Skopelos Sehenswürdigkeiten: Naturpracht, Kapellen & Postkarten-Chora

↻ 2. Juli 2026
Blick auf die Häuser und Hügel von Skopelos-Stadt in der Abenddämmerung

Bei deiner Ankunft auf Skopelos erwartet dich genau das, was du dir von Griechenland erhoffst: weiße Häuser mit roten Ziegeldächern, die sich einem Hügel hinaufstapeln, eine herausgeputzte Promenade und ein Hafen voller Leben. Die Chora ist quirlig, bunt und spektakulär. Dahinter aber wartet eine andere Welt. Rund 80 Prozent der Inselfläche sind bewaldet. Wer den Hauptort hinter sich lässt, findet ruhige Badebuchten, attraktive Wanderwege und ursprüngliche Fischerdörfer.
Seit Mamma Mia! 2008 hier gedreht wurde, hat sich Skopelos von seinem Schattendasein befreit.

Ich zeige dir die schönsten Sehenswürdigkeiten, echte Geheimtipps und alles, was du auf deinem Trip wissen musst.

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Skopelos auf einen Blick: Fakten, Anreise & Tipps

Lage: Skopelos gehört zur Inselgruppe der Sporaden im nördlichen Ägäischen Meer rund 140 Kilometer südöstlich von Thessaloniki Mit einer Fläche von 96 Quadratkilometer ist die Insel etwa doppelt so groß wie Skiathos.

Must-See: Skopelos-Stadt (Chora) · Agios Ioannis Kastri (Mamma-Mia-Kapelle) · Glossa · Strände Kastani, Panormos, Hovolo · Klöster am Berg Palouki

Zeitbedarf: Minimum 3 Tage, ideal 5 Tage. Wer Skiathos oder Alonnisos kombinieren möchte, plant am besten 7 Tage für ein

Fortbewegung: Linienbusse zwischen Skopelos-Stadt, Glossa und den wichtigsten Stränden; Ausflugsboote und Wassertaxis zu abgelegenen Buchten; Mietwagen oder Roller als beste Alternative für Flexibilität

Anreise: Ausschließlich per Fähre. Nächster Flughafen in Skiathos, von dort dauert die Überfahrt mit Schnellfähren rund 15 Minuten. Ab Volos auf dem Festland: rund 3 Stunden

Beste Reisezeit: Mitte Mai bis Ende Juni + September bis Mitte Oktober: grün, warm, kaum Betrieb, ideale Bedingungen zum Wandern. Im Juli und August sind die Kapazitäten begrenzt

Tagesbudget: Gute Unterkünfte ab 70 bis 90 Euro pro Nacht je nach Saison. Allgemein liegen die Kosten für Essen und Ausgehen etwas höher als auf anderen Inseln

1. Skopelos-Stadt (Chora) – Weiße Häuser, 120 Kirchen, eine Burg

Der Blick von Weitem ist verheißungsvoll: Weiße Häuser mit rotbraunen Ziegeldächern, die sich dicht gedrängt die Hügel hinaufstapeln, davor eine mit viel Grün durchsetzte Promenade, davor der Hafen voller Fischer- und Ausflugsboote. Skopelos-Stadt, von den Einheimischen schlicht Chora genannt, ist mit rund 3.000 Einwohnern der größte Ort der Insel – und der erste, den die meisten Besucher zu Gesicht bekommen.

Die Gassen hinter dem Hafen sind eng, die Treppenstufen zahlreich, Katzen liegen auf Fensterbänken und in Hauseingängen. Wer mit Moped oder Mietwagen anreist, stellt das Fahrzeug direkt am kostenfreien Parkplatz vor der Promenade ab.

Beginne deinen Rundgang am Wasser, von wo aus 70 Treppenstufen zur Panagitsa tou Pyrgou hinaufführen. Die strahlend weiße Kirche am Ende des Hafens stammt aus dem 17. Jahrhundert und gilt als das bedeutendste der über 120 Gotteshäuser der Stadt. Anders als bei der Kirche der Heiligen Maria, so der deutsche Name, bleibt die Besichtigung der prächtigen Ikonen bei vielen anderen Kirchen der Chora leider verwehrt. Auge und Kameralinse dürfen sich dennoch über tolle Motive mit frisch gekalkten Kapellen und verspielten Glockentürmen freuen.

Weiter aufwärts, nach rund 15 Minuten Gehzeit durch immer enger werdende Gassen, erreichst du die venezianische Burg aus dem 13. Jahrhundert. Von der Festung ist nicht mehr viel übrig: ein paar mittelalterliche Mauern, einige Bögen, dazwischen Schutt und Wildkräuter, die durch die Fugen wachsen. Was die Archäologen darunter verorten, wiegt historisch schwerer: Hier stand einmal die antike Akropolis der Stadt Peparithos, bevor die Venezianer ihre Steine daraufschichteten. Von oben öffnet sich ein weiter Blick über Hafen und Bucht – das Wasser schimmert grün-blau, Skiathos liegt als flacher Streifen am Horizont.

Zwei Häuser in den Gassen unterhalb der Burg lohnen einen Abstecher. Das Folkloremuseum Nikolaidis, untergebracht in einem Herrenhaus von 1795, das die Familie Nikolaidis 1991 der Gemeinde vermachte, zeigt Stickereien, Trachten, Keramik und kunstvoll gefertigte Schiffsmodelle. Öffnungszeiten April bis September: täglich 8:00 bis 15:00 Uhr und 18:30 bis 23:00 Uhr, an Wochenenden 10:30 bis 14:00 Uhr und 18:30 bis 23:00 Uhr. Eintritt: 3 Euro pro Person.

Das benachbarte Herrenhaus Vakratsa, ehemaliges Wohnhaus eines bekannten Inselarztes, zeigt traditionelle Möbel, handgefertigtes Kunsthandwerk und medizinische Geräte vergangener Jahrhunderte. Öffnungszeiten April bis September: täglich 11:00 bis 15:00 Uhr und 18:00 bis 22:00 Uhr. Eintritt: 2 Euro pro Person.

Die Promenade ist lang, das Angebot an Gastronomie und Ausflugsbooten dicht. Von hier starten Halbtages- und Ganztagestouren zu den Skopelos Geheimtipps unter den Mamma-Mia-Drehorten – Agios Ioannis Kastri und Kastani-Strand inklusive – sowie zu den abgelegenen Buchten und Felsformationen an der West- und Südküste und hinüber zu den Nachbarinseln Alonnisos und Skiathos. In den engen Gassen der Altstadt direkt hinter dem Hafen laden kleine Shops und Souvenirläden zum Bummeln ein.

