Mückenplage vs. Thermacell

Hunderte der blutrünstigen Plagegeister stürzen sich auf alles, was sich bewegt. Ein erholsamer Ausflug zum See wird so zum Horrortrip, ein Camping-Trip zum Überlebenstraining. Okay, das ist übertrieben, Mücken können einem aber wirklich den Tag oder den Abend versauen.
Anti-Mücken-Mittel wie Autan zum Auftragen auf die Haut sind nicht jedermanns Sache. Man muss ständig nachschmieren, man klebt und stinkt.
Auf der Suche nach einer Alternative fürs Camping und für entspannte Abende am See sind wir auf das Thermacell Stechmücken-Schutzgerät, wie es etwas sperrig heißt, gestoßen.
Thermacell Backpacker MR-BP im Test

Der Hersteller verspricht: Zuverlässiger Schutz gegen Steckmücken auf einer Fläche von 21 Quadratmetern. Das ist ein Kreis mit einem Durchmesser von rund fünf Metern. Das ist mehr als ausreichend, um sein Zelt und alles drum herum vor den fliegenden Blutsaugern zu schützen.
Die Werbung verspricht aber natürlich immer viel: Wir haben das Thermacell im freien Feld getestet. Es war später Nachmittag und wir haben es uns an einem Bergsee gemütlich gemacht. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Mücken Kurs auf uns nahmen. Wenige Minuten später surrten dutzende Mücken um uns herum. Ein gemütlicher Abend im Freien wäre jetzt zu Ende gewesen, wollte man nicht völlig zerstochen nach Hause kommen.
Einfache Bedienung

Zeit, unser TermaCell Backpacker MR-BP zu testen. Der handtellergroße Aufsatz wird auf eine handelsübliche Gaskartusche geschraubt. Sitzt bombenfest. Jetzt schiebt man ein kleines Plättchen in den Brenner. Nun den Ein- und Aus-Schalter auf die Position „On“ schieben. Man hört das Gas leise aus der Kartusche strömen. Damit das das Anti-Mücken-System seine Dienst beginnt, muss man noch einen kleinen Hebel einige Male nach oben drücken.
Im Inneren des Brenners blitzen Funken, ähnlich wie bei einem Feuerzeug. Das Gas entzündet sich und der Anti-Mücken-Wirkstoff wird durch die Hitze freigesetzt. Auf der Bedienungsanleitung wird davor gewarnt, dass der Kopf sehr heiß wird. Stimmt, der Kopf wird tatsächlich recht heiß. Also besser die Finger vom Brenner lassen und nichts Brennbares in der Nähe lagern.
Und ganz wichtig: die Plättchen mit dem Brennstoff sind extremst giftig für Wasserbewohner. Die Plättchen dürfen also auf keinem Fall im See oder einem anderen Gewässer landen.
Mücken machen einen weiten Bogen um die Schutzzone
Es dauerte ein paar Minuten, bis der Wirkstoff seine Wirkung entfaltete. Und tatsächlich, die Mücken machten einen weiten Bogen um uns. War das Zufall? Wir ließen das Thermacell-System noch eine Weile brennen und warteten ab. Aber nichts passierte. Erst als wird den Brenner wieder ausstellten, hörten wir wieder die Mücken um uns herum surren.
Den ersten Härtetest im Feldeinsatz hat der Thermacell-Mückenschutz bestanden. Einen anderen Test haben wir beim Outdoor-Training am Waldrand gemacht. Auch hier waren die Mücken nach wenigen Minuten verschwunden.
Unser Fazit
Unsere ersten Erfahrungen mit dem Thermacell-Mückenschutz waren positiv. Das System ist leicht zu transportieren, passt in jeden Rucksack und ist einfach zu bedienen. Von der Wirkung waren wir wirklich überrascht. Die unsichtbare Duftglocke, die das System aufbaut, schreckt die nervigen Blutsauger zuverlässig ab. Für Backpacker und zum Campen ist das System perfekt.
Eine handelsübliche Gaskartusche für den Kocher hat man beim Zelten in der Regel ohnehin dabei. Statt des Kochers wird einfach das Thermacell aufgeschraubt – und schon ist Ruhe vor den Mücken. Das Gerät wiegt nicht mehr als ein Smartphone – das Zusatzgepäck hält sich also im Rahmen.
Und der Verbrauch ist gering. Mit einer 100-Gramm-Gaskartusche soll der Brenner rund 90 Stunden arbeiten. Auf Sizilien, auf Island oder auf unserer Nankoweap-Wanderung hätten wir das Mückenschutzsystem gut brauchen können – vor allem am Abend beim Fotografieren in der Wildnis.
Einziger Negativ-Faktor ist wie oben angesprochen die extreme Giftigkeit für Lebewesen im Wasser.
Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Thermacell-Geräten, etwa für den hemischen Garten, für Reisende (mit Akku) oder eben für Wanderer, die aber im Prinzip gleich funktionieren.
*Werbelink / Bilder von der Amazon Product Advertising API






