum und Freilichttheater öffnen im Hochsommer täglich 10–14 Uhr und 18–22 Uhr.

Mein Tipp: Mit dem Auto erreichst du die Altstadt nicht, parke daher kostenlos beim Hotel Skiathos Somnia oder am Friedhof an der Straße Agiou Fanouriou. Zu Fuß erkundest du die Chora am besten vor 9 Uhr, wenn nur einige Lieferanten unterwegs sind. Für das pulsierende Nightlife empfehle ich dir Kirkis Cocktail Bar und Danny & Zoe’s Blind Dog (Top-Liveacts).

Für Abendessen mit Meerblick in drei Richtungen ist das Restaurant Bourtzi auf der Halbinsel die richtige Adresse. Und halt zwei Gassen neben dem Papadiamantis-Haus Ausschau nach dem Zacharoplasteio mit hausgemachter Galaktoboureko und frischen Loukoumades.

2. Planespotting am Flughafen – Das lauteste Schauspiel der Insel

Keine andere Sehenswürdigkeit auf Skiathos ist so unvermutbar nah. Der Flughafen Alexandros Papadiamantis, eröffnet 1972, hat eine der kürzesten Startbahnen Europas: gerade 1.628 Meter, beidseitig vom Meer begrenzt. Wer landen will, kommt über Wasser herein und setzt fast sofort auf. Die Maschinen passieren dabei die öffentliche Straße am südlichen Bahnende in zehn bis zwanzig Metern Höhe – ein Paradies für Planespotter aus aller Welt. Eine Ampelanlage sperrt die Straße, sobald ein Flugzeug einbiegt; wer auf der falschen Seite steht, wartet.

Die Warnschilder solltest du aber nicht ignorieren. Beim Start rollen die Maschinen fast die gesamte Bahn ab, drehen meistens am nördlichen Ende und steigen mit vollem Schub über den Strand. Der Kick ist für viele direkt hinter einer startenden Maschine zu stehen und den Jetblast zu spüren. Aber Vorsicht: Nicht selten wirbeln Kieselsteine durch die Luft. Auch Kopfbedeckungen sind nicht sicher, meine Sonnenbrille wurde leider auch nie mehr gesichtet.

Der beste Beobachtungsspot liegt direkt am südlichen Bahnende rund zehn Gehminuten vom Neuen Hafen. Direkt daneben steht das Amaretto Café Snack Bar: Getränke, Schatten, und an der Wand ein Bildschirm mit dem Flightradar24-Livefeed, der alle geplanten Ankünfte und Abflüge zeigt. Wer mag, kauft am Tresen den lokalen Schlüsselanhänger – „I survived the Skiathos jet blast“ – und trinkt dabei seinen Kaffee mit Blick auf die Bahn.

Am anderen Ende der Bahn, nördlich des Terminals, liegt der Xanemos Beach. Als Badeplatz ist die rund 300 Meter lange mit Sand und Kies versetzte Bucht nicht sonderlich schön. Wer aber auf startende Maschinen nur wenige Meter über dem Kopf steht, der ist hier genau richtig. Eine saisonale Beach Bar vermietet Liegen, ein Rettungsschwimmer ist im Hochsommer vor Ort. Die Zufahrt erfolgt über den Ort Xanemos auf der östlichen Seite der Landebahn.

Mein Tipp: Prüfe die Flugpläne auf der Seite des Flughafens (Website) vorab und plane den Besuch an einen stark frequentierten Tag (vornehmlich von Freitag bis Sonntag). Den Spotting-Stopp am südlichen Ende kombinierst du mit einem Morgenbad am Xanemos Beach.