Zum Frühstück und Brunch empfehle ich das Liquid Earth, das To Kafasisowie das Kanela. Mit der ungewöhnlichsten Adresse wartet das Anatoli: Das Restaurant liegt inmitten der venezianischen Burgmauern und gehört dem Rembetiko-Musiker Giorgos Xintaris. Du darfst dich hier am Abend auf Live-Musik zwischen altem Steinwerk freuen. Im Sommer verlässt die Musik die Mauern: Das Skopelos Rembetiko Festival bringt dann Konzerte direkt an den Hafen.

Wer auf lange Wartezeiten verzichten und kulinarisch etwas höher ansetzen möchte, nimmt die Treppen hinab zur Castello Taverna: ein großzügiges Open-Air-Restaurant auf einer steingepflasterten Terrasse mit Live-Bouzouki-Musik und einer Küche, die Gegrilltes, Meeresfrüchte und Vegetarisches auf konstantem Niveau zubereitet.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Hafens sitzt das Minno Restaurant direkt am Wasser: gehobene Küche mit Blick über die Bucht, das ist meine Top-Empfehlung für einen Abend ohne Budget-Limit. Für spätere Stunden bietet die stylishe Donkee Skopelos Bar direkt oberhalb der Panagitsa tou Pyrgou die passende Bühne: geöffnet täglich von 11:00 bis 03:00 Uhr, keine Reservierung nötig, von der Veranda siehst du die Ägäis.

Mein Tipp: Plane einen Besuch bei der Spira Bar am Hafen ein. Sie gehört der lokalen Skopelos-Brauerei und zapft handgebrautes Bier, das du nur in sehr wenigen Lokalen bekommst: Sudkessel neben der Zapfanlage, Bierbank direkt an der Ägäis.

2. Glossa und Loutraki – Das Bergdorf und sein Hafen

250 Meter hoch, auf einem Hügel im Nordwesten der Insel: Glossa ist das schönste Dorf, das die meisten Skopelos-Besucher nie sehen. Mit rund 1.200 Einwohnern ist es die zweitgrößte Siedlung, aber deutlich ruhiger als die Chora. Enge Gassen, zweistöckige Häuser mit Holzbalkonen und Eisengeländern, Bougainvillea über den Eingängen, immer wieder Durchblicke aufs Meer.

Die Architektur zeigt deutliche mazedonische Einflüsse, wie überhaupt die gesamte Region archäologisches Gewicht birgt: antike Türme, Anlegemauern und Gebäude aus den verschiedensten Epochen. Nur ein Beispiel: In Platonas nördlich von Glossa liegt beim Kloster Agios Taxiarchis ein frühchristlicher Tempel aus dem Jahr 672 n. Chr., der älteste auf der gesamten Insel.

Im Ortszentrum betreibt die landwirtschaftliche Frauengenossenschaft Glossiotissa einen kleinen Laden mit handgemachten Produkten: Avgato, ein dunkles Pflaumenmus mit leicht rauchigem Ton; Hamaliaaus Mandeln; Honig aus den eigenen Imkereien der Region. Alles authentisch, nichts für die Touristenmasse.

Kombiniere den Besuch mit dem Strand Perivoliou an der Nordostküste: eine blau-grüne Bucht mit Kieselsteinen und beeindruckenden Felsen, auf beiden Seiten dichter Nadelwald. Danach fährst du bei Sonnenuntergang nach Glossa hinauf. In den engen und steilen Gassen der alten Siedlung wird es am Abend richtig stimmungsvoll. Tipp: Im Agnanti erwartet dich eine der legendärsten Terrassen ganz Griechenlands mit bodenständiger griechischer Küche und moderner Ausrichtung. Reservierung unbedingt empfohlen, denn der Sonnenuntergang vor Ort ist extrem beliebt.

Anreise nach Glossa: Der Linienbus ab Skopelos-Stadt fährt mehrmals täglich nach Glossa. Die Fahrzeit beträgt 30 bis 40 Minuten, der Preis liegt bei zwei bis drei Euro. Wer flexibel sein will, nimmt einen Mietwagen oder Roller: Die kurvenreiche Bergstraße bietet spektakuläre Ausblicke. Wahlweise verbindet auch die Fähre Glossa mit Skopelos-Stadt

Loutraki – der Hafen unten am Meer

Vier Kurven die Bergstraße hinunter, und die Welt wird ruhiger. Loutraki, der Hafen von Glossa, ist eines dieser kleinen griechischen Dörfer, die sich selbst treu geblieben sind: gepflegt, überschaubar, ohne Ambitionen auf mehr. Ein kurzer Pier, weiß gestrichene Häuser direkt am Wasser, Fischerboote, die im türkisfarbenen Wasser schaukeln.

Der Ort bedient weckt aber nicht nur nostalgische Erinnerungen, sondern fungiert auch heute noch als wichtige Anlaufstelle der Fähren, die zwischen Skopelos, Skiathos und Alonnisos pendeln: Wer im Norden der Insel wohnt, fährt von hier aus weiter, nicht von Skopelos-Stadt.

Ein ruhiger Spaziergang entlang des Kais führt zur christlich-orthodoxen Kirche Agios Nikolaos. Die weiß getünchte Kapelle sitzt direkt an der Hafenmauer. Nur wenige Meter weiter erinnert das Marinedenkmal an Seeleute, die von ihren Reisen nie mehr nach Hause zurückkehrten. Umrahmt wird der Ort von nautischen Instrumenten, einem schweren Anker und Schiffsketten. Einst bauten Handwerker hier Holzboote, mittlerweile schaukeln Segelboote und Kaikis in den Wellen. Am Rande des Naturstrandes lockt das Lokal Petrino mit einer vielseitigen Karte vor allem am Abend zahlreiche Gäste an.

Wer einen Aufenthalt in Loutraki plant, sollte in eines der günstigen Apartments in Ufernähe einchecken. Hier darfst du dich auf Meerblick, Balkon und gechilltem Strand direkt vor deinen Augen freuen.

Mein Tipp: Der Leuchtturm bei Loutraki ist kaum bekannt, aber sehr fotogen. Er steht auf einem kleinen Felsvorsprung nördlich des Hafens und ist zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar.

Lust auf mehr Sporaden-Feeling? Hier findest du die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Alonnisos

3. Neo Klima – Dorfidylle zwischen Wald und Meer

Neo Klima. Klingt nach einer modernen Neubausiedlung. Und irgendwie stimmt das sogar, denn dieser Ort entstand 1981, nachdem das ursprüngliche Dorf Palio Klima durch das schwere Erdbeben von 1965 zerstört worden war. Die Bewohner verließen ihre Häuser und bauten neu direkt am Meer. Elios, wie Neo Klima auch genannt wird, entstand in dieser reizvollen Gegend voller mediterraner Nadelbäume, mit dem wunderschönen Hovolo-Strand ganz in der Nähe.

