Wanderung auf Herzogstand (1731m) und Heimgarten (1790m)

Herzogstand und Heimgarten

Eine Traumrunde zwischen Walchensee und Kochelsee

In den höheren Lagen machen Schnee und Eis das Vorankommen in den Bergen gefährlich. Auf eine Bergtour wollen wir aber nicht verzichten, schließlich schreit das Wetter geradezu nach einer Wanderung. Nur eine gute Stunde von München entfernt zwischen Kochelsee und Walchensee liegen der Herzogstand und der Heimgarten – zwei Gipfel in den Bayerischen Voralpen, die ein grandioses Bergerlebnis versprechen.

Vom Parkplatz in Walchensee (GPS: N 47 35.771, E 11 19.066 – Google Maps) folgen wir zunächst recht gemütlich einem Waldweg. Da wir quasi direkt am Walchensee aufsteigen, erhaschen wir immer wieder einen tollen Blick auf den See. Auf der glatten Oberfläche funkeln die Sonnenstrahlen wie Diamanten. Der Wanderweg ist immer gut auszmachen. An einigen Stellen sind Drahtseile zur Sicherung in die Wand geschlagen. Größere Schwierigkeiten bereitet die Strecke aber nicht. Trotzdem muss man an leicht ausgesetzten Stellen immer etwas aufpassen. Auch der Wald lichtet sich immer wieder und gibt einen tollen Blick auf die umliegenden Berge – auch auf den Heimgarten – frei.

Wegweiser zum Herzogstand

Hier beginnt unsere Wanderung. Zum Herzogstand sind es laut Wegweiser 2 3/4 Stunden

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Wanderweg Herzogstand

Der Weg führt uns jetzt gemütlich höher und höher

Ausblick Alpen

Immer wieder gibt es so tolle Ausblicke wie hier

Stahlseilsicherung Herzogstand

Stahlseile sichern leicht ausgesetzte Stellen

Wanderweg Herzogstand

Im Schatten hat es noch weit unter Null Grad – der Schnee schmilzt hier nicht

Stahlseilsicherung Herzogstand

Noch eine seilgesicherte Passage

Berge im Dunst

Die Berge liegen im Dunst

Blick auf den Heimgarten

Dort müssen wir hin: Der Heimgarten ist aber noch weit entfernt

Der Herzogstand – und eine Besonderheit

Nach knapp zwei Stunden erreichen wir das Königshaus am Herzogstand auf 1.575 Metern, errichtet 1865 von König Ludwig II. Hier oben erwartet uns eine Winterlandschaft, wie sie im Buche steht. Die Luft ist kalt und klar und unser Blick schweift in die Ferne. Wir genießen auch einen tollen Blick auf den Jochberg. Bis zum Herzogstand ist es nun nicht mehr weit. Wir erreichen den Gipfel nach einer weitere halben Stunde über einen breiten Wanderweg. Eine Besonderheit ist das Herzogstand-Gipfelkreuz: es steht nicht an der höchsten Stelle des Berges.

Königshaus am Herzogstand

Das Königshaus am Herzogstand. Je nach Saison kann man hier gemütlich einkehren oder übernachten

Blick auf den Jochberg

Der rechte Gipfel mit der großen Grasflanke ist der Jochberg

Blick auf den Herzogstand

Dort oben zum Herzogstand müssen wir zunächst hin

Walchensee

Der Walchensee liegt uns zu Füßen

Wanderweg zum Herzogstand

Der Wanderweg hinauf zum Gipfel ist angenehm breit und bereitet keine Schwierigkeiten

Gipfelkreuz Herzogstand

Das Herzogstand-Kreuz – am Gipfel sind wir aber noch nicht

Die Gratwanderung zum Heimgarten

Wir brauchen noch ein paar Minuten, bis wir den echten Gipfel erreichen. Hier oben gibt es eine kleine Hütte, die bei Wind und Wetter Schutz bietet und auch gerne zum Biwakieren genutzt wird. Vom Herzogstand-Gipfel blicken wir nun hinüber zum Heimgarten – unser nächstes Tagesziel. Verbunden sind beide Gipfel durch einen Grat. Wir steigen wieder ein Stück ab. Ein Schild weist den Weg zum Heimgarten. “2 1⁄4 Stunden – Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich”, warnt ein Schild. Schauen wir uns das ganze doch einmal an. Zunächst führt der Waderweg über Schrofen ein Stück nach unten. Nichts Dramatisches, Schnee und Eis erfordern heute aber Konzentration.