Lust auf mehr Sporaden-Feeling? Hier zeige ich dir die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Skopelos

3. Kloster Evaggelistrias – Wo Griechenlands Flagge zum ersten Mal gehisst wurde

Rund fünf Kilometer nördlich von Skiathos-Stadt steht das Kloster Moni Evangelistrias. Es wurde zwischen 1794 und 1806 auf einem bewaldeten Hügel auf 200 Metern Höhe erbaut. Im Jahr 1807 spielte sich hier Geschichtsträchtiges ab: Freiheitskämpfer, darunter Theodoros Kolokotronis, versammelten sich im Kloster und schworen den Eid auf eine neu entworfene griechische Unabhängigkeitsflagge – ein weißes Kreuz auf hellblauem Grund, gewoben auf einem Webstuhl vor Ort. Der Webstuhl steht noch immer im kleinen Kirchenmuseum, das Original befindet sich in Athen.

Das Museum zeigt außerdem liturgische Gewänder, Manuskripte aus dem 17. Jahrhundert, Evangelien aus dem 18. Jahrhundert und silberne Kreuze. Der Klosterladen verkauft Honig, Kräuterprodukte und Wein aus eigener Produktion, darunter den klostereigenen Rotwein Alypiakos. Das Evangelistrias ist das einzige dauerhaft von Mönchen bewohnte Kloster der Insel.

Die Öffnungszeiten reichen täglich von 8 bis 12 Uhr und von 16 bis 20 Uhr. Der Zutritt ist kostenlos, der Museumsbesuch kostet 2 Euro. Schultern und Knie müssen bedeckt sein; Tücher hängen am Eingang bereit. Im Sommer fahren Minibusse vom Busbahnhof Skiathos-Stadt zum Kloster für rund 2 Euro, stündlich von 9 bis 13 Uhr. Mit dem Pkw oder Moped ist das Kloster in 15 Minuten erreichbar, Parkplatz direkt am Eingang. Nach deiner Besichtigung solltest du einen Stopp im darüberliegenden Athos Cafe einplanen: Der wunderschöne Garten mit Panoramablick ist herausragend.

Mein Tipp: Rund 2,5 Kilometer südlich liegt die Parissis Winery, das einzige kommerzielle Weingut der Insel. Verkostungen täglich ab 10:30 Uhr bis 21 Uhr, Terrasse mit Blick auf Skiathos-Stadt und den Hafen. Der perfekte Halbtagesausflug könnte folgendermaßen aussehen: Kloster morgens, Weinprobe mit Mittagsblick auf die Bucht, Rückfahrt über die Nordküste am Nachmittag.

4. Das Kastro – Die alte Hauptstadt auf einem Felsenkegel

Im 14. Jahrhundert verlegten die Bewohner von Skiathos ihre Siedlung an einen Ort, den kein Piratenschiff ohne Vorwarnung erreichen konnte: einen senkrecht ins Meer abfallenden Felsvorsprung an der Nordküste. Kastro war von 1360 bis 1829 die einzige befestigte Siedlung der Insel mit phasenweise über 300 Häuser, rund 30 Kirchen, bis zu 1.500 Einwohner. Drei Seiten fielen direkt ins Meer, die vierte schützten Mauern, Zinnen und Kanonen. Als die Piratengefahr nach 1829 nachließ, zogen die Menschen nach und nach in Richtung Skiathos-Stadt.

Heute führt eine neue Steinbrücke über die Schlucht, die früher eine Zugbrücke überquerte. Auf dem Areal stehen restaurierte Kapellen mit post-byzantinischen Fresken, Steinhäuser, ein kleiner Brunnen sowie eine Kanone. Die wichtigste erhaltene Kirche ist Christos sto Kastro mit Fresken aus dem 17. Jahrhundert, die trotz Jahrhunderten Leerstand überraschend gut erhalten sind.

Zu erreichen ist Kastro per Boot ab dem alten Hafen oder zu Fuß über den Wanderweg von Evangelistrias: sechs Kilometer durch Pinienwald, auch für Gelegenheitswanderer machbar, mit Ausblicken auf die Nordküste. Mit dem Mietfahrzeug erreichst du den Parkplatz auf dem Bergkamm oberhalb von Kastro über eine befestigte, aber mit spitzen Steinen gepflasterten Piste (Allrad empfehlenswert).