Eingebettet am Fuß des Mount Delphi, eröffnet die westliche Ausrichtung zusammen mit den grünen Klippen fantastische Ausblicke auf die Strände. Der beliebteste unter ihnen ist der Hovolo Beach. Er liegt direkt neben Neo Klima und wird immer wieder in verschiedenen Magazinen und Reise-Websites als einer der schönsten Strände ganz Griechenlands bezeichnet. Der Haken: Er ist nicht einfach zu erreichen (siehe Abschnitt zu den schönsten Stränden)

Am Strand von Neo Klima gibt es mehrere Aktivitätsanbieter, darunter Kayaking und Stand-Up Paddleboarding – ideal, um die versteckten Buchten der Westküste auf dem Wasserweg zu erkunden. Und wer Kultur sucht, wird ebenfalls fündig: Das kleine Folkloremuseum wurde 2024 eröffnet und liegt direkt am Dorfhafen. Klein, fein, und kaum jemand kennt es.

Ein paar Kilometer landeinwärts liegt, was von der alten Welt übrig ist: Palio Klima. Viele der alten Ruinenhäuser wurden restauriert und dienen heute als Touristenunterkünfte. Das modernere Elios an der Küste hat nicht denselben rustikalen Charme wie die älteren Klima-Dörfer im Landesinneren. Wer das echte, ursprüngliche Skopelos sucht findet es hier. Kaum Touristen, dafür verlassene Steinhäuser, schmale Pfade und das Gefühl, 60 Jahre zurückzureisen.

Praktischer Tipp: Mit dem Auto brauchst du von Glossa aus etwa 7 Minuten, von Skopelos-Stadt etwa 20 bis 25 Minuten. Der Linienbus hält ebenfalls in Neo Klima und eignet sich somit für alle, die ohne Mietwagen die Insel erkunden möchten.

4. Die schönsten Strände auf Skopelos

Über 60 Strände säumen die Küste von Skopelos – die meisten sind steinig, einige mit Sand, alle mit einem Wasser, das je nach Tageszeit und Lichteinfall zwischen Türkis, Smaragd und Azurblau wechselt. Das Besondere: Immergrüne Bäume reichen hier teils direkt ans Ufer. Eine Kombination, die du an kaum einem anderen Ort der Ägäis in dieser Dichte findest. Ein allgemeiner Tipp vorweg: Wasserschuhe sind ein Muss, denn die meisten Strandabschnitte haben steinige Eingänge.

Kastani – Der Mamma-Mia-Strand der Westküste

Kastani ist der bekannteste Strand der Insel seit hier 2008 Szenen für Mamma Mia! gedreht wurden. Eine wunderschöne Bucht mit feinen Kieselsteinen, leichtem Sandanteil und einem der besten Sonnenuntergänge der Westküste. Die Beachbar vermietet Liegen und ist tagsüber gut besucht. Trotzdem: Das Wasser und die Lage rechtfertigen den Andrang vollständig. Wichtiger Hinweis: In der Hochsaison legen gegen 15 Uhr Bootstouren aus Skiathos an, oftmals mit dröhnender (ABBA)-Musik. Wer Ruhe will, fährt am Vormittag hin oder weicht auf Milia aus.

Milia – Mit Blick auf die Insel Dasia

Milia, nur eine Bucht weiter, überzeugt mit einem wunderschönen Blick auf die vorgelagerte Insel Dasia. Milia ist deutlich länger und breiter als das Pendant in Kastani. Der Untergrund besteht aus weißem Kies mit etwas Sand und ist optisch beeindruckend. Wem es danach ist, bucht hier bei Kayaking Skopelos direkt am Strand Tagesausflüge und mehrtägige Expeditionen zu abgelegenen Buchten, Meereshöhlen und unbewohnten Inseln. Die Preise beginnen bei rund 60 Euro pro Person. Fazit Kastani vs. Milia: Kastani hat mehr Sand, Milia mehr Platz und ist insgesamt schöner.

Panormos – Der vielseitigste Strand der Insel

Panormos ist der beliebteste Ferienort an der Westküste. Breiter Kiesstrand, Infrastruktur und mehrere Tavernen und Strandbars direkt am Wasser. Das Meer fällt hier schnell ab und ist daher nicht ideal für kleine Kinder, dafür erwarten dich hier stimmungsvolle Sonnenuntergänge. In der Nebensaison gibt es kostenlose Sonnenliegen, wenn man im anliegenden Lokal etwas konsumiert. Wassersport: Kayaking und Windsurfen ist direkt am Beach machbar, Taucher orientieren sich zum Stützpunkt im Adrina Beach Hotel direkt in Panormos.

Amarandos – Drei Pinien auf weißem Fels

Der bekannte Strande von Amarandos, besticht durch drei markante Pinien, die dank Mamma Mia! weltweite Berühmtheit erlangt haben. Sie thronen auf einem flachen Felsen auf einer schmalen Landzunge. Die Kombination aus Bäumen an einem scheinbar unmöglichen Ort und dem Blau des Meeres dahinter lockt viele Fotografen und Instagrammies an. Zum Baden ist der rund zehn Kilometer von Skopelos-Stadt entfernte Küstenstreifen aber nur bedingt tauglich. Das Wasser ist kristallklar, aber die kleinen Felsbuchten dazwischen sind trotz des umständlichen Zugang ins Meer meist besetzt.

Stafilos – Der familienfreundlichste Strand der Insel

Stafilos an der Südküste ist der Hauptstadt am nächsten und daher auch sehr beliebt gerade bei Urlaubern, die über kein Mietfahrzeug verfügen. Die mit mediterranen Bäumen bewachsene Bucht mit Sandstrand und klarem Wasser. Gut ausgestattet: Strandbar, Rettungsschwimmer sowie eine gute Anfahrt mit Parkgelegenheiten. Seinen Namen trägt der Strand von König Stafylos, dem mythologischen ersten Bewohner der Insel und Sohn von Dionysos und Ariadne. Der Legende nach ist ihm die Entwicklung des Weinbaus auf Skopelos zu verdanken. Wer mit dem Bus kommt: Die Haltestelle liegt rund 500 Meter oberhalb der Bucht, von hier aus geht es weiter zu Fuß.

