Kurz und knapp: Chora, Naturstrände & Sehenswürdigkeiten
Astypalea gehört offiziell zum Dodekanes, ähnelt aber den Kykladen. Die Insel ist 97 Quadratkilometer groß und hat etwa 1.300 Einwohner. Ihre Form erinnert an einen Schmetterling – daher der Beiname „Schmetterling der Ägäis“. Die engste Stelle bei Steno verbindet die beiden Inselteile Mesa Nisi und Exo Nisi mit nur 105 Metern Breite. Die größte Sehenswürdigkeit ist die Chora – einer der schönsten Griechenland. In Sachen Nachhaltigkeit hat Astypalea weltweite Aufmerksamkeit erlangt. Im Rahmen des Programms „Smart & Sustainable Island“ erreichte die Insel 2025 den Status der klimaneutralen Mobilität – dem Einsatz von Sonnenenergie, dem Verbot von Verbrenner-Motoren und einer vorausschauenden Gemeindeverwaltung sei Dank. Mein Tipp: Besuche Astypalea, solange es noch ein Geheimtipp ist!
1. Chora – Das malerische Herzstück der Insel

Die Hauptstadt Chora gilt als größtes Highlight der Insel. Wie weiße Zuckerwürfel kleben die typisch kykladischen Häuser am Berghang, gekrönt von der venezianischen Festung. Der zentrale Dorfplatz wird von acht restaurierten Windmühlen dominiert, die das Wahrzeichen der Insel bilden. In diesen befinden sich heute ein Supermarkt, eine Bibliothek und Ausstellungsräume.
Zwischen den steilen Gassen findest du die typischen Kirchen mit blauen Kuppeln und blühende Bougainvilleen. Das Besondere: Trotz der touristischen Bedeutung ist Chora kein Museum, sondern ein lebendiger Ort. In dieser wirklich einzigartigen Umgebung bietet sich dir ein üppiges gastronomisches Angebot (siehe Sehenswürdigkeit 7). Viele Cafés, Bars und Restaurants locken mit Terrassen und Balkon inklusive spektakulären Ausblicken. Einen Besuch wert sind auch die vielen kleinen Läden mit handgemachter Kunst.
Mein Fototipp: Besuche die Chora am frühen Morgen oder bei Sonnenuntergang, wenn das warme Licht die weißen Häuser zum Leuchten bringt.
2. Pera Gialos – Der Alte Hafen von Astypalea

Pera Gialos ist das Einfallstor der Insel, sofern du nicht zu den wenigen Gästen zählst, die mit dem Flugzeug anreisen. Die Umgebung rund um den Alten Hafen – mittlerweile kommen die meisten Fähren im abgelegenen und ungeliebten Neuen Hafen mitten im Nirgendwo an – ist eine Augenweide. Wie in einem Guss ziehen sich von hier aus die strahlend weißen Häuser den Hang hinauf und verschmelzen mit der Chora zu einem postkartentauglichen Ensemble.
Zu Pera Gialos zählt neben dem Anleger und dem Yachthafen auch ein gepflegter Kieselstrand. Obwohl es an der Küste Astypaleas schönere Strände gibt, ist Pera Gialos eine gute Wahl für ein kurzes, entspannendes Bad im Meer. Die Tatsache, dass die Bucht meist windstill ist, macht ihn besonders für Familien zum idealen Badeplatz.
Neben einem vielfältigen gastronomischen Angebot (siehe Sehenswürdigkeit 7) findest du auch etliche kleine Läden mit Handgefertigtem wie etwa den Koursaros Store (Google Maps*) in zweiter Reihe an der Marina.
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3. Venezianische Festung – Wächter über der Ägäis

130 Meter über dem Meer thront die imposante Burgruine, die 1413 von der venezianischen Familie Querini errichtet wurde. Die Festung steht auf den Fundamenten einer noch älteren Akropolis aus dem 8. Jahrhundert vor Christus. Bis 1948 war sie bewohnt – über 1.000 Menschen lebten einst in den engen Gassen hinter den Burgmauern.
Heute sind nur noch zwei Kirchen erhalten: Panagia of the Castle mit ihrer hellblauen Kuppel und Agios Georgios – beide Bauten kannst du kostenlos zu jeder Zeit besichtigen. Der Aufstieg ist steil, aber die 360-Grad-Aussicht über die Insel und das Meer entschädigt für die Anstrengung. Besonders spektakulär: der Sonnenaufgang von der Festung aus, wenn die ersten Strahlen die Ägäis zum Glitzern bringen.
4. Agios Konstantinos – Strand mit Naturjacuzzi