Von hier aus wanderst du bergab vorbei an der liebevoll in Szene gesetzten Snackbar Ourania’s Place. Unten in der Bucht liegt der Kastro Beach: Kiesel, Wasser zwischen Türkis und Tiefblau, eine kleine Taverne mit wechselndem Angebot und oft mit Ausflugsbooten überbelegt.

5. Die schönsten Strände auf Skiathos – 60 Buchten zwischen Pinien und Ägäis

Skiathos hat mehr als 60 Strände auf gerade mal 48 Quadratkilometern, was außergewöhnlich für eine Insel dieser Größe ist. Zu den beliebtesten Badebuchten zählen folgende Strände:

Koukounaries, am westlichen Ende der Südküste, ist der bekannteste. Goldweißer Sand auf gut 1.200 Metern, türkisblaues Wasser, Pinienwald direkt dahinter. Im Juli und August aber so überlaufen, dass du vor 10 Uhr da sein solltest, wenn du noch einen Platz haben willst. Direkt hinter dem Strand liegt das Feuchtgebiet Limni Strofilias, ein Brackwassersee unter Naturschutz – Schwäne, Reiher und Enten rasten hier auf dem Durchzug. Wer eine ruhige Viertelstunde hat, geht einmal rund.

Lalaria an der Nordostküste ist das Gegenstück zu allem, was Skiathos sonst anbietet. Kein Sand – stattdessen helle, glatte Kieselsteine, die das Wasser so klar halten, dass du den Grund siehst. Weiße Kalksteinklippen rahmen die Bucht ein, mittendrin ragt der Trypia Petra aus dem Meer – ein natürlicher Felsbogen, der auf fast jedem Skiathos-Foto auftaucht.

Zu erreichen ist Lalaria nur per Boot, vornehmlich ab dem alten Hafen täglich. Veranstalter kombinieren den Strand häufig mit Arkos und Tsougria. Vor allem im Hochsommer fallen diese Fahrten oftmals dem starken Nordwind zum Opfer.

Entlang der Westküste lohnen Megalos Aselinos mit breitem Sandstrand und teils kräftigen Wellen sowie Mikros Aselinos direkt daneben. Schirm und zwei Liegen kosten 15 Euro, ein großer Parkplatz ist in der Nähe verfügbar, auch ein Busstopp. Mantraki Beach (auch Mandraki) liegt versteckt hinter Kiefernwald; wer mit dem Bus kommt, steigt an Haltestelle 24 aus und läuft ein Stück durch die Piniengasse. Elia Beach schließt direkt an: lang, ruhig, kleines Restaurant.

Im Süden und in Stadtnähe: Achladies ist per Bus erreichbar, goldener Sand, nichts Spektakuläres, aber solide. Kanapitsa hat Wassersport und Liegestühle. Vromolimnos überzeugt durch einen langen Sandstreifen, einen kleinen Pier zum Hineinspringen und das Restaurant Porto Paradiso. Maratha Beach nahe Koukounaries ist schmal und schnell voll. Agia Eleni im Westen ist der beste Platz für den Sonnenuntergang, verfügt zudem über flaches Wasser und zwei Strandbars.

Ligaries Beach kannst du dir schenken: schwer erreichbar, böige Winde, ungepflegter Zustand.

Die beiden Banana Beaches auf der gleichnamigen Halbinsel an der Westseite sind ein eigenes Kapitel. Big Banana: halbmondförmiger Sandstrand mit Pinien und Türkiswasser, Liegenverleih für stolze 50 Euro pro Set, das Fischrestaurant NEST ist seinen Preis nicht wert. Little Banana daneben ist kleiner und bei FKK-Anhängern beliebt. Da beide Strände zum Resort Elivi Skiathos gehören, kannst du kein Mietfahrzeug direkt am Strand parken. Als Alternative stellst du es in Koukoumetres ab oder du nimmst den Bus bis zur Haltestelle 36.

Mein Tipp: Der Südküstenbus fährt in der Hauptsaison alle 20 bis 30 Minuten ab Skiathos-Stadt und hält an allen wichtigen Stränden – Einzelticket je nach Strecke 1,50 bis 3 Euro. Kauf dir morgens ein Tagesticket, spring rein und raus, teste drei bis vier Strände an einem Tag. Wassertaxis ab dem alten Hafen ergänzen das Netz flexibel für die Südküste.