Velanio – Freiheit, FKK und römische Geschichte

Wenn du den Strand am Ende des Stafilos-Strands einem Pfad den Hügel hinauf folgst, erreichst du nach wenigen Minuten eine weitere Bucht: Velanio. Sie ist wilder, ruhiger, mit einem eigenen Charakter: Velanio ist der einzige offiziell ausgewiesene FKK-Strand der Insel. Auf der rechten Seite des Strandes liegt eine wunderschöne Höhle, an deren Rand Wasser von den Felsen tropft. Der Name stammt vom altgriechischen „Valaneion“, was sich mit Bad oder Badeanstalt übersetzen lässt, die zu Zeiten der Römer hier betrieben wurden. Besonderheit: Wenn die Sonne untergeht und kaum noch Badegäste da sind, kommen frei weidende Ziegen an den Strand, um Wasser aus dem Meer zu trinken. Das ursprüngliche Ambiente wird hier weder von Liegen, noch von Gastronomie gestört.

Hovolo – Drei Buchten hinter weißen Klippen

Hovolo liegt 19 Kilometer westlich von Chora an der Westküste, direkt unterhalb der Hauptstraße zwischen Kastani und Neo Klima. Drei wunderschöne Buchten, jede mit ihrem eigenen Charakter und umgeben von großen weißen Klippen, in deren Felswänden Kiefern wurzeln. Das Wasser ist türkisfarben und kristallklar, der Sand weiß. Der Telegraph zählte Hovolo zu den 17 schönsten Stränden Griechenlands. Keine Infrastruktur. Keine Liegestühle, aber auch kein Schatten. Wichtig: Du erreichst den Küstenabschnitt nur über einen anspruchsvollen Pfad entlang der Felsen. Bei Flut verschlingt das Meer einzelne Abschnitte der Bucht, sodass man stellenweise durch das Wasser waten muss. Trittsicherheit ist hier Voraussetzung!

Spilia – Die Höhlenbucht unterhalb von Agios Ioannis

Den kleinen, aber außergewöhnlichen Strand Spilia sieht man zum ersten Mal von der Küstenstraße, die hinunter zur Felsenkapelle Agios Ioannis Kastri führt. Idealerweise nutzt du zu Fuß den Feldweg kurz vor der Kapelle der Jungfrau Maria (Fahrzeug hier abstellen). An der ersten Abbiegung rechts halten, im weiteren Verlauf triffst du auf den Pfad zur Bucht mit der namensgebenden Höhle. Spilia verfügt zwar über keine Infrastruktur, dafür aber über eine Landschaft, durchsetzt mit prächtigen Aleppo-Kiefern, Pinien, Oliven- und Mandelbäumen, die einen herrlichen Kontrast zum türkisfarbenen Meer bildet.

Perivoliou – Für echte Stille

Perivoliou im Nordosten ist eine zauberhafte blau-grüne Bucht mit feinen Kieselsteinen und beeindruckenden Felsen, auf beiden Seiten der Zufahrtsstraße dichter Wald. Ruhig, kaum besucht, ohne Massenandrang. Glysteri an der Nordküste ist noch abgeschiedener. Limnonari an der Südküste liegt in einer geschützten Bucht und hat zwei Strandtavernen, die am Abend besonders ruhig sind – ideal für alle, die nach dem Schwimmen nicht weit zum Essen laufen wollen.

Limnonari Beach – Still, grün und fast unbekannt

Der prächtige Limnonari Beach ist voller schattenspendender Bäume, die smaragdgrünes Wasser, weißen Sand und kleine Kiesel umschließen. Er liegt etwas abseits der großen Strandroute und ist genau deshalb meist ruhiger als Panormos oder Kastani. Zwei Tavernen versorgen dich mit dem Nötigsten.

Mein Tipp: Packe Badeschuhe ein, denn die Kieselstrände sind für empfindliche Füße eine echte Herausforderung. Für deinen Besuch an ruhigeren Buchten wie Perivoliou oder Hovolo solltest früh aufbrechen, bevor die Tagesboote aus Skiathos ankommen. Hovolo bietet keine Versorgung, dafür ein Naturerlebnis, das auf Skopelos seinesgleichen sucht. Wer die Insel vom Wasser aus erkunden will: Beim Kayaking Skopelos am Milia-Strand buchst du Tagesausflüge und mehrtägige Touren.

5. Die Klöster am Berg Palouki – Post-byzantinische Stille im Märchenwald

Skopelos hat mehr religiöse Bauten pro Einwohner als nahezu jede andere griechische Insel – über 350 Kirchen und Kapellen für eine Gemeinde von kaum 5.000 Menschen, davon allein rund 40 Klöster auf der gesamten Insel. Die bedeutendsten stehen auf dem 546 Meter hohen Berg Palouki im Südosten, gegenüber von Chora, erreichbar über einen markierten Wanderpfad vom östlichen Ende des Chora-Hafens oder per Auto über eine kurvenreiche Waldstraße.

Derzeit sind vier Klöster besuchbar: Moni Evangelismou tis Theotokou, Iera Moni Metamorfeseos tou Sotiros, Iera Moni Agias Varvaras und Iera Moni Timiou Prodromou.Einige der Klöster sind verfallen, andere wurden in den letzten Jahren wieder aufgebaut und sind bewohnt.

Moni Evangelismos – das zugänglichste Kloster

Zum Kloster Evangelismos führt eine neue Asphaltstraße hinauf. Es ist das nächste Kloster zur Chora und wird entsprechend oft von Ausflüglern angesteuert. Das Kloster überblickt die Umgebung von den Hängen des Palouki und hat ein festungsartiges Aussehen – ein Hinweis auf frühere Piratenüberfälle. Es wurde 1712 an der Stelle eines byzantinischen Klosters errichtet. Die Kirche ist bewohnt und besitzt eine schöne vergoldete Ikonostase aus dem 16. Jahrhundert, die besichtigt werden kann.

Moni Metamorphosis – das älteste der Insel

Das älteste Kloster der Insel, Moni Metamorphosis, stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist heute nicht mehr bewohnt. Leider kann es nur von außen besichtigt werden. Trotzdem lohnt der Abstecher: Die Lage im dichten Wald und der Verfall des Gebäudes haben eine eigene, stille Wirkung.

Moni Agia Varvara – restauriert, mit dunkler Geschichte

Das 1697 fertiggestellte Kloster Moni Agia Varvara gleicht einer Festung und wurde erst kürzlich restauriert. Im Jahr 1995 wurde in das Kloster eingebrochen und fast alle alten Ikonen gestohlen. Was heute noch zu sehen ist, zeugt von historischer Architektur, die allein den Umweg wert.

Moni Timios Prodromos – das höchste Kloster der Insel

Das Kloster Timios Prodromos ist das höchste der vier Klöster und eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug. Die dort lebenden Mönche kümmern sich um Kirche und Kloster. Besucher können den Tempel besichtigen, der aus Holz und Gold gefertigt und prachtvoll mit Ranken, Tieren und Vögeln verziert ist. Außerdem sind Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert erhalten.