Herzogstand-Gipfel

Dort liegt der eigentliche Herzogstand-Gipfel

Berge im Nebel

Vom Gipfel genießen wir eine tolle Aussicht – hier nach Nordosten zum Kochelsee, der komplett im Hochnebel liegt

Grat Herzogstand Heimgarten

Hier erkennt man gut den weiteren Wanderverlauf auf dem Grat zum Heimgarten

Wegweiser Heimgarten

“Alpine Erfahrung erforderlich”, warnt dieses Schild

Einstieg Grat Heimgarten

Zunächst geht es ein paar Meter bergab zum Grat. Bei Eis und Schnee muss man schon ein wenig aufpassen

Das war es eigentlich auch schon. Der Grat zieht sich recht gemütlich bis zum Heimgarten. Der Weg ist nie besonders anspruchsvoll oder ausgesetzt. An den Stellen, wo es wirklich einmal ein wenig in die Tiefe geht, ist durchweg ein Stahlseil zur Sicherung gespannt. Der Hinweis “Alpine Erfahrung” soll wohl allzu leichtsinnige Touristen von der Wanderung abhalten, die mit der Herzogstandbahn gefahren sind. Ja, mit Sportschuhen oder Sandalen sollte man den Grat wirklich nicht gehen – insofern ist die Warnung schon nachzuvollziehen. Vorbei an einem kleinen Kreuz auf einer Felsspitze könnte man am nördlichen Ufer des Kochelsees das Kloster Schlehdorf entdecken – wenn nicht der Hochnebel wäre. Nach etwa 40 Minuten erreichen wir einen Abzweig, der nach wenigen Minuten zum 1982 errichteten Schlehdorfer Kreuz führt, einem kleinen Zwischengipfel auf dem Grat. Von hier sind sowohl Herzogstand als auch Heimgarten wunderbar im Blick.

Blick in die Alpen

Der Fernblick ist atemberaubend

Kreuz Gratwanderung Heimgarten

Das kleine Kreuz auf einer Felsspitze ist nicht zu übersehen. Im Nebel liegt der Kochelsee

Seilsicherung Grat Heimgarten

Der Grat ist mit Stahlseilen vorbildlich gesichert. Im Hintergrund sieht man schon den Heimgarten

Wanderweg Heimgarten

Dort vorne erkennt man den kleinen Zwischengipfel mit dem Schlehdorfer Kreuz

Schlehdorfer Kreuz

Das Schlehdorfer Kreuz

Blick auf Herzogstand

Von dem kleinen Zwischengipfel hat man einen tollen Blick zurück auf den Herzogstand

Hochnebel

Hochnebel, so weit das Auge schaut

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Der Grat führt uns nun immer weiter in Richtung Heimgarten. An einigen Stellen machen Schnee und Eis das Vorankommen ein wenig mühsam – vor allem dann, wenn kleinere Felsen überklettert werden müssen. Aber auch hier hält sich der Schwierigkeitsgrad in Grenzen. Das kann man vom Ausblick auf die umliegenden Berggipfel und den Walchensee nicht sagen. Der Kochelsee liegt indes unter einer dickten Schicht Hochnebel und ist nicht zu sehen.

Felsige Stelle Grat Heimgarten

Auch wenn die Gratwanderung zum Heimgarten nicht übermäßig schwierig ist – Trittsicherheit ist schon nötig

Gipfelkreuz Heimgarten

Hier taucht das Gipfelkreuz des Heimgartens auf

Der Heimgarten-Gipfel

Kurz vor dem Heimgarten zieht der Weg noch einmal kräftig an. Aber auch dieses Stück ist schnell gemeistert und nach wenigen Minuten stehen wir am Gipfelkreuz. Der Blick zurück auf den Grat und hinüber zum Herzogstand ist wirklich grandios. Für den Grat haben wir trotz Eis und Schnee nur eineinhalb Stunden benötigt. Der sonnengeflutete Heimgarten-Gipfel lädt jetzt zu einer längeren Pause und der wohlverdienten Brotzeit ein.