6. Plakes – Das stille Viertel hinter dem Hafen

Die meisten Besucher drehen am Selini Restaurant um. Wer weiterläuft, betritt einen anderen Teil der Stadt. Plakes, südlich des alten Hafens, ist der Stadtteil, den Skiathos für sich behalten hat: keine Touristenströme, keine Postkartenshops, dafür enge Gassen, traditionelle Häuser an einer steilen Klippe und das ruhige Murmeln des Alltags.

Den Uhrturm, das Wahrzeichen des Viertels, siehst du schon von Weitem. Von dort führt ein schmaler Pfad in Richtung Meer durch ein stilles Wohnviertel mit Klippen über der Ägäis. Es ist einer der schönsten Spaziergänge der Stadt. Kurz nach dem Selini öffnet sich hinter einem der Häuser eine Terrasse mit einem Traumblick auf den Hafen und die Bourtzi-Halbinsel. Ein Stück weiter folgt der Plakes Beach, ein versteckter Felsenstrand direkt über dem Wasser. Kein Liegestuhlbetrieb, keine Infrastruktur.

Die vorgelagerten Felsen sind bei ruhiger See zum Erkunden geeignet und als Fotomotiv ehrlicher als Koukounaries an einem vollen Augustvormittag. Hier habe ich auch die Plakes Taverna entdeckt: auf einer Klippe mit Blick auf Bourtzi, kein Schild an der Hauptstraße, dafür das beste Preis-Lage-Verhältnis der Stadt. Auf dem Weg dorthin lohnt ein Stopp bei der Bäckerei Bekatsaki: süße und herzhafte Backwaren, ein paar Sitzplätze vor dem Laden und am benachbarten Dorfplatz.

Ebenfalls in Plakes: die Kirche Panagia Limnia, erkennbar am markanten Glockenturm. Sie bewahrt Ikonen aus der Kastro-Kirche Christos sto Kastro und den Schädel von Alexandros Papadiamantis. Die Traditionen, die er in seinen Werken beschrieben hat, werden hier bis heute gepflegt. Geöffnet nur zu Gottesdiensten, freitags und sonntags.

Mein Tipp: Geh nachmittags nach Plakes, wenn das Licht quer über die Klippen fällt. Kombiniere den Spaziergang mit einem frühen Abendessen in der Plakes Taverna.

7. Wandern und Natur – 26 Routen durch 200 Kilometer Stille

Mehr als 60 Prozent der Inselfläche sind bewaldet. Die Artenvielfalt hält sich zwar in Grenzen – Pinien, Aleppokiefern, Olivenhaine, Mastixbüsche, wilder Thymian und Obstbäume bestimmen das Bild – das üppige Grün prägt dafür ganzjährig das Gesicht von Skiathos. Dazwischen können sich Wanderfreunde auf ein Wegenetz mit 26 Routen mit insgesamt über 200 Kilometern Länge austoben.

Die Frau, die es aufgebaut hat, ist Ortwin Widmann: gebürtige Deutsche, seit 1997 auf Skiathos, sie hat alle Routen erfasst und stellt auf der App Skiathos Trails GPS-Tracks kostenlos zum Download bereit. Wer alle Hauptrouten abläuft, bekommt eine Wandermedaille. Mehr Details erfährst du unter hikingskiathos.com (Website).

Der Mandraki Forest ist das dichteste Waldgebiet der Insel: keine asphaltierten Straßen, nur unbefestigte Pfade, kaum Begegnungen. Du kommst mit dem Auto oder per Bus bis Haltestelle 23 und folgst dann den Wanderschildern. Am Ende des Waldes warten Mandraki Beach, Elia Beach und Agistros Beach für ein erfrischendes Bad.

Für Inselneulinge empfehle ich die Route von Evangelistrias nach Kastro: sechs Kilometer durch dichtem Wald, Ausblicke auf die Nordküste, vom Schwierigkeitsgrad auch für Gelegenheitswanderer machbar. Eine der schönsten Strecken der Insel aus meiner Sicht.