Praktische Tipps für den Besuch der Klöster

Anfahrt: Von Skopelos-Stadt aus fährst du auf der Küstenstraße Richtung Berg Palouki. Am Ende der Straße biegst du links ab und folgst der Beschilderung nach Iera Moni Sotiros. An der Gabelung hältst du dich rechts. Die Zufahrt ist teils über Schotterstraßen, ist aber für alle Arten von motorisierten Fahrzeugen machbar.

Kleidung: Beim Besuch orthodoxer Klöster sind bedeckte Schultern und eigentlich auch Knie Pflicht – und zwar für alle Geschlechter. Kurze Hosen und Tops reichen oftmals nicht. Tücher werden in einigen Klöstern am Eingang bereitgestellt. Aber: Vielerorts werden die Regeln nicht so streng ausgelegt, wie es die Hinweise am Eingang offenlegen.

Wandern: Die jahrhundertealten Klöster sind durch Feldwege miteinander verbunden und bei Naturfreunden sowie an religiöser Kultur Interessierten ein beliebtes Ausflugsziel. Wer alle vier Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden will, plant dafür einen halben Tag ein.

Öffnungszeiten: Die Klöster öffnen täglich morgens von 8 bis 13 Uhr und abends von 17 bis 19 Uhr. Eintritt frei, Spende erbeten.

Zeitaufwand: Starte die Klosterwanderung vom östlichen Hafen von Chora über den markierten Pfad: Hin und zurück rund drei Stunden durch üppige Natur. Wer nicht wandern möchte, fährt mit dem Auto direkt zum Iera Moni Sotiros und kombiniert die übrigen Klöster per Fahrzeug – alle liegen auf derselben Route.

6. Agnontas – Der schönste Fischerhafen der Insel

Agnontas liegt an der Südküste von Skopelos, rund acht Kilometer von Skopelos-Stadt entfernt. Die gut geschützte Bucht wurde in den letzten Jahren als Ausweichhafen ausgebaut. Bei Windstärken ab Beaufort 6, wenn der Meltemi die Fähren an der Chora hindert anzulegen, steuern sie Agnontas an. Wer im Norden oder Westen der Insel übernachtet, sollte das im Hinterkopf behalten.

Wenn keine Fähre anlegt, ist Agnontas ein ruhiges Fischerdorf: ein kurzer Kieselstrand, zwei kleine Stege, Fischerboote und Freizeitjachten nebeneinander, dahinter dicht bewachsene Hänge. Der flache Strand, die leichte Erreichbarkeit und die Gastronomie ziehen vor allem einheimische Familien an.

Ein Blick auf die Gastronomie: Das Korali hat sich auf Meeresfrüchte spezialisiert und genießt den Ruf als eines der besten Fischrestaurant der Insel. Das Pavlos daneben ist traditioneller, mit einem Meeresfrüchte-Meze.

In Agnontas befindet sich außerdem Mastrale Rent a Boat. Motorboote ohne Führerschein kosten ab rund 50 Euro für den halben Tag. Von hier aus erreichst du abgelegene Buchten an der Süd- und Westküste, die per Auto nicht zugänglich sind.

Wer die Küste weiter erkundet, findet an der Halbinsel Amarantos Cape jenes Motiv, das zu den meistfotografierten Skopelos Sehenswürdigkeiten überhaupt zählt: drei Kiefern auf einem Felskopf über türkisfarbenem Wasser, kurz im Mamma-Mia-Film zu sehen, als Sophie mit ihren drei möglichen Vätern auf einem Segelboot unterwegs ist. Mit Mastrale Rent a Boat mietest du direkt am Pier ein kleines Motorboot ohne Führerschein und erkundest die sonst unzugänglichen Buchten und Felswände der Südküste auf eigene Faust.

7. Agios Ioannis Kastri – Die Kapelle über dem Meer

Kein anderer Ort auf Skopelos hat mehr Menschen in Bewegung gesetzt als diese winzige Kapelle. Agios Ioannis Kastri thront auf einem Felskegel rund 100 Meter über dem Meer, im Nordwesten der Insel, kurz vor Glossa. Hier drehte ein Filmteam 2008 die Hochzeitsszene von Mamma Mia!, einer Komödie mit Top-Stars wie Meryl Streep, Colin Firth, Stellan Skarsgard und Pierce Brosnan, den ich persönlich auf einer meiner Lieblingsinseln getroffen habe: Hier findest du die schönsten Sehenswürdigkeiten auf Lipsi.

Der Aufstieg über die 112 in den Fels gehauenen Stufen zählt zum Pflichtprogramm für Touristen. Die Kapelle selbst ist winzig. Für die Hochzeitsszene baute das Studio in London eine maßstabsgetreue, größere Nachbildung des Innenraums. Das Original fasst vielleicht zehn Menschen gleichzeitig: Eintritt frei.

Unterhalb des Felsens liegt ein kleiner Kieselstrand mit direktem Blick auf die Kapelle. Er ist eng, kaum beschattet und bietet keine Infrastruktur – aber das Fotomotiv ist unschlagbar.

Mein Tipp: In der Hochsaison kommen täglich Bootstouren aus Skiathos an. Oftmals sind die begrenzten Parkmöglichkeiten entlang der Zufahrtsstraße ausgeschöpft und der Pfad hoch auf den Felsen proppenvoll. Wer die Kapelle ohne Gedränge erleben will, fährt früh morgens oder nach 17 Uhr hin.

8. Wandern auf Skopelos – Trails durch Landschaft und Geschichte

Skopelos ist die grünste Insel der nördlichen Sporaden: Rund 80 Prozent der Fläche sind bewaldet. Kiefern von Küste zu Küste, dazwischen uralte Pflasterpfade und Maultiertrassen (sogenannte Kalderimi). Jahrzehntelang verfielen diese Wege. Ohne laufende Pflege überwuchsen sie, wurden von Traktoren plattgewalzt oder schlicht vergessen. Die Britin Heather Parsons rettete das Netz:

Die Autorin zweier Wanderführer über Skopelos begann damit, alte Routen zu erforschen, zu kartieren und freizulegen – erst allein mit Schere und Säge, später mit einem festen Stamm an Freiwilligen unter dem Dach der NGO Skopelos Trails. Ihr Wanderführer „Skopelos Trails“ ist heute an der Hafenbucht im Kiosk, bei Juices & Books und im Schreibwarenladen neben dem Postamt erhältlich. Für ernsthafte Wanderer: Pflichtlektüre vor der Abreise.

Das Ergebnis dieser Arbeit ist ein Netz aus 18 ausgeschilderten Routen mit einer Gesamtlänge von über 100 Kilometern, das die Insel von Küste zu Küste durchzieht. Markierungen sind rot-weiß, an den Kreuzungen stehen Kiosks mit Wegweisern. Die Wege führen durch Natura-2000-Schutzgebiete, vorbei an Klöstern, durch Schluchten, über Berggipfel und hinunter zu Stränden, die nur zu Fuß erreichbar sind. Frühling und Herbst sind die besten Jahreszeiten – die Temperaturen stimmen, das Licht ist weich, und du teilst den Weg mit niemandem.

