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Herzogstand & Heimgarten Wanderung: Mittelschwere Bergtour

In den höheren Lagen machen Schnee und Eis das Vorankommen in den Bergen gefährlich. Auf eine Bergtour wollen wir aber nicht verzichten, schließlich schreit das Wetter geradezu nach einer Wanderung. Nur eine gute Stunde von München entfernt zwischen Kochelsee und Walchensee liegen der Herzogstand und der Heimgarten – zwei Gipfel in den Bayerischen Voralpen, die ein grandioses Bergerlebnis versprechen. Die Wanderung auf Herzogstand und Heimgarten gehört zu den Klassikern rund um München.

Aktualisiert am 29.05.2022

Start der Wanderung am Walchensee

Vom Parkplatz in Walchensee (GPS: N 47 35.771, E 11 19.066 Google Maps) folgen wir zunächst recht gemütlich einem Waldweg. Da wir quasi direkt am Walchensee aufsteigen, erhaschen wir immer wieder einen tollen Blick auf den See. Auf der glatten Oberfläche funkeln die Sonnenstrahlen wie Diamanten. Der Wanderweg ist immer gut auszmachen. An einigen Stellen sind Drahtseile zur Sicherung in die Wand geschlagen. Größere Schwierigkeiten bereitet die Strecke aber nicht. Trotzdem muss man an leicht ausgesetzten Stellen immer etwas aufpassen. Auch der Wald lichtet sich immer wieder und gibt einen tollen Blick auf die umliegenden Berge – auch auf den Heimgarten – frei.

Tipp: Hier findest du eine Übersicht über die schönsten Wanderungen in Bayern.

Wegweiser zum Herzogstand
Hier beginnt unsere Wanderung. Zum Herzogstand sind es laut Wegweiser 2 3/4 Stunden
Wanderweg Herzogstand
Der Weg führt uns jetzt gemütlich höher und höher
Ausblick Alpen
Immer wieder gibt es so tolle Ausblicke wie hier
Stahlseilsicherung Herzogstand
Stahlseile sichern leicht ausgesetzte Stellen
Wanderweg Herzogstand
Im Schatten hat es noch weit unter Null Grad – der Schnee schmilzt hier nicht
Stahlseilsicherung Herzogstand
Noch eine seilgesicherte Passage
Berge im Dunst
Die Berge liegen im Dunst
Blick auf den Heimgarten
Dort müssen wir hin: Der Heimgarten ist aber noch weit entfernt

Wanderkarten, Reiseführer und Wissenswertes zur Region

Der Herzogstand – und eine Besonderheit

Nach knapp zwei Stunden erreichen wir das  Königshaus am Herzogstand auf 1575 Metern, errichtet 1865 von König Ludwig II. Hier oben erwartet uns eine Winterlandschaft, wie sie im Buche steht. Die Luft ist kalt und klar und unser Blick schweift in die Ferne. Wir genießen auch einen tollen Blick auf den  Jochberg. Bis zum Herzogstand ist es nun nicht mehr weit. Wir erreichen den Gipfel nach einer weitere halben Stunde über einen breiten Wanderweg. Eine Besonderheit ist das Herzogstand-Gipfelkreuz: es steht nicht an der höchsten Stelle des Berges.

Königshaus am Herzogstand
Das Königshaus am Herzogstand. Je nach Saison kann man hier gemütlich einkehren oder übernachten
Blick auf den Jochberg
Der rechte Gipfel mit der großen Grasflanke ist der Jochberg
Blick auf den Herzogstand
Dort oben zum Herzogstand müssen wir zunächst hin
Walchensee
Der Walchensee liegt uns zu Füßen
Wanderweg zum Herzogstand
Der Wanderweg hinauf zum Gipfel ist angenehm breit und bereitet keine Schwierigkeiten
Gipfelkreuz Herzogstand
Das Herzogstand-Kreuz – am Gipfel sind wir aber noch nicht

Die Gratwanderung zum Heimgarten

Wir brauchen noch ein paar Minuten, bis wir den Herzogstand-Gipfel erreichen. Hier oben gibt es eine kleine Hütte, die bei Wind und Wetter Schutz bietet und auch gerne zum Biwakieren genutzt wird. Vom Gipfel blicken wir nun hinüber zum Heimgarten – unser nächstes Tagesziel. Verbunden sind beide Gipfel durch einen Grat. Wir steigen wieder ein Stück ab. Ein Schild weist den Weg zum Heimgarten. „2 1⁄4 Stunden – Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich“, warnt ein Schild. Schauen wir uns das ganze doch einmal an. Zunächst führt der Waderweg über Schrofen ein Stück nach unten. Nichts Dramatisches, Schnee und Eis erfordern heute aber Konzentration.