Die Anfahrt zum Agios Konstantinos (Google Maps*) führt dich über mehrere mühsame Kilometer Schotterpiste. Aber der Weg zu dieser Sehenswürdigkeit lohnt sich auf jeden Fall. Denn: Auf der linken Seite des Strandes, markiert durch eine blaue Boje, steigen Blasen vom Meeresgrund auf – ein natürlicher Jacuzzi-Effekt. Das Wasser ist nicht heiß, aber das Blubbern verleiht ein faszinierendes Gefühl.
Als Highlight on top findest du direkt daneben auf einer Anhöhe die malerische, gleichnamige Kirche. Von hier hast du einen perfekten Blick auf die Festung, eine echte Postkartenansicht.
Das ist längst nicht alles: Unter schattigen Tamarisken wartet hier neben der Strandtaverne Aerino (eher durchschnittlich) die coole Al Mare Beach Bar (Google Maps*) auf dich. Ab dem späten Nachmittag legen hier DJs auf und verleihen dem abgeschiedene Beach einen Hauch von Clubbing-Atmosphäre. Trotz all der musikalischen Vibes geht es am Agios Konstantinos immer entspannt zu. Womöglich liegt es auch am gechillten Publikum, das größtenteils aus Einheimischen aller Altersklassen besteht.

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5. Maltezana – Authentisches Fischerdorf

Das ruhige Dorf Maltezana (auch Analipsi genannt) mit nur 150 Einwohnern verkörpert die typische Stimmung auf Astypalea. Bunte Fischerboote schaukeln im kleinen Hafen, während die Fischer ihre Netze flicken. Die Tavernen sind durchweg von hoher Qualität und servieren fast obligatorisch den Fang des Tages.
Besonders hervorheben möchte ich neben dem Marino (siehe Sehenswürdigkeit 7) das 7Asteria auf einer Anhöhe mit herrlichem Blick auf die Bucht. Feinste heimische Speisen kredenzt du zudem im Almyra (Google Maps*) mit seiner idyllischen Gartenveranda und im To Rodino (Google Maps*).
In der Nähe des naturbelassenen Strands findest du die ehemaligen römischen Bäder von Talara mit einem beeindruckenden Bodenmosaik aus dem 4. Jahrhundert. Am Strand von Maltezana kannst du am Meeresgrund die Überreste antiker Ruinen entdecken. Allerdings hört sich das spektakulärer an, als es ist. Von der versunkenen Siedlung sind heute nur noch Steinquader übrig.
6. Livadia Beach – Entspannung mit Panoramablick

Nur zehn Gehminuten von Chora entfernt liegt Livadia (Google Maps*) in einer geschützten Bucht. Der organisierte Strand bietet Liegen und Sonnenschirme. Das Besondere: der fantastische Blick auf die Festung von Chora. Bei Sonnenuntergang verwandelt sich das Meer in einen Spiegel aus Gold und Orange.
Der Ort ist bei Seglern beliebt als Ankerplatz, was für eine lebendige Atmosphäre sorgt. Für Familien ideal: flach abfallender Einstieg und ruhiges Wasser. Direkt am Strand findest du gleich mehrere Tavernen. Mein persönlicher Favorit ist mit Abstand das Restaurant Para thin alos (Google Maps*). Hier darfst du dich auf hervorragende Speisen in üppigen Portionen freuen – den aufmerksamen Service und das Geräusch der Wellen gibt es on top.
Mein Tipp: Früh am Morgen hast du den Strand oft für dich allein und kannst den Sonnenaufgang über der Festung erleben.
7. Kulinarische Höhepunkte auf Astypalea