Die wichtigsten Routen im Überblick

Route 1 – Chora zum Berg Palouki (Klöster-Route): Die meistgelaufene Route der Insel. Start am östlichen Ende des Chora-Hafens, über restaurierte Kalderimi-Abschnitte hinauf in den Klostergürtel des Berg Palouki. Unterwegs: vier Klöster, Panoramablick auf Chora und die Ägäis. Hin und zurück rund 3 Stunden, mittelschwer. Viel Schatten im Wald, auch im Sommer gut machbar.

Route 2 – Chora nach Stafylos und Velanio: Eine 5-Kilometer-Route ab Chora, die auf beiden schönen Südküsten-Stränden endet. Ideal als Halbtagstour mit Badepause am Ziel. Einfach bis mittelschwer.

Route 3 – Keramoti-Schlucht: Rund 4,5 Kilometer entlang eines kleinen Flusses durch eine Schlucht im Inselinneren. Kaum bekannt, kaum besucht. Der Weg folgt dem Wasser durch einen lichten Pinien-Platanen-Mischwald und gilt als einer der ruhigsten Pfade der Insel.

Route 4 – Chora nach Agnontas: Durch dichten Forst und eine kurze Schlucht, von Chora direkt zum schönsten Fischerhafen der Insel. Rund 4 Kilometer, endet am Hafen von Agnontas mit Fischrestaurant und Aussicht. Mittelschwer.

Wer die Insel abseits der Hauptstraße sehen will, ohne zu wandern, bucht die Night Ride von Skopelos Cycling in Chora: ein geführter Abendausflug per Mountainbike durch ein Flussbett, über Waldwege, mit Blick auf den Sonnenuntergang über Agnontas. Mäßig schwierig, kleine Gruppen, buchbar direkt im Laden nahe der Post.

Mein Tipp: Wer nicht alleine laufen will: Heather Parsons bietet geführte Wanderungen für Gruppen auf der Insel an. Für alle, die auf AllTrails oder Wikiloc unterwegs sind: Beide Plattformen haben GPS-Tracks für Skopelos im Angebot, mit aktuellen Nutzerbewertungen zur Wegbeschaffenheit.

9. Geheimtipps Skopelos: Was die meisten Reisenden nie sehen

Skopelos birgt ein paar kleine, aber feine Geheimnisse. Eines davon ist das Grab des Staphylos, vier Kilometer südöstlich von Chora. Die mykenische Grabanlage aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. deuten Archäologen als wahren Schatz. Heute ruhen die Überreste allerdings im Museum von Volos auf dem Festland.

Hoch oben auf dem Berg Karia liegen die Sendoukia: vier Gräber, direkt aus dem Fels geschlagen, die Deckplatten von Grabräubern zur Seite geschoben. Die Einheimischen nennen sie Piratengräber und erzählen von Schätzen, die noch im Boden schlummern. Archäologen vermuten eher die Familiengräber eines prähistorischen Anführers aus mykenischer Zeit. Wer hier oben steht, blickt frei über das Meer bis hinüber zu den Konturen von Skiathos. Auf Google Maps zu finden unter „Sendoukia Skopelos“, rund 20 Minuten Aufstieg vom Schotterweg-Abzweig.

Kap Amarandos, auch unter dem Namen „Three Trees“ bekannt, ist ein Aussichtspunkt im Nordwesten der Insel mit eben jenen unschwer zu erratenden drei Bäumen. Der Panoramablick auf das offene Meer und die umliegenden Inseln ist unverbaut. Auch der umliegende Küstenabschnitt mit seinem smaragdgrünen Buchten ist sehenswert.

Kurz hinter Stafilos findest du Drakontoschisma: ein Felskegel mit einer kleinen Kapelle, dahinter ein ungesicherter Abgrund. Der Felsstrand darunter ist nur vom Meer aus erreichbar. Die Legende besagt, dass ein Drache hier vor rund 800 Jahren alle Bewohner der Insel tötete, bis der Heilige Riginos ihn verfolgte – und der Drache aus Angst genau von diesem Fels ins Meer sprang. Den Bruch im Stein (Drachenspalte) nennen die Einheimischen bis heute Drakontoschisma.

In der Chora neben dem Café To Kafasi wartet eines der wenigen spezialisierten Fotografie-Zentren auf griechischen Inseln: Ausstellungen, Workshops, Seminare für ein Publikum, das mehr sucht als Strand. Und: Rodios Pottery am Hafen ist seit den frühen 1900er Jahren in Familienbesitz – das schwarze Töpfergeschirr entsteht durch eine besondere Brenntechnik und ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal der Insel. Im Laden von Rodios Pottery erklärt dir Magda, die Urenkelin des Gründers, wie die schwarze Farbe durch eine besondere Brenntechnik entsteht.

Der Ftelia Beach ist von Land aus kaum erreichbar. Von Panormos oder Agnontas aus dauert die Fahrt mit einem Motorboot wenige Minuten. Die Bucht liegt geschützt, ist selten besucht und eignet sich gut als Ankerpunkt für einen ruhigen Halbtag auf dem Wasser.

10. Essen auf Skopelos – Pflaumen, Käsepie und Rofos Stifado

Skopelos hat eine sehr eigene Küche. Das wichtigste Inselprodukt ist die Pflaume – Skopelos exportierte seine Trockenpflaumen einst in großem Maßstab in die ganze Welt. Der kommerzielle Anbau ist geschrumpft, aber auf Speisekarten und in Delikatessläden taucht sie oft auf: Etwa als Avgato, in langsam geschmortem Schweinefleisch oder im Rofos Stifado, einem Zackenbarschtopf mit Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Olivenöl und Pflaumen, das zu den echtesten Spezialitäten der Insel zählt.

Die mit Abstand bekannteste Skopelos-Spezialität ist der Strifti-Käsepie – zu einem Strudel gedreht, mit Ziegenfrischkäse gefüllt, goldbraun gebacken. Beste Adresse: Mihalis in Chora, spezialisiert auf lokale Pites. Walnusskuchen mit Eis, Hamalia, Rozedes und Löffelbonbons in Erdbeere, Bergamotte und Rose gibt es in der Skopelitissa, dem traditionellen Süßwarenladen in Chora. Das Gästehaus Fasolaki oberhalb von Chora bietet dreistündige Kochkurse.