Mein Tipp: Speichere die GPS-Tracks von hikingskiathos.com vor dem Start offline, denn das Mobilfunknetz ist im Mandraki Forest und auf den Nordrouten unzuverlässig. Starte vor 9 Uhr, nimm ausreichend Proviant mit.

8. Der heilige Westen – Klöster, Kapellen, Traumorte

Der Norden und Westen von Skiathos bleiben weitgehend von Pauschalurlaubern verschont. Wer sich etwas abseits der bekannten Pfade begibt, findet Schmuckstücke wie die Kapelle Agios Alexandros auf einem Hügel über der Nordküste. Augenscheinlich ist untypische, kykladische Baustil mit geschwungenen Formen, zwei offenen Vorhallen und der komplett weißen Fassade.

Die Anfahrt ist nichts für Kleinwagen: unbefestigte Piste, idealerweise Allrad oder Quad. Oben erwartet dich einer der sehenswertesten Panoramablicke der ganzen Insel mit Kastro und der Kapelle Agios Panteleimonas vor den Steilklippen in einer Sichtachse. Leider ist Letztere nur zu bestimmten Anlässen geöffnet. Immer erkennt man durch die Glastüren verschiedene Mosaikikonen und Wandmalereien.

Drei Kilometer westlich der Stadt steht Agios Ioannis Krifos, nicht zu verwechseln mit der Mamma-Mia-Kapelle auf Skopelos. Das heutige Gebäude entstand 1905 auf den Fundamenten eines Vorgängerbaus von 1726, innen wie außen ohne Verzierung, dafür aber mit einer besonderen Geschichte: Die Kirche diente bis 1841 als geheime Schule während der osmanischen Zeit. Solche Krifo scholió gab es damals auf dem ganzen griechischen Festland. Heute können sich Wanderer an einer Trinkwasserquelle im Vorhof laben.

Auf dem Hügel oberhalb von Aselinos liegt das Kloster Panagia Kounistra. Mönche gibt es hier keine mehr, aber eine ältere Frau empfängt Besucher und bietet auch Führungen an. Bei Interesse können auch Souvenirs und kleine Ikonen an einem Holztisch am Eingang gekauft werden. Der Eintritt ist frei, Spenden zur Instandhaltung sind hingegen willkommen.

Der Name Kounistria bedeutet „die Schaukelnde“ und geht auf die Gründungslegende zurück: Ein Jäger fand das Bild der Jungfrau Maria in einem schwankenden Baum. Am 21. November zieht die Ikone in einer Prozession von Skiathos-Stadt zum Kloster hinauf. Wer zufällig zu dieser Zeit auf der Insel ist, sollte das nicht verpassen.

9. Gastronomie auf Skiathos – Preiswucher und einige Lichtblicke

Skiathos ist im Allgemeinen sehr touristisch geprägt, das macht sich vor allem in der Gastronomie negativ bemerkbar. Wer an den Urlauber-Hotspots isst, bezahlt mehr und bekommt bestenfalls Mittelmaß auf den Teller. Für einen schlichten Bauernsalat werden 12 Euro aufwärts abgerufen, für eine Moussaka 16 Euro und für den Oktopus-Arm mindestens 25 Euro (ohne Beilage) – das ist schlichtweg inakzeptabel. Wer diesem Preiswucher entrinnen möchte, hat es schwer auf Skiathos, denn traditionelle griechische Lokale sind rar. Viele Einheimische (und ich) bevorzugen folgende Adressen:

Die Taverna Ligaries (Google Maps) ist einer der am schwersten zu erreichenden Orte der Insel. Rund sechs Kilometer Anfahrt über ungesicherte Pisten (Squad, Allrad, Roller ab 125 ccm) rentieren sich aber für diese urige, fast komplett offene Taverne unweit des gleichnamigen Strandes im Nordwesten von Skiathos. Mitten im Niemandsland darfst du dich auf authentische Küche freuen, bestehend aus klassischen Mezedes, frischem Fisch und deftigen Fleischgerichten. Junges, freundliches Personal, günstige Preise und eine tolle Atmosphäre runden deinen Besuch hier ab.