Astypaleas Gastronomie-Szene überrascht mit authentischen Lokalen und spektakulären Aussichten. Akti Restaurant am Hafen Pera Gialos gilt als absolute Nummer eins für frische Meeresfrüchte – hier speist du mit Blick auf die beleuchtete Festung. Ebenfalls am Hafen überzeugt Antikastro mit traditioneller griechischer Küche und herrlichem Meerblick. Die Castro Bar versteckt sich malerisch in den Gassen der Chora unterhalb der Burg und serviert kreative Cocktails auf einer traumhaften Terrasse.
Die Taverne To Stenaki toy Koukla (Google Maps*) bei den Windmühlen überzeugt mit hausgemachten Makarounes (lokale Pasta) und typischen Inselgerichten. Für entspannte Abende empfiehlt sich die Athelas Cocktail Bar mit ihrer stilvollen Atmosphäre und perfekt gemixten Drinks. Salis Kafeneio Mezedopoleio (Google Maps*) lockt mit vielseitigen Mezedes und gemütlicher Kafenio-Atmosphäre. Im Fischerdorf Maltezana wartet Marinos (Google Maps*) mit köstlichen Kuchen und dem besten Kaffee der Insel auf.
Mein Geheimtipp: Im hintersten Winkel von Astypalea, im winzigen Dorf Vathy mit gerade mal 15 Einwohnern, findest du ein gastronomisches Juwel direkt an der idyllischen Marina: die Taverna Galini. Hier hat die über 70-jährige Wirtin Maria das Sagen – und das macht es selbst für griechische Verhältnisse besonders. Sie verkörpert echter Gastfreundschaft und eine Zubereitung nach überlieferten Rezepten. Auf den Tisch kommt das, was vorrätig ist. Eine Speisekarte wirst du hier nicht finden, dafür aber herzliche Gastfreundschaft und einen Exkurs in die griechische Sprache.
Mein Tipp: Die Taverne ist meist nur in der Saison geöffnet – ein Anruf vorab ist empfehlenswert.
8. Bootstour nach Koutsomitis & Kounoupa

Diese unbewohnten Eilande vor Astypaleas Küste sind nur per Bootstour erreichbar und gelten als Höhepunkt jeder Astypalea-Reise. Kounoupa besticht durch einen Doppelstrand in der Inselmitte – türkisfarbenes Wasser umspült beide Seiten. Koutsomitis ist kleiner, aber das Meer hier ist so klar, dass du den Grund in zehn Metern Tiefe erkennst.
Die Boote ankern meist etwas entfernt, sodass du ins Nass springen und zur Insel schwimmen musst. Tagestouren (50 Euro inklusive Mittagessen) starten um 11 Uhr im Hafen Pera Gialos und dauern sieben Stunden. Drei Stopps sind inklusive: Die Felsformation Red Rock, Koutsomitis und Kounoupa. Unbedingt Schnorchelausrüstung mitbringen – die Unterwasserwelt ist spektakulär!
9. Kaminakia Beach – Top-Strand am Ende der Welt

Die 45-minütige Fahrt über holprige Schotterpisten führt durch eine marsähnliche Landschaft zu einem der schönsten Strände der Insel. Kaminakia liegt in einer geschützten Bucht zwischen hohen Klippen – ein natürlicher Windschutz. Das kristallklare Wasser schimmert in allen Blautönen, der Strand besteht aus einer Mischung aus Sand und Kieseln.
Die Taverne Linda’s (Google Maps*) serviert ausgezeichnete Meeresfrüchte mit selbst angebautem Gemüse in urigem Ambiente. Schattenspendende Tamariskenbäume machen einen ganzen Tag am Strand möglich. Achtung: Die letzten 20 Minuten der Anfahrt sind nur mit dem Auto oder für Mutige mit dem Roller zu bewältigen. Alternativ erreichst du Kaminakia per Bootsausflug.
10. Plakes Beach – Versteckt im Fels