Empfehlenswerte Restaurants in Skopelos-Stadt (außer den bereits genannten)

Konkrete Empfehlungen: Das O’Vaggelis in Neo Klima seit 1986, mit frischem Fisch von befreundeten Fischern und üppigen Grillgerichten in einer ehemaligen Dorfbäckerei. Das Anatoli nahe der venezianischen Burg, das dem bekannten Rebetiko-Musiker Giorgos Xintaris gehört und gutes Essen mit Live-Volksmusik verbindet.

To Rodi in Chora, mit einem großen Granatapfelbaum im Innenhof. Die lokale Mikro-Brauerei Spira am Kai mit mehreren Craftbeer-Sorten, die unter Kennern hohes Ansehen genießen. Und die Mercurius Cocktailbar – seit Juli 1997 der beliebteste Treffpunkt auf der Insel, mit Blick auf den Hafen.

Meine Geheimtipps: Zu den besten Orten für Gaumengenuss abseits der Hotspots zählen zwei unscheinbare Fischgeschäfte mit angeschlossenen Mini-Lokalen direkt an der Ringstraße. Herausragend ist das Ladengeschäft Die Frische (Google Maps), aus dem Griechischen übersetzt, sowie in der Nachbarschaft das MAK Fish (Google Maps).

Mitten in der Chora wartet das familiengeführte Azan mit einem gänzlich anderen Konzept auf. Hier wählst du die Speisen direkt in der Küche selbst aus. Top-Tipp für authentische griechische Küche! Ebenfalls bei Einheimischen sehr beliebt sind die Karydia Ouzeri und das Restaurant Dougia, beide liegen nebeneinander etwa 200 Meter vom Stadtstrand entfernt.

Wo du auf Skopelos sehr gut übernachtest

Skopelos hat heute fast 600 Unterkünfte – von einfachen Zimmern über Ferienwohnungen in restaurierten Bauernhäusern bis hin zu Fünf-Sterne-Häusern. Das ist viel für eine Insel mit weniger als 5.000 ständigen Einwohnern. Und trotzdem kann es im Sommer eng werden. Auch weil es bis auf eine Ausnahme keine großen Resortanlagen gibt.

Als Krösus bietet die Adrina-Gruppe in Panormos gleich drei große Anlagen. Die neueste davon ist das Adrina Grand Hotel, ein Fünf-Sterne-Haus – gebaut zwischen dem Adrina Resort & Spa und dem Adrina Beach, mit großzügig geschnittenen Suiten, Poolvillen und Panoramablick auf die gesamte Bucht. Die Strände Milia und Kastani sind fußläufig erreichbar, die Häfen von Glossa und Skopelos-Stadt jeweils rund 13 Kilometer entfernt. Bewertung auf Booking.com: 9,0. Eigenes Restaurant, 24-Stunden-Rezeption, kostenfreies WLAN und Concierge-Service. Wer auf Skopelos das komplette Hotelpaket sucht – Lage, Ausstattung, Service – kommt hier am nächsten dran.

Das Panormos Beach Hotel bietet inmitten von dicht bewachsenen Hügeln, direkt an der Bucht von Panormos, einen unkomplizierten Inselcharme, den teure Häuser oft nicht haben. Offiziell zwei Sterne – in der Praxis deutlich mehr. Große Zimmer mit Blick auf die Ägäis, Pool mit Liegestühlen, freundliches englischsprachiges Personal, das die Insel kennt. Sieben Nächte mit Frühstücksbuffet kosten unter 1000 Euro. Wer Skopelos ohne großes Hotelbudget erleben will, ohne auf Komfort zu verzichten, ist hier richtig.

Das Skopelos Holidays Hotel & Spa liegt direkt am Hafen von Chora und ist die beste Adresse für alle, die mitten im Geschehen übernachten wollen – und dank der Lage auch ohne einen Mietwagen auskommen. Spa, Gym, Kinder-Pool und Außenpool auf demselben Gelände, mehrsprachiges Personal, das Ausflüge und Bootstouren direkt vor Ort organisiert. Haustiere willkommen. Die Lage am Hafen bedeutet: morgens ein Kaffee mit Blick auf die Fähren, abends zu Fuß in die Gassen von Chora. Transfer vom Flughafen Skiathos auf Anfrage buchbar – das vereinfacht die Anreise erheblich.

Das Thea Home Hotel liegt rund 800 Meter vom Hafen von Chora entfernt und punktet mit einer ruhigen Lage oberhalb der Stadt, einem saisonalen Außenpool und kostenfreiem Parkplatz – auf einer Insel, auf der Parken im Hochsommer zur Geduldsprobe werden kann. Zehn Gehminuten bis zum Fotografischen Zentrum und zum Folkloremuseum, Meerblick vom Balkon, persönliche Atmosphäre. Frühstück inklusive.

Wer die ruhige Nordseite der Insel bevorzugt, findet in Glossa und Loutraki kleine Apartments direkt am Wasser oder mit Blick auf die Insel Skiathos. Kein großes Hotelangebot, dafür authentischer und günstiger. Fähren in Richtung Skiathos und Alonnisos fahren direkt von Loutraki ab – praktisch für Inselhüpfer.

Hilfreiche Tipps für deinen Skopelos-Urlaub

Anreise

Skopelos hat keinen eigenen Flughafen. Die Insel ist ausschließlich per Fähre erreichbar. Der schnellste Weg: Direktflug nach Skiathos, von dort mit der Schnellfähre Seajets in rund 15 Minuten nach Skopelos-Stadt oder rund 30 Minuten nach Loutraki im Norden. Ab Volos auf dem Festland dauert die Fährüberfahrt rund 3 Stunden, ab Thessaloniki zunächst per Bus oder Mietwagen nach Volos, dann weiter mit der Fähre.

Beste Reisezeit

Mai und Juni sind ideal: Die Insel ist tiefgrün, warm und kaum besucht. Zu dieser Zeit herrschen perfekte Bedingungen zum Wandern, Erkunden und Stranden ohne Gedränge. September ist die zweite Spitzenzeit: warmes Wasser, ruhigerer Wind, entspanntere Atmosphäre und günstigere Preise als im Hochsommer. Juli und August sind voll und werden vor allem von griechischen Urlaubern genutzt. Wer es ruhiger angehen möchte, kommt in der Nebensaison. Beachte: Ab Mitte Oktober endet die Saison auf Skopelos.

Fortbewegung auf der Insel

Das öffentliche Busnetz verbindet Skopelos-Stadt, Glossa/Loutraki und die wichtigsten Strände entlang der Hauptstraße zuverlässig, günstig (ab rund 2 Euro pro Fahrt), aber nicht flexibel. Ein Mietwagen oder Roller ist die beste Option für alle, die die Insel individuell erkunden wollen. Bedenke auch, dass Schotterstraßen zu abgelegenen Stränden und Klöstern ohne eigenes Fahrzeug kaum erreichbar sind. Mietwagen kosten ab rund 35 Euro pro Tag, Roller ab 20 Euro. Motorboote ohne Führerschein gibt es bei Mastrale Rent a Boat in Agnontas ab rund 50 Euro für den halben Tag. Ausflugsboote ab Chora-Hafen bringen dich zur Mamma-Mia-Kapelle, nach Alonnisos und zu unzugänglichen Buchten.