Herzogstand-Gipfel
Dort liegt der eigentliche Herzogstand-Gipfel
Berge im Nebel
Vom Gipfel genießen wir eine tolle Aussicht – hier nach Nordosten zum Kochelsee, der komplett im Hochnebel liegt
Grat Herzogstand Heimgarten
Hier erkennt man gut den weiteren Wanderverlauf auf dem Grat zum Heimgarten
Wegweiser Heimgarten
„Alpine Erfahrung erforderlich“, warnt dieses Schild
Einstieg Grat Heimgarten
Zunächst geht es ein paar Meter bergab zum Grat. Bei Eis und Schnee muss man schon ein wenig aufpassen

Gratwanderung zum Heimgarten

Das war es eigentlich auch schon. Der Grat zieht sich recht gemütlich bis zum Heimgarten. Der Weg ist nie besonders anspruchsvoll oder ausgesetzt. An den Stellen, wo es wirklich einmal ein wenig in die Tiefe geht, ist durchweg ein Stahlseil zur Sicherung gespannt. Der Hinweis „Alpine Erfahrung“ soll wohl allzu leichtsinnige Touristen von der Wanderung abhalten, die mit der Herzogstandbahn gefahren sind. Ja, mit Sportschuhen oder Sandalen sollte man den Grat wirklich nicht gehen – insofern ist die Warnung schon nachzuvollziehen. Vorbei an einem kleinen Kreuz auf einer Felsspitze könnte man am nördlichen Ufer des Kochelsees das Kloster Schlehdorf entdecken – wenn nicht der Hochnebel wäre. Nach etwa 40 Minuten erreichen wir einen Abzweig, der nach wenigen Minuten zum 1982 errichteten Schlehdorfer Kreuz führt, einem kleinen Zwischengipfel auf dem Grat. Von hier sind sowohl Herzogstand als auch Heimgarten wunderbar im Blick.

Blick in die Alpen
Der Fernblick ist atemberaubend
Kreuz Gratwanderung Heimgarten
Das kleine Kreuz auf einer Felsspitze ist nicht zu übersehen. Im Nebel liegt der Kochelsee
Seilsicherung Grat Heimgarten
Der Grat ist mit Stahlseilen vorbildlich gesichert. Im Hintergrund sieht man schon den Heimgarten
Wanderweg Heimgarten
Dort vorne erkennt man den kleinen Zwischengipfel mit dem Schlehdorfer Kreuz
Schlehdorfer Kreuz
Das Schlehdorfer Kreuz
Blick auf Herzogstand
Von dem kleinen Zwischengipfel hat man einen tollen Blick zurück auf den Herzogstand
Hochnebel
Hochnebel, so weit das Auge schaut

Der Grat führt uns nun immer weiter in Richtung Heimgarten. An einigen Stellen machen Schnee und Eis das Vorankommen ein wenig mühsam – vor allem dann, wenn kleinere Felsen überklettert werden müssen. Aber auch hier hält sich der Schwierigkeitsgrad in Grenzen. Das kann man vom Ausblick auf die umliegenden Berggipfel und den Walchensee nicht sagen. Der Kochelsee liegt indes unter einer dickten Schicht Hochnebel und ist nicht zu sehen.

Felsige Stelle Grat Heimgarten
Auch wenn die Gratwanderung zum Heimgarten nicht übermäßig schwierig ist – Trittsicherheit ist schon nötig
Gipfelkreuz Heimgarten
Hier taucht das Gipfelkreuz des Heimgartens auf

Der Heimgarten-Gipfel

Kurz vor dem Heimgarten zieht der Weg noch einmal kräftig an. Aber auch dieses Stück ist schnell gemeistert und nach wenigen Minuten stehen wir am Gipfelkreuz. Der Blick zurück auf den Grat und hinüber zum Herzogstand ist wirklich grandios. Für den Grat haben wir trotz Eis und Schnee nur eineinhalb Stunden benötigt. Der sonnengeflutete Heimgarten-Gipfel lädt jetzt zu einer längeren Pause und der wohlverdienten Brotzeit ein.