Heimgarten-Gipfel

Geschafft! Wir stehen am Heimgarten-Gipfel

Grat Heimgarten Herzogstand

Hier erkennt man schön den Grat, dem wir vom Herzogstand gefolgt sind

Walchensee

Der Walchensee ist, anders als der Kochelsee, komplett frei

Heimgarten Gipfelkreuz

Biggi am Gipfelkreuz. Aus dieser Perspektive schaut es so aus, als befänden wir uns im Hochgebirge

Innschrift Gipfelkreuz Heimgarten

Das Gipfelkreuz hat eine lange Geschichte

Abstieg über die Ohlstädter Alm

Vom Heimgarten steigen wir nun über die Ohlstädter Alm ab. Lange Zeit genießen wir noch einen tollen Blick auf den Walchensee, der sich direkt vor uns auftut. Aber auch das Wettersteingebirge mit der Alpsitze und der Zugspitze liegt lange Zeit im Blick. Auf der Strecke gibt es noch einen Gegenanstieg, der etwas Kondition erfordert. Bevor es in den Wald geht, warnt ein Schild ausdrücklich davor, den Weg zu verlassen. Wo hier die Lebensgefahr liegt, können wir nicht erkennen, aber vermutlich hat es hier in der Vergangenheit einen tragischen Unfall gegeben.

Abstieg

Nach einer ausgiebigen Pause machen wir uns wieder an den Abstieg

Wettersteingebirge

Vor uns tut sich das Wettersteingebirge mit Alpspitze und Zugspitze auf

Abstieg vom Heimgarten

Die Sonne steht schon recht tief und die Farben sind wunderbar warm

Schild Lebensgefahr

Dieses Schild warnt ausdrücklich davor, den Weg zu verlassen

Herzogstand

Hier blicken wir noch einmal auf den Herzogstand

Wanderweg

Der Weg zieht noch einmal etwas an

Blick auf den Guffert

Immer wieder werden wir mit tollen Ausblicken belohnt. Die markante Bergspitze in der Bildmitte ist der Guffert – eine sehr lohnenswerte Tour, die ihr auch bei uns im Blog findet

Heimgarten im Abendlicht

Auch der Heimgarten zeigt sich im schönsten Abendlicht

Walchensee im Nebel

Wir nähern uns dem Parkplatz. Inzwischen zieht Nebel über dem Walchensee auf

Tourdaten Rundwanderung Herzogstand und Heimgarten

Datum: Dezember 2016
Gesamtweglänge: 14,7 Kilometer
Höhenmeter: 1.160 Meter
Reine Gehzeit: 5:15 Stunden

Die GPS-Daten als Download

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Fazit

Die Rundwanderung Herzogstand und Heimgarten ist landschaftlich ein echter Hochgenuss und zählt zu Recht zu den beliebtesten Touren in den Bayerischen Voralpen. Der Blick schweift immer wieder auf den wundervoll gelegenen Walchensee und den Kochelsee. Mit rund 15 Kilometern und knapp 1.200 Höhenmetern erfordert die Wanderung schon ein gehöriges Maß an Kondition. Für den Grat zwischen Herzogstand und Heimgarten ist gutes Schuhwerk und Trittsicherheit unabdingbar. Heiklere Stellen sind allesamt gut gesichert und sollten kein Problem darstellen. Wie bei allen Gratwanderungen gilt aber: Achtet auf das Wetter – ein Gewitter kann hier oben böse Folgen haben. Vom Grat gibt es nämlich keine Abstiegsmöglichkeit – außer querfeldein.

Nützliche Links:

 

 

Deine Meinung ist uns wichtig

Du bist die Wanderung vom Herzogstand auf den Heimgarten – oder umgekehrt – auch schon gegangen? Wie waren deine Eindrücke? Kannst du die Tour genauso wie wir empfehlen? Hinterlass doch einen kurzen Kommentar – wir freuen uns 🙂

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