Tagesbudget

Skopelos ist für die Sporaden angenehm fair bepreist. Gute Unterkünfte ab 70–90 Euro pro Nacht je nach Saison. Als Paar mit Frühstück, Mittagessen am Strand, Abendessen in einer Taverne und einem kleinen Ausflug kommt man mit rund 150–160 Euro pro Tag gut durch. Mietwagen oder Roller kommen dazu. Wer selbst kocht oder auf günstige Tavernen setzt, kommt deutlich günstiger weg.

Kleiderordnung für Klöster und Kirchen

Über 350 Kirchen und Kapellen auf der Insel. Außerhalb der Stadt sind viele geöffnet ohne Eintritt, hingegen bleiben viele Türen in der Chora verschlossen. Für die Klöster am Berg Palouki gilt: Schultern und Knie bedecken, kein kurzer Rock, kein Tanktop. Ein leichtes Wrap-Tuch im Rucksack löst das Problem. Öffnungszeiten der Palouki-Klöster: täglich 8:00 bis 13:00 Uhr und 17:00 bis 19:00 Uhr.

Mobilfunk

Der Empfang ist in den Ortschaften gut. Auf Wanderwegen, in bewaldeten Gebirgsregionen und auf abgelegenen Strandpfaden bricht er häufig ein. GPS-Tracks vorher herunterladen, nicht auf Live-Navigation verlassen.

Medizinische Versorgung

In Skopelos-Stadt gibt es ein Gesundheitszentrum für die Grundversorgung. Für ernstere Fälle ist ein Hubschrauber-Transfer nach Volos notwendig. Reisekrankenversicherung mit Rücktransport ist auf kleinen griechischen Inseln grundsätzlich empfehlenswert.

Praktische Hinweise

Pack Badeschuhe ein, der steinige Untergrund ist ansonsten nur schwerlich zu meistern. Für abgelegene Strände wie Hovolo oder Perivoliou immer Wasser, Sonnenschutz und Proviant mitnehmen, da es dort keine Infrastruktur gibt. Den Wanderführer „Skopelos Trails“ von Skopelos-Legende Heather Parsons gibt es am Kiosk am alten Hafen und bei Juices & Books in Chora. Das Rembetiko-Festival im Hafen von Chora findet 2026 vom 7. bis 10. Juli statt: Griechischer Blues, Bouzouki-Seminare und Konzerte unter freiem Himmel.

❓ FAQ – Häufige Fragen zu Skopelos

Wie komme ich nach Skopelos?

Die Insel ist ausschließlich per Fähre erreichbar. Der nächste Flughafen liegt auf Skiathos: Von dort dauert die Überfahrt mit einer Schnellfähre rund 15 Minuten. Ab Athen oder Thessaloniki fährst du zunächst nach Volos und von dort weiter mit der Fähre.

Was hat Skopelos mit Mamma Mia! zu tun?

2008 drehte das Filmteam die meisten Außenaufnahmen für Mamma Mia! auf Skopelos. Die Hochzeitskapelle Agios Ioannis Kastri und der Strand Kastani sind die bekanntesten Drehorte. Der Innenraum der winzigen Kapelle war für die Hochzeitsszene zu klein, daher wurde das Studio in London als Nachbau neu errichtet.

Welche Strände sind die schönsten auf Skopelos?

Kastani für Mamma-Mia-Flair und Sonnenuntergang. Panormos für Länge, Auswahl und die beste Beachbar der Insel. Hovolo für Einsamkeit und wilde Landschaft. Velanio für Freiheit und FKK. Perivoliou für absolute Stille. Limnonari für entspannte Abende mit Strandtaverne.

Kann ich auf Skopelos ein Boot mieten?

Ja, es gibt zahlreiche Anbieter in den Häfen der Chora, Loutraki, Agnontas und Neo Klima. Bei Mastrale Rent a Boat in Agnontas mietest du ein kleines Motorboot ohne Führerschein: Preise in der Nebensaison ab rund 50 Euro (+ Sprit) für den halben Tag. Damit erreichst du Buchten und Felswände, die von der Straße aus unsichtbar bleiben.

Benötige ich auf Skopelos ein Mietauto?

Nicht unbedingt. Nahezu alle bekannten Strände und Orte sind dank eines fast vorbildlichen öffentlichen Busnetz (Website) miteinander verknüpft. Vom Hafen aus besteht zudem die Möglichkeit eines Taxi-Transfers mit Festpreisen (50 Euro bis zum Endpunkt in Loutraki). Für mehr Flexibilität lohnt hingegen ein Leihfahrzeug (Tipp: MagiCars).

Wann ist die beste Reisezeit?

Mai und Juni sowie September und Oktober: Warmes Wasser, kaum Besucher, entspannte Atmosphäre in den Tavernen. Den Hochsommer meidet man besser, wenn Ruhe das Ziel ist; griechische Familien entdecken Alonnisos zunehmend für sich, was im Juli und vor allem August spürbar wird.

Wie viele Tage sollte ich für Skopelos einplanen?

Mindestens drei Tage. Mit fünf Tagen hast du Zeit für Chora, die Klöster, Glossa, Agios Ioannis Kastri, die schönsten Strände und noch einen ruhigen Tag ohne Programm. Skopelos bietet aber auch Anreize für einen längeren Aufenthalt von 7-10 Tagen.

Mein Fazit zu Skopelos

Skopelos ist für mich der perfekte Allrounder. Eine quicklebendige Hauptstadt mit vielen Touristen hier, viel Ruhe und prächtige Natur dort. Ob Cocktailservice am Strand, sehenswerte Wanderrouten im Hinterland oder stille Klöster auf den Hügeln – die Sporadeninsel bedient scheinbar alle Geschmäcker mühelos. Vielleicht ist es gerade die Mixtur aus Trubel, Entschleunigung und Genuss, die Skopelos so spannend macht. Wer kommt, wird ganz sicher nicht enttäuscht sein.

Mein Feelgood-Faktor: 85 von 100!

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Autor:in
Steffen Eidam ist renommierter Journalist und versierter Europa-Reiseexperte.

Mit über 70 besuchten Inseln gilt er als einer der profiliertesten Griechenland-Kenner. Gerne ist er auch in London, Südosteuropa und im Baltikum unterwegs.

Hier findest du alle Artikel von Steffen Eidam.
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