In Skiathos-Stadt vereint die Plakes Taverna (Google Maps) traditionelle griechische Küche mit einem kreativen, modernen Touch. Die Qualität des Essens ist hervorragend, aber was diesen Ort wirklich besonders macht, ist das einzigartige Ambiente. Das stilvolle Interieur auf der Terrasse mit dem wunderbaren Blick auf das Kap am Plakes Beach rechtfertigen das höhere Preisniveau.

Wunderschön eingebettet in die Haine der Halbinsel Bourtzi wartet mit dem Bourtzi Skiathos (Google Maps) ein Highlight auf dich.

Im familiengeführten Antama Meze (Google Maps), etwas versteckt in einer Skiathos-Stadt, werden die Speisen noch nach alten Rezepten zubereitet. Wunderbare Vorspeisen, große Portionen, ein zuvorkommender Service und das alles zu relativ günstigen Preisen.

Für Meeresfrüchte an der Promenade (in Richtung Flughafen) lohnt der Besuch vor allem in den Restaurants Akrogiali (Google Maps) und Bakaliko (Google Maps). Meeresfrüchte und fangfrischen Fisch wählst du direkt von der Auslage an der Meeresterrasse. Bedenke: Eine Reservierung is unbedingt erforderlich, denn das beliebte Lokal ist auch in der Nebensaison oft ausgebucht.

Zum Frühstück lohnt Kanela, eine der besten Bäckereien der Insel, mit hausgemachten Pites und frischem Brot. In der Papadiamanti Street gibt es Zacharoplasteio-Patisserien mit Galaktoboureko, Bougatsa und Loukoumades. Für Wein mit Aussicht: Parissis Winery, täglich von 10:30 bis 21 Uhr, lokale Rebsorten, Terrasse mit Blick auf Skiathos-Stadt und den Hafen.

10. Geheimtipps Skiathos – Was die meisten Reisenden nie sehen

Das Skiathos Garden Theatre in Chora gibt es seit 2022, eröffnet von einem Team griechischer und deutscher Künstler. Das Freilichttheater zeigt zwischen Juni und September Tanztheater-Aufführungen, griechische Live-Musik, Workshops und Vorträge in griechischer und englischer Sprache. Die Abende sind schnell ausgebucht, reserviere deshalb im Voraus auf der Präsenz des Skiathos Garden Theaters (Website).

Das Skiathos Dog Shelter im Nordwesten der Insel lebt von Urlaubern: Hunde für einen Spaziergang durch den Pinienwald abholen, als Flugpate mitmachen, über den Souvenirladen direkt den Betrieb mitfinanzieren. Buchbar auch als geführter Ausflug über GetYourGuide (Website), inklusive Wanderung und Mittagessen.

Einen Besuch wert ist auf jeden Fall die Strofylia-Lagune rund sieben Kilometer westlich von Skiathos-Stadt. Sie befindet sich direkt hinter dem Strand von Koukounaries, mit dem sie über einen schmalen, oft trockenen Kanal verbunden ist. Auf 350 Hektar gehört sie zum Netzwerk Natura 2000. Je nach Salzgehalt wachsen hier Schilf und Tamarisken oder Zistrosen und Myrten. Zugvögel wie Reiher, Kormorane und Flamingos rasten und brüten in dem Feuchtgebiet. Ein Weg führt rund um den See, Parkplätze gibt es am östlichen Strandende.

Die kleine Insel Tsougria liegt direkt gegenüber dem alten Hafen und ist in fünf Minuten per Wassertaxi erreichbar. Ein sauberer Sandstrand, kaum Betrieb unter der Woche, eine saisonale Taverna, kein Hotel. Wer Koukounaries im August meidet und trotzdem klares Wasser will, fährt hierher. Abfahrtszeiten direkt am alten Hafen erfragen.