Plakes befindet sich auf einem schmalen Landstreifen in der Nähe von Maltezana (siehe Sehenswürdigkeit 5). Die kleine, geschützte Bucht besticht durch steile Felsen und einen Kiesstrand mit glasklarem, türkis- und azurblauem Wasser. Besonders auffällig sind die flachen Steinplatten, die dem Strand seinen Namen geben.
Da Plakes sehr klein und nicht touristisch erschlossen ist, eignet er sich bestens für Ruhesuchende, die der Hektik entkommen möchten. Wer morgens oder außerhalb der Hauptsaison kommt, kann hier ungestört entspannen, erst ab 15 Uhr geht es hier lebendiger zu.
Zum Strand gelangt man mit dem Auto oder einem Roller. Ein Pluspunkt: Der Regionalbus (KTEL) hält direkt an der Straße oberhalb der Bucht. Von hier aus führt dich ein Feldweg in wenigen Minuten zur Badestelle. Das Schnorcheln ist dank der Unterwasserlandschaft mit Felsen und zahlreichen Fischen besonders schön.
Praktische Reisetipps für Astypalea
Anreise
Die Anreise nach Astypalea erfordert Planung. Per Flug: Sky Express fliegt sechsmal wöchentlich von Athen zum kleinen Airport (40 Minuten Flugzeit). Tickets solltest du frühzeitig buchen. Per Fähre: Blue Star Ferries verbindet Piräus täglich mit Astypalea (9 bis 10 Stunden). Die günstigsten Tickets sind Deck-Plätze ohne reservierten Sitzplatz. Komfortabler sind Liegesitze oder Kabinen für die Nachtfahrt. Alternative Routen führen über Paros (4 bis 5 Stunden) oder andere Kykladen-Inseln. Hier findest du mehr Tipps über Reisen mit Fähren in Griechenland.
Fortbewegung vor Ort
Mietwagen oder Roller sind unerlässlich. Viele Straßen sind unbefestigte Schotterpisten, besonders zu den schönsten Stränden. Roller sind bei Einheimischen und Touristen sehr beliebt. Es gibt zwei Buslinien, aber mit eingeschränktem Fahrplan. Besonderheit: Astypalea testet ein innovatives E-Car-Sharing-System (AstyMove App) – eine umweltfreundliche Alternative. Die Preise für Mietwagen liegen bei 50 bis 60 Euro pro Tag, Roller sind deutlich günstiger.
Unterkünfte
Große Hotelketten suchst du auf der Insel vergeblich – zum Glück! Stattdessen findest du charmante Boutique-Hotels, familiengeführte Pensionen und gemütliche Wohnungen. Die wohl beste Adresse ist das Vithos Aparthotel direkt am Hafen. Die Apartments erstrecken sich über mehrere großzügige Räume. Von den zwei Balkonen (!) hast du einen Traumblick auf die Burg und die Marina.
Weitere Top-Empfehlungen: Astypalaia Hotel Palace (Panoramablick über Hafen und Burg), Marina’s Deluxe Studios (5 Minuten zu den Windmühlen), Anatoli Luxury Studios (mit Outdoor-Whirlpools). Wichtig: In der Hochsaison (Juli/August) mindestens drei Monate im Voraus buchen. Die meisten Unterkünfte befinden sich in Chora oder Livadi.
Reisezeit und -dauer
Beste Reisezeit: Juni bis September für warme Wassertemperaturen (23 bis 28 Grad). Mai und Oktober sind ideal für Wanderungen und Sightseeing. Mindest-Aufenthaltsdauer: Fünf Tage, um die wichtigsten Highlights entspannt zu erkunden. Eine Woche ermöglicht auch Ausflüge zu abgelegenen Stränden und Wanderungen. Insider-Tipp: April/Mai oder September/Oktober bieten ein angenehmes Klima und weniger Touristen.
Mein Fazit
Astypalea eignet sich perfekt für jene, die das authentische Griechenland abseits der Touristenmassen suchen. Die Schmetterlingsinsel vereint die Architektur der Kykladen mit dem Charme der Dodekanes, bietet spektakuläre Landschaften und herzliche Gastfreundschaft. Ja, die Anreise ist aufwendig und die Infrastruktur begrenzt – aber genau das macht den Reiz aus. Aufgrund der besonderen Topographie gibt es allerdings keine typischen Dörfer im Hinterland – das ist der einzige Wermutstropfen. Mein Feelgood-Faktor: 85 von 100!
Astypalea-Reiseführer
Das waren also die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Astypalea. Für noch mehr Tipps empfehle ich dir folgende Reiseführer:
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