Hallo, ich würde das Gerät gerne mit nach Thailand nehmen.
Gibt es dort die passenden Kartuschen zu kaufen?
Vielen Dank für Eure Antwort.
Lg Randy
Hallo Ihr zwei
Danke für Euren positiven Test von Thermacell. Leider vergesst Ihr zu erwähnen, das es sich bei dem Mittel, welches über Thermacell versprüht wird, um ein Pestizid handelt.
Diese „wehrt“ nicht nur Mücken ab, sondern alle anderen Insekten auch. Zu dem kann das Mittel auch auf die Atemwege beim Menschen gehen und dort sogar gesundheitliche Schäden auslösen. Des weiteren muss man sehr darauf achten, das es nicht in Gewässer gelangt.
Was auch gerne vergessen wird zu sagen ist, das die Nutzung von Thermacell in Schweden und Finnland (finnischen Sicherheitsbehörde Tukes) in der Natur verboten ist! Hier ist eine Nutzung nur auf dem privaten Grundstück erlaubt.
Ich finde, das solche Dinge in einen unabhängigen Testbericht auch gehören. Es sei den, man mag hier nur Geld über die Affiliate Links verdienen. Das wäre dann aber dem User gegenüber nicht Fair und nicht ehrlich.
Mike
Hi Mike,
da hast du aber einen alten Artikel ausgegraben. Aber ja, du hast vollkommen Recht! Vielen Dank für die Hinweise!
Viele Grüße
Florian
Hallo Florian, wir versuchen verzweifelt, den Backpacker auf unsere Gaskartusche zu schrauben, das funktioniert aber nicht. Gibt es Unterschiede bei den Kartuschen, dass es bei einigen nicht geht? Wir sind eigentlich der Meinung, dass wir eine ganz normale Kartusche haben.
Hallo Christiane,
ja, es gibt mehrere Arten! Es gibt Stechkartuschen, Bajonett-Ventilkartusche und die Schraub-Ventilkartusche. Du benötigst die Schraub-Ventilkartusche. Unter anderem gibt es diese von Primus, Snow Peak, Rothenberger, Coleman und Markill.
Viele Grüße
Florian
Hallo ihr zwei. Ich hatte ja bereits euren ersten Test auf Instagram verfolgt und war schon sehr angetan. Euer Artikel verspricht ja wirklich viel. klingt spannend. Zumal ich demnächst zum Campen fahre. Ich werde mir das Produkt bestellen. klingt perfekt für meinen Sommerurlaub. Wie schwer ist das Teil denn? das hätte mich noch interessiert. LIebe Grüße, Conny
Hi Cornelia,
das Gerät wiegt 114 Gramm, ist also wirklich leicht zu transportieren. Natürlich brauchst du noch die Gaskartusche
Viele Grüße
Florian