Fahre rund 15 Minuten von Skiathos-Stadt in Richtung Westen und entdecke zwei Aussichtspunkte, die kaum jemand kennt: die Kapelle Agios Alexandros auf einem Hügel über der Nordküste mit Blick bis zum Kastro. Beide bieten ein außergewöhnliches Panorama, das die Strecke rechtfertigt. Besichtige anschließend die naheliegende Kapelle Agios Sozon mit Panorama zur Südküste.

Praktische Infos für deine Reise nach Skiathos

Anreise

Der Flughafen Skiathos (JSI) bedient im Sommer Direktflüge aus vielen europäischen Städten, unter anderem aus Frankfurt und München. Über den Umweg Athen gibt es tägliche Verbindungen. Vom Flughafen kommst du mit dem Bus für günstige drei Euro in die Stadt. Mit dem Taxi vor der Ankunftshalle werden 15 Euro fällig. Alternativ laufen Fähren ab Volos oder Agios Konstantinos den Hafen in Skiathos-Stadt an. Die Überfahrt ab Volos dauert mindestens 1,5 Stunden und ist ab rund 34 Euro zu haben. Tickets und Fahrpläne auf buchst du bequem bei Ferryhopper (Website).

Fortbewegung

Ein Mietwagen oder -roller gibt dir die meiste Freiheit. Ein Roller (125cc) kostet durchschnittlich 20 Euro pro Tag. Für unbefestigte Nordrouten ist ein Allradantrieb oder Jeep sinnvoll. Der Bus entlang der Südküste fährt in der Saison alle 20 bis 30 Minuten von Skiathos-Stadt bis Koukounaries. Wassertaxis ab dem alten Hafen verbinden flexibel die Strände der Südküste. Ein gemietetes Boot ermöglicht Lalaria und die abgelegenen Nordbuchten auf eigene Faust.

Beste Reisezeit

Mai bis Mitte Juni und September/Oktober bieten das beste Verhältnis aus warmem Meer, überschaubarem Betrieb und offenen Einrichtungen. Im Juli und August ist die Insel mit rund 6.000 Einwohnern im Dauerbetrieb: Strände voll, Straßen verstopft, Unterkunftspreise auf Jahreshöchststand.

Budget

Etwa 90 bis 150 Euro pro Person und Tag, inklusive Unterkunft, Essen und einem Bootsausflug. Für ein gutes Abendessen in Skiathos-Stadt musst du 30 Euro aufwärts einplanen pro Person. Private Schnellbootcharter kosten für einen halben Tag 350 bis 500 Euro je nach Größe und Route.

❓ FAQ – Häufige Fragen zu Skiathos

❓ Ist Skiathos im Sommer wirklich so überlaufen?

Ja. Im Juli und August ist Skiathos eine der meistbesuchten Inseln Griechenlands – gemessen an ihrer Größe sogar eine der am stärksten frequentierten überhaupt. 48 Quadratkilometer, tausende Urlauber, aber nur ein einziger Hauptort. Die Strände an der Südküste sind voll, die Preise hoch.

❓ Wie komme ich zu den Stränden an der Nordküste?

Die Nordküste ist von Land aus schwer erreichbar. Es gibt so gut wie keine asphaltierten Straßen, keinen Bus und nur wenige Wege. Ausflugsboote starten täglich vom Alten Hafen in Skiathos-Stadt und bringen dich zu Lalaria, den Seekhöhlen und den einsamen Buchten im Norden. Wer mehr Freiheit will, mietet ein kleines Motorboot ohne Lizenz ab rund 60 bis 80 Euro pro Tag.

❓ Lohnt sich Kastro wirklich oder ist es nur ein Fotospot?

Kastro lohnt sich allein wegen der Lage. Das mittelalterliche Geisterdorf auf dem Felsenkegel über dem Meer wurde im 17. und 18. Jahrhundert bewohnt und dann vollständig verlassen. Am Ziel warten alte Mauern, eine intakte Kirche und ein atemberaubender Blick auf dich.

❓ Was hat es mit dem Kloster Evangelistria auf sich?