Heimgarten-Gipfel
Geschafft! Wir stehen am Heimgarten-Gipfel
Grat Heimgarten Herzogstand
Hier erkennt man schön den Grat, dem wir vom Herzogstand gefolgt sind
Walchensee
Der Walchensee ist, anders als der Kochelsee, komplett frei
Heimgarten Gipfelkreuz
Biggi am Gipfelkreuz. Aus dieser Perspektive schaut es so aus, als befänden wir uns im Hochgebirge
Innschrift Gipfelkreuz Heimgarten
Das Gipfelkreuz hat eine lange Geschichte

Abstieg über die Ohlstädter Alm

Vom Heimgarten steigen wir nun über die Ohlstädter Alm ab. Lange Zeit genießen wir noch einen tollen Blick auf den Walchensee, der sich direkt vor uns auftut. Aber auch das Wettersteingebirge mit der Alpsitze und der Zugspitze liegt lange Zeit im Blick. Auf der Strecke gibt es noch einen Gegenanstieg, der etwas Kondition erfordert. Bevor es in den Wald geht, warnt ein Schild ausdrücklich davor, den Weg zu verlassen. Wo hier die Lebensgefahr liegt, können wir nicht erkennen, aber vermutlich hat es hier in der Vergangenheit einen tragischen Unfall gegeben.

Abstieg
Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns wieder an den Abstieg
Wettersteingebirge
Vor uns tut sich das Wettersteingebirge mit Alpspitze und Zugspitze auf
Abstieg vom Heimgarten
Die Sonne steht schon recht tief und die Farben sind wunderbar warm
Schild Lebensgefahr
Dieses Schild warnt ausdrücklich davor, den Weg zu verlassen
Herzogstand
Hier blicken wir noch einmal auf den Herzogstand
Wanderweg
Der Weg zieht noch einmal etwas an
Blick auf den Guffert
Immer wieder werden wir mit tollen Ausblicken belohnt. Die markante Bergspitze in der Bildmitte ist der Guffert – eine sehr lohnenswerte Tour, die ihr auch bei uns im Blog findet
Heimgarten im Abendlicht
Auch der Heimgarten zeigt sich im schönsten Abendlicht
Walchensee im Nebel
Wir nähern uns dem Parkplatz. Inzwischen zieht Nebel über dem Walchensee auf

Das Video zur Wanderung auf Herzogstand und Heimgarten

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Tourdaten Rundwanderung Herzogstand und Heimgarten

Datum: Dezember 2016
Gesamtweglänge: 14,7 Kilometer
Höhenmeter: 1160 Meter
Reine Gehzeit: 5:15 Stunden

Die Rundwanderung Herzogstand und Heimgarten ist landschaftlich ein echter Hochgenuss und zählt zu Recht zu den beliebtesten Touren in den Bayerischen Voralpen. Der Blick schweift immer wieder auf den wundervoll gelegenen Walchensee und den Kochelsee. Mit rund 15 Kilometern Länge und knapp 1200 Höhenmetern erfordert die Wanderung schon ein gehöriges Maß an Kondition. Für den Grat zwischen Herzogstand und Heimgarten sind gute Wanderschuhe und Trittsicherheit unabdingbar. Heiklere Stellen sind allesamt gut gesichert und sollten für erfahrene Berggeher kein Problem darstellen. Anfängern ist die Wanderung aufgrund der Länge und einiger ausgesetzter Stellen nicht zu empfehlen. Wie bei allen Gratwanderungen gilt aber: Achtet auf das Wetter – ein Gewitter kann hier oben böse Folgen haben. Vom Grat aus gibt es keine Abstiegsmöglichkeit.

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2 Kommentare

  • - Hans

    Ich kann die Begeisterung, die im Artikel zum Ausdruck kommt, voll teilen. Die Gratwanderung war für uns und unsere Kinder (8 und 13 Jahre) ein unvergessliches Erlebnis. Ich würde nur nicht empfehlen, die Tour mit Kindern vom Heimgarten zum Herzogstand zu machen, sondern umgekehrt. Es ist besser „ frisch“ und ausgeruht den Grat anzugehen, als nach dem mühevollen Aufstieg über den Heimgarten. Ansonsten wie gesagt sehr eindrucksvoll und unbedingt zu empfehlen, wenn Schwindelfreiheit und Trittsicherheit vorhanden.

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