Evangelistria ist kein gewöhnliches Kloster. Hier wurde 1807 zum ersten Mal die griechische Nationalflagge gehisst mitten in der Zeit des Unabhängigkeitskampfs gegen die Osmanen. Das Kloster liegt im Inneren der Insel, umgeben von Pinienwald und ist auch heute noch aktiv. Der Ort gehört zu den historisch bedeutsamsten der gesamten Sporaden.

❓ Kann ich Skiathos mit Skopelos oder Alonnisos kombinieren?

Unbedingt! Die Fährverbindungen zwischen den drei Inseln sind kurz: Skopelos erreichst du in rund 45 Minuten, Alonnisos in etwa 1,5 Stunden. Wer 10 bis 14 Tage Zeit hat, bekommt drei völlig unterschiedliche Inseln: Skiathos für Strand und Trubel, Skopelos für Ruhe und Kulisse, Alonnisos für Natur und Abgeschiedenheit. Eine der stimmigsten Inselkombinationen in ganz Griechenland.

❓ Was ist der Lalaria-Strand – und warum reden alle davon?

Lalaria ist ein Strand aus weißen, runden Kieselsteinen, umgeben von steilen Kalksteinfelsen und türkisblauem Wasser. Man erreicht ihn nur per Boot, das macht ihn besonders. Der Andrang ist trotzdem groß vor allem aufgrund der vielen Ausflugsboote. Ganz ehrlich: Es gibt eine ganze Reihe von schöneren Stränden, um die kein Hype gemacht wird.

❓ Ist Skiathos trotz Tourismus noch authentisch?

Jein! Aus meiner Sicht zählt Skiathos trotz der vergleichsweise geringen Ausdehnung zu den touristischsten Inseln Griechenlands. Wer die Kapellen und Kirchen im Hinterland besucht oder die Nordküste per Boot erkundet, der lernt jedoch eine ruhigere und schönere Seite kennen.

Fazit – Was Skiathos bietet und was nicht

Skiathos ist eine der meistfrequentierten griechischen Inseln ihrer Größe. Die Charterflüge, überwiegend aus Großbritannien, bringen im Hochsommer Massen auf ein Eiland, das an den engsten Stellen kaum zehn Kilometer breit ist. Das hat negative Folgen und lässt sich auch an überteuerten Preisen ablesen. Trotzdem ist Skiathos kein Ort, den man wegen des Tourismus abschreiben sollte. Die Strände bieten Vielfalt, zudem ist das Wanderwegenetz bemerkenswert gut ausgebaut. Das Kastro, die gut erhaltenen Klöster, die schöne Küste – all das hat seinen Reiz. Wer die Hochsaison meidet, bekommt eine geballte Ladung Hellas.

Mein Feelgood-Faktor: 78 von 100!

Hol dir die schönsten Orte der Welt kostenlos nach Hause!

Trage dich in unseren Weltenbummler-Newsletter ein und sichere dir sofort unser E-Book als exklusives Willkommensgeschenk.

Das bekommst du sofort:

🗺️ 10 Traumziele: Von bizarren Felsen in Deutschland bis zu den epischen Landschaften Patagoniens

Pure Reiselust: Inspirationen, die dein Fernweh wecken

🎒 Praktische Reisetipps: Was du vor Ort unbedingt sehen und erleben musst

Jetzt E-Book gratis herunterladen

Kein Spam. Abmeldung jederzeit möglich. Mehr Infos & Datenschutzerklärung

Cover E-Book "Pure Reiselust" mit Wasserfall und Berg in Patagonien
Teile diesen Artikel mit deinen Freunden
Foto des Autors
Autor:in
Steffen Eidam ist renommierter Journalist und versierter Europa-Reiseexperte.

Mit über 70 besuchten Inseln gilt er als einer der profiliertesten Griechenland-Kenner. Gerne ist er auch in London, Südosteuropa und im Baltikum unterwegs.

Hier findest du alle Artikel von Steffen Eidam.
Phototravellers.de in den sozialen Medien

Fragen und Anregungen